Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hechtsheim (Stadt Mainz)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Kennkarten aus der NS-Zeit     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)        
   
In Hechtsheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1762 werden zwei jüdische Einwohner unter damals insgesamt 417 Einwohnern genannt. 
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1824 24, 1828 28 jüdische Einwohner, 1855 43, 1861 74 (3,6 % von insgesamt 2.051), 1875 86, 1880 86 (3,4 % von 2.558), 1900 und 1905 97, 1910 74 (2,2 % von 3.344). 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gesamtgemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (Ausschreibungen der Stelle siehe unten). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Mainz.
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Karl Kapp (geb. 28.7.1885 in Hechtsheim, gef. 26.9.1916), Richard Kapp (geb. 12.12.1896 in Hechtsheim) und Unteroffizier Luzian Weiß (geb. 31.5.1884 in Hechtsheim, gef. 15.6.1916). 
  
Um 1924, als noch 54 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (1,5 % von insgesamt 3.603 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Julius Weiß, Leo Kapp und Berthold Selig. Als Religionslehrer, Kantor und Schochet war M. Kahn tätig, als Rechner ein Herr Reins. Den Unterricht an der jüdischen Religionsschule besuchten damals fünf Kinder.  
   
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 71 Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Der letzte Vorsitzende der Gemeinde war Julius Weiß. Bis 1937 war die Zahl der jüdischen Einwohner auf 30 zurückgegangen. 1939 war nur noch eine jüdische Person in Hechtsheim wohnhaft, die im September 1942 deportiert wurde.  
      
Von den in Hechtsheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Helene Fried geb. Michel (1882), Emma Hirsch geb. Levy (1899), Eugenie Hirsch geb. Weis (1891), Irma Kahn geb. Kapp (1886), David Kapp (1882), Heinrich Kapp (1918), Ludwig Kapp (1892), Sitta (Sitty) Kapp (1895), Justina Kramer geb. Selig (1869), Lilli Löb geb. Muhr (1888), Bina Marx geb. Muhr (1878) Johanna (Johanette) Mayer geb. Kapp (1880), Elisabeth (Elisabetha) Meister geb. Michel (1885), Berthold Selig (1878), Margaretha Selig geb. Berthold (1879), Otto Selig (1878, für ihn wurde im April 2014 in Wiesbaden ein "Stolperstein" verlegt, Erinnerungsblatt und Bericht), Hetty Strauss geb. Kapp (1900), Elisabeth (Elisabetha) Sußmann geb. Selig (1864), Emma Weis geb. Selig (1901), Elisabeth Weiß geb. Michel (1883), Ilse Babette Weiss (1902), Julius Weiss (1880), Klara (Clara) Weiss (1868), Lotte Weiss (1924), Max Weiss (1889). 
  
Im Juni 2013 wurden in Hechtsheim "Stolpersteine" zur Erinnerung an die in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Personen aus Hechtsheim verlegt (Bachstraße 1 (für Klara Weiß), Am oberen Born 1 (für Julius Weiß und Elisabeth Weiß geb. Michel), Heuerstraße 7 (für Emma Weiß geb. Sußmann), Alte Mainzer Straße 8 (für David Kapp), Grauelstraße 19 (für Berthold Selig und Margarethe Selig geb. Hirsch), Bürgermeister-Keim-Straße 2 (für Siegfried Josef Selig und Antonie Selig geb. Kahn); zu den einzelnen Personen siehe Artikel: Stolpern mit Kopf und Herz (Allgemeine Zeitung, 25.06.2013)
Zu den Personen, für die "Stolpersteine" verlegt wurden, sowie weitere aus Hechtsheim stammende Personen siehe die unter der Literatur genannte Publikation des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte.   
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet (Anzeigen 1863 - 1907)  

Hechtsheim Israelit 12081863.jpg (35777 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1863: "Religionslehrer gesucht! Die israelitische Gemeinde zu Hechtsheim bei Mainz wünscht zum 1. September dieses Jahres oder später einen Religionslehrer, Vorsänger und Schochet anzustellen. Einkommen 300 Gulden nebst freier Wohnungen. -  Meldungen sind zu richten an 
Leo Selig, Vorsteher."
 
Hechtsheim Israelit 14081872.jpg (33423 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1872: "Vacanz. Die israelitische Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle zu Hechtsheim bei Mainz ist vakant und soll demnächst wieder besetzt werden. Gehalt 325 Gulden und etwa 200 Gulden Nebeneinkünfte. Bewerber ledigen Standes erhalten den Vorzug. Desfallsige Gesuche sind zu richten an den dortigen Vorstand Jacob Selig."
 
Hechtsheim Israelit 23081871.jpg (40196 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1871: "In der israelitischen Gemeinde zu Hechtsheim bei Mainz ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schochet vakant und sofort zu besetzen. Fixer Gehalt 325 Gulden, Nebenverdienste mindestens 175 Gulden. Freie Wohnung. Geeignete unverheiratete Bewerber wollen ihre Zeugnisse einreichen. Der Vorstand. Jakob Selig."
 
Hechtsheim Israelit 08111876.jpg (46560 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1876: "Lehrer gesucht. In der israelitischen Gemeinde zu Hechtsheim bei Mainz soll die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters (unverheiratet) baldigst besetzt werden. Fixer Gehalt 650 Reichsmark, Nebeneinkünfte circa 300 Reichsmark. Reisespesen werden nur bei erfolgtem Engagement vergütet. Meldungen nebst Zeugnisse beliebe man einzusenden an den Vorstand."
 
Hechtsheim Israelit 02011878.jpg (46036 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1878: "Die israelitische Religionsgemeinde zu Hechtsheim bei Mainz sucht einen unverheirateten Religionslehrer, Kantor und Schächter mit einem jährlichen Fix-Gehalt von 620 Mark. Die Stelle kann sofort angetreten werden. Spesen werden nur dem bewilligt, mit welchem die Gemeinde den Vertrag schließt. Darauf Reflektierende wollen ihre Zeugnisse an den Vorstand einsenden. Hechtsheim. Jacob Selig."
 
Hechtsheim Israelit 13021902.jpg (73976 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Februar 1902: In der israelitischen Gemeinde Hechtsheim, Rabbinat Mainz, ist sofort oder bis 1. April dieses Jahres die Stelle eines seminaristisch gebildeten, möglichst unverheirateten Lehrers, Kantors und Schochets zu besetzen. Das jährliche Einkommen dürfte 1.200 – 1.300 Mark betragen. Meldungen nebst Zeugnissen sind an den unterzeichneten Vorstand zu richten. 
Moses Kapp,
1. Vorsteher."
 
Hechtsheim Israelit 19091907.jpg (63338 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1907: "In unserer Gemeinde ist sofort die Stelle eine geprüften Religionslehrers, Vorbeters und Schochets verbunden mit der Erteilung des Religionsunterrichts in der benachbarten Gemeinde Ebersheim zu besetzen. Gehalt Mark 800.-. Besoldung für den Unterricht in Ebersheim ca. Mark 200, Nebeneinkommen ca. Mark 400. Seminaristisch gebildete Bewerber haben den Vorzug. Offerten sind zu richten an den Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Hechtsheim bei Mainz."

   
Lehrer M. Kahn feiert seinen 70. Geburtstag (1931)    

Hechtsheim Israelit 22011931.jpg (30313 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Januar 1931: "Herr Kollege M. Kahn in Hechtsheim konnte vor wenigen Tagen seinen 70. Geburtstag feiern. Wir begrüßen den Kollegen im Namen des Unabhängigen Vereins israelitischer Lehrer im Freistaate Hessen und wünschen ihm für eine noch lange Reihe von Jahren Gesundheit und Geistesfrische. (Alle Gute) bis 100 Jahre."  
 
Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 21. Januar 1931: "Hechtsheim (Persönliches). Lehrer M. Kahn, der seit 20 Jahren segensreich in hiesiger Gemeinde wirkt, beging am 18. dieses Monats unter Teilnahme vieler Freunde seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, dem mehrere Gemeinden in 50-jähriger erzieherischer Tätigkeit treues Gedenken und freundliche Gesinnung bewahrten, erfreut sich auch hier höchster Wertschätzung".      

   
    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Antisemitische Regungen in Hechtsheim 1881

Hechtsheim Israelit 23021881.jpg (120093 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Februar 1881: "Mainz, 20. Februar (1881). Die Judenhetze in verschiedenen unserer Nachbargemeinden scheint eher im Zu-, als im Abnehmen begriffen zu sein. So wurden am Mittwochabend um 11 Uhr an dem Hause eines in Hechtsheim wohnenden Israeliten die Fenster mit Pflastersteinen derart zertrümmert, dass sogar das Fensterkreuz in Stücke flog. Auch einem Christen wurden die Fenster eingeworfen, doch wohl nur aus dem Irrtum, denn bis vor Kurzem war die Wohnung des Christen von einem Israeliten bewohnt und war dieser Wohnungswechsel wahrscheinlich noch nicht zur Kenntnis der Fenstereinwerfer gelangt. – Auch in Heidesheim wurden vorgestern die Fenster eines dorten wohnenden Israeliten während der Nacht mit Steinen eingeworfen. – In Nieder-Olm ferner, wo man erst kürzlich die einem Israeliten gehörigen Obstbäume gewaltsam zerstörte, wurde vorgestern Nacht ein Zettel an das Haus eines Juden geklebt mit dem Inhalte, dass, wenn binnen 8 Tagen die Juden nicht ausgewandert seien, man denselben den Hals abschneiden würde. Das sind die Folgen des zelotischen Wahnwitzes gewisser Leute und ihres Anhanges, sowie der unter dem Deckmantel des Christentums verübten Hetzereien in gewissen Blättern! Gott besser’s! (Mainzer Anzeiger)."
   
Hechtsheim Israelit 20071881.jpg (77350 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juli 1881: "Hechtsheim, 18. Juli (1881). Von Samstag auf Sonntagnacht waren hier sieben bis acht Plakate folgenden Inhalts angeschlagen worden: ‚Hepp! Hepp! Alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen fordern wir auf, heute Nacht 12 Uhr an dem bestimmten Platze zu erscheinen, damit wir gemeinschaftlich gegen die Juden vorgehen können!!!!! Unsere Mitbürger bitten wir, wenn sie etwas hören, sich ruhig zu verhalten!!! Der Vorstand des Antisemiten-Vereins.’ Man hat indes in der verflossenen Nacht nichts gehört und die Ruhe wurde in keiner Weise gestört. Man glaubt deshalb allgemein, dass es nur ein dummer Bubenstreich gewesen ist, durch welchen die Leute in Angst versetzt werden sollten."       

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige von Siegfried Selig (1901)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1901: "Eine Krankenwärterin zu einem älteren Herrn, in unmittelbarer Nähe von Mainz für sofortigen Eintritt gesucht
Näheres bei Siegfried Selig, Hechtsheim bei Mainz."   

 
Anzeige von Frau Gretha Muhr (1911)         

Hechtsheim FrfIsrFambl 24111911.jpg (44810 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. November 1911: "Suche für eine alleinstehende, ältere Dame ein tüchtiges, zuverlässiges Mädchen. Dasselbe kann sich ein schönes angenehmes Heim sichern. Näheres bei F
rau Gretha Muhr, Hechtsheim bei Mainz."  

        

Kennkarten aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarten zu Personen, 
die in Hechtsheim geboren sind
 
 Hechtsheim KK MZ Kahn Irma.jpg (83549 Byte)  Hechtsheim KK MZ Kapp Emanuel.jpg (88650 Byte)  Hechtsheim KK MZ Weiss Elisabeth.jpg (97519 Byte)
  Kennkarte für Irma Kahn geb. Kapp 
(geb. 29. Dezember 1886 in Hechtsheim)
am 27. September 1942 deportiert ab Darmstadt 
in das Ghetto Theresienstadt, Mai 1944 in das
 Vernichtungslager Auschwitz, ermordet    
 Kennkarte für Emanuel Kapp 
(geb. 26. Juni 1874 in Hechtsheim) 
  
 Kennkarte für Elisabetha Weiß geb. Michel 
(geb. 25. Dezember 1883 in Hechtsheim)
am 30. September 1942 ab Darmstadt deportiert vermutlich nach Treblinka,
 umgekommen / ermordet   
 
       
  Hechtsheim KK MZ Weiss Ilse.jpg (90924 Byte) Hechtsheim KK MZ Weiss Julius.jpg (95265 Byte)  
   Kennkarte für Ilse Babette Weiß 
(geb. 26. April 1922 in Hechtsheim) 
am 30. September 1942 ab Darmstadt deportiert
 vermutlich nach Treblinka, 
umgekommen / ermordet  
 Kennkarte für Julius Weiß 
(geb. 1. April 1880 in Hechtsheim) 
am 30. September 1942 ab Darmstadt deportiert
 vermutlich nach Treblinka, 
umgekommen / ermordet 
 
    Julius Weiß war letzter Vorsitzender der 
jüdischen Gemeinde Hechtsheim  
 

      
      
      
Zur Geschichte der Synagoge              
      
Auf Grund der überschaubaren Größe der jüdischen Gemeinde war die Synagoge in einem Wohnhaus eingerichtet. Sie wird erstmals in einem Dokument vom 21. März 1842 genannt.  
      
Enthüllung der Gedenktafel für die Gefallenen in der Synagoge (1926)  

Hechtsheim CV 08011926.jpg (37487 Byte)Artikel in der Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 8. Januar 1926: "In Hechtsheim (Rheinhessen) wurde am 13. Dezember in der Synagoge die Gedenktafel für die vier im Weltkrieg gefallenen Söhne der dortigen jüdischen Gemeinde enthüllt. Kreisrabbiner Dr. Levi (Mainz) hielt eine ergreifende Weiherede, welche von Psalmvorträgen des Herrn Lehrer Kahn umrahmt war."  

1939 wurde die Synagoge zu einem Wohnhaus umgebaut. 
      
      
Adresse/Standort der SynagogeSynagogenstraße (früher Synagogengasse) 1    
 

 
Fotos    

Historische Fotos sind noch nicht vorhanden; über Hinweise oder Zusendungen freut sich 
der Webmaster von "Alemannia Judaica", Adresse siehe Eingangsseite.
 
     
Erinnerung an die Synagoge: die 
heutige Synagogenstraße
(Foto: Hahn, Aufnahmedatum 31.3.2005)
Hechtsheim Synagoge 200.jpg (66386 Byte)  
     
     

   
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Sommer 2008: Illustration zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Hechtsheim im evangelischen Gemeindebrief   
Hechtsheim Dok 210.jpg (159901 Byte)Links: Eindrückliche Illustration zu einem Beitrag im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Hechtsheim "anruf" Nr. 160 Juni / Juli / August 2008: "Sie fehlen uns in der Ökumene. Jüdische Gemeinde Hechtsheim von 1841-1938. Letzte Deportation 1942".    
 
Juni 2013: In Hechtsheim werden "Stolpersteine" verlegt   
Artikel von Nadine Schwarz in der "Allgemeinen Zeitung" vom 25. Juni 2013: "Mainz. Stolpern mit Kopf und Herz 
HECHTSHEIM. GEDENKEN Pflastersteine erinnern in Hechtsheim an Opfer der Nationalsozialisten

'Über die Stolpersteine stolpert man mit dem Kopf und dem Herzen, nicht mit den Füßen', eröffnete Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) die Stolperstein-Verlegung am Montagmorgen in Hechtsheim. Gunter Demnig, Bildhauer und Ideengeber des Projektes 'Stolpersteine', setzt einen Stein mit quadratischer Messingplatte zwischen die Pflastersteine der Bachstraße 1, und fixiert ihn mit Beton und Zementmörtel. Auf dem gelb-glänzenden Metall steht: 'Hier wohnte Clara Weiß, JG. 1872, deportiert 1942 Theresienstadt, ermordet 4.2.1943.' An den verschiedenen Orten, wo die Steine an neun Opfer der Nationalsozialisten erinnern, würde man jetzt nicht mehr achtlos vorbeigehen, so Ursula Groden-Kranich, Ortsvorsteherin von Hechtsheim. 'Es ist eine schöne dezentrale Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit, die man überall finden kann, statt im Museum und hinter verschlossenen Türen', erklärt Renate Knigge-Tesche, vom Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, warum der Verein die Stolperstein-Verlegung beauftragte.
Knigge-Tesche recherchierte im Internet und Stadtarchiv die Lebensgeschichten der jüdischen Hechtsheimer, deren Häuser in der Pogromnacht, am 9. November 1938, demoliert wurden und die 1942 vom NS-Regime deportiert und ermordet wurden. Die Familien Weiß, Kapp und Selig seien in Hechtsheim weit verzweigt gewesen. David Kapps Schicksal hat sie besonders berührt. Der Textilladen des Hechtsheimer Juden wurde in der Pogromnacht, am 9. November 1938, stark zerstört. 'Am nächsten Tag wurde der alleinstehende ältere Mann von SA-Männern kopfüber aus dem Fenster seines ersten Stocks gehängt, während auf der Straße die Menge grölte. Keiner hat geholfen', erzählt Knigge-Tesche die Lebensgeschichte fassungslos. Er sei der Einzige gewesen, der nach der Pogromnacht nicht nach Mainz geflüchtet sei, merkt sie an. 'Er hatte keine Familie mehr, zu der er gehen konnte. Sein Bruder fiel für ‚Volk und Vaterland‘ im Ersten Weltkrieg.' 1942 wurde er deportiert. 'Wohin, das weiß man nicht. Auf der Liste der Gestapo stand zynisch ‚Wohnsitzverlegung nach dem Generalgouvernement‘', meint Knigge-Tesche ungläubig. 'Das ist eine Zeit, die im Gedächtnis bleiben muss, damit es so eine Zeit nie wieder gibt', unterstreicht Ortsvorsteherin Groden-Kranich und bedankt sich beim Verein und den 18 Paten, die die Steine sponsorten.
Sechs Steine verlegt Demnig vor dem letzten Wohnort dreier Ehepaare und dreier Einzelpersonen..."    
Stolpern mit Kopf und Herz (Allgemeine Zeitung, 25.06.2013) Mit weiteren biographischen Angaben zu den Personen, für die "Stolpersteine" verlegt wurden  (recherchiert von Renate Knigge-Tesche). 

    
      

Links und Literatur  

Links: 

Website der Stadt Mainz  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Hechtsheim (interner Link)   

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 341.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 178.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 69-72 (mit weiteren Literaturangaben). 
Dieter Krienke: Die Synagogen der Mainzer Vororte Bretzenheim, Ebersheim, Hechtsheim und Kastel. In: Die Mainzer Synagogen. Hrsg. von Hedwig Brüchert im Auftrag des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V. Mainz 2008. Weitere Informationen zu diesem Buch bei den Literaturangaben auf der Seite zu den Synagogen in Mainz.   
Anton Maria Keim: Von Süssel Hechtsheim bis David Kapp - Die Hechtsheimer Juden. 1994.  
Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte (Hrsg). Erinnern an die  Hechtsheimer Opfer des Holocaust aus Anlass der Stolperstein-Verlegung für David Kapp, Berthold und Margarethe Selig, Siegfried Josef und Antonie Selig, Clara Weiß, Emma Weiß, Julius und Elisabeth Weiß am 24. Juni 2013. Bearbeitet von Renate Knigge-Tesche M.A.  Dokumentation ist eingestellt als pdf-Datei.       

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hechtsheim  Hesse.  A synagogue was built there in 1841. The community, numbering 97 (about 3 % of the total) in 1900, dwindled to 30 Jews in 1933 and to one only in December 1938. 
         
          

                   
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Stand: 31. März 2015