Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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zu den Synagogen in Baden-Württemberg  


Heinsheim (Stadt Bad Rappenau, Kreis Heilbronn) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 
   
Bitte besuchen Sie auch die Website des "Freundeskreises Ehemalige Synagoge Heinsheim e.V.":
www.synagoge-heinsheim.de   

    

Heinsheim Flyer 2013 01.jpg (180556 Byte)Juli 2013: Flyer zur Information über die ehemalige Synagoge Heinsheim sowie den Freundeskreis Ehemalige Synagoge Heinsheim e.V. und das Projekt zur Renovierung und künftigen Nutzung des Gebäudes:  
Zum Download des Flyers bitte hier anklicken (pdf-Datei)     
 
Aktuelle Fotos von der Restaurierung des Synagogendaches im Sommer/Herbst 2014:    
Heinsheim Synagoge 082014a.jpg (261445 Byte) Heinsheim 092014010.jpg (365738 Byte)    
August 2014  September 2014      
       
 Heinsheim Synagoge 2609201401.jpg (297905 Byte)  Heinsheim Synagoge 2609201402.jpg (228990 Byte)  Heinsheim Synagoge 2609201404.jpg (299269 Byte) Heinsheim Synagoge 2609201403.jpg (189668 Byte) 
Ende September 2014 - zu Rosch haSchana 5775 wurde die Eindeckung des Daches fertig, die kaputtem Fenster vorläufig ersetzt und das 
Vordach aus Werkstattzeiten abgebaut. Fotos oben (von links nach rechts) der Südseite, Westseite mit Eingang, Nordseite, Ostseite  
       

   
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In Heinsheim bestand bis 1937 eine jüdische Gemeinde, deren Entstehung in das 16. Jahrhundert zurückgeht. Erstmals wird 1563 ein jüdischer Einwohner namentlich genannt (Jud Jacob von Heinsheim in Owingen genannt). 1568 werden die Juden Simon, 1592 Joseph, 1594 und 1598 Schmoll, 1597 und 1598 Jacob und 1598 Koppelmann mit dem Zusatz "von Heinsheim" genannt.  Die Juden wurden am Ort sowohl vom Deutschen Orden als auch von den jeweiligen Adelsfamilien (nacheinander die Familien von Ehrenberg, von Helmstatt, von Schade und ab 1721 von Racknitz) aufgenommen.  
   
Im Dreißigjährigen Krieg waren die jüdischen Familien durch die Kriegsereignisse teilweise gezwungen, den Ort zu verlassen und in benachbarten Städten Zuflucht zu suchen (unter anderem in Gundelsheim). Nach dem Krieg nahm die Zahl der jüdischen Einwohner wieder zu. Um 1670 wird erstmals ein "Judenschulmeister" genannt (jüdischer Lehrer).  
1681
legten die beiden Ortsherrschaften fest, dass der Deutsche Orden drei und die Adelsfamilie (wohl noch Familie von Helmstatt) sechs Judenfamilien aufnehmen dürfte. Diese Anzahl wurde jedoch immer wieder überschritten. 1767/68 lebten 17 jüdische Familien unter dem Schutz der Adelsfamilie. 

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1825 100 jüdische Einwohner (11,9 % von insgesamt 838 Einwohnern), Höchstzahl 1838 mit 118 Personen, 1875 72 (8,9 % von 812), 1900 82 (12,0 % von 686), 1910 45 (6,8 % von 660). 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad (1831/32 neben der Racknitzschen Kelter hinter der katholischen Kirche neu erstellt; 1935 an die katholische Kirchengemeinde verkauft). Auf Gemarkung Heinsheim bestand ein großer Verbandsfriedhof für die jüdischen Gemeinden der weiteren Umgebung. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Stellenausschreibungen unten). 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Mosbach zugeteilt. Die jüdischen Familien lebten hauptsächlich vom Handel mit Vieh, Pferden und Textilien in der umliegenden Region.  
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Heinrich Strauß (geb. 19.7.1897 in Heinsheim, gef. 18.4.1917) und Gefreiter Karl Zeilberger (geb. 1.9.1893 in Heinsheim, gef. 1.6.1918). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal des örtlichen Friedhofes.
 
Um 1925, als zur jüdischen Gemeinde noch 21 Personen gehörten (3,0 % von insgesamt 702 Einwohnern) war Vorsteher der Gemeinde Jakob Strauß. Als Lehrer war Elieser Zeilberger tätig. Er unterrichtete die damals noch zwei schulpflichtigen jüdischen Kinder in Religion. Ein Wohltätigkeitsverein unter der Leitung von Hirsch Ottenheimer hatte noch fünf Mitglieder. Zur jüdischen Gemeinde in Heinsheim gehörten inzwischen auch die im benachbarten Hochhausen lebenden 17 jüdischen Einwohner, nachdem diese Gemeinde aufgelöst wurden war. 1932 war erster Vorsteher der Gemeinde Adolf Ottenheimer, der zweite Vorsteher Jakob Strauß. Elieser Zeilberger war weiterhin Lehrer, als Friedhofsaufseher des großen Heinsheimer Friedhofes war Vorsteher Adolf Ottenheimer tätig.
 
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden jüdischen Wohnhäusern sind bekannt: Adolf und Lina Ottenheimer (Gundelsheimer Straße 21), Handelsmann Hirsch Ottenheimer (Neckarstraße 37), Handelsmann Isak Ottenheimer und Abraham Ottenheimer Wwe. (Neckarstraße 35), Handelsmann Adolf Ottenheimer (Gundelsheimer Straße 21), Liebmann Ottenheimer (Neckarstraße 20), Handelsmann Moses Ottenheimer (Neckarstraße 53), Hermann Strauß (Schäfergasse 1, abgebrochen), Pferdehandlung Jakob Strauß (Schloßgasse 8), Lehrer Elieser Zeilberger (Neckarstraße 24).
  
1933 lebten noch 24 jüdische Personen am Ort. Es kam nach den vorliegenden Berichten in der Folgezeit zu keinen besonderen Aktionen gegen die jüdischen Familien. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts entschlossen sich jedoch die jüdischen Familien zur Aus- und Abwanderung. 16 Personen konnten nach Argentinien, in die Schweiz, in die USA oder nach Palästina emigrieren, zwei starben bis 1938. Die Gemeinde wurde am 8. November 1937 aufgelöst. Synagoge und rituelles Bad wurden verkauft. Beim Novemberpogrom 1938 wurden von auswärtigen SA-Leuten (Anmerkung 1) die Fenster, das Mobiliar und der Hausrat der noch bestehenden fünf jüdischen Haushaltungen (Anmerkung 2) zerschlagen. 1939 lebten noch sechs, 1940 noch vier jüdische Personen in Heinsheim. Am 22. Oktober 1940 wurden Moses Ottenheimer, seine Tochter Hedwig Freudenthaler geb. Ottenheimer (war verheiratet mit Ludwig Freudenthaler in Steinsfurt) und seine Enkelin Anna Freudenthaler nach Gurs deportiert. Nur Anna Freudenthaler überlebte, da sie aus dem Lager befreit wurde, Ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet, der Großvater starb im Lager Rivesaltes.  
    
Anmerkungen:  1. Aussage einer Heinsheimer Zeitzeugin im Gespräch mit Bernd Göller am 11.03.2014: "Ich war als Kind dabei und habe alle Männer gekannt, die an der Zerstörung der Wohnungen beteiligt waren. Sie sind übrigens alle aus dem Krieg nicht zurückgekommen, sondern gefallen." 
2. Die fünf jüdischen Haushaltungen/Häuser waren: 
- Adolf ("Schisser") und Lina Ottenheimer (Gundelsheimer Str. 21; nach 1938 nach Chicago emigriert). Adolf war 1932 Vorsteher der Gemeinde. Lina hat etwa 1948 die Mutter von Frau Vogt gebeten, ihr schriftlich zu bestätigen, dass ihr durch die Zerstörung ihrer Fenster, Haustür und des Mobiliars ein Schaden von 1.000 Mark entstanden sei. Sie tat das guten Gewissens, da dies eine für sie nachvollziehbare Größenordnung war. Einige Zeit später wurde sie aufs Rathaus beordert. Man beschuldigte sie der Beihilfe zur Erschleichung von Reparationszahlungen, da Lina Ottenheimer lediglich einen Beleg in Höhe von 450 Mark für die Reparatur der Fenster vorlegen konnte, und verurteilte sie zur Zahlung von 350 Mark. Damit galt sie als vorbestraft. 
Angaben von Elisabeth Vogt geb. Hof im Gespräch (siehe Anm. 1)
- Abraham Ottenheimer ("Aver Hemsi", 1859-1924, bestattet auf dem Jüdischen Friedhof Heinsheim, Grab 9) Witwe (Neckarstr. 35). Sohn Isaak Ottenheimer vh. mit Mina. Deren Tochter Anneliese vh. Wagner emigriert in die USA; daraufhin zieht die Witwe des Abraham nach Neckarbischofsheim zur Tochter Inge und wird von dort deportiert nach Gurs. Die Tochter von Anneliese Wagner, Elise Wagner-Stoudt, lebt in New York und war Anfang 2014 zu Besuch in Heinsheim bei Frau Vogt. 
- Liebmann Ottenheimer (1865-1920, bestattet auf dem Jüdischen Friedhof Heinsheim, Grab 15) Witwe Emma geb. Strauß (Neckarstr. 20), geb. 25.11.1871 in Niederstetten. 1937 verzog sie nach Crailsheim und lebte in den folgenden Jahren - bis zur Deportation 1942 - in der Familie ihrer Tochter Hedwig Hallheimer, geb. Ottenheimer (aus Heinsheim) Angaben von: Stadtarchiv Crailsheim, Marktplatz 1 + 2, 74564 Crailsheim
- Moses Ottenheimer (Neckarstr. 53). Seine Tochter Hedwig vh. Freudentaler war zunächst nach Richen gezogen, kam aber nach dem Tod ihres Mannes Ludwig Freudenthaler zurück zu ihrem Vater. Beide wurden nach Gurs deportiert. Hedwig hatte zwei Töchter: Hilde vh. Bodenheimer (Baltimore) und Anne vh. Weil (Paris). Anne war von ihrem späteren Mann aus Gurs geschleust worden. 
- Elieser Zeilberger (Lehrer der Gemeinde, Neckarstr. 24). 
- Das Haus von Hirsch Ottenheimer (Neckarstr. 37), dem damals reichsten Juden am Ort, wurde nach dessen Tod 1933 (Grab 4 auf dem Jüdischen Friedhof Heinsheim) noch vor der Reichspogromnacht an einen nichtjüdischen Bürger in Heinsheim verkauft und deshalb nicht beschädigt. 
Ebenso verhält es sich mit dem Haus des Pferdehändlers Jakob Strauß (Schlossgasse 8), 1932 2. Vorsteher der Gemeinde. Er hat es bereits 1935/36 verkauft, ist zu einer seiner 3 Töchter in die Schweiz gezogen und von dort nach Israel emigriert. Sein Sohn Max ist zunächst nach Heilbronn gezogen und dann nach Israel (Kiryat Ata bei Haifa) emigriert. Von dessen älterem Bruder Julius ist bislang nichts bekannt (Angaben von Emma Askani, deren Familie früher gegenüber von Jakob Strauß wohnte; heute in der Weststraße in Heinsheim).
    
Von den in Heinsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Henriette Arnstein geb. Wiener (1866), Ricka Bauer geb. Krämer (1870), Johanna Bechhofer geb. Krämer (1870), Frederique Frank (1890), Hedwig Freudenthaler geb. Ottenheimer (1893), Bertha Grünebaum (1881), Hedwig Hallheimer geb. Ottenheimer (1896), Sofie Heymann geb. Ottenheimer (1901), Lisa Loeb (1891), Otto Mayer (1908), Berta Ottenheimer geb. Kahn (1864), Emma Ottenheimer geb. Strauß (1871), Lydia Ottenheimer (1891), Moses Ottenheimer (1861), Natalie Ottenheimer geb. Würzweiler (1861), Seligmann Ottenheimer (1874), Hannchen Stein geb. Ottenheimer (1863), Wolf Strauss (1888), Max Strauss (1873).
     
2010 wurden durch fünf Heinsheimer Jugendliche zwei Gedenksteine zur Erinnerung an die Deportation Heinsheimer Juden nach Gurs im Oktober 1940 entworfen und gestaltet. Einer der Gedenksteine kam zur zentralen Gedenkstätte in Neckarzimmern, die andere wurde im Rahmen einer Gedenkfeier im Oktober 2010 auf dem Lindenplatz in Heinsheim aufgestellt. Dazu Bericht in der "Heilbronner Stimme" vom 18. Oktober 2010: "Erinnerung wach halten".    
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1840 / 1842 / 1845 / 1853 / 1876 / 1882 / 1884  

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1840 S. 622 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 120 Gulden nebst freier Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei diesseitiger Stelle zu melden. Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."     
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 26. Januar 1842 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Mosbach. [Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 130 fl. (welcher aber je nach den Leistungen des Übernehmers, namentlich in der kunstgerechten Leitung des Chorgesanges in der Synagoge, erhöht wird), sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei diesseitiger Stelle zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden. 
Mosbach, den 18. Januar 1842. Großherzogliche Bezirkssynagoge."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 2. November 1842 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Mosbach. [Dienstantrag]. Bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim wird die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Jahresgehalt von 150 fl. sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, in 4 Monaten erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei diesseitiger Stelle zu melden. Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden. 
Mosbach, den 28. Oktober 1842. Großherzogliche Bezirkssynagoge."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 1. November 1845 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. Karlsruhe. [Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde zu Heinsheim wird die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 140 fl., sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und ist durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Mosbach zu melden. Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Dezember 1853 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 150 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim (statt: Hemsheim), Synagogenbezirks Mosbach, ist zu besetzen.
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen, unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Mosbach sich zu melden. 
Bei dem Abgang von Meldungen von Schul- oder Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."    
 
Heinsheim Israelit 23081876.jpg (77966 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1876:  "Auskündigung einer Religions-Schulstelle. Mosbach am Neckar (Baden). Die mit einem festen jährlichen Gehalte von 550 Mark, einem jährlichen Schulgeld von 2 Mark für jedes Schulkind und dem Vorsänger- und Schächterdienst samt den davon abhängigen Gefallen verbundene israelitische Religionsschulestelle Heinsheim, Rabbinatsbezirk Mosbach am Neckar, ist zu besetzen. Unverheiratete, geeignete Bewerber wollen unter Vorlage ihrer Befähigungs- und Sittenzeugnisse bei der unterzeichneten Stelle sich sofort melden. 
Bemerkt wird, dass Gelegenheit geboten ist, durch Privatunterricht das Einkommen wesentlich noch zu verbessern. 
Mosbach am Neckar, den 16. August 1876. 
Das Großherzogliche Bezirks-Rabbinat. S. Weil."
   
Heinsheim Israelit 11101882.jpg (82766 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1882: "Mosbach am Neckar (Baden). Die Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim, diesseitigen Rabbinatsbezirks, mit welcher ein fester jährlicher Gehalt von 600 Mark, sowie der Vorsänger- und Schächterdienst mit den davon fließenden Gefällen verbunden ist, ist sofort zu besetzen. Berechtigte Bewerber um dieselbe haben mit ihren Gesuchen unter Vorlage beglaubigter Zeugnisse über ihre bisherige Wirksamkeit und ebenso der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel anher sich zu melden. Bemerkt wird, dass nicht rezipierte Bewerber bei uns einer Prüfung sich zu unterziehen haben. 
Das Großherzogliche Bezirksrabbinat, S. Weil."   
   
Heinsheim Israelit 14081884.jpg (86963 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1884: "Auskündigung einer Religionsschul-Stelle. Die mit einem festen Gehalte von 600 Mark jährlich, entsprechender Wohnungsentschädigung, dem Vorsänger- und Schächterdienst mit den davon abhängenden Gefallen, welche sich auf 200 Mark belaufen können, bei der israelitischen Gemeinde Heinsheim, diesseitigen Synagogenbezirks verbundene Religionsschulstelle, ist vom 15. dieses Monats an neu zu besetzen. Berechtigte Bewerber - Polen und Russen werden nicht berücksichtigt - wollen ihre diesbezüglichen Zeugnisse binnen 14 Tagen portofrei anher einsehen. 
Mosbach am Neckar (Baden), 11. August 1884. 
Das Großherzogliche Bezirksrabbinat: S. Weil." 

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Über den aus Heinsheim stammenden Moritz Fuld (1817 - 1886), seit 1859 Lehrer an der Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft Mainz  

Heinsheim Israelit 04021886a.jpg (99062 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1886 (nur auszugsweise abgeschrieben, da der Artikel nicht direkt mit der jüdischen Geschichte in Heinsheim zu tun hat; bei Interesse bitte den Artikel anklicken): "Mainz, 1. Februar (1886). Am vorigen Sabbat, Paraschat Mischpatim (Schabbat mit der Toralesung Mischpatim, das ist 2. Mose 21,1 - 24,18, das war am Schabbat 30. Januar 1886), verschied nach kurzem Unwohlsein Herr Moritz Fuld - er ruhe in Frieden - , Oberlehrer an der Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft dahier. Am Mittwoch war er noch in der Schule gewesen, und hatte, wie gewöhnlich, den Unterricht erteilt; am Donnerstag ließ er sich krank melden, und schon am Heiligen Schabbat wurde er seiner Familie und seinen zahlreichen Freunden und Schülern entrissen. Heute fand unter großer Beteiligung das Leichenbegängnis statt. Am Grabe widmete Herr Rabbiner Dr. Lehmann dem teuren Freund und Kollegen, mit dem er länger als 26 Jahre gemeinsam an der oben erwähnten Anstalt gewirkt hat, einen tief empfundenen Nachruf, in welchem er zugleich eine kurze Lebensskizze des Dahingeschiedenen gab. Moritz Fuld wurde im Jahre 1817 in dem kleinen Orte Heinsheim an der Grenze zwischen Hessen und Baden geboren. Seine frommen Eltern widmeten ihn dem Lehrerberuf, und er besuchte das Lehrerseminar in Karlsruhe, wo der strebsame junge Mann sich nicht mit dem begnügte, was die An- 
Heinsheim Israelit 04021886b.jpg (356976 Byte)stalt bot, sondern durch genossenen Privatunterricht und durch eifriges Selbststudium sich ein bedeutendes Wissen erwarb.... 
Herr Moritz Fuld wirkte eine Reihe von Jahren als Lehrer und Gemeindebeamter in Bischofsheim an der Tauber (= Tauberbischofsheim). Dort fand er die treue Lebensgefährtin, die ihm fast 35 Jahre lang hilfreich zur Seite gestanden. Der in weiten Kreisen rühmlichst bekannte dortige Rabbiner Löwenstein - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - schätzte ihn sehr hoch, und auf dessen Empfehlung hin wurde er im Jahre 1859 nach Mainz berufen, wo damals die Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft gegründet wurde; hier wirkt er segensreich bis zum Ende seines Lebens..."  

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    

Anzeige von Amalie Maas (1905)
  

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Juni 1905: "Als geprüfte Wochenbettpflegerin empfiehlt sich Amalie Maas, Heinsheim am Neckar."    

   
   
   
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge       
    
Ein  Betsaal oder eine Synagoge bestand bereits um 1600, als die Gottesdienste in Heinsheim auch von den Wimpfener Juden besucht wurden. 1738 war der Betsaal in einem von Mayer Joseph erworbenen Haus. Für die Abhaltung der Gottesdienste waren der adeligen Herrschaft von jeder jüdischen Familie jährlich 30 Kreuzer "Schulzins" zu bezahlen. Manche Unstimmigkeiten gab es in kultischen Fragen (zum Beispiel der Anstellung eines Rabbiners) immer wieder zwischen den Ortsherrschaften und "ihren" Juden. Ein Rezess von 1727 hielt die Möglichkeit offen, dass beide Ortsherrschaften für ihre jeweiligen Juden eigene "Judenschulen" einrichteten. 1744 kam es auch vorübergehend zu einer solchen Trennung, nachdem der deutschordische Mayer Wolf Levi nach "starken Disputen" einen eigenen Betsaal in seinem Haus einrichtete. Problematisch wurde es deshalb, weil Mayer Wolf Levi in seiner Privatsynagoge ein Gebet für die adelige Ortsherrschaft ablehnte - in der gemeinschaftlichen Synagoge war stets für beide Ortsherrschaften gebetet worden. 1746 wurde der Streit beigelegt und wieder eine "gemeinschaftliche Schule" gehalten.   
   
Als die Heinsheimer Judenschaft Ende des 18. Jahrhunderts auf 13 jüdische Familien angewachsen war, bat man um die Erlaubnis, ein neues Gotteshaus sowie eine Wohnung für den Vorsänger zu errichten. Diese Bitte wurde von der adeligen Ortsherrschaft gewährt, dadurch wurden beide Gebäude auf einem "freyherrlich Racknizischen condominal herrschaft zinsbaren Garten Plaz" gebaut (Standort Schlossgasse 3/1). Die Synagoge sollte nach den Wünschen der Heinsheimer Juden ursprünglich als "tempelförmiger Bau" wie die Synagoge in Olnhausen gebaut werden, was jedoch beide Ortsherrschaften nicht gestatteten. Nach dem Vorbild von Freudental wurde 1796 ein einfacherer, im Vergleich jedoch wesentlich kleinerer Bau verwirklicht. Die christlichen Nachbarn protestierten vergeblich gegen den Bau der Synagoge. Einerseits waren sie nicht einverstanden, dass ihnen die Aussicht auf die Strasse und auf einen bisherigen Garten genommen wurde, andererseits fühlten sie sich in ihrer Ruhe gestört, da sie "nunmero das tägliche Geplärr der Juden anhören" mussten, wie sie respektlos den Gesang des Vorsängers nannten. Nachdem die Synagoge fertiggestellt war und der Komtur (= Verwalter, dem die Handwerker und Dienstleute unterstellt sind) des Deutschen Ordens den Synagogenneubau im Bereich der adligen Herrschaft besuchte, zeigte er sich nicht gerade erfreut: zu groß und zu teuer erschien ihm das Gebäude. Vor allem missfielen ihm die "förmlichen Kirchenfenster" an der Außenseite. Die Adelsseite wies freilich darauf hin, dass "kein unnötig überbauter Platz" in Anspruch genommen worden sei und die Fenster "wegen dem Weiberstand unumgänglich" so hoch sein müssten. Eine größere Reparatur der Synagoge war auf Grund von Bauschäden 1818 nötig. Sie kostete die jüdische Gemeinde 160 Gulden. 
  
Bis zu Beginn der NS-Zeit war die Zahl der in Heinsheim lebenden jüdischen Einwohner bereits stark zurückgegangen. Die jüdische Gemeinde wurde am 8. November 1937 aufgelöst, die Synagoge am 17. Januar 1938 von den hier noch wohnhaften Juden an einen Heinsheimer Landwirt verkauft. Dieser Landwirt war den Juden gegenüber sehr freundlich gesonnen und hatte ihnen bis zuletzt Lebensmittel und Milch abgegeben. In der Pogromnacht im November 1938 wurden fünf jüdische Wohnungen geplündert und zerstört. Die Synagoge blieb unversehrt. Dies lag nicht daran, dass sie inzwischen einem Nichtjuden gehörte, sondern soll einem Mann zu verdanken sein, der die Aufforderung nicht ausführte, die Synagoge mit den dafür bereitgestellten fünf Litern Benzin in Brand zu setzen. Nach den Berichten aus Heinsheim habe dieser Mann auf Betreiben des Besitzers das Benzin einer nützlicheren Verwendung zugeführt.   
   
Das Gebäude wurde seitdem als Scheune, Lagerhalle und Werkstatt einer Schlosserei verwendet. Es wurde äußerlich kaum verändert. Über dem Eingang ist ein Hochzeitsstein vorhanden mit dem Jahr der Erbauung (1796) und hebräischen Buchstaben. Die beiden Buchstaben in der Mitte des Davidsternes (M und T) stehen für "Massel tow" = Gut Glück, die anderen Buchstaben für ein Bibelzitat aus Jeremia 7,34 ("Die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, (das sind) die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut"). 
      
1987 wurden erstmals Pläne seitens der Stadt Bad Rappenau bekannt, das Synagogengebäude zu renovieren und ihm eine angemessene Bedeutung zukommen zu lassen. Die Stadt Bad Rappenau erwarb das Gebäude 1991, gab es jedoch nach einigen Jahren dem bisherigen Besitzer zurück. Die Pläne, das Gebäude zu renovieren und einer würdigeren Nutzung zuzuführen, wurden von Seiten der Stadt zurückgestellt. Das Gebäude wurde auch in den folgenden Jahren als Handwerksbetrieb genutzt. 
   
Nach längeren Bemühungen von einzelnen Personen und Gruppen am Ort und in der Region wurde am 6. Juli 2012 ein "Freundeskreis Ehemalige Synagoge Heinsheim". Zur Vorsitzenden des Vereins wurde Yvonne von Racknitz gewählt (stellvertretender Vorsitzender Fritz Abel, Kassierer Manfred Schädler, Schriftführer Bernd Göller). Der Freundeskreis hat sich zum Ziel gesetzt, zunächst das Gebäude zu erwerben, um es vor dem weiteren Verfall zu retten. Der nächste Schritt ist die Sicherung der Bausubstanz und die schrittweise Instandsetzung der ehemaligen Synagoge, um sie einer ihrer ursprünglichen Bestimmung entsprechenden Nutzung zuführen zu können. Die Arbeiten geschehen in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.  

Die ehemalige Synagoge soll nach ihrer Instandsetzung ein Haus der Begegnung werden. Es soll vielfältige Möglichkeiten bieten, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen sich gegenseitig kennenlernen, dass sie voneinander lernen und zuletzt auch in gegenseitiger Achtung miteinander leben. Gedacht ist an Vortragsreihe, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Seminare sowie Schul- und Vereinsführungen, auch in Verbindung mit dem jüdischen Verbrandsfriedhof bei Heinsheim. 
 
Informationsblatt des "Freundeskreises Ehemalige Synagoge Heinsheim", Stand Mai 2013 (pdf-Datei)    
      
      
      
Fotos 
Historische Fotos: 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an
den Webmaster, E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: SW-Fotos von R. Rasemann 1987;
 Farbfotos von M. Jesinger 1989 )
Heinsheim Synagoge 001.jpg (142440 Byte)  Heinsheim Synagoge 002.jpg (123317 Byte) 
  Hochzeitsstein über dem Eingang mit 
dem Jahr der Erbauung "1796" 
Die ehemalige Synagoge von 
Nordosten gesehen 
     
Heinsheim Synagoge 003.jpg (101841 Byte)  Heinsheim Synagoge 004.jpg (66758 Byte)  Heinsheim Synagoge 005.jpg (58678 Byte) 
"Stilleben" vor dem Synagogeneingang  Ähnliches in Farbe  Synagoge von Westen gesehen 
     
Fotos 2003/04:
(Außenaufnahmen: Hahn, 
Aufnahmedatum 11.5.2004) 
Heinsheim Synagoge 280.jpg (44632 Byte) Heinsheim Synagoge 281.jpg (48239 Byte)
Synagogengebäude 
von Norden gesehen 
Die Ostfassade - zwischen den 
Fenstern war der Toraschrein 
     
(Innenaufnahmen: Hahn, 
Aufnahmedatum 5.9.2003) 
Heinsheim Synagoge 154.jpg (61157 Byte) Heinsheim Synagoge 155.jpg (58088 Byte)
  Eingang  Hochzeitsstein über dem Eingang 
     
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  Im Inneren als Handwerksbetrieb benutzt 
     

März 2012: wie geht es mit der früheren Synagoge weiter? 
Zu einem Vorort-Termin trafen sich am 27. März 2012 zu einer Besichtigung des Gebäudes: Dr. Joachim Hahn (Alemannia Judaica), Elisabeth Hilbert (Verein "Jüdisches Leben Kraichgau e.V."), Hochschulrabbiner Shaul Friberg (Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg), Johannes G. Ghiraldin ("Verein zur Erforschung jüdischer Geschichte und Pflege jüdischer Denkmäler im tauberfränkischen Raum"), Pfarrer Bernd Göller (Bad Rappenau) sowie aus Heinsheim und Umgebung Yvonne von Racknitz, Fritz Abel, Hubert Friedrich, Ralf Luthardt und Michael Rothenhöfer.     

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Die ehemalige Synagoge 
von Nordost 
Die ehemalige Synagoge 
von Norden 
Der Hochzeitsstein von 1796 
(Foto rechts von Bernd Göller)  
Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung  Die Fotos oben in hoher Auflösung  
     
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Das Gebäude von Südwesten  Das Gebäude von Süden  Die Eingangstür mit dem Hochzeitsstein
     
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Gruppenbild 
der Besuchergruppe 
Links: Rabbiner 
Shaul Friberg 
Bei der Besichtigung des 
ehemaligen Betsaales
     
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  Über die Leiter konnte auch der 
Dachboden  und die Dachkonstruktion
 besichtigt werden
Blick auf den Berech 
des ehemaligen Toraschreines 
 
 Nachstehende Fotos: Hubert Friedrich      
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Bei der Besichtigung des Dachbodens Die Spuren des Tonnengewölbes sind erhalten 
     
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Klassische Bemalung des 
Deckenbereiches: Sternenhimmel
Oculus im Dachgeschoss  Oculus mit farbiger Einlage 
    
     
     
Sommer 2014: das Dach des 
Synagogengebäudes wird saniert 
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Ehemalige jüdische Wohnhäuser in Heinsheim (Häuser, die bis in die 1930er-Jahre im Besitz jüdischer Familien waren, Fotos von Bernd Göller, Ende März 2014)   

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Haus Abraham Ottenheimer 
(Neckarstraße 35) 
Haus Adolf und Lina Ottenheimer 
(Gundelsheimer Straße 21) 
Haus Jakob Strauß 
(Schlossgasse 8)  
Haus Liebmann Ottenheimer 
(Neckarstraße 20) 
       
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Haus Moses Ottenheimer 
(Neckarstraße 53) 
Haus Elieser Zeilberger 
(Neckarstraße 24) 
Haus Hirsch Ottenheimer 
(Neckarstraße 37)  
       

     
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

August 2011: Ein Eigentümerwechsel steht beim Synagogengebäude bevor   
Artikel von Stefan Maurhoff in der "Heilbronner Stimme" vom 24. August 2011 (Link zum Artikel): 
"Synagoge im Dämmerschlaf...".     
  
Weiterer Artikel von Steffan Maurhoff in der "Heilbronner Stimme" vom 27. August 2011 (Link zum Artikel): 
"Synagoge sorgt für Gesprächsstoff. Bad Rappenau. Verein Jüdisches Leben Kraichgau wird auf verfallendes Gebäude aufmerksam."    
  
Juli 2012: Ein Förderverein zum Erhalt der ehemaligen Synagoge wird gegründet    
Artikel von Simon Gajer in der "Heilbronner Stimme" vom 3. Juli 2012: "Rettung in Sicht für Heinsheimer Synagoge....'" 
Link zum Artikel   
 
Juli 2012: Der Förderverein zum Erhalt der ehemaligen Synagoge ist gegründet   
Artikel in der "Heilbronner Stimme" vom 10. Juli 2012: "Yvonne von Racknitz führt Synagogenverein..." 
Link zum Artikel      
 
August 2012: Rückschlag für den Förderverein: die Synagoge wird auf dem Immobilienmarkt verkauft  
Artikel von Simon Gajer in der "Heilbronner Stimme" vom 27. August 2012: "Heinsheimer Synagoge ist verkauft..."  
Link zum Artikel      
 
April 2013: Der Kauf der ehemaligen Synagoge durch den Verein steht bevor     
Artikel von Stefanie Pfäffle in der "Heilbronner Stimme" vom 30. April 2013: "Verein plant lebendige Gedenkstätte
Bad Rappenau - Wie es aussieht, scheint die Geschichte um die Heinsheimer Synagoge doch noch ein gutes Ende zu nehmen. Zumindest wenn es nach dem Freundeskreis Ehemalige Synagoge Heinsheim geht. 'Wir schätzen, dass der Kauf in den nächsten vier Wochen abgeschlossen ist', tippt die erste Vorsitzende Yvonne von Racknitz. Und dann kann es richtig losgehen für den Verein..." 
Link zum Artikel.  
 
Artikel von Hans Georg Frank in der "Südwestpresse" vom 7. Mai 2013: "Bad Rappenau. Schlosser nutzte Synagoge als Werkstatt. Die 1796 errichtete Synagoge von Bad Rappenau-Heinsheim möchte ein Verein künftig würdiger nutzen als seit 1938. Zunächst lagerte ein Bauer dort sein Stroh, dann richtete ein Schlosser seine Werkstatt ein..." 
Link zum Artikel   
 
Juli 2013: Der Verein hat die ehemalige Synagoge erworben    
Artikel von Simon Gajer in der "Heilbronner Stimme" vom 31. Juli 2013: "Verein ist in Besitz der Heinsheimer Synagoge
Bad Rappenau - Geschafft: Der Freundeskreis Ehemalige Synagoge Heinsheim ist in Besitz des historischen und denkmalgeschützten Gebäudes. Der Verein plant, darin eine Begegnungsstätte einzurichten. Allerdings steht vor der inhaltichen Ausrichtung die Sanierung des Anwesens: Wichtigstes Vorhaben der Gruppe um die Vorsitzende Yvonne von Racknitz ist, das Dach dichtzubekommen.
Die ehemalige Synagoge, die von jüdischen Bürgern im Jahr 1938 verkauft worden war, ist in die Jahre gekommen. Wer nach oben in Richtung Dachziegel schaut, erblickt unzählige Löcher. Langfristiges Ziel für den derzeit 22 Mitglieder großen Verein ist es, eine Begegnungsstätte zu schaffen. Details sind noch offen, aber es soll darin an die jüdische Geschichte erinnert werden, und zugleich soll die ehemalige Synagoge als Veranstaltungsstätte dienen. "Wer immer die Synagoge nutzen will und kann, dem wollen wir uns nicht verschließen", sagt Kassierer Manfred Schädler."  
Link zum Artikel     
  
September 2013: "Tag der offenen Tür" in der Synagoge stößt auf großes Interesse  
Artikel von Stefanie Pfäffle in der "Heilbronner Stimme" vom 17. September 2013 (Link zum Artikel): "Von Sternen und allerlei Blödsinn
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür in Heinsheims ehemaliger Synagoge
Großer Andrang - Wenn sich Bernd Göller in der alten Synagoge in Heinsheim umschaut, kommt er ins Schwärmen. 'Ich bin hin und weg von dem Zuspruch', freut sich das Mitglied des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Heinsheim. Dazu hat er allen Grund. Die Bänke und Tische im alten Gebäude sind voll besetzt, sogar vor der Tür stehen die Besucher und lauschen den Ausführungen zur Geschichte. Der Verein hatte zum ersten Tag der offenen Tür eingeladen..."      
 
August 2013: Video über "Die ehemalige Synagoge Heinsheim im August 2013"   
 
 
Dezember 2013: Zum Chanukkafest brennen auf dem Vorplatz der Synagoge die Kerzen   
Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Ausgabe Sinsheim) vom 5. Dezember 2013: "In Bad Rappenau brennen zum Chanukkafest wieder die Kerzen
Bad Rappenau-Heinsheim
. (db) Nach 76 Jahren brennen in Heinsheim zum ersten mal wieder die Kerzen zum jüdischen Lichterfest "Chanukka" an der ehemaligen Synagoge. Mehr als 50 Menschen haben sich am Dienstagabend in der noch vollständig erhaltenen Synagoge versammelt, um dem feierlichen Entzünden der Kerzen beizuwohnen.
Mit Recht darf man hier von einem historischen Akt sprechen, auch wenn dies von den Veranstaltern, dem Freundeskreis "Ehemalige Synagoge Heinsheim", nicht herausgestellt wurde. Denn die feierliche Zeremonie dürfte gleichzeitig als neue Geburtsstunde des Synagogengebäudes angesehen werden, welches in den nächsten Jahren durch den Freundeskreis komplett restauriert werden soll.
Zur Gestaltung des Lichterentzündens war Rabbiner Shaul Friberg von der Hochschule für jüdische Studien zusammen mit zwei Studenten aus Heidelberg nach Heinsheim gekommen. Nachdem zu Beginn der Feier ein hebräisches Lied zu Chanukka gesungen wurde, trat Rabbiner Friberg hervor. Er erläutert den Ursprung und die Geschichte des jüdischen Lichterfestes...    
Für die Entzündung des Lichtes gibt es einen Leuchter mit acht plus einem Arm, wie Friberg erläutert. Acht Arme stehen für die Chanukkatage. Der neunte Arm ist der "Schammasch", der Diener. Mit der Kerze auf dem neunten Arm werden die anderen acht Kerzen angezündet, jeden Tag eine, bis alle acht brennen. Der Chanukkaleuchter steht normalerweise an einem Fester das an einer Straße liegt. In Heinsheim war auf dem Vorplatz zur Synagoge jedoch ein überdimensionaler Leuchter aufgebaut. Über eine Leiter entzündete zunächst Rabbiner Raoul Friberg die erste Kerze. Weitere wurden von verschiedenen Personen entzündet. 
Unter ihnen die aus Russland stammende Studentin Marina Logunova mit jüdischen Wurzeln, die in Heidelberg studiert. Zum Abschluss der Feier wurde die traditionelle Speise" Latkes", das sind Kartoffelpuffer mit Apfelmus, gereicht. Bernd Göller, vom Freundeskreis "Ehemalige Synagoge" bat um Spenden für die Erneuerung des Dachs der Synagoge. Das Gebäude ist seit Juli 2013 im Besitz des Vereins und soll in den nächsten Jahren komplett restauriert werden. Die einstige Synagoge war 1938 an Privatleute verkauft worden und beherbergte zuletzt eine Schlosserei. d 
Link zum Artikel    
Fotos vom Entzünden des
 Chanukka-Leuchters 
(erhalten von Bernd Göller) 
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   Rabbiner Shaul Friberg (Heidelberg)
 entzündet die ersten Kerzen  
 Die Kerzen des 
Chanukkaleuchters brennen 
 "Latkes" werden gebacken
 und serviert 

   
    

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Bad Rappenau  
Website der Realschule Waibstadt, Seite über Vorkommnisse in der Pogromnacht 1938  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 130f. 
Wolfram Angerbauer/Hans Georg Frank: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn. S. 101-109. 
Michael Rothenhöfer: "Förmliche Kirchenfenster" für eine "nur tolerierte Sekte". Die Synagoge von Heinsheim am Neckar und ihre Schicksale. in: Kraichgau 14. 1995. S. 151-164. 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 319-320.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    

           
            


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Heinsheim  Baden. Jews are first mentioned in 1681. A cemetery is known from the early 17th century, afterwards serving the region and becoming one of the largest in southern Germany. A synagogue was erected in 1796 and the Jewish population grew to a peak of 118 in 1836. With their economic situation improving, half the Jews traded in cattle in the early 20th century. In 1933, 24 remained (total population 672). Nineteen left the village by the end of 1938. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the homes of the last five Jews were seriously damaged; two emigrated to the United States and three were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940.  
  
     

                   
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Stand: 16. Oktober 2014