Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mainz (Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz) 
Die jüdischen Friedhöfe
(ohne die jüdischen Friedhöfe in den Vororten, zu diesen siehe die Kreisseite)

Übersicht:    

Der mittelalterliche / alte Friedhof oberhalb der Mombacher Straße   
Lage des mittelalterlichen / alten Friedhofes  
Fotos des "Denkmalfriedhofes" und des alten Friedhofes      
    
Der neue Friedhof an der Unteren Zahlbacher Straße   
Lage des neuen Friedhofes
Fotos des neuen Friedhofes  
Überlegungen zur Erweiterung des Friedhofes (2011)   
  
Texte zur Geschichte der Friedhöfe aus jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts 
Fragen um den Blumenschmuck auf dem jüdischen Friedhof (1858)  
In der Nähe des Ludwigsbahnhofes wurden etwa 100 mittelalterliche Grabsteine entdeckt (1860)  
Fund von mittelalterlichen jüdischen Gräbern und Grabsteinen (1862)  
Überlegungen zur Neuanlage eines interkonfessionellen kommunalen Friedhofes (1874) 
Über den Israelitischen Friedhof in Mainz (1876)  
Klärung von Fragen zur Anlage eines neuen Friedhofes (1876)      
Die jüdische Gemeinde wartet auf die Genehmigung des Baus eines Friedhofsgebäudes am neuen Friedhof (1879)  
Am neuen jüdischen Friedhof darf die Religionsgemeinde ein Friedhofsgebäude erstellen (1879)   
Über den neuen israelitischen Friedhof anlässlich der Beisetzung eines armen Durchreisenden (1881)   
Weitere Funde mittelalterlicher Grabsteine (1884)   
Ein Streit zwischen der israelitischen Religionsgemeinde und der Stadt um den (alten) Friedhof wurde gerichtlich entschieden (1886) 
Hinter Zahlbach wurde ein mittelalterlicher jüdischer Grabstein entdeckt (1887)   
Schändung des jüdischen Friedhofes (1895)   
Weitere mittelalterliche Grabsteine wurden gefunden (1896)  
Gemälde des israelitischen Friedhofes von Gregor Schwenzer (1897)   
Über den alten israelitischen Friedhof (1902)  
Überlegungen zur Aufstellung mittelalterlicher Grabsteine (1903)  
Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert wurden aufgefunden (1907)  
Entzifferung mittelalterlicher Grabsteine durch Prof. Dr. Salfeld (1924)          
Einzelne neuere Presseberichte (von 2007-2010 zum Fund der Grabsteine in der Fritz-Kohl-Straße)  
Links und Literatur   

       

Der mittelalterliche / alte Friedhof oberhalb der Mombacher Straße     
 
In Mainz gab es vermutlich seit Anfang des 11. Jahrhunderts einen mittelalterlichen jüdischen Friedhof. Nach einer -  allerdings ungesicherten Überlieferung - wurde 1012 von Mar Samuel und seiner Frau Rahel ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes erworben. 1286 wird der Friedhof erstmals als "Judensand" urkundlich erwähnt, 1397 als "Judenkirchhof". Auf dem Friedhof befand sich ein Leichenwaschhäuschen. Nach Ausweisung der Mainzer Juden 1438 wurde das Friedhofsgrundstück abgeräumt und umgepflügt. Die Grabsteine wurden großenteils als Baumaterial verwendet, ein Teil des Friedhofsgeländes wurde von der Stadt zur Benutzung von Weingärten verpachtet. Als 1445 wieder Juden in der Stadt aufgenommen wurden, erhielten sie einen Teil des früheren Friedhofes zurück. Bei der Vertreibung der Juden 1462 wurde das Häuschen auf dem Friedhof niedergebrannt. 
   

Mainz Beerdigung 1710 010.jpg (64158 Byte)Seit etwa 1700 konnte ein jüdischer Friedhof (alter Friedhof) belegt werden (die Abbildung links zeigt einen Beerdigungszug auf dem Weg vom Judenviertel zum Friedhof). Das Gelände dieses Friedhofes schloss sich an den "alten Judensand" an der Mombacher Straße an. Dieser Friedhof wurde bis 1880 belegt. Er umfasst eine Fläche von 184,58 ar. Bis 1813 war der Friedhof mit einem Zaun umgeben. 1937 wurden etwa 1.500 Grabsteine (vom 17. Jahrhundert bis 1880) gezählt. Auf einem von der jüdischen Gemeinde 1864 erworbenen Erweiterungsgrundstück zu diesem Friedhof, das jedoch nicht mehr belegt worden ist, wurde 1926 ein Denkmalsfriedhof angelegt. Die Betreuung der Arbeiten geschah durch den damaligen Rabbiner Dr. Sali Levi. Grabsteine des mittelalterlichen Friedhofes aus der Zeit von 1049 bis 1421 wurden auf diesem Grundstück aufgestellt. Die meisten dieser Grabsteine waren zwischen 1825 und 1922 (bzw. noch bis 1958) bei der Beseitigung alter Befestigungsanlagen in der Nähe des Judensandes, bei Abbrucharbeiten in der Altstadt und bei Erdarbeiten auf dem Gelände des Friedhofes gefunden worden. Insgesamt enthält dieser Denkmalsfriedhof 196 Steine; davon stammen sechs Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert. 
   
Zum neuen jüdischen Friedhof an der Unteren Zahlbacher Straße siehe unten    
   

Lage des mittelalterlichen bzw. alten Friedhofes 

Der mittelalterliche Friedhof lag auf dem sogenannten "Judensand" vor dem Münstertor an der heutigen Mombacher Straße und reichte bis zu der Höhe des Forts Hartenberg. Der (alte, bis 1880 belegte) Friedhof schloss sich an das Gelände des "Judensandes" in der Mombacher Straße an. 
   
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
   

Größere Kartenansicht   
 
     

Fotos des "Denkmalfriedhofes" und des alten Friedhofes     

 Der Friedhof im Frühjahr 2005 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.3.2005)    
 
Mainz Friedhof a205.jpg (76622 Byte) Mainz Friedhof a203.jpg (61196 Byte) Mainz Friedhof a201.jpg (80359 Byte)
Hinweistafel zur Geschichte 
des Friedhofes am Eingang
Grabstein des Gerschom bar Jehuda 
aus dem 12. Jahrhundert 
(Abbildung bei Hinweistafel)
Blick über den 
Denkmalsfriedhof
    
     
Mainz Friedhof a202.jpg (75764 Byte) Mainz Friedhof a200.jpg (80385 Byte) Mainz Friedhof a204.jpg (83990 Byte)
Teilansichten des Denkmalfriedhofes
 
Mainz Friedhof a206.jpg (97956 Byte) Mainz Friedhof a210.jpg (74451 Byte) Mainz Friedhof a214.jpg (79443 Byte)
Blick auf die den Denkmalsfriedhof 
vom alten Friedhof an der Mombacher
 Straße trennende Mauer
Teilansichten des Friedhofes an der Mombacher Straße
 
   
Mainz Friedhof a211.jpg (60498 Byte) Mainz Friedhof a213.jpg (77333 Byte) Mainz Friedhof a212.jpg (69322 Byte)
Ansichten des alten Friedhofes von der Mombacher Straße
     
Der Friedhof im Sommer 2010
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.7.2010)  
  
Mainz Friedhof a440.jpg (147209 Byte) Mainz Friedhof a441.jpg (92804 Byte) Mainz Friedhof a443.jpg (157296 Byte)
Hinweistafel zur Geschichte des Friedhofes am Eingang Hinweistafel zum Besuch des Friedhofes
     
Mainz Friedhof a445.jpg (153675 Byte) Mainz Friedhof a444.jpg (161958 Byte)  
Teilansichten des Denkmalfriedhofes  
     
Mainz Friedhof a447.jpg (109294 Byte) Mainz Friedhof a442.jpg (135592 Byte) Mainz Friedhof a446.jpg (153974 Byte)
Einzelne Grabsteine des Denkmalfriedhofes
     
       
Mainz Friedhof a460.jpg (119413 Byte) Mainz Friedhof a459.jpg (157834 Byte) Mainz Friedhof a458.jpg (150751 Byte)
Das Eingangstor an der 
Mombacher Straße
Teilansichten des Friedhofes
  
     
Mainz Friedhof a457.jpg (141389 Byte) Mainz Friedhof a456.jpg (157572 Byte) Mainz Friedhof a452.jpg (147241 Byte)
Teilansichten des Friedhofes 
     
Mainz Friedhof a453.jpg (147406 Byte) Mainz Friedhof a454.jpg (141453 Byte) Mainz Friedhof a455.jpg (155015 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
     
Mainz Friedhof a450.jpg (157597 Byte) Mainz Friedhof a451.jpg (136979 Byte)  
Der Sturm vom 14.7.2010 hat einen
 Baum in den Friedhof gedrückt
Stark verwitterte 
Grabsteine
 
     

   
      
       
   
    

Der neue Friedhof an der Unteren Zahlbacher Straße
   

Nachdem der alte jüdische Friedhof auf Grund der Erweiterung der Stadt nicht weiter belegt werden konnte, wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt und seit dem 2. Januar 1881 belegt. Dieser Friedhof grenzt südlich an den allgemeinen städtischen Friedhof an der Zahlbacher Straße an. 1948 wurde auf dem Friedhof eine Gedenktafel angebracht mit der Inschrift: "Unseren Opfern zum Gedenken, Den Mördern zur Schande, Den Lebenden zur Mahnung". Dieser Friedhof wird bis heute belegt.  Er umfasst eine Fläche von 207,21 ar. Eine Friedhofshalle mit Trauerhalle, Wärterhaus und Nebenräumen wurde 1880/81 durch den Mainzer Stadtbaumeister Eduard Kreißig erbaut. Das Gebäude ist erhalten.
  
Die in maurischem Stil erbaute Trauerhalle wurde 2005/06 umfassend saniert. Das vom Verfall bedrohte Baudenkmal litt seit Jahren unter Schwamm, Schädlingen und Wassereinbruch, wobei auch Deckenflächen stark in Leidenschaft gezogen wurden. Die zum Teil noch aus der Bauzeit stammende Zinklegierung des Daches war durch Materialermüdung spröde geworden. Ende 2005/Anfang 2006 wurde das Dach mit den Zwiebelaufsätzen nach vorliegenden Originalplänen saniert, danach erfolgten abschließende Sanierungsarbeiten.
    

Lage des neuen Friedhofes  

Der neue Friedhof liegt in der Unteren Zahlbacher Straße 11
     
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
  

Größere Kartenansicht   

   
      
     
     
Fotos des Friedhofes an der Unteren Zahlbacher Straße     

Der Friedhof im Frühjahr 2005  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.3.2005)
 
Mainz Friedhof n219.jpg (65819 Byte) Mainz Friedhof n218.jpg (67707 Byte) Mainz Friedhof n217.jpg (85746 Byte)
Eingangstor mit Blick auf die Trauerhalle, 
die derzeit (2005) renoviert wird. 
Hinweistafeln 
am Eingang
Rückblick auf die 
Friedhofshalle vom Friedhof
     
Mainz Friedhof n203.jpg (83131 Byte) Mainz Friedhof n220.jpg (79833 Byte) Mainz Friedhof n213.jpg (79796 Byte)
Denkmal der jüd. Gemeinde (aufgestellt
 1948): "1933-1945 - Unseren Opfern zum
 Gedenken, den Mördern zur Schande, 
den Lebenden zur Mahnung"
Klassizistisch geprägte Grabstätte der 
Familie Simon: Gustav Simon (1847-1929),
 Nannette Simon geb. Mayer (1818-1902) 
und Markus Simon (1810-1892) 
   
     
Mainz Friedhof n214.jpg (78984 Byte) Mainz Friedhof n202.jpg (82621 Byte) Mainz Friedhof n216.jpg (66518 Byte)
   Rechts Grabstein für Moritz Oppenheim
  (1814-1884), Präses der Israelit. Gemeinde
 und Stadtverordneter; links Grabstein 
für seine Frau Rosine geb. Feist
Ruhestätte von Hermann Meyer
 
 
     
Mainz Friedhof n212.jpg (84141 Byte) Mainz Friedhof n211.jpg (82817 Byte) Mainz Friedhof n210.jpg (78101 Byte)
Teilansichten des neueren Teiles Grabmal für Heinrich Knobloch (1837-1905) 
und Josefine geb. Ganz (1841-1919)
 
   
Mainz Friedhof n215.jpg (80496 Byte) Mainz Friedhof n201.jpg (75986 Byte) Mainz Friedhof n204.jpg (79931 Byte)
Grab- und Gedenkstätten - Zeugen der Geschichte Neuere Gräber
   
Mainz Friedhof n209.jpg (81171 Byte) Mainz Friedhof n208.jpg (81125 Byte) Mainz Friedhof n207.jpg (88465 Byte)
Teilansichten im neuen Teil
  
Mainz Friedhof n206.jpg (87226 Byte) Mainz Friedhof n205.jpg (79739 Byte) Mainz Friedhof n200.jpg (65106 Byte)
Auffallendes Grab im neuesten Teil, 
belegt mit Steinen
Neuere Gräber       
  
      
  Der Friedhof im Sommer 2010  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.7.2010)     
     
Mainz Friedhof n472.jpg (80111 Byte) Mainz Friedhof n471.jpg (132277 Byte) Mainz Friedhof n442.jpg (107597 Byte)
Tafel am Eingang Eingangstor mit Blick zur Friedhofshalle Eingangstor
     
Mainz Friedhof n446.jpg (124738 Byte) Mainz Friedhof n447.jpg (95428 Byte) Mainz Friedhof n469.jpg (101482 Byte)
Blick auf die Friedhofshalle
 vom Friedhof
Portale der Friedhofshalle 
zum Friedhof
Mittleres Tor 
zum Friedhof
     
Mainz Friedhof n470.jpg (107746 Byte) Mainz Friedhof n440.jpg (122521 Byte) Mainz Friedhof n441.jpg (105757 Byte)
Zedoko-Büchse am Friedhofstor Inschriften / Bibelzitate an der Friedhofshalle
     
Mainz Friedhof n444.jpg (103984 Byte) Mainz Friedhof n443.jpg (123337 Byte) Mainz Friedhof n448.jpg (47714 Byte)
Weitere Inschriften / Bibelzitate an der Friedhofhalle "Davidstern" auf der Kuppel der Friedhofshalle
        
Mainz Friedhof n445.jpg (170174 Byte) Mainz Friedhof n449.jpg (140150 Byte) Mainz Friedhof n450.jpg (150421 Byte)
Gedenkstein für die 
Märtyrer der Shoa
Grabstein rechts am Rand für 
Isaac Jeremias (1855-1894)
Dunkler Grabstein rechts der Mitte für 
Sophie Beck geb. Frank (1857-1894)
     
Mainz Friedhof n451.jpg (145530 Byte) Mainz Friedhof n452.jpg (150910 Byte) Mainz Friedhof n453.jpg (157141 Byte)
Obeliken rechts der Mitte für 
Emilie Marx geb. Ransburg (1838-1920) 
und Michael Marx (1833-1894)
Kleinere Grabsteine von links für 
Elise Schloss geb. Willstaedt (1846-1913), 
Isaac Schloss (1840-1894) und 
Alfred Joseph Rosenmeyer  (gest. 1894)
Familiengrabstein für Kommerzienrat Martin
 Moritz Mayer (Beigeordneter der Stadt Mainz,
 1841-1917), Rosalie Mayer geb. Hamburg
 (1851-1921) und Anna Mayer (1880-1896) 
       
Mainz Friedhof n454.jpg (171218 Byte) Mainz Friedhof n455.jpg (167506 Byte) Mainz Friedhof n456.jpg (162253 Byte)
Teilansicht mit charakteristischen 
Obelisken aus der Zeit um 1900
Grabsteine für 
David Feist (1830-1911) und 
Julie Feist geb. Marx (1834-1900)
Die durch den Friedhof 
führende Baumallee
     
Mainz Friedhof n457.jpg (162775 Byte) Mainz Friedhof n458.jpg (165525 Byte) Mainz Friedhof n459.jpg (161515 Byte)
Grabstein rechts für Bertha Marxsohn 
geb. Sternfels (1869-1904) und 
Ludwig Marxsohn (1863-1923)
Grabstein für Josefine Knobloch 
geb. Ganz (1841-1919) und 
Heinrich Knobloch (1837-1905)
Familiengrabstein 
Schönberger
   
     
Mainz Friedhof n467.jpg (130907 Byte) Mainz Friedhof n466.jpg (127754 Byte) Mainz Friedhof n465.jpg (144077 Byte)
Teilansichten - Grabsteine aus den 1880er- und 1890er-Jahren Charakteristische Steine um 1890 
mit Amphoren
  
       
Mainz Friedhof n464.jpg (153821 Byte) Mainz Friedhof n460.jpg (149877 Byte) Mainz Friedhof n461.jpg (154584 Byte)
Grabsteine Mitte für Emil Heiden-Heimer
 (1831-190.) und Clementine Heiden-Heimer geb. Schwabacher (1835-1903)
Grabstätten aus 
der Zeit um 1940
Grabstein für Gottschalk Mayer 
aus Harxheim (1852-1941)
     
Mainz Friedhof n468.jpg (128390 Byte) Mainz Friedhof n462.jpg (168704 Byte) Mainz Friedhof n463.jpg (144831 Byte)
Gedenkstein für Angehörige der 
Familie Blatt / Kaelbermann
Neuere Gräber Gräber rechts vorne 
von 2010
   
     

Weitere ergänzende Fotos von Michael Ohmsen (Link zur Fotoseite zu Mainz mit - teilweise hoch aufgelösten - Fotos zum jüdischen Friedhof)   

Mainz Friedhof Halle 010.jpg (116715 Byte) Mainz Friedhof KantorSaenger 010a.jpg (125789 Byte) Mainz Friedhof KantorSaenger 010.jpg (98101 Byte) Mainz Friedhof MOppenheim 010a.jpg (116089 Byte) Mainz Friedhof MOppenheim 010.jpg (152584 Byte)
Die Friedhofshalle 
Das Foto oben in hoher Auflösung 
   
Grabstein für den "kunstgeübten
 hochgeachteten" Kantor Theodor Sänger
 (1827 Bingen - 1881 Kassel) 
Grabstein für Moritz Oppenheim, Präses 
der Israelitischen Gemeinde und
 Stadtverordneter (1814-1884) 
      
Mainz Denkmal 015.jpg (208481 Byte) Mainz Friedhof Salfeld 011.jpg (136108 Byte) Mainz Friedhof Salfeld 010.jpg (107544 Byte) Mainz Friedhof Waldmann 010.jpg (181435 Byte)
Denkmal für die Opfer der Shoa   Grabstein für Rabbiner Prof. Dr. Siegmund
 Salfeld (1843-1926) und seine Frau 
Zipora geb. Herzberg (1845-1933)  
Grab- und Gedenkstein für Angehörige 
und Nachkommen von Josef Waldmann 
(1866-1922) 
  
     

    
  
  
Überlegungen zur Erweiterung des jüdischen Friedhofes (2011)  
Da der jüdische Friedhof in Mainz in absehbarer Zeit belegt ist, stellt sich die Frage nach einer Erweiterungsfläche. Eine von der Stadt zunächst in Aussicht genommene Fläche ist jedoch umstritten - es regt sich Widerstand. 

April 2011: Wie kann der jüdische Friedhof erweitert werden?   
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung" vom 18. April 2011 (Artikel): "Schäfer-Wiese hat viele Unterstützer
Mainz - OBERSTADT. RÖMERSTEINE Zur Freundeskreis-Gründung versammeln sich 200 Bürger

(mij). Mit einer solch großen Resonanz hatte Schäfer Günter Dorn nicht gerechnet: Geschätzte 200 Unterstützer kamen zur Gründungsversammlung seines jüngst ins Leben gerufenen 'Freundeskreis Lebendiges Denkmal Römersteine', davon trugen sich spontan 170 Bürger als Gründungsmitglieder ein. Auf so viele Sympathisanten sei er gar nicht eingestellt gewesen, sagt Dorn, 'Ich hatte nur 100 Formulare dabei.' Wie berichtet will der Hobby-Hirte, der seit 1999 auf den Wiesen an den Römersteinen seine Schafe hütet, gegen Pläne vorgehen, die das städtische Grundstück als Erweiterungsfläche für den benachbarten jüdischen Friedhof vorsehen. Die Stadt habe schon Vermessungs-Pflöcke eingeschlagen, es sei nun höchste Zeit, öffentlich Zeichen für den Erhalt der Wiesen zu setzen, meint Dorn. Zumal sich als Erweiterungsfläche für den Friedhof auch ein Grundstück zwischen jüdischem Friedhof und Albert Schweizer-Straße anbiete, das sich im Besitz der evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau befinde. Nach AZ-Informationen kann sich die Landeskirche den Verkauf dieses Areals durchaus vorstellen. 700 Unterschriften hat Dorn bereits gesammelt. Nun wolle er mit dem frischformierten Freundeskreis bei der Stadt vorstellig werden. Aus deren Pressestelle verlautete, dass bislang noch nichts entschieden sei. 
Bei der Freundeskreis-Gründung am Samstag, so Dorn, hätten sich allerdings auch ungebetene Unterstützer breitgemacht. Die rechtslastige 'Bürgerbewegung' Pro Mainz verteilte Flugblätter, allerdings ohne großen Erfolg. Viele der Wiesenfreunde hätten die Zettel einfach zerrissen."   
  
  

 
  
  

Texte zur Geschichte der Friedhöfe aus jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts  
 
Anmerkung: Die nachfolgenden Texte konnten noch nicht ausgeschrieben werden - zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.   
    
 
Fragen um den Blumenschmuck auf dem jüdischen Friedhof (1858)     

Mainz Jeschurun Juli1858a.jpg (149265 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" vom Juli 1858:    
Mainz Jeschurun Juli1858b.jpg (184141 Byte)  
Mainz Jeschurun Juli1858c.jpg (177132 Byte)  
Mainz Jeschurun Juli1858d.jpg (174174 Byte)  
Mainz Jeschurun Juli1858e.jpg (32838 Byte)  

  
In der Nähe des Ludwigsbahnhofes wurden etwa 100 mittelalterliche Grabsteine entdeckt (1860)    

Mainz Jeschurun 011860 204.jpg (97271 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" vom November 1860 S. 204: 
Mainz Jeschurun 011860 205.jpg (130282 Byte)  
Mainz Jeschurun 011860 206.jpg (163110 Byte)  
Mainz Jeschurun 011860 207.jpg (83726 Byte)  
Mainz Jeschurun 011860 208.jpg (94577 Byte)  
Mainz Jeschurun 011860 209.jpg (142025 Byte)  

    
Fund von mittelalterlichen jüdischen Gräbern und Grabsteinen (1862)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1862:     

      
Überlegungen zur Neuanlage eines interkonfessionellen kommunalen Friedhofes (1874)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. März 1874:     

     
Über den Israelitischen Friedhof in Mainz (1876)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1876:     
Mainz Israelit 01031876a.jpg (300430 Byte)   

   
Klärung von Fragen zur Anlage eines neuen Friedhofes (1876)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1876:   

  
Die jüdische Gemeinde wartet auf die Genehmigung des Baus eines Friedhofsgebäudes am neuen Friedhof (1879)     

Mainz Israelit 30071879.jpg (65112 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1879:      

 
Am neuen jüdischen Friedhof darf die Religionsgemeinde ein Friedhofsgebäude erstellen (1879)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1879:      

 
Über den neuen israelitischen Friedhof anlässlich der Beisetzung eines armen Durchreisenden (1881)      

Mainz Israelit 26011881.jpg (107737 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1881:      

 
Weitere Funde mittelalterlicher Grabsteine (1884)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1884:       
      
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1884:       

    
Ein Streit zwischen der israelitischen Religionsgemeinde und der Stadt um den Friedhof wurde gerichtlich entschieden (1886)   

Mainz Israelit 29111886.jpg (61695 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1886:     
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Dezember 1886:  

 
Hinter Zahlbach wurde ein mittelalterlicher jüdischer Grabstein entdeckt (1887)     

Mainz Israelit 22091887.jpg (150359 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. September 1887:     
  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Oktober 1887: 

     
Schändung des jüdischen Friedhofes (1895)     

Mainz Israelit 24061895.jpg (40774 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juni 1895:     

 
Weitere mittelalterliche Grabsteine wurden gefunden (1896)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1896:     

 
Gemälde des israelitischen Friedhofes von Gregor Schwenzer (1897)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Oktober 1897:     

 
Über den alten israelitischen Friedhof (1902)     

Mainz Israelit 07081902.jpg (192072 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1902:     
   

 
Überlegungen zur Aufstellung mittelalterlicher Grabsteine (1903)    

Mainz Israelit 30111903f.jpg (70180 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1903:     

 
Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert wurden aufgefunden (1907)     

Mainz Israelit 30051907.jpg (153936 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1907:      
Mainz Israelit 30051907b.jpg (167339 Byte)  

 
Entzifferung mittelalterlicher Grabsteine durch Prof. Dr. Salfeld (1924)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1924:    

  
   

Einzelne Presseberichte 

August/ September 2007: In Mainz wurden Ende August bei Bauarbeiten für sieben Stadtvillen Gebeine sowie 26 mittelalterliche jüdische Grabsteine gefunden 
Mainz PA 200702.jpg (148979 Byte)Erster Artikel Ende August zum Fund jüdischer Grabsteine im Bereich der Fritz-Kohl-Straße 24.

Weiterer Presseartikel vom 6.9.2007: Jüdische Grabfunde: Rabbiner wollen Londoner Zentrale konsultieren
Die Entscheidung über die Zukunft der jüdischen Grabfunde in Mainz verzögert sich. Ein Vertreter der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland ließ sich am Donnerstag die Funde am Fundort zeigen. Danach habe der Rabbiner mitgeteilt, sich vor einer Aussage zum weiteren Vorgehen bei einer Londoner Zentralstelle rückversichern zu wollen, sagte ein Sprecher der Stadt Mainz auf ddp-Anfrage. Die Rabbinerkonferenz wolle dann in einem Schreiben ihre Entscheidung zum Umgang mit den Funden bekannt geben. Das werde innerhalb der kommenden 14 Tage der Fall sein. Zu welcher Lösung die Rabbinerkonferenz neigt, ist derzeit noch völlig offen.
 
Mainz (ddp-rps). Die Entscheidung über die Zukunft der jüdischen Grabfunde in Mainz verzögert sich. Ein Vertreter der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland ließ sich am Donnerstag die Funde am Fundort zeigen. Danach habe der Rabbiner mitgeteilt, sich vor einer Aussage zum weiteren Vorgehen bei einer Londoner Zentralstelle rückversichern zu wollen, sagte ein Sprecher der Stadt Mainz auf ddp-Anfrage. Die Rabbinerkonferenz wolle dann in einem Schreiben ihre Entscheidung zum Umgang mit den Funden bekannt geben. Das werde innerhalb der kommenden 14 Tage der Fall sein. Zu welcher Lösung die Rabbinerkonferenz neigt, ist derzeit noch völlig offen. In Mainz waren Ende August bei Bauarbeiten für sieben Stadtvillen Gebeine sowie 26 jüdische Grabsteine gefunden worden, die wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammen. Nach dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha, dürfen aber jüdische Gräber nicht angetastet werden, um die Totenruhe nicht zu stören. Der Fundort gehörte wahrscheinlich einmal zu einem jüdischen Friedhof, wurde aber im 15. Jahrhundert enteignet und umgepflügt. Der Rabbiner habe ein Schreiben der Stadtverwaltung erbeten, in dem sämtliche Optionen für das weitere Vorgehen beschrieben würden, sagte der Sprecher weiter. Die denkbaren Varianten reichten von der völligen Einstellung der Bauarbeiten bis hin zu einer Betonabdeckung für die Gräber, über die dann weiter gebaut werden könne. Denkbar sei auch, nur einen Teil des Geländes zu bebauen. Der Sprecher betonte weiter, die Stadt versuche, «in beiderseitigem Einvernehmen» eine Lösung zu finden. Die Rabbiner hätten das Verhalten der Stadt als «musterhaft» gelobt. Die Stadt Mainz hatte nach Bekanntwerden der Funde unverzüglich einen Baustopp verhängt. Das Gelände wird von Sicherheitsleuten bewacht. ddp/gik/uge. 

      
Fotos des Gebäudes Fritz-Kohl-Straße 24 im Sommer 2010 - auf dem Grundstück wurden drei Jahre zuvor die Grabsteine gefunden Mainz Friedhof a462.jpg (92119 Byte) Mainz Friedhof a461.jpg (92723 Byte)
    Gebäude Fritz-Kohl-Straße 24  Blick vom Grundstück zum Friedhof 
oberhalb der Mombacher Straße
  
     
Frühjahr 2010: Die Ergebnisse der Forschungen werden präsentiert

Artikel von Nicole Weisheit-Zenz: Tod und Trauer im Judentum. In: Allgemeine Zeitung (Region Mainz) vom 17.5.2010: 
Inhalt: Judensand. Mainzer Professor Dr. Andreas Lehnardt präsentiert Forschungsergebnisse auf internationaler Konferenz in Tel Aviv. Artikel als pdf-Datei einsehbar.    

Artikel von Anna Kröning: Das Rätsel um die jüdischen Grabsteine ist gelöst. Nach spektakulärem Fund in der Fritz-Kohl-Straße berichten Forscher von Erkenntnissen.  In: Mainzer Rhein-Zeitung vom 28.4.2010 (S. 17). Artikel als pdf-Datei einsehbar.    

 
September 2011: Hinweistafel an der Trauerhalle    
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung" vom 23. September 2011: "Zeugnis jüdischer Kultur
MAINZ. EINWEIHUNG Neue Hinweistafel informiert über Trauerhalle in Zahlbacher Straße
(dot). 'Die jüdische Gemeinde ist zu einem festen Bestandteil von Mainz geworden, und jeder soll wissen, was war und was ist.' Mit diesen Worten enthüllte Oberbürgermeister Jens Beutel gestern eine neue Hinweistafel, die über Geschichte und Planung der jüdischen Trauerhalle von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig informiert. 
Die Stele in der Unteren Zahlbacher Straße ist im Rahmen der vor 19 Jahren ins Leben gerufenen Initiative 'Historisches Mainz' die 192. ihrer Art in der Domstadt. Vor der Trauerhalle hatten sich zahlreiche Menschen eingefunden, darunter die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich. Pate der vom ZDF gestifteten Informationstafel ist der Redaktionsleiter Kultur, Dr. Rolf Hartmann. Der OB überreichte ihm eine Stiftungsurkunde.
Auf der im Friedhofseingang befindlichen Tafel bekommt der Betrachter historische und auch architektonische Informationen. Die 2009 komplett renovierte Trauerhalle sei gemeinsam mit der Synagoge in Weisenau, den Grabsteinen auf dem alten und neuen jüdischen Friedhof eines der wenigen übrig geblieben Zeugnisse jüdischer Kultur in Mainz, so der OB weiter. Die Halle, im prachtvollen maurischen Stil mit weithin leuchtenden silbernen Kuppeln und dem goldenen Davidsstern, ist 130 Jahre alt. 1881 wurde das Gebäude dem Vorsteher der israelitischen Religionsgemeinschaft Mainz Moritz Oppenheim übergeben. 
Für die Renovierung hätten sich Bürger und Politiker gleichermaßen engagiert. Beutel dankte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, beiden christlichen Kirchen und den Rotariern. Zahlreiche Briefe von emigrierten Mainzer Juden zeugten vom immensen Interesse an Halle und dem Friedhof, wo ihre Vorfahren begraben liegen. Die Renovierung der Trauerhalle und der Bau der neuen Synagoge in der Neustadt erfülle sie mit Stolz."    
Link: Zeugnis jüdischer Kultur (Allgemeine Zeitung, 23.09.2011).  
 

    

  

Links und Literatur 

Links

Website der Stadt Mainz 
Website der jüdischen Gemeinde in Mainz   
Zur Seite über die Synagogen in Mainz (interner Link)    

Literatur: 

Germania Judaica I, S. 174-223; II,2 S. 512-521; III,2 S. 786-831 (jeweils mit Lit.).
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. 1971 Bd. II,7-46 (Lit.).
Juden in Mainz. Katalog zur Ausstellung der Stadt Mainz 1978 (Lit.). In einem 2. Band von 1979 Rückblick auf die Ausstellung.
Martin Hanauer: Die Schicksale der Märtyrer des Mainzer Judenfriedhofs im Mittelalter. S. 92-94.
Rolf Dörrlamm: Magenza. Die Geschichte des jüdischen Mainz, Festschrift zur Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der Landes-Bausparkasse Rheinland-Pfalz, Mainz 1995.
Bernd A. Vest: Der alte jüdische Friedhof in Mainz, Mainz 2000.

                   
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Stand: 25. September 2011