Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sennfeld (Stadt Adelsheim, Neckar-Odenwald-Kreis) 
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In Sennfeld bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Möglicherweise waren auch bereits seit dem 14. Jahrhundert Juden am Ort (vergleiche zu Adelsheim). 1718 werden sieben Juden als Untertanen derer von Berlichingen in Sennfeld genannt. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 96 jüdische Einwohner (9,8 % von insgesamt 983 Einwohnern), 1875 121 (9,7 % von 1.253), höchste Zahl jüdischer Einwohner um 1895 mit 124 (10,1 % von 1.144), 1900 114 (10,6 % ), 1910 97 (9,7 % von 997). Die Sennfelder Juden lebten bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausschließlich vom Vieh-, Pferde- und Getreidehandel. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde in Korb (1903) gehörten die dort noch lebenden jüdischen Einwohner gleichfalls zur Gemeinde in Sennfeld.   
   
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 war Salomon Rosenfeld Kriegsteilnehmer. Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Moritz Arthur Langnas (geb. 1.2.1894 in Lodz, gef. 1.11.1916), Hermann Levi (geb. 31.3.1898 in Sennfeld, gef. 11.10.1917), Max Levi (geb. 6.7.1894 in Sennfeld, gef. 23.10.1914), Isak Neuberger (Frankfurt), Hermann Neumann (Frankfurt), Israel Thalheimer (geb. 25.7.1886 in Sennfeld, gef. 9.10.1915), Julius Wolf (Heilbronn, geb. 5.5.1882 in Sennfeld, gef. 21.3.1918). Die Namen der Gefallenen stehen auf einem Ehrenmal im jüdischen Friedhof.   
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten Ausschreibung der Stelle von 1850). In besonderer Weise hat seit 1876 Lehrer Nathanael Wolf das Gemeindeleben geprägt: 1907 trat er in Ruhestand, nachdem er 31 Jahre in der Gemeinde gewirkt hatte. Sein Nachfolger war vermutlich direkt Lehrer Gundersheimer (1911 in der unten stehenden Anzeige genannt). Die Gemeinde gehörte seit 1827 dem Rabbinatsbezirk Merchingen an, der seit 1886 vom Mosbacher Rabbiner mitverwaltet wurde.   
   
Um 1924, als noch 72 jüdische Einwohner gezählt wurden (7,4 % von insgesamt 970 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Karl Reis, Isak Thalheimer und Adolf Neuberger. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte Herr Gundersheimer tätig. An jüdischen Vereinen bestand zur Wohlfahrtspflege der Armenverein (1924 unter Leitung von Karl Reis) sowie eine Ortsgruppe des Centralvereins. 1932 waren die Gemeindevorsteher Maier Levi (1. Vors.), Leopold Kaufmann (2. Vors.) und Salomon Neuberger (3. Vors.). Für die Belange des jüdischen Friedhofes gab es einen "Friedhofsausschuss" unter Vorsitz von Maier Levi. Im Schuljahr 1931/32 erhielten 7 jüdische Kinder Religionsunterricht.  
    
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Metzgerei Ferdinand Falk (Hauptstraße 45, abgebrochen; ehem. Schlachthaus wird als Lager genutzt), Metzgerei Schmai Falk (Schlossstraße 6), Schuhmacher Isaak Hamburg (Hauptstraße 43), Bäckerei und Mazzenversand Leopold Kaufmann (bis 1924, Hauptstraße 44), Pferdehandlung Maier Levi (Hauptstraße 26), Getreide- und Viehhandlung mit Landwirtschaft Siegfried Levi (Hauptstraße 38), Viehhandlung und Landwirtschaft Adolf Neuberger (Hauptstraße 55), Viehhandlung und Landwirtschaft Isaak Neuberger (Hauptstraße 60), Metzgerei Sally Neumann (Bahnhofstraße 2), Getreide-Großhandlung Karl Reiß (Hauptstraße 61), Viehhandlung mit Landwirtschaft Salomon Neuberger (Kirchgasse 2),  Viehhandlung mit Landwirtschaft Isaak Thalheimer (Hauptstraße 37). 
  
1933 lebten noch 56 jüdische Personen in Sennfeld. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien verließ alsbald ein Teil der jüdischen Einwohner den Ort. Immer mehr jüdische Familien verarmten und waren auf die jüdischen Fürsorgeeinrichtungen angewiesen.
  
1936 bis 1939 bestand eine Hachschara, ein landwirtschaftliches Lehrgut für die Vorbereitung von Jungen und Mädchen zur Auswanderung nach Palästina in den Anwesen von Adolf und Isaak Neuberger (Hauptstraße  55 und 60).Auf dem Lehrgut wurden innerhalb dieser Zeit etwa 56 Jugendlich aus allen Teilen Deutschlands vor ihrer Auswanderung nach Palästina praktisch und theoretisch in die Landwirtschaft eingeführt und erhielten Unterricht in Hebräisch, Soziologie, Geschichte, jüdischer Gegenwartskunde, Literatur und Naturwissenschaft.
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört (s.u.). Das landwirtschaftliche Lehrgut sowie einige jüdische Wohnungen wurden gleichfalls durch SA-Leute aus Osterburken, Adelsheim und Eberbach gestürmt und verwüstet. Jüdische Einwohner wurden misshandelt, darunter wurde dem 75jährigen Josef Levi ein Schultergelenk ausgerenkt. Bis 1940 konnten 29 jüdische Personen in die USA (14), nach Palästina (6), Argentinien (4) und in andere Länder emigrieren. Sechs Personen waren in dieser Zeit noch am Ort verstorben. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 21 jüdischen Einwohner nach Gurs / Südfrankreich deportiert. 1944 wurde noch die mit einem nichtjüdischen Mann verheiratete Flora Schaller geb. Reis in das Ghetto Theresienstadt verschleppt. Sie konnte zwar 1945 zurückkehren, starb jedoch an den Folgen der Lagerzeit 1946 in Karlsruhe. 
  

Von den in Sennfeld geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Friederike Bodenheimer geb. Zwang (1856), Abraham Falk (1889), Emil Fleischhacker (1910), Lot Fleischhacker (1940), Frieda Fröhlich geb. Neuberger (1888), Gerson Grünfeld (1873), Josef Kaufmann (1883), Max Kaufmann (1903), Samuel Kaufmann (1878), Joseph Levi (1863), Adolf Neuberger (1874), Eduard Neuberger (1869), Elisabeth Neuberger (1919), Gida Neuberger geb. Thalheim (1894), Hans Neuberger (1918), Ida Neuberger geb. Waitzfelder (1884), Isack Neuberger (1884), Salomon Neuberger (1872), Selma Neuberger geb. Rollmann (1883), Sigmund Neuberger (1874), Johanna (Juliana) Neumann geb. Zwang (1888), Rolf Neumann (1934), Berta Reis geb. Wolf (1866), Milli Reis (1899), Berta Stein geb. Neuberger (1869), Claire Stern geb. Thalheimer (1896), Ida Straus geb. Zwang (1875), Fanny Zwang (1862).          
   
   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
   
Ausschreibung  der Stelle des Lehrers und Vorsängers 1850
     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 16. Februar 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Sennfeld, Synagogenbezirks Bödigheim, womit überdies in Folge höherer Bestimmung, die Erteilung des Religionsunterrichts an die schulpflichtige israelitische Jugend zu Korb (statt: Kork), nach einer mit dem dortigen Synagogenrate desfalls zu treffenden Übereinkunft, verbunden ist, ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Bödigheim sich zu melden. 
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."    

   
Zum Tod von Lehrer Moses Münzesheimer (1892; bis 1844 Lehrer in Sennfeld, danach in Leutershausen)
Moses Münzesheimer stammte aus Rohrbach.   

Neidenstein Israelit 18021892.jpg (89020 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1892: "Worms. Am Freitag hat man dahier einen Mann zu Grabe getragen, dessen Tod, besonders im Großherzogtum Baden, seinem früheren Wirkungskreise, recht viele Teilnahme erwecken wird. Es ist dies Moses Münzesheimer, Hauptlehrer in Pension. Derselbe gehörte noch zu denjenigen Lehrern, welche unter Nahholz das Seminar in Rastatt besuchten. Münzesheimer bekleidete die Schulstelle zu Sennfeld, Leutershausen und schließlich zu Neidenstein, Bezirksrabbinat Heidelberg. An letzterem Ort wirkte er eine lange Reihe von Jahren als öffentlicher Lehrer und Kantor. Wie die Kreisschulvisitatur Mosbach sich stets in der anerkennendsten Weise über die Leistungen Münzesheimers als Elementarlehrer aussprach, so war dies auch mit seinen Leistungen als Religionslehrer der Fall. Als im Jahre 1878 die Kommunalschulen in Baden allgemein eingeführt wurden, wurde er pensioniert. Er übersiedelte alsdann hierher, wo schon einige Jahre vorher, mehrere seiner Kinder sich selbständig gemacht hatten. Trotz seiner 74 Jahre war der Verstorbene ein so rüstiger, körperlich und geistig frischer Greis, dass er noch die Absicht hatte, sich in Heidelberg einer Augenoperation zu unterziehen. Montag Abend wohnte er noch wie alltäglich dem Abendgottesdienste an; Mittwoch beendete ganz unerwartet ein Herzschlag sein leben. Bei seiner Beerdigung, die unter großer Beteiligung stattfand, schilderte Rabbiner Dr. Stien in beredter Weise das Leben des Hingeschiedenen, indem er dabei in meisterhafter Weise, das Bild eines treuen und tüchtigen Lehrers entrollte. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. R."      

    
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1875  

Sennfeld Israelit 03111875.jpg (47253 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1875: "Die israelitische Religionslehrer-Stelle dahier, verbunden mit dem Schächter- und Vorsängerdienst, mit einem jährlichen Gehalt von 700 Mark und den üblichen nicht unbedeutenden Neben-Gefällen und freier Wohnung. 
Einem verheirateten Mann geben wir den Vorzug. Die sich Bewerbenden wollen sofort ihre Offerten unter der Adresse 'Dem Synagogenrat Sennfeld im Großherzoglich Badischen Bezirksamt Adelsheim' einsenden. 
Der Synagogenrat
."
Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich erfolgreich Lehrer Nathanael Wolf, der bis dahin in Großeicholzheim als Lehrer gewirkt hatte.   

         
Auszeichnung für Lehrer Nathan(ael) Wolf (1898)  

Reilingen AZJ 21101898.jpg (91576 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Oktober 1898: "Nachdem aus dem Vermächtnis der Michel Weil Eheleute in Straßburg zur Verleihung von Preisen auf 2. August dieses Jahres die Summe von 640 Mark der Behörde zur Verfügung gestellt worden ist, hat dieselbe dem Hauptlehrer Elias Jakob in Bühl einen Preis von 200 Mark und den Religionsschullehrern Nathan Wolf in Sennfeld, Abraham Heimberger in Reilingen, Jesaias Schwarzwälder in Schluchtern und Moses Lippmann in Karlsruhe je einen Preis im Betrage von 100 Mark in Anerkennung ihrer langjährigen, verdienstlichen Leistungen auf dem Gebiet des israelitischen Religionsunterrichts zuerkannt. Der Restbetrag von 40 Mark wurde zum Ankauf geeigneter Bücher, welche als Aufmunterungspreise an jüngere strebsame Lehrer verteilt werden sollen, bestimmt."     

   
Weitere Auszeichnung für Lehrer Nathanael Wolf (1899) 

Sennfeld Israelit 18091899.jpg (82465 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1899: "Sennfeld, 7. September (1899). Heute Nachmittag fand dahier auf dem Rathause durch den Großherzoglichen Amtsvorstand, Herrn Oberamtmann Dr. Mays die Überreichung der von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog dem hiesigen israelitischen Religionslehrer Herrn Wolf verliehenen Auszeichnung statt. Zu dem feierlichen Akte hatte sich der Gemeinderat, der evangelische Geistliche, der Synagogenrat, sowie die Lehrerschaft eingefunden. Nach der Ansprache des Großherzoglichen Amtsvorstandes dankte der Dekorierte, worauf Herr Bürgermeister Gramlich ein Hoch auf unseren geliebten Großherzog ausbrachte. Im 'Engel' fand später ein gemütliches Beisammensein statt, bei welchem der hiesige evangelische Geistliche im Namen der evangelischen Gemeinde dem Dekorierten Glück zu seiner Auszeichnung wünschte. Die wirkungsvolle Ansprache klang aus in ein Hoch auf Herrn Lehrer Wolf. Der Dekorierte - hoch geschätzt von jedermann - wirkt nun 45 Jahre als Lehrer, wovon 23 Jahre in Großeicholzheim und die übrigen 22 Jahre in Sennfeld. Möge Herr Lehrer Wolf sich noch lange Jahre in ungetrübter Frische des Geistes und Körpers der hohen Auszeichnung erfreuen."  
    
Worblingen Israelit 26101899.jpg (36249 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1899: "Eppingen, 12. Oktober (1899). In der jüngsten Zeit wurden drei israelitische Religionslehrer von Seiner Königlichen Hoheit, dem Großherzog von Baden goldene Verdienst-Medaillen gnädigst verliehen: den Herrn Lehrern Brandeis in Worblingen, Schwarzwälder in Schluchtern und Wolf in Sennfeld..."   

    
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Nathanael Wolf mit Verleihung des "Chower"-Titels (1901)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. April 1901: "Am Sabbat Saßrija Mezorah veranstaltet die hiesige Gemeinde zu Ehren der 25jährigen Tätigkeit des Herrn Lehrer N. Wolf in Sennfeld eine Feier, die sich zu einer imposanten Kundgebung für den Jubilar gestaltete. Die Gemeinde überreichte Herrn Wolf als Zeichen der Hochschätzung und seiner treu geleiteten Dienste einen prächtigen Pokal mit entsprechender Inschrift. Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein aus Mosbach hob bei der Festpredigt, welche ein wahres Meisterwerk der Rhetorik war, die besonderen Verdienste des Jubilars hervor, die er sich schon um das Wohl der Gemeinde erworben habe. Rührend war der Augenblick, als Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein bemerkte, dass er zwar keine Orden verleihen könne - Herr Lehrer Wolf besitzt nämlich die goldene Verdienstmedaille - aber das, was er vergeben könne, bringe er ihm heute mit, nämlich den 'Chower'-Titel.  
Am Nachmittag fand ein Bankett statt, woran sich nicht nur die Gemeindemitglieder von Sennfeld und Adelsheim beteiligten, sondern auch der Ortsgeistliche, die Lehrer, die gesamte Gemeindeverwaltung und sehr viele Ortsbürger von Sennfeld waren anwesend, welche in schönen Worten ihren Freundschaftsgefühlen für den Jubilar Ausdruck verliehen. 
Möge es Herrn Wolf noch lange vergönnt sein, den erhaltenen Ehrentitel in steter Gesundheit führen zu können."

  
Ankündigung des 50-jähriges Dienstjubiläums von Lehrer Wolf (1904)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1904: "Sennfeld (Baden). Am 10. Mai dieses Jahres feiert Lehrer Wolf dahier sein 50-jähriges Dienstjubiläum."   

   
50-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Nathanael Wolf (1904) 

Sennfeld Israelit 16051904.jpg (76009 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1904: "Sennfeld. Am 10. Mai (1904) feierte Herr Lehrer Wolf dahier sein 50jähriges Lehrerjubiläum. Als Anerkennung seiner sehr erfolg- und segensreichen Tätigkeit erhielt derselbe vom Großherzoglichen Oberrat der Israeliten das Bild Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Baden in Lebensgröße mit sehr huldvollem Schreiben. Von Nah und Fern, von Freunden und Bekannten liefen zahlreiche, herzliche Glückwünsche ein, die beweisen, wie Herr Wolf allerseits geachtet und geehrt wird. Der Jubilar, der sowohl in geistiger als auch in körperlicher Beziehung eine noch fast jugendliche Frische zeigt, war nur in zwei Gemeinden tätig - vor 22 Jahren in Großeicholzheim und 28 Jahre in Sennfeld - eine Tatsache, die man heute selten antrifft. Möge die Zukunft auch ferner Herrn Wolf nur heitere und glückliche Tage bringen."

    
Lehrer Nathanael Wolf tritt in den Ruhestand (1907)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1907: "Sennfeld (Baden), 27. Januar (1907). Zu Ehren des bis zum 1. Februar dieses Jahres in Ruhestand tretenden Herrn Lehrers Wolf, fand am 26. Januar eine sehr zahlreich besuchte Abschiedsfeier statt, welche Zeugnis von der großen Beliebtheit des Herr Wolf, der 31 Jahre hier wirkte, ablegte. In den verschiedenen Ansprachen - so auch von dem Ortsgeistlichen - wurden die zahlreichen Verdienste des aus dem Amte Scheidenden um Schule und Gemeinde, seine große Menschenfreundlichkeit und Nächstenliebe, rühmend hervorgehoben. Als Zeichen der Anerkennung seitens der Gemeinde, überreichte Herr Vorstand Reis eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. Schon vor Jahren erhielt Herr Wolf von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Baden die goldene Verdienstmedaille."

  
Goldene Hochzeit von Lehrer Nathanael Wolf und seiner Frau Regina geb. Kälbermann (1910)    

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juli 1910: "Sennfeld (Baden). Lehrer a.D. Wolf und Frau geb. Kälbermann feierten die goldene Hochzeit." 
  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Juni 1910: "Herr Nathanael Wolf und seine Ehefrau Regina geb. Kälbermann, begehen am 19. Juni dieses Jahres das Fest der Goldenen Hochzeit. Herr Wolf hat über 50 Jahre als israelitischer Religionslehrer amtiert, ist Inhaber der goldenen Verdienstmedaille Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Baden und domiziliert heute noch am Platze seiner letzten Stelle in Sennfeld in Baden." 
     
 
Zum Tod von Lehrer Nathanael Wolf (1912)   
Sennfeld Dok 280.jpg (90382 Byte)Eintragung im Toten- und Friedhofsbuch der jüdischen Gemeinde Sennfeld (1884-1939; online einsehbar über die Website des Landesarchivs Baden-Württemberg): "No 84: Lehrer Nathanael Wolf, Lehrer a.D. starb nach 31-jähriger Tätigkeit am hiesigen Platze, in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 1 Uhr am 4. August 1912 und wurde beerdigt am 6. August 1912 unter sehr starker Beteiligung, am Dienstag mittag 1 Uhr. Reihe III No. 10."     
    
Sennfeld Friedhof 151.jpg (75343 Byte)Links: Grabstein für Lehrer Nathanael Wolf und seiner Frau Regina geb. Kälbermann auf dem jüdischen Friedhof Sennfeld.

     
Anzeige/Spendenaufruf von Lehrer Gundersheimer (1911) 

Sennfeld FrfIsrFambl 10031911.jpg (39550 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. März 1911: "Dringende Bitte
Für alleinstehende, ältere kranke und allen Mitteln entblößte Person, bittet der Unterzeichnete um milde Gaben. Quittung erfolgt in diesem Blatte.
  Lehrer Gundersheimer, Sennfeld, Baden."   

     
   

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
 
Michael Rothschild aus Sennfeld wird Lehrer in Hemsbach (1850)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 13. März 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die durch die Berufung des Hauptlehrers Moses Adler in Hemsbach an die öffentliche israelitische Schulstelle in Rust erledigte gleiche Stelle in Hemsbach wurde dem Schulkandidaten Michael Rothschild von Sennfeld, bisherigen Religionsschullehrer und Vorsänger bei der israelitischen Gemeinde Ittlingen, übertragen".      

  
Zum 90. Geburtstag von Joseph Heidelberger (geb. 1844 in Sennfeld und bis 1924 hier wohnhaft) 
Anmerkung: Joseph Heidelberger ist am 20. Dezember 1934 von Bad Mergentheim in das jüdische Altersheim nach Heilbronn-Sontheim verzogen, wo er am 8. November 1935 verstorben ist. Er wurde an 10. November 1935 "unter überaus großer Beteiligung von nah und fern zur letzten Ruhe bestattet" im jüdischen Friedhof in Sennfeld (RSA-Register)).   

Sennfeld Israelit 05071934.jpg (59845 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1934: "Bad Mergentheim, 2. Juli (1934). Vor kurzem feierte Herr Joseph Heidelberger in körperlicher und geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag. Herr Heidelberger, in Sennfeld (Baden) geboren und dort bis vor 10 Jahren wohnhaft, ist sowohl bei seinen Geschäftsfreunden infolge seiner Reellität und Hilfsbereitschaft als auch bei seinen Bekannten dort und hier wegen seines freundlichen und liebenswürdigen Wesens allgemein geschätzt und beliebt. Am Sabbat wurde seines Festes in der Synagoge Erwähnung getan und am Sonntag war sein Haus voll von Gratulanten von hier und auswärts. Mögen ihm noch weitere Jahre der Gesundheit und Rüstigkeit beschieden sein!"  

         
        
        
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge    
   
Im 18. Jahrhundert war eine Synagoge ("Judenschule") auf dem Platz der 1836 eingeweihten Synagoge oder in der unmittelbaren Nähe vorhanden. Hier lag vermutlich auch ein rituelles Bad, eventuell bei dem bis 1920 bestehenden, mit einem Abfluss in Richtung Hauptstraße versehenen "Judenseelein" (1920 aufgefüllt).  
   
Da die alte Synagoge in den 1820er-Jahren für die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinde nicht mehr ausreichte, stellten die Gemeindevertreter am 25. August 1828 bei den Behörden einen Antrag auf Genehmigung des Neubaus einer Synagoge an der Hauptstraße auf dem Grundstück des Emanuel Oppenheimer (heutiges Grundstück Hauptstraße 43). Am 19. Oktober 1832 konnte man den Plan und den finanziellen Überschlag für den Bau vorlegen. Im Mai 1835 unterzeichnete Moses Hamburger als Vorsteher des Synagogenrats den Kaufvertrag. Im folgenden Monat wurden die Bauarbeiten vergeben, die bis zum folgenden Jahr abgeschlossen werden konnten. 1836 erfolgte die Einweihung der Synagoge.  Das Gebäude enthielt Betsaal, rituelles Bad, Unterrichtsraum der jüdischen Schule (bis 1876 Konfessionsschule) und eine Lehrerwohnung. 
 
Es handelt sich bei der Sennfelder Synagoge um einen Massivbau, aus gehauenen heimischen Muschelkalksteinen gemauert, vorne zur Straße mit hohem Satteldach, auf der Rückseite mit Walmdach. Eine breite Außentreppe führt durch eine Korbbogentüre ins Innere, in deren Kopfbogen die Worte von Psalm 118,20 eingraviert und mit schwarzer Farbe bemalt waren: "Dies ist das Tor zum Herrn, Gerechte treten durch es hinein". Die hohen, ebenfalls korbbogenartigen Fenster der Rückseite und der Eingang deuten auf die besondere Aufgabe des Gebäudes hin.
 
Betritt man das Innere der Synagoge, so steht man in einem Gang, der geradeaus zum Betsaal führt. Auf der rechten Seite befand sich zunächst das Schulzimmer, in dem die jüdischen Kinder Religionsunterricht erhielten. Die beiden Räume auf der linken Seite des Ganges enthielten die alte und die neue Mikwe, das rituelle Bad. Da das Grundwasser, das die alte Mikwe speiste, so hoch stand, dass es nie ganz ausgepumpt und deshalb nicht vollständig gereinigt und auch nicht ausreichend erwärmt werden konnte, wurde 1868/69 eine neue Mikwe im vorderen Zimmer gebaut. Beide Mikwen wurden erst 1992 bei Renovierungsarbeiten wieder gefunden und in den ursprünglichen Zustand versetzt. 
    
Beim Betsaal selbst handelte es sich um einen rechteckigen Versammlungsraum mit einer Breite von 8,90 m und einer Länge von 11,25 m. Der Fußboden war mit roten Sandsteinplatten bedeckt. Im vorderen Teil des Raumes stand im Mittelgang vor dem Toraschrein die Bima, die etwa 0,50 m erhöht war und aus einfachen Holzbrettern bestand und mit einem Geländer umgeben war. Im Betsaal saßen die Männer, getrennt nach Verheirateten, Unverheirateten und Jugendlichen (ab der Bar Mizwa) in Stühlen, die nach 1900 durch Bankreihen ersetzt wurden. Die Frauenempore war durch die Treppe zur Lehrerwohnung zu erreichen. Der Lehrer wohnte in den drei Räumen des ersten Stockes. Im zweiten Stock gab es ein Gastzimmer der Gemeinde. Den Rest des 2. Stockes bildet ein großer Dachboden mit einer frei tragenden Balkenkonstruktion, in dessen Fußboden eine umfangreiche Genisa gefunden wurde. 
    
1936 konnte man noch das hundertjährige Bestehen der Synagoge feiern, über das auch in der jüdischen Presse berichtet wurde:  

Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt" im Juni 1936 S. 351: "Mannheim. Das 'Gemeindeblatt' in Mannheim berichtet von einem 100jährigen Synagogenjubiläum der kleinen jüdischen Gemeinde in dem Dorfe Sennfeld. Bei der Feier waren der Oberrat der badischen Israeliten, der Bezirksrabbiner und zahlreiche Nachbargemeinden vertreten."  
  
Sennfeld Israelit 07051936.jpg (182208 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1936: "Sennfeld (Baden), 5. Mai (1936). Unsere Gemeinde beging am vorletzten Sonntag das hundertjährige Jubiläum ihrer Synagoge mit einer würdigen Feier. Zahlreiche nordbadische und württembergische Gemeinden waren vertreten. Ein vom zuständigen Lehrer, Herrn Moritz Bloch, Adelsheim, gut eingeübter Kinderchor eröffnete mit dem japhetischen Ma Towu die Feier. Anschließend rezitierte Herr Lehrer Bloch einen Psalm. Eine Schülerin trug einen von Frl. Milka Kälbermann, Großeicholzheim, verfassten Prolog vor, worauf mit dem Ausheben der Torarollen und den üblichen Umzügen die eigentliche Feier begann. Die Gesänge beim Einheben werden nun von Herrn Lehrer David Baracker, Mosbach, vorgetragen. Herr Vorsteher Levi entbietet den zahlreich Erschienen die Grüße der Festgemeinde. Der Vertreter des Oberrats der Israeliten Badens, Herr Prof. K. Darmstädter, Mannheim, übermittelt die Grüße und Wünsche des Oberrats. Für die Bezirkssynagoge Merchingen, zu der die Jubelgemeinde gehört, spricht Herr Synodalabgeordneter Bezirksältester Moritz Rosenbaum, Hainstadt. Sodann überbringt Herr Synodalabgeordneter Bezirksältester David Rothschild, Mosbach, die Glückwünsche der Bezirkssynagoge Mosbachund schildert in längeren Ausführungen die Gemeindetraditionen und überreicht eine von Lehrer Baracker, Mosbach, künstlerisch entworfene Ehrenurkunde. Bezirksältester Leopold Cahn, Wertheim, übermittelt durch Herrn Bezirksrabbiner Greilsheimer, Mosbach, die Glückwünsche der Bezirkssynagoge Wertheim am Main. Es sprach nun Herr Samuel Jesselsohn, Neckarbischofsheim, einer der gesetzestreuen Pioniere Badens, sinnige Toraworte. Herr Hauptlehrer Kaufmann, Mannheim, der jahrelang in Sennfeld segensreich gewirkt hatte, richtete markige Worte an die Festversammlung. Für die benachbarten württembergischen Gemeinden überbringt Herr Kirchenpfleger Gutmann, Olnhausen, Grüße. Von größter Wirksamkeit war die Festpredigt unseres Raw, Herrn Bezirksrabbiner Greilsheimer, Mosbach. Von der Forderung der Heiligung in der Sidra ausgehend, schilderte der Herr Rabbiner die Gründungszeit des Gotteshauses und erwähnte die Männer, die das heilige Werk vollbracht haben. In tiefster Dankbarkeit gedenkt Redner des ersten Vorstehers, Herrn Moses Hamburger, Carl Reis u.a., sowie der amtierenden Lehrer bis auf den derzeitigen zuständigen Lehrer Moritz Bloch, Adelsheim und aller für die Gemeinde verdiente Männer. Anschließend daran trug Herr Lehrer D. Scheuermann, Großeicholzheim, das Mincha-Gebet vor. Mit Psalmgesängen, warm vorgetragen von Herrn Lehrer Baracker, Mosbach, schließt die denkwürdige Feier. Br." 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch SA-Leute aus Eberbach, Osterburken und Adelsheim und durch vier Parteimitglieder aus Sennfeld weitgehend zerstört. Die Kultgegenstände und Gebetbücher wurden auf die Straße geworfen und vernichtet. Am 7. Februar 1940 wurde das Gebäude durch Isaak Neuberger, letztes Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, an die politische Gemeinde Sennfeld für 3050 RM verkauft. 
  
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als Filmsaal, Gefangenenunterkunft, Militärquartier zweckentfremdet. Im März 1950 erfolgte eine Rückerstattung an die Jewish Restitution Successor Organization (JRSO, New York), die ihrerseits das Haus am 3. Februar 1951 an die katholische Kirchengemeinde Adelsheim für deren Filiale in Sennfeld für 19 700 DM verkaufte. Nach dem Bau einer katholischen Kirche in der Weinbergstraße verkaufte die Kirchengemeinde das Haus an die politische Gemeinde Sennfeld für 16 000 DM. Einige Zeit feierte noch die Neuapostolische Gemeinde hierin Gottesdienst. Nach einer Renovierung 1964 ist der ehemalige Betsaal als Versammlungsraum für örtliche Vereine und Veranstaltungen der evangelischen Kirchengemeinde umgebaut worden. 1973 wurde auf der ehemaligen Frauenempore auf Initiative von Sennfelder Bürgern ein kleines Heimatmuseum untergebracht, das jedoch noch keinen Bezug zur jüdischen Geschichte Sennfelds hatte. 1990 übernahm Reinhart Lochmann die Leitung des Museums und des inzwischen ebenfalls in der ehemaligen Synagoge untergebrachten Ortsarchivs. Er setzt einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Erforschung der jüdischen Geschichte des Ortes.  
  
Am äußerlich weitgehend unveränderten Gebäude befindet sich heute noch der Grundstein mit der Jahreszahl "1836". Die darüber befindliche Inschrift wurde - ebenso wie der Psalmvers (Psalm 118,20) auf dem Kopfbogen über dem Eingang - in der NS-Zeit herausgemeißelt. Am 9. November 1991 wurde über dem Grundstein eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Bestimmung des Hauses und die Deportation der Juden aus Sennfeld 1940 am Gebäude angebracht. 1996 wurde auf Grund der Arbeit von Reinhart Lochmann in der ehemaligen Lehrerwohnung des Gebäudes ein Gedenk- und Ausstellungsraum zur Geschichte der jüdischen Gemeinde eingerichtet. Seit 2001 dient das Gebäude ausschließlich als Heimatmuseum, Gedenkstätte und Ortsarchiv. 
  
  
 
 
Fotos 
Historische Fotos: 

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Fotos nach 1945/Gegenwart:

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Sennfeld Synagoge 104.jpg (87000 Byte) Sennfeld Synagoge 103.jpg (94929 Byte)
  Die ehemalige Synagoge Sennfeld 
- von Westen gesehen  
Seitenansicht  
  
     
Sennfeld Synagoge 101.jpg (103986 Byte) Sennfeld Synagoge 100.jpg (77892 Byte) Sennfeld Synagoge 102.jpg (95618 Byte)
Seitenansicht  Der Eingangsbereich   Grundstein der Synagoge von 1836  
     
Fotos um 1985:
(Fotos: Stadt Adelsheim)
Sennfeld Synagoge 141.jpg (52880 Byte) Sennfeld Synagoge 140.jpg (69208 Byte)
     Blick auf die Ostseite des Gebäudes  
     
Fotos 2003/05:
(Fotos: Hahn, ausgenommen Foto der Mikwe,
 dieses ist vom Förderverein; Aufnahmedatum
 Fotos Hahn: 22.10.2003; mit * vom 19.3.2005)

Sennfeld Synagoge 212.jpg (44303 Byte)

Sennfeld Synagoge 214.jpg (46575 Byte)
  Die Ansicht der ehemaligen Synagoge von der Hauptstraße*  
   
Sennfeld Synagoge 211.jpg (61804 Byte) Sennfeld Synagoge 151.jpg (73984 Byte) Sennfeld Synagoge 150.jpg (72256 Byte)
Blick auf die Ostseite*   Zwei Seitenansichten (Südseite), die den derzeit relativ schlechten 
baulichen Zustand des Gebäudes zeigen  
   
   
Sennfeld Synagoge 152.jpg (58856 Byte) Sennfeld Synagoge 210.jpg (51281 Byte) Sennfeld Synagoge 153.jpg (78271 Byte)
Der Eingangsbereich   Grundstein und Gedenktafel*   Der Grundstein von 1836  
     
Sennfeld Synagoge 156.jpg (78335 Byte) Sennfeld Synagoge 213.jpg (41679 Byte) Sennfeld Synagoge 190.jpg (54083 Byte)
Die Gedenktafel 
von 1991  
Schaukasten 
am Eingang* 
Ausstellungsraum in der 
ehemaligen Synagoge 
(Foto: W. Schumacher)  
       
     
  Sennfeld Genisa 010.jpg (348471 Byte) sennfeld_mikwe01.jpg (11207 Byte)    
  Fundstück aus der Genisa 
(Foto: R. Lochmann)   
Mikwe im Gebäude 
der Synagoge 
 

      
      
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

März 2012: Zum 70. Geburtstag von Reinhart Lochmann   
Artikel in der "Fränkischen Nachrichten" vom 24. März 2012: "Reinhart Lochmann feiert seinen 70. Geburtstag".  
Link zum Artikel      
 
Mai 2012: Über die Arbeit der Gedenkstätte und das Heimatmuseum in der ehemaligen Synagoge  
Artikel von Daniela Käflein in den "Fränkischen Nachrichten" vom 19. Mai 2012: "Reinhart Lochmann erforscht die Geschichte der jüdischen Familien in Sennfeld - Synagoge ist Gedenkstätte und Heimatmuseum. 'Die Menschen sind hier nicht vergessen'..."   
Link zum Artikel       
 
August 2012: Veranstaltungen zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur  
Artikel von Sabine Braun in fnweb.de vom 16. August 2012: "Synagoge in Sennfeld: Beim Europäischen Tag der jüdischen Kultur am 2. September werden Gegenstände aus der im Jahr 2009 gehobenen Genisa präsentiert. Objekte aus verborgenem Ort.
Sennfeld. Schriftstücke, Gebetsriemen, Buchfragmente und weitere Gegenstände jüdischen religiösen Lebens wird Reinhart Lochmann am Europäischen Tag der jüdischen Kultur am Sonntag, 2. September, von 15 bis 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge Sennfeld vorstellen. Die Objekte stammen aus der "Genisa", die Reinhart Lochmann vor drei Jahren in der Synagoge gehoben hat und die nun teilweise erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden..."  
Link zum Artikel       
 

  
    

Links und Literatur   

Links: 

Website der Stadt Adelsheim 
Zur Infoseite über die Initiative "Ehemalige Synagoge Sennfeld"  (interner Link) 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Sennfeld (interner Link)  

Literatur: 

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 259-260.  
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 349-351.
Wilhelm Wetterauer: Publikationen aus den 1980er-Jahren (maschinenschriftlich vervielfältigt):
Das ehemalige landwirtschaftliche jüdische Lehrgut in Sennfeld.
ders.: Die ehemalige Synagoge in Sennfeld. 
ders.: Der israelitische Friedhof in Sennfeld.
ders.: Das Judenseelein in Sennfeld.  
Reinhart Lochmann: Geschichte der jüdischen Gemeinde Sennfeld.
ders.: Dokumentation des jüdischen Friedhofs Sennfeld.     
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.      
Rudolf Landauer, Reinhart Lochmann: Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis. Herausgegeben vom Landratsamt NOK, 2008, ISBN: 978-3-00-025363-8. 200 S., 284 Fotos, 19,90 Euro.  

   
    

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Sennfeld    
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Sennfeld ist nur vorhanden:  J 386 Büschel 518: 
Sterberegister der jüdischen Gemeinde Sennfeld
   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446738           

        
         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Sennfeld  Baden. Jews first settled in the 17th century. A synagogue was built in 1836 and the Jewish population rose to 121 in 1875 (total 1,253). In 1933, the Jewish population stood at 56. From 1936, a pioneer training farm was operated, preparing Zionist youth for aliya. On Kristallnacht (9-10 November 1938), while the synagogue was being vandalized, the farm was attacked and Jews there were severely beaten. Including the pioneer youth, 143 Jews were present in Sennfeld in the Nazi period; 30 emigrated and 80 left for other German cities, most of them also emigrating. Another 22 perished in the camps, most being deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940.  
    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. Mai 2014