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Synagogen im Kreis Fulda
Uttrichshausen (Gemeinde
Kalbach, Kreis Fulda )
Jüdische Geschichte / Betraum
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Uttrichshausen bestand eine jüdische Gemeinde im 19./20.
Jahrhundert. Dass es sich zumindest zeitweise um eine selbständige Gemeinde
gehandelt hat, zeigt noch die Erwähnung in der Reihe der Gemeinden des
Rabbinatsbezirkes Hanau im "Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und
Wohlfahrtspflege 1924/25" (wobei die Angaben speziell zu Uttrichshausen in
dieser Ausgabe aus dem Handbuch 1913 übernommen wurden). Nicht mehr genannt
wird die Gemeinde im "Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung"
1932/33.
Bereits im 17./18. Jahrhundert lebten Juden am Ort. Nach 1720
verzog von Uttrichshausen nach Brückenau
Isaak Sißel, um dort als einer der ersten nach der Ausweisung der Juden 1671
aus dem Hochstift Fulda sich niederzulassen. Vielleicht waren bereits seine
Vorfahren im Hochstift Fulda oder in Brückenau ansässig
gewesen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie
folgt: 1835: 68 jüdische Einwohner, 1861 61, 1905 35.
An Einrichtungen bestanden vermutlich ein Betraum und ein Schulraum für
den Unterricht der Kinder. Ein eigener Lehrer war wahrscheinlich zu keiner
Zeit vorhanden. 1879 wurde gemeinsam mit Heubach
ein Lehrer angestellt, der seinen Wohnort in Heubach hatte (siehe Ausschreibung
der Stelle unten). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Altengronau
beigesetzt. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau. Die
Beziehungen zwischen Heubach und Uttrichshausen waren allerdings nicht so eng,
da es beispielsweise kaum eheliche Beziehungen zwischen den beiden Orten gegeben
hat, wie Johanna Rau in der "Geschichte der jüdischen Gemeinde
Heubach" hervorhebt.
Um 1913, als noch 23 Personen der Gemeinde angehörten, war Vorsteher der
Gemeinde Samuel Goldmeier (dies nach der Angaben des o.g. Handbuches von
1924/25).
Die meisten jüdischen Einwohner haben wohl noch in den 1920er-Jahren
Uttrichshausen verlassen. Es ist nicht bekannt, ob noch nach 1933 Juden am Ort
lebten.
Von den in Uttrichshausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Flora Bähr geb. Katz
(1894), Louis (Lazarus) Goldmeier (1874), Nathan Goldmeier (1879), Frieda
Gottlieb geb. Sondheimer (1883), Frieda Heß geb. Katz (1903), Benny Katz
(1892), Lina Katz (1900), Max Katz (1895), Paula Katz (1898), Sara Kaufmann geb.
Katz (1888), Selma Rosenthal (1889), Hannchen Strauß geb. Katz (1896), Paula
Wahlhaus geb. Goldmeier (1897).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1879 - gemeinsam mit Heubach
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1879:
"Bekanntmachung. Die israelitische Religionslehrerstelle zu Heubach
und Uttrichshausen ist erledigt. Der Wohnsitz des Lehrers ist in Heubach
und hat derselbe wöchentlich zweimal in dem 1/2 Stunde entfernten
Uttrichshausen Religionsunterricht zu erteilen. Bewerber um diese Stelle
wollen ihre Meldungsgesuche mit den erforderlichen Zeugnissen versehen,
binnen drei Wochen bei unterzeichneter Stelle einreichen. Gehalt 600 Mark
nebst freier Wohnung und 1 1/2 Klafter Holz jährlich und ansehnlichen
Nebeneinkünften.
Hanau, den 4. September 1879. Königliches israelitisches Vorsteheramt.
Hamburger." |
Zur Geschichte des Betraumes
Ein Betraum in einem der jüdischen Häuser war sicher
zeitweise vorhanden. Wo er sich befunden hat, ist nicht bekannt.
Fotos
| Es sind keine
Fotos zur jüdischen Geschichte in Uttrichshausen vorhanden; über
Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia
Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 364-365 (unter
Heubach) |
 | Kein Artikel in Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. |
 | Johanna Rau: Geschichte der jüdischen Gemeinde
Heubach. Online
zugänglich. |
Hinweis auf familiengeschichtliches Werk
Nathan M. Reiss
Some Jewish Families
of Hesse and Galicia
Second edition 2005
http://mysite.verizon.net/vzeskyb6/ |
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In diesem Werk
eine Darstellung zur Geschichte der jüdischen Familien Goldschmidt, Hess
und Levi-Kann in Heubach, Sterbfritz,
Uttrichshausen und Züntersbach ("The
GOLDSCHMIDT, HESS and LEVI-KANN Families of Heubach, Sterbfritz,
Uttrichshausen, and Züntersbach" S. 143-170) (
Nachkommen bis um 2000) mit zahlreichen Abbildungen
u.a.m. |
n.e.

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