Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Heidelberg
Jüdische Geschichte / Betsäle/Synagogen bis 1938/40

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
 es werden noch Textseiten zur jüdischen Geschichte in Heidelberg erstellt
Zur Geschichte der Synagoge   
Mittelalter  
Neuzeit (17.-20. Jahrhundert)   
Vom privaten Betsaal bis zur Synagoge in der Großen Mantelgasse  
Die Synagoge der orthodoxen Juden     
Die Zerstörung der Synagogen 1938 und die Geschichte der Grundstücke nach 1945    
Fotos / Abbildungen / Pläne 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version

In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg bestand eine jüdische Gemeinde im Mittelalter und in der Neuzeit (seit dem 17. Jahrhundert) bis zu den Deportationen der NS-Zeit. 

Vermutlich lebten bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts einzelne Juden in der Stadt, sicher seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1275 erste Nennung). Beim Pogrom während der Pestzeit 1348/49 wurde die Gemeinde vernichtet. 1350 wurden jüdische Familien aus Worms und Speyer aufgenommen. Diese zweite mittelalterliche Gemeinde bestand bis zur Vertreibung aller Juden aus der Kurpfalz 1390
  
Im Laufe des 16. Jahrhunderts sind einzelne Juden in der Stadt bezeugt.   
        
Erst nach 1648 konnte sich einige Familien wieder in Heidelberg niederlassen. 
   
Anfang des 18. Jahrhunderts waren es elf Familien, deren Zahl im Laufe der folgenden Jahrzehnte auf 18 bis 20 Familien zunahm. 1728 promovierte erstmals ein jüdischer Student an der Universität. 
 
1827 wurde Heidelberg Sitz einer Bezirkssynagoge. Seit 1875 wurden von Heidelberg auch die Rabbinatsbezirke Ladenburg und Sinsheim betreut. 
   
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1925 mit 1412 Personen erreicht. 
  
Seit dem 19. Jahrhundert gab es zahlreiche jüdische Handels- und Gewerbebetriebe sowie eine zunehmende Zahl jüdischer Dozenten an der Universität. Um 1933 waren Juden noch in allen Zweigen der Wirtschaft tätig. Größere Betriebe waren die Badischen Möbelwerke, zahlreiche Großhandlungen und mehrere Zigarrenfabriken, davon eine mit etwa 230 Mitarbeitern. 
  
Nach 1933 mussten insgesamt 45 akademische Lehrer auf Grund ihrer jüdischen Herkunft ihre Lehrtätigkeit an der Universität abbrechen, unter ihnen die Juristen Ernst Levy und Walter Jellinek, der Romanist Helmut Hatzfeld, der Dermatologie Siegfried Bettmann und der Physiologe und Nobelpreisträger Otto Meyerhof.   
     

Zur Geschichte der Betsäle / Synagogen bis 1938/40 
Mittelalter  

Das mittelalterliche Wohngebiet konzentrierte sich auf die "Judengasse" (im 19. Jahrhundert in "Dreikönigstrasse" umbenannt), an deren Ende das "Judentor" stand. Eine Hinweistafel am Ende der Dreikönigstrasse hält die Erinnerung an das im 18. Jahrhundert abgebrochene Judentor bis zur Gegenwart wach. Die "Semmelgasse" (früher "Simmelgasse") ist möglicherweise nach dem Juden Simelin genannt, der nach 1366 in Heidelberg lebte.   
       

Die mittelalterliche, 1391 zu einer Marienkapelle umgewidmete Synagoge Heidelberg Synagoge ma 01.jpg (154055 Byte)
  Ansicht von Heidelberg nach einem Stich von Merian um 1620 (Quelle: Ausstellung "Juden an der Universität Heidelberg", Link)
   
Die mittelalterliche Judengasse, jetzige Dreikönigsstrasse
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 25.6.2004)
   
Heidelberg Stadt 100.jpg (63256 Byte) Heidelberg Stadt 101.jpg (27723 Byte) Heidelberg Stadt 102.jpg (73202 Byte)
Blick talaufwärts, rechts die Hinweistafel "Judentor" Erinnerung das im 13. Jahrhundert erbaute "Judentor" am Ende der "Judengasse" Blick in die Dreikönigsstrasse 
talabwärts
     
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Das Haus Dreikönigstraße 10 - die sogenannte "Judenschule" - mit Literaturhinweis im Fenster des Erdgeschosses 
 
Heidelberg Stadt 20080609.jpg (51779 Byte)     
Das "Judentor" auf einer Darstellung des 18. Jahrhunderts      

 

Neuzeit (17.-20. Jahrhundert) 
Vom privaten Betsaal zur Synagoge   
     
Die neuzeitliche Gemeinde traf sich seit dem Ende des 17. Jahrhundert zu den Gottesdiensten in einem Betsaal ("Judenschule"), der in einem der jüdischen Häuser eingerichtet war. Zwar war nach den kurpfälzischen Bestimmungen kein öffentlicher Gottesdienst in einem selbständigen Synagogengebäude erlaubt, dennoch wurde ein Betraum in einem Privathaus toleriert. 1702 wird ein Vorsänger und Schulmeister, 1704 ein Landrabbiner (Hirsch Fränkel) mit Sitz in Heidelberg genannt. Seit 1700 fanden die Gottesdienste im Haus des Feist Oppenheimer in der Nähe des Jesuitenkollegs statt (Gebäude Merianstrasse 3). Oppenheimer hatte dieses Haus nach dem Stadtbrand (1693) erbauen lassen und darin, seiner Stellung als einer der Vorsteher der jüdischen Gemeinde Heidelbergs entsprechend, eine Synagoge eingerichtet. Auf einem Plan des Jesuiten- und Universitätsviertels von ca. 1713 ist das Gebäude Oppenheimers an der "Heu Gass" / "Platea jesuitica" unter dem Begriff "Synagoga Judaeorum" eingezeichnet. Die Nähe der Synagoge zum Jesuitenkollegium und zur Jesuitenkirche führte 1714 zu einer Beschwerde der Jesuiten bei Kurfürst Johann Wilhelm. Von der Synagoge würde zu viel Lärm ausgehen, daher sollten die Juden aus der Nähe des Jesuitenkollegiums verschwinden. Immerhin mussten die Jesuiten dabei zugeben, dass der störende Lärm auch von Schülern verursacht werde, die die Synagoge sogar immer wieder mit Steinen bewerfen würden. Um den Streit nicht eskalieren zu lassen, beschloss die Mehrheit der jüdischen Gemeinde unter dem Vorsteher Lazarus Moyses Oppenheimer, das gegenüber der Heuscheuer in der Großen Mantelgasse 1/Ecke Lauerstrasse gelegene Haus "Zur Blauen Lilie" zu kaufen und dort eine Synagoge einzurichten. Der andere Teil der Gemeinde unter dem anderen Vorsteher und bisherigen Synagogeninhaber Feist Oppenheimer war gegen dieses Vorhaben.   
      
Der Plan, eine neue Synagoge einzurichten, stieß freilich bei den zuständigen Behörden zunächst auf wenig Akzeptanz. Mehrfach wurden die Vertreter der Judenschaft vernommen, da man befürchtete, dass mit diesem neuen Betsaal eine eigenständige Synagoge ("öffentliche Schul") eingerichtet werden sollte. Ende Oktober 1714 wurde das Haus "Zur Blauen Lilie" von der Polizeikommission besichtigt. Diese meinte nach der Besichtigung, dass durch einen Betsaal an dieser abgelegenen Ecke der Stadt "niemand inkommodiert noch geärgert werden könnte". Daraufhin gestatteten die Behörden den Kauf des Hauses durch die Judenschaft.   
       
Das Gebäude wurde nach Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Johann Adam Breunig umgebaut. Die Synagoge musste so eingerichtet werden, dass die Fenster zur Großen Mantelgasse hin zugemauert werden und das Haus äußerlich nicht einer Kirche gleichen sollte. Beim Kauf und Umbau des Gebäudes haben sich die jüdischen Familien fast übernommen. Insgesamt 3.000 Gulden mussten sie bezahlen. Vor allem aber wollten Feist Oppenheimer und seine Freunde nichts bezahlen mit der Begründung, dass er 15 Jahre lang kostenlos eine Synagoge in seinem Haus unterhalten habe. Bei der Versteigerung der Synagogenplätze, über die man die Baukosten finanzieren wollte, konnten nur neun der 30 Plätze für insgesamt 996 Gulden verkauft werden. In den folgenden Monaten spitzte sich der Streit in der Gemeinde weiter zu, zumal die Gruppe um Lazarus Moyses Oppenheimer einen eigenen Vorsänger anstellte. Im April 1715 trafen die Rabbiner Jacob von Worms, Hillel von der Lemle-Moses-Klaus in Mannheim und Isaac von Durlach ein, um in der Angelegenheit eine Entscheidung zu treffen. Selbst deren Urteil beendete jedoch nicht den Streit um die Synagoge. Er ging noch jahrelang – selbst nach dem Tod von Feist Oppenheimer 1720 - weiter. Erst 1737 entspannte sich die Lage, als am 1. April 1737 Moyses David das Haus "Zur Blauen Lilie" an die "sambtliche Judenschaft" in Heidelberg für 1.590 Gulden verkaufen konnte und damit die bisher nur tolerierte Privatsynagoge eine offizielle Gemeindesynagoge wurde.    
      
Was das Aussehen der damaligen Synagoge betrifft, so sind die Pläne erhalten, die vermutlich im Herbst 1714 von dem Stadtbaumeister Breunig angefertigt wurden. Gleichfalls liegen die Versteigerungspläne der Synagogenplätze vom Dezember 1714 vor, die eine Innenansicht des Synagogenraumes zeigen. Nach diesen Plänen war die Synagoge in einen Frauen- und einen Männerraum mit jeweils getrenntem Eingang unterteilt. Der an der Ostseite des Betsaales gelegene Aron Hakodesch bestand aus einem mit beidseitigen Geländern versehenen Aufgang, der zu dem eigentlichen Toraschrank führte. Die etwa dreißig Plätze der Männer wurden an allen vier Seiten des Synagogenraumes angebracht. Davor standen vermutlich jeweils bewegliche Pulte. Noch vor 1776 wurde das damals baufällig gewordene Synagogengebäude renoviert. 
      
Aus der Zeit der alten Synagoge: Konfirmation durch Prediger Dr. Rehfuß (1841)

Heidelberg AZJ 02101841.jpg (70750 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Oktober 1841: "Heidelberg, 29. August (1841). (Privatmitteilung). Wir hatten gestern einen so schönen, gottesdienstlichen Genuss gehabt, dass ich nicht umhin kann, einige wenige Worte der Öffentlichkeit darüber zu übergeben. Nach dreivierteljährigem körperlichen Leiden betrat gestern unser Dr. Rehfuß die Kanzel zum ersten Male, und konfirmierte 4 Knaben aus dem hiesigen Lyzeum und der höheren Bürgerschule. Die Feierlichkeit, welcher eine große Menge Zuhörer beiwohnte, ging mit einer solchen Begeisterung, mit einem so erhebenden Eifer und warmer Liebe für Religion und Gerechtigkeit vor sich, dass alle Herzen durchdrungen wurden, und das Andenken an diese Stunde bleiben sein wird."

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die jüdische Gemeinde Heidelbergs stark an, sodass die alte Synagoge bald nicht mehr ausreichte. 1875 fasste die Gemeinde den Entschluss zum Neubau einer Synagoge auf dem bisherigen Synagogengrundstück. Zunächst suchte man nach einem geeigneten Raum, in dem während der Bauzeit der neuen Synagoge die Gottesdienste gefeiert werden konnten. Eine provisorische Synagoge konnte von August 1875 bis April 1878 in der ehemaligen Kapelle der im früheren Augustinerinnenkloster eingerichteten städtischen Schule gefunden werden (Grabengasse 20). Diese Kapelle wurde im Sommer 1875 zu einer Mädchenturnhalle umgebaut worden. Der Ortsschulrat und der Stadtrat stimmten zu, dass die jüdische Gemeinde am Sabbat und an den Feiertagen diesen Raum für die Gottesdienste benutzte. Während der Woche wurde der Raum als Turnhalle verwendet.
       
Mit dem Bau der neuen Synagoge wurde nicht vor 1877 begonnen. Im Sommer dieses Jahres kaufte die Gemeinde zunächst das neben dem alten Synagogengebäude gelegene Haus Lauerstraße 2, um mehr Platz für den Neubau zu schaffen. Das alte Synagogengebäude wurde auch erst 1877 abgebrochen. Die neue Synagoge wurde nach den Plänen des bekannten Heidelberger Architekten Hermann Behaghel (1839-1921) erbaut. Leider sind die Baupläne zum Synagogenbau nicht mehr vorhanden. Behaghel hat in Heidelberg und Umgebung zwischen 1870 und 1910 zahlreiche Wohnhäuser und Kirchen, aber auch Geschäftshäuser und andere Bauten geplant, erstellt oder renoviert. Die Heidelberger Synagoge gehörte zu seinen frühen Bauten. Die Einweihung der neuen Synagoge fand am 12. April 1878 statt. Nach den erhaltenen Photographien verwendete Behaghel unterschiedliche Stilelemente. Die Gesamtform des Gebäudes wirkt zunächst eher gotisch, jedoch wurden auch romanische Elemente – z.B. das Stufenportal und der Giebelfries – verwendet. Dazu finden sich vor allem in der Gestaltung der Fenster Stilelemente der Renaissance. In dieser Verwendung verschiedener Stile entsprach die Synagoge dem eklektizistischen Stil der Zeit. 
       
Zur Einweihung der neuen Synagoge am 12. April 1878

Heidelberg AZJ 07051878.jpg (62916 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Mai 1878: "Bonn, 28. April (1878). (Notizen). Man schreibt aus Heidelberg: Die hiesige israelitische Gemeinde weihte am 12. ihre ganz aus eigenen Mitteln neu erbaute Synagoge ein. Die Festpredigt hielt Dr. Sontheimer über den Text: 'Ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt', und die ganze Feier machte auch auf die zahlreich anwesenden Mitglieder anderer Bekenntnisse einen erhebenden Eindruck, zu welchem aber auch die schönen Verhältnisse und Auszierungen des neuen Tempels beitrugen. Den Bau hat der Architekt Behaghel geleitet, und zwar, wie es heißt, so umsichtig, dass nicht einmal die Summe des Voranschlags erreicht worden ist, ein bei monumentalen Bauten gewiss seltenes Ergebnis."

1913 wurde die Synagoge nach Plänen des jüdischen Architekten Siegfried Seidemann erweitert und renoviert. Damals wurde auch eine Orgel eingebaut. Seidemann war später auch für den Umbau der Mannheimer Klaussynagoge 1929/30 und der Neidensteiner Synagoge 1930/31 verantwortlich. 1913 wurde die Heidelberger Synagoge nach Osten hin bis zum Haus Lauerstraße 4 erweitert. In dem neuen Gebäudeteil wurden die Garderobe, die Orgelempore und die dorthin führenden Aufgänge untergebracht. Die Maße der Synagoge veränderten sich durch den Umbau in der Länge von ca. 19,6 m auf ca. 23,5 m. Die Synagoge erhielt teilweise eine neue Innenausstattung und einen neuen Innenanstrich. Im Erdgeschoss des Gemeindehauses wurde ein Gemeindesaal eingerichtet, der auch als Wochentagssynagoge benutzt wurde und mit der Synagoge verbunden war. Die Feier aus Anlass der Neugestaltung der Synagoge fand am Sonntag, den 13. April 1913 statt.  
         
Eine letzte Renovierung der Synagoge wurde – möglicherweise auch durch Siegfried Seidemann - zwischen 1933 und 1938 vorgenommen, vermutlich 1934, da zum 1. Januar 1935 Neueintragungen im Feuerversicherungsbuch erfolgten. Bei dieser Renovierung wurde vermutlich nur das Innere neu ausgemalt.    
  


Die Synagoge der orthodoxen Juden
 

Während und nach dem Ersten Weltkrieg, als auch nach Heidelberg zahlreiche Juden aus Osteuropa zuzogen, hatte sich eine immer stärkere Gruppe orthodoxer Juden gesammelt, die den ostjüdischen Verein "Ez chajim" gründeten. 1921 konstituierte sich der "Verein gesetzestreuer Juden in Heidelberg". Diesem schlossen sich orthodoxe Mitglieder der Hauptgemeinde und zahlreiche Ostjuden an. 1929 berief die orthodoxe Gemeinde Hermann Mayer aus Stuttgart als Rabbiner nach Heidelberg. Am 2. April 1932 konnte im Hinterhaus des Gebäudes Plöck 35 eine neue Synagoge eingeweiht werden, die von Herrn Großberger gestaltet worden war. Trotz der beschränkten Finanzen des Vereins konnte die neue Synagoge mit Hilfe zahlreicher Spenden geschmackvoll ausgestattet werden. Sie hatte fünfzig Plätze für Männer und dreißig Plätze für Frauen. Auch ein rituelles Bad befand sich im orthodoxen Synagogengebäude.  
   


Die Zerstörung der Synagogen 1938 und die Geschichte der Grundstücke nach 1945
 

In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten in Brand gesetzt. Gegen zwei Uhr in der Frühe des 10. November 1938 begannen SA-Männer aus Heidelberg, die Synagoge in der Großen Mantelgasse in Brand zu stecken. Holzwolle und Benzinkanister wurden in die Synagoge getragen. Zwischen drei und vier Uhr wird das Gebäude in Brand gesetzt worden sein. Gegen vier Uhr traf die Feuerwehr ein, die aber erst nach ausdrücklicher Erlaubnis der SA mit den Löscharbeiten beginnen durfte. Sie hatte zunächst nur die Anweisung, die umliegenden Häuser vor dem Übergreifen des Brandes zu schützen. Die Synagoge wurde völlig zerstört. Im Laufe des frühen Morgens überzeugte sich der NSDAP-Kreisleiter persönlich an Ort und Stelle vom Fortgang des Geschehens. Nach der Feuerwehr rückten gegen sieben Uhr auch die SA-Leute ab. Die Synagoge brannte bis zum späten Vormittag völlig aus. Auch der Betsaal im Gemeindehaus neben der Synagoge wurde durch den Brand stark beschädigt. Die darüber liegende Wohnung des Synagogendieners wurde von SA-Männern zerstört. Die aus der Synagoge entwendeten Torarollen und die rituellen Gegenstände wurden auf das Polizeirevier gebracht. Nationalsozialistisch gesinnte Heidelberger Bürger und vor allem Studenten verbrannten diese etwa eine Woche nach der Zerstörung der Synagoge auf dem Universitätsplatz.  
       


Fotos / Abbildungen / Pläne    

Die Privat-, später Gemeindesynagoge im Haus "Zur blauen Lilie" seit 1714 in der Großen Mantelgasse
(Pläne sind veröffentlicht in B. Löslein: Geschichte der Heidelberger Synagoge s.Lit. Anhang)

Heidelberg Synagoge 111.jpg (72888 Byte) Heidelberg Synagoge 032.jpg (78561 Byte) Heidelberg Synagoge 031.jpg (31786 Byte)
Aufriss der Südseite (1714) des Gebäudes "Zur blauen Lilie" (Quelle: GLA Karlsruhe 204/966) Innenansicht des Synagogenraumes im Haus "Zur blauen Lilie" (1714; GLA Karlsruhe 204/966  fol. 62) "Weiberschul", d.h. Frauenempore im Haus "Zur blauen Lilie" (1714; GLA Karlsruhe 204/966 fol. 63)
     
Heidelberg Synagoge 112.jpg (78079 Byte) Heidelberg Synagoge 113.jpg (78498 Byte) Heidelberg Synagoge 114.jpg (74474 Byte)
Grundriss des Synagogengebäudes 1847. Links das Erdgeschoss mit dem Betsaal der Männer; in der Mitte der 1. Stock mit der Frauenempore; darüber das Dachgeschoss 
(Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe 356/5637) 
 
 
Lage der Synagoge auf einem 
Stadtplan von ca. 1900
Heidelberg Stadt 20080610.jpg (77003 Byte)   
          
          
Die Synagoge in der 
Großen Mantelgasse
1878-1938
Heidelberg Synagoge 001.jpg (69670 Byte) Heidelberg Synagoge 004.jpg (39529 Byte)
    Außenansicht um 1895
(Quelle: Ziwes s.Lit. S.67)
Außenansicht 1913
(Quelle: Stadtarchiv Heidelberg)
     
 Heidelberg Synagoge 002.jpg (87243 Byte) Heidelberg Synagoge 002.jpg (79534 Byte) Heidelberg Synagoge 003.jpg (89842 Byte)
Innenansicht um 1895
(Quelle: Ziwes s.Lit. S.69)
Beim Umbau 1913 wurde die Orgelempore zur Ostwand verlegt Chanukka-Leuchter Ende 17.Jh. in der Synagoge (Quelle: Rosenthal, Heimatgeschichte S. 105) 
     

Synagogenbrand in der Pogromnacht 1938 

 
Heidelberg Synagoge 010.jpg (112047 Byte) Heidelberg Synagoge 070.jpg (45837 Byte) Heidelberg Synagoge 071.jpg (56439 Byte)

Quelle: Hundsnurscher/ Taddey 
s. Lit. Abb. 82
Quelle für das Foto: 
Stadtarchiv Heidelberg
Quelle für das Foto: 
Stadtarchiv Heidelberg 
     
     
 Der Synagogenplatz - 
Ort des Gedenkens
(Fotos außer denen der Gedenkfeiern: Hahn; Aufnahmedatum der Farbfotos: 25.6.2004)
Heidelberg Synagoge 100.jpg (70509 Byte) Heidelberg Synagoge 101.jpg (50810 Byte)
   Der Synagogenplatz um 1985 Gedenktafel von 1959
     
Heidelberg Synagoge 202.jpg (39048 Byte) Heidelberg Synagoge 120.jpg (29645 Byte) Heidelberg Synagoge 121.jpg (52237 Byte)
Der nach Kriegsende auf dem Synagogenplatz aufgestellte Gedenkstein steht nun im Bereich des Toraschreines der Synagoge Gedenkfeier November 2000 mit Rabbiner Jakob Ebert (2. von links), Bürgermeister Prof. Dr. Raban von der Malsburg und Prof. Dr. Daniel Krochalmik Gedenkfeier November 2001 auf dem neu gestalteten Platz
(Quelle: Stadt Heidelberg)
      
Heidelberg Synagoge 201.jpg (84103 Byte) Heidelberg Synagoge 200.jpg (101452 Byte) Heidelberg Synagoge 203.jpg (58988 Byte)
Der Synagogenplatz mit den Umrissen der Synagoge Hinweistafel
   
         
Der Synagogenplatz im Juni 2008 mit den am 9. November 2004 angebrachten Namenstafeln der im Oktober 1940 aus Heidelberg 292 nach Gurs deportierten Personen  
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   Die Namenstafeln sind an der Wand des Hauses rechts des Platzes angebracht 
   
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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Januar 2010: Soll es in Heidelberg soll es "Stolpersteine" geben?   
Artikel in "Der Morgen" vom 19. Januar 2010: "Stadtrat: Konzept für "Allgemeine Kultur des Erinnerns" gefordert. Keine Stolpersteine geplant. 
In Heidelberg soll es keine "Stolpersteine" geben, die an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt erinnern. Im Kulturausschuss wurde nun statt dessen ein alternatives Konzept vorgestellt. Die "Initiative Stolpersteine" wollte in Heidelberg Gedenksteine ("Stolpersteine") verlegen. In vielen Städten wurde dieses Konzept bereits umgesetzt. Der Heidelberger Gemeinderat stellte das Projekt vergangenen März allerdings zurück und beauftragte die Verwaltung, ein Konzept für eine "Allgemeine Kultur des Erinnerns" zu erarbeiten. Es soll allen Opfern und deren Angehörigen in ausreichender Form gerecht werden. Jede Generation müsse neu festlegen, an wen und was sie erinnert, heißt es in dem Abriss. Dabei gelte es stets eine Auswahl zu treffen, neu zu diskutieren und zu entscheiden, wie erinnert werden soll - etwa durch die Benennung von Straßen. 
Heidelberg habe bereits einen reichhaltigen Bestand an Erinnerungszeichen, mitunter sogar aus dem Mittelalter. Einen fest umrissenen "Kanon" des Erinnerns aufzustellen sei nicht möglich, so die Verwaltung. Allerdings ließen sich Maximen formulieren, die Schwerpunktsetzungen ermöglichten - etwa der Bezug zu Heidelberg, seinen Stadtteilen und seiner Geschichte, die besondere Würdigung von Frauen, der Demokratiegeschichte bis hin zur Erinnerung an Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit als europäische Aufgabe.
Vorgesehen und angedacht sind Einzelmaßnahmen. So wird die Arbeitsgemeinschaft Badischer Städte eine gemeinsame Publikation zur Pflege des Friedhofs Gurs herausgeben, an der sich auch Heidelberg beteiligt. Die jüdische Kultusgemeinde wünscht eine Gedenktafel an dem orthodoxen Betsaal in der Plöck. Dazu ist eine Untersuchung seiner genauen Lage in Vorbereitung. Zudem hat das Kulturamt vor, ein Verzeichnis aller Erinnerungszeichen und Gedenktafeln im Stadtgebiet zu erarbeiten und im Internet zu veröffentlichen. hbg."
 
Januar / März 2010: Der Kulturausschuss kann sich "Stolpersteine" in Heidelberg vorstellen   
Artikel im "morgenweb.de" (kjs) vom 18.1.2010 (Artikel): "Heidelberg: Stolpersteine kommen doch.   
Heidelberg
. Vor einem Jahr hatte der Stadtrat die "Stolpersteine" abgelehnt und ein eigenes Konzept zur "Allgemeinen Kultur des Erinnerns" beauftragt. Jetzt kommen die Stolpersteine, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen, doch: Der Kulturausschuss beschloss, dass sie jeder an einem "ausgewählten Ort der Erinnerung" verlegt werden darf, wenn Anwohner nichts dagegen haben. Der Gemeinderat muss am 11. März noch zustimmen."
 
Artikel von Holger Buchwald in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 7. März 2010 (Artikel): "Schon 15 Paten für Stolpersteine
Jetzt muss nur noch der Gemeinderat einwilligen. Dann könnten nach jahrelanger Diskussion endlich "Stolpersteine" für Heidelberger Naziopfer in der Stadt verlegt werden. Die Initiative Stolpersteine - ein Zusammenschluss von privaten Bürgern und Organisationen - steht bereit. Sie hat 15 Vorschläge erarbeitet, wo und für wen in Heidelberg die Messingtafeln in den Boden eingelassen werden sollten. Für alle Gedenktafeln gibt es bereits Paten, die die Kosten übernehmen wollen.
'Stolpersteine' sind kleine quadratische Messingtafeln, die im Gedenken an Nazi-Opfer vor den Häusern, in denen sie lebten, oder vor den Stätten, in denen sie wirkten, in die Straße eingelassen werden. Auf ihnen sind die Lebensdaten und die Namen der Opfer zu lesen. In vielen Städten, so auch in Mannheim und Walldorf, gibt es solche 'Stolpersteine', die Passanten an im Dritten Reich ermordete Menschen erinnern sollen. 
In Heidelberg sträubten sich Gemeinderat und Stadtverwaltung hingegen jahrelang gegen die Gedenktafeln. Begründet wurde dies stets mit Bedenken aus der jüdischen Gemeinde. Das Andenken der Opfer werde förmlich mit Füßen getreten. Es sei nicht auszudenken, wenn zum Beispiel Kaugummi auf den Namen der Verstorbenen klebten. Im Januar kam es zur überraschenden Wende. Der Kulturausschuss stimmte für die "Stolpersteine". Jeder, der einen Antrag stellt und die Kosten übernimmt, soll sie verlegen lassen dürfen. 
'Hier wohnte Leontine Goldschmidt, Jahrgang 1863. Vor Deportation Flucht in den Tod. 25.8.1942.' Das könnte daher schon bald auf einem Stolperstein vor dem Anwesen Friedrich-Ebert-Anlage 12 stehen. Hier hatte die Gründerin der Portheim-Stiftung gewohnt, die aus einer reichen jüdischen Familie stammte. Kurz bevor sie von der Gestapo abgeholt werden sollte, hatte sie ihrem Leben ein Ende gesetzt. Seit 2003 verlegt Gunter Demnig überall in Deutschland solche Steine für Nazi-Opfer - nicht nur für Juden, sondern auch für politisch Verfolgte, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma, psychisch Kranke, Schwule. Einer dieser Steine kostet 100 Euro, hinzu kommen die Spesen für den Künstler. Am 11. März soll der Gemeinderat entscheiden. Sollte er zustimmen, muss die 'Initiative Stolpersteine' nur noch einen Termin mit Demnig absprechen." 
  

  

   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Heidelberg
Ausstellung der Universität Heidelberg: "Juden an der Universität Heidelberg": hier anklicken  
Kurze Informationsseite zur Heidelberger Synagoge bei jgm-net.de: hier anklicken 
Private Website mit Unterseiten zu "nicht erhaltene Bauwerke Heidelbergs", unter anderem auch zwei der Synagogen genannt: hier anklicken  
Zur Neugestaltung des Synagogenplatzes, Beitrag von Georg Haas: hier anklicken
Private Website mit Zusammenstellung: Chronik der Juden in Heidelberg: hier anklicken  
Zur Seite über die jüdischen Friedhöfe in Heidelberg (interne Links): Klingenteichstraße hier anklicken, Bergfriedhof hier anklicken

Literatur (Auswahl, eine ausführlichere Liste beim Heidelberger Geschichtsverein e.V.):

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 121-129.
Germania Judaica II,1 S.344f; III,1 S.523ff.
Hannelore Künzl: Auf den Spuren der ersten Heidelberger Synagoge, in: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, 3.Dez.1981.
Benno Szklanowski: Der alte jüdische Friedhof am Klingenteich in Heidelberg 1702-1876, in: Neue Hefte zur Stadtentwicklung und Stadtgeschichte 3 (1984).
Arno Weckbecker: Die Judenverfolgung in Heidelberg 1933-1945, in: Motive-Texte-Materialien 29 (1985).
ders.: Die Judenverfolgung in Heidelberg 1933-1945. Heidelberg unter dem Nationalsozialismus (hg. von Jörg Schadt/Michael Caroli), in: Motive-Texte-Materialien. Heidelberg 1985 S. 399-412.
Norbert Giovannini, Jo-Hannes Bauer, Hans-Martin Mumm: Jüdisches Leben in Heidelberg. Studien zu einer unterbrochenen Geschichte. Heidelberg 1992.
Andreas Cser, Susanne Döring, Norbert Giovannini u.a.: Geschichte der Juden in Heidelberg. (= Buchreihe der Stadt Heidelberg. Band VI. Hg. von Peter Blum). Heidelberg 1996.
Barbara Löslein: Die Heidelberger Synagogen. in: Heidelberg. Geschichte und Gestalt. Hg. von Elmar Mittler. Heidelberg 1996. S. 228-235.
dies.: Geschichte der Heidelberger Synagogen. Heidelberg 1992 (= Kunsthistorisches Institut der Universität Heidelberg. Veröffentlichungen zur Heidelberger Altstadt. Hg. von Peter Anselm Riedl. Heft 26).
Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen. 1997 S. 66-69.
Peter Blum (Hg.): Geschichte der Juden in Heidelberg. Heidelberg 1996.
Norbert Giovannini, Frank Moraw: Erinnertes Leben. Autobiographische Texte zur jüdischen Geschichte Heidelbergs. Heidelberg 1998.
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Heidelberg, Baden.  A Jewish community with a synagogue and cemetery existed in the early 14th century, and was destroyed in the Black Death persecutions of 1348-49, with all Jewish property expropriated by Elector Rupert I. A new community was established within a number of years. Jews traded in cattle and operated stalls in the municipal market as well as engaging in brokerage and moneylending. In 1390 they were expelled by Rupert II together with all the Jews of the Palatinate.
Few Jews lived in Heidelberg up to the late 17th century. The Oppenheimer family arrived around 1660, with the well-known Court Jew Joseph Suess Oppenheimer born there in 1698. By 1743, 12 Jewish families were present as the community continued to expand despite local opposition. In 1724, Jews were admitted to Heidelberg University for the first time and maintained a student body of 19 throughout the century. 
With the annexation of Heidelberg to Baden, legal restrictions affecting Jews were gradually removed and full civil rights were granted. Nonetheless, anti-Jewish feeling persisted and Jews were attacked in the Hep! Hep! riots of 1819 and the revolutionary disturbances of 1848. The Jewish population grew to 445 in 1852 and 927 in 1900 (total 53,144) as Jews shifted to the professional class and became active in industry and banking and a progressive and well-educated community emerged in the university town, raising the banners of assimilation and religious reform. The leader of Reform in Heidelberg and Baden was Karl Rehfuss (1792-1842), who taught at the University and founded a Jewish elementary school in 1821. He was supported by R. Shelomo Fuerst (1792-1870), who was appointed chief rabbi with jurisdiction over 20 communities when Heidelberg became the seat of the district rabbinate in 1827. R. Fuerst adopted a Reform prayer book and introduced an organ into the synagogue in 1854. In 1876 a new synagogue and cemetery were consecrated and in 1894 Baden's first B'nai B'rith lodge was opened. During the 19th century, the number of Jewish students at the University grew, reaching a peak of 76 in the 1884-88 period. Many came from Czarist Russia, including Hebrew Poet Shaul Tchernichowsky (1875-1943) and the historian Yosef Klausner (1874-1958), while among Jewish lecturers and researchers a number chose to convert to advance their academic careers as the University remained a hotbed of antisemitism. Hermann (Tzevi Hirsch) Schapira (1848-1948), one of the early leaders of Hovevei Zion and originator of the idea of the Hebrew University and the Jewish National Fund, came to study there in 1878. Jewish students from Russia initiated Zionist activity after the First Zionist Congress in 1897. During worldwar I and after, Jewish refugees from Poland and East Galicia settled in Heidelberg, founding their own congregation. The Jewish population reached a maximum of 1,421 in 1925, dropping to 1,102 in 1933, with Jews remaining a leading force in the local economy, operating furniture and cigarette factories and large wholesale establishments. Most national organizations were represented there, including the Zionist youth movements. 
At the outset of Nazi rule, 34 Jewish professors were dismissed from the University and by 1935 one Jewish student remained in addition to those from mixed marriages. Jewish children were isolated in separate classrooms in the public school, and by the end of 1938 Jewish businesses had been completely "Aryanized." On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned by the SS and SA; impounded religious articles and Torah scrolls were subsequently destroyed by university students. Jewish homes and stores were also heavily damaged and 150 Jews were detained in the Dachau concentration camp. About 800 Heidelberg Jews emigrated from Germany in 1933-1939, including a number who arrived after 1933. Fourteen Jews of Polish oirgin were expelled to the Polish border in 1938 and 1939. Another 281 were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. About 100 were saved from deportation by the Evangelist pastor Hermann Maas, who got them onto a sick list and during the period also arranged to get many Jews out of the country (He was recognized by Yad Vashem in 1967 as one of the Righteous among the Nations.) On 22 August 1942 a further 111 were deported to the Theresienstadt ghetto.  
      
After the war a community numbering 260 in 1948 and about 100 in 1990 (2004: about 500) was reestablished by concentration camp survivors and former Jewish residents of Heidelberg. An autonomous Instititute for Higher Jewish Studies offers academic degrees.
   

    

                   
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Stand: 08. März 2010