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Worms
(Stadtkreis Worms,
Rheinland-Pfalz)
Judengasse mit Synagoge, Raschi-Haus, Mikwe
Fotoseite
| Aktuelle
Pressemitteilung vom 18. August 2010 siehe unten
(anklicken) |
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17.
Mai 2010:
Pressemitteilung der Polizeidirektion Worms:
Worms, Brandanschlag auf Synagoge
Am 17.05.2010, wurde ein Brandanschlag auf die Wormser Synagoge in der Judengasse verübt. Der erste Anruf ging um 01.40 Uhr bei der Polizei ein. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, so dass das Gebäude nicht beschädigt wurde, durch die Flammen sind die Wände rußgeschwärzt.
Nach den ersten Ermittlungen wurde die Synagoge an mehreren Stellen mit einer brennbaren Flüssigkeit angezündet.
Eine umfangreiche Fahndung, bei der alle benachbarten Polizeidienststellen beteiligt waren, verlief bis jetzt ohne Erfolg.
Nachtrag 17.05.2010, 16.30 Uhr
Die jüdische Synagoge blieb auch am Tage äußerlich rußgeschwärzt. Da kein wesentlicher Gebäudeteil gebrannt hat, ist von einer versuchten schweren Brandstiftung auszugehen. Im Rahmen der Tatortsicherung wurden insgesamt acht Brandherde festgestellt, die mittels Brandbeschleuniger gleichzeitig ausgelöst wurden. Zudem wurde ein Molotowcocktail an ein Fenster geworfen. In Tatortnähe wurden mehrere Exemplare von Bekennerschreiben mit folgendem Inhalt gefunden:
'Sobald ihr nicht den Palästinenser Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe' (Wortlaut und Schreibweise übernommen). Ob und inwieweit tatsächliche palästinensische Interessen betroffen sind, lässt sich derzeit nicht sagen. Auch die Authentizität lässt sich derzeit nicht feststellen.
Die Polizei hat eine Sonderkommission mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet und bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise an das eigens eingerichtete Hinweistelefon unter 08006565651.
Die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Rheinland-Pfalz werden bis auf Weiteres verstärkt |
Sachdienliche Hinweise erbittet die
Polizeidirektion Worms
Hagenstraße 5
67547 Worms
Telefon: 06241/852-120 |
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Pressemitteilung der
Landesregierung Rheinland-Pfalz vom 17. Mai 2010 (rlp.de)
Synagoge Worms - Beck verurteilt Brandanschlag
Ministerpräsident Kurt Beck hat den Brandanschlag auf die Synagoge in Worms aufs Schärfste
verurteilt.
"Wir werden einen solchen Angriff auf eine Synagoge nicht hinnehmen. Der oder die Täter müssen wissen, dass eine solche Tat gegen ein jüdisches Gotteshaus eine Grenzüberschreitung ist, die wir mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgen werden', sagte der Ministerpräsident heute in Mainz.
Nach Polizeiangaben war der Anschlag in der Nacht zu Montag verübt worden. Das Gebäude war an mehreren Stellen mit einer brennbaren Flüssigkeit angezündet worden. "Glücklicherweise konnte die Feuerwehr den Brand schnell löschen', sagte Ministerpräsident Kurt Beck. |
Pressefotos
(Quelle: links: open-report.de,
rechts: ad-hoc-news.de)
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Erklärung des
Gemeinderates der Stadt Worms zu dem Brandanschlag: "Mit Fassungslosigkeit und Bestürzung haben Rat und Verwaltung der Stadt von dem in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai auf die Synagoge verübten Brandanschlag Kenntnis genommen. Der Angriff auf ein Gotteshaus ist ein niederträchtiges und verabscheuungswürdiges Verbrechen, das wir auf das Schärfste verurteilen. Rassismus und
Antisemitismus, egal von welcher Herkunft oder politischen Richtung geäußert, dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz finden.
Der jüdischen Gemeinde Main/Worms und unseren jüdischen Mitbürgerinnen und
Mitbürgern gilt unser Mitgefühl und unsere Solidarität. Wir wollen, dass sie sich in unserer Stadt sicher und geborgen fühlen und keine Angst von antisemitischen Angriffen haben müssen. Die Geschichte unserer Stadt und die menschenverachtenden Ereignisse in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bleiben im Gedächtnis unserer Stadt bewusst und verpflichten uns, jeglichen Angriffen auf die Menschenrechte, auf unsere Demokratie und auf das friedliche Zusammenleben der Kulturen entschlossen entgegenzutreten. Wir wollen ein respektvolles und friedliches Miteinander. Wir verurteilen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus und jede Form von Extremismus.
Die Synagoge ist im Bewusstsein der Wormser zentrales Element der städtischen und bürgerschaftlichen Identität." |
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Mitte
Juli 2010: Zum Stand der Ermittlungen
- Artikel in der "Wormser Zeitung" vom 14. Juli 2010 (Artikel):
"Brandanschlag auf Synagoge in Worms: Täter unbekannt,
Ermittlungen dauern an" (Artikel
von Johannes Götzen als pdf-Datei) |
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August
2010: Pressemitteilung des epd Rheinland-Pfalz vom 12. August
2010 (Mitteilung):
"32.000 Euro Sachschaden bei Synagogen-Anschlag. Fahndung nach Tätern bisher erfolglos.
Worms (epd). Bei dem Brandanschlag auf die Wormser Synagoge Mitte Mai ist ein Sachschaden von 32.000 Euro entstanden. Inzwischen seien die Brand- und Rußspuren von der Fassade entfernt und der Innenraum neu gestrichen worden, teilte Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) am Mittwoch mit. Auch die zerbrochenen Fensterscheiben seien ersetzt worden. In Kürze werde die Sanierung der Türen beginnen, kündigte er an. Die Kosten würden von den Versicherungen übernommen. Die Fahndung nach den Tätern blieb bislang erfolglos." |
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| 18.
August 2010: Pressemitteilung der Polizeidirektion Worms |
Pressemitteilung
der Polizeidirektion Worms vom 18.8.2010: "Worms, Brandanschlag auf Synagoge in Worms - wer kennt das Feuerzeug?
In der Nacht zum 17.05.2010 wurde auf die Synagoge in Worms ein Brandanschlag verübt. Bislang unbekannte Täter zündeten hierbei das Mauerwerk der Synagoge an mehreren Stellen mit einer brennbaren Flüssigkeit an und warfen einen Molotowcocktail gegen ein Fenster im 1. Obergeschoss. In einem Vorraum im Inneren der Synagoge wurde ebenfalls ein Brandherd festgestellt, dessen Entstehung bislang noch nicht geklärt ist.
Am Tatort wurden Flugblätter mit folgendem Inhalt aufgefunden: 'Sobald ihr nicht den Palästinenser Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe
!!!' Im Rahmen der Tatortaufnahme wurde auf dem Platz vor der Synagoge ein Feuerzeug aufgefunden, welches möglicherweise von dem/den Täter(n) benutzt worden sein kann. Die Kriminalpolizei Mainz bittet um Ihre Mithilfe:
Wer hat in der Nacht zum Montag, dem 17.05.2010, im Innenstadtbereich von Worms verdächtige Wahrnehmungen gemacht, die mit dem Brandanschlag in Verbindung stehen könnten?
Wer kann Angaben über das orangefarbene Feuerzeug mit dem Aufdruck 'I MISS
YOU' machen? Wer kann Hinweise auf tatbeteiligte Personen geben?
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat sowie zur Täterermittlung führen, ist eine
Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann Vertraulichkeit zugesichert werden.
Hinweise bitte an die: Kriminalpolizei Mainz, Telefon: 06131-653633, oder Polizeidirektion Worms, Telefon: 06241-852111, oder jede andere Polizeidienststelle.
Über die Zuerkennung und gegebenenfalls Verteilung der Belohnung an Berechtigte wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamtinnen oder Beamte bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung von Straftaten gehört.
Polizeidirektion Worms. Hagenstraße 5. 67547 Worms. Telefon: 06241/852-120"
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Übersicht:
Fotos
(Fotos - wenn nicht anders angegeben - Hahn, Aufnahmedatum 2.-4.8.2005)
Die Wormser
Synagoge 2009
(Foto: Michael Ohmsen) |
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(für Anfragen zur
Verwendung der Fotos: E-Mail des
Fotografen, Fotoseite: www.panoramio.com/user/2867083/tags/Judaica)
Bei den eingestellten Fotos handelt es sich um ein hochauflösendes
Foto
(bitte anklicken, Dateigröße ca. 0,7 mb) |
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Jüdische
Geschichte in Worms
- Fotos von 2005 |
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| Die "Judengasse" in
Worms |
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Synagogenplatz mit Synagoge
(Fahnen zum "Raschi-Jahr" 2005 |
Eingang zur (Männer-)Synagoge |
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| Hinweistafel zur Geschichte
des Hauses |
Aufnahmen von
Süden / Südwesten mit dem Anbau der "Raschi-Kapelle" |
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Historische
Inschriften |
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| Blick von der alten Synagoge
zu einem an der Stelle der Levy'schen Synagoge erstellten Neubau. |
Gedenktafeln für
die Levy'sche Synagoge |
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| Im Betsaal der Männer |
Blick in den Betsaal der
Frauen |
Blick zum Toraschrein (Aron
HaKodesch) |
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Vorlesepult und Toraschrein |
Vorlesepult (Bima) |
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Gedenktafeln mit den Namen der
in der Shoa ermordeten Wormser Juden |
Gedenklicht für die Opfer der
Shoa |
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| Raschi-Kapelle |
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Eingang zur "Raschi-Kapelle" |
Der "Raschi-Stuhl" |
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| Das Raschi-Haus |
Torarolle und
andere Judaica im Ausstellungsbereich des Raschi-Hauses |
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Raschi-Statue von
Wolf Spitzer aus Speyer mit Hinweistafel |
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| Die Mikwe |
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"Geschichtsfenster"
im Dom zur Erinnerung an Pogrome und Judenverfolgungen |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Januar 2009:
Aktuelles aus der Arbeit
des Raschi-Hauses |
Foto
(Niepötter / mp): Auf dem Speicher der Synagoge liegen sie bis zur Ausstellung am 26. März: Die historischen Mauerreste, die Dr. Irene Spille von der Unteren Denkmalbehörde zeigt; die Steine wurden bei der Bauforschung in Synagoge und Mikwe gefunden.
Artikel vom 27. Januar 2009 in der "Wormser Zeitung" von Susanne
Müller (Artikel):
Begehrliche Blicke aufs Haus zur Sonne - Jüdisches Museum im Raschi-Haus kämpft mit Platzmangel / Neue Serie startet
Worms blickt auf eine lange Geschichte zurück, die in den Museen der Stadt erschlossen werden kann. Wie steht es mit den Kultureinrichtungen? Wie ziehen sie Bilanz, welche Wünsche und Projekte haben sie für die Zukunft? Heute ist das Jüdische Museum im Raschi-Haus im Fokus.
Das Jüdische Museum ist das einzige seiner Art in Rheinland-Pfalz, es dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Worms. Versucht wird, mit Modellen, Urkunden, Plänen, Kultobjekten und Fotografien, die einen örtlichen authentischen Bezug haben, die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die jüdische Religion und den Alltag jüdischer Mitbürger zu vermitteln. Eng ist die Verbindung zum Stadtarchiv, das zahlreiche Dokumente bereithält - in unmittelbarer Nähe liegen Synagoge, Mikwe und das Judenviertel, zu Fuß erreichbar ist der "Heilige Sand", der älteste erhaltene jüdische Friedhof Europas.
Museums-Blick. Das Raschihaus steht an der Stelle, von der man annimmt, dass sich hier das Lehrhaus befunden hat, in dem der jüdische Gelehrte Raschi um 1060 studierte. Seit 1982 beherbergt das Gebäude das Museum, "platzmäßig sind wir heute hier sehr stark eingeschränkt", deutete der Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Dr. Gerold Bönnen, ein Manko an. Denn das Judaica-Museum ist in den Räumen des Erd- und des Kellergeschosses eingerichtet, in den Obergeschossen befindet sich das Stadtarchiv. Er hoffe, so Bönnen, dass sich "irgendwann" Erweiterungsmöglichkeiten im benachbarten Haus zur Sonne ermöglichen ließen: Hier wären, dann, so der Instituts-Leiter, Wechselausstellungen und auch Veranstaltungen möglich. Und im "Haupthaus" könnte dann die Dauerausstellung erweitert werden.
Mit den Besucherzahlen ist Bönnen zufrieden: "Wir haben im vergangenen Jahr wieder die 11 000-er Marke überschritten, somit haben wir die Zahl der Vorjahre halten können - was in Zeiten wegbrechenden Interesses an Museumsbesuchen ja auch schon etwas ist."
In die Synagoge kamen im Vorjahr 26 000 Besucher. Bislang wird das Museum rein kommunal betrieben - Bönnen wünschte sich, "dass sich das Land oder auch weitere Institutionen stärker einbringen, auch im Hinblick darauf, dass angestrebt wird, dass die Schum-Städte zu Unesco-Welterbestätten werden".
Für das laufende Jahr sind mehrere Sonder-Ausstellungen geplant. So ab dem 10.Februar eine Schau über das Schicksal der Juden in den Altrheindörfern. Ab dem 26. März werden die Ergebnisse aktueller Bauforschung mit Wormser Schwerpunkt vorgestellt, ab 17. Mai sind Werke des Künstlers Amos Yaskil aus Tiberias zu sehen.
Und vielleicht auch bald Videoaufnahmen jüdischer Zeitzeugen aus Worms. Der Hollywood-Regisseur und Filmproduzent Steven Spielberg hielt in den 90er Jahren Aussagen Holocaustüberlebender filmisch fest, er führte überall auf der Welt Videointerviews mit diesen Zeitzeugen. Auf neun Videos sprechen Wormser über ihr Leben, Hinweise hierauf hätten Trierer Museumskollegen gegeben, so Bönnen.
Geprüft werden müsse nun, wie und unter welchen Bedingungen diese Dokumente nach Worms kommen könnten. "Ich denke, sie wären gut bei uns aufgehoben", so Dr. Gerold Bönnen, zu klären seien nun aber zunächst finanzielle, technische und auch Rechtsfragen. |
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| März 2010:
Im September 2010 findet für Studierende ein Workshop
"Synagogengarten Worms - Mittelalterliches jüdisches Zentrum"
in Worms statt |
Artikel in der "Wormser Zeitung"
vom 31. März 2010 (Artikel): "Fragen der Denkmalpflege
WORMS. WORKSHOP Studierende setzen sich mit mittelalterlichem jüdischem Worms auseinander.
(red). In Worms lag eines der bedeutendsten jüdischen Zentren des Mittelalters. Die älteste Synagoge ist für das Jahr 1034 überliefert. Eine Jeschiwa (Talmudhochschule) wurde wohl um 1050 begründet. Zu den gemeindlichen Institutionen im Mittelalter zählten weiterhin Backhaus, Tanzhaus, Armenwesen (Spital), Ritualbad (Mikwe) und Friedhof. Die Gebäude lagen im näheren Umfeld der Synagoge (heute Synagogengarten); der Friedhof außerhalb der Stadtmauern.
In Worms blieben bedeutende Zeugnisse dieser frühen Judengemeinde erhalten. Mit dem Wiederaufbau der Synagoge wurde bereits 1957 begonnen.
Sie dient heute wieder dem Gottesdienst. Der so genannte "Synagogengarten" geht ebenfalls auf die Gestaltung der 50er Jahre zurück. Er wird im Süden vom "Raschihaus" begrenzt, in dem das Jüdische Museum und das Stadtarchiv untergebracht sind. Die Räumlichkeiten sind beengt. Ein Brachgrundstück hinter dem Haus (heute Parkplatz), könnte Erweiterungsmöglichkeiten bieten. Für das Areal wurde bereits 1992 ein Bebauungsplan erstellt.
Die Städte Worms, Mainz und Speyer haben einen Antrag zur Aufnahme des jüdischen Erbes der SchUM-Stätten in die Unesco-Welterbeliste gestellt. Für das mittelalterliche jüdische Erbe in Worms fehlt es aber an einer Neuorientierung und Vermittlung. Hier setzt der
Workshop "Synagogengarten Worms- Mittelalterliches jüdisches Zentrum" an, der vom 12. bis 18. September in Worms stattfinden wird. Die Teilnehmer des Workshops sollen sich mit denkmalpflegerischen Fragestellungen beschäftigen. Sie reichen von der Analyse der städtebaulichen Situation, der Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielstellung, der Entwicklung von Nutzungs-, Erweiterungs- und didaktischen Konzepten bis zur Vermittlung des mittelalterlichen jüdischen Worms.
Betreut wird dieser fünfte Workshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesdenkmalpflege, die Technische Universität Kaiserslautern sowie die Stadt
Worms. Bewerben können sich Studierende der Kunstgeschichte, Judaistik, Geschichte, Architektur, Städtebau, Landschaftspflege und Archäologie, die großes Interesse an Fragen der Denkmalpflege haben und interdisziplinär arbeiten wollen. Eine Kostenbeteiligung in Höhe von 100 Euro ist zu erbringen. Bewerbungsschluss: 30.Mai. Bewerbungen mit Motivationsschreiben und Lebenslauf gehen an Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn,
E-Mail." |
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| Mai 2010:
In Worms werden zum fünften Mal
"Stolpersteine" verlegt |
Pressemitteilung der Pressestelle der Stadt
Worms vom 26. April 2010: "Stolperstein für Herta Mansbacher - Veranstaltung von Warmaisa
Eigentlich ist es erstaunlich, dass bereits zum fünften Mal Stolpersteine in Worms verlegt werden und Herta Mansbacher noch nie dabei war, vielleicht, weil schon die Anlage am ehemaligen Juxplatz nach ihr benannt wurde und auch ihre ehemalige Schule, die Westendschule, durch eine Tafel am Haupteingang an sie erinnert. Doch am Montag, den 3. Mai, ist es soweit.
Bevor der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig, Initiator des dezentralen Denkmals, der auf Initiative des Vereins Warmaisa bereits 50 Stolpersteine in Worms verlegt hat, den Stein für Herta Mansbacher im Adenauerring 6, ihrem letzten Wohnort, im Pflaster versenkt, wird der Familie Rosenthal, Adenauerring 8, gedacht. Dr. Richard Rosenthal ging bereits 1933 mit Ehefrau Helen und den Kindern Heinz Hugo und Ruth nach Frankreich, wurde jedoch dort nach der deutschen Besetzung deportiert und in Auschwitz ermordet. Das Ehepaar Moritz und Irma Mayer wohnte in der Andreasstraße 23. Ihre beiden Kinder konnten sie noch in Sicherheit bringen, ihnen selbst aber misslang die Flucht. Sie wurden deportiert und in Belzec ermordet. Zodik Wachenheimer, zuletzt wohnhaft in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße 6/10, starb im Lager Gurs. Sein Enkel Marc Walton brachte im letzten Jahr das Gebetbuch seines Großvaters, das schon mehrere Generationen in Familienbesitz war, nach Worms zurück und übergab es dem Jüdischen Museum.
Die Familie Buschhoff betrieb in der Wilhelm-Leuschner-Straße 26 eine Kleiderfabrik mit Ladengeschäft. Die Brüder Friedrich und Willi Buschhoff sowie ihre Mutter Ida kamen alle drei gewaltsam ums Leben. Friedrichs Ehefrau Karoline, die evangelisch war, aber eine Scheidung verweigert hatte, konnte mit ihren beiden Söhnen überleben.
Die vorletzte Station der diesmaligen Stolpersteinverlegung ist der Liebfrauenring 11. Dort wohnte die Familie Scheftel, ebenfalls Textilfabrikanten. Sie hatten die renommierte Firma Edinger übernommen. Julius und Klara Scheftel fanden in hohem Alter in Theresienstadt den Tod, ihre Tochter Margarethe wurde in Lodz ermordet.
In der Seidenbenderstraße 4 schließlich wird ein Stolperstein für das Ehepaar Mann verlegt. Der aus einer Pfiffligheimer Familie stammende Viehhändler und Makler Alfred Mann wurde 1933 von der SA schwer misshandelt und später verhaftet. Er überstand die damit verbundenen psychischen und physischen Belastungen nicht und verstarb im gleichen Jahr. Seine Frau wurde über Gurs nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Die Verlegung der Stolpersteine beginnt um 14 Uhr. An jeder Station wird das Schicksal der Menschen kurz erläutert, die hier lebten und von den Nazis verschleppt und ermordet wurden. Der
Verein Warmaisa freut sich, wenn möglichst viele Wormser an dieser Gedenkaktion teilnehmen." |
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| Juni 2010:
Besuch des in Worms geborenen Walter Gusdorf in
seiner Heimatstadt |
Foto
links: Es war nicht das erste Mal, das Walter Gusdorf nach dem Krieg in Worms war. Mehrfach hat er das Hausmädchen besucht, das der Familie in der Not treu zur Seite gestanden und später auch die Familiengräber gepflegt hatte, und er hatte auch Kontakt mit dem Ehepaar Schlösser gepflegt, das durch seine engagierte Erinnerungsarbeit den emigrierten Wormser Juden Brücken in die alte Heimat baute.
Artikel von Ulrike Schäfer in der "Wormser Zeitung" vom 11. Juni
2010 (Artikel):
"Lebhafte Erinnerungen.
- WORMS. RUNDGANG Holocaust-Überlebender Walter Gusdorf besucht Worms mit seinen Angehörigen.
Was bewegt einen Mann wie Walter Gusdorf, wenn er mit seinen Söhnen und seinem Enkel in die alte Heimat kommt, und was zeigt er ihnen? Walter Gusdorf ist nicht irgendwer, er ist einer der wenigen Wormser Juden, die den Holocaust überlebt haben. Mit seinen Eltern und Brüdern konnte er noch rechtzeitig in die USA emigrieren. Jetzt war er zu einem Besuch in Worms.
Walters Vater Sigmund und dessen Bruder Hermann hatten in der Binger Straße 32 die
'Wormser Möbelfabrik Gusdorf und Co' - der dritte Bruder Jakob Paul meldete sich, beseelt von
'glühender Vaterlandsliebe', so die Wormser Volkszeitung, an die Front und fiel 1914 in Belgien. Das Unternehmen musste bereits kurz nach der
'Machtergreifung' der Nazis Konkurs anmelden.
Geschäft wurde in Reichspogromnacht zerstört. In der Reichskristallnacht wurde das Geschäft zerstört, die Möbel wurden zertrümmert oder gestohlen, die Inhaber nach Buchenwald verschleppt. Hermann, schwer asthmakrank, überlebte die Strapazen des Lagers nicht. Mutter und Tante zogen mit den Kindern bis zur Ausreise in die Schlossgasse 2, in das Haus Dr. Gernsheims, der sich mit seiner Frau das Leben genommen hatte.
'Gottseidank, dass die entsetzliche Zeit vorbei ist', sagte der heute 83-Jährige beim Treffen mit Oberbürgermeister Michael Kissel. Ganz unbefangen erzählte er von früher. Die ganze Familie war ins gesellschaftliche Leben der Stadt eingebunden, man war aktives Mitglied in der Turngemeinde und im Alpenverein.
'Wir Kinder wurden schon ganz früh zum Rad- und Skifahren angehalten. Mein Vater hat die Skier in seiner Fabrik selbst
hergestellt', berichtet Gusdorf. Auf den Fotos, die er mitgebracht hat, sieht man ihn, seinen Zwillingsbruder Hans und den ältesten Bruder Paul in der Wormser Skihütte im Schwarzwald. Und es gibt auch Bilder vom Urlaub in Höningen bei Altleinigen, auf denen auch der ein Jahr jüngere, aus Worms stammende Vladimir Kagan
(Wikipedia-Artikel)
zu sehen ist, heute einer der berühmtesten Möbeldesigner der Gegenwart. 'Den kannten wir natürlich
gut.' Umso tragischer war es, dass Hermann Gusdorf mit 40 weiteren jüdischen Mitgliedern schon früh vom Vorstand der TGW zum Austritt gedrängt worden war.
Es ist ein lebendiges Gespräch, Walter Gusdorf spricht Deutsch, verfällt aber immer wieder ins Englische. Enkel Nathan, der in Paris studiert, unterhält sich Französisch mit dem Warmaisa-Vorsitzenden Roland Graser, der die Gäste durch Worms führt.
Irgendwann wird Walter Gusdorf unruhig. Er will endlich zur Synagoge. Auf dem Synagogenplatz angekommen, wirkt er fast atemlos. Im Haus zur Sonne, dem ehemaligen (und heutigen) jüdischen Gemeindehaus, hat er seine Bar Mitzwa gefeiert. Ja, natürlich, Herta Mansbacher war seine Lehrerin. Hier hat sie ihn unterrichtet.
Erinnerungen an Lehrerin und die Synagoge. Und die Synagoge! 'Stellt euch vor, die war völlig zerstört, und sie wurde Stein für Stein wieder aufgebaut. Wo ist der Knick in der Synagogenwand? Herr Graser, erzählen Sie meinen Söhnen, was es damit auf sich
hat!' Und dann erzählt er die Legende doch selbst, und Nathan muss sich in die Ausbuchtung stellen, die damals zurückwich, um das Leben einer schwangeren Frau zu retten. In der Synagoge wird jedes Detail fotografiert, selbst die Buchrücken der Bibliothek, und im Raschilehrhaus muss jedes Familienmitglied im Raschistuhl Platz nehmen. Mit leichter Enttäuschung vernimmt der Senior, dass der Anbau erst lange nach Raschis Aufenthalt in Worms entstand.
'Und jetzt die Mikwe!' drängt Walter Gusdorf seine Söhne und will schließlich auch noch ins Museum. Nein, eine gläubige Familie seien sie nicht gewesen, hat er noch vorhin leichthin gesagt, und doch ist hier ein fühlbar starkes Band…
Nach Worms, nach dem Besuch von Binger Straße, Dreihornmühlgasse und des Friedhofs geht es weiter nach Heidelberg und zu anderen Stätten, die Walter Gusdorfs Jugend prägten. Aber nirgendwo wird sein Herz so heftig schlagen wie in Worms." |
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Links:

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