Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen" 
Zur Übersicht über die Synagogen im Kreis Fulda  
  

Neuhof (Kreis Fulda)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Neuhof bestand eine jüdische Gemeinde bis 1939. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Zur Gemeinde gehörten die in Neuhof, Ellers, Neustadt und Opperz lebenden jüdischen Personen. Bereits im 17. Jahrhundert lebten jüdische Familien in Neuhof. Nach der Vertreibung der Juden aus dem Hochstift Fulda 1671 durfte nur eine jüdische Familie in Neuhof bleiben (dazu fünf in Fulda).    

Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wie folgt: 1861 39 jüdische Einwohner (2,3 % von insgesamt 1.709 Einwohnern), 1871 46 (3,0 % von 1.533), 1885 52 (3,3 % von 1.586), 1895 65 (4,1 % von 1.583), 1905 70 (3,5 % von 1.984). 

An Einrichtungen bestanden (im Ortsteil Neustadt) eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Seit 1894 war als Religionslehrer Kaufmann Rothschild (Artikel zu ihm siehe unten) angestellt. Teilweise besuchten die jüdischen Kinder aus Neuhof die 1878 eröffnete jüdische Elementarschule in Flieden. Nach dem Tod von Lehrer Kaufmann 1921 wurden die Kinder der jüdischen Gemeinde durch den Lehrer aus Flieden unterrichtet. Die Toten der Gemeinde wurden in Fulda beigesetzt; seit 1905 auf einem gemeinsam mit der Gemeinde Flieden angelegten Friedhof auf Gemarkung Flieden. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Fulda.  

Über die Berufs- und Sozialstruktur der Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts liegen bei Arnsberg Bd. II S. 122 folgende Informationen vor: Lehrer Kaufmann Rothschild: ein Sohn studierte Mathematik und Naturwissenschaft und unterrichtete in Köln und Hamburg. Familie Bär Adler hatte ein Schuh- und Warengeschäft; ein Sohn war Arzt in Leipzig, der jüngere Sohn war Teilhaber von Schwarzschild Söhne in Frankfurt am Main. Die Familie Nathan (Salomon) Gottlieb hatte das größte Warenhaus am Platze (Manufaktur- und Kolonialwaren. vgl. Anzeige unten). Die anderen Gottliebs waren alle Viehhändler und Metzger; ein Sohn war Musiker. Von der Familie des Handelsmannes Aron Grünebaum war ein Sohn Prokurist bei der Fa. Felsenstein in Frankfurt. Die Familie Hermann Levi hatte ein Schuhgeschäft, ein Sohn studierte Musik. Außerdem gab es noch eine Metzgerei Meier Katz und eine Bäckerei Karl Rothschild. Zwei Familien Sondheimer, die Brüder Nathan und David, hatten Detailgeschäfte. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Gefreiter Moritz Adler (geb. 27.11.1893 in Neuhof, gef. 19.6.1918), Adolf Gottlieb (geb. 14.6.1893 in Neuhof, gef. 15.8.1916) und Norbert Gottlieb (geb. 7.6.1899 in Neuhof, gef. 26.9.1918).     
    
Um 1924, als noch 47 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (1,9 % von 2.525), war Vorsteher der Gemeinde David Sondheimer (siehe Bericht zu seinem Tod 1928 unten). Den Religionsunterricht in der Gemeinde erteilte Lehrer S. Freudenberger aus Flieden. 1932 war Vorsteher Nathan Gottlieb. Damals war nur noch ein schulpflichtiges jüdisches Kind am Ort, das durch Lehrer Sally Weinberg aus Flieden unterrichtet wurde. 
  
1933 lebten noch etwa 40 jüdische Personen in Neuhof. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. So konnte ein Sohn und eine Tochter des ehemaligen Lehrers Rothschild in die USA emigrieren, ebenso zwei Töchter aus der Familie Hirsch Gottlieb. Letzter Gemeindevorsitzender war Max Katz (geb. 1895). Einige jüdische Einwohner waren schlimmsten Erniedrigungen ausgesetzt. So wurde bereits im September 1933 Salomon Gottlieb und seine 'arische' Freundin, 'gefolgt von einer empörten und aufgeregten Menschenmenge', durch die Straßen von Neuhof geführt. Beide mussten erniedrigende Beschimpfungen erleiden, weil sie an ihrer Beziehung festhielten. Nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 kamen mehrere jüdische Männer in das KZ Buchenwald; im Zusammenhang damit wurde der Vorsteher Max Katz ermordet. 
        
Von den in Neuhof geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emma Adler (), William Adler (1888). Zander Alexander (1867), Bernhard Buxbaum (1879), Ida Buxbaum geb. Adler (1883 oder 1884), Sofie Ehrenfeld geb. Stern (1872), Hedwig Friedmann geb. Adler (1895), Aron Gottlieb (1877), Frieda Gottlieb geb. Sondheimer (1883), Josef Gottlieb (1882), Karoline Gottlieb (1875), Lina Gottlieb (1881), Max Gottlieb (1896), Nathan Gottlieb (1862), Mina Haas geb. Levi (1911), Emma Hirschberg geb. Katzenstein (1871), Dieter Reinhold Katz (1935), Frieda Katz (), Martin Katz (1932), Max Katz (1895), Arnold Katzenstein (1869), Hermann Levi (1875), Erna May geb. Gottlieb (1895), Ida Oberschützky geb. Gottlieb (1879), Anna Reiß geb. Gottlieb (1858), Selma Rosenthal (1889), Rosa Rothschild geb. Adler (1896), Emilie Sand geb. Beck (1880), Bernhard Stern (1878), Fanny Stern (1873), Gitta Stern geb. Adler (1873), Martha Weinberg geb. Littmann (1875).       
Anmerkung: Die Recherche bei Yad Vashem bringt keine klaren Ergebnisse auf Grund der Vermischung der Orte Neuhof und Neuhofen (Pfalz).    

Nach 1945 kehrte eine jüdische Frau (Jettchen Simon) nach Neuhof zurück.
  

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1886 / 1892 / 1894 / 1925

Neuhof Israelit 25101886.jpg (74864 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1886: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in der hiesigen israelitischen Gemeinde, Rabbinatsbezirk Fulda, ist alsbald zu besetzen. Das Einkommen von diesen drei Funktionen besteht in 500 Mark jährlichem Bargehalt. Auch wird freie Wohnung und freie Beköstigung gewährt, über deren Modalität demjenigen Bewerber, welcher zur Präsentation eingeladen wird, vorher nähere Mitteilungen zugehen werden. Bewerbungen nebst Zeugnissen, doch nur in beglaubigter Abschrift, da Rücksendung derselben nicht erfolgt, nimmt entgegen 
der Gemeindeälteste S. Gottlieb. Neuhof (Kreis Fulda), 10. Oktober 1886.
 
Neuhof Israelit 28041892.jpg (47252 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1892: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in der hiesigen israelitischen Gemeinde (Regierungsbezirk Fulda) ist alsbald zu besetzen. 
Bargeld 500 Mark, freue Wohnung und ca. 200 Mark Nebenverdienst. 
Bewerbungen nebst Zeugnissen, letzte in unbeglaubigter Abschrift nimmt entgegen Neuhof (Kreis Fulda). 
Der Synagogenälteste: S. Gottlieb."
 
Neuhof Israelit 27061892.jpg (59023 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1892: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in der israelitischen Gemeinde Neuhof - Station der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn - ist alsbald zu besetzen. 
Bargehalt 500 Mark, freie Wohnung und ca. 250 Mark Nebenverdienst. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche unter Beifügung ihrer Zeugnisse in unbeglaubigter Abschrift an den unterzeichneten Provinzial-Rabbiner einsenden. 
Fulda, den 22. Juni 1892. Vorsteheramt der Israeliten: Dr. M. Cahn, Provinzial-Rabbiner."
 
Neuhof Israelit 05021894.jpg (47197 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1894: "Die hiesige Religionslehrerstelle, verbunden mit Kantordienste und Schechita, ist bis zum 1. März diesen Jahres zu besetzen. Das Gehalt beträgt 500 Mark Fixum und ca. 300 Mark Nebenverdienst durch Schechita; freie Wohnung und Feuerung. 
Bewerber belieben sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Synagogen-Vorstand zu melden. 
Neuhof (Kreis Fulda), 1. Februar 1894. Der Synagogen-Vorstand. Salomon Gottlieb." 
 
Neuhof Israelit 26031925.jpg (38612 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. März 1925: "für die Gemeinde Neuhof bei Fulda wird Religionslehrer und Schauchet per sofort gesucht. Gehalt 140 Mark monatlich und Einkommen aus Schechitoh extra, freie Wohnung. Orthodoxe Bewerber wollen Zeugnisse mit Lebenslauf und Referenzen an das Vorsteheramt der Israeliten Fulda einsenden."
Anmerkung: Vermutlich wurde die Stelle trotz der Ausschreibung 1925 nicht mehr besetzt, da nach 1925 nur noch auswärtige Religionslehrer den Unterricht den nur noch wenigen jüdischen Kinder in Neuhof erteilten (vgl. Bericht zum Tod von Gemeindevorsteher David Sondheimer 1928: nach diesem Bericht ist davon auszugehen, dass die Lehrerstelle bereits nach dem Tod von Lehrer Kaufmann Rothschild (1921) nicht mehr besetzt werden konnte.   

         
Zum Tod von Lehrer Kaufmann Rotschild (1921) 

Neuhof Israelit 18081921.jpg (39662 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. August 1921: "Für die zahlreichen Beweise innigster, herzlichster Teilnahme bei dem Ableben unseres geliebten Gatten, Vaters und Bruders 
Herrn Lehrer K. Rothschild 
danken wir herzlichst. Familie Rothschild. Neuhof (Kreis Fulda), Schlüchtern, Hamburg."
    
Neuhof Israelit 28071921.jpg (185341 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juli 1921: "Neuhof, 20. Juli (1921). Nach langem, schwerem Leiden verstarb in Königswarterkrankenhause in Frankfurt am Main unser langjähriger Lehrer Kaufmann Rothschild. Er entstammte einer angesehenen Familie in Schlüchtern und wurde schon im Elternhause in echt-jüdischem Sinne erzogen. Nach Besuch der Lehrerseminars erlernte er zunächst die Schechita und übernahm sodann verschiedene Stellen im Mosel- und Rheinlande. Da die religiösen Zustände in diesen Gemeinden seiner Gesinnung nicht entsprachen, gab er wiederholt günstige Stellungen auf. Er kannte nur das eine Ziel. in einer frommen Gemeinde und einem frommen Rabbinate zu wirken. Endlich erfüllt sich sein längst gehegter Wunsch, als die hiesige Stelle vakant wurde. Die Aussicht, im Cahn'schen Rabbinat wirken zu dürfen (sc. im Bezirksrabbinat Fulda), ließ jegliche pekuniären Bedenken fallen. Gerne folgt er dem an ihn ergangenen Ruf und siedelte nach Neuhof über. Hier war es ihm vergönnt, in 27jähriger Tätigkeit reichen Segen zu stiften. Alle ihm übertragenen Ämter versag er mit seltener Gewissenhaftigkeit, bis vor vier Jahren ein heimtückisches Leiden seinem Wirken ein Ziel setzte. Vergebens suchte er in Bädern und Krankenhäusern Linderung und Heilung von seinem schweren Leiden. Auch lasteten schwere pekuniäre Sorgen auf seiner Brust, da die kleine Gemeinde ihm ein zeitgemäßes Gehalt nicht gewähren konnte. Die einzigen Lichtblicke waren ihm die günstige Entwicklung seiner tüchtigen Kinder, insbesondere seines Sohnes, des Studienrats Dr. Rothschild in Köln. Am verflossenen Sonntag wurde der treue Hirt von seiner Gemeinde zur letzten Ruhe begleitet.
In der Synagoge, wo der Tote aufgebahrt war, widmete ihm Dr. Herz, Fulda, als Vertreter des Provinzialrabbiners und sein Schwager Lehrer Heß in Saarwellingen, herzliche Abschiedsworte. Am Friedhof sprach sein Freund Lehrer Freudenberger, Flieden, und schilderte die Wirksamkeit und die Toraliebe des Verblichenen. Sodann widmeten der älteste Sohn, Lehrer Rothschild, Hamburg und der Sohn Dr. Rothschild, dem Bruder und Onkel ergreifende Abschiedsworte. Möge der Verstorbene im Jenseits den Lohn ernten, der ihn hierorts versagt war. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
Zum Tod der Frau von Lehrer Rothschild (1932)

Neuhof Israelit 27101932.jpg (105047 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1932: "Neuhof bei Fulda, 26. Oktober (1932). In der Nacht zu Jomkippur verstarb hier Frau Lehrer Rotschild nach vorangegangener kurzer Krankheit im Alter von 70 Jahren. Sie war die würdige Gattin des ihr etwa vor einem Jahrzehnt entrissenen, von der hiesigen Gemeinde, der Lehrerschaft und dem Fuldaer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, an dessen Tauroh-Schiurim (Tora-Lernstunden) für Lehrer er stets mit großer Sachkenntnis und Freude teilgenommen hatte, hochgeschätzten Mannes. Ihm hatte sie durch ihre verständnisvolle Mitarbeit zu segensvoller Wirksamkeit in der Gemeinde mitverholfen und so wuchs sie später noch stärker in die Rolle einer treuen fürsorgenden Beraterin und Helferin, deren edle Wesenszüge sich unserer ganzen Gemeinde tief eingeprägt haben, hinein. Ihre seltene Herzensgüte, stete Hilfsbereitschaft, gefestigte und gottesfürchtige Gesinnung prägte sie nicht nur dem Charakter ihrer Kinder auf, und ihr echtes Gemilus-Chesed (Wohltätigkeit) führte auch dazu, dass bei ihrem Tod manche Gemeindemitglieder das Empfinden hatten, dass sie eine Mutter verloren hätten und auch viele Nichtjuden Tränen wirklichen Schmerzes vergossen. 
Die Beerdigung erfolgte unter starker Beteiligung der Nachbargemeinde. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."


   
Berichte / Anzeigen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   

Zum Tod von Baer Adler (1922)   

Neuhof Israelit 02021922.jpg (248555 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1922: "Neuhof bei Fulda, 23. Januar (1922). Am 18. Tewes (= 18. Januar 1922) ist Herr Baer Adler - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - aus Neuhof bei Fulda zu ewiger Ruhe heimgegangen. Noch im besten Mannesalter stehend, im fast vollendeten 56. Lebensjahre, ist mit ihm seine Gemeinde der letzten Stütze alten Schlages beraubt worden, nachdem nciht lange vorher Lehrer Rothschild - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen -, mit dem ihn Freundschaft verband, ihm vorausgegangen war. Ein frommer, geradsinniger und rechter Mann, das war Baer Adler im wahrsten Sinne des Wortes. Bescheidenheit war seine hervorstechendste Eigenschaft. War ihm auch Wissenschaft des Judentums in größerem Maße betreiben zu können, ihm, der aus einfachen Kreisen hervorgegangen, versagt geblieben, so war ihm der Sinn für deren Wichtigkeit stets gegenwärtig. Das zeigte sein Beschlagensein in Dinim (sc. rabbinische Entscheidungen). Wie konnte er, als der Lehrer bereits erkrankt, in der Kehillo (Gemeinde) vorlernen, konnte Baal kore (Vorbeter), Baal tokea (Schofarbläser) sein! Wie verständnisinnig waren seine Tefillos (Gebete) als Vorbeter an den Jomimnauroim (ehrfurchtgebietenden Tagen zw. Jom Kippur und Neujahr). Nur einige kleine Federstriche zur Zeichnung des Charakterbildes dieses hoch verdienten Mannes aus seinem Leben: In der Woche war er fast ständig unterwegs 'über Land', fremde Milch (d.h. etwas nicht Koscheres) zu trinken, war fern von ihm! Um wie viel mehr, dass er die schweren Gebote streng beobachtete. Wenn er allabendlich spät nach Hause kam, hungrig, nie, dass er sich zu Tisch setzte, ohne vorher seinem Viehe Futter gereicht zu haben. Und wie war sein Haus stets ein Obdach für Arme! Noch vor dem Kriege, als viele östliche Brüder von Ort zu Ort wanderten, in seinem Hause wurden sie gespeist, hier übernachteten sie, bei ihm verwahrten sie so oft mühevoll zusammengesparte Pfennige. Wie oft ließ er jedem Einzelnen seinen persönlichen Schutz bei der Polizei angedeihen, wenn diese sie behelligte, sodass es ihm bei dem Ansehen, das er bei den Behörden besaß, fast stets gelang fertig zu bringen, dass man sie in Ruhe ließ. Was Wunder, dass von diesem Manne Herr J.B. Sachs aus Leipzig, der in tief erschütternden, gramerfüllten Worten seinem Schmerze um den Verlust des allzu früh dahingeschiedenen edlen Mannes an seiner Bahre in Schul Ausdruck gab, unter anderem erzählen konnte, dass es sich ihm einst bei einer Gelegenheit bestätigte, was er früher ihm einmal ganz beiläufig gesagt: '5 Pfennig von seinem Maasser nicht gegeben zu haben, bedrückte ihn, als habe er jemanden bestohlen'. Ebenso schmerzdurchdrungen war der Hesped (Trauerrede) des Provinzialrabbiners Dr. Cahn, Fulda, der den heimgegangenen mit einem großen, starken Baume verglich, der weithin Schatten, Frucht und Labung spendete und der nun so plötzlich gefällt, tiefe Wunden schlug. Wie sein kluger und klarer Blick, seine Aufrichtigkeit, sein wohlwollendes und Vertrauen einflößendes Wesen, Juden und Nichtjuden ständig zu ihm führten, sich Rat zu holen, wie ihn auch die christliche Gemeinde seines Wohnorts in ihrer Vertretung seit vielen Jahren benötigte, so zeigte er auch, obwohl an kleinem Orte, weitab von jeglichem Parteileben, ein klares Verständnis für jüdische Gegenwartsaufgaben. Davon legt neben anderem die großzügige Förderung des Palästinawerks der Agudoh, von der sein Sohn in seinen Abschiedsworten an der Bahre des Vaters unter anderem sprach, beredtes Zeugnis ab.   
Trostworte den schwer geprüften Angehörigen zuzurufen, wer vermöchte es? Mögen sie in Gott den Trost finden, in ihrem verwaisten Volke, das auch seines Hauptes, seines Diadems in Zion und Jerusalem beraubt ist."        
   
Neuhof Israelit 02021922a.jpg (46183 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1922: "Danksagung. Sage hierdurch allen Freunden und Bekannten für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme anlässlich des Hinscheidens meines lieben Mannes nur auf diesem Wege herzlichsten Dank. 
Fanni Adler und Kinder - Neuhof (Kreis Fulda)."    

    
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers David Sondheimer (1928)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1928: "Neuhof bei Fulda, 1. Dezember (1928). Einen schweren, unersetzlichen Verlust hat unsere kleine Gemeinde erlitten. Unser Gemeindeoberhaupt, unser langjähriger Führer Sondheimer ist nicht mehr. Am verflossenen Donnerstag unternahm der noch im besten Mannesalter, allerdings schon länger leidende Mann, eine Geschäftsreise nach seinem Geburtsorte Uttrichshausen. Ahnungslos und wohlgemut betrat er die nächste Bahnstation Kerzell, um nach vollbrachtem Tagewerk wieder zu seiner Familie heimzukehren. Da ereilte ihn jäh der Tod. Was Herr Sondheimer für unsere Gemeinde bedeutete, wird man erst mit der Zeit wahrnehmen. Er war es, der nach dem frühen Ableben des allverehrten Lehrers Kaufmann Rothschild - das Andenken an den Gerechten ist zu Segen - mit Umsicht und Geschick die Leitung der führerlosen Gemeinde in die Hand nahm und auf Weitererhaltung der religiösen Bräuche und Satzungen bedacht war. Trotz schwerster Kämpfe ließ er sich niemals bereden, von dem geraden Weg der Pflicht abzugehen. 
Um den plötzlich Verstorbenen klagt eine liebende Gattin nebst vier noch unversorgten Kindern. Welch großer Beliebtheit sich der so jäh Dahingeschiedene allenthalben erfreute, das konnte man aus dem Leichenbegängnis erkennen. 
Von nah und fern hatten sich zahlreiche Freunde und Verehrer des Dahingeschiendenen eingefunden, um dem treuen Freunde die letzte Ehre zu erweisen. 
Die Beteiligung seitens der Gemeinde, auch der christlichen Bevölkerung war eine allgemeine. 'Ein Mensch gleich in seinem Leben der strahlenden am Horizont auf- und niedergehenden Sonne'. Das war der Text der Trauerrede des Lehrers Weinberg in Flieden, worin er der andächtig lauschenden Trauergemeinde den Lebensgang und das segensreiche Wirken des Heimgegangenen schilderte. 
Im Auftrage des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Cahn in Fulda dankte der Herr Kreisvorsteher Dr. Herz, Fulda dem dahingeschiedenen treuen Mitarbeiter für die der Gemeinde und der Jüdischkeit geleistete Mitarbeit. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."      

        
 
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeigen von Salomon Gottlieb für ein junges Mädchen aus Neuhof (1891), einen jungen Mann (1902) 
und Lehrlingsgesuche für seine Manufaktur- und Kolonialwarenhandlung  (1911 / 1915 / 1922)

Neuhof Israelit 19021891.jpg (34602 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1891
"Ein nettes, tüchtiges und selten begabtes junges Mädchen von ca. 18 Jahren sucht in einer besseren, religiösen Familie Stelle, woselbst Gelegenheit geboten ist, sich häuslich und geschäftlich zu betätigen. Gute, familiäre Behandlung Hauptbedingung. Offerten richte man gefälligst an S. Gottlieb, Neuhof bei Fulda.
    
Neuhof Israelit 07081902.jpg (61536 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7 . August 1902
"Für mein Samstags und Feiertage geschlossenes gemischtes Warengeschäft suche ich per sofort einen tüchtigen 
jungen Mann 
für Lager und Reise, der in erster Linie mit der Manufakturwarenbranche vertraut ist. Kost und Wohnung im Hause. 
Salomon Gottlieb, Neuhof, Kreis Fulda."      
     
Neuhof FrfIsrFambl 04081911.jpg (37658 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. August 1911
"Ein Junge mit guter Schulbildung von ordentlichen Eltern kann per sofort in meinem an Samstag und Feiertagen geschlossenen Manufaktur- und Kolonialwarengeschäft als 
Lehrling
eintreten. Kost und Wohnung im Hause. 
Salomon Gottlieb, Neuhof, Kreis Fulda." 
  
Neuhof Israelit 07011915.jpg (39663 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Januar 1915
"Lehrlingsgesuch
Ein qualifizierter Junge kann bei mir sofort als Lehrling eintreten. Samstag und Feiertage geschlossen, Station im Hause. 
Salomon Gottlieb. Manufaktur- und Kolonialwaren. Neuhof Kreis Fulda."
 
Neuhof Israelit 30031922.jpg (31866 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1922
"Ein geweckter Junge  
aus gutem Hause kann bei mir in die Lehre treten. Sonn- und Feiertags geschlossen. 
S. Gottlieb, 
Neuhof Kreis Fulda, Manufaktur- und Kolonialwaren
."   

      
Anzeigen des Bäckermeisters Carl Rothschild (1900 / 1904)  

Neuhof Israelit 12071900.jpg (31893 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juli 1900
"Suche für meine Bäckerei, Samstags geschlossen, einen 
Gesellen
und Lehrjungen, z
um sofortigen Eintritt. 
Bäcker Rothschild,
Neuhof, Kreis Fulda."   
Neuhof Israelit 11021904.jpg (23615 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1904
"Bäckergeselle sucht zum sofortigen Eintritt. 
C. Rothschild, Bäcker, Neuhof bei Fulda."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. April 1904
"Suche für meine Bäckerei zum sofortigen Eintritt nach Ostern einen 
Gesellen und Lehrjungen. 
Carl Rothschild,
Neuhof bei Fulda." 

  
Anzeigen des Schuhmachermeisters B. Adler (1900 / 1901) 

Neuhof Israelit 31101900.jpg (30872 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1900: "Suche einen tüchtigen 
Schuhmachergesellen
 
gegen hohen Lohn auf dauernde Beschäftigung. Samstags und Feiertage streng geschlossen. 
B. Adler, Neuhof bei Fulda."     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1901: "Suche einen tüchtigen
Schuhmachergesellen 
gegen gute Belohnung und einen willigen Lehrjungen gegen günstige Bedingung. Samstags und Feiertage streng geschlossen. 
B. Adler,
Neuhof bei Fulda."     

  
Verlobungsanzeige für Emma Adler und Sally Sonneberg (1921)   

Neuhof Israelit 14071921.jpg (24274 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juli 1921: Emma Adler - Sally Sonneberg.   
Verlobte.   Neuhof bei Fulda  - Langsdorf in Hessen."  

 
Todesanzeige für Dora Katz (1924)

Neuhof Israelit 17011924.jpg (44859 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Januar 1924: "Nach kurzer Krankheit starb im 25. Lebensjahre unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Dora Katz
Neuhof
bei Fulda, 11. Januar 1924 - 6. Schebat 5684. 
Im Namen der Angehörigen: Frau M. Katz Witwe."

    
     

      
Zur Geschichte der Synagoge

Zunächst war vermutlich ein Betsaal oder eine erste Synagoge vorhanden. 

1875/76 wurde eine (neue?) Synagoge anhand von Plänen aus dem Jahr 1874, die von Bauinspektor Hoffmann aus Fulda und zwei Vorstandsmitgliedern der israelitischen Gemeinde unterzeichnet waren, gebaut. Für den Bau der Synagoge hatte man ein etwa 200 qm großes Gartengrundstück gekauft, das am damaligen Dorfweg lag und von Bauernhöfen und Wohnhäusern umgeben war. Als Eigentümer des Gebäudes waren acht Gemeindeglieder eingetragen. Es wurde ein L-förmiges Gebäude erstellt. Im kürzeren Schenkel war die Synagoge untergebracht, im längeren die Schule (Obergeschoss) und die Lehrer-Vorbeterwohnung sowie das rituelle Bad. Der Betsaal hatte 26 Männer- und 16 Frauenplätze. Die Einweihung der Synagoge war im Sommer 1876. Im Sommer 1926 war die Feier zum 50jährigen Bestehen der Synagoge.

50-jähriges Jubiläum der Synagoge 1926

Neuhof Israelit 28101926.jpg (112657 Byte)Bericht in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1926: "Neuhof, 25. Oktober. Am letzten Simchas Tora konnte die hiesige Synagogengemeinde auf einen 50jährigen Bestand ihrer Synagoge zurückblicken. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, zur Ehre des Tages eine schlichte, aber erhebende Gedenkfeier zu veranstalten. Am Vorabend des Simchas Thora wurden in dem festlich geschmückten Gotteshause alle Gesetzesrollen aus der Lade gehoben und unter Absingen von Liedern einige Umzüge um den Almemor veranstaltet. Darauf hielt der gerade bei seiner Mutter zu Besuch hier weilende Arzt Herr Dr. Adler aus Leipzig eine von Worten der Tora und Gottesfurcht durchdrungene begeisterte Anrede. Er gedachte der edelmütigen Erbauer des Gotteshauses, die unter größten Opfern seinerzeit das schöne Werk seiner Vollendung entgegenbrachten und ermahnte die Anwesenden, allezeit in den Fußstapfen ihrer frommen Vorgänger zu wandeln."

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet, die Inneneinrichtung zerstört. Dabei wurden u.a. die in der Synagoge gelagerten Möbel eines Gemeindemitgliedes, darunter ein Klavier, von der Frauenempore geworfen. Das Gebäude wurde nicht angezündet.  
 
Über die weitere Geschichte des Synagogengebäudes liegen folgende Angaben aus Neuhof vor: Ein SA-Mann aus Neuhof eignete sich die ehemalige und leerstehende Synagoge von Neuhof-Neustadt, Haus-Nr. 7, ca. 1943/1944 unrechtmäßig an (Quelle: u.a. Dokumente JRSO Kassel, 1950). Zwei weitere SA-Männer begannen mit dem Umbau der Synagoge zu Wohnungen. Den Bauschutt entsorgte man in das Ritualbad (Mikwe).   
  
Nach 1945 wurden von dem damaligen Bürgermeister der Gemeinde Neuhof im Kreis Fulda, Herrn August Lotz, drei Flüchtlingsfamilien in die zum Teil umgebaute Synagoge eingewiesen. Nach Klärung des Restitutionsverfahrens durch die JRSO (Nürnberg/Fürth) wurde das Synagogengebäude am 11. März 1952 an Privatleute aus Dorfborn verkauft. In der Folgezeit wurde das Gebäude vom neuen Besitzer durch An- und Umbauten äußerlich stark verändert. Als Ergebnis dieser An- und Umbauten befindet sich an dieser Stelle ein langgestrecktes Wohn- und Geschäftshaus in Privatbesitz. Trotz dieser Umbauten ist die Bausubstanz des ehemaligen Synagogengebäudes derzeit noch zu ca. 80 % erhalten (0,55 Meter dicke Außenwände und Zwischenwände, Zwischendecken, ein Kamin; Sandsteinquader im Synagogenvorraum, vermutlich auch großen Synagogenraum). Eine Hinweis- oder Gedenktafel ist nicht vorhanden.
    
Das Ritualbad wurde bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2008 zum Teil wieder freigelegt und auf Grund einer Bauzeichnung des Bau-Inspektors Friedrich Hoffmann, Fulda, geortet. Anwesend war der 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Fulda, Herr Roman Melamed.  
    
   
Adresse/Standort der SynagogeFrankfurter Straße 

Fotos
(Quelle der Pläne: Altaras 1988 S. 35-36; neue Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.5.2007)

Grundrisse der ehemaligen Synagoge Neuhof Synagoge 191.jpg (35883 Byte) Neuhof Synagoge 190.jpg (34937 Byte)
  Erdgeschoss Obergeschoss
       
Lagepläne Neuhof Synagoge 128.jpg (40456 Byte) Neuhof Synagoge 129.jpg (25336 Byte)
Situation 1874: die L-förmig gebaute
 Synagoge mit Schule zwischen 
den damaligen Häusern
Situation Gegenwart (beziehungsweise 
wie 1985): die L-förmige ehemalige
 Synagoge ist in den Neubau integriert
     
Die ehemalige Synagoge Neuhof Synagoge 192.jpg (56144 Byte) Neuhof Synagoge 193.jpg (44890 Byte)
Skizze der ehemaligen Synagoge, 
dazu der heutige Baukörper
oben und unten: Blick von der heute
 vorbeiführenden Straße
     
Neuhof Synagoge 120.jpg (60582 Byte) Neuhof Synagoge 121.jpg (57189 Byte) Neuhof Synagoge 122.jpg (64594 Byte)
Blick auf den heutigen Bau an Stelle der Synagoge; der Teil mit dem Schaufenster markiert die östlich-nordöstliche Wand der ehemaligen Synagoge. Im Bereich des Schaufensters war im Inneren der Toraschrein. Durch den Bereich links davon mit dem Balkon kann man sich den ursprünglich L-förmigen Baukomplex Synagoge/Schule bis heute vorstellen (vgl. Lagepläne oben).  

  
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Januar 2011: Schwierigkeiten mit der Erinnerungsarbeit vor Ort ?  
Artikel von Hannah Eitel in der "Frankfurter Rundschau" vom Januar 2011 (Artikel): "Verharmlosung des Holocaust
Opfer ohne Täter. Die Chronik der Gemeinde Neuhof verharmlost den Holocaust. Trotzdem will die Bürgermeisterin nichts ändern.
Das haben wir schon seit Jahrzehnten so – das ändern wir nicht', sagt Bürgermeisterin Maria Schultheis. Auf der Internetseite ihrer Gemeinde Neuhof wird der Holocaust 'verharmlosend' dargestellt, wie ein FR-Leser urteilt. Er hatte sich schon vor Monaten bei der Bürgermeisterin beschwert und sie aufgefordert, die Passagen zu korrigieren..."    
Hinweis: Die problematische Seite in der Website von Neuhof: Geschichte  
  

 

    
Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Neuhof  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 121-122.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 35-36.
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 41.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 25.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 515.
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Neuhof  Hesse-Nassau.  The Jews of Neuhof, Ellers and Opperz established a rural community numbering 70 (3 % of the total) in 1905. It disbanded in 1939; 18 of the 48 Jews emigrated; 17 were eventually deported.   
   

  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

           

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Dezember 2011