Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rimbach (Kreis Bergstraße)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben      
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

  
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Rimbach bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück. Damals war der Ort weitgehend entvölkert. Die Ortsherrschaft (Grafen von Erbach) nahmen daher bereitwillig auch Juden in größerer Zahl auf. Ein Teil verzog wieder von hier in andere Orte. 
  
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts waren acht jüdische Familien ortsansässig geworden (1799: Familien des Mosche, Heyum, David, Feitel, Lößer, Mohier, Sißkind, Goguff). Mindestens seit 1774 war die Judenschaft als "jüdische Religionsgemeinde Rimbach" organisiert. Um 1820 wurden 15 bis 17 jüdische Familien gezählt, die damals folgende Familiennamen angenommen hatten: Bender, Bergsträßer, Breidenbach, David, Demuth, Kahn (2), Kaufmann, Oberndorf, Oppenheimer (3), Sternheimer, Weixel/Weichsel, Westheimer, Wetterhahn und Zacharias. 
  
Im Revolutionsjahr 1848 kam es zu schweren antijüdischen Unruhen in Rimbach, weswegen zum Schutz der jüdischen Einwohner zeitweise 50 Soldaten nach Rimbach geschickt werden mussten.  
   
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts wie folgt: 1815 17 jüdische Familien, 1828 129 jüdische Einwohner (10,3 % von insgesamt 1.225), 1842 185 (10,1 % von 1.841), 1861 232 (13,5 % von 1.721), 1880 189 (10,2 % von 1.855), 1900 126 (6,3 % von 1.808), 1910 100 (5,0 % von 2.004).  Im Gebiet des heutigen Kreises Bergstraße war Rimbach die wichtigste jüdische Gemeinde. Die jüdischen Familien lebten ursprünglich vom Handel mit Waren aller Art. Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zahlreiche für das wirtschaftliche Leben des Ortes wichtige Gewerbe- und Handelsbetriebe, die jüdischen Familien gehörten. Dazu gab es jüdische Handwerker (Schneider, Bäcker, Metzger, Tapezierer). Mehrere der jungen Leute studierten an auswärtigen Universitäten und wurden später Rechtsanwälte, Ärzte, Lehrer.

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.) eine Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Stellenwechsel fand in Rimbach oft statt (vgl. die Ausschreibungen der Stelle) unten: zwischen 1818 und 1929 hatte Rimbach insgesamt 33 verschiedene jüdische Lehrer. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: David Aschenbrand (geb. 15.3.1876 Niederaula, gef. 16.10.1914), Hermann Breidenbach (geb. 11.2.1895 in Rimbach, geb. 1.7.1918) und Isaak Weichsel (geb. 25.4.1891 in Rimbach, gef. 22.8.1914). Außerdem sind gefallen: Bernhard Kahn (geb. 5.8.1876 in Rimbach, vor 1914 in Mannheim wohnhaft, gef. 10.9.1916) und David Westheimer (geb. 13.10.1885 in Rimbach, vor 1914 in Idar-Oberstein wohnhaft, gef. 29.3.1915).      
         
Um 1925, als noch 96 jüdische Einwohner gezählt wurden (ca. 4,7 % von etwa 2.100 Einwohnern), waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde David Weichsel, Max Weichsel und Jacob Wertheimer. Als Religionslehrer war M. Tuch tätig. Er unterrichtete an der jüdischen Religionsschule damals 13 schulpflichtige Kinder. An jüdischen Vereinen gab es einen Israelitischen Frauenverein und einen Israelitischen Männerverein. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Darmstadt I, das heißt zum liberalen Rabbinat. 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde: Rudolf Hamburger (1. Vorsitzender), Jacob Westheimer (2. Vorsitzender) und David Weichsel (3. Vorsitzender). Den jüdischen Religionsunterricht erhielten noch neun schulpflichtige jüdische Kinder. Allerdings konnte seit 1930 die jüdische Gemeinde keinen eigenen Lehrer mehr anstellen; der Unterricht wurde von auswärtigen Lehrern übernommen (1937 noch von Lehrer Löw aus Viernheim). 
    
Im Zusammenhang mit dem NS-Boykott 1933 wurden acht jüdische Kaufleute in das KZ Osthofen verschleppt, darunter auch Leo Wetterhahn (Textilgeschäft in der Rathausstraße). Ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 77 Personen) ist auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 kam es zu außerordentlich brutalen Maßnahmen gegen die jüdischen Familien. Etwa 80 Männer u.a. der SA-Standarte 145  - nach Vorschrift in Zivil - waren daran beteiligt. Schlägertrupps von 5-10 Mann hatten die Anweisung, die jüdischen Wohnung zu überfallen und die Synagoge zu zerstören (s.u.). Zahlreiche jüdische Bewohner wurden misshandelt, ihre Wohnungen völlig verwüstet. Im August 1941 mussten in den Häusern Brunnengasse 15 und Fahrenbacher Str. 4 die noch verbliebenen jüdischen Einwohner zusammenziehen. Zu Beginn der Deportationen 1942 waren noch zehn jüdische Rimbacher am Ort wohnhaft.   
    
Von den in Rimbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jettchen (Jetti) Arnsberg geb. Westheimer (1877), Emil Breidenbach (1884), Louis Breidenbach (1878), Siegmund Breidenbach (1887), David David (1886), Johanna David geb. Oppenheimer (1891), Barbara Demuth (1878), Bella Heilbrunn geb. Westheim (1884), Gustel Hirsch geb. Oppenheimer (1865), Maurice Kahan (1875), Salomon Siegfried Kanstein (1880), Bertha Kassel geb. Marx (1886), Gerty Katz geb. Mentzel (1880), Fanny Kaufmann geb. Hamburger (1872), Anne Kosiner geb. Wetterhahn (1919), Bettie Liebmann geb. Westheimer (1881), Gutta Loebmann geb. Kaufmann (1886), Herbert Maier (1910), Berthold (Baruch) Marx (1889), Betty Marx geb. Weichsel (1881), Max Marx (1899), Salomon Marx (1892), Selma Marx geb. Isselbächer (1889), Therese Marx (1858), Bertha Maya Mayer (1867), Jenny Mayer geb. Höchster (1878), Mina Mayer (1866), Moses Mayer (1870), Cäcilie (Cecile, Cilly) Oppenheimer (1892), Berta (Recha) Ottensoser geb. Mayer (1899), Frieda Rosenberg geb. Breidenbach (1893), Rosalie Rosenberg geb. Meyer (1863), Franziska Rosenthal geb. Goldschmidt (1864), Justine Salomon geb. Zacharias (1866), Selma Scheuing geb. Breidenbach (1894), Berta Babette Seidel geb. Weichsel (1872), Auguste Strauss geb. Wiedemann (1879), Fanny Strauss geb. Westheim (1887), Abraham Alfred Weichsel (1883), Betty Weichsel (1907), David Weichsel (1879), Flora Weichsel geb. Mayer (1888), Hedwig Weichsel geb. Fuld (1885), Herbert Weichsel (1922), Max Weichsel (1871), Recha Weichsel geb. Löwenthal (1892), Jakob Wertheimer (1882), Lina Westheimer geb. Berberich (1895), Gustav Westheimer (1890), Salomon (Salo) Westheimer (1889), Anneliese (Anna) Wetterhahn (1919), Ernestine Wetterhahn geb. Buchheimer (1884), Frieda Wetterhahn (1867), Leo Wetterhahn (1881), Recha Wetterhahn (1866).        
   
Auf dem jüdischen Friedhof (Friedhofsmauer) befindet sich eine Gedenktafel mit den Namen der aus Rimbach deportierten jüdischen Personen.    
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Kantors / Schochets 1867 / 1869 / 1871 / 1872 / 1876 / 1882 / 1894 / 1900 / 1908   

Rimbach Israelit 23011867.jpg (60710 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1867: "Vakanz. Die Religionslehrerstelle, verbunden mit dem Amt des Vorbeters und Schächters, bei der israelitischen Gemeinde zu Rimbach, Kreis Lindenfels, Großherzogtum Hessen, ist bis zum 1. Februar 1867, mit einem jährlichen Einkommen von 550 Gulden, zu besetzen. Diejenigen Bewerber, die noch besondere Sprachkenntnisse besitzen, haben Aussicht, das Einkommen bedeutend zu erhöhen. Reflektanten wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse sofort melden bei dem Vorstand."    
   
Rimbach Israelit 06101869.jpg (41252 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Oktober 1869: "Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers, Kantors und Schochet ist vakant. Konkurrenzfähige Bewerber wollen sich an den Vorstand alsbald wenden. Der fixe Gehalt ist 300 Gulden. Nebeneinkünfte 250 Gulden, nach Befund wird der Gehalt erhöht. 
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde Rimbach."   
  
Rimbach Israelit 08031871.jpg (40669 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1871: "Ein israelitischer Religionslehrer, Kantor und Schächter, dem gute Zeugnisse zur Seite stehen, wird seitens hiesiger Gemeinde zum 1. Mai laufenden Jahres zu engagieren gesucht. Die hiesige Stelle trägt neben 325 Gulden fixem Gehalt noch mindestens 200 Gulden Nebenverdienste ein. Reflektanten wollen sich schleunigst unter Einreichung ihrer Zeugnisse schriftlich oder persönlich bei uns melden. 
Rimbach im Odenwald, Februar 1871. Der Vorstand."
  
Rimbach Israelit 31071872.jpg (45671 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1872: "Vakanz. Ein israelitischer Religionslehrer, Kantor und Schächter, dem gute Zeugnisse zur Seite stehen, wird seitens hiesiger Gemeinde zum 1. September laufenden Jahres zu engagieren gesucht. Die hiesige Stelle trägt neben 350 Gulden fixem Gehalt noch circa 200 Gulden Nebenverdienste ein. Reflektanten wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse schriftlich oder persönlich bei uns melden. 
Reisekosten werden nur dem Akzeptieren vergütet, Rimbach im Odenwald, im Juni 1872. Der Vorstand."
 
Rimbach Israelit 13121876.jpg (49099 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1876: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets vakant und sogleich zu besetzen. 
Fixer Gehalt mit Nebeneinkünften beträgt 14 bis 1500 Mark. Qualifizierte Bewerber wollen sich alsbald mit Vorlage ihrer Zeugnisse melden. 
Seminaristisch Gebildete haben den Vorzug oder werden bevorzugt. 
Rimbach im Odenwald (Hessen-Darmstadt). Der Vorstand Samuel Kaufmann. Isaak Weichsel."  
 
Rimbach Israelit 14061876.jpg (46468 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1876: "Die hiesige Stelle als Religionslehrer, Vorsänger- und Schächter-Amt ist vakant und soll sofort besetzt werden. Der fixe Gehalt mit Nebeneinkünften stellt sich auf circa 14 bis 1500 Mark. Qualifizierte Bewerber wollen sich je eher je lieber unter frankierter Einsendung ihrer Atteste an den Vorstand wenden. Reisekosten werden keine vergütet. 
Rimbach, im Odenwald, Großherzogtum Hessen den 4. Juni 1876. 
Der Vorstand Isaak Weichsel II., Heyum Oppenheimer I."  
 
Rimbach Israelit 07091882.jpg (45485 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. September 1882: "Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets in hiesiger Gemeinde ist vakant und bis zum 1. November zu besetzen. Fixo Gehalt 700-800 Mark. Nebenverdienste belaufen sich auf 500 Mark. 
Qualifizierte Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse melden.
Rimbach i.O., 20. August 1882. Der Vorstand: M. Westheimer, Isaak Weichsel III."   
 
Rimbach Israelit 20081894.jpg (45852 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1894: "In hiesiger israelitischer Gemeinde ist die Stelle eines Kantors, Lehrers und Schochets vakant und bis 1.-15. September zu besetzen. 
Gehalt 700 Mark Fixum nebst 600-700 Mark Nebenverdienste. Nur seminaristisch Gebildete wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse sofort an unterzeichneter Stelle melden.  
Rimbach i.O.,
9. August 1894. Der Vorstand."     
 
Rimbach Israelit 27091900.jpg (43825 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1900: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Kantor, Lehrer und Schochet vakant. Gehalt mit Nebenverdienste 1500 Mark circa. Reflektanten wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse an unterzeichneter Stelle melden.  
Rimbach im Odenwald, 14. September. Der Vorstand: Westheimer".  
 
Rimbach Israelit 30071908.jpg (45654 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1908: "In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets vakant. Einkommen nachweislich 1.800 Mark. 
Bewerber seminaristisch gebildet, wollen sich an den Unterzeichneten mit Anschluss ihrer Zeugnisse melden. 
Der Vorstand. Rimbach, Hessen."    

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Unruhen im Revolutionsjahr 1848  

Rimbach AZJ 01051848.jpg (26462 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Mai 1848: "Darmstadt, 11. April (1848). Soeben ist ein Kommando, bestehend aus 50 Mann, nach Rimbach mit dem Bahnzuge bis Heppenheim abgegangen, um die dortigen Juden in Schutz zu nehmen."  

   
Der Antisemitismus wirkt sich aus (1891)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1891: "Rimbach, 18. Juni (1891). Nachdem in letzter Woche im Gasthaus 'Zur Krone' dahier eine durch Herrn Rentamtmann Schäfer aus Schönberg abgehaltene Grasversteigerung wegen antisemitischer Kundgebungen ausgesetzt werden musste, fand dies am Montag abermals statt. Zur Verhütung ähnlicher Vorkommnisse blieben die Israeliten diesmal fast gänzlich fern. Dadurch wurden durchschnittlich pro Morgen 10 Mark weniger erlöst, als bei der vorhergegangenen Versteigerung".   

     
     
Berichte zu einzelnen Personen in der Gemeinde
Isaac Kahn im Gemeinderat wiedergewählt (1877)

Rimbach Israelit 11071877.jpg (12411 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1877: "Rimbach im Odenwald. Herr Isaac Kahn dahier wurde wiederholt auf neun Jahre zum Mitgliede des Gemeinderates erwählt."  

    
Zum Tod von Süßkind Oppenheimer (1892)     

Rimbach Israelit 28041892.jpg (60250 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1892: "Rimbach, 17. April. Am zweiten Tag von Pessach erlitt die hiesige jüdische Gemeinde einen herben Verlust, ihr Mitglied Süßkind Oppenheimer wurde nach mehrmonatlichem Leiden von Gott abberufen. Derselbe war ein aufrechter und rechter Mann, der sein ganzes Leben hindurch bestrebt war, Werke der Wohltätigkeit auszuüben. Dadurch erwarb er sich einen sehr guten Namen bei allen Konfessionen."  

   
Beerdigung von Isaak Westheimer (1893)   

Rimbach Israelit 27021893.jpg (69177 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Februar 1893: "Rimbach i.O., 7. Februar 1893. Vorgestern, Sonntag, fand auf dem hiesigen Israelitischen Friedhofe die Beerdigung des im achtzigsten Lebensjahre verschiedenen Herrn Isaak Westheimer von hier statt, welche auch im 'Israelit' erwähnt zu werden verdient. An dem Leichenzuge beteiligten sich außer den Glaubensgenossen des Verstorbenen überaus zahlreiche Angehörige der beiden christlichen Konfessionen von Rimbach und Umgegend - ein sichtbarer Beweis sowohl von der hohen Achtung, welcher sich der Dahingeschiedene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute, als auch ein lobenswertes Zeichen der Toleranz und der Einigkeit der Konfessionen, das in unserer Zeit, so die Wogen des aufreizenden und den mittelalterlichen Judenhass wieder erweckenden Antisemitismus ziemlich hochgehen, doppelt angenehm auf jeden friedliebenden Menschen wirkt. Am Grabe hielt Herr Rabbiner Dr. Selber aus Darmstadt eine eindrucksvolle Trauerrede." 

    
    
Persönlichkeiten:   

Erich Itor Kahn (1905 Rimbach - 1956 New York): Sohn eines jüdischen Kantors, der nach Rimbach vor allem in Königstein im Taunus tätig war; Musiker (Pianist) und Komponist. Sein Werk steht in engem Zusammenhang mit der Schönberg-Schule (Zwölftonmusik). Von den Nationalsozialisten auf Grund seiner angeblich "entarteten Musik" vertrieben, war er seit 1941 in New York. Weiteres siehe Artikel bei wikipedia zu Erich Itor Kahn.

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Verlobungsanzeige von Recha Mayer und Nathaniel Ottensoser (1929)  

Rimbach Israelit 10011929.jpg (30383 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1929: "Statt Karten: Recha Mayer - Nathaniel Ottensoser. Verlobte. Rimbach/Odenwald / Frankfurt am Main - Wiesenau 51 f. - Januar 1929 - Tewet 5689 - Mellrichstadt in Bayern."  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge  
            
    
Noch im 18. Jahrhundert (vermutlich vor 1774) wurde eine Synagoge und eine Schule auf dem Grundstück Brunnengasse 6 erstellt. Um 1830 war diese Synagoge zu klein geworden, sodass man sich mit dem Bau einer neuen befasste. Da die Finanzierung ein großes Problem war, zog sich die Ausführung der Arbeiten in die Länge. Die Gemeinde erwarb auf dem Grundstück Ecke Schlossstrasse/Heinzenwiesenweg eines der "Hofhäuser", um 1835 mit dessen Umbau zu einer Synagoge zu beginnen. 1840 konnte das Synagogengebäude eingeweiht werden, wozu sogar der berühmte Rabbiner Seckel Löb Wormser, der Baal-Schem von Michelstadt, anwesend war. Die letzten Bauarbeiten am Synagogengebäude waren erst 1845 abgeschlossen. 
  
Bei der Rimbacher Synagoge handelt es sich um einen Saalbau mit einem Sattelbach im Grundriss von 17 x 10,5 Meter. Der Zugang war vom Heinzenwiesenweg. Ein Treppenaufgang vom Synagogenvorraum führte zur Frauenempore. Im Betraum gab es 120 Sitzplätze für Männer, auf der Empore 84 für die Frauen. Mehrfach standen in den folgenden Jahrzehnten Reparaturen an (1853, 1856, 1867-1869). 
  
Am 30. August 1890 konnte man mit einem großen Fest das 50-jährige Bestehen der Synagoge feiern, worüber sowohl die Zeitschrift "Der Israelit" wie auch die "Allgemeine Zeitung des Judentums" berichteten
:   

Rimbach Odw Israelit 18091890.JPG (247153 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1890: "Rimbach im Odenwald, 9. September (1890). "Wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig bei einander wohnen." An dieses Bibelwort wurden wir auf die angenehmste und erfreulichste Weise bei Gelegenheit der Feierlichkeiten erinnern, welche unsere israelitische Gemeinde am Schabos Parschat Ki teze (am Sabbat mit der Toralesung Abschnitt Ki teze, sc. Lesung aus 5. Mose 21-25,19 am Schabbat 30. August 1890) zum 50jährigen Jubiläum ihrer Synagoge veranstaltet. Seit Wochen und Monaten rüstete sie sich zu diesem Feste und hatte sich hierbei der lebhaftesten Teilnahme der gesamten Ortsbevölkerung, besonders der Honoratioren zu erfreuen. Endlich kam der lang erwartete Tag heran, der unserem lieben Rimbach in der Tat ein sehr festliches Aussehen gab. Von vielen, selbst christlichen Häusern wehten die Flaggen. Die Synagoge prangte in dem reichsten Pflanzen- und Blumenschmuck, der ihr zum größten Teil von den christlichen Mitbürgern zugewendet wurde. Um 10 Uhr Vormittags fand programmgemäß der Festgottesdienst statt, zu dem sich außer zahlreichen Israeliten aus den Nachbargemeinden auch die christlichen Honoratioren, unter ihnen Herr Dekan Fuchs nebst Familie, einfanden. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Selver aus Darmstadt, und machte dieselbe einen tiefen Eindruck auf alle Zuhörer. Ausgehend von Psalm 26: "ärchaz benikajon kapai" "Ich wasche meine Hände in Unschuld, dass ich schreiten darf um Deinen Altar", führte der Redner in ebenso ergreifender wie lehrreicher Weise aus, dass der Besuch des Gotteshauses vor allem dazu beitrage, die Gewissen zu schärfen und den Antrieb gebe, unsere Fehler und Sünden zu erkennen und abzulegen. In dem Streben nach Gerechtigkeit vor Gott, nach dem rechten Verhältnis zu Gott, finden wir das rechte Verhältnis zu den Nebenmenschen. Darum sei nur in dem Streben nach Gerechtigkeit und treuer Pflichterfüllung ein Band der Vereinigung und Einigkeit gegeben, die einzige Gewähr und Grundlage friedlichen Zusammenlebens und Zusammenwirkens. Insofern nun das Gotteshaus das nach außen hin sichtbare Zeichen ist, dass in der israelitischen Gemeinschaft dieses Streben lebendig sei und gepflegt werde, dass sie unverbrüchlich festhalte an dem Gottesbunde vom Sinai, festhalte an den offenbarten Geboten der Menschenliebe, Sittenreinheit und Lebensheiligung, verdanken die Israeliten ihren Gotteshäusern neben dem rechten Verhältnis zu Gott, auch das recht Verhältnis zum Vaterlande, das Vertrauen seitens ihrer Mitbürger, die Anerkennung ihrer kulturellen Ebenbürtigkeit.
Ebenso erhebend und erfreulich gestaltete sich der weitere Teil des Festprogramms. Abends um 8 Uhr war Festessen. Bei diesem wurden mehrere Toaste ausgebracht, von denen namentlich der des Herr Westheimer, Herrn Bürgermeisters Trautmann, Herrn Baumeisters Kappai hervorzuheben sind. Letzterer toastete auf das gute Einvernehmen und die herrschende Einigkeit zwischen den verschiedenen Konfessionen der Gemeinde Rimbach und sprach den Wunsch aus, dass dieser erfreuliche Zustand auch fernerhin bestehe. Herr Bürgermeister Trautmann brachte ein Hoch auf die hiesige israelitische Gemeinde aus und hob hervor, dass gerade die Israeliten es sind, die sein Amt erleichterten und ihre Bürgerpflichten getreulich erfüllen.
Möge das Echo dieses schönen Festes, das von dem schönen Einvernehmen der Rimbacher Bürger ein so erfreuliches Zeugnis ablegte, weit hinausdringen ins geliebte Hessenland und überall die Dämonen des Unfriedens und der Zwietracht bannen, die man neuerdings wieder heraufbeschworen hat. 
    
Rimbach AZJ 1201890.jpg (171267 Byte)Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Januar 1890: "Rimbach im Odenwald, 3. September (1890). Am verflossenen Sonnabend, den 30. August feierte unsere Gemeinde das Fest des 50jährigen Bestehens der Synagoge. Der Tag gestaltete sich für die gesamte Einwohnerschaft des Ortes zu einem Festtag. Von vielen Häusern wehten die Flaggen, festlich gekleidete Menschen belebten die Straßen. Die Synagoge prangte in dem reichsten Blumen- und Pflanzenschmuck, der ihr zum größten Teil von christlichen Herrschaften zugewendet wurde. Um 10 Uhr Vormittags fand programmgemäß der Festgottesdienst statt, zu dem sich außer zahlreichen Israeliten aus den Nachbargemeinden auch die christlichen Honoratioren, unter ihnen Herr Dekan Fuchs nebst Familie einfanden. Diesem schönen Momente, der die Bekenner der verschiedenen Konfessionen und ihre geistlichen Hirten zu einer gottesdienstlichen Feier vereinigte, gab Herr Rabbiner Dr. Selver aus Darmstadt einen erhebenden Ausdruck. Er legte Zeugnis ab von der inneren religiösen Einheit, welche Israeliten und Christen verbindet, von dem heiligen Bande, welches die Israeliten an das Vaterland, an den Fürstenthron und das bürgerliche Gemeinweisen knüpft. Ebenso erhebend und erfreulich gestaltete sich der weitere Teil des Festprogramms. Nachmittags von 3-6 Uhr war Konzert, während dessen die Festteilnehmer mehr in familiärer Gemütlichkeit beim Weine zusammensaßen. Etwas lebhafter ging es abends beim Festball her. Nahezu 70 Paare beteiligten sich am Tanze. Bei diesem Balle wurden mehrere Toaste ausgebracht, von welchen namentlich die des Herrn Westheimer, Herrn Bürgermeisters Trautmann und Baumeisters Kappai hervorzuheben sind. letzterer toastete auf das gute einvernehmen und die herrschende Einigkeit zwischen den verschiedenen Konfessionen der Rimbacher Gemeinde und sprach den Wunsch aus, dass dieser erfreuliche Zustand auch fortdaure. Herr Bürgermeister Trautmann brachte ein Hoch auf die hiesige israelitische Gemeinde aus und hob hervor, dass gerade die Israeliten es sind, die ihm sein Amt erleichtern und ihre Bürgerpflicht getreulich erfüllen. Das Festkomitee, an dessen Spitze Herr Westheimer stand, kann sich zu dem Verlauf und Erfolg Glück wünschen; ebenso kann die gesamte Bürgerschaft auf diesen Tag mit Befriedigung blicken."

Ein besonderes Ereignis in den 1920er-Jahren war im November 1924 die Einweihung einer Gedenktafel für die sechs Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus der jüdischen Gemeinde, an der der gesamte Gemeinderat des Ortes und das Schulkollegium teilnahm.  Rabbiner Dr. Bruno Italiener hielt die Weiherede:

Rimbach CV 21111924.jpg (23669 Byte) Artikel in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 21. November 1924: "Die Gemeinde Rimbach im Odenwald hat in der Synagoge eine schöne, schlicht Gedenktafel für die gefallenen Helden anbringen lassen. Die Einweihung fand am 9. November statt. Eröffnet wurde die Feier durch Gesänge von Lehrer Tuch. Dann folgte die Weiherede von Seiner Ehrwürdigen Herr Dr. Italien (Darmstadt). Der Feier wohnten u.a. der gesamte Gemeinderat und das Schulkollegium bei". 

Die Rimbacher Synagoge war schon früh antisemitischen Anschlägen ausgesetzt. Bereits 1860 erfährt man von mutwilligen Beschädigungen der Synagoge: Fenster wurden eingeworfen und der äußere Verputz beschmutzt. Im Herbst 1931 wurde die Synagoge im Anschluss an eine nationalsozialistische Versammlung mit Hakenkreuzen und Sprächen wie "Juda verrecke" beschmiert: 

Rimbach CV 27111931.jpg (28263 Byte)Meldung in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 27. November 1931: "Wieder eine Synagogenschändung. Im Anschluss an eine nationalsozialistische Versammlung wurde die Synagoge in Rimbach im Odenwald von bisher unbekannten Tätern mit Hakenkreuzen und Sprüchen wie 'Juda verrecke' beschmiert". 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und im Inneren völlig verwüstet. Wertvolle Ritualien wurden zerschlagen und gestohlen. Später rückte Bensheimer SS unter Führung des Erbprinzen zu Erbach-Schönberg an, um die Synagoge niederzubrennen. Diese wurde jedoch am örtlichen Pfarrer verhindert, möglicherweise auch aus Rücksicht auf die umliegenden Häuser. Die jüdische Gemeinde wurde gezwungen, das Synagogengebäude zu einem minimalen Preis an die Ortsgemeinde zu verkaufen. Die Instandsetzung des Gebäudes hatte die jüdische Gemeinde zu bezahlen. Von der Ortsgemeinde wurde die ehemalige Synagoge als Feuerwehrgerätehaus zweckentfremdet. 
Nach Klärung des Restitutionsverfahrens kam das Gebäude 1951 in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde, die es 1952/53 zu einer katholischen Kirche umbaute. Dabei wurde die ehemalige Synagoge äußerlich völlig verändert (neuer Eingang von Osten, Anbau mit Treppe, Aufbau eines Glockenturmes, Veränderung aller Fenster- und Türöffnungen). 
Eine Gedenktafel wurde neben dem Eingang in die Kirche angebracht.  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge Ecke Schlossstrasse/Heinzenwiesenweg      
   
   
Fotos
(Quelle: Foto veröffentlicht bei Altaras S. 123 und Pinkas Hakehillot S. 307)  

Das ehemalige Synagogengebäude
 um 1985
Rimbach Synagoge 040.jpg (75207 Byte)
  Die ehemalige Synagoge, umgebaut zur Katholischen Kirche 1952/53 (Foto von 1985)
      
Das ehemalige Synagogengebäude im Sommer 2008 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.8.2008)
Rimbach Synagoge 177.jpg (65367 Byte) Rimbach Synagoge 176.jpg (61581 Byte) Rimbach Synagoge 178.jpg (56555 Byte)
Die ehemalige Synagoge wird als katholische Kirche genutzt und ist in das katholische Gemeindezentrum integriert; der Eingang 
von Osten wurde erst in den 1950er-Jahren erstellt - zu Synagogenzeiten war hier der Toraschrein
    
Rimbach Synagoge 170.jpg (67291 Byte) Rimbach Synagoge 172.jpg (67008 Byte) Rimbach Synagoge 174.jpg (54050 Byte)
Die ehemalige Synagoge 
von Nordwesten
Oben: Gedenktafel an der 
ehemaligen Synagoge
Über dem Eingangsportal erste Worte 
aus dem "Sch'ma Jisrael"(5. Mose 6,4)
Rimbach Synagoge 175a.jpg (42001 Byte)

     
     
Neuerer Bericht zur jüdischen Geschichte in Rimbach

Rimbach PA 112008.jpg (261430 Byte)Links: Im "Weschnitz-Blitz - Veranstaltungskalender und Kulturmagazin für die Region. Nr. 8 November 2008 erschien ein Artikel 
"9.11.1938 in Rimbach. Im Rimbach gab es mindestens seit 1774 eine jüdische Gemeinde. Sie war die wichtigste im Gebiet des heutigen Kreises Bergstrasse." 
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Links und Literatur  

Links: 

Website Gemeinde Rimbach im Odenwald    mit einer Seite zur "Chronologie der Geschichte von Rimbach"  
Katholisches Pfarrzentrum Rimbach im Dekanat Bergstraße Ost - Kontaktadresse
(links: Logo des Pfarrzentrums mit der ehemaligen Synagoge)
Informationsseite zur jüdischen Geschichte in Rimbach bei odenwald.de

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 2 S. 224-228.
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 181.
Wolfgang Gebhard: Geschichte der Rimbacher Juden. Rimbach 1987. 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 122-123. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 26-27.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 305-308. 

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Rimbach Hesse. The community, established in 1774, dedicated its new synagogue in 1840 and numbered 232 (13 % of the total) in 1861. Originally prominent in the livestock trade, Jews opened stores and business firms. The Jewish population declined to 100 (5 %) by 1910. During the Weimar Republic era, the community was affiliated with Darmstadt's Liberal rabbinate and a branch of the Central Union (C.V.) was extablished. On 1 April 1933 Jews arrested by the Gestapo were sent to the Osthofen concentration camp and by November 1938 the Nazi boycott campaign had forced 51 Jews to leave Rimbach. On Kristallnacht (9-10 November 1938), a pogrom was organized. Jews were attacked and their property destroyed, but the anti-Nazi pastor foiled an attempt to burn down the synagogue. Of the 82 Jews living in Rimbach after 1933, 47 emigrated (mainly to the United States and Argentina) and 24 perished in the Holocaust.   
    
      

                   
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Stand: 31. Mai 2016