Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
   

Heinsheim (Stadt Bad Rappenau, Kreis Heilbronn) 
Jüdischer Friedhof

Jewish Cemetery - Cimetière juif  
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde       
    
Siehe Seite zur Synagoge in Heinsheim (interner Link)    
   
   
Zur Geschichte dieses Friedhofes        
    
Bereits im 16. Jahrhundert wurde im Gewann "Schlierbach" (nahe den Heinsheimer Aussiedlerhöfen) ein jüdischer Friedhof angelegt. Er diente bis zum 19. Jahrhundert auch den Juden zahlreicher (bis zu 25) umliegender Gemeinden als Begräbnisstätte, bis mehrere dieser Gemeinden (u.a. Bad Rappenau und Bad Wimpfen) eigene Friedhöfe anlegten. In der Südostecke des Friedhofes gab es ein Tahara-Haus zur rituellen Waschung der Toten. 
  
In der NS-Zeit wurden nach Zeitzeugenberichten Grabsteine umgeworfen (Fläche 107,64 a). Nach Kriegsende mussten aktive NS-Unterstützer und -Unterstützerinnen (zum Beispiel aus der NS-Frauenschaft) aus der Umgebung die umgeworfenen Grabsteine wieder aufrichten.  
  
Der jüdische Friedhof in Heinsheim zählt zu den eindrucksvollsten jüdischen Friedhöfen Süddeutschlands.   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde    
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Heinsheim ist vorhanden:  J 386 Büschel  261: 
Gräberverzeichnis Heinsheim 1865 bis 1937 mit Register (277 Seiten):  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445316    
 
Das Gräberverzeichnis wurde 1890 von Louis Wiener angelegt und bis in die 1930er-Jahre weitergeführt.  
In dieser Zeit finden sich Verstorbene aus folgenden jüdischen Gemeinden in Heinsheim (Auswertung des Registers): Babstadt, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Berwangen, Bonfeld, Gemmingen, Gundelsheim, Heinsheim, Hochhausen, Hoffenheim, Hüffenhardt, Massenbach, Massenbachhausen, Neckarzimmern, Obergimpern, Siegelsbach, Untergimpern.            

  
  
Aus der Geschichte des Friedhofes 
Aufforstung in den 1960er-Jahren  

Heinsheim Friedhof StZ_19641002.jpg (151466 Byte)Artikel in der "Stuttgarter Zeitung" vom 10. Februar 1964: "Aus der Wildnis wird ein Park. 
Aufforstung des alten Judenfriedhofes in Heinsheim - Grabstätte am Waldsaum. 
Heinsheim, Kreis Mosbach (bal). Die an der Grenze zwischen den ehemaligen Ländern Württemberg und Baden liegende Gemeinde Heinsheim hat einen der größten und ältesten Judenfriedhöfe Süddeutschlands. Weitab vom Dorf, auf der Höhe von Bad Rappenau, liegt die mehr als vierhundert Jahre alte Grabstätte der Juden am Waldsaum; der Friedhof nimmt eine Fläche von mehr als einem Hektar ein. Auf dem weiten Gelände haben auch viele Juden die letzte Ruhe gefunden, die früher in Stuttgart oder in der Umgebung der heutigen Landeshauptstadt gelebt hatten [Anmeldung des Webmasters: diese Angabe ist nicht korrekt!).  
Der Friedhof macht der Gemeinde Heinsheim besonders in den letzten Jahrzehnten Kummer. Im Dritten Reich kam des öfteren die Anweisung, was mit dem Judenfriedhof zu geschehen habe: er sollte eingeebnet und landwirtschaftlich genutzt werden. Aber kein Bürger von Heinsheim legte Hand an die Gräber, nicht einmal das schmiedeeiserne Tor wurde abmontiert und, wie befohlen worden war, der Verwertung für Rüstungszwecke zugeführt. Die Juden - in Heinsheim wohnten über hundert - hatten anscheinend die Entwicklung vorausgesehen; sie waren bis auf eine Familie noch rechtzeitig ausgewandert. Die in Heinsheim Verbliebenen konnten dank der Unterstützung der dortigen Einwohner überleben [Anmerkung des Webmasters: diese Angabe ist nicht korrekt]. So kam es, dass sich niemand mehr um die Gräber kümmerte und mit den Jahren eine Wildnis den großen Friedhof überzog: Hecken und Gebüsch, Disteln und Dornen wuchsen munter über die Grabsteine.   
Im Jahre 1954 bekam der Bürgermeister Müller aus Heinsheim von dem Vorsitzenden des Oberrates der Israeliten den Auftrag, den Friedhof instandsetzen zu lassen; Gelder wurden der Gemeinde aus dem Wiedergutmachungsfonds zur Verfügung gestellt. Alsbald entfernte man das wuchernde Gebüsch, legte einen Weg durch die Gräberfelder an und errichtete auch die Umfassungsmauer neu oder besserte sie aus. An den Gräbern selbst durfte aber nach der Anordnung des Oberrates nichts gemacht werden.  
In den letzten Jahren wurde der Judenfriedhof mit Zierpflanzen und Bäumen aufgeforstet, damit die Unterhaltung des weiten Geländes nicht zu teuer ist. In wenigen Jahren wird er parkähnlichen Charakter haben, und weil bei der Flurbereinigung an das abgelegene Stück Land auch ein Weg gebaut wird, kann der Friedhof den Besuchern mehr als bisher zugänglich gemacht werden."    

  
  
Die Lage des Friedhofes  

Heinsheim FriedhofLage.jpg (135848 Byte)
Lage des jüdischen Friedhofes Heinsheim 
(durch Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden) 
(topographische Karte aus den 1970er-Jahren)  
Lage des Friedhofes, eingetragen im Stadtplan Bad Rappenau: 
unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" "
Friedhof, jüd. (Nähe Bartsmühle)"
anklicken   
  
    

  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    
   

Größere Kartenansicht      
  
  
  
Fotos   
Neuere Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.10.2003)

Heinsheim Friedhof 164.jpg (92868 Byte) Heinsheim Friedhof 760.jpg (56976 Byte) Heinsheim Friedhof 162.jpg (98636 Byte)
Eingangstor zum Friedhof
  
Hinweisschild (neu; Aufnahme August 2006:
 Tanja Breunig, Stadt Bad Rappenau)
Teilansicht  
  
     
Heinsheim Friedhof 154.jpg (91406 Byte) Heinsheim Friedhof 160.jpg (93802 Byte) Heinsheim Friedhof 155.jpg (94757 Byte)
Teilansichten  
 
Heinsheim Friedhof 158.jpg (72000 Byte) Heinsheim Friedhof 159.jpg (82554 Byte) Heinsheim Friedhof 151.jpg (76028 Byte)
Einzelne Grabsteine  
 
Heinsheim Friedhof 150.jpg (74942 Byte) Heinsheim Friedhof 152.jpg (65323 Byte) Heinsheim Friedhof 156.jpg (65591 Byte)
Einzelne Grabsteine  
 
Heinsheim Friedhof 170.jpg (79223 Byte) Heinsheim Friedhof 171.jpg (95883 Byte) Heinsheim Friedhof 172.jpg (103604 Byte)
Einzelne Grabsteine und Grabsteingruppen  
   
Heinsheim Friedhof 173.jpg (105230 Byte) Heinsheim Friedhof 179.jpg (79223 Byte) Heinsheim Friedhof 174.jpg (95166 Byte)
Einzelne Grabsteine und Grabsteingruppen  
  
Heinsheim Friedhof 175.jpg (100449 Byte) Heinsheim Friedhof 177.jpg (92349 Byte) Heinsheim Friedhof 178.jpg (92768 Byte)
"Abgegangene" Grabsteine        
     
Heinsheim Friedhof 153.jpg (74509 Byte) Heinsheim Friedhof 163.jpg (87413 Byte) Heinsheim Friedhof 157.jpg (63936 Byte)
Symbolik: Links das aufgeschlagene Buch für
 einen schriftkundigen Menschen; in der 
Mitte Schabbatbrote und Schabbatleuchter
  Die Symbolik mit zwei Löwen kommt 
mehrfach auf dem Friedhof vor  
 
     
Heinsheim Friedhof 176.jpg (100035 Byte) Heinsheim Friedhof 161.jpg (86085 Byte)  
Blick über die letzte 
belegte Abteilung
Unter den letzten Beigesetzten: Rosa Bauer 
aus Neckarzimmern (1862-1935) 
 

   
   
Ältere Fotos   
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre)     

Heinsheim Friedhof02.jpg (44953 Byte) Heinsheim Friedhof03.jpg (136831 Byte) Heinsheim Friedhof04.jpg (70795 Byte)
 Hinweistafel am Wanderweg  Haupteingang zum Friedhof    
     
 Heinsheim Friedhof05.jpg (127408 Byte) Heinsheim Friedhof06.jpg (100230 Byte) Heinsheim Friedhof07.jpg (99243 Byte)
Teilansicht des
 Friedhofes  
 Nur wenige jüdische Friedhöfe
 Süddeutschlands haben eine derart reiche
 Symbolsprache auf den Grabsteinen 
"Hand Gottes" 
und Sonne 
      
     
Heinsheim Friedhof08.jpg (88459 Byte) Heinsheim Friedhof09.jpg (97634 Byte) Heinsheim Friedhof10.jpg (95491 Byte)
Schabbatbrote und Schabbatleuchter   Löwengestalten  Löwengestalten
       
Heinsheim Friedhof11.jpg (106988 Byte) Heinsheim Friedhof12.jpg (118739 Byte) Heinsheim Friedhof13.jpg (100860 Byte)
Engelskopf 
Die Sanduhr als Symbol 
der Vergänglichkeit
Das Herz als Zeichen 
inniger Verbundenheit
     
Heinsheim Friedhof14.jpg (101774 Byte) Heinsheim Friedhof15.jpg (162099 Byte) Heinsheim Friedhof16.jpg (94868 Byte)
Die Menora als ein auf alten 
Grabsteinen seltenes Symbol 
Teilansicht des 
Friedhofes 
 Links das aufgeschlagene Buch für 
einen schriftgelehrten Menschen 
     
Heinsheim Friedhof17.jpg (126547 Byte) Heinsheim Friedhof19.jpg (154571 Byte) Heinsheim Friedhof20.jpg (156821 Byte)
  Es folgen Teilansichten des Friedhofes:     
     
Heinsheim Friedhof21.jpg (162844 Byte) Heinsheim Friedhof22.jpg (168100 Byte) Heinsheim Friedhof23.jpg (99615 Byte)
            
     
 Heinsheim Friedhof24.jpg (148533 Byte) Heinsheim Friedhof25.jpg (148127 Byte) Heinsheim Friedhof26.jpg (109136 Byte)
  Hauptweg durch den Friedhof  
  
Heinsheim Friedhof27.jpg (119286 Byte) Heinsheim Friedhof28.jpg (125274 Byte) Heinsheim Friedhof29.jpg (141443 Byte)
          
     
Heinsheim Friedhof30.jpg (79869 Byte) Heinsheim Friedhof32.jpg (113056 Byte) Heinsheim Friedhof31.jpg (136788 Byte)
        
     
   Heinsheim Friedhof33.jpg (101959 Byte)   
     

   
    
Video zum jüdischen Friedhof Heinsheim  - IBB Video Productions   
  
  
   
    

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Bad Rappenau   
Website des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Heinsheim   
Wikipedia-Artikel "Jüdischer Friedhof (Heinsheim)    
Eine private Website mit Hinweis zum jüdischen Friedhof Heinsheim  
Weitere private Website   
"Im Archiv geblättert": 
Zeitungsbericht Stuttgarter Zeitung vom 2.Oktober 1964: "Aus der Wildnis wird ein Park. Aufforstung des alten Judenfriedhofes in Heinsheim"
Zur Seite über die Synagoge in Heinsheim (interner Link)   

Literatur:  

Michael Konnerth: "Judenfriedhof bei Bad Rappenau-Heinsheim", in: Bad Rappenauer Heimatbote. Heimatgeschichtliche Beilage des Mitteilungsblattes. 6/1994 S. 23-37. 

  
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 06. April 2014