Zur jüdischen Geschichte
in Dossenheim
In Dossenheim bestand eine jüdische
Gemeinde im 19. Jahrhundert, deren Entstehung in das 18. Jahrhundert
zurückgeht. Erstmals werden jüdische Bewohner 1712 genannt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1925 14 jüdische Einwohner, 1832 21, 1836 24, 1839 25, 1864 22, 1871
27, 1875 20, 1880 29, 1885 höchste Zahl mit 30 Personen, 1890 9, 1895 5, 1900
5, 1905 4, 1910 4, 1925 5.
Es ist nicht bekannt, ob die kleine Gemeinde eigene Einrichtungen wie
einen Betsaal unterhielt. Im 19. Jahrhundert besuchten die Dossenheimer Juden
die Gottesdienste zumeist in Schriesheim.
Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Hemsbach
beigesetzt.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehörten die in Dossenheim lebenden jüdischen
Familien zur Gemeinde in Schriesheim.
Bis nach 1933 bestand in Dossenheim die
Mehl-, Getreide- und Futtermittelhandlung Bernhard, später Sigmund Oppenheimer
(Beethovenstraße 22/24; 1937 "arisiert", später
Raiffeisen-Lagerhaus).
1933 wurden noch sechs jüdische Einwohner in Dossenheim gezählt. Das
Ehepaar Klara und Siegmund Oppenheimer wurde von Heidelberg aus nach Gurs
deportiert und ist später in Auschwitz ermordet worden, während ihrem Sohn die
Auswanderung nach Amerika gelang. Siegmund Schwester Rosa überlebte die
Deportation und wanderte nach Palästina/Israel aus, wohin ihr Sohn schon 1938
gelangt war.
Von den in Dossenheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berta Oppenheimer
(1880), Emil Oppenheimer (1881), Leopold Oppenheimer (1881), Sally Oppenheimer
(1886), Sigmund Oppenheimer (1875).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen
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