Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Rabbiner  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Sinsheim lebten Juden bereits im Mittelalter; möglicherweise kam es zur Bildung einer Gemeinde. Quellen liegen für die Zeit Anfang des 14. bis Ende des 15. Jahrhunderts vor.    
  
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 18. Jahrhundert zurück. 1705 waren zwei jüdische Familien in der Stadt, 1722 und 1743 waren es jeweils neun Familien. 1782 wurden 121 jüdische Personen gezählt.   
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 75 jüdische Einwohner (2,8 % von insgesamt 2.649), 1852 121 (4,2 % von 2.854), 1871 135, 1890 149, 1900 119 (4,0 % von 3.011), 1910 95 (2,9 % von 3.327). 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen eigenen Friedhof.
Seit 1827 war Sinsheim Sitz eines Rabbinatsbezirkes für etwa 20 Gemeinden der Umgebung (insbesondere Grombach, Hoffenheim, Hüffenhardt, Neckarbischofsheim, Waibstadt, Neidenstein, Obergimpern, Bad Rappenau, Rohrbach, Siegelsbach, Steinsfurt, Wollenberg). Seit 1875 übernahm der Bezirksrabbiner von Heidelberg die Rabbinatsfunktionen in Sinsheim. Neben dem Rabbiner gab es am Ort einen Religionslehrer, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als Religionslehrer und Vorbeter sind bekannt (Angaben unsicher, da sich mehrere Angaben bei W. Bauer s.Lit. mit den Presseartikeln s.u. zu den Lehrern teilweise nicht in Übereinstimmung bringen lassen): 1790-1818 Wolff Heidenheimer, 1818 bis 1823 Jacob Link, 1823-1870 David Gundelfinger, 1871 - vor 1885 Hermann Oppenheimer (?), bis 1885 kurzzeitig A. Hubert, 1885-1890 Samuel Steinfeld (siehe Bericht unten), 1891-1896 (?) Moses Lippmann, 1896 (?) -1926 Maier Rosenberger, 1930-1934 Arthur Auerbach.
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde zwei junge Männer, die beide Julius Weil hießen. 
  
Um 1924, als 72 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (2,2 % von insgesamt etwa 3.400 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Moritz Ledermann, Julius Beer, Josef Michel und Max Adler. An jüdischen Vereinen gab es: den Israelitischen Wohltätigkeitsverein (1924 20 Mitglieder, Leiter M. Ledermann), den Israelitischen Frauenverein (1912 20 Mitglied, Leiterinnen Frau Bär und Frau Ledermann), den Talmud-Toraverein (1924 20 Mitglieder, Leiter Lehrer Rosenberger), den Verschönerungsverein (1924 20 Mitglieder, Leiter M. Ledermann) und den Begräbnisverein (1924 20 Mitglieder, Leiter M. Ledermann). 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Gustav Bauer (1. Vors.), Julius Beer (2. Vor.), Moritz Ledermann (3. Vors.). Als Lehrer und Kantor war inzwischen Arthur Auerbacher tätig. Er unterrichtete im Schuljahr 1931/32 17 Kinder in Religion. Zur Gemeinde Sinsheim gehörten inzwischen auch die noch in Rohrbach lebenden jüdischen Personen (1932: 3).   
  
Die im Besitz jüdischer Familien befindlichen Gewerbebetriebe spielten eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen Leben der Stadt. An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben sind bekannt: Weinhandlung Max Adler (Muthstr.13, Initialen "MA" an Türsturz), Hadernsortieranstalt Jacob und Julius Beer (Jahnstraße 9, abgebrochen), Textilwarengeschäft Max Kohn (Hauptstraße 106, bis zur Deportation 1940), Feinkost- und Lebensmittelgeschäft Gebr. Krell (Bahnhofstraße), Landesproduktenhandlung Albert Ledermann (Freitagsgasse), Lebens- und Futtermittelhandlung Ledermann (Ladestraße), Moritz Ledermann (Muthstraße 11, bis zur Deportation 1940), Schreibwarengeschäft Gustav Münzesheimer (Hauptstraße), Mehl- und Getreidehandlung Gebr. Oppenheimer (bis 1920, Bahnhofstraße 7), Bäckerei Leopold Reinach (Hauptstraße), Textilwarengeschäft Max Scherer (Bahnhofstraße 23/25), Bäckerei Moritz Scherer (Hauptstraße 82), Manufakturwarengeschäft und Auswandereragentur Abraham Seligmann (Hauptstraße 88, abgebrochen), Öl- und Fetthandlung Julius Wertheimer (Weihergäßchen mit Lagerhalle in der Langen Gasse).  
  
1933 
wurden noch 71 jüdische Einwohner in Sinsheim gezählt. Durch die mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten einsetzende Entrechtung, die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts und die zunehmenden Repressalien verließ alsbald ein Teil von ihnen die Stadt oder wanderte aus. 1935 wurde Juden das Zuzugsrecht nach Sinsheim untersagt. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen, Märkten, Versteigerungen usw. wurde verboten. Sie durften keine Grundstücke mehr erwerben und erhielten kein e Gemeindeaufträge mehr. Bis 1938 kamen alle jüdischen Geschäfte zum Erliegen. Emigrieren konnten in die USA 27 Personen, nach Palästina 5, Frankfurt 3, Holland und England je 1. 1938 wohnten nur noch zwei jüdische Familien in der Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört, später abgebrochen. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten sechs jüdischen Einwohner Sinsheims nach Gurs deportiert.     

   
Von den in Sinsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Hermann Apfel (1854), Josef Apfel (1885), Arthur Auerbacher (1895), Jakob Auerbacher (1865), Selina Auerbacher (1897), Abraham Bodenheimer (1873), Johanna Freund (1865), Dora Fuchs geb. Weil (1867), Adelheid van Hessen geb. Weil (1894), Mathilde Hirsch (1872), Emilie Kohn geb. Blum (1871), Max Kohn (1865), Alfred Krell (1897), Anne Krell geb. Kapustin (1907), Moritz Ledermann (1865),  Rosel Levy geb. Oppenheimer (1884), Bertha Oppenheimer geb. Münzesheimer (1874), Rosa Rosenberg geb. Wimpfheimer (1889), Johanna Rosenfeld (1870), Alice (Alisa) Scherer (1913), Josef Scherer (1906 oder 1908), Kurt Scherer (1908), Mathilde Scherer (1868), Regina Sommer (1898), Alfred Strauss (1910), Martha Strauss (1875).    
     
  
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Rabbiner    
Ausschreibung der Religionslehrerstelle 1885   

Sinsheim Israelit 30031885.jpg (124926 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1885: "Auskündigung einer Religionsschul-Stelle. Nr. 261. Die mit dem Vorsänger- und Schächterdienst verbundene Religionsschulestelle in der israelitischen Gemeinde Sinsheim (Amtsstadt) wird hiermit auf Antrag des Synagogenrats zur Neubesetzung ausgeschrieben. Der feste Gehalt beträgt 700 Mark, das Nebeneinkommen etwa 800 Mark ausschließlich des gesetzlichen Schulgelds und ausschließlich eventueller  Vergütung für den israelitischen Religionsunterricht an der höheren Bürgerschule. Wahrscheinlich kann dem Inhaber der Stelle wie seither auch fortan der Religionsunterricht in einer benachbarten Gemeinde gegen besondere, angemessene Bezahlung übertragen werden.
Seminaristisch gebildete Bewerber, welche im Stande sind, die Stelle in tüchtiger Weise auszufüllen, wollen ihre Meldungen unter Anschluss ihrer Zeugnisse binnen drei Wochen anher gelangen zu lassen. 
Heidelberg, 23. März 1885. Die Bezirks-Synagoge." 
   
Sinsheim Israelit 23031885.jpg (67046 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" am 23. März 1885: "An alle nichtbadischen Lehrer. Demnächst wird die hiesige Lehrerstelle von der Bezirks-Synagoge (nicht von der Gemeinde) zur Neubesetzung ausgeschrieben. Im Interesse aller nichtbadischen Kollegen, die sich hierbei melden würden, mache ich diesen aufmerksam, dass nur badische Bewerber Aussicht für diese Stelle haben. 
Sinsheim, im März 1885. A. Hubert, Lehrer (ein gebürtiger Bayer) (Bisheriger Verwalter der Stelle).
Trotz der "Warnung" wurde 1885 der aus dem hessischen Josbach stammende Samuel Steinfeld eingestellt (siehe Bericht unten).

     
25jähriges Ortsjubiläum des Religionslehrers/Vorsängers D. Gundelfinger (1858) 

Sinsheim AZJ 18101858.jpg (156694 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1858: "Aus Baden, im August (1858). Am Schabbat Ekew (31. Juli 1858) waren es 25 Jahre, dass D. Gundelfinger, ein geborener Württemberger, bei der Gemeinde Sinsheim als Religionslehrer und Vorsänger angestellt, respektive aufgenommen wurde. Die Gemeinde ergriff diese Veranlassung um ihrem gewissenhaften und beliebten Lehrer ein äußeres Zeichen ihrer Liebe und Hochachtung zu geben. In dem israelitischen Gasthause 'zur Pfalz' in Gegenwart der Schuljugend, der meisten Männer und Frauen der Gemeinde überreichte an genanntem Sabbate der Synagogenrat mit einer angemessenen Ansprache dem Gefeierten einen prächtigen silbernen Pokal. Derselbe sprach mit Bezug auf Vers 1 des 111. Psalms in seiner Antwort seinen Dank gegen Gott, gegen die Gemeinde aus mit näherer Bezeichnung der Pflichten, Mühen und Beschwerlichkeiten eines Lehrers. 
Wie in den jüngsten Jahren, prüfte auch dieses Jahr Herr Oberrat Altmann, als landesherrlicher Kommissär, Schulen, und zwar die öffentlichen auch im weltlichen Unterrichte. Es wäre zu wünschen, wenn derselbe auf seinen Reisen auch anderen Gemeindeverhältnissen seine Aufmerksamkeit schenkte, denn diese stehen nicht selten in den Händen von indifferenten und egoistischen Vorständen und lassen gar Vieles zu wünschen übrigen. Die meisten Herren Rabbinen, deren Feld dies eigentlich ist, tun dann meistens nur etwas, wenn sie dazu angeregt werden oder nicht ausweichen können. 
Ein allgemeines Interesse namentlich in der Lehrerwelt Badens hat gegenwärtig die in Ausführung zu bringende vom letzten Landtage beschlossene Gehaltserhöhung derselben. Unterlehrer- und Religionslehrer-Gehalte sollen von 140 Gulden zu 175 Gulden erhöht und die Stellen der Hauptlehrer teils durch Gehaltserhöhen, teils durch Personalzulagen und Liegenschaften aufgebessert werden." 

        
Über die Wirksamkeit des Rabbiners Geißmar (1867) 

Sinsheim Israelit 13111867.jpg (80199 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1867: "Sinsheim (Baden). Die großen Verdienste des würdigen, hochgelehrten greisen Rabbiners Geißmar in Sinsheim um Schule und Synagoge sind schon zum Öfteren in öffentlichen Blättern rühmlichst erwähnt und anerkannt worden; und will man durch dieses nur auf die gediegenen, lehrreichen und erbaulichen Vorträge, die dieser Rabbiner bereits seit zwei Jahren jeden Sabbat abhält, aufmerksam machen und zur Sprache bringen, wie diese Vorträge eine Fülle von Gelehrsamkeit enthalten, erbauend und belehrend sind, sodass sie jedem der Anwesenden zu kurz vorkommen. Es wäre zu wünschen, dass diese Vorträge durch den Druck Verbreitung fänden. Möchte sich daher Herr Rabbiner Geißmar durch diese Zeilen veranlasst sehen, diesem unserem Wunsche zu entsprechen."   

    
Über den Lehrer Samuel Steinfeld (in Sinsheim von 1885-1890), später Oberkantor in Augsburg (Bericht zu seinem Tod 1933)     

Josbach BayrGZ 15041933.jpg (148932 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1933: "Samuel Steinfeld - er ruhe in Frieden -. Am 13. März (1933) verschied unser lieber Freund und Kollege, der wegen seiner hohen geistigen Qualitäten und seiner Friedensliebe allgemein geschätzte Oberkantor und Lehrer i.R. Samuel Steinfeld. 
Samuel Steinfeld seligen Andenkens war am 6. Juli 1863 in Josbach in Hessen geboren. Seine Ausbildung empfing er im Lehrerseminar in Köln und genoss dann die Freuden und Leiden des jungen Lehrers in den Gemeinden Meckenheim, Gailingen und Sinsheim (Baden). Hier schloss er den Bund der Ehe mit einer gleichhochstrebenden Frau. Aus der überaus glücklichen Ehe entsprossen sieben Kinder.  
Im Jahre 1890 wurde der Verblichene als zweiter Kantor nach Karlsruhe berufen. Hier war ihm die Möglichkeit gegeben, auf dem Konservatorium seinen sonoren Bariton schulen zu lassen, und es ist sicherlich dieser ausgezeichneten Stimmbildung mit zuzuschreiben, dass der Sänger bis zum Lebensende bewundernswert durchhalten konnte. 
1895 wurde ihm von der Kultusgemeinde Augsburg unter 60 Bewerbern die Stelle eines 1. Kantors und Lehrers übertragen. Er waltete hier bis zur Erreichung der Altersgrenze in segensreichster Weise, im Nebenamt auch als Schofarbläser, gewissenhafter Mohel und zuverlässiger Verwalter der Armenkasse. 
Dem gab am Tage der Beerdigung, die unter großer Anteilnahme der Gesamtgemeinde in ehrenvollster Weise sich vollzog, Herr Bezirksrabbiner Dr. Jakob, in tief gefühlten Worten Ausdruck. Unter ehrenden Worten sprach sodann der erste Vorsitzende des Vorstandes, Herr Justizrat Dr. Strauß, dem pflichttreuen Beamten den Dank und die Anerkennung der Verwaltung und der Gesamtgemeinde aus und schloss mit der Versicherung, dass man hier seiner stets in Ehren gedenken werde. Feierlich umrahmt waren die beiden Nachrufe durch ein Quartett 'Enoch' von Lewandovsky und durch das 'El mole Rachamim', tief empfunden und künstlerisch vollendet gesungen vom Ortskollegen, Herrn Oberkantor Heimann.  
Nach der Beerdigung gab im Trauerhause der langjährige Amtsgenosse Dr. E. Fränkl in einem 'Lernen' der großen Trauer des engeren Freundeskreises Ausdruck und versprach im Namen und im Auftrage der Standesorganisationen (Jüdischer Lehrerverein für Bayern, Bezirkskonferenz Schwaben und Allgemeiner deutscher Kantorenverband) dem treuen Kollegen Treue um Treue. Möge von jedermann Gottesverehrung und Menschenliebe in gleicher Vorbildlichkeit geübt werden! (hebräisch und deutsch:) 'Möge unser Ende dem seinen gleichen!' Dr. E.F."   

    
"Die Badenser wehren sich" - ein Aufruf jüdischer Lehrer - Initiative von Lehrer Maier Rosenberger, Sinsheim und Lehrer F. Hanauer, Steinsfurt (1903)  

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Zum Tod der Frau von Lehrer Rabbinowitz geb. Scherer (1912)   

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Lehrer Maier Rosenberger referiert bei der Bezirkslehrerkonferenz in Heidelberg (1914)

Sinsheim AZJ 31071914.jpg (119908 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Juli 1914: "Heidelberg, 24. Juli (1914). Am 5. dieses Monats tagte hier unter dem Vorsitz des Bezirksrabbiners Herrn Dr. Pinkuß die Lehrerkonferenz aus den Bezirken Heidelberg, Ladenburg und Sinsheim. Nach den herzlichen Begrüßungsworten des Herrn Vorsitzenden erledigten sich zwei Referenten ihrer Themen mit großer Meisterschaft. Herr Rosenberger - Sinsheim sprach über die Genesis (= 1. Buch Mose) und den Aufbau des Schmone Esreh (=18-Bitten-Gebet) nach dem bekannten Werke des Dozenten Elbogen - Berlin und wusste die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer durch eine Fülle neuer Gesichtspunkte und durch die mit Bienenfleiß zusammengetragenen Belegstellen geistreich zu fesseln. Der Ganz durch die Jahrzausende unseres Gebetes, die Etymologie der Begriffe Tefilo, Siddur, Machsor und seiner Paitanim - alles dieses entstand vor de Auge der Zuhörer und kristallisierte sich zu der unumstößlichen Zugkraft unserer Gebete, aus denen wieder andere Bekenntnisse ihre Anleihen gemacht haben. - Herr Herz - Wollenberg behandelte die 'Methodik beim biblischen Geschichtsunterricht nach Herbert-Zimmerschen Grundsätzen in interessanter, belehrender Weise und verstand es, dem Thema viele begehungswerte Wege vorzuzeichnen, deren Einschlagung große Erfolge verwirklichen werden. Der Vorsitzende dankte den Rednern für ihre vorzüglichen Arbeiten, deren Veröffentlichung von großen Interesse auch für die Allgemeinheit sei, und konstatierte aus dem großen Beifall das allseitige Einverständnis, dass die erzielte Wirkung auf die Zuhörer bekundete, die auch von einer eigentlichen Diskussion Abstand nahmen. Bei dem angeschlossenen Mittagessen wurde manches geistreiche Wort gewechselt, das in der Hauptsache auch das schöne Verhältnis des Vorsitzenden zu seinen Lehrern erörtert."

   
Zum Tod von Lehrer Maier Rosenberger (1929)

Sinsheim CVZtg 18101929.jpg (48696 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" vom 29. Oktober 1929: "Maier Rosenberger, der über 40 Jahre lang das Amt eines Lehrers und Vorbeters in Sinsheim innehatte, ist vor kurzem einem arbeitsreichen Leben entrissen worden. Sein Andenken wird bei allen seinen jüdischen und christlichen Freunden, die seinen hohen Idealismus und seine stete Hilfsbereitschaft kannten, weiter fortleben."  

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Brand in Sinsheim - Handelsmann S. Grünhut (Neckarbischofsheim) und Amtsbote Günter können größeren Schaden verhindert (1891) 

Sinsheim Israelit 25051891.JPG (77876 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1891: "Sinsheim, 14. Mai (1891). Hier fand ein großer Brand statt; aus dem Berichte über denselben im hiesigen 'Landboten' sei Folgendes mitgeteilt. Wir sind in der Lage zweier auswärtiger Männer rühmend zu gedenken, durch deren tatkräftiges und besonnenes Eingreifen Herr Küfermeister Müller, dessen Werkstätte sich in dem brennenden Gebäude befand, vor großem Schaden bewahrt wurde. Es sind dies die Herren Amtsbote Günter von Untergimpern und Handelsmann S. Grünhut von Neckarbischofsheim, welche noch vor Ertönen der Feuersignale kurz nacheinander in die mit erstockendem Raum erfüllte Werkstätte eindrangen und deren rastloser Tätigkeit es gelang, die darin aufgespeicherten 30 Fässer sämtlich herauszuschaffen, hierbei erlitt Herr Grünhut an der einen Hand ziemlich erhebliche Quetschungen und Brandwunden. Ehre den beiden wackeren Männern!" 

           

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  

Über den aus Sinsheim stammenden Lehrer am Philanthropin Frankfurt, Jakob Scherer (Artikel von 1911)  

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Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeigen des Manufakturwaren und Konfektionsgeschäftes Abraham Seligmann (1900 / 1908)     

Sinsheim Israelit 27121900.jpg (39145 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1900: 
   
Sinsheim Israelit 04061908.jpg (38687 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1908: 

       

Hochzeitsanzeige von Alfred Krell und Anna geb. Kapustin (1931)  

Sinsheim Israelit 29011931.jpg (34243 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar 1931: "Gott sei gepriesen. Alfred Krell - Anna Krell geb. Kapustin. Vermählte. Sinsheim (Elsenz) Wilhelmstraße 88 - Ladenburg a.N.   Sonntag, 1. Februar 1931 - 14. Schewat 5691. Trauung: so Gott will, 1 Uhr, August-Lamey-Loge. Mannheim C 4.12". 

       
     
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge

Ende des 18. Jahrhundert und bis 1818 befand sich ein Betsaal im Haus Joseph Marx (Rosengasse 10). Als dieser 1818 starb, wollten seine Kinder nicht, dass in ihrem Haus weiterhin die Gottesdienste gefeiert werden. Damals genügte dieser Betsaal auch nicht mehr, nachdem die jüdische Gemeinde über 70 Gemeindeglieder hatte. Ein neuer Betsaal konnte 1818 im Haus von Liebmann und Joseph Freudenberger eingerichtet werden (Hauptstrasse 103). Doch war die Gemeinde mit diesem Betsaal auch nicht zufrieden, da er sich insgesamt in einem schlechten Zustand befand und das Verhältnis zu den Vermietern nicht immer das Beste war.   
   
Die Pläne, eine eigene Synagoge zu bauen, gehen bereits auf die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Mit einer "Verordnung der Judenschaft dahier" vom 27. April 1808 gründeten die Sinsheimer Juden eine Stiftung zum Bau einer Synagoge. Elf Familien verpflichteten sich mit dieser Verordnung, wöchentlich einen bestimmten Betrag in eine gemeinsame Kasse einzuzahlen. Außerdem wurde genau festgelegt, für welche Geschäftshandlungen (zum Beispiel beim Kauf oder Verkauf von Vieh) ein bestimmter Betrag in den Synagogenfond zu bezahlen war. Jahrelang hat man auf diese Weise einen finanziellen Grundstück für die Baukosten der Synagoge angespart. Seit 1827 wurden die Planungen intensiviert. Die Judenschaft bat am 11. Dezember 1827 den Rat und Bürgerausschuss der Stadt um kostenlose Überlassung von Bauholz an die Synagoge. Die Bitte wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Stadt selbst große finanzielle Sorgen habe. Immerhin einen "ordentlichen Stamm eichenen Holzes" wollte man aus dem Stadtwald zur Verfügung stellen. Der ablehnende Bescheid der Stadt zog den Bau wiederum in die Länge. Auch sträubten sich Liebmann und Joseph Freudenberger, in deren Haus der Betsaal war, gegen den Bau einer Synagoge, da sie für die Benutzung des Betsaales eine Gebühr von der jüdischen Gemeinde erhielten. Doch konnten sie schließlich umgestimmt werden. Nachdem seit 1831 Anträge zum Bau der Synagoge an das Bezirksamt Sinsheim geschrieben wurden und viele Fragen zu klären waren, erfolgte am 22. Mai 1835 die Genehmigung von Seiten der Regierung des Unterrheinkreises. Baumeister Friedrich Wundt aus Heidelberg hatte die entsprechenden Pläne mit Kostenvoranschlag gefertigt und diese von dem Gutachter und Hofbaumeister Künzle genehmigen lassen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 3.300 Gulden ohne das Grundstück, das die Gemeinde in der "Kleinen Grabengasse" bereits seit einiger Zeit gekauft hatte. Nun lag dem Bezirksamt Sinsheim daran, dass umgehend mit dem Bau begonnen wurde. Dieser ging dann auch zügig voran und bereits im Mai 1837 erfolgte die Abnahme durch die Großherzogliche Bauinspektion Heidelberg, die noch einige Mängel zu beanstanden hatte. Einen Teil der nicht vom Synagogenbaufonds abgedeckten Bausumme erbrachte die Versteigerung der Synagogenplätze, für den Rest musste man ein Darlehen aufnehmen, dessen Tilgung aus kleinen, wöchentlich zu entrichtenden Beiträgen aller jüdischen Familien geschah.   
  
Bei der Synagoge, die auf dem heutigen Grundstück Kleine Grabengasse 6 erbaut wurde (seitdem hieß diese Gasse bis 1933 "Synagogengasse"), handelte es sich um  einen Backsteinbau ohne jeden äußeren Schmuck mit einfachem Verputz. Es war ein zweigeschossiger Bau mit Speicher, der in späteren Jahren noch ausgebaut und in den Jahren 1936 bis 1938 auch bewohnt wurde. Im Erdgeschoss war außer dem Betsaal für die Männer das rituelle Bad, im Obergeschoss befand sich neben der Frauenempore eine Schulstube.   
  
Bis Ende der 1920er-Jahre wurde die Synagoge bestimmungsgemäß benutzt. Nachdem jedoch die jüdische Gemeinde infolge der Abwanderungen immer kleiner wurde, hat man die Frauenplätze in den Erdgeschoss unter die Empore gelegt und das halbe Obergeschoss (mit Empore) sowie den Speicher als Wohnung ausgebaut. Der Haupteingang befand sich auf der Westseite; das Gebäude war etwa drei Meter nach Süden von der "Großen Grabengasse" zurückgesetzt. Gegen die Große und die Kleine Grabengasse war das Grundstück durch eine etwa 1,50 m hohe Natursteinmauer abgeschlossen. 
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute zerstört, später abgebrochen (siehe den Bericht unten). Das Gelände ist neu überbaut (Kleine Grabengasse 6). Erhalten blieb nur der einige Jahre später wieder aufgefundene Grundstein der Synagoge (im Heimatmuseum). 
 
Im November 1988 wurde ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Synagoge an ihrem Standort aufgestellt.  
  

Texte:

Die Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 nach einem Augenzeugenbericht
(Quelle: Wilhelm Bauer Art. "Nur bei Einbruch der Dunkelheit zu den Juden" in: Rhein-Neckar-Zeitung vom 9.4.1984)

"In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 zog ein Trupp Sinsheimer SA-Leute, nationalsozialistische Kampflieder singend zur Synagoge. Zunächst wollten sie die Synagoge anzünden, jedoch die Anwohner protestierten gegen dieses Vorhaben, da einerseits die Schreinerei Wirth, andererseits die Waldmeister-Schick'sche Scheune voll Heu und Stroh standen, so dass leicht ein großer Brand hätte entstehen können. Daraufhin kletterten einige SA-Leute auf das Synagogendach, warfen die Ziegel herunter und zerschlugen die Dachsparren. Andere zertrümmerten mit Äxten und Hämmern das Inventar. Stühle, Bänke, Vorhänge, die Gebetsrollen und vieles andere wurde auf Wagen geworfen und zur "Stadtwiese", die damals "Robert-Wagner-Platz" hieß, abtransportiert. Dort wurde alles zu einem Haufen aufgestapelt und verbrannt. Die Schüler der Sinsheimer Schulen mussten zum Platz marschieren, einen Kreis um das Feuer bilden und nationalsozialistische  Lieder absingen. An der Synagoge selbst wurde das Zerstörungswerk fortgesetzt: Kleider, Wäsche und Lebensmittel wurden von fanatisierten Einwohnern geplündert.
Beinahe hätten sich die Synagogenschänder noch ihr eigenes Grab gegraben, denn in ihrem Zerstörungswahn begannen sie die hölzernen Stützpfeiler der Empore durchzusägen, und wenn sie kein Zuschauer gewarnt hätte, wäre die Empore samt der darauf gebauten Wohnung auf die Übeltäter gestürzt. Josef Scherer und Alfred Krell, die zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge wohnten, wurden mit Schlägen und Fußtritten verjagt, noch am gleichen Tag verhaftet und in das KZ Dachau gebracht. Sie wurden zwar im Januar 1939 wieder entlassen, sollten aber ihrem schweren Schicksal nicht entgehen. Der damalige Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Eugen Rieg erschien selbst am Tatort und es war die Rede davon, hier eine Milchsammelstelle zu bauen. Dem schob jedoch ein Nachbar einen Riegel vor, indem er in einer schnellen Kaufverhandlung mit dem damaligen Vertreter und Ortsvorsteher der nun nur noch aus zwei Familien bestehenden jüdischen Gemeinde, Moritz Ledermann in der Muthstraße einen Kaufvertrag abschloss, der auch gleich vom damals noch bestehenden Oberrabbinat genehmigt wurde."

    
Die Einweihung des Gedenksteines für die zerstörte Synagoge im November 1988: 
Sinsheim PA 1988.jpg (281488 Byte)Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 12./13. November 1988: "'Schuld muss bindende Macht behalten'. Gedenkstein erinnert an frühere Sinsheimer Synagoge. 
Sinsheim. Über 100 Jahre hatte sie ihren Platz in der kleinen Grabengasse in Sinsheim, ehe sie in den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 zerstört wurde: die Synagoge der jüdischen Gemeinde Sinsheim. Am ehemaligen Standort dieses Gotteshauses erinnert jetzt ein Gedenkstein an das furchtbare Geschehen vor 50 Jahren, den Oberbürgermeister Dr. Sieber am Donnerstag Nachmittag im Beisein zahlreicher Sinsheimer Bürgerinnen und Bürger enthüllt.
Damals sei aber mehr zerstört worden, als nur die Synagoge, hielt das Stadtoberhaupt vor Augen, nämlich auch die moralische Glaubwürdigkeit unseres Volkes. Und diese Bürde laste heute noch auf uns und gebe Anlass, der früheren jüdischen Mitbürger zu gedenken. Viele davon hätten im gesellschaftlichen Leben Sinsheims eine Rolle gespielt. Dr. Sieber nannte stellvertretend den Namen Sallo Ledermann, der im März 1933 zum Vorsitzenden des SV Sinsheim gewählt, wenige Tage später aber wieder abgesetzt wurde. OB Dr. Sieber begrüßte in diesem Zusammenhang zur Feierstunde die noch einzigen jüdischen Mitbürger Sinsheims, Ludwig Scherer mit Gemahlin, die mit die Anregung zur Errichtung dieses Gedenksteins gegeben hätten. 'Mit Beschämung und Trauer erinnern wir uns an das Geschehen vor 50 Jahren, das gleichzeitig auch eine Mahnung sein soll, Konsequenzen für unser künftiges Verhalten und Handeln zu ziehen', sagte Dr. Sieber.
Pfarrer Dr. Joachim Hahn, Stuttgart (statt Karlsruhe), beleuchtete die Rolle der Christen in dieser jüdischen Tragödie, die vor 50 Jahren auch geschwiegen hätten. Er erinnerte daran, dass im Jahre 388 in einer mesopotamischen Stadt zum ersten Mal von Christen eine Synagoge niedergebrannt und mit lästernden Kommentaren begleitet worden sei. Die Ressentiments gegenüber jüdischen Mitbürgern seien auch eine Folge der antijüdischen Hetze christlicher Prediger gewesen. Selbst Martin Luther sei in alte Judenhetze verfallen, und die Nazis hätten sich auch auf ihn berufen. Es habe lange gedauert, bis es innerhalb der Kirche zu einem Umdenken gekommen ist, beklagte Dr. Hahn, und es sei beschämend, wie lange sich dieser Prozess noch vollzieht. 'Die Schule muss ihre bindende Macht behalten. Wir alle haften für die Folgen der schuldhaften Vergangenheit'. Dr. Hahn äußerte aber die Hoffnung, dass Juden und Christen einen gemeinsamen Weg in die Zukunft gehen können. Nachdem OB Dr. Sieber den Gedenkstein enthüllt hatte, sprachen Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg ein Totengebet." 


Fotos
Historische Fotos:
 
(Ansichtskarte: Sammlung Hahn; Bauzeichnungen Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe Sign. 377/3390) 

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Die ehemalige Synagoge auf einer historischen Ansichtskarte  Bauzeichnung der Synagoge: Eingangsbereich (Westseite) dass.; Seitenansicht
     
Sinsheim Synagoge 005.jpg (73036 Byte) Sinsheim Synagoge 002d.jpg (34956 Byte) Sinsheim Synagoge 002a.jpg (29450 Byte)
Ausschnitt aus der obigen Karte Grundriss des Erdgeschosses mit Betsaal und rituellem Bad Grundriss des 1. Stockes mit Frauenempore und Schulstube

  
Fotos nach 1945/Gegenwart:

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)  
  
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Blick zu dem nach 1945 neu bebauten ehemaligen Synagogenplatz; Blickrichtung ähnlich wie historisches Foto oben Blick auf das ehemalige Synagogengrundstück von der Kleinen Grabenstraße Gedenktafel 1988 (Entwurf)
     
Fotos 2004:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.7.2004)
    
Sinsheim Synagoge 193.jpg (61956 Byte) Sinsheim Synagoge 192.jpg (65189 Byte)    
Blick zu dem nach 1945 bebauten ehemaligen Synagogenplatz (niederes Gebäudes) Das ehemalige Synagogengrundstück im Vordergrund die Gedenkstätte mit der Gedenktafel (s.u.)    
     
Sinsheim Synagoge 191.jpg (72136 Byte) Sinsheim Synagoge 190.jpg (62369 Byte)    
Die Gedenktafel     


  

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Sinsheim    
Website der Realschule Waibstadt Projekt "Juden im Kraichgau": "Vor 60 Jahren eine dunkle Stunde für Sinsheim. Deportation der letzten Juden der Stadt 1940"
Seite zum jüdischen Friedhof in Sinsheim (interner Link)  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 261-262.
Germania Judaica I S. 516; II,2 S. 765; III,2 S. 1372.
Wilhelm Bauer: Die ehemalige jüdische Gemeinde von Sinsheim – ihre Geschichte und ihr Schicksal. 1985.
Ludwig Vögely: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im Landkreis Sinsheim, in: Kraichgau 2 (1970) S. 142-153.
Wilhelm Bauer: Vor 60 Jahren eine dunkle Stunde für Sinsheim. In: Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 244, S. 3 vom 21.10.2000. 

Kalender 2008:   

Hinweis auf einen Kalender 2008 "Spuren jüdischer Kultur" im Kraichgau Kraichgau Kal01.jpg (64829 Byte) Kraichgau Kal02.jpg (82029 Byte)
  "Sichtbare Spuren der Vergangenheit: erkennen - erhalten"
Projekt "Denkmal aktiv" - Kulturerbe macht Schule
Es kooperieren vier Schulen: Realschule Waibstadt - Adolf Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim - Wilhelmi-Gymnasium Sinsheim - Harmanni-Gymnasium Eppingen
  Den Kalender erhalten Sie auf Anfrage zu einem Preis von 7.50 € (bei Versand zuzüglich Porto) bei Realschule Waibstadt Tel. 07263/724 Fax: 07263/910538 E-Mail  
Konto: Förderverein RSW e.V.  Volksbank Schwarzbachtal: Konto Nr. 13412 BLZ 67262402
Der Erlös ist für die Sanierung der ehemaligen Synagoge Steinsfurt bei Sinsheim bestimmt.

   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Sinsheim (in Jewish sources, Zonsheim)  Baden. A Jewish settlement existed in the second half of the 13th century. During the Black Death persecutions of 1348-49, Jews from Worms and Speyer were given refuge there, but most were massacred. Few Jews were present until the modern community began to develop in the 18th century. In 1827, Sinsheim became the seat of the district rabbinate with jurisdiction over 20 communities until it was attached to the Heidelberg rabbinate in 1875. In 1836 a synagogue was erected and the Jewish population reached 135 in 1871, thereafter declining steadily to 71 in 1933. In the Nazi era, the Jews were isolated socially and economically. Fifty-one emigrated, some after first leaving for other German cities. Fifteen were deported to the camps, two surviving. Another four were victims of euthanasia killings.

   

                   
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Stand: 05. Januar 2009