Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
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Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Schriesheim lebten Juden bereits im Mittelalter. Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348 wurden auch hier Juden ermordet. Nach 1421 ist wiederum die Anwesenheit einzelner Juden in der Stadt bezeugt. Auch in der Folgezeit scheinen immer wieder einzelne oder mehrere Juden in der Stadt gelebt zu haben.   
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. Nach dem Dreißigjährigen Krieg siedelten sich zwei jüdische Familien in Schriesheim an, darunter ein Jude David, dessen Sohn Liebmann auf Grund eines Bürgerentscheids 1696 in der Stadt bleiben konnte. 1698 wurden 24 jüdische Einwohner gezählt. 1743 waren fünf jüdische Familien am Ort, 1770 sieben. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Schule, rituelles Bad und Lehrerwohnung befanden sich seit 1858 in dem damals neu erbauten jüdischen Gemeindehaus (Talstraße 49). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Ausschreibungen der Stelle unten). 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Ladenburg zugeteilt. 
 
Zur jüdischen Gemeinde in Schriesheim gehörten seit Ende des 19. Jahrhunderts auch die im benachbarten Dossenheim lebenden jüdischen Familien.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809 65 jüdische Einwohner (3,2 % von insgesamt 2.051 Einwohnern), 1825 101 (3,9 % von 2.614), 1832 104, 1839 99, 1864 höchste Zahl mit 132 Personen, 1871 113, 1875 103 (3,7 % von 2.748), 1880 98, 1885 88, 1890 66, 1895 54, 1900 41 (1,4 % von 2.990), 1905 51, 1910 57 (1,7 % von 3.383), 1925 40 Personen. 
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Dr. Leopold Oppenheimer (geb. 24.5.1889 in Schriesheim, gef. 22.8.1914). Außerdem sind gefallen: Gefreiter Abraham Fuld (geb. 25.1.1888 in Schriesheim, vor 1914 in Karlsruhe wohnhaft, gef. 23.7.1917), Bernhard Marx (geb. 30.8.1879 in Schriesheim, vor 1914 in Karlsruhe wohnhaft, gef. 1.7.1916),  Leopold Haas (geb. 2.10.1899 in Schriesheim, vor 1914 in Darmstadt wohnhaft, gef. 30.9.1918) und Ludwig Haas (geb. 21.12.1897 in Schriesheim, vor 1914 in Darmstadt wohnhaft, gef. 18.4.1918).     
  
Die jüdischen Familien lebten vor allem vom Handel mit Vieh, Landesprodukten und anderen Waren. Im 19. Jahrhundert bestanden jüdische Wirtschaften von Michel Oppenheimer und Hertz Hayum (Untere Schulgasse 3), Feidel Rosenfeld (Heidelberger Straße 15) und Joseph Oppenheimer (Herrengasse 10/12).  
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien / Personen sind bekannt: Viehhandlung Julius Fuld (Passein 1), Fellhandlung Hayum Marx und Fell- und Textilhandel Levi Schlösser (Oberstadt 12), Futtermittelgeschäft der Fam. Marx (Heidelberger Straße 29), Viehhandlung Ferdinand Marx (Heidelberger Straße 5), Textilgeschäft Oppenheimer/Sussmann (Heidelberger Straße 8), Futtermittelgeschäft Oppenheimer/Weinberg (Schulgasse 3).    
   
1933 wurden 38 jüdische Personen in Schriesheim gezählt (0,9 % von insgesamt 4.208 Einwohnern). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung sind in den folgenden Jahren alle von ihnen in andere Orte abgewandert beziehungsweise ausgewandert. Zwei starben noch in Schriesheim, 34 konnten emigrieren, davon 25 in die USA. Der Bäcker Alfons Schlösser und seine Eltern wurden 1943 in Holland verhaftet und wurden über das KZ Westerbork nach Auschwitz deportiert. Von den fünf innerhalb Deutschland verzogenen Schriesheimer Juden starb einer 1937, ein anderer wanderte in die USA aus. Nach dem Wegzug von Julius und Mina Fulda nach Feudenheim im September 1939 lebten keine jüdischen Personen mehr in Schriesheim.  
  
Von den in Schriesheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Auguste Eppsteiner (1870), Johanna (Hannchen) Götz geb. Blumenfeld (1860), Johanna Haas geb. Eppsteiner (1869), Frieda Heidelberger geb. Victor (1871), Karola Jose (1876), Karl Heinz Klausmann (1922), Betty Marx geb. Blumenfeld (1867), Daniel Marx (1860), Lazarus Marx (1873), Mathilde Menk geb. Oppenheimer (1861), Clara Oppenheimer geb. Marx (1886), David Oppenheimer (1863), Ludwig Oppenheimer (1893), Dina Rijnveld geb. Oppenheimer (1865), Mathilde Schatz geb. Oppenheimer (1879), Bertha Barbara Schels geb. Eppsteiner (1882), Alfons Schlösser (1911), Jettchen Schlösser geb. Marx (1883), Levi Schlösser (1876), Mathilde Strauss geb. Oppenheimer (1862). 
Hinweis: die in einigen Listen zu Schriesheim genannte Karoline Gudenberg geb. Bloch stammt nicht aus Schriesheim, sondern aus Schmieheim, wo sie am 30. Dezember 1892 als Tochter des Handelsmannes Moses Bloch (1856-1901) und der Emma geb. Weil aus Kippenheim geboren ist [Quelle: Ortssippenbuch Schmieheim 1979 S. 379-380].  
  
Am 11. April 2012 wurden in Schriesheim erstmals "Stolpersteine" für jüdische Opfer der NS-Zeit aus Schriesheim verlegt. Die an diesem Tag verlegten Gedenksteine (weitere Verlege-Aktionen sollen folgen) erinnern an Babette, Dina, Ferdinand und Max Marx sowie an Frieda, Andreas, Hans und Erwin Mayer in der Heidelberger Straße 5, an Fanny Blumenfeld in der Heidelberger Straße 24, an Walter Mohr in der Lutherischen Kirchgasse 8, an Karl-Heinz Klausmann im Mainzer Land 5 sowie an Michael Freund in der Talstraße 158.        
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers und Vorbeters 1836 / 1842 / 1843 / 1846 / 1847 / 1849     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom Januar 1836 S. 44  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Erledigte Stelle. Bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 50 Gulden nebst freier Kost bei den dortigen israelitischen Gemeindemitgliedern und freier Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Ladenburg zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden. 
Ladenburg, den 4. Januar 1836. 
Großherzogliche Bezirks-Synagoge. J. Ettlinger. J. Lippmann."   
 
Schriesheim Anzeigenblatt 03121836.jpg (109399 Byte)Anzeige im Großherzoglichen Anzeigenblatt für den Seekreis vom 3. Dezember 1836: "Erledigte Stelle. 
Bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 60 Gulden, nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen zu 50 Gulden veranschlagt, verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Ladenburg zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden.
Ladenburg, den 24. November 1836. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."    
   
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 26. Februar 1842 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Ladenburg. [Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde zu Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 120 fl., nebst freier Wohnung, sowie der Vorsängerdienst, samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Ladenburg zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden.
Ladenburg, den 12. Februar 1842. Großherzogliche Bezirkssynagoge Ladenburg."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 7. Juni 1843 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Ladenburg. [Dienstantrag]. Bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 130 fl., nebst freier Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Ladenburg zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden.
Mannheim und Ladenburg, den 26. Mai 1843. Großherzogliche Bezirkssynagoge."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 4. Juli 1846 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen.
[Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 135 fl. sowie der Vorsängerdienst verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde, unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Ladenburg zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schul- noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbinate in Mannheim, zur Bewerbung zugelassen werden."  
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 31. März 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): " Bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 120 fl., nebst freier Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Ladenburg zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden. Ferner wird noch bemerkt, dass nur unverheiratete Bewerber berücksichtigt werden können."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 29. März 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 120 fl. mit freier Wohnung oder 135 fl. ohne Wohnung und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulestelle bei der israelitischen Gemeinde Schriesheim, Synagogenbezirks Ladenburg, ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Ladenburg sich zu melden. Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."    

 
Ausschreibungen der Lehrer- und Vorsängerstelle 1887 / 1891 / 1892 / 1894 
 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1887: "Auskündigung einer Religionsschulstelle
Heidelberg, 5. Juli 1887. 
Die israelitische Religionsschulstelle in Schriesheim, mit welcher der Vorsänger- und Schächterdienst verbunden ist, soll auf 1. August laufenden Jahres neu besetzt werden. Über den festen Gehalt bleibt Verständigung zwischen dem Synagogenrate und dem Bewerber vorbehalten. Das Nebeneinkommen aus dem Schächterdienste beträgt circa 500 Mark. Mit Zeugnisabschriften belegte Meldungen sind binnen 14 Tagen einzureichen bei der 
Bezirks-Synagoge
, Heidelberg."
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1891: "Auskündigung einer Religionsschulestelle
Die israelitische Religionsschul-, Vorsänger- und Schächterstelle Schriesheim bei Ladenburg, mit welcher ein fester Gehalt von 600 Mark, freie Wohnung und Gefälle im Betrage von etwa 250 Mark verbunden sind, ist alsbald neu zu besetzen. Berechtigte Bewerber, unter welchen Schulkandidaten den Vorzug genießen, belieben ihre mit Zeugnisabschriften belegten Meldungen an den Synagogenrat in Schriesheim zu richten."
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1892: "Bekanntmachung
Die israelitische Religionsschul-, Vorsänger- und Schächterstelle in Schriesheim bei Ladenburg, mit welcher ein fester Gehalt von 600 Mark, freie Wohnung, Schulgeld und verschiedene Gefälle verbunden sind, ist alsbald zu besetzen. Schulkandidaten belieben ihre Meldungen mit Zeugnisabschriften, welche nicht zurückgegeben zu werden brauchen, an den Synagogenrat in Schriesheim richten." 
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1894: "Auskündigung einer Religionsschulstelle
Die israelitische Religionsschul-, Vorsänger- und Schächterstelle in Schriesheim, mit welcher ein Gehalt von 550 Mark, freie Wohnung und etwa 400 Mark Gefälle verbunden sind, ist auf 1. September laufenden Jahres zu besetzen. Schulkandidaten belieben ihre mit Zeugnisabschriften belegten Meldungen zu richten an die 
Bezirkssynagoge Heidelberg. Heidelberg, 18. Juli 1894."  

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   

Antisemitische Umtriebe (1890)   

Schriesheim Israelit 25091890.jpg (50268 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. September 1890: "Heidelberg, 10. September (1890). Die Antisemiten unter Führung des Abgeordneten Liebermann beabsichtigten am letzten Sonntag auf der Burgruine Strahlenburg bei Schriesheim eine Versammlung unter freiem Himmel anzuhalten. Nicht allein, dass die projektierte Versammlung vom Bezirksamte Mannheim verboten wurde, hat auch der Eigentümer der schönen Ruine, Herr Graf von Oberndorff, wie der Neuen Badischen Landeszeitung mitgeteilt wird, als er Kenntnis von der beabsichtigten Versammlung erhielt, den Auftrag erteilt, das sich etwa einfindende Publikum wegzuweisen."   

  
Einweihung einer Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (1922)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1922: "Schriesheim, 7. Mai (1922). Am 1. Pessachtag fand hier die Einweihung der Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen drei Söhne der hiesigen Gemeinde statt. Die Gedenktafel wurde von den Angehörigen der Gefallenen gestiftet und umfasst die Namen: Leopold Oppenheimer, Bernhard Marx und Abraham Fuld. Herr Lehrer Heller aus Leutershausen hielt eine ergreifende Gedächtnisrede."  

    
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
S. H. Herrmann bietet religiöse Schriften an (1885/1886)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1885: "Eine aufgelöste Gemeinde lässt durch den Unterzeichneten drei noch sehr gut erhaltene Torarollen, eine Megilla und zwei Soferot verkaufen.
H. Herrmann, Schriesheim bei Heidelberg. 
(Kleinere, ärmere Gemeinden sollen besonders berücksichtigt werden". 
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1886: "Eine neue Torarolle ist preiswürdig zu verkaufen. 
Näheres bei S. H. Herrmann in Schriesheim bei Mannheim". 
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1887: "Eine aufgelöste Gemeinde lässt durch den Unterzeichneten 3 sehr gut erhaltene Torarollen, eine Megilla, 3 Soferot, sowie verschiedene Proches (Toraschreinvorhänge) und Mäntelchen (für die Torarolle) etc. verkaufen, wobei kleine Gemeinden besonders berücksichtigt werden. 
H. Herrmann
in Schriesheim (Baden)."

  
  
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge         
   
Mittelalterliche Einrichtungen sind nicht bekannt. Vermutlich kam es nicht zur Bildung einer Gemeinde. 
        
Nachdem Ende des 17. Jahrhunderts Liebmann, Sohn des schon einige Zeit am Ort aufgenommenen David in Schriesheim bleiben konnte, hat sich dieser 1709 ein Anwesen an der "Gäulsbrücke" gekauft (Gebäude Talstrasse 19/21). Als es um 1770 bereits sieben jüdische Familien in der Stadt gab, dürfte auch die Zehnzahl der zum Gottesdienst nötigen Männer erreicht worden sein. In diesem Jahr wird auch ein eigener jüdischer Schulmeister am Ort genannt, sodass ein Betsaal in einem der jüdischen Häuser vorausgesetzt werden kann. Dieser ist vermutlich schon damals auch von den in Dossenheim lebenden Juden benutzt worden.
   
1807 wurde ein Betsaal im Oberstock des fast 100 Jahre zuvor von dem genannten Liebmann erworbenen Hauses in der Talstrasse eingerichtet. Die Nachkommen des Liebmann hatten inzwischen den Familiennamen Marx angenommen. 1809 hatte Schriesheim 65 jüdische Einwohner. Nachdem ihre Zahl um 1830 etwa 100 erreichte, plante man die Einrichtung einer neuen Synagoge. Im Januar 1839 bat der Synagogenrat beim zuständigen Bezirksamt Ladenburg um Genehmigung einer Kollekte bei anderen jüdischen Gemeinden. Im Laufe der folgenden Monate erstellte man einen Bauplan und einen Kostenvoranschlag für eine Synagoge. Da das Bezirksamt jedoch keinen Bescheid schickte, kam die Angelegenheit zunächst nicht voran. Eine neue Situation ergab sich, als das jüdische Ehepaar Simon Oppenheimer und seine Frau Regina geb. Hayum im Sommer 1839 die leerstehende bisherige lutherische Kirche kauften. Sie boten der jüdischen Gemeinde an, den östlichen Teil der Kirche zu kaufen und zu einer Synagoge umzubauen. Der westliche Teil würde ihnen zur Einrichtung eines Wohnhauses ausreichen. Die jüdische Gemeinde entschied sehr schnell und kaufte am 24. September 1839 den etwa 9 Meter langen östlichen Teil der Kirche bis einschließlich zum dritten Fenster, auf dessen Höhe die Eingangstür eingerichtet werden soll. Der Kaufpreis betrug 725 Gulden. Im Oktober 1839 erstellte Maurermeister Grabendörfer aus Ladenburg Plan und Kostenvoranschlag für den Umbau der Kirche. Aus Geldmangel verzögerte sich der Umbau noch einige Zeit. Eine Kollekte bei jüdischen Gemeinden im Unterrheinkreis half, den Plan ausführen zu können. Im September 1842 konnten endlich die Bauarbeiten beginnen. Bis Juni 1843 waren sie abgeschlossen. Die Synagoge konnte eingeweiht werden.  
      
In den folgenden Jahren (vor 1852) errichtete man an der Stelle des inzwischen vollständig erworbenen Marx’schen Hauses an der Gäulsbrücke ein jüdisches Gemeindehaus, in dem im Erdgeschoss das rituelle Bad, im Obergeschoss ein Schulraum und die Lehrerwohnung eingerichtet wurden. Das Gebäude wurde 1897 verkauft, da im Bereich der Synagoge das evangelische Pfarrhaus erworben und dort das jüdische Gemeindehaus mit einem Raum für den Religionsunterricht sowie eine Lehrer- und Vorsängerwohnung eingerichtet werden konnte. 
      
Zu einem Streit um Zustände in der Synagoge kam es innerhalb der Gemeinde 1852. Ein Teil der Gemeindeglieder, angeführt von Isak Weinberger war mit dem Vorsteher Joseph Oppenheimer unzufrieden. In einem Brief an das Bezirksamt monierte Weinberger unter anderem, dass der Vorstand die Fenster und Leuchter der Synagoge nicht ausreichend reinigen würde. Die Fenster seien mit Spinngewebe überwachsen, die Leuchter würden von Staub und Rost angefressen. Der Vorhof zur Synagoge liege voller Holz und Gestrüpp, sodass man kaum zur Synagoge käme und anderes mehr. Oppenheimer musste vor dem Bezirksamt erscheinen, konnte aber durch seine Sicht der Dinge die Vorwürfe großenteils entkräften. 
      
In den folgenden Jahrzehnten waren immer wieder Reparaturen in der Synagoge notwendig, erstmals 1871. Sie wurden von Maurermeister Ertmann ausgeführt. 1889 waren die tragende Balken vom Wurmfraß so zerstört, dass die Synagoge von Januar bis April 1884 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Dann waren neue Balken eingezogen. Ein für den ganzen Ort ganz besonderes Ereignis war die feierliche Einweihung einer neuen Torarolle am 17. November 1866, die die Frauen der Gemeinde 1866 gestiftet hatten. Über das Fest ein Einbringung der neuen Torarolle liegt ein Bericht vor: 

Schriesheim Israelit 05121866.JPG (240752 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1866: "Schriesheim (Baden), 17. November (1866). Heute beging die hiesige israelitische Gemeinde ein sehr schönes Fest; dasselbe galt der Einweihung einer neuen Tora, welche von dem vortrefflichen Toraschreiber zu Baiertal G. Levi Sohn in allen Teilen korrekt ausgeführt worden war. Um 10 Uhr bewegte sich der Zug langsam und feierlich vom israelitischen Schulhause unter Vorspielung der Musik des städtischen Orchesters zu Heidelberg, Friedrich Häßner und H. Kröber, durch die reich beflaggten und bekränzten Straßen zur Synagoge. Die Tora, vor welcher die Festjungfrauen einhergingen, wurde unter einem Baldachine getragen, eingehüllt in einer herrliche, mit einer goldenen Krone verzierten roten Samtmappe (sc. Toramantel), welche in golddurchwirkten Buchstaben in hebräischer Sprache die Widmung enthielt, nämlich eine Stiftung der israelitischen Frauen Schriesheims und der Filiale Dossenheim. Bei der Einweihung der Tora war der hebräische Choral ergreifend und der deutsche erbauend. Die Gesänge wurden eingeübt und geleitet von dem hiesigen israelitischen Lehrer S. Reichenberger, welcher schon 18 Jahre die hiesige Religionslehrerstelle besorgt. Derselbe legte, unter Mitwirkung seines Sohnes A. Reichenberger, Lehrer zu Jöhlingen, der als Vorsänger Vortreffliches leistete, im Allgemeinen eine außerordentliche Fertigkeit in seinem Amte an den Tag. - Nach der Einweihung der Tora und dem Gebet für den Landesfürsten, bestieg der hochwürdige Bezirksrabbiner L. Ettlinger die Kanzel und setzte in einem längere, wohldurchdachten Vortrag die Bedeutung des Festes auseinander. Die Synagoge war ganz überfüllt mit Teilnehmern von Nah und Fern, auch die beiden christlichen Konfessionen waren zahlreich vertreten. Der Redner, welcher die Worte des Psalmisten zum Vorspruch genommen hat: 'Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset uns frohlocken und fröhlich sein ihm' Psalm 98,24, - entwickelte den Gedanken, dass nur allein die Religion und das Festhalten an den Geboten Gottes eine wahre Freude, nämlich die Seelenfreude zu verschaffen im Stande seien; Reichtum, Ehre und Genuss könnten den Menschen nicht glücklich machen, sondern der Glaube an die heilige Tora und die Befolgung derselbe, welche Gott dem israelitischen Volkes schon vor mehr als 3.000 Jahren durch Moses auf Sinai gegeben hätte; und dass die Tora wirklich Gottes Wort sei, beweise der Umstand, dass trotz aller Stürme dieselbe bis auf den heutigen Tag noch unverletzt in der Ursprache besteht; Gottes Wort bleibt ewig. Auch berührte der Redner den religiösen Fanatismus, welcher nur eine Folge der Unwissenheit sei; würden die Menschen eine Religion, die sie hassen und verfolgen, genau kennen, so würden sie dieselbe sicherlich achten und ehren. Zum Schlusse dankte der Redner der israelitischen Gemeinde Schriesheim für das große Opfer, welches dieselbe in allen ihren Mitgliedern für das heutige Fest gebracht habe; es ist auch wirklich der Eifer und Opfersinn, womit diese verhältnismäßig kleine israelitische Gemeinde dieses Fest verherrlichte, rühmend anzuerkennen; besonders muss hervorgehoben werden der Name des hiesigen Israeliten Marx Oppenheimer I., welcher die leitende Seele des Festes war. - Der hochwürdige Rabbiner dankte auch den christlichen Konfessionsangehörigen für die freudige Teilnahme an dem Feste und für ihre Mühen zur Verherrlichung desselben. Besonders war es sehr erfreulich, dass auch die beiden christlichen Konfessionspfarrer und Lehrer an dem Feste Anteil nahmen, was ein schönes Zeichen der Religionstoleranz unserer Zeit ist. Erst nach 12 Uhr war die Feier zu Ende." 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Schriesheimer Synagoge demoliert. Bücher, Akten, Teppiche und andere Gegenstände wurden von Hitlerjungen mit Handwagen zum Rathausplatz gebracht und dort verbrannt. Das Gebäude selbst blieb jedoch erhalten. Die Schändung musste Seligmann Fuld, das damals einzige noch in Schriesheim lebende jüdische Gemeindeglied miterleben. Wenig später konnte er in die Vereinigten Staaten emigrieren. 
   
1954 wurde das Gebäude völlig umgebaut und diente bis in die 1960er-Jahre der neuapostolischen Kirchengemeinde als Gotteshaus, bis diese eine eigene Kirche erbaute. Die baulichen Reste der ehemaligen lutherischen Kirche/Synagoge sind inzwischen zu einem Wohnhaus umgebaut. Eine Gedenktafel wurde am 9. November 1988 angebracht mit dem Text: "Zur Erinnerung an unsere jüdischen Mitbürger, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gelitten haben. Ihr Leid soll uns Mahnung und Verpflichtung sein" . 
   
   
   
Fotos 
Historische Fotos: 
(Quelle: Schriesheimer Jahrbuch 2002; Foto übersandt von J. Maier, Schriesheim) 

wpe1.gif (55726 Byte) Links: Lore Sussmann (geb. 1929; verh. Lora Tobias) vor dem 
Eingang zur Synagoge, um 1937. Lore Sussmann konnte 1938 
mit ihren Eltern (Selma und Ludwig Sussmann) und ihrem 
Großvater Simon Oppenheimer auswandern  


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos/Plan um 1985:
(Fotos: Hahn; Plan: Stadt Schriesheim) 
 
Schriesheim Synagoge 101.jpg (103867 Byte) Schriesheim Synagoge 102.jpg (69757 Byte) Schriesheim Plan 01.jpg (80135 Byte)
Erinnerung an die Zeit, als hier 
eine Kirche stand: Straßenschild
 "Lutherische Kirchgasse"
  
Das Gebäude der ehemaligen 
lutherischen Kirche / Synagoge -
umgebaut zu einem Wohnhaus 
  
Plan der Stadtkernsanierung Schriesheim
 von 1983 mit Einzeichnung der Gebäude
 der ehemaligen Israelitischen Gemeinde 
in der Lutherischen Kirchgasse 12 (rot)
     
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 30.7.2003) 
Schriesheim Synagoge 150.jpg (55920 Byte)  Schriesheim Synagoge 151.jpg (42045 Byte) 
  Die Scheune ist abgebrochen, die ehemalige
 Kirche überwachsen. 
Links das ehemalige Pfarrhaus / 
jüdische Gemeindehaus
Die 1988 an der Eingangsmauer zum 
Hof der Kirche / Synagoge 
angebrachte Gedenktafel
     
Das Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim beteiligte sich am Mahnmal-Projekt, das 
vom Forum christlicher Gedenkarbeit „Erinnern und begegnen“ 2002
 ausgeschrieben worden ist (www.mahnmal-projekt.de).
Der Grundkurs 
Bildende Kunst 13 arbeitete unter der Leitung von Heide Lautenschläger und u
nter Mitarbeit von Hildegard Maier-Ehrke. Rechts das Ergebnis der Arbeit 
(Foto: H. Lautenschläger) 
Schriesheim Gedenken 01.jpg (80153 Byte)
       
   
Presseartikel zur Einweihung der
 Gedenktafel für die deportierten Juden
 aus Schriesheim im 
jüdischen Friedhof der Gemeinde 

(24. Oktober 2005)
Schriesheim PA 030.jpg (247897 Byte) Schriesheim PA 031.jpg (141805 Byte)
Artikel aus: Mannheimer Morgen 
vom 25.10.2005
Artikel aus: Rhein-Neckar-Zeitung 
vom 25.10.2005
     
Gedenken im historischen Rathaus 
und an der Kriegsopfergedenkstätte
Schriesheim Vitrine 01.jpg (40013 Byte) Schriesheim Gedenktafel 01.jpg (99527 Byte)
  Vitrine im Historischen Rathaus von
 Schriesheim mit Erinnerung an die
 jüdische Geschichte der Gemeinde 
(u.a. mit Tallit, Siddur und den Tefilin 
von Herbert Marx aus Schriesheim)
Gedenktafel an der Kriegsopfer-
Gedenkstätte mit den Namen der 
in der NS-Zeit ermordeten Personen 
aus Schriesheim (Einweihung am
 Volkstrauertag 2006)
     
Hinweis auf die "Hirschland-Villa" 
(rechts Fotos in höherer Auflösung 
von Michael Ohmsen; Quelle: Fotoseite
 von M. Ohmsen zu Schriesheim
)
Schriesheim Hirschland-Villa 120.jpg (502777 Byte) Schriesheim Hirschland-Villa 121.jpg (417113 Byte)
  Die "Hirschland-Villa" in Schriesheim (Adresse: Weites Tal 2) erinnert an die seit 1903 in Schriesheim lebende Familie des Kaufmanns Markus Hirschland (geb. 1858 in Essen, gest. 1912 in Mannheim). Weitere Informationen zur Familie über die folgenden Links: www.hirschland.com, hier insbesondere die Seite www.hirschland.com/villa.html; ein Presseartikel, der in der "Rhein-Neckar-Zeitung" am 12. Februar 2011 von Stephanie Kuntermann erschien, wird wiedergegeben in: http://www.schriese.de/newsinline.php?newsId=2795&newsType=schriese       
     

"Stolpersteine" in Darmstadt zur Erinnerung an zwei aus Schriesheim stammende Personen 
(Fotos: Joachim Maier, Aufnahmedatum 2.10.2011)     

Schriesheim Sto 181.jpg (163257 Byte) Schriesheim Sto 180.jpg (110852 Byte) Schriesheim Sto 182.jpg (120950 Byte)
"Stolpersteine" in Darmstadt 
Herdweg 10/12
"Stolperstein" für Auguste Eppsteiner 
(geb. 1870 in Schriesheim)  
  "Stolperstein" für Johanna Haas geb.
 Eppsteiner (geb. 1869 in Schriesheim)
     

  
  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

November 2008: Führung auf den Spuren der jüdischen Geschichte in Schriesheim   
Artikel von Karin Katzenberger-Ruf in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 16. April 2008 (Artikel übernommen in schriese.de, auch als pdf-Datei eingestellt): 
"Es gab auch Zeichen der Solidarität  
Schriesheim.
Ob sich Schriesheim an der Aktion "Stolpersteine" beteiligen wird, ist immer noch ungewiss. Doch Monika Stärker-Weineck und Prof. Joachim Maier halten die Erinnerung an die ehemaligen Mitbürger jüdischen Glaubens wach, die bis 1939 aus Schriesheim flohen..."  
 
November 2010: Gang zu den ehemaligen jüdischen Häusern am Ort - "Stolpersteine" sollen verlegt werden  
Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 8. November 2010 (Artikel): "Keiner kam später wieder
Schriesheim.
(sk) Manche ihrer alten Häuser stehen heute nicht mehr, ein anderes verfällt, und an den übrigen hängen längst Türschilder mit anderen Namen. Elf Häuser, teilweise im historischen Ortskern, waren einst das Zuhause der kleinen jüdischen Gemeinde in der Weinstadt. Um die 50 Menschen wohnten hier, und nach dem Willen einer Schriesheimer Projektgruppe sowie der Verwaltung sollen bald "Stolpersteine" an die früheren Bewohner dieser Häuser erinnern (wir berichteten mehrfach). Der Gemeinderat wird über das Thema in seiner Dezember-Sitzung beraten..."     
 
November 2010: Presseartikel über die "Hirschland-Villa" in Schriesheim   
Artikel von Stephanie Kuntermann in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 23. November 2010 (Artikel): 
"Eigentümer konnten unterschiedlicher nicht sein. 
Schriesheim. Als Ende des 19. Jahrhunderts der Fremdenverkehr nach Schriesheim kam, suchten auch wohlhabende Großstädter hier Erholung. Einer von ihnen war Markus Hirschland, ein jüdischer Kaufmann aus Mannheim...
 
Dezember 2010: Auch in Schriesheim sollen "Stolpersteine" verlegt werden  
Artikel von Carsten Blaue in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 9. Dezember 2010 (Artikel): 
"Ja zu "Stolpersteinen" in Schriesheim: Gemeinderat votiert für Verlegung von Messingplatten zum Gedenken an NS-Opfer..."   
   
Schriesheim PA 09122010 mw.jpg (347785 Byte)Links: Artikel von Konstantin Groß im "Mannheimer Morgen" (morgenweb.de) vom 9. Dezember 2010: "Schriesheim: Stadtparlament beschließt gestern Abend Einführung von 'Stolpersteinen' zur Erinnerung an die jüdischen Bürger der Stadt / Mehrheit von 17 zu 8. Ratsmehrheit bekennt sich zum Gedenken". 
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken     
    
Leserbrief eines Lesers aus Weinheim in den "Weinheimer Nachrichten" vom 24. Dezember 2010 zum "Nein" von Gemeinderäten der Freien Wähler und der CDU-Fraktion  (Leserbrief): 
"Im Tränenmeer der Shoah. Mit großer Freude habe ich der Zeitung entnommen, dass nun auch in Schriesheim Stolpersteine verlegt werden. Dennoch ärgert die schrille Begleitmusik aus dem Stadtparlament. Es ist einige Stunden nach zwölf Uhr, wenn wir unseren deutschen Mitbürgern jüdischen Glaubens Anerkennung, Respekt, Scham, Schuld und Traurigkeit zu ihrem von deutschen Menschen und Behörden im sogenannten Dritten Reich zugefügten Leid zeigen wollen. Dass "alleine die CDU fast geschlossen dagegen votierte", macht endlos traurig. Was geht da in den Herzen und Köpfen der Überlebenden und ihrer Angehörigen vor, die dieses würdelose Gezänk von Christen mitbekommen? Das wirkt wie eine zweite Vertreibung, Deportation aus ihrer Heimatstadt. Auch Hausbesitzer haben weder rechtliche noch wirtschaftliche oder moralische Einwirkungsmöglichkeiten, wenn auf dem städtischen Gehweg vor ihrem Haus ein Stein verlegt wird.
Die Jewish claim conference hat bekanntlich dafür gesorgt, dass jeder "Schnäppchenjäger" den gerechten Preis nachzahlte. Das war schon um 1951, somit ebenfalls kein Grund heute einen Wertverfall des Hauses wegen der Stolpersteine ins Spiel zu bringen. Also lassen wir Gunter Demnig kommen und Stolpersteine verlegen. Jeder ist ein Tropfen im Meer der Tränen der Shoah."" 
  
Januar 2011: Prof. Dr. Joachim Maier und Monika Stärker-Weineck erhalten für ihre Erinnerungsarbeit das Ehrenzeichen der Stadt     
Schriesheim PA 29012011 mw.jpg (389082 Byte)Artikel von Konstantin Groß im "Mannheimer Morgen" (morgenweb.de) vom 29. Januar 2011: "Die Geschichte prägt ihr Wirken". 
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken  
   
Schriesheim PA 31012011 mw.jpg (388044 Byte)Artikel im "Mannheimer Morgen" (morgenweb.de) vom 31. Januar 2011: "Schriesheim: Empfang für erfolgreiche Sportler und verdiente Ehrenamtliche im Alten Rathaus. 'Querschnitt der Bevölkerung' geehrt."   
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.   
 
November 2011: In Schriesheim werden im Frühjahr 2012 die ersten "Stolpersteine" verlegt    
Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 30. November 2011: "Demnig verlegt 'Stolpersteine' nächstes Jahr..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.     
 
März / April 2012: Zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Schriesheim  
Website der Stadt Schriesheim mit Seite zur Verlegung von "Stolpersteinen" am 11. April 2012  
Flyer zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Schriesheim (eingestellt als pdf-Datei)     
-  Artikel in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 24. März 2012: "*Es geht um die Erinnerung'..." 
Link zum Artikel     
-  Artikel im morgenweb.de: "Schriesheim. Auch in der Weinstadt werden 'Stolpersteine' zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes verlegt - Start am 11. April. Anlass und Notwendigkeit..." 
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei      
-  Artikel von Stephanie Kuntermann in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 11. April 2012: "Heute werden 'Stolpersteine' verlegt..."  Link zum Artikel    
-  Artikel von Stephanie Kuntermann in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 12. April 2012: "'Wir wollen das Gedenken wach halten...'" Link zum Artikel    
 
Juni 2013: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Schriesheim   
Schriesheim RNZ 26062013.jpg (457795 Byte) Artikel von Stephanie Kuntermann in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 26. Juni 2013: "'Das ist für uns einfach unvorstellbar...'" 
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken     
 
August 2013: Vier engagierte Schriesheimer werden Ehrenbürger der Stadt Louisville, Kentucky (USA)   
Schriesheim RNZ 27082013.jpg (399018 Byte)Artikel von "zg" in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 27. August 2013: "Louisville hat vier neue Ehrenbürger. Schriesheimer führen jetzt Ehrentitel der US-Unistadt - Sie hatten 2011 die Nachfahren der jüdischen Familie Marx bewirtet...." 
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken. 
Anmerkung: Professor Joachim Maier, Monika Stärker-Weineck, Karlheinz Würz und Hansjörg Höfer wurden ausgezeichnet.   

    

März 2014: Erinnerungen an die jüdische Gemeinde bei der 1250-Jahr-Feier der Stadt Schriesheim        
Schriesheim 1250-Jahr-Freier 010.jpg (190891 Byte) Schriesheim 1250-Jahr-Freier 011.jpg (102057 Byte) Links: anlässlich des 435. Mathaisemarktes und der 1250-Jahr-Feier Schriesheims gab es am 9. März 2014 einen historischen Unzug mit 96 Nummern zur Geschichte der Stadt. Die Kirchengemeinden hatten für ihren Wagen Modelle der evangelischen und der katholischen Kirche gebaut, dazu den Eingangsbogen über der Tür der ehemaligen Synagoge. Das Motto des Wagens war: "1874: ...friedliches Miteinander der Confessionen" (Zitat aus einem amtlichen Visitationsbericht von 1874). Der Vorsitzende des katholischen Pfarrgemeinderates stellte beim Umzug einen jüdischen Lehrer dar. 
(Fotos erhalten von Monika Stärker-Weineck)     
 

    
      

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Schriesheim 
Weitere Informationen und Fotos zur Arbeit des Grundkurses Bildende Kunst 13 des Kurpfalz-Gymnasiums Schriesheim im Jahr 2004 auf Seiten des Gymnasiums: Seite 1 (auch als pdf-Datei eingestellt) bzw. Seite 2  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Schriesheim (interner Link) 

Literatur: 

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 255-256.  
Germania Judaica III,2 S. 1331. 
Hermann Brunn: 1200 Jahre Schriesheim. 1979².
Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim, in: Die Kunstdenkmäler Badens X,3 (1967) S. 335.344. 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 509-511.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  
 Joachim Maier: Wie Siddur, Talit und Tefillin nach Schriesheim zurückkehrten, in: Schriesheimer Jahrbuch 2006 S. 34-49.  
Joachim Maier / Monika Stärker-Weineck: Spuren jüdischen Lebens. Dokumentation der Ausstellung aus Anlass des Besuchs der jüdischen Schriesheimer. In: Schriesheimer Jahrbuch 7 2003 S. 32-95.   
Nachstehend Presseartikel zur Eröffnung dieser Ausstellung aus der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 8. Mai 2003: 
"Ich fühle mich jetzt als Schriesheimerin"  -  Die Stadt schloss gestern intensiv Freundschaft mit ihren heimgekehrten Juden - Bewegende Ausstellungseröffnung  
Schriesheim. (ron) "Darf ich kurz etwas sagen?", so meldete sich Lore Tobias gestern kurz nach der Ausstellungseröffnung "Jüdische Spuren in Schriesheim" zu Wort. Erwartungsvoll hingen die Augen der Schüler an den Lippen der alten Dame. Jener Schüler, die sich liebevoll, mutig und engagiert in die Vorbereitung der Ausstellung eingebracht haben. Die Gedichte verfasst und Bilder gemalt haben als Gastgeschenke. Dann begann Lore Tobias langsam zu sprechen. "Meine Mutter Selma Sußmann", erzählte sie, "sprach oft davon, dass sie sich nicht als Jüdin und nicht als Christin fühlt, sondern einfach als Schriesheimerin." Und die 74-jährige als Kind aus der Stadt Vertriebene fügte hinzu: "Ich habe das lange nicht verstanden, aber jetzt verstehe ich es."   
Ergriffen schauten die Schüler zu Boden, als sie diese Worte der Rührung vernahmen. Sie spürten, dass sie Lore Tobias, geb. Sußmann, gerade das Herz geöffnet hatten. Rochelle Tobias ergänzte für die ergriffene Mutter: "Wir sind sehr gerührt, wie sich hier alle mit unserer Geschichte beschäftigt haben, wir haben das so nicht erwarten können, es ist schön, in diesem Moment hier zu sein." Der zweite Tag der einst aus der Stadt vertriebenen Juden war gestern der Tag der bewegenden Annäherung der Besucher mit ihrer alten Heimat - und gleichzeitig der gefühlsstarken Annäherung von Zeitzeugen und Nachgeborenen an die Geschichte ihrer Stadt. Es war der Tag, an dem Lore Tobias, Erwin Maier und Martin Wimpfheimer von den Schriesheimern ins Herz geschlossen worden sind - und die Sympathie war auf beiden Seiten enorm groß. Und es war nicht zuletzt der Tag großer Momente von Symbolik. 
Vor allem die Schüler trugen sehr schnell dazu bei, die "schlimmen Erinnerungen der Vergangenheit durch positive Erfahrungen zu ersetzen". So hatte sich Lore Tobias am Vortag beim offiziellen Empfang ausgedrückt. Vor dem Historischen Rathaus, wo wegen des Andrangs von Menschen fast die Heidelberger Straße verstopften, begrüßten die Grundschüler die Besucher mit fröhlichen Liedern. Drinnen in der Ausstellung verwiesen Realschüler und Gymnasiasten auf ihren Beitrag. "Wir haben von einem unbeschreiblichen Grauen erfahren", berichtete Katharina Kunkel aus der zehnten Klasse des Gymnasiums von den Vorbereitungen im Geschichtsunterricht, "und ich spreche für die ganze Klasse, wenn ich sage, dass wir dankbar dafür sind, dass Sie heute da sind." In einer Realschulklasse hat auch ein Mädchen aus Sri Lanka und ein Junge aus dem Iran ein Gedicht zum Thema Heimat verfasst. "Deutschland ist wegen seiner Vergangenheit besonders dazu verpflichtet, politische Flüchtlinge aufzunehmen", bekräftigte eine Mitschülerin. Theologie-Professor Dr. Joachim Maier hatte zuvor die Ausstellung mit einem symbolischen Akt eröffnet: Lore Tobias ergreift die Hand der Witwe Adele Metzger. Ihr Mann Wilhelm fand nach der Pogromnacht am 9. November 1938 die letzten Schnipsel der jüdischen Gebetsbücher, die von den Nazis in Brand gesetzt worden waren. Die Papierfetzen sind in der Ausstellung zu sehen. 
Maier hatte zuvor an das Erinnern im jüdischen Sinne appelliert - also Geschichte zu verinnerlichen, als sei man selbst dabei gewesen. "Wer dem Vergangenen inne wird, dem ist sie allgegenwärtig", beschrieb der Theologe, der viel über die Geschichte der Schriesheimer Juden herausgefunden hat. Somit sei der Riss, den die Nazi-Herrschaft in Schriesheims Geschichte geschlagen hat, auch ein "Riss, der durch unsere Herzen geht". Zuvor waren die jüdischen Besucher auf den Spuren ihrer Geschichte durch die alte Heimatstadt gewandert. Bewegende Momente und erschütternde Begegnungen ergaben sich dabei an den Gräbern des jüdischen Friedhofs. 
Aber auch nebenan auf dem christlichen, wo Erwin Maiers Vater begraben liegt, der wegen seiner jüdischen Frau vertrieben wurde. Im Alter kam er nach Schriesheim zurück. Immer wieder kamen Menschen auf die Besucher zu, suchten das Gespräch und begannen Geschichten aus der gemeinsamen Kindheit zu erzählen.  

        
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Schriesheim  Baden. Most of the 14th century community was massacred in the Black Death persecutions of 1348-49 and the survivors were expelled. Jews were again present in the 15th century and following the Thirty Years War (1618-48) the Marx and Oppenheimer families constituted the backbone of the community for the next 300 years. The community reached a peak population of 132 in 1865 and opened a cemetery in 1874. In 1933, 38 Jews remained. Most left by 1938, with 26 emigrating. Of the nine moving to other German cities, seven were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940 and five perished. 
    
     

                   
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Stand: 25. März 2014