Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen" 
Zur Übersicht "Synagogen im Main-Kinzig-Kreis"  
    

Züntersbach (Gemeinde Sinntal, Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

           

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde             
    
In dem unmittelbar an der heutigen Grenze zwischen Hessen und Bayern / Unterfranken gelegenen Züntersbach bestand eine jüdische Gemeinde bis um 1900. Bis 1863 war der Ort geteilt, ein Teil gehörte bis dahin zu Bayern. Auf Grund eines Vertrages vom 1. Dezember 1863 kam Züntersbach ganz zu Hessen-Kassel.
    
Die Entstehung der Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. Durch die Vertreibung der Juden aus dem Hochstift Fulda 1671 dürften mehrere Familien nach Züntersbach gekommen sein.  Mitte des 18. Jahrhunderts lebten drei jüdische Familien am Ort (1763). 
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Altengronau beigesetzt (Beisetzungen aus Züntersbach 1778 - 1936). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1881 wurde letztmals die Stelle allein für Züntersbach ausgeschrieben (s.u.), seit 1884 wurde gemeinsam mit Oberzell ein Lehrer angestellt, der jedoch seinen Wohnsitz in Züntersbach hatte. Einige Jahre später wurden die noch in Züntersbach lebenden jüdischen Personen der Gemeinde in Bad Brückenau zugeteilt.  
   
Von den in Züntersbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Bertha Ehrenreich geb. Zeller (1887), Isaak Goldschmidt (1893), Max Goldschmidt (1892), Sara Lehmann geb. Sonn (1890), Mathilde Leopold geb. Zeller (1882), Leo Lion (1894), Fanny Mändle geb. Marx (1874), Salomon Marx (1873), Recha Meyer geb. Stern (1884), Johanna (Hanna) Rollmann geb. Sonn (1874), Rita Seligmann geb. Stern (1876), Salomon Sonn (1868), Simon (Samson) Sonn (1870), Markus Stern (1868), Moses Stern (1881), Sigmund Stern (1874), Max Zeller (1883), Moritz Zeller (1885)
.   
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers und Vorbeters 1881 / 1884 / 1885

Zuentersbach Israelit 13061881.jpg (55533 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1881: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters in Züntersbach bei Bad Brückenau ist vakant. Bevorzug wird ein lediger Mann. Der Gehalt beträgt 500 Mark nebst freier Wohnung und Heizung. Für Nebeneinkommen werden 100 Mark gesichert. Reisekosten werden Demjenigen vergütet, welchem die Stelle überlassen wird. Offerten sind an den Unterzeichneten zu richten. Züntersbach, den 8. Juni 1881. Der israelitische Gemeinde-Älteste: Levisohn."
   
Zuentersbach Israelit 24011884.jpg (51946 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Januar 1884: "Bekanntmachung. Die Religionslehrerstelle zu Züntersbach wird mit dem fixen jährlichen Gehalte von 350 Mark und gesichertem Nebeneinkommen von 150 Mark, also zusammen 500 Mark nebst freier Wohnung und 5 Meter Holz für Heizung der Wohnung und des Schulzimmers hiermit ausgeschrieben. Bewerber um diese Stelle haben sich an das unterfertigte Amt zu wenden. Hanau, den 22. Januar 1884. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger."
Im Juni 1884 wurde die Religionslehrerstelle gemeinsam für Züntersbach und Oberzell ausgeschrieben:  
Zuentersbach Israelit 16061884.jpg (79569 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1884: "Bekanntmachung. Die Religionslehrerstelle zu Züntersbach mit Oberzell wird hiermit ausgeschrieben. Der jährliche fixe Gehalt beträgt 550 Mark nebst freier Wohnung und 5 Meter Brennholz, sowie 150 Mark gesichertes Nebeneinkommen. Der Lehrer hat auch die Vorbeter- und Schlächterfunktion zu übernehmen und wöchentlich zweimal in dem eine halbe Stunde entfernten Oberzell den Unterricht zu erteilen. Bewerber um die Stelle haben sich mit Vorlegung ihrer Zeugnisse binnen 4 Wochen an das unterfertigte Amt zu wenden. Hanau, den 12. Juni 1884. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger."
 
Oberzell Israelit 03091885.jpg (74534 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1885: "Bekanntmachung. Für die Synagogen-Gemeinden Züntersbach und Oberzell soll ein Religionslehrer und Vorsänger gegen den Bezug eines jährlichen Gehaltes von 550 Mark, gesichertes Nebeneinkommen von 150 Mark, zusammen 700 Mark, freier Wohnung und 5 Meter Brennholz bestellt werden. Der Lehrer hat seinen Wohnsitz in Züntersbach, wo er auch den Vorsängerdienst zu versehen hat. Bewerber wollen ihre Besuche mit Abschriften der erforderlichen Zeugnisse innerhalb 3 Wochen anher einsenden.
Hanau, 31. August 1885.
Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Koref."
 
Zuentersbach Israelit 30111885.jpg (86589 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1885: "Bekanntmachung. Für die Synagogen-Gemeinden in Züntersbach und Oberzell soll ein Religionslehrer gegen den Bezug eines jährlichen festen Gehalts von 550 Mark und einem gesicherten Nebeneinkommen von 250 Mark, freier Wohnung und 4 Meter Brennholz bestellt werden. Der Lehrer hat seinen Wohnsitz in Züntersbach zu nehmen, wo er auch den Vorsängerdienst zu versehen hat. Bewerber, welche ein Preußisches Seminar besucht haben oder sich keiner Prüfung vor der Prüfungs-Kommission für israelitische Religionslehrer in Hanau zu unterziehen beabsichtigen, wollen ihre Gesuche mit Abschriften der erforderlichen Zeugnisse innerhalb 4 Wochen anher einsenden. 
Hanau, den 24. November 1885. Das Vorsteheramt der Israeliten Dr. Koref."  

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Während des Preußisch-österreichischen Krieges 1866 - ein jüdischer Soldat in Züntersbach   

Zuentersbach Israelit 22081866.jpg (196779 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1866: "Brückenau. Die Nachkommen der tapferen Makkabäer leben noch und können ihren würdigen Ahnen heute noch ebenso würdig zur Seite gestellt werden. Ein seltenes Beispiel von Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit will ich den Lesern des sehr geschätzten ‚Israelit’ erzählen. Gleich nach dem sehr blutigen Kampfe in und im Kissingen kamen in unsere Gegend Aufrufe zur Unterstützung der Verwundeten, die in Bad Brückenau liegen. Gleich darauf machte sich unser Gemeindeältester, Herr Oppenheimer, auf und nahm noch einen Glaubensgenossen mit, um den Unglücklichen trotz des schlechten Wetters Lebensmittel und sonstige Unterstützung zu bringen. Auch ich schloss mich der Reisegesellschaft an. Unter den Verwundeten trafen wir einen Glaubensgenossen, Herr Langbein aus Gütersloh. Derselbe erzählte mir, trotz seiner heftigen Schmerzen die Art und Weise, auf welche er verwundet wurde: ‚Ich wurde mit noch sechs anderen Schützen kommandiert, in ein nahe liegendes Gehölz vorzudringen, um zu sehen, ob sich dort feindliche Truppen befänden. Die gespannte Zündnadel in der Hand empfahl ich mein Leben dem Allgütigen und rückte vor. Das erste Gehölz war leer. Kam waren wir jedoch in ein anderes einige hundert Schritt weit gegangen, als die Kugeln uns um die Köpfe flogen. Ein jeder suchte sich so gut als möglich zu decken. Ich konnte nicht schnell genug einen dicken Baum finden und legte mich daher hinter eine mittelmäßige Buche. Kaum hatte ich mich niederlegt, als eine Kugel vom Baum abprallte und mir in den linken Arm schlug und im Knochen stecken blieb. So schnell hatte ich nicht danach gesehen, als eine zweite den Absatz meines Stiefels fortriss und eine dritte in die Patrontasche drang, die neben mir am Gewehre lag. In weniger als zwei Minuten schlugen fünfzehn Schüsse teils in meine Kleider, teils in die Erde neben mir. Ich sah nun, dass wenn dies so fort ginge, ich zu Brei geschossen würde. Weichen wollte und konnte ich nicht. Da fällt mir ein, du ziehst einmal den Helm ab und stellst ihn neben dich. Ich zog ihn also ab und stellte ihn ungefähr 1 ½ Ellen von mir weg. Das half. Sofort richteten die Feinde ihre Podewils auf den glänzenden Helm und zerschossen ihn zu Stücken. Ich dankte Gott, dass mein Kopf nicht darunter steckte und blieb ungefähr noch eine halbe Stunde liegen bis unsere Truppen nachrückten, worauf ich mich aufmachte und verbinden ließ.’ Soweit die Erzählung des braven Langbein. Schließlich bemerke ich noch, dass derselbe, sobald er konnte, in das nahe liegende Züntersbach ging und dort bei der Torarolle Brechat HaGomel betete. Leider hat sich durch das frühe Ausgehen der Zustand des Verwendeten verschlimmert, jedoch hat derselbe das Fieber glücklich überstanden und sieht einer baldigen Genesung entgegen. Hazofeh."  

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum Tod von Leo Stern aus Züntersbach (1938)  

Ziegenhain Israelit 24031938.jpg (191097 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1938: "Leo Stern - er ruhe in Frieden -. Nach halbjähriger Tätigkeit als Hausverwalter der Toralehranstalt Jeschiwa wurde Leo Stern nach kurzer Krankheit im Alter von erst 54 Jahren abberufen, betrauert von Frau und zwei Söhnen, einer greisen Mutter, mehreren Geschwistern, nicht minder aber auch von der Verwaltung der Toralehranstalt, die in Leo Stern einen Mann ihres strikten Vertrauens, einen Mann der Pflicht und der Treue hatte. In der preußischen Rhöngemeinde Züntersbach - die früher einen zähen Stamm von echten, treuen Jehudim hervorgebracht hat und auch die Bausteine für andere blühende Gemeinden, so für Brückenau, geliefert hat - geboren und im Hause frommer Eltern erzogen, ging Leo Stern in jungen Jahren in die Welt hinaus und blieb sich in allen Lagen des Lebens treu, treu den frommen Traditionen der Ahnen wie der heimatlichen Dorfgemeinde. An der Seite einer ebenbürtigen Gattin, im Kreise aufblühender Kinder, führte er über zwei Jahrzehnte ein gutes jüdisches Haus in Ziegenhain bei Kassel. Durch der Zeiten Wandlung sah er sich veranlasst, mit Familie nach Frankfurt am Main zu übersiedeln, wo er seinen Posten an der Toralehranstalt antrat. Es war bewundernswert, wie rasch sich dieser Mann der Arbeit und Pflicht mit Hilfe der Gattin in die neue Aufgabe hineinfand, mit welchem Eifer und welcher Liebe er seine ganze Kraft in den Dienst der neuen Lebensarbeit stellte. Rasch hatte er das Vertrauen Aller vom Rosch Jeschiwa (Vorstand der Jeschiwa) bis zum jüngsten Jünger. Just zur Zeit, da wir erst anfinden, ihn ganz nach seinem vollen Werte zu schätzen, verlieren wir ihn. Die Toralehranstalt Jeschiwa wird ihrem treuen Beamten, der trotz der kurzen Zeit mit ihr ganz verwachsen schien, ein ewiges Andenken bewahren. 
Im Namen der Familie würdigte beim Ausgang der Trauerwoche Herr Redakteur Schachnowitz in Gegenwart aller Dozenten und Bachurim wie einiger Mitglieder des Kuratoriums die treuen Dienste und die Verdienste des Heimgegangenen und sprach auch letzten Dank im Namen der Verwaltung aus. Möge sein Verdienst der Gattin, beiden Söhnen, der greisen Mutter wie der weiten Familie beistehen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge            
    
In Züntersbach war ein Betsaal im Haus einer jüdischen Familie vorhanden. Vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist das Gebäude abgebrannt. Ein neuer Betsaal wurde nicht mehr eingerichtet.    
    
Erinnerung an die Synagoge in Züntersbach in einem Badebrief aus Brückenau (1924) 

Zuentersbach Israelit 21081924.jpg (237229 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1924: "Badebrief aus Brückenau. Brückenau Stadt, 15. Juli. 
Ein tiefblauer Morgenhimmel wölbt sich über dem reizenden Tale der Sinn, an deren Ufern sich zu Wiese und Wald Heilquellen in beträchtlicher Zahl gesellen, um Menschen, die sich an Klagen gewöhnt haben, zum Loben und Preisen zu veranlassen. Sie vergessen ihre Schmerzen, die den langen Winter über ihre Glieder und Gelenke durchzuckt haben, durch den Gebrauch des heilkräftigen Mineralwassers und freuen sich, dass sie nun wieder die Herrschaft über ihren Körper erlangen und sie sogleich in einer so wunderbaren Gegend ausüben können. Und der Jude, dem seine Religion Leitstern fürs ganze Leben ist, empfindet es noch als besonders dankenswert, dass eine fromme Gemeinde und ein neues zuverlässig geführtes jüdisches Hotel es ihm ermöglichen, aller dieser Segnungen ohne jede Entbehrung teilhaftig zu werden. In der herrlichen Synagoge hat er soeben seine Morgenandacht verrichtet, und nun ersteigt er den Hand, der das Tal nach Norden eingrenzt, um vor dem Frühstück noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. 
Bald erhält er Gesellschaft. In der Nähe des Bergkammes sieht er auf verschiedenen Pfaden Bekannte in gleicher Richtung emporsteigen. Sie erfreuen sich gleich ihm des wunderbaren Morgens, der würzigen Luft - die Stadt Brückenau liegt 311 m hoch - und des herrlichen Ausblickes. Viele Bänke laden am Waldesrand zu kurzer Ruhe. Manche Gedenktafel erinnert an bekannte Persönlichkeiten, die gleich uns den Reiz der Gegend genossen haben, wie z.B. der berühmte Reichs-Postmeister Stephan. 
Nachdem wir lange genug den Blick in die Runde haben schweifen lassen, suchen wir die Orte, die uns besonders lieb geworden sind: die Synagoge mit dem Davidstern über ihrem Kuppeldach und das frei gelegene gastliche Hotel mit seiner saftig grünen Gartenanlage. Dann untersuchen wir aber auch unsere nächste Umgebung. Und was gewahren wir zu unserer Überraschung? - 
Aus dem Erdreich am Rande des Waldes ragen zwei Steine etwa zehn Zentimeter hoch heraus. Die eigentümliche Rundung lässt uns vermuten, dass es sich um behauene Steine handelt. Mit Hilfe unserer Bergstöcke gelingt es uns, die oberste Erdschicht zu entfernen. Da erscheinen einige Ritzen im Stein, und als wir sie betrachten, tritt die Form der Buchstaben P"N (hier ruht) deutlich hervor. Unsere Vermutung ist bestätigt: In diesem Boden haben Glaubensgenossen vor Jahrhunderten die Überreste ihrer teuren Toten gebettet. Die älteren Mitglieder der Gemeinde haben von diesem Friedhofe wohl erzählen hören. Aber man hatte im Laufe der Zeit die Örtlichkeit vergessen. Das mag daher gekommen sein, dass man Jahrhunderte hindurch den Juden den Wohnsitz hier untersagt hatte. Als sich wieder welche hier ansiedelten, mussten sie ihre Leichen nach dem Bezirksfriedhofe im benachbarten Altengronau bringen. Erst vor einigen Jahren ist hier ein Gelände für einen eigenen Friedhof angekauft worden. Die jetzige stattliche Gemeinde hat die gesamte Gemeinde des nahen Dorfes Züntersbach in sich genommen. Die alte Synagoge, die sich im Gebäude einer frommen Familie befand, ist ein Raub der Flammen geworden. Aber noch heute erinnert eine Stiftung an jene frommen Brückenauer, die sich um die Erhaltung der Gemeinde große Verdienste erworben haben. E."    

   
Hinweis zur Synagoge, Lehrerwohnung, Mikwe und jüdisches Schlachthaus: nach den Erinnerungen eines Zeitzeugen aus Züntersbach (Mitteilung vom 29.5.2016) ist trotz dem Brand das Synagogengebäude erhalten geblieben und damit eher durch einen Brand beschädigt oder zerstört worden: "Ich habe die Synagoge als Kind in den 1960er-Jahren noch gesehen. Diese wurde als 'Tischlerwerkstatt' genutzt. Neben der 'Werkstatt' stand das Wohnhaus des jüdischen Lehrers. Das kannte ich aus meiner Kindheit. Meine Tante und Onkel haben dort gewohnt. Das Gebäude wurde leider auch abgerissen. Die 'Werkbank' war ein großer Tisch aus Stein. Hinter dem Sägestaub (Holzstaub) waren farbige Bilder zu erkennen. Das Innendach war, soweit ich mich erinnere gewölbt. Zu meinem größten Bedauern, wurde das Gebäude dann vor ca. 40 bis 45 Jahren abgerissen und an seiner Stelle ein Wohnhaus errichtet.
Die Heilquelle (für das rituelle Bad) ist heute ein kleiner Forellenteich, am gleichen Ort. Der Ort an dem nach traditionellem Ritus geschlachtet wurde, habe ich als Kind noch In einem deutlich erkennbaren Zustand gesehen. War direkt rechts neben dem Gasthaus Kimmel. Das Gasthaus steht noch, ist aber leider geschlossen"
.  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:   Kasseler Straße 12      
   
   
Fotos    

Es sind keine Fotos / Darstellungen zur Geschichte des jüdischen Lebens in Züntersbach oder zum Betsaal vorhanden; 
über Hinweise freut sich der Webmaster von "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite
 
     

       

   
Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Sinntal  
Website der Gemeinde Züntersbach 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Züntersbach 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Züntersbach sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,948  Geburts- und Sterberegister der Juden von Züntersbach   1839 - 1873; enthält eine Abschrift der Judenmatrikel aus dem Kirchenbuch von Züntersbach von 1943  
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031378     

Literatur:  

kein Artikel bei Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. oder ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente.  
keine Artikel bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994.  
kein Artikel bei Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch).   

   
   
Hinweis auf ein familiengeschichtliches Werk      

Nathan M. Reiss 

Some Jewish Families 
of Hesse and Galicia 
Second edition 2005 
http://mysite.verizon.net/vzeskyb6/  
Reiss Lit Titel 010.jpg (44676 Byte) Reiss Goldschmidt usw 010.jpg (68557 Byte)
   In diesem Werk eine Darstellung zur Geschichte der jüdischen Familien Goldschmidt, Hess und Levi-Kann in Heubach, Sterbfritz, Uttrichshausen und Züntersbach ("The GOLDSCHMIDT, HESS and LEVI-KANN Families of Heubach, Sterbfritz, Uttrichshausen, and Züntersbach" S. 143-170) ( Nachkommen bis um 2000) mit zahlreichen Abbildungen u.a.m.      

     
    n.e.  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge    

       

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 12. Juni 2016