Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Birkenau (Kreis Bergstraße)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Birkenau bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1679 wird von der Taufe eines Juden in Birkenau berichtet. Im Oktober 1717 kaufte die Judenschaft ein Grundstück zur Anlage eines Friedhofes. Aus dem 18. Jahrhundert liegen mehrere Nennungen von Juden am Ort vor. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt als Viehhändler oder als Metzger. Die jüdischen Familien werden als "arme Leute" geschildert. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen sie zu bescheidenem Wohlstand. Als Familiennamen begegnen am Ort insbesondere: Oppenheimer, Darmstädter, Mannheimer, Löb. 
  
Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu: 1828 wurden 66 jüdische Gemeindeglieder gezählt, 1840 84, 1861 104 und die Höchstzahl 1872 mit 120 Personen (8.5 % der Gesamteinwohnerschaft). Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück (1880 85, 1900 48, 1910: 47 jüdische Einwohner). Um 1900 waren die jüdischen Familienväter überwiegend kleine Handwerker, Kaufleute und Viehhändler.    

Am Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Religionsschule, ein rituelles Bad und den bereits erwähnten Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die jüdische Gemeinde gehörte seit 1897 zum orthodoxen Bezirksrabbinat Darmstadt II. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde August Bär (geb. 1.12.1876 in Witten, vor 1914 in Birkenau wohnhaft, gest. an der Kriegsfeletzung am 16.2.1923) und Julius Heumann (geb. 11.3.1883 in Birkenau, gef. 22.1.1916).  Außerdem sind gefallen: Adolf Liebmann (geb. 15.11.1882 in Birkenau, vor 1914 in Darmstadt wohnhaft, gef. 20.10.1914) und Rudolf Liebmann (geb. 15.11.1882 in Birkenau, vor 1914 in Darmstadt wohnhaft, gef. 18.5.1918).    
  
Um 1925
, als noch 43 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (1,8 % von insgesamt etwa 2.400 Einwohnern), gehörten zum Vorstand der Gemeinde die Herren Ferdinand Lob I, Ferdinand Löb II, Salomon Löb und Adolf Liebmann. Der jüdische Religionsunterricht der um 1925 zehn schulpflichtigen jüdischen Kinder wurde durch Lehrer M. Tuch aus Rimbach erteilt (1932 waren es noch sechs Kinder). Die Schüler der höheren Schulen erhielten den Religionsunterricht durch Lehrer M. Maier in Weinheim. An jüdischen Vereinen bestand der Jüdische Männerverein (1924 unter Leitung von Emanuel Löb, 5 Mitglieder) und der Israelitische Frauenverein (1924 unter Leitung von Emma Löb, 10 Mitglieder). Bis 1932 war die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder auf 37 zurückgegangen. Vorsteher waren nun Ferdinand Löb (1. Vors.), Emanuel Löb (2. Vors.) und Adolf Liebmann (3. Vors.).   
   
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 35 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Der Gemeindevorsteher Ferdinand Löb organisierte mit Unterstützung des Mannheimer Bezirksrabbiners Grünewald Umschulungskurse zur Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. Dadurch konnten 17 junge Frauen und Männer Handwerksberufe erlernen. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938, bei dem die Synagoge geschändet wurde (s.u.), sind auch mehrere jüdische Wohnungen geplündert und verwüstet sowie deren Bewohner misshandelt worden. Die jüdischen Männer wurden für mehrere Wochen in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. 1939 wurden noch 24 jüdische Einwohner gezählt; am 31. Dezember 1940 17, am 5. Februar 1942 kurz zu Beginn der Deportationen 14. Die letzten waren in ein (inzwischen abgebrochenes) "Judenhaus" in der Untergasse 14 eingewiesen worden, von wo aus sie im März beziehungsweise im September 1942 zur Deportation abgeholt wurden.   
     
Von den in Birkenau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; Anmerkung: "Birkenau" ist bei Yad Vashem schwer zu recherchieren, da bei Ortssuche auch Auschwitz-Birkenau erfasst wird; Angaben von Yad Vashem ergänzt durch Liste bei W. Gebhard s. Lit. S. 122ff): Julie Alke (1889), Fanny Bär geb. Löb (1872), Heinz Bär (1922), Kurt Bär (1921), Tirza Bär geb. Mayer (1881), Erna Dobrzynski geb. Löb (1911), Isa Hecht (1906), Raphael Rudolf Hirsch (1877), Salomon Hirsch (1875), Frieda Fanny Lammfromm geb. Liebmann (1883), Max Liebmann (1894), Aron Löb (1868), Benjamin Löb (1868), Bernhard Löb (1878), Berta Löb geb. Löb (1873), Emanuel Löb (1873), Erna Löb (1911), Ferdinand Löb (1876), Lina Löb (1876), Melitta Martha Löb (1913), Sara Löb geb. Neumark (1877), Jakob Mannheimer (1870), Maier Max Mannheimer (1864), Julius Mayer (1917), Louis Oppenheimer (1864), Rosa Straus geb. Hirsch (1872), Hans Strauss (1920).      
     
     

     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Rös Löb (1885)  

Birkenau Israelit 22061885.jpg (97239 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1885:: "Von der Bergstraße. Am 22. Siwan (= 5. Juni 1885) wurde in Birkenau bei Weinheim a.d. Bergstr. eine Frau zu Grabe getragen, die es verdient, dass ihr nun abgeschlossenes Leben und Wirken auch vor einem weiteren Kreise entrollt werde.  
Rös Löb hieß die eschet chajal (tüchtige Frau)! Wer hätte, selbst in weiterem Umkreise, sie nicht gekannt, die Wackere, die trotz ihrer 82 Jahre in jugendlicher Rüstigkeit und Beweglichkeit in ihrem Hause schaltete und waltete, von früh bis spät tätig für das Wohl ihrer Kinder und Enkel (ihr Gatte sing ihr schon vor vielen Jahren im Tode voraus), in deren Kreise sie lebte. Nicht gerade in den glänzendsten Verhältnissen lebende, hatte sie sich doch niemals von der Sorge des Lebens ihren frohen, heiteren Sinn rauben lassen; ihr unbegrenztes Gottvertrauen, ihre innige, überzeugungstreue Religiosität hielten sie hoch, auch wenn der Himmel der Irdischkeit in schwarze Wolken sich hüllte und auch sie vor manchem Leid nicht verschonte. Ihr Haus war stets jedem Fremden, ob arm oder reich, in der liebevollsten Weise geöffnet, und wer wäre auch nicht gern bei ihr eingekehrt, die sie Jeden mit gleicher Freundlichkeit bei sich willkommen hieß? Für Jeden war sie, die Herzensgute, mit Rat und Tat zur Hand, und darum war sie auch geliebt und verehrt von Allen, die sie kannten. Mit ihr ist eine Fülle der köstlichsten Herzensgaben zu Grabe gegangen, eine Perle der jüdischen Frauen aus dem Leben geschieden. Möge sie dort, in jenen lichten Höhen, den Lohn finden für all das Gute, das sie in ihrem langen Leben hier auf Erden gewirkt! Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

   
Zum Tod eines nicht namentlich genannten jüdischen Einwohners (1886)  

Birkenau Israelit 09121886.jpg (106414 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Dezember 1886: "Birkenau, 2. Dezember (1886). Heute wurde ein hiesiger israelitischer Einwohner zu seiner letzten Ruhestätte gebracht, welcher ganz unerwartet ein tragisches Ende nahm. Derselbe hatte sich vorgestern mit seiner einzigen Tochter, welche im Begriffe steht, sich zu verheiraten, nach Darmstadt begeben, um dort die nötigen Vorbereitungen zur Hochzeit zu treffen. Die Tochter begab sich mit ihrem Bräutigam nach Frankfurt, um das dort gemietete Logis einzusehen; der Vater wanderte wieder allein seiner Heimat zu. Sowohl auf der Eisenbahn von Darmstadt nach Weinheim, als auch in dem Omnibus von letzterem Orte bis hierher, zeigte er das ihm eigentümliche joviale Wesen. Kaum aber hatte er den Wagen verlassen, um sich nach seiner Wohnung zu begeben, so sank er um. Mehrere Männer eilten herbei und trugen ihn nach Hause. Alle Bemühungen des Arztes, ihn wieder zu sich zu bringen, blieben ohne Erfolg. Ein Schlaganfall hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Dass hier und in der Umgegend die Toleranz zu Hause ist, zeigte sich heute bei seinem Leichenbegängnisse, denn eine große Schar Leidtagender aus allen Ständen und Konfessionen erwiesen dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre."

  
Zur Goldenen Hochzeit von Zacharias Darmstädter und Henriette geb. Weinheimer (1908)  

In der Ausgabe der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1908 erschienen Glückwünsche zur Goldenen Hochzeit von Zacharias Darmstädter und Henriette geb. Weinheimer: "Birkenau bei Weinheim, 20. Juli (1908). Am 15. dieses Monats beging Herr Zacharias Darmstädter und seine Ehefrau Henriette geb. Weinheimer das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilare stehen im Alter von 83 Jahren. Möge denselben noch ein schöner Lebensabend beschieden sein".   
 
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Juli 1908: "Birkenau in Baden. Herr Zacharias Darmstädter und Frau Henriette geb. Weinheimer feierten die goldene Hochzeit."        

       
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Zacharias Darmstädter (1909)  

Birkenau Israelit 08071909.jpg (97857 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1909: "Birkenau (fälschlich in den Taunus verlegt), 6. Juli (1909). Zu den Tagen der Trauer, die diese Monate bringen, ist für unsere Gemeinde ein neuer Tag der Wehmut hinzugekommen. Am 10. Tammus verschied unser ältestes Gemeindemitglied, Herr Zacharias Darmstädter, im Alter von 83 Jahren. Mit ihm scheidet ein wahrhaft edler und frommer Jehudi aus dem leben, der seine Arbeit so lange er konnte in den Dienst der Gemeinde stellte. Lange Jahre lenkte er die Geschicke der Gemeinde als 1. Vorsteher. Von der Tatkraft, mit der er sein Amt bekleidete, zeugt unsere Synagoge, die unser seiner Amtsführung erbaut wurde. Auch der hiesige israelitische Männerkrankenverein, dem der Verstorbene seit seiner Gründung über 60 Jahre angehört hatte, verliefert in ihm ein treues Mitglied. Voriges Jahr hatte der Verstorbene noch das Glück, mit der jetzt trauernden Gattin das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern, und keiner von denen, die damals dem noch Rüstigen ihre Glückwünsche darbrachten, hätte gedacht, dass er ein Jahr später ihn zu Grabe geleiten werde. Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen."

   
Zum Tod von Moses Löb, langjähriger ehrenamtlicher Vorbeter (1909)  

Birkenau FrfIsrFambl 06081909.jpg (34248 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. August 1909: "Birkenau (Odenwald). Hier starb der in Nah und Fern bekannte und allgemein beliebte und angesehene Herr Moses Löb. Über 30 Jahre lang hat der Verstorbene in unserer Gemeinde da Amt eines Vorbeters am Sabbat und Festtagen unentgeltlich ausgeübt."
   
Birkenau Israelit 05081909.jpg (95610 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. August 1909: "Birkenau (Odenwald), 29. Juli. Am Erew Schabbat Chason (Freitag vor Schabbat Chason, d.i. der Schabbat mit dem Toraabschnitt Chason = 5. Mose 1,1-3,22, dies war am Freitag, 23. Juli 1909)  trugen wir hier einen Mann zu Grabe, der weit über den Kreis seiner Heimatgemeinde bekannt war. Herr Moses Löb war in Heidelberg, wo er sich zwecks einer Operation aufhielt, an einem tückischen inneren Leiden gestorben. Die vielen Verwandten, Freunde und Bekannten, die seine Bahre umstanden und während der Trauertage das Trauerhaus besuchten, legten beredtes Zeugnis von dem Ansehen ab, das der Heimgegangene sich zu erwerben verstanden hatte. mehr als 30 Jahre hat er allsabbatlich, jeden Feiertag und an den ernsten Tagen (d.i. zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur) das Amt eines Baal Tefila (Vorbeters) unentgeltlich ausgeübt; ein Baal Tefila (Vorbeter), der sich seiner klangvollen, geschulten Stimme nie rühmen wollte, dem es aber darauf ankam, durch die uralten, ehrwürdigen Melodien erbauend auf seine andächtigen Zuhörer einzuwirken und den Gottesdienst auch ohne die neuzeitlichen Hilfsmittel zu verschönen. Mit ihm ist ein Mann dahingeschieden, der überall und immer die Interessen unterer Gemeinde wahrte, seinem ihm im Tode vorausgegangenen Bruder gleich, der jahrelang 1. Gemeindevorsteher war. Darum war die Trauer allgemein, der Schmerz so groß, als wir ihn jetzt in unserer Trauerzeit verlieren mussten. Dem verstand auch Herr Lehrer Meyer aus Rimbach im Odenwald in seiner Grabrede wirkungsvollen Ausdruck zu verleihen. Seine Seele sie eingebunden in den Bund des Lebens."

    
Zum Tod von Settchen Löb geb. Darmstädter (1925)  

Birkenau Israelit 14051925.jpg (85033 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Mai 1925: "Birkenau bei Weinheim, 3. Mai (1925). Vergangene Woche kam hier Frau Settchen Löb geb. Darmstädter, zur Beerdigung, nachdem sie das letzte Jahr ihres Lebens bei ihren Angehörigen in Dieburg - ihrer Heimat - geweilt hatte. Zu früh für ihre Kinder und Verwandten war das Ende ihrer Tage, für sie selbst eine Erlösung von schweren Leiden. Nun kehrte sie an den Ort zurück, der ihr zur zweiten Heimat geworden war. In glücklicher Ehe, und auch, nachdem ihr der Gatte viel zu früh entrissen worden war, lebte sie ein stilles Witwenleben, das nur der Erziehung ihrer Töchter galt, ein leben, getragen von Gottesfurcht und umsonnt von Menschenliebe. Am Grabe gedachte Herr Lehrer Friedmann - Heppenheim - der Verstorbenen und ließ das freud- und leidvolle Dasein der Toten noch einmal vor den trauernden Kindern, Angehörigen und Freunden vorüberziehen. 'Das Andenken der auch für unsere kleine Gemeinde allzu früh Dahingeschiedenen wird unter uns lebendig bleiben. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
Spenden des nach New York ausgewanderten Simon Oppenheimer für seine Heimatgemeinde (1927)  

Birkenau Israelit 02061927.jpg (34890 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juni 1927: "Birkenau (Hessen), 30. Mai (1927). Der verstorbene Simon Oppenheimer aus New York, geborener Birkenauer, hat testamentarisch folgendes Legat hinterlassen: 'Die Zinsen aus 1.000 Dollar sind alljährlich für den israelitischen Friedhof zu verwenden.' Voriges Jahr spendete der Heimgegangene RM 400.- für Synagogenreparatur."

   
Zum Tod von Emma Löb geb. Abraham (1929)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1929: "Birkenau, 3. März (1929). An der Grenze des harten Winters, den sie trotz ihrer 82 Jahre zu überstehen glaubte, nahm Frau Emma Löb geb. Abraham, Abschied für immer von der kleinen Kehillo (Gemeinde), die selbst immer mehr zusammenschmilzt und kaum mehr frühlinghaftes Aufblühen zu erwarten hat. Emma Lob war eine der letzten alten Frauen in Birkenau, die die alte Tradition verkörperten. Mit ihr ging wieder ein Stück Vergangenheit zu Grabe. Von nah und fern kamen trauernde Freunde zur Beisetzung, bei der Herr Rabbiner Dr. Merzbach - Darmstadt das Leben der Greisin in beredten Worten schilderte, ehe war die Tote vom kleinen Häuschen in der Judengasse hinauf zum Friedhof trugen. Dort sprach im Namen der Freunde Herr Prof. Karl Darmstädter (Mannheim) als ehemaliger Birkenauer herzliche Worte des Gedenkens. Kinder und Enkel haben in Emma Löb die liebe Mutter und Großmutter, die Freunde die ehrwürdige Hüterin trauter Freundschaft verloren. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

    
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Verlobungsanzeige von Kora M. Libmann und Meier Kaufmann (1933)  
 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Februar 1933: "Gott sei gepriesen.  
Kora M. Libmann - Meier Kaufmann   Verlobte.   
Birkenau im Odenwald / Hanau am Main - Sprendlingen (Kr. Offenbach)  
im Monat Schewat 5693 - Februar 1933. 

   
   
Weitere Dokumente 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries; Anmerkungen gleichfalls von P. K. Müller)  

Brief aus Weinheim an 
Lazarus Oppenheimer in Birkenau (1847) 
  
Birkenau Dok 140203.jpg (135648 Byte)   Birkenau Dok 140203a.jpg (200641 Byte)

Es handelt sich um einen am 16. Dezember 1847 versandten Brief des Großherzoglich Badischen Bezirksamtes an Lazarus Oppenheimer in Birkenau. Der Inhalt ist ein vorgedrucktes Formular "Liquiderkenntnis und und unbedingter Zahlungsbefehl". 
Lazarus Oppenheimer (geb. 1765) und seine Frau Bräule schenkten 14 Kindern das Leben. Lazarus Oppenheimer war - nach dem Tod des Vorstehers Amschel Darmstädter - zeitweise im Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Birkenau. Im hohen Alter von 97 Jahren starb er am 12. August 1862. Es wurde im jüdischen Friedhof in Birkenau beigesetzt. 
Quellen: http://www.juden-in-weinheim.de/de/dokumente/d/die-oppenheimer-kamen-aus-birkenau.html  
https://www.deutsche-digitale-bibliothek..de/item/OSEAGTXFEKSFWE7TOHC3TOY77M5W3RCZ?hitNumber=20  
                         

    
    
  
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge           
   
Bis 1770 fand der Gottesdienst in einem jüdischen Privathaus statt. Nach einem Dokument aus diesem Jahr forderte Feist Mendel Miete "von der in seinem Haus gehaltenen Judenschule". Offenbar hatte es Streit zwischen Feist Mendel und anderen jüdischen Familien gegeben. Daraufhin wurden Mendel von der Ortsherrschaft acht Gulden Jahresmiete zugestanden, für die die Judenschaft des Ortes aufkommen musste. Zugleich wurde die Judenschaft angewiesen, "zur Verhütung künftiger Unruhen" eine Synagoge zu erbauen. Wann eine solche erstellt wurde, ist nicht bekannt. Anfang des 19. Jahrhundert wird berichtet, dass die jüdische Gemeinde ein einstöckiges Haus mit einer Judenschule und einem Badhäuschen hatte. Auch in den 1820er-Jahren wird diese "Judenschule" mehrfach erwähnt. In dem unmittelbar mit der "Judenschule" verbundenen Wohnhaus (siehe Plan unten) war die Lehrerwohnung. Der Lehrer war verpflichtet, im Gebäude der Judenschule auch durchreisende arme Wanderjuden über Nacht zu beherbergen. 1833 musste das Synagogengebäude an Hirsch Hirsch verkauft werden, da die jüdische Gemeinde die Zinsen für die vorhandenen Schulden nicht mehr aufbringen konnte. Mit dem Verkaufserlös sollten die Schulden getilgt werden. Der Betsaal konnte weiter genutzt werden; der Lehrer musste seitdem jedoch bei Privatpersonen untergebracht werden, da in seine Wohnung Hirsch Hirsch einzog. Am 10. April 1853 brach ein Brand im Gebäude der Judenschule aus. Es konnte danach nicht mehr repariert werden, sodass ein Neubau nötig war. Im Juli 1853 stellt das Kreisbauamt fest, dass in der Brandruine auch die Schwellen und Pfosten verfault sowie das Holzwerk "von dem Wurm zerfressen" war. Zu Gebet und Gottesdienst kamen die jüdischen Familien bis auf weiteres im Zimmer eines anderen Gebäudes zusammen, wofür man 18 Gulden Jahresmiete vereinbart hatte.     
    
Für den Synagogenneubau mussten jedoch erstmals die nötigen finanziellen Mittel besorgt werden. Man hatte zwar ein Kapital von 400 Gulden angespart, doch waren für einen Neubau mindestens 1.300 bis 1.400 Gulden nötig. Im Herbst 1853 wurde bei den jüdischen Gemeinden der weiteren Umgebung eine von den Behörden genehmigte Kollekte zum Synagogenbau durchgeführt. Es kamen unter anderem aus Offenbach 43 Gulden 49 Kreuzer, aus Darmstadt 29 Gulden 3 Kreuzer, aus Heppenheim 23 Gulden 35 Kreuzer und geringere Beträge aus den kleineren Gemeinden zusammen. Doch das Ergebnis der Sammlung erbrachte auch noch nicht das nötige Grundkapital. Im Sommer 1855 lag ein erster Plan für eine neue Synagoge vor: man wollte das zum Kauf angebotenes zweistöckiges Wohnhaus des Ehepaares Stefan kaufen und zur Synagoge umbauen, doch hat sich dieser Plan aus unbekannten Gründen dann doch nicht verwirklichen lassen.   
    
1857 konnte man ein Grundstück neben dem bisherigen Synagogengrundstück erwerben, um hierauf die neue Synagoge zu erstellen. Inzwischen konnte man ein Kapital von 1.100 Gulden nachweisen, den Rest wollte man bei der Sparkasse Heppenheim aufnehmen. Beim Neubau sollte es sich um einen Massivbau aus Steinen und nicht um einen Fachwerkbau handeln, Plätze für 40 Männer und und auf der Empore für 20 Frauen sollten geschaffen werden. Über die Architektur der neuen Synagoge liegt auf Grund der 1857 erstellten Baupläne folgende Beschreibung vor: "Die Synagoge war in einem Rundbogenstil entstanden, der deutliche Tendenzen zur Romanik aufwies. Das Gebäude war als längsrechteckiger Saal konzipiert, der keinerlei Nebenräume enthielt. Eine Dreiergruppe von Fenstern in der Langseite, ein Eingangsbaldachin und ein Rundfenster an der Ostseite über dem Heiligen Schrein sowie ein Fries an der Giebelseite und an der Traufe bildeten den Schmuck. Eine Westempore war über eine Außentreppe erreichbar" (Schwarz Architektur s. Lit. S. 247).     
    
Im März 1858 wurden die Handwerkerarbeiten versteigert, sodass in den Wochen danach mit dem Bau begonnen werden konnte. Bis zum Herbst 1859 war die neue Synagoge fertig. Ihre feierliche Einweihung war am 18. Oktober 1859.        
    
Über die Einweihung liegt ein Bericht aus dem "Frankfurter Journal" vor: "Birkenau, 18. Oktober (1859). Das auch sonst so besuchte Birkenauer Tal war gestern auffallend belebt. Eine große Menschenmasse wollte nach dem kleinen schön gelegenen Birkenau. Die israelitische Gemeinde daselbst, welche bereits vor 8 Jahren durch eine Feuersbrunst ihr Gotteshaus verlor, feierte nämlich die Einweihung der neuen Synagoge. Lobend ist dabei der Eifer und die Opferwilligkeit der Vorsteher zu erwähnen. Das Gebäude, zwar nicht groß, ist sehr geschmackvoll gebaut und entspricht das Innere dem gefälligen Äußeren. Die Feierlichkeit wurde durch die Gegenwart des Großherzoglichen Kreisrats (sc. Dr. Westernacher) aus Lindenfels gehoben. Der Festzug, dem sich Juden sowohl als Christen anschlossen, bewegte sich durch die Straßen des Orts bis vor die Synagoge. Dort wurde der Schlüssel des Tempels dem Herrn Kreisrat überreicht, wobei dieser Gelegenheit nahm, in einer kräftigen Rede seine humanen Gesinnungen an den Tag zu legen. Nach einer entsprechenden Erwiderung des Herrn Dr. Löb aus Pfungstadt, der die Funktionen eines Rabbiners versah, begann die religiöse Feier, geleitet von Herrn Dr. Löb und Herrn Kantor Rosenhain aus Leutershausen. Musik und Tanz durchschallte den ganzen Tag das liebliche Teil". 
(Bericht zitiert nach Gebhard S. 56; ebd. S. 75ff ist auch die Rede des Kreisrates Dr. Westernacher abgedruckt).    
    
Über die Rede zur Einweihung der Synagoge in Birkenau von Kreisrat Dr. Westernacher und die Reaktion eines Pfarrers (1860)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1860: "Büdingen (Großherzogtum Hessen), im Februar. Diesmal habe ich viel Erfreuliches aus unserm Großherzogtum Hessen zu berichten. 
Großherzoglicher Kreisrat Herr Dr. Westernacher (nicht: Westermacher) zu Lindenfels (Anm.: Sohn des unlängst dahier verstorbenen Hofrats Dr. W. und Bruder des dahier angestellten Großherzoglichen Kreisarztes Dr. W., alle von der humansten Gesinnung). wurde von einem evangelischen Geistlichen, Herrn Reich, in dessen jüngster Reformationspredigt mit folgenden Worten angegriffen: 
'In dem Intelligenzblatt für den Kreis Lindenfels Nr. 43 ist eine Rede abgedruckt, die Großherzoglicher Kreisrat Westernacher bei Einweihung der neuerbauten Synagoge zu Birkenau gehalten hat, und in der er u.a. sagt: 'Zu dem Himmelreich, da führen gar verschiedene Wege, welchen Weg der Mensch gehen will, das ist seine Sache! - Der ewige Gott wird einst nicht fragen: Mensch, in welchen Formen hast du auf Erden zu mir gebetet?' indem er hinzufügt: 'Israeliten von Birkenau! vergesset nie, dass wir alle Einem Gotte dienen' - und zu dem Rabbiner sich wendend, schließt: 'Reichen Sie mir, dem Christen, namens der Gemeinde die Bruderhand, empfangen Sie diesen Schlüssel und öffnen Sie mit Gott die Pforten seines Tempels-' 
 'Da diese Rede (fährt jener Geistliche fort) in jenem Blatte in allen Gemeinden des Kreises verbreitet worden und Aufsehen und Anstoß erregt hat, so war es schrift- und pflichtgemäß, wider die darin enthaltenen, den Herrn Jesum Christum vor einer Judengemeinde erniedrigenden, großen Irrtümer ein christliches und seelsorgerliches Zeugnis abzulegen, das hiermit ebenso öffentlich verbreitet wird, wie auch jene Rede. - Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehen nun und nimmermehr!'
Darauf die Berliner Kirchenzeitung Nr. 1 hechelt diesen unbefugten Attaquanten in solch derber Weise, zeigt ihn der absichtlichen 'Fälschung', gibt ihn der öffentlichen Bespöttelung und Verachtung preis, verurteilt diesen fanatischen geistlichen Herrn mit seiner 'Ketzersentenz' dermaßen, in dem sie über diesen Gegenstand mit den Worten schließt: 'dass Herrn Reich und Genossen, welche in allen, denen nicht Gottes Wort und Luthers Lehr ausschließlich Norm ist, Ungläubige und Unselige erblicken, die Toleranz überhaupt ein Gräuel ist, das versteht sich von selbst, wird aber keinen vernünftigen Menschen bewegen, dieses Axiom der modernen Gesittung fahren zu lassen.' Welcher Unterschied zwischen der Berliner und der Wiener Kirchenzeitung, und welcher Unterschied zwischen diesem humanen, ehrwürdigen Kreisrat Westernacher und jenem kreuzritterlichen Landrat von Ende!"            
 
Birkenau Jeschurun AF 121859.jpg (59643 Byte)In der überregionalen jüdischen Zeitschrift Jeschurun wurde in der Dezember-Ausgabe berichtet: "Aus dem hessischen Odenwald, 20. Oktober. Bei der feierlichen Einweihung der neuen Synagoge im Marktflecken Birkenau, brachte die tolerante Rede des Kreisrats eine sehr günstige Wirkung hervor. Überhaupt muss man dem Herrn Dr. Westernacher nachsagen, dass er die Angesessenen seines Kreises nicht nach dem Glaubensartikel, sondern nach ihrem menschlichen und bürgerlichen Wert beurteilt. Kräftig begegnet er den mancherlei gerade bei uns gemachten Versuchen, zwischen den verschiedenen Konfessionen Unfrieden zu säen. Möchte ihm und den anderen gleichhandelnden Beamten in ihrem Friedenswerke die höhere Unterstützung nie mangeln."  . 

Fast acht Jahrzehnte war die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in Birkenau. Bedroht war das Gebäude, als 1891/92 die Bahnstrecke Weinheim - Fürth/Waldmichelbach über das Synagogengrundstück geplant war. Doch war schließlich die Abgabe einiger Quadratmeter Gelände des Grundstückes für die Bahntrasse ausreichend. Dennoch fuhren fortan die Züge unmittelbar an der Synagoge vorbei Mehrfach mussten Reparaturen vorgenommen werden. 1920 erhielt die Synagoge elektrisches Licht. Als letztes großes Ereignis konnte im Herbst 1934 das 75-jährige Synagogenjubiläum gefeiert werden.  
      
75-jähriges Synagogenjubiläum (1934)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1934: "Birkenau (Odenwald), 27. September (1934). Unsere kleine Gemeinde begeht am 14. Oktober ihr 75-jähriges Synagogen-Jubiläum, verbunden mit einer Feier in der Synagoge. Allen ehemaligen Birkenauern ist Gelegenheit geboten, daran teilzunehmen."   
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1934: "Birkenau, 1. November (1934). Am 14. Oktober feierte die kleine Gemeinde ihr 75-jähriges Synagogen-Jubiläum. Nach dem Mincha-Gebet eröffnete Herr Oberkantor Epstein, Mannheim mit einem 'Boruch habbo' die gut besuchte Feier. Es erfolgte die Begrüßung durch den Vorstand und nach weiteren Gesangsvorträgen hielt Herr Rabbiner Dr. Lauer, Mannheim in Vertretung des verhinderten Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt seine Weihepredigt, während Herr Prof. K. Darmstädter, Mannheim in längeren Ausführungen den Werdegang der Gemeinde darlegte. Mit Dankesworten durch den Vorstand und dem gemeinsam gesungenen 'Jigdal' endete die schlichte Feier, die für alle Teilnehmer eine erhebende Weihestunde war."       

Nachdem im Sommer 1938 nicht mehr die Mindestzahl von zehn jüdischen Männern zum Gottesdienst erreicht wurde, begann die jüdische Gemeinde Verhandlungen zum Verkauf der Synagoge an die Ortsgemeinde. Von Karl Darmstädter liegt ein Bericht über den letzten Gottesdienst am 6. November 1938 vor:   
    
"In der hellen Synagoge der zusammengeschrumpften Odenwaldgemeinde hatten sie sich versammelt: die noch dort in Einsamkeit lebten, die von dort stammten und nun von nah und fern noch einmal zusammengekommen waren - zur Abschiedsstunde von dem Gotteshaus... Es war eine schlichte Abschiedsstunde. Die, die als Kinder hier heimisch waren, sahen noch einmal die alten Torarollen, um deren künftige Unterbringung man sich sorgte; die alten Wimpel mit ihren eigenen Namen; die Pulte, an denen die Großväter und Väter gebetet hatten... Alte Schulkollegen trafen sich und nahmen traurigen Abschied. Die Synagoge wurde geschlossen". 
      
Am 9. November 1938 wurde das Gebäude an die politische Gemeinde verkauft, die ihr Feuerwehrgerätehaus darin einrichten wollte. Dennoch wurde die Synagoge beim Novemberpogrom 1938 in der folgenden Nacht zum 10. November weitgehend zerstört. SA-Männer (Standarte 145) - vermutlich aus Weinheim -  drangen am frühen Morgen des 10. November in die Synagoge ein, zertrümmerten die Bänke und zündeten sie mit mitgebrachtem Benzin an. Sie brachen den Toraschrein aus und warfen die Torarollen ins Feuer. Die beiden Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden (Ferdinand und Emanuel Löb) wurden noch am selben Tag gezwungen, einen veränderten "Kaufvertrag" über das Gebäude und das Grundstück zu unterschrieben, in dem es hieß: "Ein Kaufpreis wird nicht bezahlt".  Im Frühjahr 1940 wurde die ehemalige Synagoge auf Grund eines Beschlusses des Gemeinderates vom 3. März 1940 abgebrochen. Ein Feuerwehrhaus wurde auf Grund des Einspruches der Reichsbahn nicht verwirklicht. Das Abbruchmaterial der Synagoge wurde von der Gemeinde weiterverwendet.  
     
Am Standort der Synagoge befindet sich heute ein - sehr sparsam ausgeführter - "Mini"- Gedenkstein mit der Inschrift: "Hier stand die 1859 erbaute und 1938 zerstörte Synagoge". Seit November 1993 befindet sich am Haus Obergasse 6 eine Erinnerungstafel mit den Namen von 13 ermordeten jüdischen Personen aus Birkenau.  
  
  
Adresse/Standort der SynagogeObergasse unweit des Rathauses       
    
    
Pläne / Fotos   

Die "Judenschule" vom Ende des 
19. Jahrhunderts bis 1853
(Quelle: Gebhard S. 50)
Birkenau Synagoge 001.jpg (78780 Byte)
    Der mit "Synagoge" bezeichnete Bau war ein einstöckiger Anbau an das Wohnhaus des 
Hirsch Hirsch (bis 1833 Wohnung des jüdischen Lehrers). Im Bereich der "Synagoge" war 
der Betsaal der Männer; rechts davon war der Bereich der Frauen. Es waren zwei getrennte
 Eingänge vorhanden. 
   
   
Die Baupläne von 1857

Die Entwürfe für die Synagoge in Birkenau 
vom Dezember 1857 (Quelle: W. Gebhard 
s.Lit. S. 53-54; auch veröffentlicht in Schwarz,
 Architektur s. Lit. S. 247)

Birkenau Synagoge 002.jpg (62528 Byte) Birkenau Synagoge 003.jpg (34160 Byte)
Giebelansicht von Westen 
(Eingangsbereich) 
Längenansicht 
von Süden 
   
  Birkenau Synagoge 008.jpg (50821 Byte) Birkenau Synagoge 007.jpg (39676 Byte)
  Grundrissplan Erdgeschoss  Grundrissplan Empore 
     
         
     
 Historische Fotos    
Birkenau Synagoge 010.jpg (77874 Byte) Birkenau Synagoge 004.jpg (97960 Byte) Birkenau Synagoge 005.jpg (96790 Byte)
Blick von Westen (Eingangsbereich)
(Quelle: links Arnsberg Bilder s.Lit. S. 26; recht Gebhard s. Lit. S. 55)  
Blick von Südosten auf die Synagoge
(Quelle: Gebhard s.Lit. S. 59)
   
   Birkenau Synagoge 006.jpg (87418 Byte)   
  Blick auf Vorlesepult und Toraschrein    
     
     

Gedenken an die ermordeten jüdischen Birkenauer und die Synagoge
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.8.2008)  

 
Haus Obergasse 6 mit den Namen der
 umgekommenen jüdischen Birkenauer
Birkenau Synagoge 170.jpg (91135 Byte) Birkenau Synagoge 171.jpg (112551 Byte)
   Die Tafel befindet sich in Augenhöhe
 zwischen den Fenstern im Erdgeschoss
   Gedenktafel 
mit Namen
     
 Ergänzende Fotos von 2010
(Fotos: Michael Ohmsen)
Birkenau Synagoge 371.jpg (65880 Byte) Birkenau Synagoge 370.jpg (155019 Byte)
    Hinweis: hochauflösende Fotos von Michael Ohmsen finden sich über die Links
 www.panoramio.com/photo/36511462 und www.panoramio.com/photo/36511476 
     
        
Erinnerung an die zerstörte Synagoge
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.8.2008)
     
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Über das frühere Synagogengrundstück 
führt heute dieser Fahr- und Gehweg 
In der Mitte links am Rand der 
kleine Gedenkstein für die Synagoge 
Gedenkstein zur Erinnerung an 
die ehemalige Synagoge 

  
   
Links und Literatur  

Links: 

Website der Gemeinde Birkenau 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Birkenau  (interner Link) 
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Birkenau 

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 79-81.
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 26.
Birkenau Buch 001.jpg (44473 Byte)Wolfgang Gebhard: Geschichte der Birkenauer Juden. Birkenauer Schrift Heft 4. Gemeinde Birkenau 1993 (gründliche und detailreiche Darstellung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Birkenau; hier auch weitere Literatur und Quellenangaben).
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 16-17. 
Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Architektur der Synagoge. Stuttgart 1988. S. 247.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 107-108.

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Birkenau Hesse. Numbering 66 in 1828, the community grew to 120 (about 8,5 % of the total) in 1872 and then declined. The last service was held on 6 November 1938, one day before the local fire brigade assumed ownership of the synagogue, thus preventing its destruction on Kristallnacht (9-10 November 1938). Most of the 35 Jews living there in 1933 had emigrated by Worldwar II. 
   
     

                   
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Stand: 03. September 2014