Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Die jüdischen Friedhöfe in den Landkreisen Fulda (FD) und Gießen (GI) 
  

Landkreis Fulda  

Landkreis Gießen   

Burghaun   
Burghaun - Langenschwarz  
Ebersburg - Weyhers  
Unterseite   
Flieden    
Unterseite    
Fulda  
Unterseite 
Neuhof  
Unterseite 
Tann / Rhön  
Unterseite      
    

    

Allendorf / Lumda   
Unterseite  
Allendorf/Lumda - Nordeck   
Unterseite  
Biebertal - Vetzberg  
Buseck - Alten-Buseck   
Unterseite  
Buseck - Großen-Buseck 
Unterseite  
Fernwald - Steinbach 
Gießen 
Unterseite  
Gießen a.d. Lahn - Wieseck 
Unterseite  
Hungen  
Unterseite   
Hungen - Obbornhofen  
Unterseite  
Langgöns   
Langgöns - Espa 
Laubach / Hessen 
Lich  
Unterseite   
Lich - Muschenheim   
Unterseite  
Linden - Großenlinden 
Linden - Leihgestern   
Lollar   
Unterseite 
Pohlheim - Grüningen 
Pohlheim / Hessen - Watzenborn-Steinberg 
Rabenau / Hessen - Londorf  
Unterseite 
Staufenberg / Hessen  
Unterseite  
Staufenberg / Hessen - Treis      

   
   
Landkreis Fulda               
   
Burghaun       
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Burghaun war seit 1690 auch für umliegende Gemeinden Begräbnisstätte (Hünfeld, Mackenzell, Rothenkirchen, Steinbach und andere Gemeinden des Hünfelder Landes). Die Friedhofsfläche umfasst 93,86 ar. In den 1960er-Jahren wurde auf Veranlassung des von überlebenden Juden gegründeten "Komitees zur Wiederherstellung des israelitischen Friedhofes in Burghaun" ein Gedenkstein für die Opfer der NS-Zeit aus dem früheren Kreis Hünfeld aufgestellt.  

Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Burghaun die Zahl von 705 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1690 bis 1941. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich 

Lage: Der Friedhof befindet sich im südlichen Ortsteil am Ende der Ringstraße.   
   
Fotos:
(Quelle: Website AG Spurensuche Rotenburg a.d.f.)  

Burghaun Friedhof 010.jpg (66936 Byte) Burghaun Friedhof 011.jpg (55123 Byte) Burghaun Friedhof 012.jpg (60634 Byte)
Teilansichten des jüdischen Friedhofes in Burghaun Einzelner Grabstein 
(von Fanny Strauß aus Burghaun)

Link: Website der Marktgemeinde Burghaun (ohne Hinweise zur jüdischen Geschichte);  Seite zur jüdischen Geschichte / Synagoge in Burghaun (interner Link)  
Auf der Website der Arbeitsgruppe Spurensuche Rotenburg a.d.F. finden sich unter den "Einzelmodulen" Informationen zur jüdischen Geschichte in Burghaun (insbesondere die von Elisabeth Sternberg-Siebert erarbeitete Darstellung „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Burghaun“) und unter den "Schicksalen" Informationen zu den aus Burghaun stammenden Personen F.M. Browning/M. Braunschweiger und Marga und Manfred Strauß.
Literatur: Arnsberg I,104-105.   
    
    
    
Burghaun - Langenschwarz                
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Eine jüdische Gemeinde bestand in Langenschwarz von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein jüdischer Friedhof in Langenschwarz wurde 1832 angelegt, nachdem die jüdische "Privatgesellschaft" am 16. Juli 1832 von Heinrich Schmidt einen Acker erworben hatte. Der Friedhof wurde bis um 1900 belegt.  
    
Lage:            
    
Link: Website der Marktgemeinde Burghaun (ohne Hinweise zur jüdischen Geschichte)
Literatur: Arnsberg I,105   

Ebersburg - Weyhers
  

Weyhers Friedhof 204.jpg (94798 Byte) Zum Friedhof in Weyhers besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken            

   
   
   
Flieden (= Friedhof von Neuhof)  

Flieden Friedhof 201.jpg (58076 Byte) Zum Friedhof in Flieden besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken     

   
   
   
Fulda     

Fulda Friedhof 174.jpg (109488 Byte) Zu den Friedhöfen in Fulda besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken    

   
   
   
Neuhof  (= Friedhof von Flieden)

Flieden Friedhof 201.jpg (58076 Byte) Zum Friedhof in Neuhof/Flieden besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken            

   
   
   
Tann/Rhön   

Tann Friedhof 188.jpg (108574 Byte) Zum Friedhof in Tann besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken   

   
   
   
Landkreis Gießen          
    
Allendorf/Lumda    

Allendorf adL Friedhof 121.jpg (94279 Byte) Zum Friedhof in Allendorf an der Lumda besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  

    
    
    
Allendorf/Lumda - Nordeck 

Nordeck Friedhof 115.jpg (126132 Byte) Zum Friedhof in Nordeck besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  

     
     
     
Biebertal - Vetzberg               
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Vetzberg wurde von der jüdischen Gemeinde Vetzberg und den in den umliegenden Orten Krofdorf, (Atzbach*) und Rodheim lebenden jüdischen Familien belegt. Er wurde 1671 angelegt. Auch aus Gießen wurden einige Beisetzungen vorgenommen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Friedhof erweitert. Die letzte Bestattung war 1918. Die Friedhofsfläche umfasst 8,95 ar.
   
Hinweis: in Atzbach gab es einen eigenen jüdischen Friedhof, der 1969 aufgelöst wurde - die Grabsteine und die Gebeine einer Verstorbenen kamen in den jüdischen Friedhof nach Wetzlar.   

Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Vetzberg die Zahl von 18 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1737 bis 1918. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich

Lage:      
   
Fotos:
(Fotos: Rudi Walter)   

Vetzberg Friedhof 100.jpg (71835 Byte) Vetzberg Friedhof 101.jpg (80436 Byte) Vetzberg Friedhof 102.jpg (75275 Byte)
Eingangstor Teilansichten des Friedhofs

Link: Website der Gemeinde Biebertal     
Literatur: Arnsberg II,320f.380. 

  
  
  
Buseck - Alten-Buseck   

Alten Buseck Friedhof 118.jpg (104125 Byte) Zum Friedhof in Alten-Buseck besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

    
    
    
Buseck - Großen-Buseck            

Grossen Buseck Friedhof 132.jpg (115478 Byte) Zum Friedhof in Großen-Buseck besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken 

     
     

     
Fernwald - Steinbach               
     
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde Steinbach wurden bis 1884 in Großen-Linden beigesetzt. Im April 1884 kaufte die Steinbacher Israelitische Religionsgemeinde zwei Äcker "Am Weingarten" und legte hier einen eigenen Friedhof an. Der erste Beigesetzte war vermutlich der am 3. August 1885 verstorbene Mayer Katz II.   
Spätestens seit 1908 (vielleicht bereits seit 1884) war der Friedhof mit einer Bruchsteinmauer umgeben. 1889 wurde ein kleines Gerätehaus (Totenhaus) errichtet. Der Zugang zum Friedhof erfolgte durch ein zweiflügeliges, schmiedeeisernes Tor auf der Seite zur Straße "Am Weingarten" (früher: Albacher Weg). 
Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde Steinbach ging der Friedhof 1919 in den Besitz der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen über; nach 1945 kam er in den Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Friedhof durch SA-Leute, vermutlich auch durch Jungen Hitlerjugend zerstört. Der Gerätehäuschen wurde angezündet, die Grabsteine umgestoßen und zerschlagen. Ein Teil der Grabsteine wurde entfernt und vermutlich für die Fundamente damaliger Steinbacher Neubauten verwendet. 1940/41 ließ der damalige Ortslehrer von seinen Schülern den Friedhof umgraben und Maulbeerbäume pflanzen. 
Auf Anweisung des amerikanischen Militärs musste der Friedhof 1945 - soweit möglich - wiederhergestellt werden. Zunächst wurde er nur mit Gras eingesät; die Grabsteinfragmente wurden auf einen Haufen gelegt. In der Folgezeit ist der Friedhof wieder verwahrlost. 1963 wurde der nicht belegte Teil des Friedhofes zu einer Gründanlage mit Kinderspielplatz umgestaltet. Der belegte Teil des Friedhofes wurde als Gedenkstätte gestaltet. Mehrfach wurde nach 1945 die Idee der Errichtung eines Gedenksteines vorgebracht, doch erst 1988 umgesetzt. Der Stein wurde am 9. November 1988 eingeweiht. Er trägt die Inschrift: "Zur Erinnerung an die 50. Wiederkehr der Reichskristallnacht und den Leidensweg jüdischer Bürger, die durch unmenschlichen Rassenhass verfolgt oder in den Tod getrieben wurden. Fernwald, den 9./10. November 1988".    
        
Lage: In der Ortsmitte von Steinbach an der Straße "Am Weingarten".

LinkWebsite der Gemeinde Fernwald    
Website von Hanno Müller (Fernwald): http://www.fambu-oberhessen.de/ 
Literatur: Arnsberg II,490 (ohne Ortsartikel zu Steinbach)   
Steinbach Lit 018.jpg (42868 Byte) Hanno Müller (u.a.): Juden in Steinbach. 2008.  2010². 

 

 

    
    
    
Gießen    

Giessen Friedhof 140.jpg (94454 Byte) Zu den Friedhöfen in Gießen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken 

    
    
    
Gießen a.d. Lahn - Wieseck       

Wieseck Friedhof 110.jpg (99033 Byte) Zum Friedhof in Wieseck besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken

   
   

   
Hungen   

Hungen Friedhof 180.jpg (129423 Byte) Zum Friedhof in Hungen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  

     
     
     
Hungen - Obbornhofen

Obbornhofen Friedhof 158.jpg (111551 Byte) Zum Friedhof in Obbornhofen besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken  

    
    
    

Langgöns               
     
Zur Geschichte des Friedhofes: Das Alter des Friedhofes in Langgöns ist nicht bekannt.   
    
Lage:                   
    
Link: Website der Gemeinde Langgöns
Literatur: Arnsberg I S.477  :     
    
    
    
Langgöns - Espa              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Das Alter des Friedhofes in Espa ist nicht bekannt. Er wurde bis 1939/40 genutzt. Die Friedhofsfläche umfasst 3,98 ar.  
   
Lage:              
    
Link: Website der Gemeinde Langgöns 
Literatur: Arnsberg II,380:        
      
     
     
Laubach/Hessen
             
   
Zur Geschichte des Friedhofes: Der Friedhof wurde um 1800 angelegt. Die 43 vorhandenen Grabsteine sind auf Grund der längeren Inschriften oft recht hoch, hier und da sind Giebel angedeutet, am ältesten Grabstein wird eine Art Hausform sichtbar. Auf dem 5,72 ar großen Gelände haben etwa 120 Grabstellen Platz; etwa 80 Beerdigungen dürften hier stattgefunden haben, nur gut die Hälfte ist durch Steine sichtbar. Der letzte Grabstein ist von Ida Gundling geb. Strauß (gest. 1931); der älteste erhaltene Grabstein von Herz Strauß (geb. 1765, gest. 1855).    
    
Lage: Der Friedhof liegt am südlichen Rand der Stadt in der Nähe des Schulsportplatzes bzw. des Panoramahofes, erreichbar über die Hungener Straße/bei der Straße "Am Stelzenberg".       
    
Link: Website der Stadt Laubach/Hessen 
Führungen über den Friedhof: auf Anfrage, Dauer 30 bis 45 Minuten Info: Kultur- und Tourismusbüro, Tel: 06405 / 921 321
Informationsseite von www.giessener-land.de: hier anklicken   
Literatur: Arnsberg I,478-479.  
    
    

    
Lich   

Lich Friedhof 165.jpg (125826 Byte) Zum Friedhof in Lich besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken    

     
     
     
Lich - Muschenheim   

Muschenheim Friedhof 172.jpg (116811 Byte) Zu den Friedhöfen in Muschenheim besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken     

  
  
  
Linden - Großenlinden               
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1637 angelegt. Er war ursprünglich zentraler Begräbnisplatz für zahlreiche (bis zu 22) umliegende Gemeinde (Gießen bis zum 19. Jahrhundert, dann auch Heuchelheim, Krofdorf, Watzenborn, Steinberg, Steinbach, Garbenteich, Langgöns, Kirchgöns, Pohlgöns und weitere Orte). Die ältesten, bis in die 1930er-Jahre lesbaren Steine waren aus dem Jahr 1712. Das Friedhofsgrundstück bestand aus einem ganz alten, einem alten und einem neuen Teil. 1938 wurde im Zuge der Feldbereinigung ein Weg durch das Friedhofsgelände gelegt, sodass der Friedhof in zwei Teile getrennt wurde. Der damalige jüdische Gemeindevorsitzende B. Theisebach ließ die noch vorhandenen alten Grabsteine (ca. 70) im Boden unter dem Feldweg versenken. 
      
      
Aus der Geschichte des Friedhofes 
Bemühungen zum Erhalt des Friedhofes (1903)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. August 1903: "Großen-Linden (Oberhessen). Ein alter israelitischer Friedhof befindet sich in unserer Gemarkung, nahe dem neuen Gemeindefriedhof. Hier wurden vor etwa 100 Jahren die Juden aus den umliegenden Orten Gießen, der Rabenau und nördlichen Wetterau beerdigt. Um 1850 wurde der Friedhof aufgegeben und das Gelände ging an hiesige Einwohner über, die es als Obst- und Grasgärten benutzten. Die zum Teil sehr alten Grabsteine sind noch zahlreich vorhanden. Jetzt sind Verhandlungen über den Wiedererwerb des Friedhofs im Gange. Mehrere Frankfurter Familien haben schon die Grabstätten ihrer Voreltern zurückerworben."   

Beitrag über "Das Begräbniswesen der Israeliten Gießens" mit ausführlichem Bericht zum Friedhof in Großen-Linden    
Anmerkung: der von Josef Marx erstellte Beitrag erschien im "Gießener Anzeiger" vom 20. Februar 1908; zugesandt von Dagmar Klein, Gießen)   

Giessen Marx 1908.jpg (419584 Byte)"Das Begräbniswesen der Israeliten Gießens
Der alte israelitische Friedhof auf dem Nahrungsberg, welcher bis auf einige Erbbegräbnisse nun vollständig belegt ist, wurde am Freitag, den 4. November 1836 mit der Beerdigung eines 83-jährigen, in der Klinik verstorbenen Mannes seiner Bestimmung übergeben. 
Schon im Jahre 1834 hatte die israelitische Gemeinde die Anlage eines eigenen Friedhofes in Gießen ernstlich ins Auge gefasst. Der Stadtvorstand, an den man sich dieserhalb wandte, forderte 3 1/2 fl. für die Rute, einen für damalige Zeiten enorm hohen Preis, und wollte auch selbst den Platz bestimmen. Taxatoren schätzten schließlich das Gelände auf dem jetzigen alten Friedhofe zu 1 fl. 5 kr. pro Klafter ab. Die Gesamtkosten zur Anlage des Friedhofes betrugen 1600 fl.  
Bis zum Jahre 1836 beerdigten die Israeliten Gießens und folgender umliegenden Ortschaften ihre Toten auf einem großen Begräbnisplatz zu Großen-Linden: 1. Wieseck; 2. Heuchelheim; 3. Großen-Linden; 4. Langgöns; 5. Kirchgöns und Pohlgöns; 6. Leihgestern; 7. Steinberg; 8. Watzenborn; 9. Garbenteich; 10. Steinbach. Sämtliche Gemeinden hatten sich dahin geeinigt, die Oberaufsicht über den Friedhof zu Großen-Linden dem Vorsteher von Kirchgöns zu übertragen. Dieser hatte als Unteraufseher den Flurschützen zu Großen-Linden, der laut landrätlicher Verfügung hierfür eine jährliche Gebühr erhielt. Bis zum Anfange des 18. Jahrhunderts scheint sich auf dem Gebiete des Begräbniswesens alles glatt abgewickelt zu haben. Die Verstorbenen wurden nach damaliger Sitte, möglichst noch am Todestage, spätestens jedoch am folgenden Tage beerdigt. 
Unterm 8. April 1828 verfügte der Landrat, dass der jüdische Begräbnisplatz zu Großen-Linden mit einer Umzäunung versehen werden müsse, andernfalls die Umfassung behördlicherseits angeordnet werden und die entstandenen Kosten eingetrieben werden müssten. Dem Verlangen des Landrats wurde alsdann auch sofort entsprochen und dem Flurschützen Johann Müller für Beaufsichtigung des Judenbegräbnisplatzes 2 fl. pro Jahr bewilligt. Trotz dieser Aufsicht war bereits im Jahre 1833 keine Spur von der Hecke des Totenackers mehr vorhanden, die im Jahre 1828 neu angelegt worden war. An dem Tore waren die Kloben weggerissen. Die Umzäunung der Anliegenden war ganz unversehrt. Der ganze Friedhof glich einem Ackerfelde. Auf eine Beschwerde an den Kreisrat ersuchte dieser den Bürgermeister Lenn um eine strengere polizeiliche Aufsicht und bestimmte, dass in Zukunft die Flurschützen erst dann ihre Vergütung erhalten sollten, wenn sie ein Zeugnis des ersten Vorstehers beibringen könnten. Diese und andere Missstände, welche sich zu dieser Zeit mehr als je bemerkbar machen, veranlassten den Vorstand der Gießener israelitischen Religionsgemeinde, die Anlage eines neuen Friedhofes in unserer Stadt ins Auge zu fassen. Es ist unbegreiflich, dass man bei den Erörterungen hierüber den Friedhof zu Großen-Linden vollständig vergessen zu haben schien. Wäre es sonst möglich gewesen, dass man mit einem wahren Vandalismus die Grabdenkmäler beschädigte und zum Teil niederriss? Noch einmal, im Jahre 1838, erklärte der beauftragte Vorstand des Friedhofes zu Großen-Linden den Vorständen der israelitischen Religionsgemeinde Gießen, dass er die zur Sicherheit der Gräber erforderliche Umzäunung nicht allein anfertigen lassen könne, da es mit einem kleinen Aufwand nicht getan sei. Der Vorstand bat alsdann um einen speziellen Kostenüberschlag. Im Übrigen blieb alles, wie es nun schon fünf Jahre bestand. Dabei kamen die Gießener Gemeindemitglieder, deren Angehörige dort begraben waren, zweifellos alljährlich zum Besuche der Grabstätten nach Großen-Linden und konnten aus eigener Kenntnis die immer fortschreitende Verwilderung des Friedhofes konstatieren. Allein keine Hand rührte sich. Man hatte ja jetzt in Gießen einen eigenen Friedhof und bekümmerte sich nicht mehr um den zu Großen-Linden, der mit der Zeit von den Bauern benützt wurde, als wäre er ihr volles Eigentum. Da niemand Klage erhob, nahmen sich einige kurzer Hand das Recht, ein Stück nach dem anderen mit einer Hecke zu versehen und als ihr Eigentum zu proklamieren. Auf dem Nachbargrundstücken des jetzigen jüdischen Friedhofes zu Großen-Linden, die zurzeit Eigentum verschiedener Ortseinwohner sind, befinden sich eine große Anzahl jüdischer Grabsteine, ein Beweis, dass auch diese Grundstücke ursprünglich zu dem gleichen Begräbnisplatz gehörten. Nach dem israelitischen Ritus ist die Veräußerung eines Friedhofes, sowie die Benutzung eines solchen zu landwirtschaftlichen Zwecken strengstens verboten und ein Verkauf auch nur einzelner Teile undenkbar. Die früheren Inhaber der betreffenden Friedhofsgrundstücke konnten also unmöglich einen Erwerbstitel darüber besitzen, vielmehr muss seinerzeit eine widerrechtliche Aneignung derselben stattgefunden haben. Eine Anzahl von Parzellen mit Grabsteinen soll seit über 60 Jahren im Besitze von Privaten sein; auf den übrigen Grundstücken hat man anscheinend die Denkmäler entfernt. 
Da das Grundbuch im Jahre 1856 legalisiert wurde, konnte eine Änderung im Verwaltungswege nicht herbeigeführt werden. Auch Bemühungen, auf gütlichem Wege etwas zu erreichen, waren bisher vergeblich. Das Gesetz über den Denkmalschutz verhindert wenigstens die Entfernung der noch erhaltenen Denkmäler. Allein die betreffenden Grundstücke sind und bleiben Eigentum der jetzigen Inhaber, falls nicht die Gießener israelitische Gemeinde unter schweren finanziellen Opfern dieselben ankaufen sollte, wozu wohl wenig Aussicht vorhanden ist...     
Die vorgestern ihrer Bestimmung übergebene israelitische Abteilung des neuen Friedhofs am Rodtberg liegt im nordöstlichen Teil... 
weiterer Text auf der Seite zum jüdischen Friedhof in Gießen.             Josef Marx."        

Friedhofschändung (1933)  

Grossen Linden Israelit 02021933.jpg (36271 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1933: "Gießen. In Großen-Linden bei Gießen wurde auf dem jüdischen Friedhof eine Schändung von Gräbern entdeckt. Die Täter stürzten die Denkmäler auf fünf Gräbern um und zertrümmerten die Gedenkzeichen. Die behördlichen Ermittlungen verfolgen eine bestimmte Spur."   
     
Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Großenlinden die Zahl von 104 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1736 bis 1935. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich 

Lage: Der jüdische Friedhof liegt nordwestlich des Ortes am Friedhofsweg gegenüber dem allgemeinen Friedhof.       
    
Link: Website der Stadt Linden
Literatur: Arnsberg I,284-285. 
    
    
    
Linden - Leihgestern              
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof wurde 1887 angelegt. Der letzte Verstorbene, der dort bestattet wurde, war Moses Bauer, dessen Grabstein jedoch erst 1854 aus Betreiben seiner n die USA ausgewanderten Tochter Hanna errichtet werden konnte. Insgesamt wurden wohl nur elf Beisetzungen auf dem Friedhof vorgenommen. Die Friedhofsfläche umfasst 4,83 ar.                
    
Lage:  Der jüdische Friedhof liegt nördlich des Ortes links des "Steinweges" zwischen Leihgestern und Mühlberg.          
    
Link: Website der Stadt Linden   Seite zur jüdischen Geschichte / Synagoge in Leihgestern (interner Link)   
Literatur: Arnsberg I,484-485
.    
     
     
     
Lollar   

Lollar Friedhof 133.jpg (92058 Byte) Zum Friedhof in Lollar besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken     

       
       
       
Pohlheim/Hessen - Grüningen      
     
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Grüningen war gemeinsamer Friedhof für die in Grüningen sowie die im südlich davon gelegenen Holzheim lebenden Juden. Er umfasst eine Fläche von 7,23 ar.                       
      
Lage:            
      
Link: Website der Gemeinde Pohlheim 
Literatur: Arnsberg I,387-388
.  
      
      
      
Pohlheim/Hessen - Watzenborn - Steinberg               
      
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Großen-Linden beigesetzt. Ein eigener jüdische Friedhof wurde 1887 angelegt. Er umfasste zunächst eine Fläche von 2,00 ar. Später wurde er auf eine Größe von 4,13 ar erweitert. 1943/44 kam es zu Verhandlungen des Gemeinderates mit der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland beziehungsweise den deutschen Behörden um einen Verkauf des Friedhofes an die Gemeinde, die maximal 30 RM für das Grundstück bot. 
  
Nach einer Statistik vom März 1953 waren damals 23 Grabsteine vorhanden, davon 17 unbeschädigt. Drei waren umgestürzt oder zerbrochen, auf drei Steinen fehlte die Namenstafel. Im Sommer 1957 kam es zu einer Friedhofschändung, bei der bis auf zwei alle Grabsteine umgestoßen wurden. Eine Übersicht über die 1982 noch lesbaren Grabsteine findet sich auf der Friedhofseite der Website www.stolpersteine-pohlheim.de.  
     
Auf ihm wurde im November 1963 ein Gedenkstein mit insgesamt 13 Namen für die aus der Gemeinde deportierten Juden aufgestellt (Einweihung am Volkstrauertag 1963).
          
Lage:  Am Ortsausgang nach Garbenteich              
    
Link: Website der Gemeinde Pohlheim     Website www.stolpersteine-pohlheim.de   
Seite zur jüdischen Geschichte / Synagogengeschichte in Watzenborn-Steinberg (interner Link)  
Literatur: Arnsberg II,345-346.  
     
     
     
Rabenau/Hessen - Londorf  

Londorf Friedhof 191.jpg (53503 Byte) Zum Friedhof in Londorf besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken    

     
     
     
Staufenberg/Hessen   

Staufenberg Friedhof K010.jpg (46062 Byte) Zum Friedhof in Staufenberg besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken    

    
    
    
Staufenberg/Hessen - Treis an der Lumda                 
     
Zur Geschichte des Friedhofes: Die Friedhofsfläche umfasst 16,80 ar, doch war das Gelände ursprünglich größer, da in den 1950er-Jahren von der jüdischen Vermögensverwaltung JRSO etwa 12-15 ar als "Ackerland" verkauft wurden. Die letzten Beisetzungen auf dem Friedhof fanden 1940/41 statt. 1978 wurde ein Mahnmal auf dem Friedhof zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Bewohner von Treis eingeweiht.

Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Treis die Zahl von 83 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1731 bis 1940. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich

Lage: Der jüdische Friedhof befindet inmitten des heute bebauten Gebietes von Treis.   
    
Link: Website der Stadt Staufenberg  
Literatur: Arnsberg II,306-308; Volker Hess: Geschichte der Juden in den heutigen Ortsteilen Staufenbergs Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Treis. vgl. Website von Volker Hess mit Beiträgen zu jüdischen Geschichte  
.  
     
     
     
     
      

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Oktober 2014