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Bodenheim mit
Nackenheim (VG Bodenheim, Landkreis
Mainz-Bingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Bodenheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre
Entstehung geht in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurück, als
erstmals Juden am Ort genannt wurden. Bereits 1351 wird allerdings in einer
Rothenburger Quelle (sc. Rothenburg ob der Tauber) ein Jude "aus
Bodenheim" genannt (Quelle genannt bei Kemp S. 2 Anm.6 s.Lit.).
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges werden 1644 in Mainz zwei Juden
aus Bodenheim genannt, die dort Unterkunft bei Glaubensgenossen fanden. Im
Bodenheimer Gemeindearchiv ist aus dem Jahr 1711 eine Urkunde vorhanden,
die die damalige Anwesenheit von Juden am Ort belegt (genannt wird die Jüdin
Hancla mit ihren Kindern, die ihre Schulden nicht bezahlen konnte). 1713
wird der Jude Gumprecht erwähnt, der "auf ein Wohnplätzlein" in der
Entengasse (heutige Jahnstraße) klagte und Recht bekam. 1729 wird der Schutzjude Honela
Seeligmann genannt, 1730 Simon Leser. Eine erste Liste liegt von 1742
vor: neben dem bereits genannten Simon Leser werden aufgeführt: Hirsch Moyses,
Mayer Löser, Bumbel Lewi, Mayer Honell, Löb Honnle (Honell), Isaac Honnle (Honell).
Die Bodenheimer Juden lebten damals vom Handel mit Vieh und
Landesprodukten.
1780 ließ sich in Bodenheim Jakob Bamberger aus Schonungen
nieder. Hier wurde sein Sohn Abraham (August) Bamberger (1790-1858) geboren, der
1841 in Mainz das Bankhaus Bamberger & Cie. gründen sollte. Jakob Bamberger
verzog später auch nach Mainz, wo er 1855 in seinem 100. Lebensjahr verstarb.
Zur weiteren Geschichte der Familie Bamberger und den bedeutenden Nachkommen von
Jakob Bamberger siehe den Beitrag
von Hans-Peter Laqueur: Bodenheim und die Familie Bamberger. Sich schließende
Kreise (intern eingestellt).
1786 wird in Bodenheim von der Taufe des Juden Herz
Löw berichtet, den daraufhin seine Frau mit den Kindern verließ (Löw
ertränkte sich später im Brunnen des Ortes).
Zunächst blieb die Zahl der
ortsansässigen Juden gering: bei der Volkszählung 1804 wurden 27 jüdische
Einwohner gezählt. 1808 gab es folgende jüdische Familien (mit damals
neu angenommenen Familiennamen): Händler Abraham Beringer mit Frau und vier
Kindern; Händler Simon Blum mit Frau und drei Kindern; Jacob Mayer mit Frau und
vier Kindern; Lehrer Jacob (Jacques) Liebmann mit Frau und fünf Kindern;
Kaufmann Isaac Salomon Becherbach mit Frau und fünf Kindern; Adam
Strauß mit Frau und Kindern; Witwe des Abraham Simon mit Sohn). In den folgenden 50 Jahren nahm
die Zahl der jüdischen Einwohner am Ort weiter zu: 1853 wurde ein
Höchststand mit 118 jüdischen Gemeindegliedern erreicht. Danach ging die Zahl
durch Aus- und Abwanderung langsam zurück.
Zur Gemeinde gehörten auch die im
benachbarten Nackenheim lebenden jüdischen
Personen (1808 zwei jüdische Familien: Abraham Schwarz mit Frau und zwei
Töchtern sowie Jacob Wolf mit Frau und sechs Kindern; 1830 6 jüdische Einwohner, 1900 12, 1933 11).
An Einrichtungen waren ein Betsaal, später eine Synagoge (s.u.) sowie
ein Schulraum und ein rituelles Bad vorhanden. Die Toten der jüdischen Gemeinde
wurden zunächst in Mainz, seit 1883 auf einem eigenen Friedhof
beigesetzt. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war (vgl.
Ausschreibungen der Stelle unten). Die ersten bekannten Religionslehrer waren:
Abraham Beringer (gest. 1800) und der in der Liste von 1808 schon erwähnte
Jacob (Jacques) Liebmann (geb. 1768). Weitere Lehrer waren: der 1838 genannte
Religionslehrer Samuel Bing aus Fürth; ab 1844 M. Katz (oder Katzenstein; neben
ihm war bis 1849 als Vorsänger Juda Löw Berliner aus Harburg tätig), ab 1851
Lehrer Seligmann Steinberger, ab 1855 Lehrer Bär. Auf dem Friedhof der Gemeinde ist beigesetzt:
der seit 1883 angestellte letzte jüdische Lehrer Bodenheims, Meier Reiss (geb.
1850, gest. 1921). Nach dem Tod von Lehrer Reiss wurde der Religionsunterricht
durch auswärtige Lehrer erteilt. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk
Mainz.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Markus (Max) Blum
(geb. 7.6.1882 in Bodenheim, gef. 21.2.1918).
1924 waren die Gemeindevorsteher Sally Blum, Sally Strauß und Otto
Blum, 1932 Adolf Beringer (gest. 1934), Gustav Weil und
Heinrich Wolf aus Nackenheim. Damals wurde der Religionsunterricht der
jüdischen Kinder durch den Lehrer Kahn aus Hechtsheim erteilt (Anfang der
1930er-Jahre durch Ferdinand Mayer, Harxheim und Herrn Rosenberg aus Mainz, die
auch die Aufgabe des Vorsängers übernahmen).
1933 lebten noch etwa 45 Juden in Bodenheim (1938 etwa 30). Auf Grund der
Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der
Entrechtung ist in den folgenden Jahren ein großer Teil von ihnen ausgewandert
oder in andere Orte verzogen.
Von den in Bodenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften
jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; zusammen
mit Horst Kasper kritisch durchgesehen und ergänzt von Wolfgang Kemp): Otto
Blum (1877), Kathi Catharina Blum geb. Hermann, Ehefrau von Otto (1885), Margot
Blum, Tochter von Otto und Kati (1921), Salomon Blum (1869), Klara Karoline Blum
geb. Marx (1872; die
Ehefrau von Salomon Blum hat Theresienstadt überlebt und ist 1946 in Mainz
gestorben),
Siegfried (Sally) Blum (1882, 1938 Freitod in Borken), Gertrude
Sidonie Hoffmann-Blum geb. Blum, Tochter von Sally (1914), Margarete Cahn geb.
Mayer, Witwe (1865), Hermine Blum geb. Hirschmann, Witwe von
Siegfried, gest. 1928
(1871), Amalie Blum geb. Frohmann, Witwe von
Eduard, gest. 1898
(1860), Margarete Cahn geb. Mayer (1865), Wilhelm Adolf Dolles (1877), Isaak
Ehrmann, Ehemann von Milly (1885), Emilie (Milly) Ehrmann geb. Strauss (1888) (Sohn
Erich Bernd Ehrmann (1927) geb. in Frankfurt, fuhr mit dem gleichen Transport
von Berlin nach Riga),
Ferdinand Feibel, Ehemann von Ida (1868), Ida Feibel geb. Guthmann (1870) (das
Ehepaar fuhr zusammen mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind ab Frankfurt nach
Theresienstadt),
Joseph Fillo (1879), Fanny Finger geb. Fillo (1878), Karoline Hirsch geb. Blum,
Witwe (1866), David Kapp (1869; 1935 Freitod in Worms), Nissan Kort, Ehemann von
Johanna (1885), Johanna Kort geb. Rosenzweig, (1886), Hedwig Maier geb. Blum,
Witwe, Tochter von Amalie (1886), Edith Maier, Tochter von Hedwig (1922), Jonas
Julius Mayer (1863), Pauline Mayer geb. Ettinghausen, Ehefrau von Jonas Julius
(1879), Julius Mayer (1882), Klementine geb. Bodenheimer, Ehefrau von Julius
(1885), Josef Nachmann Ehemann von Franziska (1904), Franziska Nachmann geb.
Mayer, Tochter von Julius und Klementine (1918), Eduard Rosenthal, Ehemann von
Babette (1869), Babette Rosenthal geb. Beringer (1874), Johanna Strauss (1868),
Gustav Weil (1867), fünf Kinder von Gustav, Schwiegertochter und Enkel: Ernst
Weil (1901), Berthold Weil (1903), Richard Weil (1904), Johannette Weil (1916),
Arthur Weil (1905), Josephine Weil geb. Marx, Ehefrau von Arthur (1905), Horst
Weil, Sohn von Arthur und Josephine, Enkel von Gustav (1932).
(Hinweis:
Die Liste ist umfangreicher als die, die Horst Kasper anhand seines
reichhaltigen Korrespondenz- und Fotoarchivs für die Verlegung von
Stolpersteinen in Bodenheim aufgestellt hat, da der Bezug zu Bodenheim
wesentlich weiter gefasst ist.
Für folgende Personen wurden in Bodenheim Stolpersteine verlegt (Stand Dezember
2011): Otto, Kathi
und Margot Blum; Salomon und Klara Karoline Blum; Sally und Gertrude Blum;
Margarethe Cahn; Adolf Dolles; Emilie Ehrmann; Ida Feibel; Joseph Fillo; Fanny
Finger; Caroline Hirsch; David Kapp; Johanna Kort; Hedwig Maier; Jonas Julius
Mayer; Julius Mayer; Franziska Nachmann; Babette Rosenthal; Johanna Strauß;
Gustav, Ernst, Berthold, Richard, Johannette und Arthur Weil.)
Von den in Nackenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften
jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den
Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Josef Feiner (1886), Amalie Feiner geb. Mayer, Ehefrau von Josef (1889), Ruth Feiner, Tochter von Josef und Amalie (1925), Gustav Sender (1884), Betty Sender geb. Wolf, Ehefrau von Gustav (1885), Mathilde Weill geb. Bloch (1870), Marguerite Weill, Tochter von Mathilde (1902), Heinrich Wolff (1878), Selma Wolff geb. Hecht, zweite Ehefrau von Heinrich (1883).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1869 / 1876 /
1882
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1869:
"Israelitische Religionslehrer- und Vorsängerstelle.
Die Religionslehrer- und Vorsängerstelle zu Bodenheim im Kreis Oppenheim,
mit einem jährlichen Gehalt von 300 Gulden ist erledigt und kann sogleich
ein Befähigter eintreten. Bewerber wollen sich an die Unterzeichneten
wenden, wobei bemerkt wird, dass ein Verheirateter, und der die Funktion
des Schächtens versehen kann, bevorzugt wird.
Bodenheim, den 15. November 1869.
Der israelitische Religionsgemeinde-Vorstand. Moritz David Mayer.
Lazarus Mayer. Samuel Blum." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juni 1876: "Ein
unverheirateter Schächter, Vorbeter und Religionslehrer, mit den besten
Zeugnissen versehen, wünscht sofort oder zum 1. August engagiert zu
werden. Offerten beliebe man an Herrn A. Schönlank in Bodenheim bei Mainz
zu richten." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1876:
"In der israelitischen Gemeinde Bodenheim bei Mainz ist die Stelle
eines Religionslehrers und Vorbeters mit jährlichem Gehalte von Mark 600
nebst freier Wohnung zu besetzen. Die Nebeneinkünfte dürften sich auf
300 Mark belaufen. Reflektanten, die dem Schächterdienst vorstehen
müssen, wollen ihre Offerten mit Zeugnissen an den unterzeichneten
Vorsteher einsenden. Abraham Beringer". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1882:
"Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters für
die israelitische Religionsgemeinde zu Bodenheim bei Mainz ist neu zu
besetzen und werden Bewerber eingeladen, sich an uns zu wenden. Der
Vorstand." |
| Anmerkung: auf diese Ausschreibung bewarb
sich erfolgreich Lehrer Meier Reiss, der bis zu seinem Tod 1921 in
Bodenheim geblieben ist. |
Zur Geschichte der Synagoge
In den 1820er-Jahren fanden die Gottesdienste in einem Betraum in dem Haus
Enggasse 3 statt. Damals sammelten die Bodenheimer Juden bereits eifrig für den
Neubau einer Synagoge. 1833 wurde behördlicherseits die Erbauung einer Synagoge
und eines Frauenbades genehmigt. Im April 1834 konnte man ein geeignetes Grundstück in
der Rathausstraße erwerben und noch im selben Jahr mit dem Bau beginnen. Die
Einweihung der Synagoge war am 27. Juni 1835. 1841 und 1887 waren größere
Renovierungsmaßnahmen nötig, wobei 1887 vor allem die gesamte Innenausstattung
erneuert wurde.
Bereits vor 1938 wurde das Synagogengebäude verkauft und blieb
daher in der Pogromnacht 1938 unangetastet.
Ende der 1960er-Jahre wurde das
Gebäude abgebrochen; das Grundstück wurde neu bebaut.
Adresse/Standort der Synagoge: Rathausstraße 5.
Fotos:
Historische Fotos
(Fotos: obere Fotozeile links: Fotoarchiv
von Yad VaShem, Jerusalem; Mitte und
rechts aus dem Synagogengedenkbuch Rheinland-Pfalz s.Lit. S. 120) |
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Ansichten
der ehemaligen
Synagoge; die Ansicht links (Zeichnung) zeigt einige
Details, die auf dem Foto rechts nicht deutlich erkennbar sind
(Eingang, Fenster rechts) |
Seitenansicht der ehemaligen
Synagoge in Bodenheim |
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Fotos von 2005
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 30.3.2005) |
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Das an der Stelle der Synagoge
erbaute
Wohnhaus: der Torbogen rechts ist auch
auf dem rechten Bildrand
des historischen
Fotos oben zu sehen. |
Die Gedenktafel für die
ehemalige Synagoge
mit Ansicht der ehemaligen Synagoge |
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Erinnerungsarbeit vor
Ort - einzelne Berichte
Mai
2004: Buchvorstellung
Über das von Horst Kasper (Bodenheim) 2004 erschienene Buch:
"Der jüdische Friedhof in Bodenheim - und Schicksale der ehemaligen jüdischen
Bürger und Bürgerinnen von Bodenheim und Nackenheim". |
Artikel
von Klaus Mümpfer in der "Allgemeinen Zeitung Main" vom 20. Mai
2004 (Artikel):
"'Haus für die Ewigkeit'. BODENHEIM. Die Lebensdaten sind nüchtern, verraten
wenig vom Schicksal des Menschen, der sich dahinter verbirgt: "Caroline
Hirsch, geborene Blum, geboren 7. August 1866 in Bodenheim." Laut
Mitteilung des Amtsgerichts Alzey wurde als Zeitpunkt des Todes der 31. Dezember
1945 festgestellt. Caroline Hirsch war die Tochter von Samuel Blum und Schwester
von Salomon Blum.
Das Foto zeigt die Bodenheimer Geschwister Dolles: Wilhelm
Adolf, Elisabeth Helene, Friedrich Hermann und Carl Joseph (von links). Ihr
Vater Friedrich Wilhelm war Katholik, die Mutter Anna Carolina war Jüdin..."
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| April
2005: Auf der Suche nach
Holocaust-Spuren - Nachfahre jüdischer Emigranten kehrt
zurück |
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung Mainz" vom 2. April 2005 (Artikel):
"Auf der Suche nach Holocaust-Spuren -
Nachfahre jüdischer Emigranten kehrt zurück. BODENHEIM/NACKENHEIM. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Altbürgermeister
Horst Kasper, der von 1973 bis 1984 im Amt war, mit der Geschichte ehemaliger jüdischer
Mitbürger in Bodenheim und Nackenheim. Nach langen Recherchen brachte er vor
einiger Zeit das Buch "Der jüdische Friedhof in Bodenheim - Schicksale der
ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger in den beiden Gemeinden"
heraus. Die Eltern des heute 64-Jährigen waren vor dem Zweiten Weltkrieg mit jüdischen
Bürgern aus Bodenheim eng befreundet. Dies veranlasste Horst Kaspar zu einer
Spurensuche..." |
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| Oktober 2009:
Verlegung von "Stolpersteinen" in
Bodenheim |
Artikel in der "Allgemeinen
Zeitung" vom 10. Oktober 2009: "'Stolpersteine' in Bodenheim.
(red). Am Mittwoch, 14. Oktober, 11 Uhr, beginnt der Künstler Gunter Demnig vor der Verbandsgemeinde mit der Verlegung der "Stolpersteine". Für neun Bodenheimer Bürger, die von den Nazis in Konzentrationslagern oder andeswo umgebracht wurden, werden kleine Gedenksteine mit einer Messingplatte im Fußweg eingelassen. Am Dollesplatz, in der Jahnstraße, der Langgasse, und der Mainzer Straße werden neun kleine Denkmäler gesetzt. Weil der Künstler nicht alles an einem Tag schaffen kann, sollen im nächsten Jahr noch einmal 20 "Stolpersteine" gesetzt werden. Eingeladen sind zu dieser Aktion sind alle Bodenheimer, ganz besonders aber die Spender, die dies ermöglicht haben" |
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| Mai 2010:
Weitere 21 "Stolpersteine" wurden in
Bodenheim verlegt |
Artikel von Helena Sender-Petry in der
"Allgemeinen Zeitung" vom 5. Mai 2010 (Artikel):
"'Sichtbare Zeichen' setzen.
BODENHEIM - GEDENKEN Aktionskünstler Gunter Demnig verlegt 21 Stolpersteine in Bodenheim
Dort, wo einst die Synagoge stand, warnt eine Tafel vor 'einem Regime der Unmenschlichkeit, der Barbarei und des
Rassenwahns'. Denn auch in Bodenheim lebten Männer, Frauen und Kinder, die gedemütigt, geschändet, beraubt und ermordet wurden - einzig, weil sie Juden waren. Für 21 Opfer des verbrecherischen Nazi-Terrors, darunter auch ein Katholik, setzte der Kölner Künstler Gunter Demnig gestern so genannte Stolpersteine, kleine Betonquader mit einer Haube aus Messing, Mahnmale des Erinnerns, die den Toten Identität und Heimat zurückgeben. Horst Kasper, der gemeinsam mit Axel Voigt diese Aktion angestoßen und auf den Weg gebracht hat, sprach von einem
'sichtbaren Zeichen' wider das Vergessen..." |
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| Februar 2012:
Weitere "Stolpersteine" für "Euthanasie"-Opfer
werden in
Bodenheim verlegt |
| Dazu Artikel von Lena Fleischer: Stolpersteine sollen an Bodenheimer Euthanasie-Opfer erinnern (Allgemeine Zeitung, 10.02.2012) |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen.
Bd. II S. 84-85. |
 | "...und dies ist die Pforte des Himmels" Synagogen -
Rheinland-Pfalz. Saarland. Hg. vom Landesamt für Denkmalpflege
Rheinland-Pfalz mit dem Staatlichen Konservatoramt des Saarlandes und dem
Synagogue Memorial Jerusalem. 2005. S. 120 (mit weiterer Lit.) |
 | Mathias Rohde: Vom Wucherer zum angesehenen
Geschäftsmann? Bodenheimer Juden in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts. In: Mitteilungsblatt zur rheinhessischen Landeskunde. Neue
Folge. Themenheft Bodenheim. Jg. 3. 2001 S. 35-47. |
 | Wolfgang Kemp: Die jüdische Gemeinde
Bodenheim/Nackenheim. In: 1250 Jahre Albansgemeinde Bodenheim. Hg. von
Bernhard Marschall. Alzey 2003.
Der
Beitrag ist online zugänglich (eingestellt als pdf-Datei) |
 | Horst Kasper (Hg.): Der jüdische Friedhof in
Bodenheim und Schicksale der ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger
von Bodenheim und Nackenheim: zur jüdischen Geschichte in Bodenheim und
gegen das Vergessen. Bodenheim 2004. |
 | Hans-Peter Laqueur: Bodenheim und die Familie
Bamberger. Sich schließende Kreise. 2010. Der
Beitrag ist online zugänglich (eingestellt als pdf-Datei).
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Bodenheim. The Jews, who traded in livestock and
wine, numbered 118 in 1853 but soon dwindled. On Kristallnacht (9-10 November
1938), Jewish property was vandalized and by the spring of 1939 all the Jews had
left, many emigrating.

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