Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hemsbach (Rhein-Neckar-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

  
Hinweis: Das Programm 2009-3 des Vereins "Ehemalige Synagoge in Hemsbach e.V." (Oktober-Dezember 2009)  (doc-Datei zum Download)       


Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english version)

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Hemsbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1661 wird erstmals ein jüdischer Einwohner genannt. Bis 1687 erfährt man die Namen von 13 Hemsbacher Juden. 1722 lebten neun jüdische Familien, 1731 zehn jüdische Familien mit 59 Personen sowie einem Rabbiner am Ort. 
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 61 jüdische Einwohner (4,0 % von insgesamt 1.533 Einwohnern), Höchstzahl 1846 mit 142 Personen (etwa 9 % der Gesamtbevölkerung), 1871 140, 1875 111 (6,9 % von 1.604 Einwohnern), 1900 101 (5,1 % von 1.977), 1910 89 (3,5 % von 2.530).  
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Konfessionsschule bis 1872, danach Religionsschule; der Schulraum war seit dem Bau der Synagoge im Erdgeschoss des Synagogengebäudes; die Lehrerwohnung im oberen Stock), ein rituelles Bad (im Synagogenhof) und einen Friedhof (Verbandsfriedhof). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt (bis 1872 Elementarlehrer, danach Religionslehrer), der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Da die Gemeinde nur einen relativ geringen Lehrergehalt bezahlen konnte, wechselten die Lehrer nach 1822 sehr häufig. Es werden als Lehrer genannt: Jakob Martge (1822), Jakob Kahn (1823), Lazarus Aub (1826), Mayer Ellinger (1832), Samuel Friedländer (1833), Ignaz Deutschländer (1835), Jakob Mahler (1836), Moses Adler (1840), Michael Rothschild (1851, wohnte als erster in der Lehrerwohnung des Synagogengebäudes), Moses Sinsheimer (1860) und Abraham Rosenbusch (1868, hatte noch 30 bis 40 Kinder in der Israelitischen Schule zu unterrichten). Nachdem die Konfessionsschule 1872 aufgelöst war, kam es nach einigen Jahren auch zu einer längeren Besetzung der Religionslehrerstelle durch den Lehrer Samuel Dokow, der von 1881 an in Hemsbach tätig war und 1921 sein 40-jähriges Ortsjubiläum feiern konnte. Nachdem 1923 Dokow nach Allenstein in Ostpreußen verzog, wurde wenig später sein Nachfolger Siegfried Gold. Er war der letzte Lehrer der jüdischen Gemeinde in Hemsbach. 
  
Seit 1827 gehörte die Gemeinde zum Rabbinatsbezirk Heidelberg. 
   
1852 erbaute Karl Mayer Freiherr von Rothschild (seit 1839 Ehrenbürger Hemsbachs) sich ein Schloss in englischem Stil mit großer Parkanlage. Seit 1925 ist das ehemalige Schloss von Rothschild Rathaus der Gemeinde Hemsbach (siehe Fotos unten). 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Moritz Dokow (Sohn des Lehrers Samuel Dokow, geb. 22.8.1898 in Hemsbach, gef. 8.9.1917), Siegmund Oppenheimer (geb. 19.11.1893 in Hemsbach, gef. 23.9.1915), Siegmund Pfälzer (geb. 29.5.1892 in Hemsbach, gef. 25.8.1914) und Julius Simon (geb. 9.4.1892 in Hemsbach, gef. 15.9.1915). Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde vor dem Rathaus (Brunnen).   
 
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde 86 Personen gehörten (3,0 % von insgesamt 2.876 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Moses Pfälzer und Leopold Maas. Als Lehrer, Kantor und Schochet war der bereits genannte Siegfried Gold in der Gemeinde tätig. Er hatte im Schuljahr 1924/25 10 Kindern den Religionsunterricht zu erteilen (1932 noch 7 Kinder). An jüdischen Vereinen gab es den Israelitischen Männerverein (bzw. Männerkrankenverein; 1924 unter Leitung von Moses Oppenheimer mit 21 Mitgliedern, 1932 unter Leitung von Cäsar Oppenheimer) sowie den Israelitischen Frauenverein (1924 unter Leitung der Frau von Moses Oppenheimer mit 18 Mitgliedern, 1932 Leiterin Gimmy Oppenheimer). 1932 gehörten dem Gemeindevorstand an: Moritz Oppenheimer (1. Vors.), Wilhelm Oppenheimer (2. Vors.), Adolf Plaut (3. Vors.).    
   
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben sind bekannt: Zigarrenfabrikant Ernst Günzburger (Pumpwerkstraße 1), Landwirtschaft Leopold Maas (Schlossgasse 39), Textilwarenhandlung Cäsar Oppenheimer (Schlossgasse 29, abgebrochen), Manufakturwarengeschäft Jakob und Josef Oppenheimer (Handgasse 1), Metzgerei und Schlachterei Louis und Wilhelm Oppenheimer (Bachgasse 61), Eisenhandlung Julius Ottenheimer (Schlossgasse 28), Zigarrenfabrik Moses Pfälzer & Cie. (Rückgasse 5, daneben Wohngebäude), Jüdische Gastwirtschaft "Zum Hirsch" Moses Simon (Bachgasse 1, in den 1950er-Jahren abgebrochen), Firma Pfälzer & Plaut, Großhandel mit Landesprodukten (Bahnhofstraße 96). Von den genannten Betrieben hatte die Zigarrenfabrik Moses Pfälzer die größte Bedeutung, da in ihr 100 bis 150 Personen beschäftigt waren. 
Weitere Adressen jüdischer Familien waren: Familie Apfelbaum (Bachgasse 55, abgebrochen), Familie Jankau (Landstraße 38), Familie Löb Maas I (Schlossgasse 10, danach im Haus Schlossgasse/Ecke Herrengasse), Familie Max Maas (Alleestraße 10), Familie Julius Mayer (Schlossgasse 21; hier zuvor Wohnhaus von Familie Samuel Maas, dann Moses Pfälzer; in der Scheune des Anwesens Inschrift an Balken: "Von Samuel Maas und seiner Ehefrau erbaut 1813"), Familie Mayer und Klara Maas (Schlossgasse 18, abgebrochen), Familie Kaufmann Moritz Oppenheimer (Bachgasse 106), Familie Karl Pfälzer (Schlossgasse 44), Wohnhaus Familie Moses Pfälzer (Pumpwerkstraße 4).           
    
1933 wurden noch 54 jüdische Einwohner in Hemsbach gezählt (1,8 % von 3.014 Einwohnern). Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung ist ein Teil von ihnen in den folgenden Jahren vom Ort verzogen beziehungsweise ausgewandert: 1936 wurden noch 46, 1938 33, 1939 22 jüdische Einwohner gezählt. Mehrfach wurde zwischen 1933 und 1940 Josef Oppenheimer durch Nationalsozialisten misshandelt. Ab 1935 ging das Geschäftsleben der jüdischen Gewerbebetriebe stark zurück. 1938 wurde die Zigarrenfabrik von Moses Pfälzer "arisiert". Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und beschädigt (s.u.). Die letzten 19 jüdischen Einwohner wurden im Oktober 1940 nach Gurs deportiert.        
   
Von den in Hemsbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jettchen (Gettchen) Apfelbaum geb. Oppenheimer (1866), Lina Emrich (1901), Meta Emrich (1900), Julie Jankau (1869), Rosa Jankau geb. Dannenberg (1864), Betty Königsberger geb. Pfälzer (1884), Ferdinand Maas (1889), Klara Maas (1883), Friedrich Maas (1874), Ludwig May (1867), Pauline May (1871), Auguste Mayer geb. Rothschild (1864), Cäcilie Mayer geb. Rothschild (1866), Emilie Mayer geb. Pfälzer (1874), Joseph Mayer (1882), Selma Mayer geb. Maas (1886), Cäsar Oppenheimer (1849), Josef Oppenheimer (1901), Louis Oppenheimer (1880), Simon Oppenheimer (1877), Sophie Oppenheimer geb. May (1863), Karl Moritz Pfälzer (1895), Zilly Schack geb. Oppenheimer (1862), Lotte Schlösser (1922), Rosa Schlösser geb. Simon (1886), Minna Schwarzschild geb. Koschland (1891).    
  
Für die aus Hemsbach umgekommenen jüdischen Bewohner ist im Gebäude der ehemaligen Mikwe im Synagogenhof eine Erinnerungsstätte eingerichtet. Zur Erinnerung an Cäsar Oppenheimer wurde 1990 ein kleiner Platz inmitten von Hemsbach benannt.     
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1872 / 1876 / 1877 

Hemsbach Israelit 29051872.jpg (41149 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1872: "Zur sofortigen Besetzung ist die Stelle eine Religionslehrers, Vorbeters und Schächters, mit einem jährlichen Gehalt von 200 Gulden bei freier Wohnung und erheblichen Nebenverdiensten, besonders durch den hiesigen Begräbnisplatz, wozu 10 Gemeinden gehören, vakant. Reflektanten wollen sich an den unterzeichneten Vorstand wenden. 
Heinrich Oppenheimer II
. Hemsbach bei Wienheim (Baden)."   
 
Hemsbach Israelit 16021876.jpg (44337 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1876: "In der hiesigen Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters bis zum 1. Mai zu besetzen. Fixer Gehalt ist 500 Reichsmark bei freier Wohnung und Heizung. Nebenverdienste belaufen sich auf ca. 600 Reichsmark. 
Reflektierende wollen sich baldigst an den Unterzeichneten wenden. Ledige erhalten den Vorzug. 
Hemsbach bei Weinheim, 7. Februar 1876 (für verschrieben 1875). Heinrich Oppenheimer II., Vorstand."    
  
Hemsbach Israelit 24051876.jpg (47156 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1876: "In hiesiger Gemeinde wird pro 1. September dieses Jahres die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters vakant. Fixer Gehalt ist 500 Mark nebst freier (schöner) Wohnung, sowie ca. 600 Mark Nebenverdienste. Reflektanten wollen sich baldigst unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten werden. 
Ledige erhalten den Vorzug. 
Hemsbach bei Weinheim (Baden). Der Vorstand Heinrich Oppenheimer II."    
   
Hemsbach Israelit 15081877.jpg (42741 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. August 1877: "Die hiesige israelitische Gemeinde sucht einen Religionslehrer, Kantor und Schochet auf 1. November dieses Jahres mit einem fixen Gehalt von 6 bis 800 Mark nebst schöner Wohnung und erheblichen Nebenverdiensten. 
Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden. Polen und Russen finden keine Berücksichtigung. 
Hemsbach bei Weinheim (Baden), 7. August 1877. Heinrich Oppenheimer II., Vorstand."     

      
40-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Dokow (1921)  

Hemsbach Israelit 17031921.jpg (54216 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1921: "Hemsbach an der Bergstraße, 4. März (1921). Herr Lehrer Dokow, eine durch reiches jüdisches Wissen in weiteren Kreisen bekannte Persönlichkeit, blickt auf eine 40-jährige Tätigkeit am hiesigen Orte zurück. Aus diesem Anlass beabsichtigt die Gemeinde, den 26. März als Jubeltag festlich zu begehen. Die Dankbarkeit der Gemeinde fand bereits ihren praktischen Ausdruck in der Gewährung einer angemessenen Teuerungszulage. Wir beglückwünschen den Jubilar und die Gemeinde."   
 
Fotos zur Lehrerfamilie Dokow
(Quelle: Die Hemsbacher Synagoge 1988)
Hemsbach Dokow 110.jpg (47856 Byte) Hemsbach Dokow 111.jpg (69198 Byte)
Religionslehrer Samuel Dokow, von 1881 bis 1923 in Hemsbach, danach nach Allenstein in Ostpreußen verzogen, 1931 nach Palästina ausgewandert.  Betty Dokow geb. Schellenberg mit den Kindern Cilly, Moritz (im Ersten Weltkrieg gefallen) und Benny

     
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Wohltätige Unterstützungen durch Baron Karl Mayer von Rothschild (1853) 
 

Aus einem Bericht mit Mitteilungen aus Baden in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Januar 1853: "Wenn wir auch nicht von Stiftungen wohltätiger Israeliten zu Gunsten beider Konfessionen aus unserm Lande (sc. Baden) berichten können (s. AZJ No. 29 vorigen Jahres), so können wir doch von der Wohltätigkeit edler Glaubensgenossen erzählen. Herrn Baron Karl Mayer von Rothschild ist in Hemsbach, Rabbinatsbezirk Heidelberg begütert und seine diesem Orte zuteil werdenden Unterstützungen zeigen das reiche Herz des reichen Mannes. Als vor einigen Jahren die Gemeinde eine neue Synagoge baute, erhielt sie von der Familie des Barons die ansehnliche Beisteuer von 2.000 Gulden. Und als jüngst der Herr Baron von der auf der Synagoge noch haftenden Schuldenlast der Gemeinde Kenntnis erhielt, übernahm er diese Schul von 2.500 Gulden unter Verhältnissen, die einem Geschenke gleich kommen. Die Armen des Ortes ohne Unterschied der Konfession erhalten zu bestimmten Zeiten im Jahre namhafte Unterstützungen. Die Schulen und ihre Lehrer werden alljährlich zu Weihnachten von der Frau Baronin mit Geschenken bedacht. Auch die israelitischen Armen der Umgegend erhalten durch Vermittelung eines Dritten von Zeit zu Zeit ansehnliche Almosen."    
  
Baron Karl Mayer von Rothschild (1788 in Frankfurt - 1855 in Neapel): war seit 1839 Ehrenbürger von Hemsbach
(Foto aus: Die Hemsbacher Synagoge. 1988)
Hemsbach KMRothschild 010.jpg (57259 Byte)  

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Diamantene Hochzeit (60-jähriges Ehejubiläum) von Herz Maas und Rickchen geb. Wimpfheimer (1927)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Mai 1927: "Hemsbach (Bergstraße), 10. Mai (1927). Am 7. Mai konnten - mit Gottes Hilfe - Herr Herz Maas und Ehefrau Rickchen geb. Wimpfheimer das seltene Fest des 60-jährigen Ehejubiläums feiern. Der Jubilar ist 87, die Jubilarin 84 Jahre alt und beide noch rüstig. 60 Jahre haben sie ein echt jüdisches Haus geführt, in dem Frömmigkeit und Wohltätigkeit geübt und den Kindern eingepflanzt wurden. Allsabbatlich kann man das altehrwürdige Paar Hand in Hand zum Gotteshause wandern sehen, das sie meistens als erste betreten. Lange Jahre war die Jubilarin 1. Vorsteherin des Israelitischen Frauenvereins und hat es bis heute wohl kaum einmal versäumt, an Kranken und Sterbenden Wohltätigkeit zu üben. 5 Kinder, 17 Enkel und 4 Urenkel ließ Gottes Güte sie heranwachsen sehen. Dem Jubelpaar rufen wir zu: sei stark und fest bis 120 Jahre!"         

    
Zum Tod von Moses Oppenheimer (1929)    

Hemsbach Israelit 21111929.jpg (137724 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1929: "Hemsbach (Bergstraße), 8. November (1929). Einen schweren Verlust hat die hiesige jüdische Gemeinde durch den Tod von Moses Oppenheimer erlitten. Sein Tod hat eine Lücke gerissen, die noch lange schmerzlich empfunden werden wird. Bekleidete er auch kein führendes Amt, so war er doch von größtem Einfluss auf unser religiöses Gemeindeleben. Er war nicht nur für sich ein pünktlicher und fleißiger Besucher des Gottesdienstes, sondern auch seinem Einfluss ist es zu danken, dass fast täglich wenigstens abends ein Minjan zustande kam. durch Wort und Beispiel feuerte er die Jugend zum regelmäßigen Besuch des Gotteshauses an. Er war ein Jehudi vom alten Schlag. Rechtschaffenheit und Fleiß waren seine markantesten Charakterzüge. Getragen war sein ganzes Wesen von einer tief gefühlten Religiosität. Seine Wahrheit (gemeint: Religion) war ihm Stab und Stütze in allen Lebenslagen und sein Herz hängte mit allen Fasern an den Vorschriften seiner Religion und den althergebrachten Gebräuchen. Seinen Kindern gab er ein gutes Beispiel der Elternverehrung. Selbst schon mehrfacher Familienvater hing er mit inniger Liebe und Hochschätzung an seiner Mutter und so durfte er auch gleich Liebe und Verehrung durch seine Kinder erfahren. Welcher Hochachtung und Wertschätzung er sich auch bei seinen andersgläubigen Mitbürgern erfreute, kam bei seiner am 2. Tag Rosch Hachodesch (sc. dann war die Beisetzung wohl am 2. Cheschwan = 5. November 1929) erfolgten Beerdigung durch die enorme Beteiligung der hiesigen christlichen Einwohner und der aus den nächsten Nachbardörfern zum Ausdruck. Herr Lehrer Gold bedauerte es aufrichtig, dem wackeren Jehudi, der als Muster des Fleißes, der Rechtschaffenheit und der Frömmigkeit bezeichnete, wegen des Rosch-Hachodesch (Monatsbeginns) keinen Nachruf widmen zu können. Möge Gott die Witwe und die Kinder trösten. In der jüdischen Gemeinde wir Moses Oppenheimer unvergessen bleiben. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    

           
Über Cäsar Oppenheimer (Hemsbach 1849 - Gurs 1940) 

Nach Cäsar Oppenheimer ist im Ort des "Cäsar-Oppenheimer-Platz" benannt. Über ihn ist bei Hundsnurscher/Taddey s. Lit. S. 132 zu lesen: "Unter den Stoffhändlern (in Hemsbach) genoss Cäsar Oppenheimer besonderes Ansehen. Um die Jahrhundertwende (sc. um 1900), galt er als der reichste Mann in Hemsbach. Er half vielen Nichtjuden finanzielle, ohne hypothekarische Sicherheit dafür zu verlangen. Durch den Ersten Weltkrieg und die Inflation zerrann sein Vermögen. Er ließ sich dadurch nicht beirren und arbeitete bis in sein hohes Alter als Stoffhändler. Bei der Bevölkerung war der gütige und hilfsbereite Mann sehr beliebt. Ihr heftiger Protest konnte trotzdem nicht verhindern, dass der 91-jährige nach Gurs deportiert wurde, wo er schon am 3. Dezember 1940 den schweren Strapazen erlag".    

  
    
   

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge   
    
Spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war auf Grund der Zahl der jüdischen Einwohner ein Betsaal vorhanden. Ob dieser zunächst in einem jüdischen Privathaus eingerichtet wurde oder damals schon in einem Anbau zum Wehrtorhaus (Werretor, Pfälzische Zollstätte), ist nicht bekannt. Hier war er jedenfalls in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das "Werretor" stand in der westlich um den Ort führenden Dorfmauer an der "Gemein Gaß" (ungefähr heutige Bachgasse). 1797 musste die jüdische Gemeinde ihren Betsaal für 70 Gulden verpfänden. Danach fanden die Gottesdienste in einem Privathaus statt. 
  
1843 kaufte die jüdische Gemeinde unter ihrem damaligen Vorsteher Max Pfälzer im Ortskern von Hemsbach das heutige Grundstück Mittelgasse 16 und ließ es im folgenden Jahr durch den Geometer Stautz vermessen. Sein Grundstücksplan ist bis heute erhalten. 1845 wurden von Baumeister Valentin Fuchs Pläne für eine Synagoge mit Schule, Lehrerwohnung und einem Badhaus angefertigt, die noch im selben Jahr verwirklicht werden konnten. Das Gebäude wurde im Rundbogenstil erbaut. Im zweigeschossigen Hauptbau befand sich im östlichen Teil der Betsaal mit einer Frauenempore. Im westlichen Teil war im Erdgeschoss die Lehrerwohnung untergebracht. Über dem Eingang zum Synagogengebäude wurde als Inschrift ein (hebräisches) Zitat aus 1. Könige 8,38ff angebracht: "Jedes Gebet und Flehen eines jeden einzelnen Menschen, der inne wird und die Not seines Herzens erkennt, und seine Hände zu diesem Haus erhebt, das höre du im Himmel, dem Ort deines Wohnens, verzeih und führe es aus". An der Südseite des Synagogenhofes wurde ein Badhaus mit rituellem Bad erstellt. 
   
Der Baumeister der Hemsbacher Synagoge Valentin Fuchs (1813-1850) war ein Schüler des großen badischen Baumeisters der Romantik Heinrich Hübsch (1795-1863). Wie der Bau der Synagoge finanziert wurde, ist im einzelnen nicht bekannt, eine beträchtliche Summe von 2.000 Gulden schenkte jedoch der in Hemsbach seit 1839 lebende Karl Meyer Freiherr von Rothschild zum Bau der Synagoge. Seine Familie erhielt einen Ehrenplatz in der neu erbauten Synagoge. Als um 1850 die Gemeinde immer noch beträchtliche Restschulden hatte, übernahm diese großenteils wieder Freiherr von Rothschild. 
     
1895 traf die jüdische Gemeinde ein schweres Brandunglück. In der Nachbarschaft brach auf Grund einer Brandstiftung in einem landwirtschaftlichen Anwesen ein Feuer aus, dem insgesamt fünf Scheunen, mehrere Ställe sowie die Synagoge zum Opfer fielen. Der Brand in der Synagoge konnte zwar bald gelöscht werden, dennoch musste in den folgenden Monaten ein komplett neuer Dachstuhl erstellt werden; das Dach wurde mit Tonfalzziegeln neu eingedeckt.
         
Die Synagoge wird "ein Raub der Flammen" (1895)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. April 1895: "Aus Baden. In Hemsbach, Amt Weinheim, ist ein Brand während der jüngsten Feiertage ausgebrochen, der mehrere Scheuern in Asche legte; infolge dessen wurde auch die anstoßende Synagoge ein Raum der Flammen. Die heiligen Fahrnisgegenstände konnten gerettet werden. Die Synagoge ist noch nicht alt und hatte bei dem Neubau der selige Baron Herr Anselm von Rothschild einen großen Teil der Baukosten bezahlt, da er hier ein Landgut mit Schloss besessen. In der Synagoge hatte derselbe einen eigenen Platz, welcher auf dessen Erben übergegangen ist. L."  

Kleinere Umbauten und Renovierungen wurden 1906 vorgenommen.   
       
Beim Novemberpogrom 1938 brachten auswärtige SA-Leute am 10. November 1938 in der Synagoge eine Sprengladung zur Explosion, wodurch beträchtliche Zerstörungen angerichtet wurden. Eine Inbrandsetzung des Gebäudes wurde durch Nachbarn verhindert, die ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude befürchteten. Daraufhin wurden Gebetbücher, Ritualgegenstände und andere Einrichtungsgegenstände in den Hof geworfen und dort angezündet. 

In das Gebäude zog wenig später eine Matratzenfabrik mit ihrem Lager ein. Nach 1945 wurde es als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien verwendet, nach 1960 bis 1984 für Sozialwohnungen ausländischer Mitbürger. Der ehemalige Betsaal wurde durch Trennwände und Zwischenböden völlig verändert. Ende der 1960er-Jahre wollte man noch mit einem Teil der Hemsbacher Altstadt auch die ehemalige Synagoge abreißen, um neue Wohnhäuser zu bauen.   
         
Erste Überlegungen für eine sinnvollere Nutzung des baulich inzwischen völlig heruntergekommenen Gebäudes wurden um 1980 angestellt. 1981 erwarb die Stadt die ehemalige Synagoge. 1982 wurde sie als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen und genießt seitdem den Schutz nach § 12 des Denkmalschutzgesetzes von Baden-Württemberg. 1982 begann eine Projektgruppe der Schiller-Hauptschule, eine Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hemsbach zu erstellen, die 1984 abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. 1984 bildete sich ein "Förderverein Ehemalige Synagoge in Hemsbach e.V." (erste Vorsitzende war Margret Richter). Die Restaurierungsarbeiten unter dem Architekten Friedrich Reidel konnten 1985 beginnen. 
   
Die Mitglieder des Vereins und Schüler der Hemsbacher Haupt- und Realschule unternahmen im Juli 1985 eine große Entrümpelungsaktion, um die sich im Gebäude seit 1942 angesammelten großen Gerümpelmengen auszuräumen. Die Restaurierungen wurden im Herbst 1987 mit der Erneuerung des Badhauses abgeschlossen. Ziel der Arbeiten war es, den alten Zustand der Gebäude soweit wie möglich wiederherzustellen.    

Hemsbach Synagoge 250.jpg (33359 Byte)Am 14. September 1987 wurde die restaurierte ehemalige Synagoge wieder eingeweiht (Titel der Einladung siehe links). Der Betsaal dienst seitdem für kulturelle Zwecke, die der Würde des Hauses entsprechen. Das ehemalige Badhaus ist zur Gedenkstätte für die ehemalige jüdische Gemeinde hergerichtet. In ihr finden sich auch Gedenktafeln mit den Namen der in den Vernichtungslagern umgekommenen Hemsbacher Juden.   

Anmerkung: Eine aus der Synagoge 1938 gerettete Torarolle befindet sich in einer Synagoge in Tom's River (USA).        

Anschrift des Synagogengebäudes:   Mittelgasse 16     

Fotos 
Historische Fotos: 

Historische Fotos der Synagoge sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an den 
Webmaster von Alemannia Judaica: Adresse siehe Eingangsseite

 
Vor der Synagoge 1936
(Quelle: Die Hemsbacher Synagoge, Hrsg. von Edwin H. Höhn 1988 s. Lit.)
Hemsbach Dok 110.jpg (81154 Byte)
  1936 stellten sich jüdische Männer von Hemsbach zu einem Foto auf der Treppe zur Synagoge auf; von links: Moses Simon, Wilhelm Oppenheimer, Hermann Simon, Caesar Oppenheimer, Ernst Günzburger, Moritz Oppenheimer, Lehrer Siegfried Gold, unbekannt, Oppenheimer, Josef Oppenheimer, Theo Pfälzer, Adolf Plaut, Meier Plaut und Karl Pfälzer.
 


Fotos nach 1945/Gegenwart:

Foto um 1965:
(Quelle: Hundsnurscher/Taddey s. Lit. Abb. 93)
Hemsbach Synagoge 050.jpg (75784 Byte)   
   Blick auf die hohen Fenster des ehemaligen Betsaales   
     
Fotos 1984 vor der Restaurierung
(Fotos: Hahn)
  
Hemsbach Synagoge 100.jpg (70033 Byte) Hemsbach Synagoge 102.jpg (81203 Byte) Hemsbach Synagoge 101.jpg (69016 Byte)
Die ehemalige Synagoge dient als Notunterkunft Die charakteristischen Rundbogenfenster des Betsaales Der Eingang mit der Portalinschrift
     
Hemsbach Synagoge 105.jpg (76915 Byte) Hemsbach Synagoge 104.jpg (50113 Byte) Hemsbach Synagoge 103.jpg (56363 Byte)
Die ehemalige Mikwe 
(rituelles Bad)
Blick von der Mittelgasse; links das Gebäude der Mikwe Die ehemalige Synagoge überragt noch immer die umliegenden Häuser
     
Fotos Sommer 1987 nach Abschluss der Restaurierung:
(Fotos: R. Rasemann)
Hemsbach Synagoge 303.jpg (71099 Byte) Hemsbach Synagoge 304.jpg (55896 Byte) Hemsbach Synagoge 305.jpg (67194 Byte)
Gesamtansicht des Gebäudes Blick in den ehemaligen Betsaal Blick über die Frauenempore 
     
Hemsbach Synagoge 302.jpg (89844 Byte) Hemsbach Synagoge 300.jpg (61060 Byte) Hemsbach Synagoge 301.jpg (56568 Byte)
Die ehemalige Mikwe - noch vor der Restaurierung Die Portalinschrift, Zitat aus 1. Könige 8,38: "Jedes Gebet und Flehen eines jeden einzelnen Menschen, der inne wird und die Not seines Herzens erkennt, und seine Hände zu diesem Hause erhebt, das höre du im Himmel, dem Ort deines Wohnens, verzeih und führe es aus." Erbaut im Jahre (5)605 (= 1845 n.d.Z.) Über der Eingangstüre: Portalinschrift (siehe links) und Fenster der ehemaligen Lehrer-/Vorsängerwohnung
     
Zwei Farbfotos Hemsbach Synagoge 140.jpg (29297 Byte) Hemsbach Synagoge 141.jpg (45279 Byte)
  Blick zur seitlichen Frauenempore Blick zur Decke und dem modernen Leuchter
     
Fotos 1987 - Restaurierung des Badhauses Hemsbach Synagoge 142.jpg (40266 Byte) Hemsbach Synagoge 143.jpg (62354 Byte)
   Das Badhaus wurde erst nach Fertigstellung des Haupthauses restauriert
   
Fotos 2003/04:
(Quelle für obere Zeile: www.hemsbach.de; Fotos darunter: Hahn, Aufnahmedatum 11.9.2003 bzw. mit *) von J. Krüger, Karlsruhe, Sommer 2004)
 Hemsbach02.jpg (47311 Byte) Hemsbach Synagoge 099.jpg (68931 Byte)
  Synagogengebäude von 
Westen
 Blick von der Mikwe zum Synagogeneingang
     
Hemsbach Synagoge 150.jpg (51075 Byte) Hemsbach Synagoge 193.jpg (48970 Byte) Hemsbach Synagoge 192.jpg (40836 Byte)
Hinweisschild zur ehemaligen Synagoge Blick von der gegenüber liegenden Kirche* Blick auf die Nordfassade*
     
Hemsbach Synagoge 190.jpg (44890 Byte) Hemsbach Synagoge 155.jpg (51082 Byte) Hemsbach Synagoge 191.jpg (42360 Byte)
Links des Eingangs der frühere Schulsaal, darüber die Lehrerwohnung* Die Südseite des Gebäudes Die Portalinschrift*
     
Hemsbach Synagoge 157.jpg (52458 Byte) Hemsbach Synagoge 154.jpg (30564 Byte) Hemsbach Synagoge 158.jpg (39625 Byte)
Die ehemalige Mikwe Der Schaukasten für die Veranstaltungen in der ehemaligen Synagoge  

   
Das Rathaus in Hemsbach - 1852 erbaut von Karl Mayer Freiherr von Rothschild als privates Schloss in englischem Stil mit großer Parkanlage; 
seit 1925 Rathaus der Gemeinde Hemsbach
(Fotos: J. Krüger, Karlsruhe im Sommer 2004)

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Das ehemalige Rothschild'sche Palais Auf dem Brunnen vor dem Rathaus sind auch die vier Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus der jüdischen Gemeinde verzeichnet

     
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Hemsbach
Website des Fördervereins "Ehemalige Synagoge in Hemsbach"  
Seite über den jüdischen Friedhof Hemsbach (interner Link)  
Informationsseite über den Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach e.V. (interner Link)  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 131-133.
Margret Richter und Schülergruppe der Friedrich-Schiller-Hauptschule Hemsbach: Dokumentation "Spuren - Erinnerungen – unsere Nachbarn jüdischen Glaubens". 1984.
Harald Hößler: Juden in Hemsbach von 1660-1933. Zulassungsarbeit PH Heidelberg. 1984.
"Die israelitische Gemeinde bis 1940", in: Hemsbach an der Bergstraße im Wandel der Zeit, hg. Julius Friedrich Kastner. Hemsbach 1980. S. 434-462.
Renate Kienle: Das ehemalige jüdische Gemeindezentrum in Hemsbach, Rhein-Neckar-Kreis, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg (I/1983) S. 8-12.
Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim, in: Die Kunstdenkmäler Badens X,3 (1967) S.66,74.
Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg  1987 S. 79ff.
Die Hemsbacher Synagoge. 1988 – 150 Jahre Synagoge – 1200 Jahre Hemsbach.
Hemsbach Dok 1988.jpg (59619 Byte)Die Hemsbacher Synagoge. Sonderdruck aus dem "Hemsbacher Stadt-Anzeiger" - Heimatbeilage "Die Dorfheimat". Hrsg. von Edwin H. Höhn. Hemsbach 1988. 
Zusammenstellung der Heimatbeilage zum "Hemsbacher Stadt-Anzeiger" Nr. 46 vom August 1987, Nr. 47 vom September 1987, Nr. 48 und vom September 1987, Nr. 14 vom Oktober 1984  
"Der Vorzeit Tage gedenke". Geschichte der Juden in Hemsbach und an der mittleren Bergstraße. 18.-30. September 1995. 
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 323-325.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

  

     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hemsbach  Baden. Jews first settled in the 16th century, mainly earning their livelihoods selling meat. The Jewish cemetery, opend in 1578, was one of the oldest and largest in North Baden and served eight communities. In 1846, baron Anselm Rothschild of Frankfurt financed the construction of a synagogue and in 1836-72 a Jewish elementary school was in operation. The Jewish population reached a peak of 140 in 1871, thereafter declining steadily to 54 in 1933 (total 3,014). Under the economic boycott instituted by the Nazis, most Jewish businesses closed down by 1935. Through 1939, 33 Jews emigrated, 23 to the United States. The last 16 werde deported to the Gurs concentration camp on 22. October 1940; five survived the Holocaust.  
     

  

                   
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Stand: 15. Dezember 2009