Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Viernheim (Kreis Bergstraße)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Harry Siegert, Viernheim) 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Viernheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals wird 1609 ein jüdischer Einwohner genannt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts ließen sich auch jüdische Flüchtlinge aus Wien in Viernheim nieder (die beiden Familien mit dem späteren Familiennahmen Sternheimer und Kaufmann). 1713 und 1721 werden gleichfalls Juden genannt. 1795 lebten bereits zehn jüdische Familien in Viernheim. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder wie folgt: 1806 29 jüdische Einwohner, 1828 60, 1861 114 (3,2 % von insgesamt 3.577 Einwohnern), 1880 115 (2,3 % von 4.912), 1900: 123 (1,7 % von 7.226), 1910 110 (1,2 % von 9.238). Die jüdischen Familien lebten im 17./18. Jahrhundert fast ausschließlich vom Viehhandel. Später kam der Tabakhandel dazu. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten jüdischen Gewerbetreibenden mehrere für das wirtschaftliche Leben des Ortes bedeutende Handlungen und Geschäfte, aber auch Zigarrenfabriken (Heinrich Jakob & Comp., Isaak Weissmann). 
  
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Religionsschule sowie ein rituelles Bad (1897 instandgesetzt, siehe Bericht unten). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Hemsbach beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Stellenausschreibungen unten). An Lehrern werden genannt: um 1840 Feist Traub, nach 1864 bis 1875 Jacob Gottschall aus Griesheim bei Darmstadt (danach in Michelstadt), 1890 Lazarus Tannenwald, vor 1921 bis 1937 Heinrich Loew. Die jüdische Gemeinde gehörte seit 1895 zum liberalen Rabbinat Darmstadt I.   
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Jakob Kaufmann (geb. 4.3.1892 in Viernheim, gef. 24.8.1914) und Vizefeldwebel Ludwig Weißmann (geb. 26.5.1885 in Viernheim, gef. 28.3.1918). 
 
Um 1925, als noch 100 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (0,8 % von insgesamt etwa 12.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde: Hermann Weißmann, Willi Gernsheimer und Isak Kaufmann. Als Lehrer, Kantor und Schochet war der bereits genannte Heinrich Loew tätig (noch bis 1937, als er auch die Kinder in Rimbach unterrichtete). Er erteilte damals sechs Kindern Religionsunterricht und war zugleich als Mohel (Beschneider) in Viernheim und Umgebung tätig (siehe Anzeige unten). An jüdischen Vereinen gab es einen Armenverein, einen Frauenverein und den Töchterausstattungsverein.  
   
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 69 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen (Mannheim) beziehungsweise ausgewandert (20). Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt, aber auch zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Familien geplündert und demoliert (u.a. die Wohnung des jüdischen Lehrers Heinrich Loew in der Hügelstraße 4). SA- und SS-Leute waren mit Beilen in die Wohnungen eingedrungen. Die nach Mannheim verzogenen jüdischen Gemeindeglieder wurden bereits im Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Die in Viernheim verbliebenen mehr als zehn, meist alten Menschen wurden im März beziehungsweise September 1942 in Vernichtungslager nach Polen und nach Theresienstadt deportiert.   
   
Von den in Viernheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Alice Engel geb. Weissmann (1893), Emil Fischer (1881), Emilie Fischer (1881), Rosa Fischer geb. Gernsheimer (1883), Siegmund Gernsheimer (1880), Erna Grünebaum geb. Kaufmann (1896), Max Herzfeld (1865), Rosa Holzmann geb. Kaufmann (1869), Bertha Kahn geb. Kaufmann (1871), Alfred Kaufmann (1934), Auguste Kaufmann geb. Jakobsohn (1864), Elsa Kaufmann geb. Jakob (1907), Moses Kaufmann (1889), Ruth Kaufmann (1930), Auguste Mayer (1883), Babette Mayer (1878), Ferdinand Siegmund Mayer (1863), Luzia Mayer (1903), Sara Mayer geb. Speyer (1867), Theodor Mayer (1881), Wolf Mayer (1883), Hilda (Hildegard) Rosenthal geb. Lublin (1904), Josef Rosenthal (1936), Hermann Schindler (1922 oder 1924), Sara Schindler geb. Schiffer (1865), Auguste Schönberger geb. Weißmann (1894), Friederike Seewald geb. Lublin (1896), Regina Silberthau geb. Sternheimer (1866), Hugo Sternheimer (1897), Jettchen Sternheimer geb. Herzfeld (1870), Leopold Sternheimer (1859), Fanny Ullmann (1886), Max Friedrich Ullmann (1882), Minna Ullmann geb. Ullmann (1882), Hugo Weissmann (1858), Robert Weissmann (1864), Albert (Adolf) Wolf (1886), Auguste Zehner geb. Schiffer (1897), Selma Zehner (1924).   
  
Am 25. Juni 2013 wurden insgesamt 18 "Stolpersteine" durch den Künstler Gunter Demnig in Viernheim zur Erinnerung an mehrere der genannten Personen verlegt. Die "Stolpersteine" liegen an folgenden Standorten: Spitalplatz (ehemals Spitalstraße 2), Rathausstraße 51 (ehemals Nr. 43), Hügelstraße 7 (ehemals Nr. 5), Hügelstraße 18, Mannheimer Straße 1/ Ecke Karl-Marx-Straße, ehemals Mannheimer Str. 9. Weitere zehn "Stolpersteine" wurden am 13. Juli 2014 verlegt in der Lampertheimer Straße 22 für Johannes und Luise Lamberth (bis 1933 nichtjüdischer Bürgermeister und seine Frau, gegen NS eingestellt), in der Molitorstraße 1 für die jüdische Familie Familie Schindler sowie in der Hügelstraße 4 und 6 für die jüdische Familie Familie Weißmann.   
       
       
       
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers/Vorbeters/Schächters 1876 / 1884 / 1886

Viernheim Israelit 29111876.jpg (46548 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1876: "Konkurrenz-Eröffnung. Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in der hiesigen israelitischen Gemeinde ist vakant und soll alsbald wieder besetzt werden. Fixer Gehalt 800 bis 1.000 Mark; Akzidenzien ca. 600 Mark nebst freier Wohnung. Lusttragende Bewerber wollen sich bei dem Unterzeichneten melden. Viernheim, den 19. November 1876. Der Vorstand Lazarus Lublin."  
 
Viernheim Israelit 24111884.jpg (47364 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1884: "Die Viernheimer Religionslehrer-, Schächter- und Vorsänger-Stelle soll bis zum 1. Januar 1885 neu besetzt werden. Die Stelle trägt inklusive Nebenverdienste ca. 1.500 Mark ein. Solche, welche das Seminar besucht und gute Zeugnisse aufzuweisen haben, erhalten den Vorzug. Samuel Gernsheimer, Vorsteher."  
 
Viernheim Israelit 11021886.jpg (49042 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1886: "In Folge der Einberufung des seitherigen Lehrers zum Militärdienst ist bei unserer Gemeinde die Stelle der israelitischen Religionslehrers und Vorsängers vakant geworden und soll wieder besetzt werden. Bewerber um diese Stelle, zu der auch die Schächterfunktionen gehören, wollen sich, unter Vorlage der Zeugnisse über die bestandene Prüfung bei uns melden. Bewerber ledigen Standes werden bevorzugt. Das Einkommen der Stelle, einschließlich der Akzidenzien, beläuft sich neben möblierter freier Wohnung auf ca. 14-1500 Mark. 
Namens des Vorstandes der israelitischen Gemeinde Viernheim: Samuel Gernsheimer."  

   
Der jüdische Lehrer gerät in den Streit zwischen orthodoxen und liberalen Gruppen (1855)  
Anmerkung: Mitte des 19. Jahrhundert gab es zwischen orthodoxen und liberalen Richtungen im Judentum immer wieder starke Auseinandersetzungen, die (z.B. anlässlich der Einrichtung einer Synagoge mit einer Orgel) bis hin zu Spaltungen in zahlreichen städtischen Gemeinden führten. Aber auch in kleineren Gemeinden fanden Auseinandersetzungen statt, wie der Fall des Viernheimer Lehrers zeigt. Nach seiner Entlassung wurde in der liberal gesonnenen Zeitschrift "Der Israelitische Volksschullehrer" ein scharfer Artikel gegen die für die Entlassung verantwortlichen orthodoxen Kreise geschrieben.

Viernheim IsraelitVolksschullehrer 011855.jpg (54021 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelitische Volksschullehrer" vom Januar 1855: "Aus dem Großherzogtum Hessen. - Wieder ist einer unserer Lehrer, und zwar ein Mann mit zahlreicher Familie, ein Opfer des zelotischen Eifers und pharisäischen Verfolgungsgeistes geworden - es ist dieses der zuletzt in Viernheim gestandene Lehrer R...t. Derselbe war der Unterlassung unbedeutender religiöser Observanzen gerüchtsweise Angeklagte, unter Anderem habe er - für seine kranke Frau! - am Sabbat eine Suppe kochen lassen. Darauf hin wurde ihm von dem betreffenden Rabbiner, bei welchem der religiöse Eifer oft das Mitglied überwuchert, das Schächten untersagt; die betreffende Gemeinde warf ihn in Folge dessen buchstäblich aus der Schule hinaus, und der arme Mann irrt nun mit Weib und Kindern brotlos und trostlos umher! -   

 
Lehrer Heinrich Loew empfiehlt sich das Mohel (Beschneider) (1924)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Februar 1924: "Viernheim, Hessen
Als geprüfter Mohel empfiehlt sich 
H. Loew, Lehrer
."   

    
Lehrer Heinrich Loew sucht einen Zahnarzt für Viernheim (1926)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926: "Zahnarzt - Existenz. 
Tüchtigem jungen Zahnarzt (Dr.) ist gute Existenz geboten. Ort 12.000 Einwohner. 
Angebote an H. Loew, Lehrer, Viernheim, Hessen."       

        
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   

Instandsetzung der Mikwe (1897)   

Viernheim Israelit 30121897.jpg (29637 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Dezember 1897: "Viernheim, im Dezember (1897). Den edlen Bemühungen des Herrn Lehrers Goldschmidt, im Verein mit dem ehemaligen Klausrabbiner Herrn Dr. Rosenthal aus Mannheim, ist es endlich gelungen, das seit langem in Verfall geratene rituelle Frauenbad in hiesiger Gemeinde seinem heiligen Zwecke wieder zu übergeben."  

      
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   

Zum Tod von Adolf Gernsheimer (1921)   

Viernheim Israelit 05051921.jpg (84534 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1921: "Viernheim (Hessen), 28. April (1921). Adolf Gernsheimer hat am 4. Pessachtag, kaum 33-jährig, das Zeitliche gesegnet. Wer ihn kannte, weiß, was wir alle an ihm besessen, was wir alle an ihm verloren. Ein edel und redlich denkender Mensch, aus einem altehrwürdigen, frommen Hause stammend, verstand er es von frühesten Jugend an, alle, die ihm näher getreten, für sich zu gewinnen. Sie alle werden dem ehrlichen braven Menschen, der bis noch vor wenigen Tagen mit dem stillen Mute der Entsagung, den nur Gottesfurcht gibt, sein Geschick getragen, ehrendes Andenken bewahren. Die große Trauerversammlung gab Beweis, welchen großen Wohltäter und liebevollen Menschen wir zu Grabe getragen. Herr Lehrer Loew ließ noch einmal das Lebensbild des Verstorbenen in kurzen Worten an uns vorüberziehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."        

   
Nach 1945: Todesanzeige von Alfred Lublin (1949 in den USA)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 22. April 1949: "Mein geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 
Alfred Lublin 
(früher Viernheim-Mannheim) ist am 15. April nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren sanft entschlafen. Im Namen der Hinterbliebenen: Jenny Lublin geb. Rohrheimer. 
5530 S. Kimbark Ave., Chicago 15, Ill."      


Über Max Liebster (1915-2008)   

Viernheim PA 200701.jpg (172812 Byte)Artikel von Harry Siegert im "Viernheimer Tageblatt" vom 29. Juli 2008: "Gesellschaft: Zeitzeuge Viernheimer Geschichte gestorben. Max Liebster im Alter von 93 Jahren verstorben. 
Aix-les-Bains/Viernheim
(kt) - Wie erst in diesen Tagen bekannt wurde, ist in seinem Haus im französischen Kurort Aix-les-Bains ein Zeitzeuge der Nazizeit in Viernheim, Max Liebster, im Alter von 93 Jahren gestorben.   Max Liebster wurde 1915 in Reichenbach im Odenwald in eine streng gläubige jüdische Familie geboren. Bevor er im Jahre 1929 eine Lehre im Textilgeschäft seiner Cousins Julius und Hugo Oppenheimer in Viernheim begann, besuchte Max Liebster die Volksschule in Reichenbach..." Zum weiteren Lesen des Artikels bitte anklicken.  

   
In der jüdischen Presse fand auch der (nichtjüdische) Lehrer, dann Schuldirektor Fiedler Beachtung:  
Zum Tod des kaiserlichen Schuldirektors a.D. Fiedler (vermutl. bis 1871 Volksschullehrer in Viernheim, 1898)
  
Anmerkung: Lehrer Fiedler war offenbar bis 1871 als Lehrer in Viernheim tätig, danach als Direktor der landwirtschaftlichen Lehranstalt in Rufach, Oberelsass; im Ruhestand lebte er in Darmstadt. Beachtlich sind seine geradezu prophetischen Worte über die Antisemitenbewegung (unten kursiv/fett markiert).      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1898: "Darmstadt. Am 26. August starb an einem Herzschlag im Alter von 72 Jahren der sehr verdienstvolle und in weiten Kreisen bekannte Schulmann, der kaiserliche Schuldirektor a.D. Fiedler in Darmstadt. Früher war er Volksschullehrer in Viernheim bei Mannheim und einer der Mitbegründer des hessischen Landeslehrervereins. Seine Wirksamkeit auf landwirtschaftlichem Gebiete veranlasste im Jahre 1871 seine Berufung als Lehrer an die neu gegründete landwirtschaftliche Lehranstalt in Rufach im Oberelsass, zu deren Direktor er später ernannt wurde und an der er eine Reihe von Jahren segensreich wirkte. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand siedelte er nach Darmstadt über, wo er sich jedoch nicht beschaulicher Ruhe hingab, sondern sich eifrig an gemeinnützigen Bestrebungen beteiligt. So war er u.a. Vorsitzender des Volksbildungsvereins und Vorstandsmitglied des Gartenbauvereins, in dem er häufig Vorträge hielt. Er war ein makelloser Charakter und ehrenhafter Mann, der aus seiner liberalen Gesinnung niemals ein Hehl machte, weshalb er zur Zeit der Reaktion unter der Regierung Dalwigks vielfach zu leiden gehabt hatte.
Fiedler ist auch in Wort und Schrift energisch zugunsten unserer Glaubensgenossen eingetreten. Namentlich in Hessen hat sein Wort und Beispiel schön gewirkt. So hat er in der Bezirkslehrerversammlung zu Darmstadt am 17. Januar 1891 einen Vortrag gehalten über 'die Antisemitenbewegung in Deutschland in ihren Ursachen und Folgen.' (erschien in Darmstadt bei H. Schmitt.). Darin heißt es: 
'Deutsche Männer aller Bekenntnisse, täuschen wir uns nicht über den Ernst der Zeit. Die Totengräber des religiösen Friedens sind zugleich die Totengräber des deutschen Reichs. Und dieser Friede liegt schwer geschädigt darnieder. Die ersten Spatenstiche zum Grabe desselben sind bereits aufgeworfen. Und schon stehe der Kondukt, der den Leichenzug des religiösen Friedens feierlich leiten möchte, marschbereit an den Toren des Vaterlandes. 
Wir können und dürfen nicht zugeben, dass das bereits angefangene Werk Vollendung findet. Das auf den Schlachtfeldern für Deutschlands Einheit und Größe geflossene Blut würde gegen uns zum Himmel um Rache schreien! 
Darum ist es Pflicht Aller, deren Väter, Brüder oder Söhne in den heiligen Kämpfen für Deutschlands Einheit gefallen sind; Aller, die in jenen furchtbaren Kämpfen mitgerungen haben; Aller, welche die Folgen der Antisemiten-Bewegung zu überschauen vermögen, dass sie zusammentreten, um diesen verderblichen Strom in sichere Ufer einzudämmen. 
Und wenn manche unter uns sein sollten, welche von Juden Unbilligkeiten erfahren haben, so mögen sie das eigene Weg vergessen gegenüber dem Unheil, welches der ganzen deutschen Bevölkerung durch einen Sieg der Antisemiten droht.'  

Aus lauterem Herzen geboren, mögen diese Worte lautere Herzen gewinnen. Besser kann die Erinnerung an den edlen Mann nicht bewahrt werden!"       

   
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeigen jüdischer Zigarrenfabrikanten 1899 und 1904   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1899: 
"Suche per sofort eine tüchtige 
Haushälterin

welche imstande ist, einem Haushalt von drei Personen selbständig vorzustehen. Offerten, Zeugnisse, Photographie und Ansprüche an 
J. Weißmann, jr., 
Zigarrenfabrik
, Viernheim bei Mannheim." 
       
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1904: 
"Sichere Existenz
Hohe Provision und Extra-Honorar zahlt erstklassige Zigarrenfabrik gut eingeführt. Agenten, bei monatliche Abrechnung, welche hervorragende Spezialitäten mitverkaufen. Eventuell Generalvertretung. Offerten mit Angabe des erreichten Umsatzes erbeten. 
Heinrich Jakob & Comp., 
Zigarrenfabrik, Viernheim
bei Mannheim".

       
Anzeige von J. Weißmann (1902)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1902: 
"Für einen Jungen, aus guter Familie, ist eine 
Lehrstelle
zu vergeben. Näheres 
J. Weißmann
, Viernheim bei Mannheim."      

     
     
  
   
Zur Geschichte der Synagoge       
   
Zunächst war ein Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden. 1821 beantragte die jüdische Gemeinde bei den Behörden den Bau einer Synagoge. Die Genehmigung wurde erteilt und eine Synagoge konnte 1826/27 erbaut und im August 1827 eingeweiht werden. Sie war Mittelpunkt bis jüdischen Gemeindelebens bis zur Zerstörung in der NS-Zeit. Mehrfach wurde sie renoviert und erweitert, insbesondere 1865, 1902 und zum 100jährigen Bestehen 1927. Aus der Geschichte der Synagoge in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegt ein ungewöhnlicher Berichte aus dem Jahr 1880 vor:  
    
Der Polizeidiener muss für Ordnung in der Synagoge sorgen (1880)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. März 1880: "Bonn, 21. März (1880). 'Der Starkenburger Bote' meldet, dass in Viernheim der gewiss seltene Fall eingetreten, dass ein Polizeidiener in der Synagoge die Ordnung aufrecht erhalten muss. Es kamen nämlich daselbst während des Gottesdienstes derartige Ruhestörungen und Ungehörigkeiten vor, dass auf erhaltene Anzeige sich das Kreisamt zu der erwähnten Maßregel veranlasst sah, wofür die israelitische Gemeinde den Polizeidiener besonders honorieren muss. Wegen des angegebenen Ärgernisses meiden viele Israeliten die dortige Synagoge jetzt gänzlich."      

       
Über die Feier zur Wiedereinweihung der Synagoge mit Rabbiner Dr. Italiener aus Darmstadt im August 1927 liegt ein Bericht aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1927 vor:  

Viernheim Israelit 08091927.jpg (116894 Byte)"Viernheim, 22. August (1927). Am Sonntag beging die israelitische Gemeinde Viernheim das hundertjährige Bestehen ihrer Synagoge mit einem Festgottesdienst. Nach einer Begründungsrede des Lehrers Loew hielt Rabbiner Dr. Italiener - Darmstadt die Festpredigt. Kraft, Stolz und Geduld erfülle den Juden, der der Väter, die dieses Gotteshaus errichteten, gedenkt. Von ihrer Tat ging um so größeres Licht aus, als bis damals die Juden von außen unterdrückt und im Ghetto innerlich verkümmert waren. Oberarzt Dr. Fried - Worms hielt die Gedächtnisrede für die im Weltkrieg gefallenen Juden der Gemeinde Viernheim. 
Im Namen der Gemeinde Viernheim erklärte Bürgermeister Lamberth, dass er eigens seinen Urlaub unterbrochen habe, um an dieser bedeutungsvollen Feier teilzunehmen. Es sei ihm ein Bedürfnis, den vorbildlichen Beziehungen aller Konfessionen in der Gemeinde Vierheim Ausdruck zu geben. Kaplan Oestreicher überbrachte die Glückwünsche zugleich im Namen des Herrn geistlichen Rat Wolf, der gesamten Pfarrgeistlichkeit, des Kirchenvorstands und der katholischen Gemeinde. Er begann in hebräischer Sprache mit dem Psalmwort: "Wenn der Herr nicht wacht, wacht der Wächter umsonst." 
Direktor Benjamin - Darmstadt überbrachte die Glückwünsche des Landesverbands der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens, Syndikus Erwin Baer - Frankfurt a.M. diejenigen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Polizeioberwachtmeister Kühne die der Polizeibehörde, ein Mitglieder des Synagogenrats die der Gemeinde Mannheim, Rektor Mayer - Vierheim überbrachte die Glückwünsche der Schule.
Prachtvolle Chöre des Klaussynagogenchors, Mannheim, mit Solis des Oberkantors Eppstein umrahmten weihevoll die Ansprachen. 
Zu dieser Feier wurde eine Festschrift, verfasst von Herrn Lehrer Loew - Viernheim, herausgegeben, die interessantes geschichtliches Material enthält."  
Hinweis: Die Abschrift der genannten Festschrift ist online zugänglich. 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge am 10. November zerstört. Bereits am Vormittag dieses Tages wurde eine Brandstiftung versucht, die misslang. Am Mittag brachen drei SS-Männer gewaltsam in die Synagoge ein, raubten Davidstern, Opferstock und silberne Leuchter, übergossen die Torarollen und andere Kultgegenstände mit Benzin und entfachten ein Feuer. Die Synagoge brannte völlig nieder. Die Brandruine wurde wenig später abgebrochen. 

Bei den Gerichtsprozessen 1946-1952 auf Grund der Gewaltaktionen gegen die Synagoge Viernheim vor dem Landgericht Darmstadt wurde nur ein Täter verurteilt, die übrigen Angeklagten mangels Beweisen freigesprochen.

Das Grundstück der ehemaligen Synagoge lag im Bereich des heutigen Grundstückes Hügelstraße 5. Ein Denkmal für die zerstörte Synagoge wurde etwa 200 m von ihrem Standort am Ende der Hügelstraße angebracht. Im Bereich des Synagogengrundstückes wurde ein Neubau (heutiges Wohnhaus Hügelstraße 5) erstellt, der jedoch baulich nichts mit der ehemaligen Synagoge zu tun hat, von der seinerzeit auch die Grundmauern geschleift wurden. Genaue Pläne der Bebauung vor 1938 wurden noch nicht gefunden.   
   
Adresse/Standort der Synagogeim Bereich des heutigen Grundstückes Hügelstraße 5 
   
   
Fotos   

Historische Fotos Viernheim 1927 02.jpg (48953 Byte) Viernheim Synagoge 010.jpg (82012 Byte)
    Gemeindevorstand und Lehrer Loew 
im Jahr des Synagogenjubiläums 1927 
Innenansicht der Synagoge 
in Viernheim  
      
Viernheim Synagoge 131.jpg (69981 Byte) Viernheim Synagoge 130.jpg (84552 Byte) Viernheim Synagoge 132.jpg (63744 Byte)
Rekonstruktion / Zeichnung der Synagoge in Viernheim von Harry Siegert (Viernheim) anhand einer Skizze eines (bereits verstorbenen)
 Herrn Fischer, Beschreibungen (Festschrift Heinrich Loew) und der Erzählungen von Zeitzeugen. 
          
Der Standort der ehemaligen Synagoge und das Denkmal im Sommer 2007
(Fotos: Harry Siegert, Viernheim)
Viernheim Synagoge 294.jpg (52804 Byte) Viernheim Synagoge 293.jpg (57428 Byte)
   Blick auf das Grundstück der ehemaligen Synagoge. Hinweis: das heutige 
Gebäude Hügelstraße 5 hat nichts mit der ehemaligen Synagoge zu tun
.
    
Viernheim Synagoge 292.jpg (116357 Byte) Viernheim Synagoge 291.jpg (38421 Byte) Viernheim Synagoge 290.jpg (53127 Byte)
Gedenkstein mit Abbildung der ehemaligen Synagoge und Inschrift: "In dieser Strasse stand von 1828-1938 die Synagoge 
der ehemaligen jüdischen Gemeinde Viernheim. Sie wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört."
      
Neue Tafel des Gedenksteines 
(Foto: Michael Ohmsen, 
Aufnahme September 2010)
Viernheim Tafel 015.jpg (63278 Byte) 
   Inschrift: "In der Hügelstraße 5 stand seit 1827 die Synagoge der jüdischen Gemeinde
 Viernheim. Nationalsozialisten zerstörten sie am 10. November 1938". 
      
Gedenken an die jüdischen Familien
 Viernheims am Gebäude 
der Stadtbibliothek

(Fotos: Michael Ohmsen; Aufnahmen 
vom September 2010)
Viernheim Tafel 011.jpg (123971 Byte) Viernheim Tafel 010.jpg (148936 Byte)
  Die Tafel befindet sich links des Eingangs in die Stadtbibliothek mit der Überschrift:
 "Viernheims jüdische Familien in den 1930er-Jahren. Mit der Diktatur der 
Nationalsozialisten (1933-1945) gab Deutschland die Menschenrecht auf. Viernheim 
verlor seine jüdischen Mitbürger und mit ihnen einen Teil seiner Tradition und Kultur". 
Es folgen die Namen der jüdischen Familien. 
     

    
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Juni 2013: Verlegung von "Stolpersteinen" in Viernheim   
Artikel u.a. in region-bergstrasse.de vom 22. Juni 2013, Link zum Artikel, weiterer Link): "Andenken an sechs ermordete jüdische Familien bewahren! Nachkommen der Weissmann-Familie aus Kalifornien nehmen an der Steineverlegung teil. Mark und Tara Weissmann sind 'ambassadors of peace and forgivness'. 
Die Viernheimer Bevölkerung ist zur Teilnahme an der Stolperstein-Verlegung am kommenden Dienstag herzlich eingeladen
Vor über 70 Jahren ist Henry Weissmann vor den Nazischergen nach Amerika geflohen. Dadurch konnte er sein Leben und das seiner Eltern Siegfried und Erna Weissmann retten. Das KZ ist ihnen erspart geblieben. Andere jüdische Viernheimer Familien konnten sich nicht mehr rechtzeitig ins Ausland absetzen, wurden verhaftet, deportiert, vergast. Genau 73 Jahre nach der Flucht nach Amerika kommt nächste Woche der in Redwood (Kalifornien, USA) lebende Sohn von Henry Weissmann, Mark Weissmann nach Viernheim, in die Heimat seiner Vorfahren. 
Im Internet hat er von der Viernheimer Aktion 'Stolpersteine' gelesen und will bei der Verlegung am kommenden Dienstag zusammen mit seiner Frau Tara persönlich dabei sein. Er und seine Frau zeigen sich außerordentlich interessiert, wollen Viernheim und seine Bevölkerung näher kennenlernen, die Beweggründe für die Stolperstein-Aktion wissen und näheres über die Schicksale von anderen jüdischen Viernheimer Familien erfahren. Seine Mutter Carol und sein Bruder Scott sind ebenso berührt von dieser Viernheimer Aktion, können aber leider nicht nach Viernheim kommen. In einer Mail an die Viernheimer Stadtverwaltung heißt es, die Familie schickt Mark und Tara als Botschafter von Frieden und Vergebung ('ambassadors of peace and forgiveness').
Bürgermeister Matthias Baaß freut sich sehr über die Teilnahme von Mark und Tara Weissmann bei der Verlegung der 'Stolpersteine' am kommenden Dienstag: 'Die Anwesenheit von direkten Nachkommen ehemaliger jüdischer Viernheimer Familien verleiht unserer Aktion, dem Gedenken an die ermordeten jüdischen Familien unserer Stadt, eine besondere Tiefe und Bedeutung. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo immer noch viele Menschen judenfeindlich denken, ist Erinnerung außerordentlich wichtig. Wir müssen Flagge zeigen und immer wieder an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnern. Es muss sein! Denn das große Vergessen darf sich in unserer Gesellschaft nicht breitmachen. Viele junge Erwachsene können mit dem Begriff Auschwitz nichts mehr anfangen. Deshalb sind Aktionen wie die Viernheimer Aktion 'Stolpersteine' so wichtig. Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!'
Mark ist der Sohn von Henry Weissmann. Henry (Heinrich) war Jahrgang 1936 und flüchtete mit seinen Eltern Siegfried und Erna Weissmann 1940 in die USA, zuvor waren sie 1939 nach Steinfurth verzogen. Siegfried war 1938 im KZ Dachau, 1939 musste er sein Anwesen in der Spitalstraße 2 an einen "arischen" Viehhändler verkaufen.
Weitere Informationen: www.viernheim.de: unter "Stolpersteine". 
Ansprechpartnerin: Gisela Wittemann, Tel. 929207-3, E-Mail bzw. Gisela.Wittemann[et}]viernheim.de    
 
Juli 2014: Neue Formen der Erinnerung über digitale Medien     
Artikel von Kathrin Miedniak im morgenweb.de (Südhessen morgen) vom 5. Juli 2014: "Museum: Stolpersteine erhalten Platz in Dauerausstellung / Besucher können in E-Book Schicksale jüdischer Familien nachlesen
Blättern im digitalen Geschichtsbuch. 

Viernheim. Schnell wischt Gisela Wittemann über den Bildschirm ihres iPads. Eine Berührung mit der Fingerspitze und ein Bild von Jean Lamberth taucht auf. Ein leichtes Tippen auf ein Wort, und ein Glossar öffnet sich mit Erklärungen zur Verfolgung des Viernheimer Bürgermeisters in der NS-Zeit. 'Wir haben schon länger überlegt, wie wir im Museum digitale Medien einbinden können', erzählt die Museumsleiterin. 'Dann ist uns klar geworden, dass sich das Stolpersteine-Projekt anbietet.' Das Ergebnis ist ein E-Book, in dem die Schicksale von mittlerweile elf jüdischen Familien aus Viernheim nachgelesen werden können..."   
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Juli 2014: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen"   
Artikel von Kathrin Miedniak im morgenweb.de (Südhessen morgen) vom Juli 2014: "AvH: Projektgruppe erforscht Leben zweier jüdischer Familien und des Ehepaars Lamberth aus Viernheim / Verlegung neuer Stolpersteine am Sonntag
'Diese Schicksale sind echt heftig'
Viernheim.
Es ist das Leben von Sara Schindler, das Marina besonders nahe geht. "Sie ist aus Ostgalizien nach Viernheim gekommen, weil sie dachte, dass sie hier sicher ist", erzählt die Schülerin. Tatsächlich muss die Jüdin 1940 aber aus ihrem neuen Heim in der Molitorstraße fliehen und sucht mit Tochter Augusta in Belgien Unterschlupf. Beide werden entdeckt, in einer Kaserne in Mechelen interniert, nach Auschwitz deportiert und 1942 ermordet. "Das ist sehr traurig", sagt Marina..."  
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Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Viernheim  

Genealogische Seiten zur Familie Gernsheimer aus Viernheim:  www.thekesters.net

Literatur:   

Heinrich Loew: Die israelitische Religions-Gemeinde Viernheim (Hessen). Festschrift zur Jahrhundertfeier des Synagogenbaues im August 1927. Viernheim 1927. Abschrift online zugänglich (interne Seite).   
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 321-324.  
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 193. 
Brigitte Perker: Viernheim zwischen Weimar und Bonn. Demokratie und Diktatur in einer deutschen Kleinstadt 1918-1949. Hg. Magistrat der Stadt Viernheim. Viernheim 1988.  
Franz Haas: Die Juden in Viernheim. in: 777-1977. Zwölfhundert Jahre Viernheim. Viernheim 1977 S. 99-108. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 27-28. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 275-277.  

    
     


 
  
Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Viernheim Hesse. Jews lived there from the 17th century and established a community numbering 60 in 1828. Jews prospered in the tobacco and livestock trade. The community became affiliated with the Liberal rabbinate of Darmstadt. By 1900 the Jewish population had grown to 123 (2 % of the total). In the wake of the Nazi boycott campaign, Jews started leaving before Kristallnacht (9-10 November 1938), when stormtroopers burned down the synagogue and organized the looting or destruction of Jewish property. During the years 1933-39, at least 28 of the 60 Jews in Viernheim emigrated (17 to the United States). Those who remained were mostly deported in 1942.  
     
      

                     
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Stand: 13. Juli 2014