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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Übersicht:
Diese Seite wird in Kürze völlig neu bearbeitet Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version) In Bretten bestand eine jüdische Gemeinde im
Mittelalter
und in der Neuzeit bis 1938. Im Mittelalter werden erstmals erstmals 1264 Juden
genannt. Die Judenverfolgung während der Pestzeit 1349 zerstörte die Gemeinde.
1380 bis 1391 waren wieder einige Juden in der Stadt. Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge Über mittelalterliche Einrichtungen ist nichts bekannt. Seit dem 17. Jahrhundert fanden die Gottesdienste jeweils
in einem Betsaal eines jüdischen Privathauses statt, am Anfang des 19.
Jahrhunderts im Haus des Jacob Marx. 1803 hatte sich die israelitische Gemeinde
verpflichtet, innerhalb von drei Jahren eine Synagoge zu errichten und den
Betsaal an Familie Marx zurückzugeben. Es dauerte jedoch noch fast zwei
Jahrzehnte, bis die Gemeinde in der
Lage war, die Mittel für den Synagogenbau aufzubringen. Jacob Marx hatte den
Betsaal zunächst unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Nachdem bis September
1806 die Gemeinde ihrer Selbstverpflichtung nicht nachgekommen war, wurde ein
Mietzins für die Haltung der Gottesdienste im Marx’schen Haus in Höhe von 50
Gulden jährlich vereinbart. Nachdem Jacob Marx gestorben war, wurde die Miete
an seine Witwe bezahlt, die 1822 in Gernsbach wohnte. Um die Synagoge befanden sich auch die übrigen Einrichtungen der Gemeinde: die Schule (jüdische Konfessionsschule 1835 bis 1876), das Rabbinat (Engelsberg 6) und das rituelle Bad (Badhaus 1893 als Hintergebäude dieser Häuser erbaut). In einem der beiden Wohngebäude Engelsberg 6 (Rabbinat?) befand sich ein Betsaal, der im Winter für die Gottesdienste benutzt wurde. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge am Morgen
des 10. November 1938 von SA- und SS-Angehörigen durch Brandstiftung vollständig
zerstört. Mit mehreren Kanistern Benzin, die bei einer örtlichen Tankstelle
besorgt wurden, ist der Brand gelegt worden. Dabei wurden alle kultischen
Gegenstände zerstört, unter anderem 25 wertvolle Torarollen und der
Tora-Silberschmuck. Obwohl Nachbargebäude gefährdet und durch den Brand auch
beschädigt worden waren, erlaubten die örtlichen Naziführer zunächst nicht,
dass die Feuerwehr eingriff. Am Nachmittag gegen 14 Uhr wurden alle inzwischen
verhafteten jüdischen Männer unter Bewachung von SA und SS vor dem Rathaus
aufgestellt und vom Bezirkspropagandaleiter mit Musik durch die Stadt geführt.
Auf dem Rückweg über den Promenadenweg mussten sie an der bereits ganz zerstörten
Synagoge Halt machen, wo der Bezirkspropagandaleiter eine Hetzrede gegen den jüdischen
Glauben hielt. Das israelitische Gemeindehaus Engelsberg 6 wurde am 10. November
1938 demoliert. 1948 fand vor der Karlsruher Strafkammer ein Prozess zu den
Ereignissen in der Pogromnacht in Bretten statt. Dabei waren allerdings nur zwei
Männer der Stadt, u.a. ein früherer SS-Oberscharführer angeklagt.
Verschiedene Zeugen, die bei früheren Vernehmungen sehr belastende Aussagen
gemacht hatten, machten im Zusammenhang des Prozesses nur noch Angaben, mit
denen das Gericht nichts anfangen konnte. Nur ein Zeuge blieb bei seinen
Beschuldungen, sodass einer der Angeklagten wegen Landfriedensbruch zu fünf
Monaten, der andere zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Beide
bestritten die Tat und legten Berufung ein.
Historische Fotos:
Text Zur Synagogenrenovierung 1929 aus Unterlagen von Nathan Veis und Carl Veis
sowie aus Zeitungsausschnitten Synagogenrenovierung 1929 "Im Laufe der Jahre hatte der bauliche Zustand notgelitten und eine Neuherrichtung war notwendig geworden. Trotz der beschränkten Mittel, die der Gemeinde zur Verfügung standen, beschloss man, dem Inneren des Gotteshauses ein Gewand zu verleihen, wie es der Heiligkeit des Ortes entsprach. Daneben sollte auch künstlerischen Gesichtspunkten Rechnung getragen werden. Für die praktische Durchführung des Planes war insbesondere Herr Karl Veis tätig. Er ermöglichte dessen Verwirklichung vor allem dadurch, dass er durch eine großangelegte und eifrige Werbetätigkeit einen beträchtlichen Teil der Bausumme aufbrachte. Auch der Oberrat der Badischen Israeliten machte eine namhafte Schenkung. Der Rest des erforderlichen Betrages wurde durch Darlehen bestritten. Im ganzen waren 18 000 Mark notwendig. Die Bauleitung wurde Herrn Stadtbaumeister Gumbel übertragen. Die Vorschläge für die Deckenbemalung stammten von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Grzymisch. Die Entwürfe - sie versinnbildlichten Sabbat und Festtage - zeichnete Herr Kunstmaler Kitschger, Karlsruhe; es war die letzte künstlerische Arbeit des nunmehr verstorbenen Malers. Herr Kunstmaler Bickel, Bretten, führte die Deckenbemalung nach den Entwürfen aus. Ortsansässige Handwerber hatten die Bauarbeiten übernommen. Mit den Arbeiten wurde am 2. Januar beginnen, in den ersten Tagen des Julis waren sie vollendet. Die Einweihungsfeier der Synagoge Juli 1929 (aus "Brettener Zeitung") In Anwesenheit einer großen Zahl geladener Gäste, unter denen man die Vertreter aller weltlichen und geistlichen Behörden bemerkte, beging unsere jüdische Gemeinde am gestrigen Sonntag die Einweihung ihres neu hergerichteten Gotteshauses. Eine wirklich gediegene Auswahl musikalischer Darbietungen verlieh der ganzen Feier einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen. Nach einem kurzen Vorspiel sang Herr Oberkantor Metzger das Bouruch habah". Hier wie in der späteren "Arie aus Elias" kam die strahlende, in allen Lagen ausgeglichene Stimme des Solisten voll zur Geltung, aufs beste unterstützt von der geradezu idealen Akustik des Raumes. Am Harmonium war ihm Herr Musikdirektor Munz, wie immer, ein trefflicher Begleiter. Nur schade, dass in unserer Stadt ein so edler Kunstgenuss allzu selten ist. Auch der Chor unter Leitung von Herrn Robert Ganter überraschte durchweg, obwohl zahlenmäßig klein, mit recht beachtlichem Können. Nach dem feierlichen Ausheben und Umzug der Tora hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Grzymisch die Festpredigt. Er gedachte eingangs des segensreichen Wirkens des verstorbenen Rabbiners Schlessinger und sprach dann in eindringlichen Worten über das Wesen und die Bedeutung des jüdischen Gotteshauses. Des weiteren umriss er noch den erziehlichen Gedanken, der dem Judentum schon Jahrtausende hindurch lebendig innewohnt und am Werk ist, seine Anhänger zum höchsten und reinsten Menschentum emporzuführen. Mit dem Dank an den Bauleiter Herr Stadtbaumeister Gumbel und seine treuen Helfer, einem Gebet, dem ein Nachspiel auf dem Harmonium folgt, klang die schöne Feier aus. Hierauf hatte man Gelegenheit, den in allen Teilen fein abgestimmten Raum zu besichtigen. Sowohl die Abstufung der einzelnen Farbtöne, wie auch die Wirkung der geschmackvollen Lichtspender, sind zu vollem Einklang gebracht. Die gesamte Raumgestaltung macht ihrem Schöpfer alle Ehre. Zum Schluss erklärte sich Herr Dr. Grzymisch in dankenswerter Weise bereit, die an der Decke angebrachten symbolischen Darstellungen der jüdischen Wochen mit den alljährlichen Feiertagen sowie die hübschen Schriftzeichen des Frieses zu deuten. Er ist ja selbst, wie Herr N. Veis lobend hervorhob, der geistige Urheber all dieser Dinge. Die malerischen Entwürfe dazu stammen von dem bekannten, erst vor kurzem verstorbenen Kirchenmaler M. Kitschger und sind von unserem heimischen Kunstmaler Bickel farbenfroh und gediegen ausgeführt worden. Alles in allem darf man unsere jüdische Gemeinde zu diesem herrlichen Gotteshaus wirklich beglückwünschen. Aber auch für unsere Heimatstadt bedeutet dieser Bau einen weiteren Anziehungspunkt.
Links:
Literatur:
Bretten Baden. Jews were
present in the early 14th cent. Some lost their lives in the Armleder massacres
of 1336-39 and all were slaughtered in the Black Death persecutions of 1348-49.
A viable Jewish settlement was only reestablished after the Thirty Years War. In
1710 the Jews were granted a letter of protection. A synagogue was erected in
1822 and in 1827 Bretten became the seat of the district rabbinate with
jurisdiction over 20 communities. A Jewish elementary school operated in
1835-62. In anti-Jewish riots during the 1848 revolution, Jewish homes were
destroyed. The Jewish population reached a peak of 263 in 1900 (total 4,781). In
the early 20th century, most Jews were cattle traders and shopkeepers, with the
Jewish population falling to 114 by 1933 but augmented by new arrivals in the
Nazi era. Community life expanded and the Zionist youth movements became active.
On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned down,
Jewish stores destroyed, and Jewish men sent to the Dachau concentration camp.
In all, 76 Jews emigrated in 1937-40, as did many of the 36 who moved to other
German cities in the period. The last 18 were deported to the Gurs concentration
camp on 22 October 1940.
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