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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Neidenstein (Rhein-Neckar-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts der Familie von
Venningen gehörenden Neidenstein bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erste
jüdische Personen/Familien wurden von der Ortsherrschaft (Familie von
Venningen) in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgenommen. 1774 wurden
74 jüdische Einwohner gezählt (10,2 % von insgesamt 367 Einwohnern), 1780 110
(26,3 % von 418), 1789 179 (33,6 % von 532). Die Häuser der jüdischen Familien
standen in der "Schmalgasse" und am "Judenbuckel". Unter den
114 Wohnhäusern des Ortes gehörten 1797 12 jüdischen Familien. Eines der
ältesten ehemaligen jüdischen Häuser ist das Gebäude Bahnhofstraße
5.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1802 210 jüdische Einwohner (31,6 % von insgesamt 664), 1825 215
(26,8 % von 803), 1839 254, 1842 281, 1875 195 (20,7 % von 940), 1895 179
(19,0 % von 942), 1900 125 (13,8 % von 906), 1910 118 (13,8 % von 857). Der örtliche Handel lag
bis Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich in den Händen
der jüdischen Familien. Die meisten trieben Vieh- und Pferde- oder
Landesproduktenhandel (Getreide, Mehl und Tabak).
Ab 1811 nahmen die jüdischen Familien feste Familiennamen an. Mitte
des 19. Jahrhunderts werden genannt die Familien der Handelsleute: Josef
Würzweiler, Gumbel Schlesinger, Wolf Kaufmann, Salomon Kaufmann, Wolf
Oppenheimer, Moses Hirsch, Seligmann Bamberger, Wolf Engel, Simon Maier, Simon
Sinsheimer, Isaak Wertheimer, Löb Reichenberger, Aron Lippmann, Josef Strauß,
Salomon Reichenberger, Liebmann Bischofsheimer, Löb Runkel, Götz Bachert,
Benedikt Eisenmann, Liebmann Kauffmann, Jakob Fleischer; des Bäckermeisters
Götz Friedberger, des Metzgermeisters Nathan Pforzheimer, des Glasermeisters
Benedikt Wolf, des Lumpensammlers Josef Holland, des Lehrers Moses
Münzesheimer, dazu des Synagogenrates Abraham Dührenheimer.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Volks-(Elementar-)schule (bis 1876, danach Religionsschule; die Schule
war im Gebäude Eschelbronner Straße 19) sowie ein rituelles Bad (vermutlich im
Bereich der Synagoge). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Waibstadt
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Aus dem 19.
Jahrhunderts sind die Namen folgender Lehrer bekannt: Leopold Kaufmann aus Leimen
(nach 1828), Die Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Sinsheim.
Um 1900 waren noch folgende Häuser in jüdischem Besitz: Bahnhofstraße
1 (Kleinviehhändler Bernhard Jakob), 2 (Viehhändler Zadok Mayer), 13 (Schäfer Moses Eisenmann), 28 u.a. Viehhändler Jakob Jakob, 31 (Manufaktur Adolf und Alfred Dührenheimer), 32 (Makler Leopold Oppenheimer), 34 (Schuhhändler Meier Wertheimer), 40 (Getreidehändler Isaak Friedberger), 59 (Viehhändler Lehmann Mayer),
Eschelbronner
Straße 2 (Holz- und Stoffhändler Isaak Hirsch Mayer), 4 (Eisenhandlung Jonathan Mayer), 5 (Viehhändler Albert Ettlinger), 7 (Viehhändler Josef Kaufmann), 10 (Getreidehändler Wolf Friedberger), 11 (Pferdehändler Moses Oppenheimer), Schloßstraße 6 (Metzgerei Mayer),
Kirchgraben 3 und 4 (Pferdehändler und Lagerhausbesitzer Wolf und Julius Würzweiler) 5 (Händler Adolf Frischer), 8 (Viehhändler Marx Kaufmann), 12 (Ludwig Löhmann), Daisbacher
Straße 23 (Viehhändler Benedikt Jakob), Bergstraße 12 (Gasthaus zum Hirsch, Inh. Jakob Liebmann), 28 (Jud Löb), 30 (Siegfried Mayer), 32 (u.a. Metzgerei Isaak Mayer).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Ludwig Mayer (geb.
5.11.1886 in Neidenstein, Landwehrmann, Kaufmann, gef. 30.1.1915 bei Mametmy/Nordfrankreich) und
Friedrich (Fritz) Würzweiler (geb. 14.9.1888 in Neidenstein, Musketier, Kaufmann,
gef. 16.3.1915). Ihre Namen stehen im Ehrenbuch der
Ortsgemeinde (ein Gefallenendenkmal 1914/18 gibt es in Neidenstein nicht).
Außerdem ist gefallen: Kurt Mayer (geb. 23.4.1896 in Neidenstein, vor 1914 in
Mannheim wohnhaft, gef. 4.5.1917).
Die jüdischen Einwohner waren bis zu Beginn der NS-Zeit noch völlig im
allgemeinen Leben des Ortes integriert. Im Gesangverein "Concordia"
gab es auch jüdische Mitglieder. 1933 war noch ein jüdischer Einwohner
Gemeinderatsmitglied; im Bürgerausschuss saßen sechs jüdische
Mitglieder.
Um 1924, als noch 75 jüdische Einwohner gezählt wurden (9,0 % von
insgesamt 836), waren die Vorsteher der Gemeinde J. Friedberger, Ludwig Mayer,
J.H. Mayer (gest. 1933, siehe Bericht unten) und Alfred Dührenheimer. Lehrer der jüdischen Kinder war Lehrer E.
Bär aus Hoffenheim, der zum Unterricht der jüdischen Volksschulkinder
regelmäßig nach Neidenstein kam. Der Religionsunterricht der Schüler an den
höheren Schulen wurde durch Lehrer Maier Rosenberger aus Sinsheim erteilt. An
jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Israelitischen
Frauenverein (1932 unter Leitung von Rosa Oppenheimer, Zweck und
Arbeitsgebiet: Krankenunterstützung) sowie den Israelitischen Männerverein
(1932 unter Leitung von Louis Kaufmann, Zweck und Arbeitsgebiet:
Krankenunterstützung). Als Stiftung für Zwecke der Wohltätigkeit bestand die
"Lob-Kunkel-Stiftung". 1932 waren die Gemeindevorsteher: Alfred
Dührenheimer (1. Vors.), Alex Friedberger (2. Vors.) und Julius Würzweiler (3.
Vors.). Religionsunterricht erhielten im Schuljahr 1931/32 noch 3
Kinder.
Bis nach 1933 bestanden an Handels- und Gewerbebetrieben in jüdischem
Besitz: Kolonialwarengeschäft Alfred Dührenheimer (Bahnhofstraße 31), Mehl- und Getreidehandlung Ludwig Mayer
(Eschelbronner Straße 4), Jüdische Gastwirtschaft "Hirsch", Inh. Jakob Lipmann
(Bergstraße 12), Manufakturwarengeschäft Ludwig Löbmann (Kirchgraben 12), Manufakturwarengeschäft Ida Mayer
(Bergstraße 32), Metzgerei Josef Mayer (Schlossstraße 6), Kohlen- und Eisenhandlung Ludwig Mayer
(Eschelbronner Straße 4).
1933 lebten noch 63 jüdische Personen in Neidenstein (7,6 % von
insgesamt 842). Durch die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, die zunehmenden
Repressalien und die Entrechtung war auch in Neidenstein nach 1933 auf Dauer
kein jüdisches Leben mehr möglich. Ab 1935 wurden die jüdischen Geschäfte
und Häuser aufgegeben und an nichtjüdische Personen verkauft. Der jüdische
Schäfer Moses Eisenmann erhielt ab 1936 keine Weideplätze mehr für seine
Schafherde und musste die Tiere verkaufen. Viele der jüdischen Einwohner
konnten noch emigrieren. In die USA emigrierten: aus Familie Alfred
Dührenheimer 2 Personen, Alex Friedberger 3, Louis Kaufmann 3, Herbert Kaufmann
4, Siegfried Mayer 3, Ida Mayer, Babette Oppenheimer 2, Sally Wolf 7; nach
Palästina: Familie Herbert Dührenheimer mit 4 Personen, Walter Jakob, J.H.
Mayer 3; nach Dänemark: Erna Kaufmann; nach Holland: Hugo Oppenheimer 3, Ludwig
Mayer 3. Andere verzogen in andere Orte wie der Schäfer Moses Eisenmann, der
nach Heidelberg zog (gestorben 1937, seine Frau 1938). Beim Novemberpogrom
1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. Am 22. Oktober 1940
wurden die letzten 19 jüdischen Einwohner nach Gurs deportiert (Siegfried, Irma
und Liesel Hermann, Adolf Jakob, Hermann und Betty Jakob,
Seligmann, Meta und Ruth Jakob, Lehmann, Alex und Jenny Mayer,
Julius, Emmy und Renate Würzweiler, Gutta Löbmann sowie zwei
weitere Personen).
Von den in Neidenstein geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Siegfried Bamberger
(1884), Friederike Bodenheimer geb. Sinsheimer (1857), Sophie Carlebach geb.
Runkel (1887), Reinette Cukaswailler (1922), Alfred Dührenheimer (1872),
Babette Engel (1861), Karoline Engel (1869), Salomon Engel (1869), Irma Herrmann
geb. Jakob (1905), Siegfried Herrmann (1903), Betty Jakob geb. Würzweiler
(1892), Ernestine Jakob geb. Fromm (1881), Herrmann Jakob (1879), Julius Jakob
(1879), Seligmann Jakob (1889), Simon Jakob (1877), Wolf Jakob (1876), Johanna
Kahn geb. Bamberger (1875), Betty Kaichen geb. Wolf (1898), Maier Kaufmann
(1868), Gutta Löbmann geb. Kaufmann (1882), Alex Mayer (1885), Bertha Mayer
geb. Israel (1874), Jenny Mayer geb. Palm (1892), Lehmann Mayer (1855), Ludwig
Mayer (1874), Sannchen (Hannchen) Oettinger geb. Bamberger (1877), Bella (Betty)
Oppenheimer (1882), Hannchen (Johanna) Ottenheimer geb. Mayer (1868), Sofie
Rosenberg geb. Jakob (1878), Betty Weil geb. Friedberger (1888), Emanuel
Wertheimer (1903), Wilhelmine Wertheimer geb. Merklinger (1870), Emmy
Würzweiler geb. Karlsruher (1887), Julius Würzweiler (1884), Kurt Würzweiler
(1919), Renate Würzweiler (1922).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters und Schochet 1901
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. April 1901: "Religionsschulstelle.
Die Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle zu Neidenstein
soll zum 1. Juli dieses Jahres besetzt werden. Gehalt bei freier Wohnung
mit Garten von der israelitischen Gemeinde 800 Mark, von der politischen
Gemeinde für Erteilung des Religionsunterrichts 200 Mark. Nebeneinnahmen
ca. 600 Mark. Bewerber soll mit dem Kantorat vertraut und im Besitze guter
Stimmmittel sein. Seminaristisch Gebildete bevorzugt.
Heidelberg, 22. April (1901).
Die Bezirks-Synagoge: Dr. Pinkuß." |
Über den im Alter von 104 Jahren gestorbenen Vorsänger Moses Engel
(1834)
Bericht in den "Eßlinger wöchentlichen Anzeigen" vom
23. Juli 1834 S. 124
über den im Alter von 104 Jahren verstorbenen Neidensteiner Vorsänger Moses Engel:
"Alte Leute. Beispiele neuerer Zeit. Zu Neidesheim im Großherzogtum
Baden ist anfangs 1829 der Vorsänger Moses Engel in einem Alter von 104
Jahren und 11 Monaten gestorben. Er hinterließ 7 Kinder, von denen (bei
seinem Tode) die älteste Tochter 76 und der jüngste Sohn 35 Jahre alt
waren. Drei Jahre vor seinem Ende, bei der Hochzeit seines jüngsten
Sohnes, stellte er die Braut und die übrigen weiblichen Hochzeitsgäste,
worunter auch seine 76jährige Tochter, in einer Reihe, und führte mit
jeder einen Tanz auf. - Am letzten langen Tage (= Jom Kippur) genügte er
noch, wie jeder andere in der Synagoge, den Vorschriften seiner Religion
mit Beten und Fasten. Er war niemals krank." |
Zum Tod von Lehrer Moses Münzesheimer (1892; bis 1878 langjähriger Lehrer und
Vorbeter in Neidenstein)
Moses Münzesheimer stammte aus Rohrbach.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1892: "Worms.
Am Freitag hat man dahier einen Mann zu Grabe getragen, dessen Tod,
besonders im Großherzogtum Baden, seinem früheren Wirkungskreise, recht
viele Teilnahme erwecken wird. Es ist dies Moses Münzesheimer,
Hauptlehrer in Pension. Derselbe gehörte noch zu denjenigen Lehrern,
welche unter Nahholz das Seminar in Rastatt besuchten. Münzesheimer
bekleidete die Schulstelle zu Sennfeld,
Leutershausen und schließlich zu
Neidenstein, Bezirksrabbinat Heidelberg. An letzterem Ort wirkte er
eine lange Reihe von Jahren als öffentlicher Lehrer und Kantor. Wie die
Kreisschulvisitatur Mosbach sich stets
in der anerkennendsten Weise über die Leistungen Münzesheimers als
Elementarlehrer aussprach, so war dies auch mit seinen Leistungen als
Religionslehrer der Fall. Als im Jahre 1878 die Kommunalschulen in Baden
allgemein eingeführt wurden, wurde er pensioniert. Er übersiedelte
alsdann hierher, wo schon einige Jahre vorher, mehrere seiner Kinder sich
selbständig gemacht hatten. Trotz seiner 74 Jahre war der Verstorbene ein
so rüstiger, körperlich und geistig frischer Greis, dass er noch die
Absicht hatte, sich in Heidelberg einer Augenoperation zu unterziehen.
Montag Abend wohnte er noch wie alltäglich dem Abendgottesdienste an;
Mittwoch beendete ganz unerwartet ein Herzschlag sein leben. Bei seiner
Beerdigung, die unter großer Beteiligung stattfand, schilderte Rabbiner
Dr. Stien in beredter Weise das Leben des Hingeschiedenen, indem er dabei
in meisterhafter Weise, das Bild eines treuen und tüchtigen Lehrers
entrollte. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens.
R." |
Ein Bewerber für die Lehrerstelle in Neidenstein verzichtet auf seine Bewerbung
auf Grund des in der Synagoge vorhandenen Harmoniums (1901)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1901: "Aus
Baden, im Tamus. Die Gemeinde Neidenstein, Rabbinatsbezirk Heidelberg,
sucht in Folge Ablebens des seitherigen Lehrers einen solchen, der auch
Vorbeter und Schochet sein muss. Es muss jeden echten Jehudi wohltuend
berühren, wenn er hört, dass ein Bewerber, der auf der Hinreise nach Neidenstein
erfuhr, dass man in dieser kleinen Gemeinde ein Harmonium beim
Gottesdienste benütze, kurzer Hand umkehrte. Ein anderer, der zum
Probevortrag in Neidenstein war, äußerte sich, dass er nur dann
die Stelle annehmen könne, wenn das Harmonium nicht mehr benützt würde.
Auch bezüglich der Schechita betonte dieser Herr seinen Standpunkt, was
ihm allerdings sofort die Metzger zu grimmigen Gegnern machte, sodass
seine Wahl nicht mehr in Betracht kommt.
Wir freuen uns, von dieser echt jüdischen Denkungsart hier Kenntnis geben
zu können. - Man frägt sich, wie viele Herren sich noch vorstellen
müssen, bis der 'richtige' herausgefunden sein
wird." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Über die Gefallenen des Ersten Weltkrieges - Eintragungen
in den Sterberegistern der Gemeinde
Aus
dem Familienregister Neidenstein (Sterberegister, 1915 S. 71):
"Neidenstein am 5. Mai 1915: Der Leutnant und Kompanieführer der 2. Kompanie
des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 249 Erich Krynitz hat mitgeteilt,
dass der ledige Musketier Kaufmann Friedrich Würzweiler, wohnhaft in
Neidenstein, 26 Jahre alt, israelitischer Religion, geboren zu
Neidenstein, Sohn des Handelsmanns Wolf Würzweiler und dessen Ehefrau
Berta geborene Fleischer, beide wohnhaft in Neidenstein, in dem Gefechte
bei Wech (?) am 18. März 1915 den Heldentod fürs Vaterland gefallen sei.
Der Standesbeamte". |
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Aus
dem Familieregister Neidenstein (Sterberegister, 1915 S. 68:
"Neidenstein am 19. Februar 1915. Der Leutnant und Kompanieführer
der 7. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 40 hat mitgeteilt,
dass der Landwehrmann Kaufmann Ludwig Mayer, wohnhaft in Neidenstein, 28
Jahre alt, israelitischer Religion, geboren zu Neidenstein, ledigen
Standes, Sohn des Handelsmannes Lehmann Mayer und dessen Ehefrau Lina
geborene Strauß, beide wohnhaft in Neidenstein, bei Mamety in
Nordfrankreich am 30. Januar des Jahres 1915 gefallen sei. Der
Standesbeamte Ziegler." |
Zum 70. Geburtstag von J. H. Mayer (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Januar 1929: "Neidenstein
(Baden), 10. Januar (1929). Am nächsten Schabbos Paraschat Bo (Schabbat
mit der Parascha = Toralesung Bo, d.i. 2. Mose 10,1 - 13,16;
das war am 19. Januar 1929) begeht Herr J.H. Mayer dahier, im engsten
Familienkreise in körperlicher und geistiger Rüstigkeit, seinen 70.
Geburtstag. Wr wünschen ihm ein ferneres Wohlergehen. (Alles Gute) bis
100 Jahre." |
Zum Tod von J. H. Mayer (1933)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1933: "Neidenstein
bei Heidelberg, 10. November (1933). Ein echter und schlichter Jehudi
alten Schlages ist durch das Ableben von J.H. Mayer von uns gegangen. Sein
Ruf ging nicht weit über die Grenzen seiner kleinen Heimat. Doch umso
mehr war er im Kreise seiner Familie und im ganzen Ort beliebt und
geschätzt. man kannte ihn als den gehämmerten Jehudi, der sich durch
seine genaue Einhaltung der Gebote auszeichnete.
Bewunderungswürdig war seine unerschütterliche Konsequenz, mit der er im
abgelegenen einsamen Ort alle Gebote aufs Peinlichste erfüllte. Wenn er
auch kein Amt und keine Würde suchte, eine Tätigkeit ließ er sich nicht
nehmen: Er war 25 Jahre lang Mitglied des örtlichen Synagogenrates und
konnte kraft seines energischen Eintretens verhindern, dass irgendeine
Neuerung auf synagogalem Gebiet Einlass fand. - Nun ist er, fast 75 Jahre
alt, von uns gegangen. Sein Verdienst komme uns
zugute." |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Im 18. Jahrhundert konzentrierte
sich das jüdische Wohngebiet auf die Schmalgasse und den "Judenbuckel".
Bereits 1796 gab es eine "Judenschule" ("Synagoge“), die
im Haus mit der früheren Nummer 57 eingerichtet war. Damals - gegen Ende des
18. Jahrhunderts - gehörten bereits zwölf Häuser im Ort jüdischen Familien.
Um 1820 wurde auf Grund der steigenden Zahl der
Gemeindeglieder der Neubau einer Synagoge nötig. Damals umfasste die
Gemeinde inzwischen 30 Familien. Am 19. Juli 1822 erschienen der damalige
Vorstand der jüdischen Gemeinde Herz Wertheimer und der Gemeindedeputierte Wolf
Oppenheimer beim Bezirksamt Sinsheim und trugen das Anliegen der jüdischen
Gemeinde vor, auf Grund der viel zu klein gewordenen alten Synagoge einen Neubau
zu erstellen. Wenig später gab der Oberrat der Israeliten eine zunächst mündliche
Zusage zur Durchführung einer Kollekte bei anderen jüdischen Gemeinden in
Baden zu diesem Bauvorhaben. Darauf konnte im Februar 1823 die kleine und
unbemittelte jüdische Gemeinde Zwingenberg,
der zunächst keine Kollekte genehmigt wurde, die für sie zuständigen Behörden
hinweisen: "Die jüdische Gemeinde Neidenstein ist wenigstens fünf mal so
stark als die hiesige, mitunter ganz reiche und viel bemittelte Glieder und
dennoch wurde derselben eine Kollekte zur Erbauung oder Reparation ihrer
Synagoge bewilligt..." Am 9. Oktober 1825 beschloss eine Versammlung der jüdischen
Gemeinde Neidenstein den möglichst bald durchzuführenden Bau der neuen
Synagoge und eines rituellen Bades am Platz der alten Synagoge und legte fest,
welche Beiträge die Gemeindeglieder in den kommenden zwei Jahren dafür zu
bezahlen hätten. Man einigte sich auf zunächst 25 Gulden, die jeder
Haushaltsvorstand in den kommenden beiden Jahren einzubringen habe. Am 28. Juni
1827 erschienen Herz Wertheimer und Wolf Oppenheimer gemeinsam mit
Bezirksrabbiner David Geismar aus Sinsheim wiederum beim Bezirksamt und
wiederholten ihre Bitte um einen baldigen Neubau. Die Kosten des Baus würden
etwa 3.500 Gulden betragen. Inzwischen sei auch ein Teil des Geldes vorhanden.
Die Frauen der Gemeinde hätten für das Bad einen Fond von 500 Gulden gespart.
Von den noch unverheirateten Männer käme eine Stiftung von 200 Gulden. Außerdem
müssten durch die im Oktober 1825 getroffene Abmachung in Bälde 850 Gulden
zusammenkommen. So seien inzwischen 1.550 Gulden gesichert. Den Restbetrag von
1.950 Gulden wolle man teilweise durch die vom Oberrat bewilligte Kollekte,
teilweise durch die Versteigerung der Plätze in der Synagoge, von der man sich
600 Gulden erhoffte, zusammentragen. Im Sommer 1827 wurden von Landbaumeister
Schwarz aus Bruchsal Baupläne gefertigt. Das Direktorium des Neckarkreises
genehmigte die die vom Oberrat bereits 1822 in Aussicht gestellte Kollekte. Zu
deren Durchführung benannte die Gemeinde 13 Männer, die dafür geeignet
erschienen. Bis zum 31. Januar 1831 dauerte es allerdings noch, bis die
Bauarbeiten auf dem Neidensteiner Rathaus öffentlich versteigert werden
konnten. Inzwischen schätzte man die Kosten des Baus auf etwa 4.000 Gulden ein.
Im Februar 1831 wurde der Verkauf der Synagogenplätze geregelt. Die
Gemeindeglieder wurden dazu in vier Klassen eingeteilt. Der ersten Klasse kamen
die jeweils fünf besten Plätze auf der rechten und linken Seite des
Toraschreines zu, für die je 100 Gulden zu bezahlen waren. Für die Plätze der
zweiten bis vierten Klasse mussten 30 bis 75 Gulden erbracht werden. Da diese
Summen erst innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren aufzubringen waren, musste
die Gemeinde zur Bezahlung der Handwerkerarbeiten im Januar 1832 einen Kredit
von 2.500 Gulden aufnehmen. Noch Ende 1831 oder Anfang 1832 wurde die neue
Synagoge feierlich eingeweiht. Es handelte sich dabei um eine der größten
Landsynagogen Badens (Grundstück Kirchgraben 6; Gebäude Nr. 53; Lagebuch-Nr.
252).
Vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Synagoge ein Harmonium
zur Begleitung der Gottesdienste aufgestellt. Dieses stieß allerdings 1901 bei
den Bewerbern um die damals ausgeschriebene Lehrer- und Vorbeterstelle auf wenig
Gegenliebe (siehe Bericht oben): ein Lehrer kehrte auf dem Weg nach Neidenstein
um, nachdem er von dem Harmonium erfahren hatte, ein anderer machte das
Aufrechterhalten seiner Bewerbung von der Abschaffung des Harmoniums
abhängig.
1930 ist die Synagoge anlässlich des bevorstehenden
100jährigen Jubiläums gründlich renoviert worden.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung
von SA-Männern aus Eschelbronn und Neidenstein zerstört. Das Gebäude wurde
teilweise geschleift. Die Einrichtungsgegenstände wurden gestohlen. Nach der Plünderung
in der Pogromnacht (vgl. das Dokument unten) meldete die Gemeinde den Verlust
von 14 Torarollen, Vorhängen, Decken und Torahüllen, einem Kronleuchter, drei
Kandelabern, Beleuchtungskörpern, Lesepulten, Tischen, Stühlen und Schränken,
silbernen Bechern, silbernen Kultgegenständen, Gebetmäntel, Gebetbüchern und
sonstige Bücher, Bodenläufern, Ofen- und Waschkessel, die Wanduhr und
Brennmaterial. Das Gebäude wurde von der Israelitischen Gemeinde mit
Kaufvertrag vom 20. Januar 1939 zum Preis von 1000.- RM an einen örtlichen
Landwirt verkauft. Dieser hat die ehemalige Synagoge kurze Zeit später
teilweise abgebrochen (vorderer Teil zur Straßenseite, hier heute Überreste
einer Misthaufenanlage). Das Anwesen wurde mit einer Scheuer/Stall neu überbaut,
in der die Reste der Umfassungsmauern der Synagoge integriert wurden
(Rundbogenfenster noch sichtbar). Steine des Teilabrisses wurden nach
Daisbach gebracht und dort zum Bau einer Scheune verwendet.
Bericht des Synagogenrates
Neidenstein vom 24.Januar 1939 an das Bürgermeisteramt über den Verlust der
Inneneinrichtung der Synagoge seit dem 10. November 1938:
"Synagogenrat Neidenstein. Neidenstein, den 24, Januar 1939 An das
Bürgermeisteramt Neidenstein zur Weiterleitung an die Leitstelle der
Geheimen Staatspolizei Karlsruhe.
Auf Veranlassung des Oberrats der Israeliten Karlsruhe melden hierdurch
seit 10. November 1938 in der Synagoge Neidenstein als vermisst: 1. 14
Thorarollen. 2. Plüschvorhänge, Decken & Thorahüllen.
3. 1 Kronleuchter, 3 Kandelaber. 4. Beleuchtungskörper. 5.
Lesepulte, Tische, Stühle & Schränke. 6. Silberne
Becher, silberne Kultusgegenstände & andere Utensilien.
7. Gebetmäntel, Ornat. 8. Gebet & sonstige Bücher. 9.
Bodenläufer. 10. Ofen & Waschkessel. 11. 1
Wanduhr. 12. Brennmaterial.
Sämtliche oben aufgeführte Gegenstände waren laut Feuerversicherung vom
27. April 1938 versichert.
Der Synagogenrat: Alfred Israel Dührenheimer, Alexander Israel
Friedberger, Julius Israel Würzweiler." |
1945 wurde das Gebäude von alliiertem Militär
beschlagnahmt und der jüdischen Vermögensverwaltung JRSO übergeben. Diese war
noch 1951 zu einem Drittel Miteigentümerin des Gebäudes und verkaufte den
Eigentumsanteil zum 6. November 1952 für 1700 DM an den Landwirt, der das Gebäude
bereits 1939 erworben hatte.
Fotos
Historischer Plan und Foto:
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| Plan des
"Kirchgrabens" in Neidenstein mit Eintragung von Kirche und
Synagoge (Urkataster Neidenstein, Mitte des 19. Jahrhunderts) |
Blick vom oberen Teil des
Kirchgrabens in Neidenstein auf die ehemalige Synagoge
(Foto Anfang der
1930er-Jahre von Willy Volk;
Quelle: G. Volk s. Lit. S. 33) |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos 1999:
Quelle: Projektgruppe "Judentum im Kraichgau"
an der Realschule Waibstadt
(siehe unter Links) |
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| Die
zu einer Scheune/Stall umgebaute Synagoge - zur Schaffung eines größeren
Freiraumes zur Straße hin wurde die vordere Wand abgebrochen und - etwas
zurückgesetzt - wieder aufgebaut. |
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Zugemauertes Rundbogenfenster der ehemaligen Synagoge |
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Ähnliche Blickrichtung im
Kirchgraben auf die Gebäude wie historisches Foto oben (Aufnahmedatum
9.1.2001, Foto: G. Volk s. Lit. S. 33) |
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Fotos 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 14.10.2003) |
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Blick von oberen Teil des
Kirchgrabens wie historisches Foto oben |
Ehemalige Synagoge |
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Rundbogenfenster an der linken
(östlichen) Wand |
Blick auf die rechte
(nördliche) Wand |
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Jüdische
Portalinschrift
(Quelle: Foto erhalten von
H.-H. Hartmann, Bad Rappenau 2004) |
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Die auf dem
Schlussstein über einem von der Straße her zugänglichen Kellereingang
bezeichnet den jüdischen Namen "Avigdor"; die Schreibweise ist
jedoch dem assimilierten Namen "Viktor" angeglichen: das Haus
gehörte Ende des 18. Jahrhundert dem jüdischen Gemeindeglied Viktor
Liebmann. |
Erinnerungsarbeit vor
Ort - einzelne Berichte
| September 2009:
"Stolpersteine" - auch in Neidenstein ? |
links
Foto: Die jüdische Familie Dührenheimer bewohnte dieses Haus in der Bahnhofstraße und leitete gleichzeitig hier ein Textilgeschäft. Auch hier könnte ein "Stolperstein" zu ihrem Gedenken eingelassen werden. Foto: Jürriens
Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 17. September 2009
(Artikel):
Stolperstein soll nicht Stein des Anstoßes sein.
Neidenstein. (bju) "Hier wohnte…" So beginnen die Inschriften auf den zehn mal zehn Zentimeter kleinen Gedenktafeln aus Messing, die mittlerweile in über 480 Orten Deutschlands, Österreichs, Ungarns und den Niederlanden zu finden sind. Sie erinnern an Menschen, die dem Nazi-Terror zum Opfer fielen und vor dem letzten Wohnort der Verfolgten ins Trottoir eingelassen werden. Aus dem Projekt "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig ist inzwischen das größte dezentrale Mahnmal der Welt geworden. Auch in Neidenstein sollen derartige Steine vor Häusern deportierter und ermordeter Juden eingelassen und die Erinnerung an diesen Menschen lebendig gehalten werden.
Im November letzten Jahres hatte Siegfried Bastl mit Schülern der Realschule Waibstadt im Rahmen des Projekts "Judentum im Kraichgau" diese Aktion im Gemeinderat vorgestellt. Neun Häuser von deportierten Juden, die namentlich bekannt seien, habe man ausgewählt, berichtet Bastl über den aktuellen Stand des Projekts. "Die Schüler und auch ich haben mit den Hausbesitzern intensiv gesprochen und die Aktion vorgestellt." Aber genau wie in der gesamten Republik gehen die Meinungen zu diesen Gedenktafeln auseinander, auch wenn die Gespräche überwiegend mit einer Zustimmung endeten, so Bastl gegenüber der
RNZ.
"Bei der Überzeugungsarbeit stoßen die Acht- und Neuntklässler, und auch ich, zum Teil an Grenzen", weiß der Realschullehrer. Aber warum sollte es im 1850-Seelen-Dorf anders sein als in München, wo diese Aktion nur auf privatem Grundstück stattfinden darf? In anderen Städten habe man die Aktion gänzlich verboten. Die Argumentation der bundesweiten Kritiker, übrigens auch von jüdischen Organisationen, dass damit die Würde des Menschen wortwörtlich mit Füßen getreten wird, sei für ihn nicht nachvollziehbar. "Die Erinnerung an diese Menschen in Form eines Gedenksteins bedeutet ja keine Selbstanklage und schon gar nicht das Herumtrampeln auf ihrem Andenken." Die Projektgruppe weiß auch, dass viele Menschen eventuell achtlos über diese Steine gehen, wie bei jedem Denkmal, aber eben nicht alle. "Um jeden, der sich die Stolpersteine ansieht, die Inschrift liest oder sich Gedanken über das Schicksal derer macht, die in den jeweiligen Häusern als Teil unserer Gemeinschaft gelebt haben, hat es sich gelohnt."
Bastl macht keinen Hehl daraus, dass er und vor allem seine Schüler alle geplanten Gedenktafeln vor den jeweiligen Häusern einlassen möchte. "Es wäre natürlich eine tolle Sache, wenn wir das Gesamtprojekt hier in Neidenstein verwirklichen könnten und der Künstler den Auftrag für neun Stolpersteine bekommen würde".
Doch bis es soweit ist, ständen noch weitere Gespräche, auch mit der Gemeinde, an. Bei der damaligen Vorstellung des Projekts in der Sitzung des Gemeinderats wurde der Wunsch vorgetragen, dass sich die Schüler bei dieser Aktion auch gleichzeitig mit der Geschichte der Juden im Burgdorf und dem Menschen selber auseinandersetzen sollten. Für Bastl hätten die Jugendlichen nicht nur das getan, sondern bisher auch gelernt, dass dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte immer noch Reaktionen hervorrufe, mit denen man sensibel umgehen müsse: "Eine ganz neue Erfahrung für die Schüler." |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 211-212. |
 | Karl Ziegler: Ortschronik von Neidenstein. 1962. S.
95-96. |
 | Peter Beisel: Die Geschichte der Juden in unserer Region. 1989
(Beiträge zur Geschichte Neidensteins Nr. 1) |
 | Gerrit Volk: Neidenstein. Ältere und neuere Ansichten. Buchen-Walldürn 2001. S.33 |
 | Mitteilungsblatt Nr. 6 des Vereins für Kultur- und Heimatpflege.
Neidenstein Mai 1998. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Neidenstein Baden. Jews were
present from the 16th century. a Jewish elementary school was opened in 1828 and
the synagogue built in 1831 was among the most splendid in Baden's village
communities. the Jewish population reached a peak of 281 in 1842 and then
dropped to 125 in 1900 and 64 in 1933. Twenty-four Jews emigrated by November
1938 (15 to the United States and seven to Palestine) and another four after Kristallnacht
(9-10 November 1938), when the synagogue was vandalized and Jews were taken to
the Dachau concentration camp. The last 19 Jews were deported to the Gurs
concentration camp on 22 October 1940, joined by three who had previously left
Neidenstein. Five survived the Holocaust.

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