Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Eichstetten bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Die ersten Familien wurden 1717 oder kurz danach aufgenommen; es handelte sich damals überwiegend um jüdische Flüchtlinge, die aus der Schweiz oder dem Elsass vertrieben worden waren. 
Das jüdische Wohngebiet konzentrierte sich ursprünglich vor allem auf die "Judengasse" (heute "Eisengasse", im Volksmund "Judengäßle") und den Altweg. 1721 waren 6, 1730 10, 1738 11 jüdische Familien am Ort; 1777 wurden 92 jüdische Einwohner gezählt. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 141, 1825 227 Jüdische Einwohner, 1832 259, 1836 284, 1840 302, 1864 401, 1871 Höchstzahl mit 420 Personen, 1875 359, 1880 344 (12,2 % von insgesamt 2.682 Einwohnern), 1885 342, 1890 309, 1895 273, 1900 253 (11,4 % von 2.215), 1905 219, 1910 197 (9,0 % von 1.919). Die meisten jüdischen Familien lebten vom Viehhandel.      
  
Zur jüdischen Gemeinde in Eichstetten gehörten auch die in Endingen (1924 8, 1932 10) und Riegel (1924/32 1) lebenden jüdischen Personen: Zu Endingen siehe Unterseite; in Riegel bestand bis zur "Arisierung" 1938 bestand die Weinhandlung Samuel Weil, Inh. zuletzt Edmund Weil, an den seit 1986 der "Edmund Weil-Weg" erinnert.   
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine Schule, ein rituelles Bad (im Synagogengebäude) sowie einen Friedhof. Für die Unterbringung von Schule und Lehrerwohnung wurde 1840 ein Schulhaus erbaut (Bahlinger Straße 7, Gebäude ist erhalten). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Kantor und Schochet tätig war. Unter den Lehrern sind vor allem zu nennen: Moritz Mayer (ihm wird 1837 die Lehrerstelle definitiv übertragen, siehe Bericht unten); um 1863/1871 und vermutlich bis zur Neuausschreibung 1875 Emil Bloch, der zeitweise Dirigent des christlichen Gesangvereins sowie Schriftführer der Eichstetter Lesegesellschaft war; A. Weil (seit 1879, ab 1901 als Oberlehrer), der 1904 am Ort sein 25-jähriges Ortsjubiläum, 1915 sein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte (siehe Berichte unten) und der letzte Lehrer Leopold Mirwis, der nach der Deportation 1940 umgekommen ist). Die Gemeinde gehörte seit 1827 zum Bezirksrabbinat Breisach, seit 1885 zum Bezirksrabbinat Freiburg.            
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde Fritz David Dreifuß (geb. 15.12.1893 in Eichstetten, gef. 5.11.1918), Louis Ludwig Haas (geb. 21.10.1893 in Eichstetten, gef. 22.10.1916), Siegmund Hofeler (geb. 5.6.1880 in Eichstetten, gef. 6.12.1914), Julius Weil (geb. 2.2.1895 in Eichstetten, gef. 8.12.1915) und Leo Weil (geb. 21.12.1892 in Eichstetten, gef. 18.9.1914). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal auf dem Rathausplatz. Außerdem ist gefallen: Gefreiter David Bickart (geb. 7.2.1886 in Eichstetten, vor 1914 in Aachen wohnhaft, gef. 19.7.1916).      
 
Um 1924, als zur Gemeinde 130 Personen gehörten (6,2 % von insgesamt etwa 2.070 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Heinrich Epstein, Abraham Dreyfuß, Hermann Epstein, Jakob Bickart. Als Kantor war Leopold Mirwis tätig, als Synagogendiener Salomon Hauser. Kantor Leopold Mirwis erteilte damals zehn schulpflichtigen jüdischen Kinder den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Männerkrankenverein e.V. (gegründet 1855; 1924/32 unter Leitung von David Epstein mit 35 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker), den  Israelitischen Frauenverein (gegründet 1867; 1924 unter der Leitung der Frau von Liebmann Bloch, 1932 unter Leitung von Sara Klein mit 29 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenunterstützung, Wöchnerinnenfürsorge) und den Israelitischen Mädchenausstattungsverein (gegründet 1872; 1924/32 unter Leitung von Moritz Bloch; Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenunterstützung, Bestattungswesen), dazu den Jüdischen Jugendbund (1932 unter Leitung von Siegfried Epstein), der auch eine Bibliothek eingerichtet hatte. 1932 waren die Gemeindevorsteher Heinrich Epstein (1. Vors.), Jakob Bickart (2. Vors.) und Moritz Bloch (3. Vors.). Der Repräsentanz gehörten 12 Personen an unter dem Vorsitz von Siegfried Sommer (1. Vors.), Hermann Weil (2. Vors.) und Moritz Weil (3. Vors.). Weiterhin war Leopold Mirwis als Kantor und Lehrer tätig.   

An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels-, Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien / Einzelpersonen sind bekannt: Viehhandlung Jakob Bickart (Eisengasse 8), Schuhhandlung Bernhard Bloch (Bahlinger Straße  3), Viehhandlung Gustav Bloch (Hauptstraße 27), Viehhandlung Moritz Bloch (Hauptstraße 45), Fam. Liebmann Bloch (Altweg 15), Kurzwarenladen Siegfried Bloch (Hauptstraße 54), Viehhandlung Max Dreifuß I (Nimburger Straße 8), Mehlhandlung David Epstein (Altweg 17), Papierverarbeitungsfabrik D.S. Epstein, Inh. Heinrich und Siegfried Epstein (Altweg 10), Getreide-, Mehl- und Futtermittelhandlung Hermann Epstein (Hauptstraße 20), Kaufmann Karl Hauser (Altweg 23), Viehhandlung Alfred und Max Hofeler (Bahlinger Straße 5), Handelsmann Isaak Hofeler (Hauptstraße 33), Viehhandlung Siegmund Hofeler (Hauptstraße 14), Handelsmann Isaak Hofeler und Viehhandlung David Klein (Altweg 11), Arzt Dr. Wilhelm Reutlinger (Klarastraße 4), Handelsmann Bernhard Rothschild (Mühlenstraße 16), Handelsmann David Weil I (Altweg 16), Viehhandlung David Weil II (Hauptstraße 25), Viehhandlung Hermann Weil (Hauptstraße 35), Kaufmann Isaak Weil (Hauptstraße 69), Viehhandlung Isidor Weil, Moritz Weil II, Semi Weil (Altweg 6 und 8), Metzgerei Moritz Weil (Altweg 31), Weinhandlung Samuel Weil (Hauptstraße 32).
  
1933 wurden noch 91 jüdische Einwohner gezählt. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien verzog ein Teil der jüdischen Einwohner alsbald vom Ort oder konnten auswandern. Bis 1940 haben etwa 50 jüdische Personen den Ort verlassen. Von den Ausgewanderten kamen mehrere in die USA, Argentinien oder Brasilien. 11 jüdische Einwohner starben zwischen 1933 und 1940 am Ort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört; 18 Männer wurden durch das Dorf geführt und dann nach Dachau transportiert. Hier erlag Siegfried Bloch den Misshandlungen. Die letzten 30 jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.  Unter den nach Gurs Deportierten war auch Lehrer Leopold Mirwis; er und seine Frau sind bereits im November 1940 umgekommen.  
  
Nach den Deportationen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Eichstetten wohnhaften 91 jüdischen Personen mindestens 37 ums Leben.  
Von den in Eichstetten geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Ilse Biedermann geb. Hofeler (1905), Auguste (Gustl) Bloch geb. Weil (1884), Baruch Bernhard Bloch (1863), Gustav Bloch (1878), Hermann Bloch (1911), Johanna Bloch (1863), Louis Ludwig (Elieser) Bloch (1897), Mathilde Bloch geb. Lehmann (1876), Max Bloch (1894), Max Bloch(1909), Siegfried Bloch (1881), Sophie Bloch (1891), Alfons Blum (1873), Josef Buxbaum (1885), Lina Dornacher geb. Blum (1867), Abraham Dreifuss (1865), Babette Dreifuss geb. Dreifuss (1863), Johanna Dreyfuss (1902), Rosa Dreyfuss geb. Epstein (1866), Flora Durlacher geb. Epstein (1897), Turla (Turzla) Ehrle (1907), David Epstein (1894), Siegfried Epstein (1885(, Simon Epstein (1879), Simon Epstein (1888), Sofie Epstein (1895), Viktor Epstein (1859), Caroline Haas (1867), Hedwig Hanauer geb. Epstein (1894), Karl Hauser (1881), Rosa Hauser (1888), Sofie Haymann geb. Bickard (1884), Mathilde Henle (1878), Alfred Hofeler (1889), Auguste Hofeler geb. Bernheimer (1852), Isak Hofeler (1846), Leo Hofeler (1897), Siegfried Hofeler (1887), Siegmund Hofeler (1856), Jette Judas geb. Weil (1854), Thekla Kleefeld geb. Hofeler (1878), Berta Klein (1888), Betty Klein (1892), Sara Klein geb. Bloch (1861), Paula Kurz geb. Weil (1896), Ella Ledermann (1857), Julie Levy geb. Epstein (1877), Berta Mayer geb. Epstein (1892), Hermine Mirwis geb. Bickart (1877), Leopold Mirwis (1874), Sophie Neustädter geb. Epstein (1879), Fanny Rosenbusch (1864), Sophie Rosenthal geb. Bloch (1888), Julius Schnurmann (1907), Karoline Süß geb. Epstein (1876), Alfred Weil (1873), Bella Weil geb. Hofeler (1887), Bernhard Weil (1868), Betty Weil (1903), Emil Weil (), Ernestine Weil geb. Weil (1859), Hermann Weil (1868), Isaak Weil (1866), Jakob Weil (1868), Joseph Weil (1887), Leopoldine Weil geb. Kleefeld (1862), Max Weil (1888), Moritz Weil (1862), Moritz Weil (1877), Otto Weil (1873), Paula Weil (1894), Rena Weil (1908), Rina Weil (1895), Rosa Weil geb. Hofeler (1885), Samuel Weil (1868), Semy Weil (1866), Siegfried Weil (1909), Thekla Weil (1888), Toni Dina Weil geb. Bloch (1888), Sofie Weiss geb. Weil (1879), Jakob Wertheimer (1885).         
   
Seit 2003 wurden in Eichstetten in mehreren Verlegungsaktionen "Stolpersteine" zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit verlegt.    

     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1875 / 1901  

Eichstetten Israelit 10021875.jpg (54242 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Februar 1875: "Vakante Stelle
In unserer Gemeinde soll vom 1. März dieses Jahres an ein Kantor und Schächter angestellt werden, der auch an ca. 20 Kindern der hiesigen israelitischen Volksschule einen täglichen Unterricht von 2 Stunden in den höheren Elementargegenständen zu erteilen imstande ist. Pädagogische Bildung wird verlangt. 
Das Gehalt ist auf jährlich fix 1.200 Mark bei freier Wohnung festgesetzt; Nebeneinkommen mindestens 800 Mark.
Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung der betreffenden Zeugnisse sofort einsenden. 
Eichstetten, Großherzogtum Baden, 7. Februar 1875. Der israelitische Synagogen-Vorstand. A. Weil."  
   
Eichstetten Israelit 28031901.jpg (51119 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1901
"Die Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle Eichstetten ist mit einem Fixum von 1.200 Mark, Nebeneinkommen von ca. 800 Mark und freier Dienstwohnung auf 1. Juli dieses Jahres zu besetzen. Geeignete Bewerber mit tüchtiger, kantoraler Befähigung und guten Stimmmitteln wollen Zeugnisabschriften vorlegen der 
Bezirks-Synagoge Freiburg im Breisgau.
"    

     
Dem Schulkandidaten Moritz Mayer wird die Lehrerstelle in Eichstetten definitiv übertragen (1837)   

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 1112 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bekanntmachung
Dem Schulkandidaten Ballin von Merchingen, bisherigen Schulverwalter an der öffentlichen israelitischen Schule zu Schmieheim im Oberrheinkreise, wurde diese Lehrstelle, und jene an der öffentlichen israelitischen Schule zu Eichstetten, im nämlichen Kreise, dem bisherigen Schulverwalter, Schulkandidaten Moritz Mayer von da, definitiv übertragen. 
Karlsruhe, den 21. November 1837. Großherzoglicher Oberrat der Israeliten. Der Ministerial-Kommissär: Bekk".     


Hauptlehrer A. Weil wird zum Oberlehrer an der Volksschule ernannt (1901) 

Eichstetten israelit 28021901.jpg (49790 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1901: "Eichstetten (Baden). Durch Erlass des Großherzoglichen Oberschulrates vom 18. Februar wurde Hauptlehrer A. Weil dahier zum Oberlehrer der hiesigen, konfessionell gemischten Volksschule, an welcher vier Lehrer wirken, ernannt. Ist diese Beförderung dem schon bald 22 Jahre hier angestellten Lehrer wohl zu gönnen, so liefert diese Ernennung wiederum einen klaren Beweis von der toleranten Gesinnung unserer badischen Oberschulbehörde." 

  
25-jähriges Ortsjubiläum von Oberlehrer A. Weil (1904)  

Eichstetten Israelit 30051904.jpg (218310 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1904: "Aus Baden, 22. Mai (1904). Einen schönen Akt echter Toleranz lieferte die Gemeindevertretung des großen Marktfleckens Eichstetten bei Freiburg im Breisgau durch ein Fest, wie es in seiner Art vielleicht noch selten gefeiert wurde. Vor wenigen Wochen waren es nämlich 25-jährigen, dienstlichen Ortsjubiläums überbrachte nun am Sonntag, den 15. Mai, eine Abordnung der Gemeindevertretung, mit dem Herrn Bürgermeister an der Spitze, dem Jubilar ihre herzlichen Glückwünsche in dessen Wohnung und übergab demselben ein prachtvoll ausgestattetes Gedenkblatt zur Erinnerung an seine 25-jährige, segensreiche Tätigkeit in der Schule und Gemeinde Eichstetten, nachdem demselben schon einige Tage vorher ein kostbares Ehrengeschenk der Gemeinde übermittelt worden war. Auch von seinen Schülern und von privater Seite, insbesondere aber auch von seinen israelitischen Kollegen, der Religionslehrer-Konferenz Freiburg - Sulzburg wurde der Jubilar unter wohlmeinenden, liebevollen Glückwünschen durch kostbare Ehrengeschenke hoch erfreut. Am Abende versammelte sich zu Ehren desselben in den Sälen des Gasthauses zum Rössle, nahezu die ganze Gemeindevertretung, Gemeinderat, Bürgerausschuss, Synagogenrat, der evangelische Ortsgeistliche nebst den dort angestellten, übrigen Lehrern und Beamten zu einem Bankett, welches einen äußerst anregenden, schönen Verlauf nahm, in welchem der Bürgermeister die Verdienste des Jubilars in schwungvoller Rede feierte, und letzterer tief gerührt über solche großen Ehrungen in warm empfundenen Worten dankte. Als weitere Ehrung des Jubilars wurde dann am Mittwoch, dem 18. Mai, in Anwesenheit des ganzen Lehrerkollegiums und des Gemeinderats ein Schülerfest auf dem Rathause mit Beschenkung der Schüler durch Brezeln abgehalten. Damit aber zum Gelingen des Ganzen nichts fehle, wollten auch die Lehrer des Bezirks nicht zurückbleiben. Deshalb versammelte sich am gleichen Tage aus besonderer Aufmerksamkeit für Herrn Oberlehrer Weil die freie Lehrerkonferenz Emmendingen in Eichstetten, um auch ihrerseits ihre Anteilnahme an der Ehrung eines ihrer Mitglieder durch die Tat zu beweisen und den Jubilar zu feiern. Möge des demselben vergönnt sein, noch viele Jahre in Gesundheit und Rüstigkeit zum Segen seiner Gemeinde weiterzuwirken. Warum weder das Bezirksrabbinat Freiburg, noch der Großherzogliche Oberrat der Israeliten in Karlsruhe, welchen Behörden Herr Oberlehrer Weil als Religionslehrer zuständig ist, von diesem Jubelfeste eines im Dienste ergrauten, verdienten Schulmannes Notiz nahmen, ist uns ganz unverständlich. Man hätte ein Zeichen der Anerkennung von der jüdischen Kultusbehörde umso mehr erwarten dürfen, als diese Ehrungen alle von der politischen Gemeindevertretung ausgingen, und Herr Weil nahezu 40 Jahre lang ebenso wohl als Religionslehrer, wie als Elementarlehrer pflichtgetreu gewirkt hat."  

   
50-jähriges Dienstjubiläum von Oberlehrer A. Weil (1915)  

Eichstetten Israelit 29041915.jpg (138855 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. April 1915: "Aus Baden. Am 23. dieses Monats begehen Hauptlehrer A. Heidingsfeld in Freiburg und Oberlehrer A. Weil in Eichstetten ihr 50jähriges Dienstjubiläum. Der Ernst der Zeit ist nicht dazu angetan, und es entspricht auch nicht dem stillen Sinn der Jubilare, Jubelfeste zu feiern. Aber die beiden Veteranen, die ihre Vorbereitung für ihren Beruf gemeinsam im Lehrerseminar in Karlsruhe genossen und ihre berufliche Tätigkeit seit Jahrzehnten in deinem und demselben Schulkreis ausüben, dürfen an diesem Tage mit innerer Befriedigung auf das abgelaufene Jahrhundert zurückblicken. In ihnen verkörpert sich ein gutes Stück badisches Schulgeschichte; bis zur Einführung der Simultanschule Religionslehrer, durchkosteten sie die Leiden und Freuden des nach dem einmütigen Beschluss der letzten badischen Synode nun einer besseren Zeit entgegengehenden Religionslehrers, wie auch die mannigfachen Entwicklungsstufen des badischen Volksschullehrerstandes in den vergangenen 40 Jahren. Die Ernennung Weils zum Oberlehrer zeigt, wie die oberste Schulbehörde in Baden dem Geist der Simultanschule gemäß volle Objektivität und Vorurteilslosigkeit dem jüdischen Lehrer gegenüber walten lässt. Die segensreiche Tätigkeit der beiden wurde schon vor längerer Zeit durch Verleihung des Verdienstkreuzes des Zähringer Löwen vom Großherzog anerkannt. Besondere Hervorhebung verdient die hingebungsvolle Arbeit Heidingsfelds als Vorsitzender des Naphtali-Epstein-Vereins, den er seit Drießens Tode führt, und der Ortsgruppe Freiburg des 'Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.' Mögen den Jubilaren noch viele Jahre jugendfrischer Schaffenskraft und Arbeitsfreudigkeit im Kreise der ihrigen beschieden sein."

   
Hinweis auf Albert Weill, Vater des bekannten Komponisten Kurt Weill (1900 Dessau - 1950 New York)   

Kurt Weills Vater Albert Weill war von 1893 bis 1898 in Eichstetten als Kantor tätig. Sein erster Sohn - Nathan Weill -  wurde 1898 noch in Eichstetten geboren, bevor die Familie dann nach Dessau verzog. Albert Weill hat in Eichstetten auch einen Synagogenchor geleitet, mit dem er u.a. bei den Oberbadischen Synagogengesangsfesten auftrat. 
Albert Weill ist nicht zu verwechseln mit dem in den obigen Artikeln genannten Lehrer Adolf Weil, der von 1879 bis 1915 in Eichstetten unterrichtete. Es handelte sich um zwei Personen. 
Siehe hierzu Literatur: Uwe Schellinger: Kantor Albert Weill und sein Lebensweg von Südbaden nach Israel 1867-1950 (Teil 1), in: Dessauer Kalender. Heimatliches Jahrbuch für Dessau und Umgebung 46 (2002) 56-69. 
Dazu auch (siehe Literaturliste): Baumann/Weiblen Bd. II der Eichstettener Ortsgeschichte 2000 (dort auch der Hinweis auf Adolf Weil). 

   
Über den aus Eichstetten stammenden Lehrer Bernhard Weil (1868 bis 1943)   
(nach den Angaben bei Furch/Ziemer s.Lit. S. 19) 

Eichstetten Weil Bernhard 010.jpg (14708 Byte)Bernhard Weil ist am 19. Juni 1868 in Eichstetten als Sohn von Isaak Weil und Pauline geb. Rotschild geboren. Er war verheiratet mit Julie geb. Strauß aus Karlsruhe (geb. 30. März 1873). Bernhard Weil ließ sich zum Lehrer und Kantor ausbilden und war als solcher von 1908 bis 1939 in Kirn tätig (zuvor u.a. in Leutershausen (Bergstraße), wo der Sohn Kurt Hermann Weil am 26. November 1895 geboren ist). In Kirn lebte die Familie seit 1917 im Steinweg 41. Am 27. Februar 1939 meldete sich das Ehepaar ab und verzog am 1. März nach Karlsruhe Wilhelmstraße 36. Das Ehepaar wurde am 22. Oktober 1940 in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert. Von hier aus kam Bernhard Weil nach Noé, wo er umgekommen ist. Seine Ehefrau wurde aus einem Lager befreit und konnte in die USA emigrieren. 
Angabe im Karlsruher Gedenkbuch zu Bernhard Weil.
Der 1895 in Leutershausen (Bergstraße) geborene Sohn - Kurt Hermann Weil - ist am 2. Januar 1992 gestorben. Er war Pilot im Ersten Weltkrieg. Nach seinem Studium in Aachen war Kurt Hermann Weil Mitarbeiter bei der Flugzeugfirma Junkers in Dessau,  Anfang der 1930er-Jahre war er leitender Konstrukteur bei Junkers, wo er eng mit Prof. Hugo Junkers in der Konstruktion der Ju-52 zusammenarbeitete. 1933 ist er nach England emigriert; Hintergrund für die Emigration war vermutlich die Teilenteignung seines Arbeitsgebers (und Freundes?) Hugo Junkers 1933 durch die Nationalsozialisten. 1938 kam Kurt Hermann Weil in die USA, wo er bei General Motors arbeitete. Nach 1945 halt er dem Verteidigungsministerium bei der Organisation der Berliner Luftbrücke. Er war als Professor in den USA (1963 in New York) und als Gastprofessor an der Technischen Universität Berlin tätig.   
Artikel zu seinem Tod in der "New York Times" vom 8. Januar 1992 .  
Die Enkelin von Bernhard Weil - Kathleen Weil-Garris Brandt (geb. 1934) in Professorin an der New York University.
Artikel in Dictionary of Art Historians zu Kathleen Weil-Garris Brandt    

    
    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
Ehrungen von jüdischen Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr (1890)  

Eichstetten AZJ 19091890.jpg (95631 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. September 1890: "Eichstetten am Kaiserstuhl (Baden). Nicht von Professuren, welche Israeliten bekleiden, auch nicht von hervorragenden Leistungen berühmter Glaubensgenossen will ich erzählen. Die stille und schlichte Erfüllung der Bürgerpflicht, das Eintreten in Reih und Glied mit den nichtjüdischen Ortsgenossen, welche hier am 24. August von hoher Stelle aus öffentlich geehrte worden ist, dürfte jedoch beredter als sonst glänzenderes Zeugnis ablegen, wie erlogen das Gerede ist, der Jude sei ein Fremder unter den Deutschen. An dem genannten Tage wurde hier das Fest des 25jährigen Bestehens der freiwilligen Ortsfeuerwehr begangen. 17. Feuerwehrmännern, darunter einem nicht mehr aktiven Ehrenmitgliede, überwies der Oberamtmann Diplom und Gedenkmünze im Namen des Großherzogs. Der evangelische Ortsgeistliche hielt die Festrede. Von den 17 Dekorierten sind acht Israeliten, an ihrer Spitze der Vorsteher und Bezirksälteste. Der Seelenzahl nach hätten höchstens zwei bis drei Israeliten dabei sein dürfen. (Ähnliches hätte in den letztvergangenen zwei Jahren aus gar vielen badischen Ortschaften gemeldet werden können.)."

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Abraham Weil von Eichstetten soll sich zur Musterung für den Militärdienst melden (1841)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1841 S. 259  (Quelle: Staatsarchiv Donaueschingen): "Emmendingen [Konskriptionspflichtige]. Nachstehende, zur Ergänzungskonskription pro 1841 gehörige, bei der Aushebungstagfahrt nicht erschienene Konskribierte werden hiermit aufgefordert, sich binnen 4 Wochen von heute an dahier zu stellen, widrigens sie als Refractärs behandelt werden, und die gesetzliche Strafe gegen sie erkannt wird. 
Aus der Altersklasse von 1837.   
.... Loos Nr. 175 Abraham Weil von Eichstetten....  
Altersklasse von 1838   
Loos Nr. 98 Elias Bloch von da (Emmendingen).  
Aus der Altersklasse 1839  
Loos Nr. 130 Jakob Hirsch von Niederemmendingen... "  

 
Über den aus Eichstetten stammenden und in der Schweiz tätigen Dr. Weil (1841/1847)   

Eichstetten Israelit 24041841.jpg (46585 Byte)Aus einem Artikel über jüdisches Leben in der Schweiz in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. April 1841: "Geht man von Bern aus in das naturreiche Oberland, so trifft man zu Interlaken einen wackeren jungen Israeliten - Dr. Weil aus Eichstetten im Breisgau - der vom Sanitätsrat dorthin als Spitalarzt gesendet worden, nachdem er durch ein mehrjähriges fleißiges Studium zu Bern sich das Wohlwollen der Behörden erworben." 
  
Eichstetten AZJ 25011847.jpg (59014 Byte)Aus einem Artikel über jüdisches Leben in der Schweiz in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Januar 1847: "In der Nähe von Bern lebt ein jüdischer Arzt - Dr. Weil aus Eichstetten - zu Walkringen im Emmental. Derselbe bekleidet die Stelle eines Militärarztes. Das Zutrauen, dessen Herr Weil sich bei seiner christlichen Umgebung zu erfreuen hat, verschafft ihm eine wohl ausgedehnte Praxis. Auch wurde derselbe in seiner Stellung als Arzt schon oft mit Aufträgen höheren Ortes beehrt." 

 
Über Rabbiner Piccard auf Randegg und seine verwandtschaftlichen Beziehungen nach Eichstetten (1867)  

Eichstetten Israelit 03041867.jpg (285073 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1867: "Eichstetten. (Baden). Wir hatten in hiesiger Gemeinde jüngst Gelegenheit, einen Mann kennen zu lernen, der in seinem bescheidenen, stillen, aber desto segensreicherem Wirken dem Lichte der Öffentlichkeit bisher verborgen geblieben, wenn auch Näherstehende schon längst in demselben den wahren, ungeheuchelte Charakter, den gelehrten und gewissenhaften Führer und Lehrer seiner Gemeinde verehrten. Es ist dies der Herr Rabbiner Piccard aus Randegg. - Derselbe ist vermählt mit einer Enkelin des auch in weiteren Kreisen bekannt gewesenen, und etwa vor 24 Jahren verstorbenen Rabbiners Sekel Löw Epstein - er ruhe in Frieden - von hier, welcher eine Reihe von Jahren hier das Amt eines Gemeindevorstehers und Gesetzeslehrers (sc. hatte rabbinische Kompetenzen) zu gleicher Zeit versag, der durch seine Frömmigkeit und Gelehrsamkeit der hiesigen Gemeinde sowohl, als der ganzen Umgegend zur Zierde gereichte, dessen Name heute noch nur mit der größten Ehrerbietung und Hochachtung genannt wird und dessen Tugenden in seinen Söhnen und deren Familien hier, als unermüdlichen - die Tora stark Machenden - sich forterben.  Zu der nun vor einigen Tagen stattgefundenen Vermählung eines Enkels und einer Enkelin des genannten Rabbiners Sekel Löw Epstein - er ruhe in Frieden - war Herr Rabbiner Piccard aus Randegg, der Schwager des Bräutigams, als Vollzieher der Eheschließung hierher berufen. In der von ihm an die Brautleute gehaltenen Ansprache legte derselbe Beweise einer seltenen Gelehrsamkeit in so hohem Grade ab, dass wir nicht umhin können, ihm in diesem viel gelesenen Blatte unseren Dank auszusprechen. Herr Rabbiner Piccard sprach in seiner Rede von der Wichtigkeit und Heiligkeit der jüdischen Ehe, von der Unsitte unserer, auf allen Gebieten des Fortschrittes und der Humanität sich rühmenden Zeit, bei Schließung auch des heiligsten Bundes, der Ehe nämlich, immer zuerst das beiderseitige Vermögen der Brautleute als Zahlen sprechen zu lassen; ferner von der hohen Stellung des jüdischen Weibes, wie solche in unserer heiligen Literatur begründet ist - und dies Alles in so erschöpfender Darstellung, so so meisterhafter Diktion und mit so herrlichem Vortrage und unter scharfsinnigster Verwendet hierauf bezüglicher Midraschstellen, dass alle Zuhörer, worunter sich auch viele anderer Konfessionen befanden, von diesem Vortrage sich befriedigt und erbaut fühlten und sagen mussten: Das waren echte, jüdische, kernhafte Worte, die von Herzen kamen und zu Herzen drangen. 
Bei dem darauf folgenden Festmahle erhöhte Herr Rabbiner Piccard die festliche Stimmung durch eine geistvoll gehaltene Ansprache an die Tischgenossen mit vielen eingestreuten herrlichen Worten der Tora und zeigte sich sowohl da, als in den Privatzirkeln, in denen wir später noch die Ehre hatten, ihn zu sehen und zu sprechen, als der gründlich gebildete, und doch so bescheidene jüdische Gelehrte mit dem frommen, milden Sinne, von dem wir sagen können: Heil der Gemeinde, die sich eines solchen Führers zu erfreuen hat. - 
Möge es Herrn Rabbiner Piccard noch viele Jahre gegönnt sein, in seinem heiligen Berufe zu leben und zu wirken." 

  
Zum Tod von Babette Epstein geb. Dreyfuss (gest. in Kenzingen 1898)  

Eichstetten Israelit 05041898.jpg (171296 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1898: "Eichstetten i.B., 1. April (1898). Am letzten Dienstmittag verschied in Kenzingen in B. Frau Babette Epstein Witwe geb. Dreyfuß im Alter von nicht ganz 87 Jahren. Sanft und milde, wie ihr Leben, war auch der Hingang der Verewigten. Nachdem sie bis wenige Stunden vor ihrem Ableben noch bei vollem Bewusstsein gewesen, schlief die Verewigte in den Armen ihres ältesten Sohnes ein. Sie war eine wackere Frau im wahren Sinne des Wortes. Eine wackere, glaubensstarke Frau, der im Kampfe des Lebens auch Stürme nicht erspart geblieben, war sie eine unermüdliche Wohltäterin der Armen und Bedrückten, und liebst es vor Allem, ihre Wohltaten im Stillen zu üben. Sie war ein Muster von Selbstlosigkeit, eine liebevolle Mutter und Freundin, von unerschütterlichem Gottvertrauen beseelt. 
Am Donnerstag, den 31. März, 10 Uhr morgen fand die Überführung der Hingeschiedenen von Kenzingen nach Eichstetten statt, wo sie an der Seite ihres ihr vor 15 Jahren im Tode vorausgegangenen Gatten - seligen Andenkens - bestattet wurde. Im Trauerhause in Kenzingen hatten sich die Kinder, Enkel und nächsten Anverwandten versammelt. Herr Salomon Siegel aus Straßburg i.E., dessen Tochter mit einem Sohne der Verewigten verheiratet, widmete der verewigten Freundin vor der Überführung noch wehmutsvolle Worte des Abschiedes und Nachrufes. Mit herzlichen, rührenden Worten schilderte er die Verstorbene. Die Beisetzung in Eichstetten fand mittags 3 Uhr statt. Sowohl da, wie in Kenzingen, hatten sich dem großen Zuge viele Nichtjuden angeschlossen, worunter sich beide Male der Bürgermeister je des betreffenden Ortes befand, ein Zeichen, welcher Achtung die Dahingeschiedene sich erfreut hatte. 
Am offenen Grabe sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Lewin aus Freiburg i.B. In geistvoller Rede schilderte derselbe das Leben der Verewigten, wie es, trotz des unscheinbaren Rahmens, doch durch seine harmonische Abgeschlossenheit Bewunderung wecken müsse und zur Nachahmung ansporne.  
Das Andenken der Heimgegangenen wird als ein Musterbild einer echt jüdischen Frau in dem Gedächtnisse Aller, die ihr im Leben nahe standen, fortleben. Sie war eine seltene Frau, möge ihr die Erde leicht sein.  M.E. in S."   

  
Heinrich Epstein wird ausgezeichnet (1902)
Anmerkung: Heinrich Epstein (1842 - 1921) hatte 1876 in Eichstetten eine Papierwarenfabrik im Unterdorf gegründet. In dieser Firma fanden viele Personen aus dem Ort Arbeit. Die Firma wurde bis zur "Arisierung" 1938 von den Söhnen weiter betrieben. 
Heinrich Epstein hat 1895 das Israelitische Landesasyl in Gailingen (1898 errichtet als "Friedrichsheim für israelitische Sieche und arme Greise) ins Leben gerufen. Er war  1876 bis 1902 Vorsteher der jüdischen Gemeinde. 

Eichstetten Israelit 30041902.jpg (127343 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1902: "Karlsruhe, 25. April (1902). Bei den Ordensverleihungen aus Anlass des Jubiläums wurden auch viele Israeliten bedacht. Es verhielten....  das Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen Heinrich Epstein in Eichstetten..."

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen  
Im Eisengeschäft Sim. L. Epstein wird ein Commis oder ein Lehrling gesucht (1897)

Eichstetten Israelit 30091897.jpg (41261 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. September 1897: "Vakanz. In meinem Eisengeschäfte ist per 1. November die Stelle eines angehenden Commis dieser Branche oder eines Lehrlings zu besetzen. Sabbat und Feiertage geschlossen. Gesuche unter Beischluss von Zeugnissen bitte zu richten an Sim. L. Epstein, Eichstetten (Baden)." 

  
Haushaltshilfe für Frau Vorsteher H. S. Epstein gesucht (1900) 
Mit Vorsteher H.S. Epstein ist Heinrich Epstein gemeint (S. steht für den Vaternamen Schmaje)

Eichstetten Israelit 26071900.jpg (35385 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1900: "Religiöses Mädchen 
findet sofort gute und angenehme Stellung in meinem kleinen Haushalte. 
Frau Vorsteher H. S. Epstein
Eichstetten bei Freiburg in Baden."  

  
Lehrling im Eisengeschäft Sim. L. Epstein gesucht (1901)   

Eichstetten Israelit 22111900.jpg (49830 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1900: "Für mein samstags und Feiertage geschlossenes Eisengeschäft suche zum Eintritt per 1. Januar 1901 einen mit guter Schulbildung versehenen Lehrling oder angehenden Commis. 
Sim. L. Epstein,
Eisen und Metalle, En gros und detail, Eichstetten in Baden."
    
Eichstetten Dok 148.jpg (114632 Byte)Erinnerung an Sim. L. Epstein -  erhalten von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries: Umschlag eines Briefes an Sim. L. Epstein in Eichstetten, abgestempelt 14. Februar 1871 in Herborn.  

  
Heinrich Epstein suchte eine Lehrstelle für seinen Sohn (1925)  

Eichstetten Israelit 26031925.jpg (39196 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. März 1925: "Suche für meinen Sohn, 16 Jahre alt, mit Obersekundareife Lehrstelle, möglichst in Papierwarenfabrik oder verwandtem Geschäftszweig. 
Heinrich Epstein, Eichstetten (Baden)."
 
Eichstetten Israelit 30041925.jpg (36622 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1925: "Suche für meinen Sohn, 16 Jahre alt, mit Obersekundareife, geeignet Lehrstelle. Heinrich Epstein, Papierwaren-Fabrik, Eichstetten i.B."

      
      
Sonstiges 
Literaturhinweis in einer jüdischen Zeitung auf ein Buch von Pfarrer Dr. Bähr (Pfarrer in Eichstetten)   
Anmerkung: das Buch hat zwar nichts mit der jüdischen Geschichte in Eichstetten zu tun, dennoch ist auffallend, dass das Buch von Pfarrer Dr. Karl Christian Wilhelm Felix Bähr in Auszügen in der jüdischen Zeitschrift "Der Orient" zitiert wird. Dr. Bähr (geb. 1801 Heidelberg, gest. 1874 Offenburg) war seit 1829 Pfarrer in Eichstetten; von 1843 an wirkte er als Oberkirchenrat und Prälat in Karlsruhe.   Link: Artikel im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon

Eichstetten Orient 26091840.jpg (276203 Byte)Aus den Literarischen Übersichten in der Zeitschrift "Der Orient" vom 26. September 1840: "Symbolik des mosaischen Kultus. Von C. Chr. W. F. Bähr, Dr. der Theologie und evangel. protest. Pfarrer zu Eichstetten in Baden. XII. und 498 S. Zweiten Band XV. u. 723 S. Heidelberg, Mohr 1837-1839."

    
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert - Grabstein für Rosa Klein aus Eichstetten in New Orleans (1857-1878)     
Anmerkung: Das Foto wurde von Rolf Hofmann (Stuttgart) im April 1994 im 1860 eröffneten Hebrew Rest Cemetery in New Orleans, 2100 Pelopidas at Frenchman Street, near Elysian Fields and Gentilly Blvd., aufgenommen.     

Grabstein im "Hebrew Rest Cemetery" in New Orleans: 
"Hier ruht: 
In memory of my beloved sister Rosa Klein, 
born in Eichstetten Baden  May 20, 1857  
died Sept. 5, 1878. 
May her soul rest in peace. 
Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

  
  
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge           
   
Die Gottesdienste wurden seit den 1760er-Jahren in einem aus zwei nebeneinanderliegenden Zimmern bestehenden Betsaal im Haus der Familie von Schmaje Levi Epstein (auch Schmaje Segal, Gemeindevorsteher von ca. 1760 bis 1803), dann von dessen Sohn Chaijim Levi-Epstein beziehungsweise dessen Enkel Veit Levi-Epstein (Gemeindevorsteher von ca. 1827 bis 1843) abgehalten.  
  
Als die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder anstieg, bemühte sich die Gemeinde um den Bau einer Synagoge. Der Kauf eines geeigneten Bauplatzes erwies sich freilich zunächst als sehr schwierig. 1824 sollte der Haus- und Obstgarten der unteren Schule als Bauplatz verkauft werden. Die jüdische Gemeinde zeigte an diesem Platz großes Interesse. Bei der Versteigerung wurde dem Lehrer Maurer von der (bürgerlichen) Gemeinde allerdings zur Auflage gemacht, dass das Grundstück weder an einen Juden noch an die Judenschaft verkauft werden dürfe. Als das Oberamt von dieser Bedingung hörte, untersagte es die Versteigerung.   
  
Erst am 3. März 1828 konnte ein Kaufvertrag über ein geeignetes Grundstück im Ortskern unterschrieben werden. Es lag im Anschluss an den Altweg Nr. 10, wenige hundert Meter von der evangelischen Kirche entfernt und in unmittelbarer Nähe zum 1809 eingerichteten jüdischen Friedhof. Vermutlich noch 1828 wurde mit dem Bau der Synagoge begonnen. Nach dem Plan des Architekten Christoph Arnold wurde sie als längsrechteckiger Massivbau erstellt. Äußerlich zeigten sich einige Besonderheiten, die die Synagoge aus der Wohnbebauung heraushoben. Dazu gehörte der aus dorischen Säulen und Halbsäulen gebildete Eingang, der mit einem weiten Thermenfenster überspannt war. Als Gegenstück hatte der Architekt an der Ostseite über dem Toraschrein eine Fenstergruppe geplant, die als ebenso bekanntes Architekturzitat eine Erfindung der Renaissance einsetzte, das sogenannte Serlio- oder Palladiomotiv. Die Architektursprache, die im badischen Bereich damals vor allem der Karlsruher Architekt Weinbrenner vertrat, war deutlich spürbar. Was die Raumgestaltung betraf, überspannte Arnold das Mittelschiff mit einer flachen Längstonne, während die Emporen, etwas niedriger, flach gedeckt wurden. Die Emporen verliefen an drei Seiten der Synagoge, wobei die Westempore den Frauen des Gemeindevorstandes vorbehalten bleiben sollten.  
  
Von Seiten der christlichen Bevölkerung hatte die jüdische Gemeinde während und nach der Erbauung der Synagoge noch mit mancherlei Schwierigkeiten zu tun. Im November 1829 musste sich die jüdische Gemeinde beim Oberamt Emmendingen beschweren, da "schon etliche Male in der Nacht ... die neuerbaute Synagoge dahier nicht nur allein mit Geißenkot, sondern sogar auch mit Menschenkot angeworfen (wurde)." Streit gab es auch mit einem benachbarten christlichen Schneider, da dieser sich lange weigerte, die Wasserableitung des rituellen Bades durch seinen Hof zuzulassen. Das Oberamt verpflichtete 1832 den Schneider allerdings dazu. 1879 und 1920 ist die Synagoge umgebaut und renoviert worden.  
  
Beim Novemberpogrom 1938 ist die Synagoge von auswärtigen, insbesondere Freiburger SA-und SS-Leuten angezündet und dadurch völlig zerstört worden. Die Leitung der Ausschreitungen in Freiburg, Ihringen, Breisach und Eichstetten hatten der SS-Standartenführer Gunst und der SA-Brigadeführer Weist in Freiburg. Nachdem sie die Synagoge in Freiburg niedergebrannt hatten, erteilten sie SS- und SA-Führern den Befehl, die Synagogen in den Kaiserstuhlorten zu zerstören. Bereits in der Frühe hatte Gestapo die Synagoge in Eichstetten durchsucht. Später trafen dann zwei Autos mit Freiburger SS-Leuten ein. Sie organisierten sich Vorschlaghämmer in der örtlichen Schmiede, brachen die eiserne Gittertüre zum Synagogenhof und schließlich die Synagogentüre auf. Dann demolierten sie die Synagogeneinrichtung und besorgten Benzin bei der örtlichen Tankstelle. Inzwischen traf eine weitere Gruppe von SA- und SS-Leuten ein. Das Synagogenmobiliar wurde im Mittelgang aufeinandergeschichtet, mit Benzin übergossen und angezündet. Die Juden wurden aus den Häusern geholt, durch den Ort und vor die Synagoge geführt, dabei gedrängt, gestoßen und auf sonstige Weise gedemütigt. Einen Tag nach der Synagoge wurde von Ortsbewohnern auch das Badehaus zerstört. Das auf einen Haufen geworfene Holz wurde samt dem Handleichenwagen der jüdischen Gemeinde verbrannt.  
  
An den Aufräumungsarbeiten der Synagogenruine mussten sich mehrere Juden beteiligen und außerdem der politischen Gemeinde 900 Reichsmark Unkosten ersetzen. Das Grundstück der Synagoge kam schließlich für 500 Reichsmark an die Gemeinde Eichstetten. Innerhalb der ein bis vier Meter hohen, erhalten gebliebenen Umfassungsmauern wurde ein Garten angelegt. Eine Hinweistafel ist vorhanden. 
   
   
   
   
Fotos 
Historische Pläne und Fotos: 
(Quellen der Fotos: Hundsnurscher/Taddey s. Lit. Abb. 43 und 44; Ortschronik Eichstetten Band II S. 114 und Farbtafel VII) 

Pläne des Architekten Christoph Arnold 1829
(Quellen: Hans Peter Schwarz, 
Die Architektur der Synagoge S.161
 (obere Zeile); Harold Hammer-Schenk:
 Synagogen in Deutschland Abb. 55 
(bzw. Arnold: Praktische Anleitung 
zur bürgerlichen Baukunst, 1832) 
Eichstetten Synagoge Plan 011.jpg (33206 Byte) Eichstetten Synagoge Plan 010.jpg (36346 Byte)
Westfassade der Synagoge   Grundriss 
   
   Eichstetten Synagoge 020.jpg (84705 Byte) Eichstetten Synagoge 021.jpg (62351 Byte)
   Querschnitt  Längsschnitt 
     
Historische Fotos    
Eichstetten Synagoge 001.jpg (71380 Byte) Eichstetten Synagoge 006.jpg (39796 Byte) Eichstetten Synagoge 005.jpg (55065 Byte)
Eingangstor zur Synagoge  Innenaufnahme  Seitenansicht des Gebäudes 
     
Eichstetten Synagoge 019.jpg (45892 Byte) Eichstetten Synagoge 004.jpg (212144 Byte)   
Inschrift über dem Eingangsportal: 
"Mein Haus soll ein Bethaus genannt
 werden für alle Völker" (Jesaja 56,7)
Synagoge (Vordergrund) und evangelische
 Kirche von Eichstetten auf einer
 Ansichtskarte vor dem Ersten Weltkrieg
  

    

Fotos nach 1945/Gegenwart:  
(Fotos: Hahn) 

Fotos um 1985:
Platz der Synagoge  
Eichstetten Synagoge 104.jpg (94140 Byte) Eichstetten Synagoge 103.jpg (118293 Byte)
  Blick über den früheren 
Eingangsbereich in die Synagoge  
Der Eingang in den Garten war der 
frühere Eingang in die Synagoge  
     
  Eichstetten Synagoge 100.jpg (91212 Byte) Eichstetten Synagoge 102.jpg (81523 Byte)
  Blick in den Garten innerhalb 
der Grundmauern der Synagoge 
Die südliche Seitenmauer 
der Synagoge 
     
Ehemalige jüdische Schule 
(Bahlinger Straße 7)  
Eichstetten Schule 02.jpg (93348 Byte)  Eichstetten Schule 01.jpg (89014 Byte)
  In der früheren jüdischen Schule war 1938/40 ein Betsaal eingerichtet 
   
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003)
   
Eichstetten Synagoge 151.jpg (61094 Byte) Eichstetten Synagoge 152.jpg (68977 Byte) Eichstetten Synagoge 150.jpg (88602 Byte)
Blick auf das ehemalige
 Synagogengrundstück mit den 
erhaltenen Umfassungsmauern
Blick auf die Ostseite 
(rechts im Schatten war die Apsis 
des ehemaligen Toraschreines)
Gedenktafel für die Synagoge 
- im November 2010 durch eine 
neue Tafel ersetzt (siehe unten)
          

    

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte      

November 2008: Gedenken zum 70. Jahrestag des Novemberpogrom 1938   
Artikel in der "Badischen Zeitung" 12. November 2008 (Artikel):  
Die Eichstetter Synagoge brannte am hellen Tag. 
EICHSTETTEN
. In Eichstetten brannte am 10. November 1938, am Tag nach der so genannten Reichskristallnacht die örtliche Synagoge. Am Montagabend gedachten mehr als einhundert Menschen am Ort des Geschehens der Eichstetter Juden und deren Vertreibung. "Der Brand der Synagogen und die Vertreibung der jüdischen Familien scheint heute lange her", betonte Bürgermeister Michael Bruder, nachdem der örtliche Posaunenchor die Gedenkfeier eröffnet hatte. "Umso wichtiger ist es daher, dass auch spätere Generationen noch der Opfer von damals gedenken. Es war eine dunkle Zeit, auch in der Geschichte unseres Dorfes", erklärte das Gemeindeoberhaupt..."   
   
Oktober 2010: Gedenken zum 70. Jahrestag der Deportation nach Gurs   
Artikel von Manfred Frietsch in der "Badischen Zeitung" vom 22. Oktober 2010 (Artikel): 
"Der Tag, als die Juden abgeholt wurden. Heute vor 70 Jahren wurden die letzten Juden aus Eichstetten nach Gurs verschleppt, in den "Vorhof der Hölle von Auschwitz". 
EICHSTETTEN.
Heute, am 22. Oktober, ist es genau 70 Jahre her, dass die letzten Eichstetter Juden aus ihrer Heimat vertrieben und ins südfranzösische Gurs deportiert wurden. Mit einem historischen Vortrag, Liedern und einer kleinen Gedenkfeier am jüdischen Friedhof wurde am Mittwochabend an das schlimme Geschehen erinnert..."   
   
November 2010: Neue Gedenktafel zum Gedenktag des Novemberpogroms 1938 angebracht   
Artikel von Manfred Frietsch in der "Badischen Zeitung" vom 12. November 2010 (Artikel): 
"Helle Tafel erinnert an dunkle Zeit
Neue Gedenktafel für die vor 72 Jahren zerstörte Synagoge / Zeitzeugen treffen sich mit Wiltrude Hene, der letzten Eichstetter Jüdin. 
EICHSTETTEN.
Eine neue Gedenktafel erinnert an die Zerstörung der Eichstetter Synagoge vor 72 Jahren durch die Nazis. Die von Bildhauer Joachim Bihl gestaltete Tafel erinnert auch an die Deportation der letzten Eichstetter Juden im Oktober 1940. Zur Einweihung war am 72. Jahrestag des Synagogenbrands auch eines der Opfer gekommen: die 83-jährige Wiltrude Hene-Lavelle, die damals mit ihrem jüngsten Bruder und ihrer Mutter in das französische Lager Gurs verschleppt worden war..."        
  
Juli 2011: "Stolperstein"-Verlegung für Emil Weil, im Beisein seines Sohnes Manfred Weil    
Vor dem Haus Hauptstraße 54 erinnern jetzt vier "Stolpersteine", darunter ein Stein an Emil Weil. Es war der 47. "Stolperstein", den Gunter Demnig in Eichstetten verlegt hat.    
Über die Verlegung berichtet ein Artikel von Manfred Frietsch in der "Badischen Zeitung":   
Ein Stein, der viel erzählt (veröffentlicht am 16. Juli 2011 auf badische-zeitung.de)  
  
April 2012: Frühere jüdische Einwohner sollen eingeladen werden     
Artikel in der "Badischen Zeitung" vom 26. April 2012: "Eichstetten will frühere jüdische Bürger einladen. Treffen im Oktober geplant..." 
Eichstetten will frühere jüdische Bürger einladen (veröffentlicht am Do, 26. April 2012 auf badische-zeitung.de) .   
 

   
     

Links und Literatur 

Links:   

Website der Gemeinde Eichstetten  
Zur jüdischen Geschichte Eichstetten wird eine eigene Website eingerichtet unter:  www.research-jewish-community-eichstetten.de  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 62-63.
Hans-Peter Schwarz (Hg.): Die Architektur der Synagoge. Frankfurt 1988. S. 161.
Christina Weiblen: Die geschichtliche Entwicklung der jüdischen Gemeinde Eichstetten a.K. im 18. und 19. Jh. Wiss. Arbeit für das Lehramt an Gymnasien. Freiburg 1995.
Ortschronik Eichstetten:   Thomas Steffens (Hg.): Eichstetten. Die Geschichte des Dorfes. Band 1, 1996; Band 2, 2000 (hierin u.a. Thomas Steffens: Die ersten acht Jahrzehnte der jüdischen Gemeinde, Band 1 S. 231-234; Christina Weiblen/Ulrich Baumann: Die jüdische Gemeinde Eichstetten im 19. und 20. Jahrhundert, Band 2 S. 109-161). 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 238-239.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

  

      
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Eichstetten  Baden.  Six Jewish families expelled from Alsace and Switzerland were the first permanent settlers in 1716. A cemetery was opened in 1809, a synagogue in 1829, and a Jewish elementary school around 1835. The Jewish population reached a peak of 477 in 1867, thereafter declining to 91 (total 1,919) in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938) the synagogue was burned and 18 Jewish men were detained at the Dachau concentration camp. Fifty managed to emigrate in 1933-40 while eight moved to other German cities. The last 22 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. 
      
       

                   
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Stand: 01. März 2014