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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Leutershausen (Gemeinde Hirschberg,
Rhein-Neckar-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english
version)
In Leutershausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht
in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1553
"Jacob Jud zu Luttershausen" genannt. Die Aufnahme von Juden im Ort
war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Angelegenheit der Grafenfamilien, an die
der Ort von der Kurpfalz verliehen war. Seit 1701 war der Ort an die Familie des
pfälzischen Kanzlers Franz Melchior von Wiser verliehen. Von ihr wurden jüdische
Familien erneut aufgenommen, nachdem 1692 von einem Centschreiber noch berichtet
wurde, es habe "niemals" ein Jude im Ort gewohnt.
Um 1700 gab es drei jüdische Haushaltungen. Seit 1715 war die Familie des
Handelsmannes Mayer Levi im Dorf nachweisbar, von der 1728 das Haus Hauptstraße
1 erworben wurde (siehe bei der Synagogengeschichte). 1750 werden 24
volljährige Juden am Ort genannt, darunter "der Judenrabbiner". 1790
wurden 73 jüdische Einwohner gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Einwohner
wie folgt: 1825 103 jüdische Einwohner (8,5 % von insgesamt 1.212 Einwohnern), Höchstzahl
um 1864 mit 165 Personen, 1871 150 (10,6 % von insgesamt 1.411), 1875 135
(9,0 % von 1.494), 1885 132 (8,6 % von 1.540), 1900 68 (3,9 % von 1.720), 1910
63 (3,4 % von 1.829). Die jüdischen Familien lebten überwiegend vom
Handel mit Vieh, Getreide und Textilwaren. Im 19. Jahrhundert gab es auch jüdische
Handwerker und einen jüdischen Wirt am Ort.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (Israelitische Volksschule von 1858 bis 1876 im Haus
Mittelgasse 15, in dem sich auch die Wohnung des jüdischen Lehrers befand)
sowie ein rituelles Bad (1923 neu erbaut hinter dem Haus Vordergasse 13, Anwesen
Kraft). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Hemsbach
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Unter den Lehrern
sind bekannt: Bernhard Weil (1890-1895) sowie als letzter jüdischer Lehrer der
Gemeinde von 1919 bis 1936 Meier Heller. 1827 wurde die Gemeinde dem
Rabbinatsbezirk Heidelberg zugeteilt.
Auf den Gefallenengedenktafeln in der Bahnhofstraße steht auch die Namen
der beiden jüdischen Gefallenen des Krieges 1870/71 und des jüdischen
Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Leutershausen: Leo Mayer (geb. 3.10.1899 in
Leutershausen, gef. 1.8.1918).
Hinweis: die bei Hundsnurscher s. Lit. S. 178 genannten jüdischen Gefallenen
Selmar Ansbacher und Benno Friedmann waren im mittelfränkischen Leutershausen
beheimatet.
Um 1930 gab es am Ort noch mehrere Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer
Familien / Personen, insbesondere: Metzgerei Abraham Eppsteiner (Hauptstraße
6), Metzgerei Isaak Eppsteiner (bis 1924, Bahnhofstraße 3), Viehhandlung Max
Harburger (Hauptstraße 29), Viehhandlung Rudolf Harburger (Hauptstraße 19),
Schuhgeschäft und Kohlenhandlung Abraham/Alfred Schriesheimer (Hauptstraße 1),
Viehhandlung Eugen Straßburger (Hauptstraße 41), Lebensmittelhandlung Flora
Straßburger (Hauptstraße 35), Viehhandlung Julius Straßburger (Hauptstraße
33), Hausierhandel Sara Straßburger (Mittelgasse 21).
1933 lebten noch 43 jüdische Personen in Leutershausen. Auf Grund der
Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien sind die meisten von ihnen in der Folgezeit aus- oder abgewandert.
Insgesamt 24 jüdische Einwohner konnten in die USA emigrieren, fünf nach Palästina
und zwei nach Argentinien. Eine jüdische Frau starb noch vor Beginn der
Deportationen in Leutershausen.
1937 wurde die Gemeinde aufgelöst :
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1937:
"Mannheim. Das 'Jüdische Gemeindeblatt Mannheim' berichtet, dass in
Leutershausen das religiöse Leben ein Ende gefunden hat und dass auch die
Jüdische Gemeinde in Ladenburg in ihrem Bestande bedroht ist...." |
Von den in Leutershausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", abgeglichen mit der
Darstellung von E. Schnurr s. Lit., der den Lebensweg der einzelnen Personen in
der NS-Zeit präzise beschreibt): Rosa Finke geb.
Schriesheimer (1875), Meta Fischer geb.
Schriesheimer (1871), Sophie Gerson geb. Straßburger (1867), Berta Glaser geb. Schriesheimer (1871), Berthold Hamburger
(1870), Meier Heller (1869), Helene Johanna Hess geb. Kaufmann (1863), Leopold Hirsch (1876), Regine
(Rachel) Marx
(1867), Rosa Mendel geb. Haarburger (1879), Mathilde Schloss geb. Haarburger
(1888), Abraham Schriesheimer (1873), Albert Schriesheimer (1888), Berthold
Schriesheimer (1879), Emma Schriesheimer (1888), Henriette Schriesheimer geb.
Maas (1874), Max
Schriesheimer (1877), Meta Schriesheimer (1874), Klara Stern geb. Schriesheimer (1868),
Fritz Stiefel (1888), Grete Stiefel geb. Straßburger (1898).
Hinweis: auch in Leutershausen
(Kreis Ansbach) gab es eine jüdische Gemeinde.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1885
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1842:
"In der israelitischen Gemeinde Leutershausen ist die Stelle eines
Religionslehrers, Schächters und Vorbeters sofort zu besetzen. Fixer
Gehalt 500 Mark, 3-400 Mark Nebenverdienst. Fähige Bewerber wollen sich
beim Unterzeichneten melden.
Leutershausen, 14. September 1885. Der Kultus-Vorstand. Gustav Gutmann." |
Über Lehrer Bernhard Weil (1890 bis 1895 Lehrer in
Leutershausen)
(zu Bernhard Weil Angaben bei Furch/Ziemer s.Lit. bei Kirn S.
19 und E. Schnurr s. Lit. S. 31-32)
Bernhard
Weil ist am 19. Juni 1868 in Eichstetten
als Sohn von Isaak Weil und Pauline geb. Rotschild geboren. Er war
verheiratet mit Julie (Julia) geb. Strauß aus Karlsruhe (geb. 30. März 1873).
Bernhard Weil ließ sich zum Lehrer und Kantor ausbilden und war als
solcher von 1890 bis 1895 in Leutershausen, von 1908 bis 1939 in Kirn tätig.
In Leutershausen ist noch der Sohn Kurt Hermann Weil am 26. November 1895 geboren
(s.u.). Am 27. Februar 1939 meldete
sich das Ehepaar von Kirn ab und verzog am 1. März nach Karlsruhe Wilhelmstraße
36. Das Ehepaar wurde am 22. Oktober 1940 in das KZ Gurs in Südfrankreich
deportiert. Von hier aus kam Bernhard Weil nach Noé, wo er umgekommen
ist. Seine Ehefrau wurde aus einem Lager befreit und konnte in die USA
emigrieren, wo sie im Alter von 95 Jahren im Juni 1968 in Atlantic City,
NJ gestorben ist.
Angabe
im Karlsruher Gedenkbuch zu Bernhard Weil. |
Der in Leutershausen geborene Sohn - Kurt Hermann Weil - ist am
2. Januar 1992 gestorben. Er war Pilot im Ersten Weltkrieg- Sein seinem
Studium war Kurt Hermann Weil Mitarbeiter bei der Flugzeugfirma Junkers in
Dessau, Anfang der 1930er-Jahre war er leitender Konstrukteur bei Junkers, wo er
eng mit Prof. Hugo Junkers in der Konstruktion der Ju-52
zusammenarbeitete. 1933 ist er nach England emigriert; Hintergrund für
die Emigration war vermutlich die Teilenteignung seines Arbeitsgebers (und
Freundes?) Hugo Junkers 1933 durch die Nationalsozialisten. 1938 kam Kurt
Hermann Weil in die USA, wo er bei General Motors
arbeitete. Nach 1945 halt er dem Verteidigungsministerium bei der
Organisation der Berliner Luftbrücke. Er war als Professor in den USA und
als Gastprofessor an der Technischen Universität Berlin tätig.
Artikel
zu seinem Tod in der "New York Times" vom 8. Januar 1992
. |
Die Enkelin von Bernhard Weil - Kathleen
Weil-Garris Brandt (geb. 1934) ist Professorin an der New York
University.
Artikel
in Dictionary of Art Historians zu Kathleen Weil-Garris Brandt |
Über Lehrer Meier Heller (1919 bis 1936 Lehrer in Leutershausen)
Lehrer
Meier Heller (auf dem Foto links mit seiner Frau Rickchen - Quelle:
Schnurr s. Lit. S. 20) ist am 22. Juli 1869 in Pretzfeld
geboren. Er war verheiratet mit Ricka (Rickchen) Heß, die am 9. Juli 1856
in Hintersteinau geboren ist.
Meier Heller war von 1919 bis 1936 als Lehrer in Leutershausen tätig. Er genoss
hohe Achtung am Ort und war ein führendes Mitglied in Leutershausener
Vereinen. Das Ehepaar lebte im Haus der israelitischen Schule in der
Mittelgasse 15. Im Juni 1936 verzogen beide nach Fulda und wohnten zuletzt
im Altersheim der dortigen Gemeinde. Frau Heller starb am 5. November 1939
und wurde auf dem jüdischen Friedhof in
Fulda beigesetzt. Meier Heller wurde am 7. September 1942 über Kassel
nach Theresienstadt deportiert, wo er bereits am 19. September 1942
umgekommen ist. (Angaben nach Schnurr s. Lit. S. 20). |
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| Lehrer Meier Heller wird 1922 bei der
Einweihung der Gefallenengedenktafel in Schriesheim
genannt: |
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1922:
"Schriesheim, 7. Mai (1922). Am 1. Pessachtag fand hier die
Einweihung der Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen drei Söhne
der hiesigen Gemeinde statt. Die Gedenktafel wurde von den Angehörigen
der Gefallenen gestiftet und umfasst die Namen: Leopold Oppenheimer,
Bernhard Marx und Abraham Fuld. Herr Lehrer Heller aus Leutershausen hielt
eine ergreifende Gedächtnisrede." |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Eine erste Synagoge (Betsaal)
bestand im 18./19. Jahrhundert zunächst im Gebäude Hauptstrasse 1. Dieses Haus
war bereits um 1722 im Besitz des Mayer Levi. Wann in den folgenden Jahren in
diesem Haus der Betsaal eingerichtet wurde, ist nicht bekannt. Vom 18.
beziehungsweise 21. Mai 1781 datiert ein Vertrag zwischen den Kindern der Jüdin
Bela geb. Lazarus und der Judenschaft zu Leutershausen. Laut diesem Vertrag
verkaufte der Landrabbiner Hirsch Moyses (= Naftali Hirsch Moses
Katzenellenbogen) aus Mannheim namens der Kinder der Jüdin Bela die in ihrem
Wohnhaus "bis dahero gewesene und gehaltene Judenschul, wie sie solches bis dato
innen gehabt, sowohl für das männliche als weibliche Geschlecht samt einem
darinnen sich befindenden Kämmerlein" an die Leutershausener Judenschaft "zu
einer immerwährenden Schul" für eine Summe von 130 Gulden, nebst zwei großen
französischen Talern als Trinkgeld. Die Hausbesitzer verpflichteten sich, den
Betsaal auch künftig im Dachwerk in trockenem und gutem Zustand zu erhalten und
den gewöhnlichen, bisherigen Eingang ungestört zu belassen und alle sonstigen
Lasten und Beschwerden zu tragen. Bis 1868 wurden in diesem Haus Gottesdienste
gefeiert.
Das Gebäude blieb in jüdischem Besitz bis 1937. Mit
Kaufvertrag vom 8. September 1937 verkaufte damals Alfred Schriesheimer das
Anweisen ("zweistockiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller und zweistöckiges
Nebenhaus mit Zimmer und Stallung") für 10.000 Mark an die Gemeinde
Leutershausen. Seit 1952 ist das Haus wieder in Privatbesitz und bis heute
erhalten.
Eine neue Synagoge wurde 1867/68 am "Schriesheimer
Tor" in der Hauptstrasse 27 erbaut. Nach der Urkunde der Grundsteinlegung gab es
damals einschließlich der Witwen 34 "Familienhäupter" in Leutershausen.
Bereits 1862 hatte die jüdische Gemeinde, vertreten durch Lazarus Mayer, Jonas
Straßburger und Lazarus Kaufmann, zwei Grundstücke für 816 beziehungsweise
411 Gulden beim Schriesheimer Tor erworben. Die Pläne zum Synagogenbau stammten
von dem Mannheimer Philipp Schmitt, der auch die Bauleitung innehatte. Die
Grundsteinlegung war am 22. Mai 1867. Handwerker aus Leutershausen und Umgebung
waren am Bau beteiligt. 8.500 Gulden waren zu bezahlen, die durch freiwillige
Spenden, durch Vermächtnisse, Kollekten, Opfergaben und durch Zuschüsse aus
der israelitischen Gemeindekasse aufgebracht wurden. Unter den Spendern war
Emanuel Neu aus Lützelsachsen, der in seinem Testament 1.000 Gulden für die
Synagoge in Leutershausen bestimmte. Neu war Ende 1862 gestorben. Er bestimmte,
dass ein Jahr lang nach seinem Tod morgens und abends das Totengebet für ihn in
der Synagoge gesprochen werden sollte. Jeweils an seinem Sterbetag solle das
Totengebet gemeinsam vom Bezirksrabbiner und dem Vorsänger gesprochen werden,
wofür diesen zehn bzw. ein Gulden zu bezahlen sei. Unter großem Zustrom von
Festgästen konnte am 4. September 1868 die Einweihung der Synagoge
gefeiert werden. Auch danach hatte die israelitische Gemeinde noch einige Jahre
an den Schulden zu bezahlen. Der 1870 verstorbene Handelsmann Mayer Mayer
vermachte der Synagoge 500 Gulden, die nach dem Tod seiner Witwe im April 1885
ausgezahlt werden konnten. Von dieser Summe konnte wiederum ein Teil der
Schulden bezahlt werden.
Bis Anfang 1938 blieb die Synagoge Zentrum der jüdischen
Gemeinde in Leutershausen. Mit Vertrag vom 4. Mai 1938 ging das Gebäude in den
Besitz der politischen Gemeinde über. Dadurch blieb es vor der Zerstörung in
der Pogromnacht im November 1938 bewahrt. Ab Mitte 1942 wurde das Gebäude als
Kriegsgefangenenlager und Lazarett verwendet, nach 1945 als Konservenfabrik,
Wohnstätte, Lager und Druckerei. 1950 war es der Jewish Restitution Successor
Organisation (JRSO, New York) übertragen worden, die es ihrerseits an das Land
Württemberg-Baden weiterverkaufte. 1955 ging das Gebäude in Privatbesitz über;
1985 wurde es von der Gemeinde Hirschberg erworben. Eine Gedenktafel wurde am 9.
November 1988 angebracht mit der Inschrift: "Wir gedenken unseren jüdischen
Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in den Jahren 1933 bis 1945 der
nationalsozialistischen Schreckensherrschaft zum Opfer fielen. Ihr Leid soll uns
Mahnung und Verpflichtung sein". Nach Kauf des Gebäudes durch die Gemeinde
Hirschberg wurde die Fassade des seit 1972 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes
gestrichen; weitere Veränderungen unterblieben, solange im Haus noch die
Druckerei arbeitete. Nach Betriebsaufgabe der Druckerei beschloss der
Gemeinderat von Hirschberg, das Gebäude der ehemaligen Synagoge zu sanieren und
für kulturelle Veranstaltungen umzubauen. Die Planung des Umbaus beinhaltete
die Wiederherstellung des ursprünglichen Raumes der Synagoge mit Empore und
Raumhöhe bis zum Dach sowie die angemessene Wiederherstellung der alten Fensteröffnungen
mit Haupteingang von der Strasse. Für den Umbau wurden mehr als 800.000 € aus
öffentlichen Mitteln des Landes und der Gemeinde bereitgestellt. Der Umbau
geschah unter Leitung des Architektenteam von Götz Diesbach (Weinheim). Am 10. November
2001 konnte die ehemalige Synagoge als "Haus der Kultur und Begegnung" wiedereröffnet
werden.
Fotos
1. Alte Synagoge/Betsaal im Haus
Hauptstraße 1:
Das Gebäude um 1985
(Fotos: Hahn) |
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Gebäude Hauptstraße 1 |
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Das Gebäude im Sommer 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 30.7.2003)
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Das Gebäude im März
2010
(Foto: Michael Ohmsen) |
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(für Anfragen zur
Verwendung des Fotos: E-Mail des
Fotografen, Fotoseite: www.panoramio.com/user/2867083/tags/Judaica)
Bei dem eingestellten Foto handelt es sich um ein hochauflösendes
Foto
(bitte anklicken, Dateigröße 0,7 mb) |
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2. Synagoge in der Hauptstraße 27
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Historische Abbildung:
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Die Synagoge als Postkartenmotiv
(um 1900) |
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Fotos nach 1945/Gegenwart:
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Die ehemalige
Synagoge um 1965:
(Quelle: Hundsnurscher/ Taddey
s.Lit. Abb.127) |
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Seiten- und Hinteransicht des Gebäudes |
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Die ehemalige
Synagoge um 1985
vor der Restaurierung:
(Fotos: Hahn; sw-Fotos 1984;
Farbfoto im August 1988) |
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Straßenansicht der ehemaligen Synagoge |
Seitenansicht
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Eingangsbereich |
Im Sommer 1988 ist das Haus
für
erste Instandsetzungen an der
Fassade eingerüstet |
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Die ehemalige
Synagoge nach
der Restaurierung 2001
(Quelle: Arbeitskreis
ehemalige Synagoge Leutershausen) |
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Synagoge Leutershausen nach
Abschluss der Renovierung |
Innenansicht der
renovierten Synagoge |
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Die ehemalige
Synagoge
im Sommer 2003
(Fotos: Hahn;
Aufnahmedatum 30.7.2003) |
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Frontansicht der ehemaligen
Synagoge |
Seitenansicht |
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| Eingangsbereich |
Seitenansicht |
Gedenktafel an der Synagoge |
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Die ehemalige
Synagoge
im März 2010
(Foto: Michael Ohmsen) |
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(für
Anfragen zur Verwendung des Fotos: E-Mail
des Fotografen,
Fotoseite: www.panoramio.com/user/2867083/tags/Judaica)
Bei dem eingestellten Foto handelt es sich um ein hochauflösendes
Foto
(bitte anklicken, Dateigröße 0,7 mb) |
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| Erinnerungen -
andernorts entdeckt |
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Grabstein auf dem Friedhof
von Nochern für
Rosa Strassburger, geb. 16.1.1875 in
Leutershausen, gest. 9.2.1927 |
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Erinnerungsarbeit vor
Ort - einzelne Berichte
| Juni 2010:
Vorstellung des Buches von Erhard Schnurr
(s.Lit.) |
Foto
links (Dorn): Der Vorsitzende des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge Leutershausen, Dr. Michael Penk
(re.), und seine Stellvertreterin Helga Klein (li.), Autor Prof. Erhard Schnurr (2. v.
li.) sowie der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Klaus Westmann (2. v.
re.).
Artikel von Annette Schröder in der Rhein-Neckar-Zeitung vom
(Artikel): "Schicksale bekommen Gesichter.
Hirschberg. Das Schiff lag im Winter 1941/42 sechs Wochen lang vor New York, und auch die jüdische Familie Schriesheimer konnte in dieser Zeit nicht an Land gehen. Die USA fürchtete etwa zwei Monate nach der Kriegserklärung Deutschlands Spione. Zuvor hatte die Familie rund um Julius Schriesheimer, der in Leutershausen geboren wurde, schon eine schlimme Odyssee hinter sich. Von Mannheim aus wurde sie gemeinsam mit anderen badischen Juden nach Gurs deportiert. Dann lebten sie im Lager "Camp des Milles", zwischen Aix-en-Provence und Marseille, bis sie schließlich in die USA auswanderten.
Dies ist eines vieler Schicksale, die Professor Erhard Schnurr in seinem Buch "Die Juden aus Großsachsen und Leutershausen in der nationalsozialistischen Verfolgung" beleuchtet. Herausgeber des 70 Seiten starke Werkes ist der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen, dem der in Hirschberg lebende Schnurr seit 2000 angehört. Der Arbeitskreis hat auch die Druckkosten übernommen, wobei er hierfür finanzielle Unterstützung von der Bürgerstiftung und der Gemeinde erhält. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagte Arbeitskreis-Vorsitzender Dr. Michael
Penk.
Er betonte, dass es keine kommerziellen Absichten gebe, sondern einfach eine gute Arbeit dokumentiert werde. Das Buch, das ab Mittwoch, 16. Juni, erhältlich ist, kostet 9,80 Euro.
Am gleichen Tag wird es auch eine offizielle Buch-Vorstellung um 20 Uhr in der Ehemaligen Synagoge Leutershausen geben. Bürgermeister Manuel Just wird ein Grußwort sprechen. In einer Art Interview gibt Schnurr dann Auskunft über sein Werk und beantwortet im Anschluss Fragen.
Gestern gewährte er, der früher als Oberarzt und später in der Pharmaforschung tätig war, erste Einblicke in seine Arbeit und in das Werk (Auflage: 500 Exemplare). Auf die Idee kam der 73-Jährige, weil er festgestellt hatte, dass kaum etwas über die Schicksale jüdischer Familien aus Leutershausen und Großsachsen bekannt war. Zu Beginn der Deportationen hätten keine Juden mehr in den beiden damals noch eigenständigen Gemeinden gelebt.
Dennoch gab es auch unter den aus Leutershausen und Großsachsen stammenden Juden Shoa-Opfer (Shoa (hebräisch): Katastrophe, großes Unglück) - insgesamt 26. Sie wurden aus anderen Orten deportiert. Auch an dieses Leid erinnert das Buch, führt Namen auf ebenso wie historische Fakten, Lebensgeschichten und Bilder. Allein durch einen Brief einer ehemaligen jüdischen Einwohnerin aus dem Jahr 1953 an den damaligen Leutershausener Bürgermeister Herbert Kunkel gab es ein paar Informationen. Doch Schnurr forschte weiter - mit dem Ziel, die Geschichte der Menschen zu rekonstruieren, damit ihre Schicksale "ein Gesicht bekommen". Er sah sich die alten Geburtsregister der Gemeinden an, bekam weitere Einzelheiten durchs Internet, Wiedergutmachungsakten oder alte Fragebögen aus dem Hauptstaatsarchiv in Stuttgart.
So konnte er in seinem Buch auch aufführen, dass 165 Juden im Jahr 1864 in Leutershausen lebten, das waren immerhin elf Prozent der Bevölkerung. In Großsachsen waren es dagegen nur 37 Juden im Jahr 1871. In den darauffolgenden Jahren wanderten die Juden allerdings mehr und mehr ab - von den Dörfern in die Städte. Denn dort waren die Verdienstmöglichkeiten für die im Handel tätigen besser, erklärte Schnurr. Im Jahr 1933 - quasi zu Beginn der Nazi-Zeit - lebten nur noch 43 Juden in Leutershausen und 13 in Großsachsen. Heute sei ihnen kein einziger in Hirschberg lebender jüdischer Mitbürger bekannt, sagten die Mitglieder des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge.
Aber es gibt Kontakte zu Nachfahren und sogar einer Zeitzeugin, die die grausame Epoche des Nationalsozialismus überlebt hat. Mit der 98-jährigen Rosalie Schriesheimer, verheiratete Straßburger, die in einem Altersheim in New York lebt, hatte Schnurr Kontakt. "Wir haben auf Englisch angefangen, und dann hat sie Kurpfälzer Dialekt gesprochen", erinnerte sich der 73-Jährige.
Info: Buch "Die Juden aus Großsachsen und Leutershausen in der nationalsozialistischen Verfolgung" von Prof. Erhard Schnurr, Herausgeber: Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen, Preis: 9,80 Euro, erhältlich ab Mittwoch, 16. Juni, bei Buchhandlung Korsch, Großsachsen, Schreibwaren Schuhmann, Großsachsen und Schreibwarenhandel Schulz, Leutershausen. Kontakt über
www.arbeitskreis-synagoge-leutershausen.de. Das Buch ist auch erhältlich bei der Vorstellung am 16. Juni um 20 Uhr in der Ehemaligen Synagoge Leutershausen." |
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| Oktober 2010:
Gedenkveranstaltung zur Deportation nach Gurs im
Oktober 1940 |
Foto
links von Dorn: Erhard Schnurr schilderte den Zuhörern die Schicksale der verschleppten
Juden.
Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 25. Oktober 2010 (Artikel):
"Man wusste davon, aber man redete nicht darüber.
Hirschberg-Leutershausen. (aste) In den frühen Morgenstunden des 22. Oktober 1940 wurden über 6500 badische, pfälzische und saarländische Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs und von dort später in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Zu einer Gedenkveranstaltung lud der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen in die
frühere Synagoge ein.
Vor voll besetztem Haus schilderte Erhard Schnurr, der sich seit über zehn Jahren intensiv mit dem Schicksal der hiesigen Juden beschäftigt, in einem bewegenden Vortrag die menschlichen Schicksale. Von den 22 Leutershausener und Großsachsener Juden, die im Oktober 1940 nach Gurs deportiert wurden, sind acht dort gestorben, sechs wurden in Auschwitz ermordet. Zwei von ihnen konnten in Frankreich untertauchen und überleben und sechs über Gurs in die USA auswandern. Über die Deportierung durfte damals in den Medien nichts berichtet werden. Doch Fotos belegen, wie Menschen tatenlos zugesehen haben, als die Juden in Militärlastwagen und Eisenbahnzüge verladen wurden.
Man wusste davon, aber man redete nicht darüber. Es war ein kleiner Kreis von Verantwortlichen, der diese Deportation inszeniert hat. Die französischen Behörden waren von der Übergabe von neun Zügen mit deutschen Juden völlig überrascht und standen vor der Frage, wohin mit all den Menschen. Gurs im Südwesten des damals unbesetzten Frankreichs war ein kleines Nest mit 300 Einwohnern - in einer menschenleeren Gegend, ohne jede Infrastruktur. Dort existierte bereits ein Internierungslager, 1939 ursprünglich für spanische Flüchtlinge gebaut und lediglich als Kurzzeitlager geplant. Als im Oktober 1940 Juden aus Baden und der Südpfalz dazukamen, befanden sich 10 500 Menschen im Lager - darunter viele alte Menschen und Kinder.
Es herrschten katastrophale Zustände. Das Lager war auf die Versorgung so vieler Menschen nicht eingerichtet. Die Wasserversorgung war unzureichend, Lebensmittel rationiert. Erschreckende Fotos zeigen die bis auf das Skelett abgemagerten Menschen, die gegen ausbrechende Krankheiten keine Chance hatten. Die hygienischen Verhältnisse waren verheerend, es gab nur Latrinen, eine mangelhafte ärztliche Versorgung, keine Medikamente.
Der Winter 1940/41, einer der strengsten des Jahrhunderts, kostete 880 Menschen das Leben - sie starben an Hunger, Durchfall, Lungenentzündung, Meningitis. Das Lager war errichtet auf einem lehmigen Schwemmland. Durch die vielen Niederschläge versank alles im Morast, befestigte Wege gab es nicht. Fotos zeigen unvorstellbare Zustände, wie alte Menschen durch tiefsten Schlamm waten. Betten gab es keine. Die Menschen schliefen auf Stroh, das nur alle paar Wochen erneuert wurde. Immerhin waren Hilfssendungen in das Lager Gurs möglich. Aus den USA und der Schweiz kamen viele Pakete. Ohne diese externe Hilfe hätten die Menschen in Gurs nicht überleben können.
Die Lagerverwaltung sah ein, dass Gurs so viele Menschen auf Dauer nicht fassen konnte und so wurden die Insassen auf Nebenlager verteilt. Eine Flucht aus dieser Hölle war nur mit falschen Papieren über die Schweiz oder Spanien möglich. Offiziell auswandern konnten die, die ein Ausreisevisum hatten. Von den vielen Kindern, die in Gurs untergebracht waren, haben viele in Kinderheimen und französischen Familien überlebt, bevor im August 1942 die Deportationen von Gurs in die Vernichtungslager im Osten begannen.
Dort starben weitere 2650 der 6500 nach Südfrankreich deportierten Juden. Monika Stärker-Weineck und Professor Joachim Maier warfen auch ein Schlaglicht auf die Schicksale der neun Schriesheimer Juden, die 1940 nach Gurs verschleppt wurden." |
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| Dezember 2010:
Gedenkstein für die aus Leutershausen
umgekommenen jüdischen Personen geplant |
Foto
links von Schilling: Der Platz an der Alten Synagoge in Leutershausen, der in diesem Jahr neu angelegt wurde, gilt als möglicher Standort für einen Gedenkstein. Dort soll an die 27 aus Hirschberg stammenden Juden erinnert werden, die Opfer der Nazis wurden.
Artikel von "hr"in den "Weinheimer Nachrichten" vom 9.
Dezember 2010 (Artikel):
"Gedenkstein für Opfer des Holocaust
Hirschberg. 2010 nannte Professor Erhard Schnurr in seinem Buch die 27 aus Hirschberg stammenden Juden, die Opfer des Holocaust wurden. 2011 will der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge diese Erinnerungsarbeit fortsetzen. Denn für die ehemaligen jüdischen Bürger soll ein Gedenkstein aufgestellt werden.
Als Standort kommt der Platz an der Alten Synagoge in Leutershausen in Frage. Über dieses neue Projekt des Arbeitskreises informierte Vorsitzender Dr. Michael Penk die Mitglieder bei der Hauptversammlung. Mit Bürgermeister Just gab es am Montag ein erstes Gespräch. Dieser stand dem Projekt positiv gegenüber, sagte Penk. Nun soll ein Ausschuss gebildet werden, dem Mitglieder des Verwaltungsausschusses sowie Vertreter des Kulturfördervereins und des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge angehören. Das Gremium soll einen Vorschlag über Art, Position, Finanzierung, Ausschreibung und Jury für die Auswahl unterbreiten.
Zuvor hatte Vorsitzender Penk an die zwölf Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres erinnert. Hierzu zählten unter anderem die Filmvorführung "Menachem und Fred" in Zusammenarbeit mit dem Kinoförderkreis, das Konzert mit der bekannten Altistin Ortrud Wenkel und die Aktion "Bücher aus dem Feuer".
Gemeinsam mit dem Runden Tisch Kultur veranstaltete man das Gespräch zwischen den vier Seelsorgerinnen in Hirschberg. Das Konzert mit dem schottischen Glaskünstler John Clark, der auch die Fenster in der Synagoge fertigte, war für den Vorsitzenden ein weiterer Höhepunkt. Gleich bei mehreren Konzerten unterstützte der Großsachsener Pianist Jens Schlichting den Arbeitskreis. Gewissermaßen die wichtigste Erinnerungsarbeit leistete Professor Schnurr mit seinem Buch "Die Juden aus Leutershausen und Großsachsen in der nationalsozialistischen Verfolgung".
Für Penk sei diese Aufarbeitung deshalb so herausragend, weil die jüdische Geschichte am Ort neu geschrieben wurde. Bislang dachte man, dass die Hirschberger Juden dem Holocaust entkamen. Tatsächlich wurden aber 27 aus Hirschberg stammende Juden Opfer der Schoah. Für diese Aufklärungsarbeit dankte er Schnurr und dessen Frau Renate. Eine Premiere gab es im Jahresprogramm 2010 ebenfalls. Erstmals war die Alte Synagoge Station des Kirchenwandertages der Seelsorgeeinheit Weinheim-Hirschberg.
Auf große Resonanz stieß die Lesung mit der Heidelberger Soziologin Professor Uta Gerhardt, die ihr Buch "Nie mehr zurück in dieses Land" vorstellte. Penk wies ferner auf den neuen Flyer hin, der von der Künstlerin und Lehrerin Anouk Bourrat-Moll und ihrem Schüler Ricardo Wiesinger von der Friedrich-List-Schule in Mannheim gestaltet wurde. Auf der ersten Seite ist nicht mehr die Synagoge, sondern das Glasfenster Clarks zu sehen.
Vorstand entlastet.
In Vertretung des Kassenwarts Justus Pfannebecker legte Dr. Erich Hädicke die Bilanz für 2010 vor. Demnach besitzt der Verein einen Überschuss. Mit dem Geld, so Vorsitzender, könnte man sich an der Finanzierung des Gedenksteins beteiligen oder eine Veranstaltung bei freiem Eintritt organisieren. Da die Kassenprüfer Dr. Helga Gärtner und Rembert Boese keine Einwände hatten, stand der Entlastung nichts im Weg. Anschließend wählten die Mitglieder Dr. Hädicke zum kommissarischen Kassenwart.
Ein sensibles Thema wurde unter Punkt "Verschiedenes" angerissen. So plädierte ein Ehepaar für eine Veranstaltung zu deutschem Widerstand gegen die NS-Diktatur. Rembert Boese sah ein Problem darin, da er regionale Bezug fehle. "Über Widerstand an der Bergstraße gibt es kein Material." Zwar sei dies nicht das Hauptthema des Arbeitskreises, dennoch zeigten sich Penk und sein Vorgänger Dr. Rainer Müller sehr offen für eine solche Veranstaltung. Beide sitzen - wie auch Boese - im zehnköpfigen Gremium "Innerer Kreis", der die Veranstaltung organisiert." |
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| Juli 2011:
Besuch von Nachkommen früherer jüdischer
Familien am Ort |
Foto
links: Das Ehepaar Obstfeld (links) besuchte mit Verwandten die Region und machte bei der ehemaligen Synagoge in Leutershausen
Station.
Artikel vom 11. Juli 2011 in den "Weinheimer Nachrichten" (Artikel):
"Spuren der Vergangenheit.
Leutershausen/London. In diesen Tagen besuchte das in London lebende jüdische Ehepaar Obstfeld mit einem weiteren verwandten Ehepaar aus den USA Leutershausen. Sie kamen von einem Treffen eines anderen Zweigs der Familie von der Pfalz in den Geburtsort der Ur-Großmutter Rosalie/Röschen Mayer und der Ur-Ur-Großmutter Esther Kaufmann von Frau Obstfeld nach Leutershausen. Während ihres Aufenthalts waren sie auch auf dem Hemsbacher Friedhof.
Rosalie Mayer (1853-1906) und Esther Kaufmann (1818-1880) hatten sich im 19. Jahrhundert nach
Ilvesheim in verschiedene Familien verheiratet. Eine ihrer Nachkommen, Martha Kaufmann (1879-1929) aus Ilvesheim, war die Großmutter von Frau Obstfeld.
Zusammen mit Helga Klein und Professor Erhard Schnurr, Mitglieder des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge, besuchte die Familie zunächst die ehemalige Synagoge in Leutershausen, die 1886 eingeweiht worden war. Schnurr gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Leutershausen und die Baugeschichte der Synagoge. Danach suchte man die Geburtshäuser der Vorfahren in der Hauptstraße und der Mittelgasse auf.
Rosalie Mayer kam aus der gleichen Familie wie der spätere Pferdehändler Sigmund Mayer in der Hauptstraße 3 und Esther Kaufmann kam aus der im 19. Jahrhundert in Leutershausen ansässigen und in der Mittelgasse wohnenden Familie Kaufmann.
Hemsbacher Friedhof besichtigt. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs in Hemsbach konnten viele Gräber der Leutershausener Vorfahren und ihrer Familien auch deshalb identifiziert werden, weil Obstfeld mit seinen Hebräisch-Kenntnissen die Inschriften vieler Grabsteine übersetzen konnte.
Die Eltern von Dorothy Obstfeld verließen in der Nazi-Zeit Deutschland und wanderten aus. Dorothy Obstfeld wurde in Süd-Afrika geboren. Jetzt lebt sie mir ihrem Mann in London. Die Familie war bei einer Suche im Internet auf den Arbeitskreis Ehemalige Synagoge aufmerksam geworden und hatte dann Kontakt aufgenommen. mp" |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 177-178. |
 | Alte Synagoge Leutershausen. Haus der Kultur und Begegnung.
Gemeinde Hirschberg a.d.B. 2001. hierin insbesondere der Beitrag von: |
 | Rainer Gutjahr: Zur Geschichte der Juden in Leutershausen (Auszug
eines Beitrags für das Heimatbuch). S. 11-26. |
 | ders.: Der israelitische Elementarunterricht im badischen Leutershausen an
der Bergstraße zwischen dem "Judenedikt" von 1809 und der
Einführung der Simultanschule 1876. In: Gerhard Fritz (Hrsg.):
Landesgeschichte und Geschichtsdidaktik. Festschrift für Rainer Jooß (=
Gmünder Hochschulreihe Nr. 24). Schwäbisch Gmünd 2004 S. 53-71.
Dieser Aufsatz ist auch online zugänglich:
hier
anklicken |
 | Art. "Ehemalige Synagoge soll restauriert
werden", in: "Weinheimer Nachrichten" vom 11. November 1978
(Nr. 260). |
 | Verschiedene Presseartikel 2001/02, u.a. Art. "Von der
sanierten Synagoge schwärmen alle", in: Mannheimer Morgen vom
22.3.2002. |
 | Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern -
Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from
their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem
1986. S. 364-365. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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 | Erhard
Schnurr: Die Juden aus Leutershausen und Großsachsen in der
nationalsozialistischen Verfolgung. Zur Erinnerung an die ehemaligen
jüdische Mitbürger der Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße. Hrsg.:
Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen e.V. Hirschberg 2010.
ISBN 978-3-937645-04-7. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Leutershausen
Baden. Jews are mentioned in the mid-16th and early 18th century. The community
grew to 150 in 1871 (of a total 1,411), with an elementary school opened in 1858
and a synagogue in 1862. Jews sat on the village council and participated in
local social life. Toward midcentury some were artisans and successful farmers.
In 1933, 32 remained. All left by March 1939.
Of the 13 Jews (1933) in the attached community of Luetzelsachsen,
where nearly 100 Jews had lived in the early 19th century, seven were deported
to the Gurs concentration camp on 22 October 1940, five perishing.

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