Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mainz (Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz) 
Die jüdischen Friedhöfe
(ohne die jüdischen Friedhöfe in der Vororten, zu diesen siehe die Kreisseite)

Übersicht:    

Der mittelalterliche / alte Friedhof oberhalb der Mombacher Straße   
Lage des mittelalterlichen / alten Friedhofes  
Fotos des "Denkmalfriedhofes" und des alten Friedhofes      
    
Der neue Friedhof an der Unteren Zahlbacher Straße   
Lage des neuen Friedhofes
Fotos des neuen Friedhofes 
  
Einzelne Presseberichte (von 2007-2010 zum Fund der Grabsteine in der Fritz-Kohl-Straße)  
Links und Literatur   

       

Der mittelalterliche / alte Friedhof oberhalb der Mombacher Straße     
 
In Mainz gab es vermutlich seit Anfang des 11. Jahrhunderts einen mittelalterlichen jüdischen Friedhof. Nach einer -  allerdings ungesicherten Überlieferung - wurde 1012 von Mar Samuel und seiner Frau Rahel ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes erworben. 1286 wird der Friedhof erstmals als "Judensand" urkundlich erwähnt, 1397 als "Judenkirchof". Auf dem Friedhof befand sich ein Leichenwaschhäuschen. Nach Ausweisung der Mainzer Juden 1438 wurde das Friedhofsgrundstück abgeräumt und umgepflügt. Die Grabsteine wurden großenteils als Baumaterial verwendet, ein Teil des Friedhofsgeländes wurde von der Stadt zur Benutzung von Weingärten verpachtet. Als 1445 wieder Juden in der Stadt aufgenommen wurden, erhielten sie einen Teil des früheren Friedhofes zurück. Bei der Vertreibung der Juden 1462 wurde das Häuschen auf dem Friedhof niedergebrannt. 
   

Mainz Beerdigung 1710 010.jpg (64158 Byte)Seit etwa 1700 konnte wiederum ein jüdischer Friedhof (alter Friedhof) belegt werden (die Abbildung links zeigt einen Beerdigungszug auf dem Weg vom Judenviertel zum Friedhof). Das Gelände dieses Friedhofes schloss sich an den "alten Judensand" an der Mombacher Straße an. Dieser Friedhof wurde bis 1880 belegt. Er umfasst eine Fläche von 184,58 ar. Bis 1813 war der Friedhof mit einem Zaun umgeben. 1937 wurden etwa 1.500 Grabsteine (vom 17. Jahrhundert bis 1880) gezählt. Auf einem von der jüdischen Gemeinde 1864 erworbenen Erweiterungsgrundstück zu diesem Friedhof, das jedoch nicht mehr belegt worden ist, wurde 1926 ein Denkmalsfriedhof angelegt. Die Betreuung der Arbeiten geschah durch den damaligen Rabbiner Dr. Sali Levi. Grabsteine des mittelalterlichen Friedhofes aus der Zeit von 1049 bis 1421 wurden auf diesem Grundstück aufgestellt. Die meisten dieser Grabsteine waren zwischen 1825 und 1922 (bzw. noch bis 1958) bei der Beseitigung alter Befestigungsanlagen in der Nähe des Judensandes, bei Abbrucharbeiten in der Altstadt und bei Erdarbeiten auf dem Gelände des Friedhofes gefunden worden. Insgesamt enthält dieser Denkmalsfriedhof 196 Steine; davon stammen sechs Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert. 
   

Lage des mittelalterlichen bzw. alten Friedhofes 

Der mittelalterliche Friedhof lag auf dem sogenannten "Judensand" vor dem Münstertor an der heutigen Mombacher Straße und reichte bis zu der Höhe des Forts Hartenberg. Der (alte, bis 1880 belegte) Friedhof schloss sich an das Gelände des "Judensandes" in der Mombacher Straße an. 
   
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
   

Größere Kartenansicht   
 
     

Fotos des "Denkmalfriedhofes" und des alten Friedhofes     

 Der Friedhof im Frühjahr 2005 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.3.2005)    
 
Mainz Friedhof a205.jpg (76622 Byte) Mainz Friedhof a203.jpg (61196 Byte) Mainz Friedhof a201.jpg (80359 Byte)
Hinweistafel zur Geschichte 
des Friedhofes am Eingang
Grabstein des Gerschom bar Jehuda aus dem 12. Jahrhundert (Abbildung bei Hinweistafel) Blick über den 
Denkmalsfriedhof
    
     
Mainz Friedhof a202.jpg (75764 Byte) Mainz Friedhof a200.jpg (80385 Byte) Mainz Friedhof a204.jpg (83990 Byte)
Teilansichten des Denkmalfriedhofes
 
Mainz Friedhof a206.jpg (97956 Byte) Mainz Friedhof a210.jpg (74451 Byte) Mainz Friedhof a214.jpg (79443 Byte)
Blick auf die den Denkmalsfriedhof vom alten Friedhof an der Mombacher Straße trennende Mauer Teilansichten des Friedhofes an der Mombacher Straße
 
   
Mainz Friedhof a211.jpg (60498 Byte) Mainz Friedhof a213.jpg (77333 Byte) Mainz Friedhof a212.jpg (69322 Byte)
Ansichten des alten Friedhofes von der Mombacher Straße
     
Der Friedhof im Sommer 2010
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.7.2010)  
  
Mainz Friedhof a440.jpg (147209 Byte) Mainz Friedhof a441.jpg (92804 Byte) Mainz Friedhof a443.jpg (157296 Byte)
Hinweistafel zur Geschichte des Friedhofes am Eingang Hinweistafel zum Besuch des Friedhofes
     
Mainz Friedhof a445.jpg (153675 Byte) Mainz Friedhof a444.jpg (161958 Byte)  
Teilansichten des Denkmalfriedhofes  
     
Mainz Friedhof a447.jpg (109294 Byte) Mainz Friedhof a442.jpg (135592 Byte) Mainz Friedhof a446.jpg (153974 Byte)
Einzelne Grabsteine des Denkmalfriedhofes
     
       
Mainz Friedhof a460.jpg (119413 Byte) Mainz Friedhof a459.jpg (157834 Byte) Mainz Friedhof a458.jpg (150751 Byte)
Das Eingangstor an der Mombacher Straße Teilansichten des Friedhofes
  
     
Mainz Friedhof a457.jpg (141389 Byte) Mainz Friedhof a456.jpg (157572 Byte) Mainz Friedhof a452.jpg (147241 Byte)
Teilansichten des Friedhofes 
     
Mainz Friedhof a453.jpg (147406 Byte) Mainz Friedhof a454.jpg (141453 Byte) Mainz Friedhof a455.jpg (155015 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
     
Mainz Friedhof a450.jpg (157597 Byte) Mainz Friedhof a451.jpg (136979 Byte)  
Der Sturm vom 14.7.2010 hat einen
 Baum in den Friedhof gedrückt
Stark verwitterte 
Grabsteine
 
     

   
  
    

Der neue Friedhof an der Unteren Zahlbacher Straße
   

Nachdem der alte jüdische Friedhof auf Grund der Erweiterung der Stadt nicht weiter belegt werden konnte, wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt und seit dem 2. Januar 1881 belegt. Dieser Friedhof grenzt südlich an den allgemeinen städtischen Friedhof an der Zahlbacher Straße an. 1948 wurde auf dem Friedhof eine Gedenktafel angebracht mit der Inschrift: "Unseren Opfern zum Gedenken, Den Mördern zur Schande, Den Lebenden zur Mahnung". Dieser Friedhof wird bis heute belegt.  Er umfasst eine Fläche von 207,21 ar. Eine Friedhofshalle mit Trauerhalle, Wärterhaus und Nebenräumen wurde 1880/81 durch den Mainzer Stadtbaumeister Eduard Kreißig erbaut. Das Gebäude ist erhalten.
Die in maurischem Stil erbaute Trauerhalle wurde 2005/06 umfassend saniert. Das vom Verfall bedrohte Baudenkmal litt seit Jahren unter Schwamm, Schädlingen und Wassereinbruch, wobei auch Deckenflächen stark in Leidenschaft gezogen wurden. Die zum Teil noch aus der Bauzeit stammende Zinklegierung des Daches war durch Materialermüdung spröde geworden. Ende 2005/Anfang 2006 wurde das Dach mit den Zwiebelaufsätzen nach vorliegenden Originalplänen saniert, danach erfolgten abschließende Sanierungsarbeiten.
    

Lage des neuen Friedhofes  

Der neue Friedhof liegt in der Unteren Zahlbacher Straße 11
     
  
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(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
  

Größere Kartenansicht   

   
    
Fotos des Friedhofes an der Unteren Zahlbacher Straße     

Der Friedhof im Frühjahr 2005  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.3.2005)
 
Mainz Friedhof n219.jpg (65819 Byte) Mainz Friedhof n218.jpg (67707 Byte) Mainz Friedhof n217.jpg (85746 Byte)
Eingangstor mit Blick auf die Trauerhalle, 
die derzeit (2005) renoviert wird. 
Hinweistafeln 
am Eingang
Rückblick auf die 
Friedhofshalle vom Friedhof
     
Mainz Friedhof n203.jpg (83131 Byte) Mainz Friedhof n220.jpg (79833 Byte) Mainz Friedhof n213.jpg (79796 Byte)
Denkmal der jüd. Gemeinde (aufgestellt 1948): "1933-1945 - Unseren Opfern zum Gedenken, den Mördern zur Schande, den lebenden zur Mahnung" Klassizistisch geprägte Grabstätte der Familie Simon: Gustav Simon (1847-1929), Nannette Simon geb. Mayer (1818-1902) und Markus Simon (1810-1892)     
     
Mainz Friedhof n214.jpg (78984 Byte) Mainz Friedhof n202.jpg (82621 Byte) Mainz Friedhof n216.jpg (66518 Byte)
   Rechts Grabstein für Moritz Oppenheim  (1814-1884), Präses der Israelit. Gemeinde und Stadtverordneter; links Grabstein für seine Frau Rosine geb. Feist Ruhestätte von Hermann Meyer
 
 
     
Mainz Friedhof n212.jpg (84141 Byte) Mainz Friedhof n211.jpg (82817 Byte) Mainz Friedhof n210.jpg (78101 Byte)
Teilansichten des neueren Teiles Grabmal für Heinrich Knobloch (1837-1905) 
und Josefine geb. Ganz (1841-1919)
 
   
Mainz Friedhof n215.jpg (80496 Byte) Mainz Friedhof n201.jpg (75986 Byte) Mainz Friedhof n204.jpg (79931 Byte)
Grab- und Gedenkstätten - Zeugen der Geschichte Neuere Gräber
   
Mainz Friedhof n209.jpg (81171 Byte) Mainz Friedhof n208.jpg (81125 Byte) Mainz Friedhof n207.jpg (88465 Byte)
Teilansichten im neuen Teil
  
Mainz Friedhof n206.jpg (87226 Byte) Mainz Friedhof n205.jpg (79739 Byte) Mainz Friedhof n200.jpg (65106 Byte)
Auffallendes Grab im neuesten Teil, 
belegt mit Steinen
Neuere Gräber       
      
  Der Friedhof im Sommer 2010  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.7.2010)     
     
Mainz Friedhof n472.jpg (80111 Byte) Mainz Friedhof n471.jpg (132277 Byte) Mainz Friedhof n442.jpg (107597 Byte)
Tafel am Eingang Eingangstor mit Blick zur Friedhofshalle Eingangstor
     
Mainz Friedhof n446.jpg (124738 Byte) Mainz Friedhof n447.jpg (95428 Byte) Mainz Friedhof n469.jpg (101482 Byte)
Blick auf die Friedhofshalle
 vom Friedhof
Portale der Friedhofshalle 
zum Friedhof
Mittleres Tor 
zum Friedhof
     
Mainz Friedhof n470.jpg (107746 Byte) Mainz Friedhof n440.jpg (122521 Byte) Mainz Friedhof n441.jpg (105757 Byte)
Zedoko-Büchse am Friedhofstor Inschriften / Bibelzitate an der Friedhofshalle
     
Mainz Friedhof n444.jpg (103984 Byte) Mainz Friedhof n443.jpg (123337 Byte) Mainz Friedhof n448.jpg (47714 Byte)
Weitere Inschriften / Bibelzitate an der Friedhofhalle "Davidstern" auf der Kuppel der Friedhofshalle
        
Mainz Friedhof n445.jpg (170174 Byte) Mainz Friedhof n449.jpg (140150 Byte) Mainz Friedhof n450.jpg (150421 Byte)
Gedenkstein für die 
Märtyrer der Shoa
Grabstein rechts am Rand für 
Isaac Jeremias (1855-1894)
Dunkler Grabstein rechts der Mitte für 
Sophie Beck geb. Frank (1857-1894)
     
Mainz Friedhof n451.jpg (145530 Byte) Mainz Friedhof n452.jpg (150910 Byte) Mainz Friedhof n453.jpg (157141 Byte)
Obeliken rechts der Mitte für 
Emilie Marx geb. Ransburg (1838-1920) 
und Michael Marx (1833-1894)
Kleinere Grabsteine von links für 
Elise Schloss geb. Willstaedt (1846-1913), 
Isaac Schloss (1840-1894) und 
Alfred Joseph Rosenmeyer  (gest. 1894)
Familiengrabstein für Kommerzienrat Martin Moritz Mayer (Beigeordneter der Stadt Mainz, 1841-1917), Rosalie Mayer geb. Hamburg (1851-1921) und Anna Mayer (1880-1896) 
       
Mainz Friedhof n454.jpg (171218 Byte) Mainz Friedhof n455.jpg (167506 Byte) Mainz Friedhof n456.jpg (162253 Byte)
Teilansicht mit charakteristischen 
Obelisken aus der Zeit um 1900
Grabsteine für 
David Feist (1830-1911) und 
Julie Feist geb. Marx (1834-1900)
Die durch den Friedhof 
führende Baumallee
     
Mainz Friedhof n457.jpg (162775 Byte) Mainz Friedhof n458.jpg (165525 Byte) Mainz Friedhof n459.jpg (161515 Byte)
Grabstein rechts für Bertha Marxsohn geb. Sternfels (1869-1904) und Ludwig Marxsohn (1863-1923) Grabstein für Josefine Knobloch 
geb. Ganz (1841-1919) und 
Heinrich Knobloch (1837-1905)
Familiengrabstein 
Schönberger
     
Mainz Friedhof n467.jpg (130907 Byte) Mainz Friedhof n466.jpg (127754 Byte) Mainz Friedhof n465.jpg (144077 Byte)
Teilansichten - Grabsteine aus den 1880er- und 1890er-Jahren Charakteristische Steine um 1890 
mit Amphoren
  
       
Mainz Friedhof n464.jpg (153821 Byte) Mainz Friedhof n460.jpg (149877 Byte) Mainz Friedhof n461.jpg (154584 Byte)
Grabsteine Mitte für Emil Heiden-Heimer (1831-190) und Clementine Heiden-Heimer geb. Schwabacher (1835-1903) Grabstätten aus 
der Zeit um 1940
Grabstein für Gottschalk Mayer 
aus Harxheim (1852-1941)
     
Mainz Friedhof n468.jpg (128390 Byte) Mainz Friedhof n462.jpg (168704 Byte) Mainz Friedhof n463.jpg (144831 Byte)
Gedenkstein für Angehörige der 
Familie Blatt / Kaelbermann
Neuere Gräber Gräber rechts vorne 
von 2010
   
     

  

Einzelne Presseberichte 

August/ September 2007: In Mainz wurden Ende August bei Bauarbeiten für sieben Stadtvillen Gebeine sowie 26 mittelalterliche jüdische Grabsteine gefunden.
Mainz PA 200702.jpg (148979 Byte)Erster Artikel Ende August zum Fund jüdischer Grabsteine im Bereich der Fritz-Kohl-Straße 24.

Weiterer Presseartikel vom 6.9.2007: Jüdische Grabfunde: Rabbiner wollen Londoner Zentrale konsultieren
Die Entscheidung über die Zukunft der jüdischen Grabfunde in Mainz verzögert sich. Ein Vertreter der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland ließ sich am Donnerstag die Funde am Fundort zeigen. Danach habe der Rabbiner mitgeteilt, sich vor einer Aussage zum weiteren Vorgehen bei einer Londoner Zentralstelle rückversichern zu wollen, sagte ein Sprecher der Stadt Mainz auf ddp-Anfrage. Die Rabbinerkonferenz wolle dann in einem Schreiben ihre Entscheidung zum Umgang mit den Funden bekannt geben. Das werde innerhalb der kommenden 14 Tage der Fall sein. Zu welcher Lösung die Rabbinerkonferenz neigt, ist derzeit noch völlig offen.
 
Mainz (ddp-rps). Die Entscheidung über die Zukunft der jüdischen Grabfunde in Mainz verzögert sich. Ein Vertreter der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland ließ sich am Donnerstag die Funde am Fundort zeigen. Danach habe der Rabbiner mitgeteilt, sich vor einer Aussage zum weiteren Vorgehen bei einer Londoner Zentralstelle rückversichern zu wollen, sagte ein Sprecher der Stadt Mainz auf ddp-Anfrage. Die Rabbinerkonferenz wolle dann in einem Schreiben ihre Entscheidung zum Umgang mit den Funden bekannt geben. Das werde innerhalb der kommenden 14 Tage der Fall sein. Zu welcher Lösung die Rabbinerkonferenz neigt, ist derzeit noch völlig offen. In Mainz waren Ende August bei Bauarbeiten für sieben Stadtvillen Gebeine sowie 26 jüdische Grabsteine gefunden worden, die wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammen. Nach dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha, dürfen aber jüdische Gräber nicht angetastet werden, um die Totenruhe nicht zu stören. Der Fundort gehörte wahrscheinlich einmal zu einem jüdischen Friedhof, wurde aber im 15. Jahrhundert enteignet und umgepflügt. Der Rabbiner habe ein Schreiben der Stadtverwaltung erbeten, in dem sämtliche Optionen für das weitere Vorgehen beschrieben würden, sagte der Sprecher weiter. Die denkbaren Varianten reichten von der völligen Einstellung der Bauarbeiten bis hin zu einer Betonabdeckung für die Gräber, über die dann weiter gebaut werden könne. Denkbar sei auch, nur einen Teil des Geländes zu bebauen. Der Sprecher betonte weiter, die Stadt versuche, «in beiderseitigem Einvernehmen» eine Lösung zu finden. Die Rabbiner hätten das Verhalten der Stadt als «musterhaft» gelobt. Die Stadt Mainz hatte nach Bekanntwerden der Funde unverzüglich einen Baustopp verhängt. Das Gelände wird von Sicherheitsleuten bewacht. ddp/gik/uge. 

      
Fotos des Gebäudes Fritz-Kohl-Straße 24 im Sommer 2010 - auf dem Grundstück wurden drei Jahre zuvor die Grabsteine gefunden Mainz Friedhof a462.jpg (92119 Byte) Mainz Friedhof a461.jpg (92723 Byte)
    Gebäude Fritz-Kohl-Straße 24  Blick vom Grundstück zum Friedhof 
oberhalb der Mombacher Straße
     
Frühjahr 2010: Die Ergebnisse der Forschungen werden präsentiert

Artikel von Nicole Weisheit-Zenz: Tod und Trauer im Judentum. In: Allgemeine Zeitung (Region Mainz) vom 17.5.2010: 
Inhalt: Judensand. Mainzer Professor Dr. Andreas Lehnardt präsentiert Forschungsergebnisse auf internationaler Konferenz in Tel Aviv. Artikel als pdf-Datei einsehbar.    

Artikel von Anna Kröning: Das Rätsel um die jüdischen Grabsteine ist gelöst. Nach spektakulärem Fund in der Fritz-Kohl-Straße berichten Forscher von Erkenntnissen.  In: Mainzer Rhein-Zeitung vom 28.4.2010 (S. 17). Artikel als pdf-Datei einsehbar.    

    

  

Links und Literatur 

Links

Website der Stadt Mainz 
Website der jüdischen Gemeinde in Mainz   
Zur Seite über die Synagogen in Mainz (interner Link)  

Literatur: 

Germania Judaica I, S. 174-223; II,2 S. 512-521; III,2 S. 786-831 (jeweils mit Lit.).
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. 1971 Bd. II,7-46 (Lit.).
Juden in Mainz. Katalog zur Ausstellung der Stadt Mainz 1978 (Lit.). In einem 2. Band von 1979 Rückblick auf die Ausstellung.
Martin Hanauer: Die Schicksale der Märtyrer des Mainzer Judenfriedhofs im Mittelalter. S. 92-94.
Rolf Dörrlamm: Magenza. Die Geschichte des jüdischen Mainz, Festschrift zur Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der Landes-Bausparkasse Rheinland-Pfalz, Mainz 1995.
Bernd A. Vest: Der alte jüdische Friedhof in Mainz, Mainz 2000.

                   
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Stand: 27. August 2010