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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden
Sinsheim lebten Juden bereits im Mittelalter; möglicherweise kam es zur
Bildung einer Gemeinde. Quellen liegen für die Zeit Anfang des 14. bis Ende des
15. Jahrhunderts vor.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 18.
Jahrhundert zurück. 1705 waren zwei jüdische Familien in der Stadt, 1722 und 1743
waren es jeweils neun Familien. 1782 wurden 121 jüdische Personen gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1825 75 jüdische Einwohner (2,8 % von insgesamt 2.649), 1852 121
(4,2 % von 2.854), 1871 135, 1890 149, 1900 119 (4,0 % von 3.011), 1910 95 (2,9
% von 3.327).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule, ein rituelles Bad und einen eigenen Friedhof.
Seit 1827 war Sinsheim Sitz eines
Rabbinatsbezirkes für etwa 20 Gemeinden der Umgebung (insbesondere Grombach,
Hoffenheim, Hüffenhardt,
Neckarbischofsheim, Waibstadt,
Neidenstein, Obergimpern,
Bad Rappenau, Rohrbach,
Siegelsbach, Steinsfurt,
Wollenberg). Seit 1875 übernahm der
Bezirksrabbiner von Heidelberg die Rabbinatsfunktionen in Sinsheim. Neben
dem Rabbiner gab es am Ort einen Religionslehrer, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war. Als Religionslehrer und Vorbeter sind bekannt (Angaben
unsicher, da sich mehrere Angaben bei W. Bauer s.Lit. mit den Presseartikeln
s.u. zu den Lehrern teilweise nicht in Übereinstimmung bringen lassen):
1790-1818 Wolff Heidenheimer, 1818 bis 1823 Jacob Link, 1823-1870 David
Gundelfinger, 1871 - vor 1885 Hermann Oppenheimer (?), bis 1885 kurzzeitig A.
Hubert, 1885-1890 Samuel Steinfeld (siehe Bericht unten), 1891-1896 (?) Moses Lippmann, 1896 (?) -1926
Maier Rosenberger, 1930-1934 Arthur Auerbach.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde zwei junge
Männer, die beide Julius Weil hießen.
Um 1924, als 72 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (2,2 % von
insgesamt etwa 3.400 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Moritz
Ledermann, Julius Beer, Josef Michel und Max Adler. An jüdischen Vereinen
gab es: den Israelitischen Wohltätigkeitsverein (1924 20 Mitglieder,
Leiter M. Ledermann), den Israelitischen Frauenverein (1912 20 Mitglied,
Leiterinnen Frau Bär und Frau Ledermann), den Talmud-Toraverein (1924 20
Mitglieder, Leiter Lehrer Rosenberger), den Verschönerungsverein (1924
20 Mitglieder, Leiter M. Ledermann) und den Begräbnisverein (1924 20
Mitglieder, Leiter M. Ledermann). 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde
Gustav Bauer (1. Vors.), Julius Beer (2. Vor.), Moritz Ledermann (3. Vors.). Als
Lehrer und Kantor war inzwischen Arthur Auerbacher tätig. Er unterrichtete im
Schuljahr 1931/32 17 Kinder in Religion. Zur Gemeinde Sinsheim gehörten
inzwischen auch die noch in Rohrbach
lebenden jüdischen Personen (1932: 3).
Die im
Besitz jüdischer Familien befindlichen Gewerbebetriebe spielten eine wichtige
Rolle im wirtschaftlichen Leben der Stadt. An
ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels-
und Gewerbebetrieben
sind bekannt: Weinhandlung Max Adler (Muthstr.13, Initialen "MA" an Türsturz),
Hadernsortieranstalt Jacob und Julius Beer (Jahnstraße 9, abgebrochen),
Textilwarengeschäft Max Kohn (Hauptstraße 106, bis zur Deportation 1940),
Feinkost- und Lebensmittelgeschäft Gebr. Krell (Bahnhofstraße),
Landesproduktenhandlung Albert Ledermann (Freitagsgasse), Lebens- und
Futtermittelhandlung Ledermann (Ladestraße), Moritz Ledermann (Muthstraße 11,
bis zur Deportation 1940), Schreibwarengeschäft Gustav Münzesheimer (Hauptstraße),
Mehl- und Getreidehandlung Gebr. Oppenheimer (bis 1920, Bahnhofstraße 7), Bäckerei
Leopold Reinach (Hauptstraße), Textilwarengeschäft Max Scherer (Bahnhofstraße
23/25), Bäckerei Moritz Scherer (Hauptstraße 82), Manufakturwarengeschäft und
Auswandereragentur Abraham Seligmann (Hauptstraße 88, abgebrochen), Öl- und
Fetthandlung Julius Wertheimer (Weihergäßchen mit Lagerhalle in der Langen
Gasse).
1933 wurden noch 71 jüdische Einwohner in Sinsheim gezählt.
Durch die mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten einsetzende
Entrechtung, die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts und die zunehmenden
Repressalien verließ alsbald ein Teil von ihnen die Stadt oder wanderte aus.
1935 wurde Juden das Zuzugsrecht nach Sinsheim untersagt. Die Teilnahme an
öffentlichen Veranstaltungen, Märkten, Versteigerungen usw. wurde verboten.
Sie durften keine Grundstücke mehr erwerben und erhielten kein e
Gemeindeaufträge mehr. Bis 1938 kamen alle jüdischen Geschäfte zum Erliegen.
Emigrieren konnten in die USA 27 Personen, nach Palästina 5, Frankfurt 3,
Holland und England je 1. 1938 wohnten nur noch zwei jüdische Familien in der
Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört, später abgebrochen. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten sechs jüdischen Einwohner
Sinsheims nach Gurs deportiert.
Von den in Sinsheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Hermann Apfel (1854), Josef Apfel (1885), Arthur
Auerbacher (1895), Jakob Auerbacher (1865), Selina Auerbacher (1897), Abraham
Bodenheimer (1873), Johanna Freund (1865), Dora Fuchs geb. Weil (1867), Adelheid
van Hessen geb. Weil (1894), Mathilde Hirsch (1872), Emilie Kohn geb. Blum
(1871), Max Kohn (1865), Alfred Krell (1897), Anne Krell geb. Kapustin (1907),
Moritz Ledermann (1865), Rosel Levy geb. Oppenheimer (1884), Bertha
Oppenheimer geb. Münzesheimer (1874), Rosa Rosenberg geb. Wimpfheimer (1889),
Johanna Rosenfeld (1870), Alice (Alisa) Scherer (1913), Josef Scherer (1906 oder
1908), Kurt Scherer (1908), Mathilde Scherer (1868), Regina Sommer (1898),
Alfred Strauss (1910), Martha Strauss (1875).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Rabbiner
Ausschreibung der Religionslehrerstelle 1885
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1885:
"Auskündigung einer Religionsschul-Stelle. Nr. 261. Die mit dem
Vorsänger- und Schächterdienst verbundene Religionsschulestelle in der
israelitischen Gemeinde Sinsheim (Amtsstadt) wird hiermit auf Antrag des
Synagogenrats zur Neubesetzung ausgeschrieben. Der feste Gehalt beträgt
700 Mark, das Nebeneinkommen etwa 800 Mark ausschließlich des
gesetzlichen Schulgelds und ausschließlich eventueller Vergütung
für den israelitischen Religionsunterricht an der höheren Bürgerschule.
Wahrscheinlich kann dem Inhaber der Stelle wie seither auch fortan der
Religionsunterricht in einer benachbarten Gemeinde gegen besondere,
angemessene Bezahlung übertragen werden.
Seminaristisch gebildete Bewerber, welche im Stande sind, die Stelle in
tüchtiger Weise auszufüllen, wollen ihre Meldungen unter Anschluss ihrer
Zeugnisse binnen drei Wochen anher gelangen zu lassen.
Heidelberg, 23. März 1885. Die Bezirks-Synagoge." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" am 23. März 1885: "An
alle nichtbadischen Lehrer. Demnächst wird die hiesige Lehrerstelle von
der Bezirks-Synagoge (nicht von der Gemeinde) zur Neubesetzung
ausgeschrieben. Im Interesse aller nichtbadischen Kollegen, die sich
hierbei melden würden, mache ich diesen aufmerksam, dass nur badische
Bewerber Aussicht für diese Stelle haben.
Sinsheim, im März 1885. A.
Hubert, Lehrer (ein gebürtiger Bayer) (Bisheriger Verwalter der Stelle). |
| Trotz der "Warnung" wurde 1885 der
aus dem hessischen Josbach stammende
Samuel Steinfeld eingestellt (siehe Bericht unten). |
25jähriges Ortsjubiläum des
Religionslehrers/Vorsängers D. Gundelfinger (1858)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1858:
"Aus Baden, im August (1858). Am Schabbat Ekew (31. Juli 1858)
waren es 25 Jahre, dass D. Gundelfinger, ein geborener Württemberger, bei
der Gemeinde Sinsheim als Religionslehrer und Vorsänger angestellt,
respektive aufgenommen wurde. Die Gemeinde ergriff diese Veranlassung um
ihrem gewissenhaften und beliebten Lehrer ein äußeres Zeichen ihrer
Liebe und Hochachtung zu geben. In dem israelitischen Gasthause 'zur
Pfalz' in Gegenwart der Schuljugend, der meisten Männer und Frauen der
Gemeinde überreichte an genanntem Sabbate der Synagogenrat mit einer
angemessenen Ansprache dem Gefeierten einen prächtigen silbernen Pokal.
Derselbe sprach mit Bezug auf Vers 1 des 111. Psalms in seiner Antwort
seinen Dank gegen Gott, gegen die Gemeinde aus mit näherer Bezeichnung
der Pflichten, Mühen und Beschwerlichkeiten eines Lehrers.
Wie in den jüngsten Jahren, prüfte auch dieses Jahr Herr Oberrat
Altmann, als landesherrlicher Kommissär, Schulen, und zwar die
öffentlichen auch im weltlichen Unterrichte. Es wäre zu wünschen, wenn
derselbe auf seinen Reisen auch anderen Gemeindeverhältnissen seine
Aufmerksamkeit schenkte, denn diese stehen nicht selten in den Händen von
indifferenten und egoistischen Vorständen und lassen gar Vieles zu
wünschen übrigen. Die meisten Herren Rabbinen, deren Feld dies
eigentlich ist, tun dann meistens nur etwas, wenn sie dazu angeregt werden
oder nicht ausweichen können.
Ein allgemeines Interesse namentlich in der Lehrerwelt Badens hat
gegenwärtig die in Ausführung zu bringende vom letzten Landtage
beschlossene Gehaltserhöhung derselben. Unterlehrer- und
Religionslehrer-Gehalte sollen von 140 Gulden zu 175 Gulden erhöht und
die Stellen der Hauptlehrer teils durch Gehaltserhöhen, teils durch
Personalzulagen und Liegenschaften aufgebessert werden." |
Über die Wirksamkeit des Rabbiners
Geißmar (1867)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1867:
"Sinsheim (Baden). Die großen Verdienste des würdigen,
hochgelehrten greisen Rabbiners Geißmar in Sinsheim um Schule und
Synagoge sind schon zum Öfteren in öffentlichen Blättern rühmlichst
erwähnt und anerkannt worden; und will man durch dieses nur auf die
gediegenen, lehrreichen und erbaulichen Vorträge, die dieser Rabbiner
bereits seit zwei Jahren jeden Sabbat abhält, aufmerksam machen und zur
Sprache bringen, wie diese Vorträge eine Fülle von Gelehrsamkeit
enthalten, erbauend und belehrend sind, sodass sie jedem der Anwesenden zu
kurz vorkommen. Es wäre zu wünschen, dass diese Vorträge durch den
Druck Verbreitung fänden. Möchte sich daher Herr Rabbiner Geißmar durch
diese Zeilen veranlasst sehen, diesem unserem Wunsche zu
entsprechen." |
Über den Lehrer Samuel Steinfeld (in Sinsheim von
1885-1890), später Oberkantor in Augsburg (Bericht zu seinem Tod
1933)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15.
April 1933: "Samuel Steinfeld - er ruhe in Frieden -.
Am 13. März (1933) verschied unser lieber Freund und Kollege, der wegen
seiner hohen geistigen Qualitäten und seiner Friedensliebe allgemein
geschätzte Oberkantor und Lehrer i.R. Samuel Steinfeld.
Samuel Steinfeld seligen Andenkens war am 6. Juli 1863 in Josbach
in Hessen geboren. Seine Ausbildung empfing er im Lehrerseminar in Köln
und genoss dann die Freuden und Leiden des jungen Lehrers in den Gemeinden
Meckenheim, Gailingen und Sinsheim
(Baden). Hier schloss er den Bund der Ehe mit einer
gleichhochstrebenden Frau. Aus der überaus glücklichen Ehe entsprossen
sieben Kinder.
Im Jahre 1890 wurde der Verblichene als zweiter Kantor nach Karlsruhe
berufen. Hier war ihm die Möglichkeit gegeben, auf dem Konservatorium
seinen sonoren Bariton schulen zu lassen, und es ist sicherlich dieser
ausgezeichneten Stimmbildung mit zuzuschreiben, dass der Sänger bis zum
Lebensende bewundernswert durchhalten konnte.
1895 wurde ihm von der Kultusgemeinde Augsburg
unter 60 Bewerbern die Stelle eines 1. Kantors und Lehrers übertragen. Er
waltete hier bis zur Erreichung der Altersgrenze in segensreichster Weise,
im Nebenamt auch als Schofarbläser, gewissenhafter Mohel und
zuverlässiger Verwalter der Armenkasse.
Dem gab am Tage der Beerdigung, die unter großer Anteilnahme der
Gesamtgemeinde in ehrenvollster Weise sich vollzog, Herr Bezirksrabbiner
Dr. Jakob, in tief gefühlten Worten Ausdruck. Unter ehrenden Worten
sprach sodann der erste Vorsitzende des Vorstandes, Herr Justizrat Dr. Strauß,
dem pflichttreuen Beamten den Dank und die Anerkennung der Verwaltung und
der Gesamtgemeinde aus und schloss mit der Versicherung, dass man hier
seiner stets in Ehren gedenken werde. Feierlich umrahmt waren die beiden
Nachrufe durch ein Quartett 'Enoch' von Lewandovsky und durch das 'El
mole Rachamim', tief empfunden und künstlerisch vollendet gesungen
vom Ortskollegen, Herrn Oberkantor Heimann.
Nach der Beerdigung gab im Trauerhause der langjährige Amtsgenosse Dr. E.
Fränkl in einem 'Lernen' der großen Trauer des engeren Freundeskreises
Ausdruck und versprach im Namen und im Auftrage der Standesorganisationen
(Jüdischer Lehrerverein für Bayern, Bezirkskonferenz Schwaben und
Allgemeiner deutscher Kantorenverband) dem treuen Kollegen Treue um Treue.
Möge von jedermann Gottesverehrung und Menschenliebe in gleicher
Vorbildlichkeit geübt werden! (hebräisch und deutsch:) 'Möge unser Ende
dem seinen gleichen!' Dr. E.F." |
"Die Badenser wehren sich" - ein Aufruf jüdischer Lehrer - Initiative
von Lehrer Maier Rosenberger, Sinsheim und Lehrer F. Hanauer, Steinsfurt
(1903)
Zum Tod der Frau von Lehrer Rabbinowitz geb. Scherer (1912)
Lehrer Maier Rosenberger referiert bei der Bezirkslehrerkonferenz in Heidelberg
(1914)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Juli 1914:
"Heidelberg, 24. Juli (1914). Am 5. dieses Monats tagte hier unter
dem Vorsitz des Bezirksrabbiners Herrn Dr. Pinkuß die Lehrerkonferenz aus
den Bezirken Heidelberg, Ladenburg und Sinsheim. Nach den herzlichen
Begrüßungsworten des Herrn Vorsitzenden erledigten sich zwei Referenten
ihrer Themen mit großer Meisterschaft. Herr Rosenberger - Sinsheim
sprach über die Genesis (= 1. Buch Mose) und den Aufbau des Schmone Esreh
(=18-Bitten-Gebet) nach dem bekannten Werke des Dozenten Elbogen - Berlin
und wusste die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer durch eine Fülle neuer
Gesichtspunkte und durch die mit Bienenfleiß zusammengetragenen
Belegstellen geistreich zu fesseln. Der Ganz durch die Jahrzausende
unseres Gebetes, die Etymologie der Begriffe Tefilo, Siddur, Machsor und
seiner Paitanim - alles dieses entstand vor de Auge der Zuhörer und kristallisierte
sich zu der unumstößlichen Zugkraft unserer Gebete, aus denen wieder
andere Bekenntnisse ihre Anleihen gemacht haben. - Herr Herz - Wollenberg
behandelte die 'Methodik beim biblischen Geschichtsunterricht nach
Herbert-Zimmerschen Grundsätzen in interessanter, belehrender Weise und
verstand es, dem Thema viele begehungswerte Wege vorzuzeichnen, deren
Einschlagung große Erfolge verwirklichen werden. Der Vorsitzende dankte
den Rednern für ihre vorzüglichen Arbeiten, deren Veröffentlichung von
großen Interesse auch für die Allgemeinheit sei, und konstatierte aus
dem großen Beifall das allseitige Einverständnis, dass die erzielte
Wirkung auf die Zuhörer bekundete, die auch von einer eigentlichen
Diskussion Abstand nahmen. Bei dem angeschlossenen Mittagessen wurde
manches geistreiche Wort gewechselt, das in der Hauptsache auch das
schöne Verhältnis des Vorsitzenden zu seinen Lehrern erörtert." |
Zum Tod von Lehrer Maier Rosenberger (1929)
Artikel
in der "CV-Zeitung" vom 29. Oktober 1929: "Maier
Rosenberger, der über 40 Jahre lang das Amt eines Lehrers und Vorbeters
in Sinsheim innehatte, ist vor kurzem einem arbeitsreichen Leben entrissen
worden. Sein Andenken wird bei allen seinen jüdischen und christlichen
Freunden, die seinen hohen Idealismus und seine stete Hilfsbereitschaft
kannten, weiter fortleben." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Brand in Sinsheim - Handelsmann S. Grünhut (Neckarbischofsheim) und Amtsbote
Günter können größeren Schaden verhindert (1891)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1891:
"Sinsheim, 14. Mai (1891). Hier fand ein großer Brand statt; aus dem
Berichte über denselben im hiesigen 'Landboten' sei Folgendes mitgeteilt.
Wir sind in der Lage zweier auswärtiger Männer rühmend zu gedenken,
durch deren tatkräftiges und besonnenes Eingreifen Herr Küfermeister
Müller, dessen Werkstätte sich in dem brennenden Gebäude befand, vor
großem Schaden bewahrt wurde. Es sind dies die Herren Amtsbote Günter
von Untergimpern und Handelsmann S. Grünhut von Neckarbischofsheim,
welche noch vor Ertönen der Feuersignale kurz nacheinander in die mit
erstockendem Raum erfüllte Werkstätte eindrangen und deren rastloser
Tätigkeit es gelang, die darin aufgespeicherten 30 Fässer sämtlich
herauszuschaffen, hierbei erlitt Herr Grünhut an der einen Hand ziemlich
erhebliche Quetschungen und Brandwunden. Ehre den beiden wackeren
Männern!" |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Über den aus Sinsheim stammenden Lehrer am
Philanthropin Frankfurt, Jakob Scherer (Artikel von 1911)
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen des Manufakturwaren und Konfektionsgeschäftes
Abraham Seligmann (1900 / 1908)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1900: |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1908: |
Hochzeitsanzeige von Alfred Krell und Anna
geb. Kapustin (1931)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar 1931: "Gott
sei gepriesen. Alfred Krell - Anna Krell geb. Kapustin.
Vermählte. Sinsheim (Elsenz) Wilhelmstraße 88 - Ladenburg
a.N. Sonntag, 1. Februar 1931 - 14. Schewat 5691. Trauung:
so Gott will, 1 Uhr, August-Lamey-Loge. Mannheim C
4.12". |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Ende des 18. Jahrhundert und bis
1818 befand sich ein Betsaal im Haus Joseph Marx (Rosengasse 10). Als
dieser 1818 starb, wollten seine Kinder nicht, dass in ihrem Haus weiterhin die
Gottesdienste gefeiert werden. Damals genügte dieser Betsaal auch nicht mehr,
nachdem die jüdische Gemeinde über 70 Gemeindeglieder hatte. Ein neuer
Betsaal konnte 1818 im Haus von Liebmann und Joseph Freudenberger
eingerichtet werden (Hauptstrasse 103). Doch war die Gemeinde mit diesem Betsaal
auch nicht zufrieden, da er sich insgesamt in einem schlechten Zustand befand
und das Verhältnis zu den Vermietern nicht immer das Beste war.
Die Pläne, eine eigene Synagoge zu bauen, gehen
bereits auf die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Mit einer "Verordnung
der Judenschaft dahier" vom 27. April 1808 gründeten die Sinsheimer Juden
eine Stiftung zum Bau einer Synagoge. Elf Familien verpflichteten sich mit
dieser Verordnung, wöchentlich einen bestimmten Betrag in eine gemeinsame Kasse
einzuzahlen. Außerdem wurde genau festgelegt, für welche Geschäftshandlungen
(zum Beispiel beim Kauf oder Verkauf von Vieh) ein bestimmter Betrag in den
Synagogenfond zu bezahlen war. Jahrelang hat man auf diese Weise einen
finanziellen Grundstück für die Baukosten der Synagoge angespart. Seit 1827
wurden die Planungen intensiviert. Die Judenschaft bat am 11. Dezember 1827 den
Rat und Bürgerausschuss der Stadt um kostenlose Überlassung von Bauholz an die
Synagoge. Die Bitte wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Stadt selbst
große finanzielle Sorgen habe. Immerhin einen "ordentlichen Stamm eichenen
Holzes" wollte man aus dem Stadtwald zur Verfügung stellen. Der ablehnende
Bescheid der Stadt zog den Bau wiederum in die Länge. Auch sträubten sich
Liebmann und Joseph Freudenberger, in deren Haus der Betsaal war, gegen den Bau
einer Synagoge, da sie für die Benutzung des Betsaales eine Gebühr von der jüdischen
Gemeinde erhielten. Doch konnten sie schließlich umgestimmt werden. Nachdem
seit 1831 Anträge zum Bau der Synagoge an das Bezirksamt Sinsheim geschrieben
wurden und viele Fragen zu klären waren, erfolgte am 22. Mai 1835 die
Genehmigung von Seiten der Regierung des Unterrheinkreises. Baumeister Friedrich
Wundt aus
Heidelberg hatte die entsprechenden Pläne mit Kostenvoranschlag gefertigt und
diese von dem Gutachter und Hofbaumeister Künzle genehmigen lassen. Der
Kostenvoranschlag belief sich auf 3.300 Gulden ohne das Grundstück, das die
Gemeinde in der "Kleinen Grabengasse" bereits seit einiger Zeit
gekauft hatte. Nun lag dem Bezirksamt Sinsheim daran, dass umgehend mit dem Bau
begonnen wurde. Dieser ging dann auch zügig voran und bereits im Mai 1837
erfolgte die Abnahme durch die Großherzogliche Bauinspektion Heidelberg, die
noch einige Mängel zu beanstanden hatte. Einen Teil der nicht vom
Synagogenbaufonds abgedeckten Bausumme erbrachte die Versteigerung der
Synagogenplätze, für den Rest musste man ein Darlehen aufnehmen, dessen
Tilgung aus kleinen, wöchentlich zu entrichtenden Beiträgen aller jüdischen
Familien geschah.
Bei der Synagoge, die auf dem heutigen Grundstück Kleine
Grabengasse 6 erbaut wurde (seitdem hieß diese Gasse bis 1933 "Synagogengasse"),
handelte es sich um einen
Backsteinbau ohne jeden äußeren Schmuck mit einfachem Verputz. Es war ein
zweigeschossiger Bau mit Speicher, der in späteren Jahren noch ausgebaut und in
den Jahren 1936 bis 1938 auch bewohnt wurde. Im Erdgeschoss war außer dem
Betsaal für die Männer das rituelle Bad, im Obergeschoss befand sich neben der
Frauenempore eine Schulstube.
Bis Ende der 1920er-Jahre wurde die Synagoge bestimmungsgemäß
benutzt. Nachdem jedoch die jüdische Gemeinde infolge der Abwanderungen immer
kleiner wurde, hat man die Frauenplätze in den Erdgeschoss unter die Empore
gelegt und das halbe Obergeschoss (mit Empore) sowie den Speicher als Wohnung
ausgebaut. Der Haupteingang befand sich auf der Westseite; das Gebäude war etwa
drei Meter nach Süden von der "Großen Grabengasse" zurückgesetzt.
Gegen die Große und die Kleine Grabengasse war das Grundstück durch eine etwa
1,50 m hohe Natursteinmauer abgeschlossen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute zerstört, später
abgebrochen (siehe den Bericht unten). Das Gelände ist neu überbaut
(Kleine Grabengasse 6). Erhalten blieb nur der einige Jahre später wieder
aufgefundene Grundstein der Synagoge
(im Heimatmuseum).
Im November 1988 wurde ein Gedenkstein
zur Erinnerung an die Synagoge an ihrem Standort aufgestellt.
| Texte: |
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Die Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 nach
einem Augenzeugenbericht
(Quelle: Wilhelm Bauer Art. "Nur bei Einbruch der Dunkelheit zu den
Juden" in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 9.4.1984)
"In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 zog ein Trupp
Sinsheimer SA-Leute, nationalsozialistische Kampflieder singend zur Synagoge.
Zunächst wollten sie die Synagoge anzünden, jedoch die Anwohner protestierten
gegen dieses Vorhaben, da einerseits die Schreinerei Wirth, andererseits die
Waldmeister-Schick'sche Scheune voll Heu und Stroh standen, so dass leicht ein
großer Brand hätte entstehen können. Daraufhin kletterten einige SA-Leute auf
das Synagogendach, warfen die Ziegel herunter und zerschlugen die Dachsparren.
Andere zertrümmerten mit Äxten und Hämmern das Inventar. Stühle, Bänke,
Vorhänge, die Gebetsrollen und vieles andere wurde auf Wagen geworfen und zur
"Stadtwiese", die damals "Robert-Wagner-Platz" hieß,
abtransportiert. Dort wurde alles zu einem Haufen aufgestapelt und verbrannt.
Die Schüler der Sinsheimer Schulen mussten zum Platz marschieren, einen Kreis
um das Feuer bilden und nationalsozialistische Lieder absingen. An der
Synagoge selbst wurde das Zerstörungswerk fortgesetzt: Kleider, Wäsche und
Lebensmittel wurden von fanatisierten Einwohnern geplündert.
Beinahe hätten sich die Synagogenschänder noch ihr eigenes Grab gegraben,
denn in ihrem Zerstörungswahn begannen sie die hölzernen Stützpfeiler der
Empore durchzusägen, und wenn sie kein Zuschauer gewarnt hätte, wäre die
Empore samt der darauf gebauten Wohnung auf die Übeltäter gestürzt. Josef
Scherer und Alfred Krell, die zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge wohnten,
wurden mit Schlägen und Fußtritten verjagt, noch am gleichen Tag verhaftet und
in das KZ Dachau gebracht. Sie wurden zwar im Januar 1939 wieder entlassen,
sollten aber ihrem schweren Schicksal nicht entgehen. Der damalige
Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Eugen Rieg erschien selbst am Tatort und es
war die Rede davon, hier eine Milchsammelstelle zu bauen. Dem schob jedoch ein
Nachbar einen Riegel vor, indem er in einer schnellen Kaufverhandlung mit dem
damaligen Vertreter und Ortsvorsteher der nun nur noch aus zwei Familien
bestehenden jüdischen Gemeinde, Moritz Ledermann in der Muthstraße einen
Kaufvertrag abschloss, der auch gleich vom damals noch bestehenden Oberrabbinat
genehmigt wurde."
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| Die Einweihung des Gedenksteines für die
zerstörte Synagoge im November 1988: |
Artikel
in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 12./13. November 1988: "'Schuld
muss bindende Macht behalten'. Gedenkstein erinnert an frühere Sinsheimer
Synagoge.
Sinsheim. Über 100 Jahre hatte sie ihren Platz in der kleinen Grabengasse
in Sinsheim, ehe sie in den frühen Morgenstunden des 10. November 1938
zerstört wurde: die Synagoge der jüdischen Gemeinde Sinsheim. Am
ehemaligen Standort dieses Gotteshauses erinnert jetzt ein Gedenkstein an
das furchtbare Geschehen vor 50 Jahren, den Oberbürgermeister Dr. Sieber
am Donnerstag Nachmittag im Beisein zahlreicher Sinsheimer Bürgerinnen
und Bürger enthüllt.
Damals sei aber mehr zerstört worden, als nur die Synagoge, hielt das
Stadtoberhaupt vor Augen, nämlich auch die moralische Glaubwürdigkeit
unseres Volkes. Und diese Bürde laste heute noch auf uns und gebe Anlass,
der früheren jüdischen Mitbürger zu gedenken. Viele davon hätten im
gesellschaftlichen Leben Sinsheims eine Rolle gespielt. Dr. Sieber nannte
stellvertretend den Namen Sallo Ledermann, der im März 1933 zum
Vorsitzenden des SV Sinsheim gewählt, wenige Tage später aber wieder
abgesetzt wurde. OB Dr. Sieber begrüßte in diesem Zusammenhang zur
Feierstunde die noch einzigen jüdischen Mitbürger Sinsheims, Ludwig
Scherer mit Gemahlin, die mit die Anregung zur Errichtung dieses
Gedenksteins gegeben hätten. 'Mit Beschämung und Trauer erinnern wir uns
an das Geschehen vor 50 Jahren, das gleichzeitig auch eine Mahnung sein
soll, Konsequenzen für unser künftiges Verhalten und Handeln zu ziehen',
sagte Dr. Sieber.
Pfarrer Dr. Joachim Hahn, Stuttgart (statt Karlsruhe), beleuchtete
die Rolle der Christen in dieser jüdischen Tragödie, die vor 50 Jahren
auch geschwiegen hätten. Er erinnerte daran, dass im Jahre 388 in einer
mesopotamischen Stadt zum ersten Mal von Christen eine Synagoge niedergebrannt
und mit lästernden Kommentaren begleitet worden sei. Die Ressentiments
gegenüber jüdischen Mitbürgern seien auch eine Folge der antijüdischen
Hetze christlicher Prediger gewesen. Selbst Martin Luther sei in alte
Judenhetze verfallen, und die Nazis hätten sich auch auf ihn berufen. Es
habe lange gedauert, bis es innerhalb der Kirche zu einem Umdenken
gekommen ist, beklagte Dr. Hahn, und es sei beschämend, wie lange sich
dieser Prozess noch vollzieht. 'Die Schule muss ihre bindende Macht
behalten. Wir alle haften für die Folgen der schuldhaften Vergangenheit'.
Dr. Hahn äußerte aber die Hoffnung, dass Juden und Christen einen
gemeinsamen Weg in die Zukunft gehen können. Nachdem OB Dr. Sieber den
Gedenkstein enthüllt hatte, sprachen Vertreter der Jüdischen
Kultusgemeinde Heidelberg ein Totengebet." |
Fotos
Historische Fotos:
(Ansichtskarte: Sammlung Hahn; Bauzeichnungen Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe Sign. 377/3390)
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Die ehemalige Synagoge auf einer historischen Ansichtskarte |
Bauzeichnung der Synagoge: Eingangsbereich (Westseite) |
dass.; Seitenansicht |
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| Ausschnitt aus der obigen
Karte |
Grundriss des Erdgeschosses mit Betsaal und rituellem Bad |
Grundriss des 1. Stockes mit Frauenempore und Schulstube |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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| Blick zu dem nach 1945 neu bebauten ehemaligen Synagogenplatz;
Blickrichtung ähnlich wie historisches Foto oben |
Blick auf das ehemalige
Synagogengrundstück von der Kleinen
Grabenstraße
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Gedenktafel 1988 (Entwurf) |
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Fotos 2004:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.7.2004) |
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| Blick zu dem nach 1945 bebauten
ehemaligen Synagogenplatz (niederes Gebäudes) |
Das ehemalige
Synagogengrundstück im Vordergrund die Gedenkstätte mit der
Gedenktafel (s.u.) |
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| Die Gedenktafel |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 261-262. |
 | Germania Judaica I S. 516; II,2 S. 765; III,2 S. 1372. |
 | Wilhelm Bauer: Die ehemalige jüdische Gemeinde von Sinsheim –
ihre Geschichte und ihr Schicksal. 1985. |
 | Ludwig Vögely: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im
Landkreis Sinsheim, in: Kraichgau 2 (1970) S. 142-153. |
 | Wilhelm Bauer: Vor 60 Jahren eine dunkle Stunde für Sinsheim. In:
Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 244, S. 3 vom 21.10.2000.
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Kalender 2008:
| Hinweis
auf einen Kalender 2008
"Spuren jüdischer Kultur" im Kraichgau |
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"Sichtbare
Spuren der Vergangenheit: erkennen - erhalten"
Projekt "Denkmal aktiv" - Kulturerbe macht Schule
Es kooperieren vier Schulen: Realschule Waibstadt - Adolf
Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim - Wilhelmi-Gymnasium Sinsheim -
Harmanni-Gymnasium Eppingen |
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Den Kalender
erhalten Sie auf Anfrage zu einem Preis von 7.50 € (bei Versand
zuzüglich Porto) bei Realschule Waibstadt Tel. 07263/724 Fax:
07263/910538 E-Mail
Konto: Förderverein RSW e.V. Volksbank Schwarzbachtal: Konto Nr.
13412 BLZ 67262402
Der Erlös ist für die Sanierung der ehemaligen Synagoge Steinsfurt
bei Sinsheim bestimmt. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Sinsheim (in Jewish sources,
Zonsheim) Baden. A Jewish settlement existed in the second half of the
13th century. During the Black Death persecutions of 1348-49, Jews from Worms
and Speyer were given refuge there, but most were massacred. Few Jews were
present until the modern community began to develop in the 18th century. In
1827, Sinsheim became the seat of the district rabbinate with jurisdiction over
20 communities until it was attached to the Heidelberg rabbinate in 1875. In
1836 a synagogue was erected and the Jewish population reached 135 in 1871,
thereafter declining steadily to 71 in 1933. In the Nazi era, the Jews were
isolated socially and economically. Fifty-one emigrated, some after first
leaving for other German cities. Fifteen were deported to the camps, two
surviving. Another four were victims of euthanasia killings.

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