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Amöneburg (Kreis
Marburg-Biedenkopf)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Amöneburg
bestand eine jüdische Gemeinde bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Bereits im
Mittelalter lebten unter dem Schutz des Erzbischofs von Mainz jüdische
Personen in Amöneburg. Erste jüdische Einwohner lassen sich im 14. Jahrhundert
nachweisen (1324-25). 1429 waren es fünf, sechs oder mehr jüdische Personen
beziehungsweise Familien, 1451 mindestens vier Familien. Ein nach Amöneburg
benannter Juden wird in Duderstadt genannt (1434/35). Die jüdischen
Familien lebten überwiegend vom Geldhandel. Andere Gewerbe (wie "brauen,
auszuschenken, Gewand zu schneiden oder sonst Handel (kauffmanschacz) zu
treiben") waren ihnen von Seiten der Stadt verboten. Von einer Vertreibung
der Juden aus Amöneburg ist nichts bekannt.
Die Geschichte der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 16./17. Jahrhundert zurück.
In den Kellereirechnungen der Stadt werden Juden ab 1587 erwähnt. Auch
nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten regelmäßig fünf jüdische Familien im
Amt Amöneburg, zwei davon in Amöneburg selbst (so 1659, 1739, 1742:
jeweils zwei jüdische Familien). Anfang des 18. Jahrhunderts wird erstmals ein
Vertreter der Familie Strauss genannt. Die Familie hatte später ein
Gemischtwarengeschäft am Marktplatz, bis sie nach Marburg verzogen ist.
Im 19. Jahrhundert machte die jüdische Bevölkerung noch zeitweise einen
Bevölkerungsanteil von bis zu 9 % aus: 1827 59 jüdische Einwohner, 1855 74 (10
Familien), 1859 86 (13 Familien), 1867 79, 1892 46 (in elf Familien), 1894 37
(in neun Familien), 1895 34 (in sieben Familien), 1897 31 (von 955 Einwohnern,
in sechs Familien), 1899/1901 drei jüdische Einwohner (in einem Haushalt), 1925 8 jüdische Einwohner.
Um 1900 löste sich die Gemeinde durch die zuvor erfolgte starke Abwanderung
(insbesondere nach Kirchhain,
Marburg usw.) auf. Die hier noch lebenden beiden jüdischen
Familien gehörten nun zur Gemeinde in Kirchhain.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen
Friedhof in Kirchhain beigesetzt. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Religionslehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl.
Ausschreibung von 1893 unten). Bis 1835 war als Lehrer in Amöneburg der aus Rhina
stammende David Lissard tätig. Seit 1835 war er zugleich Lehrer an der
jüdischen Schule (Elementarschule) in Kirchhain
und seitdem (bis 1874) Lehrer der jüdischen Kinder von Amöneburg und Kirchhain.
Zudem war er auch als Beschneider / Mohel in der Umgebung tätig: 1884 konnte er sein 50-jähriges
Dienstjubiläum als Mohel feiern (siehe Bericht unten). - Nach den Ausgaben des
"Statistischen Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" erteilte
1888/1901 Lehrer Viktor Bachenheimer aus
Kirchhain den Religionsunterricht in Amöneburg (1892 noch sieben Kinder,
1894 sechs Kinder, 1895/96 neun Kinder, 1899/1901 noch ein Kind).
1867/68 war als "Privatlehrer" in Amöneburg Max Schwarzschild tätig,
später Lehrer an den jüdischen Lehrerseminaren in Düsseldorf und Köln. Wo bzw.
bei welcher Familie er als "Privatlehrer" tätig war, wird nicht mitgeteilt.
Die Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Marburg.
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1860 Salomon Strauß, um
1885 Herr Strauß, um 1887/1897 S. Strauß, 1901 M.A. Strauß.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Moses Max Windheil
(geb. 29.4.1883 in Amöneburg, vor 1914 in Gießen wohnhaft, gef. 26.11.1917).
Um 1924 lebten noch sieben jüdische Personen in Amöneburg, die zur jüdischen
Gemeinde in Kirchhain gehörten. 1933 lebten noch Angehörige der
Familie Stern sowie Frieda Heching in Amöneburg. In den folgenden Jahren sind einige von ihnen auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
Von den in Amöneburg geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Ida Jetchen
Bär geb. Strauß (1866), Erna Hammerschlag (1885), Friedrich (Fritz Nathan)
Hammerschlag (1887), Siegfried Hammerschlag (1887), Toni Hammerschlag (1896),
Frieda Heching (1894), Helene Lang geb. Stern (1902), Amon Denny Meyer (1941),
Michael Meyer (1899), Recha Meyer geb. Stern (1909), Adolf Stern (1904), Ernestine
Stern geb. Spier (1869), Hildegard Stern geb. Steinmann (1917), Pinchas Uri
Stern (1941), Recha Stern geb. Stern (1909), Isaak Strauss (1870), Sally Strauss
(1887), Isaak Strauss (1857).
An die ermordeten Mitglieder der Familie Stern erinnert seit dem Jahr 2000 auf
dem Schulhof der katholischen Privatschule (humanistisches Gymnasium) Stiftsschule
St. Johann, Rentereigasse in Amöneburg ein kleines Denkmal (Basaltsäulen
unterschiedlicher Größe in Bezug zu den unterschiedlichen Generationen) und
eine Tafel mit der Inschrift: "Hier lebte die jüdische Familie Stern,
deren Mitglieder außer Siegfried Stern in Konzentrationslagern des Dritten
Reiches umgekommen sind. Möge ihr Leid eine dauernde Mahnung zu
Mitmenschlichkeit sein". Zur Einweihung des Denkmals im Jahr 2000 kamen die
Witwe (zweite Frau) von Siegfried Stern, ihre vier Kinder und weitere zehn
Familienangehörige aus den USA (weiteres zur Geschichte der Familie Stern
siehe unten bei "Erinnerungsarbeit vor Ort").
Am 31. Mai 2011 wurden in Amöneburg "Stolpersteine" verlegt
zur Erinnerung an Esther Stern geb. Spier (1869), Hildegard Stern geb. Steinmann
(1917), Pinchas Uri Stern (1940), Recha Meyer geb. Stern (1909), Michael Meyer
(1899), Amon Denny Meyer (1941), Frieda Heching (1894), Siegfried Stern
(1905).
Vgl. zur Verlegung der "Stolpersteine" Pressebericht
unten.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1893
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1893: "Die
Religionslehrerstellen 1. in Breidenbach mit einem festen Einkommen von
720 Mark, freier Wohnung und Feuerung, 2. in
Rauschenberg mit einem festen
Einkommen von 700 Mark und freier Wohnung, 3. in Amöneburg mit einem
festen Einkommen von 600 Mark und freier Wohnung sind zu besetzen.
Bewerber wollen ihre Meldungen und Zeugnisse baldigst dem Unterzeichneten
einsenden.
Marburg, 16. April 1893. Der Provinzialrabbiner Dr. Munk." |
Zum Tod von Seminarlehrer Max
Schwarzschild (geb. 1848 in Schlüchtern,
1867/68 Lehrer in Amöneburg, gest. 1907 in Köln, )
Anmerkungen: - genealogische Informationen zu Max Schwarzschild und Familie:
https://www.geni.com/people/Max-Schwarzschild/6000000061366832922
- Scipio siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Publius_Cornelius_Scipio_Africanus
- Pädagoge Trotzendorff
https://www.deutsche-biographie.de/gnd121134245.html#adbcontent
- Prophet Maleachi:
https://de.wikipedia.org/wiki/Maleachi
- Hamburger Pädagoge Dr. Nathan
https://www.dasjuedischehamburg.de/inhalt/nathan-samson-philip
- Diesterweg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_Diesterweg
- Institut von Dr. Plato: Dr. Hirsch Plato
https://de.wikipedia.org/wiki/Hirsch_Plato
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. April 1907:
"Seminarlehrer Max Schwarzschild - er ruhe in Frieden:
Ein Lebensbild, skizziert von seinem ehemaligen Schüler und Kollegen
Elias Gut in Köln.
Die Geschicklichkeit eines Lehrers soll darin bestehen, das Interesse seiner
Schüler wachzurufen und festzuhalten. Alle die zahlreichen Schüler und
Verehrer Schwarzschilds wissen es, dass er demzufolge ein sehr geschickter
Lehrer war. Zum Schulmann geboren, wie Scipio zum Feldherrn! Dieses
Wort Melanchthons über den bekannten Pädagogen Trotzendorff passt
vollinhaltlich auf unseren so früh vollendeten Meister. Und wenn Lessing
vom großen Künstler Rafael gemeint hat, er würde auch ein gewaltiger
Maler geworden sein, so er ohne Hände zur Welt gekommen wäre, so kann man
diesen tiefen Gedanken mit der nötigen Variation auch auf Schwarzschild
anwenden. Seine schwachen Schüler wussten meistens so viel wie die guten
Schüler seiner Kollegen. Worin bestand nun eigentlich seine pädagogische
Kunst und Tüchtigkeit? Worauf gründeten sich seine großen Erfolge?
Mit dem schönen Worte des letzten Propheten Maleachi lässt sich die Frage
meines Erachtens am besten beantworten (hebräisch und deutsch aus
Maleachi 2,6): 'Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, Unrecht wurde auf
seinen Lippen nicht gefunden, in Frieden und Geradheit ging er mit mir und
viele brachte er vom krummen Wege zurück.' Von dem bekannten Hamburger
Pädagogen Dr. Nathan - er ruhe in Frieden - erzählen dessen
Schüler, er habe als seine Unterrichtsfächer Tauro (Tora) und
Mathematik gewählt, weil beide exakte Wissenschaften Lehren der Wahrheit
seien, die Lehrern und Schülern die höchste Befriedigung gewähren. Auch
unser Lehrer hatte gerade diese Wissensgebiete in sein Herz geschlossen. Nie
konnte er sich mehr begeistern, als wenn er seinen Zöglingen die ewigen
Wahrheiten des Judentums oder der Mathematik beweisen durfte. Noch vor 2
Jahren bei seinem Abgange vom Seminare betonte er gegenüber einer Deputation
seiner ehemaligen Schüler (hebräisch und deutsch) 'Rechnen und Geometrie
seien ihm stets nur Peripherien oder — nach der anderen Lesart — Beikost zur
ewigen Wahrheit der Tora gewesen. Und wie er es sagte, hat er es im
Leben gehalten 'Unrecht wurde auf seinen Lippen nicht gefunden' (Maleachi
2,6). Ein Lehrer, der eine so gefestigte und hohe Weltanschauung seinen
Schülern jahrzehntelang vorlebt, müsste Großes erreichen, selbst wenn seine
Leistungen nicht aus der Höhe der modernen Unterrichtskunst stehen würde.
Aber Schwarzschild war gleichzeitig ein Meister der Didaktik und der
Disziplin. Wie oft gab er uns Diesterwegs weises Wort 'Man diszipliniert
durch die Disziplinen' als guten Rat mit auf die pädagogische Wanderschaft!
Nicht durch barbarische Strenge, nicht durch drakonische Verordnungen und
nicht durch flachsmännische Hausgesetze erreicht man Diesterwegsche
Disziplin, sondern durch — guten Unterricht. Dazu aber gehört vor allem
pädagogischer Takt einer geborenen Lehrerpersönlichkeit. Eine solche
Persönlichkeit war Max Schwarzschild. Baur sagt einmal: 'Wer verlangt, dass
seine Zöglinge nicht ihrer egoistischen Neigung, sondern höheren Gesetzen
pünktlich folgen, muss selbst zeigen, dass er, seine Bequemlichkeit und sein
sinnliches Wohlsein vergessend, gewissenhaft seinem Berufe sich weiht,
liebend seinen Zöglingen sich hingibt. Der Gehorsam der Schüler gegen einen
solchen Lehrer ist dann auch nicht bloß das Unterordnen einer schwächeren
Persönlichkeit unter eine stärkere, sondern ein Unterordnen unter göttliche
Gesetze, welche im Willen des gewissenhaften Erziehers repräsentiert
erscheinen.' Wenn man nun erwägt, wie gewissenhaft Schwarzschild seinen
Pflichten nachkam, wie er statt 28 Stunden deren 30 wöchentlich erteilte,
sich auch in Leidenszeiten mühevoll zum Unterrichte schleppte, an freien
Tagen freiwillig unterrichtete, den schwächeren Zöglinge bereitwilligst
Nachhilfestunden gab, so wird man verstehen, dass der Gehorsam seiner
Schüler kein Kadavergehorsam, sondern ein freier, ethischer Gehorsam war. So
hat sich an ihm das Tauroh-Wort bewährt 'Wenn du hörst...' (2. Mose
15,26), zu welchem unsere Weisen bemerken (hebräisch und deutsch):
'Hörst Du auf die Stimme Deines Lehrers, dann werden Deine Schüler gewiss
auch auf Dich hören!'
Neben dem großen Wissen, dem festen Willen, dem seltenen
Unterrichtsgeschicke war es besonders ein sonniger, goldener Humor, der
diesen Pädagogen auszeichnete. Jean Pauls Wort: 'Heiterkeit ist der
Himmel, unter welchem alles gedeiht — Gift ausgenommen', war auch seine
Devise. Gar oft erdröhnten die Wände des Lehrsaales von den Lachsalven, wenn
der Humor seinen Einzug hielt.
In solch vorbildlicher Weise hat Schwarzschild Dezennien lang seines hehren
Amtes gewaltet, seinen vielen Schülern ein musterhaftes Vorbild, seinen
Kollegen ein treuer Freund und Berater, seinen Vorgesetzten eine sichere
zuverlässige Stütze, der Wissenschaft begeisterter Verehrer, der Tauro
(Tora) freudig gehorchender Sohn.
Max Schwarzschild wurde im Jahre 1848 zu
Schlüchtern
(Kurhessen) als Sohn des dortigen Rabbiners geboren. Nachdem er die
Stadtschule absolviert hatte, bereitete er sich zum Eintritt in das Institut
von Dr. Plato in Weinheim (Baden)
vor und bestand im Jahre 1862 die Aufnahmeprüfung. Im Herbste 1863 siedelte
Dr. Plato mit seiner Anstalt nach
Karlsruhe über. Nach dem Abgänge von diesem Institute besuchte
Schwarzschild das Polytechnikum in
Karlsruhe, um Mathematik und Naturwissenschaft zu studieren. In
Hanau bestand er dann die
Elementarlehrerprüfung, nahm zunächst eine
Hauslehrerstelle in
Amöneburg an und wurde im Jahre 1868 an die Schule von Dr.
Lehmann - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - nach
Mainz berufen. Dr. Plato hatte im
Jahre 1867 die Leitung des neu gegründeten Lehrerseminars in Düsseldorf
übernommen und berief im Jahr 1870 seinen ehemaligen Schüler Schwarzschild
zum ersten Seminarlehrer. Mit dem Seminar kam Schwarzschild im Jahre 1874
nach Köln und nahm im Jahre 1905 nach 25jähriger Amtstätigkeit seinen
Abschied, um sich endlich Ruhe zu gönnen, bis ihn am ersten Pessachmorgen
dieses Jahres der Tod im sechzigsten Jahre seines Lebens von qualvollem
Leiden befreite.
Schwarzschild war auch in den ersten Familien Kölns ein gesuchter
Mathematiklehrer; Primaner, Studenten, Techniker, Hörer der Maschinen- und
Gewerbeschulen suchten seine klaren Belehrungen. Trotz dieser gewaltigen
Arbeitslast fand er Zeit, sich seinen fünf Kindern so zu widmen, dass sie
gewöhnlich in den Schulen die ersten Preise erhielten und tüchtige Menschen
und treue Jehudim wurden, fand er Zeit, die kritischen Schriften Kants
gründlich zu studieren und sich an den geistvollen Erklärungen Malbims zu
ergötzen. In früheren Jahren, als sein Gehörleiden ihn nicht so sehr störte,
hielt er begeisternde Vorträge über Hirschs Pentateuch- und
Psalterkommentar. Dem Verein der jüdischen Lehrer Rheinlands gehörte er nur
kurze Zeit an; als sich der Verein dem vom D.J.G.B. in die Wege geleiteten
Verbände anschloss, erklärte er seinen Austritt.
Seine vielen Schüler verehrten ihren bescheidenen Lehrer und Meister in
seltener Weise. Dankbar konnte man sich ihm nicht wohl erweisen, da er von
Dank nichts wissen und hören wollte. Wir rufen ihm deshalb das jeremianische
Hoffnungswort nach (deutsch und hebräisch aus Jeremia 31,16): 'Es gibt
einen Lohn für Dein Wirken und Hoffnung für Deine Zukunft.'" |
Nennungen von Lehrer David Lissard von Amöneburg bei Lehrerkonferenzen (1863 /
1864)
Aus
einem Artikel in der Zeitschrift "Der israelitische Lehrer" vom 22. Oktober
1863: "Bericht über die zweite Konferenz israelitischer Lehrer
Oberhessens abgehalten zu Kirchhain am 24. September dieses Jahres.
Auf den 24. September war eine Versammlung der Lehrer Oberhessens bestimmt
und durfte man, da Zeit und Ort passend gewählt, auch die Witterung überaus
günstig war, eine zahlreiche Betheilung, erwarten. Aber wie bitter war die
Enttäuschung. Nur elf Lehrer fanden sich ein. Mancher, mag allerdings
zu entschuldigen sein; aber im Allgemeinen ist Lauheit und Gleichgültigkeit
Ursache des Nichterscheinens. 'Wir bezwecken doch nichts' sagt man, um der
Arbeit überhoben zu sein; man bedenkt aber nicht, dass nur Tätigkeit zum
Ziele führt und Lauheit der guten Sache schadet. — Unsere Versammlung
bestand aus den Herren Hause aus
Neukirchen, Rothschild aus Treysa,
Marcus aus Gilserberg, Lissard aus
Amöneburg, Hahn aus
Rauischholzhausen, Luß aus
Schweinsberg, Stern aus Erksdorf,
Spier aus Gemünden, Spie aus
Sterzhausen, Plaut aus
Nordeck und Plaut aus
Romrod (Hessen-Darmstadt.).
Herr Haas aus Ziegenhain hatte sein
Nichterscheinen genügend entschuldigt und wurde an dessen Stelle der
Unterzeichnete zum Schriftführer erwählt.
Gegenstand der Beratung war: Gründung eines Pensionsvereins für die
israelitischen Lehrer Kurhessens... |
| |
Aus
einem Artikel in der Zeitschrift "Der Israelitische Lehrer" vom 3. November
1864: "Bericht über die in
Neustadt, Kreises Kirchhain, am 17. Oktober dieses Jahres abgehaltene
Konferenz der israelitischen Lehrer Oberhessens.
Am vorgenannten Tage versammelten sich in der Wohnung des Herrn Lehrers
Plaut daselbst nachbenannte Lehrer: B. Hause von
Neukirchen (Präsident), Lissard von
Amöneburg, Rothschild von Treysa,
Spier von Gemünden, Rothschild
von Merzhausen, Plaut von
Treis a.d.L., Stern von
Erksdorf, Plaut von
Neustadt schloss sich dieses Mal
unseren Verhandlungen beziehungsweise Beschlüssen an. Die Herren Lehrer
Stern von Frankenau, Brandes von
Halsdorf, Hahn von
Holzhausen und Rothschild von
Oberaula waren durch anwesende
Mitglieder vertreten und hatten erklärt, sich der Majorität anschließen zu
wollen.
Lehrer Lyon von Frielendorf hatte
sich, wie immer, weder entschuldigt, noch war derselbe erschienen. Fürchtete
dieser 'Priester des Herrn' im engeren Anschluss an Lehrer und Konferenzen
einen Teil seiner 'Heiligenglorie' einzubüßen? Ist er doch nicht so scheu
der Laien, die dies oder das einer gewissen Ware bedürfen, deren
Expedient er ist?..." |
Lehrer David Lissard ist verstorben (1891)
Aus
einem Artikel in "Der Gemeindebote" vom 21. August 1891: "Schließlich
gedachte der Jahresbericht in recht warmen Worten der beiden im verflossenen
Jahre verstorbenen Kollegen Lissard - Amöneburg und Davidsohn -
Helmarshausen." |
Aus der Geschichte der
jüdischen Gemeinde
Ergebnisse von Spendensammlungen in der Gemeinde
(1865 / 1869)
Anmerkung: in jüdischen Gemeinden wurden
regelmäßig Spendensammlungen für bestimmte Zwecke durchgeführt und die
Ergebnisse immer wieder in jüdischen Periodika mitgeteilt.
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November
1865 -
"Spenden zur Linderung der Hungersnot in Palästina": "Durch B. Strauß in
Amöneburg gesammelt (2. Sendung): B. Strauß dahier 4 Thlr., Herz Strauß
4 Thlr., Hirsch Strauß 25 Sgr., A. Strauß 2 Thlr., Sal. Strauß 1 Thlr., K.
Strauß 4 Thlr. M. Strauß 4 Thlr., J. Weisel 8 1/2 Sgr., S. Hiersteiner 45
Sgr., Lehrer Lissard 6 Sgr., Lehrer Flörsheim 2 1/2 Sgr., Löser Kann aus
Mainzlar 4 Thlr., Aus der Kasse der
Chewrat Naschim (Frauenverein) 1 Thlr., Aus einer Zedaka-Büchse 2
Thlr. 3 Sgr., Samuel Strauß 1 Thlr. Summe 17 Thlr. oder 29 fl. 45 kr." |
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Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1869 - Sammlung zur
Unterstützung des notleidenden Glaubensgenossen in West-Russland: "Durch
Koppel Strauß in Amöneburg: Baruch Strauß 2 Thlr. 8 Sgr. 7 Pf., Herz
Strauß 1 Thlr., Hirsch Strauß 15 Sgr., Samuel Strauß 15 Sgr., Abraham Strauß
2 Thlr., Isaac Weisel 7 Sgr. 6 Pf., S. Hiersteiner 5 Sgr., Salomon Strauß 2
Thlr., Koppel Strauß 2 Thlr., Meier Straus 1 Thlr. 15 Sgr., A. Stern 5
Sgr., J. Strauff 20 Sgr., Zedaka- Büchse dahier 15 Sgr., zusammen 13
Thlr. 16 Sgr. 1 Pf., abzüglich Porto 13 Thlr. 13 Sgr."
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Der Fuldaer Bischof Dr. Joseph Weyland predigt gegen
antisemitische Hetze (1890)
Anmerkung: zu Dr. Böckel
https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Böckel; zu Bischof Dr.theol.h.c. Joseph
Weyland in Fulda:
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Weyland
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1890: "Marburg, 16.
Juni. Es dürfte wohl, so schreibt man aus der Veste des Herrn Dr. Böckel,
von Interesse sein, zu erfahren, dass der Bischof von Fulda, Herr Dr.
Joseph Weyland, der von Sonntag bis heute Nachmittag hier war, während
dieser Woche verschiedene Orte des Dekanats Amöneburg besucht und sowohl in
der Predigt gestern Morgen, als gestern Abend beim Festkommers hauptsächlich
von dem zwischen den verschiedenen Konfessionen zu herrschenden Frieden
gesprochen hat. In der Predigt soll er u. A. darauf hingewiesen haben, dass
wir alle einen Vater haben. Beim Kommers hat er u. A. die Worte gebraucht:
'Der wahre Katholizismus verbietet jede Hetze.' Vom Publikum ist teilweise
Beides als direkt gegen den Antisemitismus gerichtet aufgefasst worden. Der
hiesige Pfarrer Herr Weber hat übrigens in seiner Erwiderung auf die
Ansprache des Bischofs direkt erwähnt: 'Ew. Gnaden haben darauf hingewiesen,
dass wir den anderen Konfessionen gegenüber so verschieden sie auch von uns
sein mögen, friedlich entgegenkommen müssen.'" |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Hirsch Straus (1881)
Anmerkung: die hebräischen Buchstaben und Begriffe sind teilweíse nicht zu
lesen.
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1881: "Amöneburg.
Mittwoch früh - 3. Cheschwan - ist Herr Hirsch Straus dahier
im 77. Lebensjahre gestorben. Derselbe zählte zu denjenigen Männern, die
leider immer seltener werden in unsrer Zeit.
In allen Richtungen seines langjährigen Lebens bewährte er sich als einer,
der ... der Frieden nachstrebte, der Wohltätigkeit ausübte .... Als
Mitglied und Teilhaber der schon über 50 Jahre ehrenvoll dastehenden
Handelsfirma 'Gebr. Straus' hat er jederzeit durch redlichen Fleiß,
durch strenge Rechtlichkeit und Friedensliebe nach Innen und Außen sich
ausgezeichnet.
Treuer, zärtlicher Gatte, liebevoller Vater, war er unablässig bestrebt,
seine zahlreichen, alle versorgten Kinder, Söhne und Töchter, zu
brauchbaren, nützlichen Menschen, zu wahren und frommen Jehudim zu
erziehen. Selbst ein ..., hat er mit nicht geringen Opfern, einen seiner
Söhne, mehrere Jahre hindurch dem Torastudium ... hingegeben.
Der Gemeinde, die viele Jahre hindurch in näherer und weiterer Umgebung als
Muster galt, und leider in jüngster Zeit durch Wegzug und durch den Tod
empfindlich gelichtet wurde, war er stets eine feste Stütze, Gutes und
Frommes oft anregend, und beharrlich zur Ausführung zu bringen. Als
langjähriger Baal tokea (Schofarbläser) war er bezüglich des
Gotteshauses einer von den .... Noch am jüngsten Jom Kippur wohnte
er, mit weniger Unterbrechung, in wahrhafter Andacht dem Gottesdienste bei,
den ... eröffnend und schließend. Und wie sein Leben, bescheiden und ruhig,
so war auch ein Tod, sanft und mild.
Ein außergewöhnlich großes und ehrenvolles Geleite aus Nahe und Ferne folgte
seiner Bahre, nachdem vorher Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk im Trauerhause
in längerem, tiefrührendem Vortrag über: ... eingehend gesprochen.
Am Grabe ward von Unterzeichnetem, anknüpfend an die Worte: ... noch Einiges
nachgetragen. ... L." |
Zum 50jährigen Dienstjubiläum von
Herrn Lissard als Mohel (Beschneider) (1884)
Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1884: "Danksagung.
Amöneburg. Gestern, 6. Januar, wurde ich durch mehrere Vorstände
und Mitglieder der hiesigen und verschiedener Nachbargemeinden, unter
Vorantritt des Provinzial-Rabbiners Herrn Prof. Munk aus Marburg überrascht,
die als deputiert erschienen, mir im Namen zahlreicher Israeliten des
Kreises und der Provinz Glück zu wünschen, als heute fünfzig Jahre
fungierenden Mohel (Beschneider). Unter kurzer, aber höchst sinnvoller
Ansprache, überreichte mir Herr Dr. Munk, ein prächtiges, wertvolles Mohel-Besteck,
seitens der auswärtigen Gemeinden und einzelner Israeliten, während von
den hiesigen mir gleichzeitig ein Etui mit Silberzeug verehrt wurde.
Von
dieser so unerwarteten als für mich höchst ehrenvollen Ovation tief
inniglich gerührt, fühle ich das Bedürfnis, den hiesigen und auswärtigen
beteiligten zusammen, meinen herzinniglichen Dank auszusprechen…
Lissard". |
Zum Tod von Baruch Strauß
(1879)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1879: "Amöneburg
(Provinz Hessen). Heute, am Rüsttage zum Sukkotfeste, starb morgens 8 Uhr
nach dreiwöchentlichem Krankenlager in seinem 80. Lebensjahre der Senior
der weithin bekannten Firma 'Gebrüder Strauß', Baruch Strauß
dahier. Wie im engeren und weiteren Familienkreise sein Heimgang eine
schmerzlich empfindliche Lücke verursache, so wird dieses in Bezug auf
die Gemeinde nicht minder betrübend empfunden. Mit seinem selbständigen
Eintritt in die hiesige religiöse Gemeinde begann dieselbe erst diesen
Namen zu verdienen, die sich dann unter seiner Leitung schöner entfaltete
und eine lange Reihe von Jahren Nahen und Fernen Achtung einflößte.
Langjähriger Vorsteher der Gemeinde und des Kreises hat er überall bei
Wahrung seiner Dienstpflichten, Frieden zu stiften und zu erhalten, als
Lieblingsmotiv seines Wirkens zu betätigen gesucht. Familie und Gemeinde
haben und hatten alle Ursache im Sinne des Bibelwortes sagen zu können 'es segne dich der Ewige…' Gottes Segen war an uns sichtbar bei
Deinem Eintritt ins familiäre, geschäftliche und religiöse Leben.'
Streng religiös und genau in der
Beachtung der Gebote war er hier der fleißigste Besucher des
Gotteshauses, und zwar noch, bis vor wenigen Wochen. Wohltätigkeit übte
er in ausgedehntem Maße. Als einer der
die Tora liebte und
die
sie Lernenden unterstützte
hat er oft innig bedauert, selbst nicht lernen zu können. Seine Kinder
hat er stets zu streng religiösem Lebenswandel angehalten und an seinem
Sterbebette die Freude gehabt,
neben seinen Töchtern, fünf Söhne, unter denen ein Rabbiner, versammelt
zu sehen. Möge dieses fünfstimmige Kadisch-Gebet,
vereint mit seinen vielfachen, im Leben geübten guten Werken, ihn einführen
in den Kreis der Frommen und Seligen." |
| Anmerkung: nach der Dokumentation
von Kurt Schubert: Juden in Kirchhain. 1987 ist in Kirchhain kein
Grabstein für Baruch Strauß vorhanden. Das Grab von Baruch Strauß lag vermutlich auf der 1941 abgeräumten Fläche des
Friedhofes. |
Zum Tod von Veilchen Strauß geb. Levi
(1884)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1884: "Amöneburg
(Hessen). Am 9. dieses Monats, am 11. Tewet, ist die Ehefrau des
Großhändlers J. H. Strauß, Veilchen geb. Levi, in noch nicht
vollendetem 84. Lebensjahre nach kaum 10tägigem Krankenlager dahier
gestorben.
Schon im väterlichen Hause, durch ihre Bescheidenheit, ihre Sanftmut,
ihren Fleiß, von Allen, die sie kannten, verehrt, als eine Zierde der
Familie, hat sie diese Tugenden nicht nur in höherem Maße auch mit in
das eheliche Leben gebracht, sondern auch die sprechendsten Beweise
geliefert, dass diese ihren wahren Grund ihre Quelle in reiner Frömmigkeit
und wahren Gottesfurcht hatten, sodass ihr das Prädikat einer gottesfürchtigen
Frau mit vollem Rechte gebührte.
In ihrem kurzen, aber schmerzvollen Krankenlager, in dem Gefühle, dass
Heilung, ungeachtet aller außerordentlich aufgebotenen Mittel nicht zu
erhoffen sei, hat die Verblichene, jede schmerzenfreie Stunde zum Troste
ihrer Angehörigen, namentlich ihres Gatten und ihrer beiden Kinder, denen
sie ihren letzten Segen erteilte, ohne Erregung und mit aller Kraft ihrer
Beredsamkeit, ergeben in den Willen Gottes, benutzt.
Ihre letztwillige Bestimmung, die ihr wohl die wichtigste war, galt ihren
Kindern: Erziehet meine, unsere Kinder, zu gottesfürchtigen Jehudim!
Fromm und ehrenvoll wie ihr Leben, war auch ihr Sterben.
Ihre Bestattung gab Zeugnis von der großen Teilnahme und Sympathie,
welche sie bei allen bekannten in ihrem Leben genoss und hielt Herr Lißard,
Schriftgelehrter, am Sarge in Amöneburg eine tief ergreifende Trauerrede
und Herr Rabbiner Dr. Munk solche am Grabe in Kirchhain.
Man kann dieser wackeren Frau mit Recht nachrufen: 'gebt ihr von den Früchten
ihrer Hände und preist in den Toren ihre Taten'
Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
| Anmerkung: nach der
Dokumentation von Kurt Schubert: Juden in Kirchhain. 1987 ist in Kirchhain
kein Grabstein für Veilchen Strauß geb. Levi vorhanden. Das Grab von
Veilchen Strauß geb. Levi lag vermutlich auf der 1941 abgeräumten
Fläche des Friedhofes. |
Zum Tod von Großhändler Herz Straus sen. (1885, Bericht von Anfang 1886)
Anmerkung: Zu Beginn ist statt 20. Dezember besser 30. Dezember zu lesen.
Herz Straus ist am 20. August 1802 in Amöneburg geboren und war verheiratet
seit dem 6. November 1829 (Amöneburg) mit Efrin Eva geb. Steinberg, eine
1805 in Angenrod geborene Tochter von
Abraham Steinberg. Efrin Eva Steinberg starb bereits am 15. Juni 1844 in
Amöneburg. Das Ehepaar hatte sieben in Amöneburg geborene Kinder: Breinchen
(geb. 18. September 1830, später verheiratet mit Aaron Blumenthal), Meier
(geb. 17. April 1832), Gerson (geb. 26. November 1834), Gelle Jette
(geb. 6. Februar 1837, später verheiratet mit Abraham Blumenfeld), Abraham (geb.
1. Juni 1839), Baruch (geb. 11. März 1842, verheiratet mit Josefine Kaufmann),
Moses (geb. 24. Februar 1844, später verheiratet mit Jeanette Reiss).
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1886: "Amöneburg, 20.
Dezember. Am Erev Schabbat Kodesch mit der Parascha Schemot 17. Tewet
(Freitag, 25. Dezember 1885) ist der Großhändler Herz Straus sen. dahier
in seinem 84. Lebensjahre, nach kurzem Krankenlager gestorben, und heute am
19. des Monats unter großer Beteiligung beerdigt worden.
Schon im Beginne seiner Tätigkeit als Geschäftsmann hat er unter
bescheidenen Verhältnissen, durch Fleiß, Strebsamkeit und Umsicht, verbunden
mit Redlichkeit und Treue, in Nah und Fern sich Ruf und Namen verschafft.
Ermutigt durch das ihm gewordene Vertrauen größerer Geschäftsfirmen hat er,
in Gemeinschaft mit seinen, großenteils ihm vorangegangenen Brüdern - sie
ruhen in Frieden, die heute noch in Ehren bestehende, im In- und Ausland
vielseitig bekannte Firma 'Gebr. Straus' gegründet, und trotz mehrfacher
Hindernisse die im Laufe der vielen Jahre, dem Fortbestand und dem Gedeihen
derselben in den Weg traten, erhallen.
Vielfachen und schweren Schicksalsschlägen — Krankheiten und Todesfällen in
eigener Familie — setzte er Geduld und Ergebung entgegen, wie es dem
gläubigen Israeliten geziemt — und mit Mannesmut und Vertrauen nahm er
sobald es ging, seine gewohnte Tätigkeit von neuem wieder auf. Seine
zahlreichen Kinder suchte er, kein Opfer scheuend, zu brauchbaren Bürgern,
zu wahren Israeliten zu erziehen.
In der Gemeinde wirkte er mit dem ihm eigenen Eifer, für Hebung des
Gottesdienstes und der Schule.
Bis vor wenigen Jahren war er, und das, über ein Viertel-Jahrhundert lang,
Mitglied des Provinzial-Vorsteheramtes zu Marburg; die Entstehung,
Verbesserung und Hebung vieler, dem Ressort desselben unterstehenden
Institutionen sind das Werk seiner Initiative.
Wahres, unverfälschtes Judentum waren hierin überall die Motive seines
Handelns. ... Seine Seele ruhe im Garten Eden." |
Zum Tod des Großhändlers und
Kreisvorsteher Abraham Strauß (1889)
Anmerkung: Abraham Strauss ist am 5. Oktober 1812 in Amöneburg geboren.
Er heiratete am 21. Mai 1840 Rebekka geb. Lion, eine 1818 in Rossdorf
(Kirchhain) geborener Tochter von Zadok Lion und seiner Frau Keile geb. Bachrach.
Abraham und Rebekka Strauss hatten drei Kinder: Meier (geb. 26. Februar
1842), Minna (geb. 12. Dezember 1843), Isaak (geb. 6. April 1848,
gest. 23. Februar 1850). Abraham Strauss starb am 4. April 1889 in
Amöneburg. Rebekka ist bereits am 21. September 1867 in Amöneburg gestorben.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. April 1889: "Amöneburg
(Hessen). Heute, am 7. Nissan wurde der vorgestern in seinem noch nicht
vollendeten 77. Lebensjahre sanft entschlafene Großhändler und
Kreisvorsteher Herr Abraham Strauß dahier zur ewigen Ruhe bestattet; den
Leichenkondukt bildete ein überaus zahlreiches Geleite von leidtragenden
Israeliten und Nichtisraeliten aus Nah und Fern.
Mitinhaber der rühmlich bekannten Großhandlungs-Firma 'Gebrüder Strauß'
hat er über ein halbes Jahrhundert durch Fleiß, Umsicht und strenge
Rechtlichkeit den begründeten Namen und Ruf derselben zu erhalten
und zu erhöhen gestrebt.
In seiner Familie, in der Gemeinde und in seinem mehrjährig verwalteten
Amte als Vorsteher des Kreises, seiner Obliegenheiten und Pflichten
bewusst, hat er diesen gemäß stets gehandelt.
Gegen Arme und Hilfsbedürftige war er wohltätig und zwar nicht bloß
gegen diejenigen, die seine Hilfe und Unterstützung nachsuchten, sondern
er war auch bemüht in Nah und Fern sog. verschämte Arme zu entdecken,
denen er regelmäßig spendete. Religiosität war stets der Leitstern
seines Lebens und Handels... Seine
Seele sei eingebunden im Bund des Lebens." |
| Anmerkung: nach der Dokumentation
von Kurt Schubert: Juden in Kirchhain. 1987 ist auf dem Kirchhainer
Friedhof kein Grabstein für Abraham Strauß vorhanden. Das Grab von
Abraham Strauß geb. Levi lag vermutlich auf der 1941 abgeräumten
Fläche des Friedhofes. |
Über Zadok Strauss (geb. 1866 in
Amöneburg, gest. 1931 in Frankfurt am Main)
| Zadok Strauss ist 1866 in Amöneburg geboren.
Er studierte in Marburg Medizin, wurde promoviert und approbierte 1892. Er
war zuerst Assistent in Marburg und ließ sich 1893 in Frankfurt-Bockenheim
als praktischer Arzt nieder. Er war viele Jahre Bahnarzt /Sanitätsrat). |
Über Baruch Strauss (geb. 1842,
gest. 1914)
Baruch Strauss ist am 11. März 1842
in Amöneburg geboren als Sohn von Herz Strauss (1802-1884) und seiner Frau
Chaje geb. Steinberger (gest. 1844). Er war seit 1866 verheiratet mit
Josephine Kaufmann (1844-1904). Baruch Strauss gründete 1866 das
Bankhaus Strauss in Marburg, später Frankfurt am Main. Die beiden hatten
sechs Kinder: Johanna (geb. 1866, Thekla (geb. 1868), Karl (1872-1927),
Albert (geb. 1874), Hugo (1878-1928) und Max (1880-1885). Baruch Strauss
starb am 25. Januar 1914.
Link:
https://www.kaminsky.nl/Kaminsky_WebPages_1/HTMLFiles/HTMLFiles_02/P2173.html
|
Die letzten Mitteilungen
in jüdischen Periodika aus Amöneburg waren
1932 (im "Israelitischen Familienblatt" vom 11. Februar 1932 S. 6): Hochzeit in
Gelsenkirchen (Vereinsstraße 45) von Regine Nußbaum (Gelsenkirchen) mit Adolf
Stern aus Amöneburg.
1933 (im "Israelitischen Familienblatt" vom 4. Oktober 1933 S. 6): Gestorben in
Amöneburg: Selig Stern im Alter von 68 Jahren.
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige von Salomon Strauss (1884)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1884: "Annonce!
Der Unterzeichnete sucht für seinen Sohn, der noch nicht 15 Jahre alt ist,
und das einjährig-freiwillige Zeugnis erlangt hat, ein Unterkommen als
Lehrling in einem Bank- oder Warengeschäft, wo Sonnabend und Feiertag
geschlossen ist, gewünscht wird, dass derselbe Kost und Logis im Hause
erhält.
Salomon Strauss in Amöneburg (Regierungsbezirk Kassel.)" |
Anzeige des Metzgermeisters J.
Metzger (1893)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1893: "Für meine
Schlachterei und Wurst-Geschäft suche per sofort einen tüchtigen, jüdischen
Gesellen.
J. Metzger, Amöneburg
(Reg.-Bezirk) Kassel" |
Zur Geschichte der Synagoge
Bereits in früheren
Jahrhunderten dürfte eine Betstube in einem der jüdischen Häuser
vorhanden gewesen sein. Das bis heute erhaltene Gebäude, in dem um 1860
der Betsaal der jüdischen Gemeinde eingerichtet wurde, gehörte der Familie
Stern. Es handelt sich beim Haus der Familie Stern um ein zweigeschossiges
Haus mit einem großen geschweiften Walmdach innerhalb der Stadtmauer unweit des
Marktplatzes. Gottesdienste wurden nach Auflösung der Gemeinde (um 1900)
vermutlich nicht mehr in diesem Gebäude abgehalten.
Das Gebäude ist bis heute als Wohnhaus erhalten.
Adresse/Standort der Synagoge: Mittelgasse
1
Fotos
(Foto: Hahn, Aufnahmedatum 3.2008; Foto des Hauses
Strauss aus Arnsberg Bilder S. 15.)
| Die ehemalige Synagoge |
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Stammhaus der Familie
Strauss
am Marktplatz in Amöneburg (um 1900) |
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Vertreter der
Familie Strauss werden in obigen Berichten mehrfach genannt |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
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1988:
Versuche der Kontaktaufnahme zu
ehemaligen jüdischen Bewohnern Amöneburgs |
Anzeige
in der Zeitschrift "Mitteilungsblatt des Irgun Olei Merkas Europa" vom
Dezember 1988 S. 7: "Suchnotizen.
Ehemalige jüdische Bewohner von Amöneburg (Hessen) und umliegenden Orten
werden gebeten sich zwecks Mitteilungen über ihre ehemaligen Gemeinden an
den Herausgeber der 'Amöneburger Blätter', Herrn
Dr. Alfred Schneider, Kesselgasse 7 3572 Amöneburg, DBR,
zu wenden." |
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2000/2010:
Das Denkmal für die Familie Stern
auf dem Grundstück der Stiftsschule
(Texte und Dokumente erhalten von Reinhard Forst)
Anmerkung: Siegfried Stern und Minna Stern geb. Buxbaum (aus
Neuhof) hatten als einzige ihrer Familien
die Konzentrationslager der NS-Zeit überlebt. Dort hatten sich beide
kennengelernt. Nach dem Krieg kamen sie nach Amöneburg, dem Heimatort von
Siegfried Stern und lebten hier bis 1951, bevor sie und die Kinder Uri und
Ruth nach Amerika auswanderten. Siegfried Stern starb 1998. Das Haus der
Sterns stand auf einem Teil des heutigen Schulgeländes der Stiftsschule. Aus
diesem Grund wurde auf dem Schulgelände 2000 ein Denkmal zur Erinnerung an
die Familie Stern aufgestellt und eingeweiht.
Text von Reinhard Forst: "Wie überlebte Siegfried
Stern?
Siegfried war Mitglied des Amöneburger Turnvereins. Er war ein junger
durchtrainierter Mann, als er von Amöneburg abtransportiert wurde.
Wahrscheinlich war dies ein Grund, weshalb er Hunger, Quälereien und die
ungeheuren Belastungen der Verfolgung aushielt. Aber trotzdem hätte das
allein für das Überleben nicht ausgereicht. Minna, seine zweite Frau,
berichtete uns im Mai 2000 im persönlichen Gespräch, was ihr Mann ihr
erzählt hatte: Nach seinem Abtransport nach Riga in Lettland war er
schließlich in das KZ Buchenwald bei Weimar gekommen. Als sich absehen ließ,
dass die Fronten näher kamen, wurden viele Gefangene und Zwangsarbeiter nach
Böhmen abtransportiert. In einem solchen Transport mit Zwangsarbeitern, die
in Leipzig arbeiteten, befand sich auch Siegfried Stern. Ein Aufseher im Zug
der Gefangenen war offenbar mit ihm ins Gespräch gekommen. Er sagte ihm und
einem Freund, es komme bald eine Steigung, bei der der Zug langsamer fahren
werde. Sie sollten abspringen. Er werde schießen, sie aber nicht treffen.
Und so geschah es. Bei der Flucht sahen sie in einem Wald einen etwa
12-13jährigen Jungen mit einem Fahrrad. Er sah auch sie. Nun befürchteten
sie, dass er die Polizei holen werde und suchten deshalb ein Versteck. Sie
verkrochen sich unter den Ästen eines Nadelbaums, die bis auf die Erde
reichten. Tatsächlich kam Polizei mit Spürhunden. Aber zwischenzeitlich
hatte ein heftiger Regen eingesetzt, und die Hunde konnten die Witterung
nicht aufnehmen. Im Stall eines Bauern gelang es ihnen, abgetragene Kleidung
zu finden, so dass sie nicht mehr an ihrer Sträflingskleidung erkennbar
waren. Einige Tage arbeiteten sie bei einem Bauern gegen Verpflegung. Sie
gaben sich als Ausgebombte aus Frankfurt aus. Dann gelang es ihnen, in einer
Stadt (offenbar in Franken) eine tägliche Mahlzeit für Ausgebombte zu
erhalten. Eines Tages blieb der Freund von Siegfried viel länger weg als
üblich. Siegfried war überzeugt, dass man herausgefunden hat, wer sie
wirklich sind und dass nun alles aus ist. Der Freund kam aber zurück und
sagte nur: 'Siegfried, der Krieg ist aus.'
Siegfried Stern kehrte nach Amöneburg zurück. Ihm wurde klar, dass weder
seine Frau, noch sein kleiner Sohn noch irgendjemand aus seiner Familie
überlebt hatte. In Frankfurt traf er mit einem Mädchen zusammen, Minna
Buxbaum, die auch ihre Eltern verloren hatte. Er hatte sie in der Zeit der
Verfolgung kennengelernt. Sie heirateten, hatten in Amöneburg zwei Kinder
und wanderten dann in die USA aus. Zur Einweihung des Denkmals im Mai 2000
kam Minna Stern mit den Familien ihrer vier Kinder nach Amöneburg. Siegfried
Stern war in der Zeit zwischen dem Beschluss zur Errichtung des Denkmals und
seiner Umsetzung gestorben." |
Artikel
in der "Oberhessischen Presse" vom 10. Mai 2000:
"Stiftsschule Amöneburg setzt Zeichen gegen das Vergessen. Denkmal
für die jüdische Familie Stern eingeweiht - Wiedersehen nach 50 Jahren..."
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.
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Aus der Begrüßungsrede von Reinhard Forst,
Lehrer an der Stiftsschule, bei der Einweihung im Mai 2000: "Einführung.
Während des Dritten Reichs lebten in der jetzigen Großgemeinde Amöneburg
jüdische Familien in Roßdorf, Mardorf und Amöneburg. Eine dieser Familien
war die Familie Selig Stern ('Seligs'), die ein Haus in Amöneburg an der
damaligen Kirchgasse besaß, in dem Bereich, wo jetzt das Benedikt-Haus der
Stiftsschule steht. Einige Personen aus den jüdischen Familien der jetzigen
Großgemeinde Amöneburg hatten sich rechtzeitig retten können. Von der
Familie Selig Stern überlebte aber nur Siegfried Stern. Alle anderen
Familienmitglieder, auch diejenigen, die Amöneburg wegen Heirat oder aus
beruflichen Gründen früher verlassen hatten, wurden Opfer der
Judenverfolgung. An die Familienmitglieder, die bis zur Deportation oder
kurz davor in Amöneburg lebten, erinnern diese Basaltsäulen (links vom
B-Eingang). Die Stiftsschule möchte mit diesem Denkmal mithelfen, dass es
den Verfolgern von damals nicht gelingt, auch die Erinnerung an die Opfer
auszulöschen. Und sie möchte sich selbst und alle Menschen daran erinnern,
dass man sich dem Unrecht und der Geringschätzung anderer Menschengruppen
schon in den Anfängen widersetzen muss. Deshalb steht auf der Gedenktafel:
Hier lebte die jüdische Familie Stern, deren Mitglieder außer Siegfried
Stern in Konzentrationslagern des Dritten Reichs umgekommen sind.
Möge ihr Leid eine bleibende Mahnung zu Mitmenschlichkeit sein."
|
| Dazu Beitrag von Reinhard
Forst:
Ein Brückenschlag. Einweihung des Denkmals für Familie Stern.
(als pdf-Datei eingestellt)
|
| |
Artikel
von Alfons Wieber in der "Oberhessischen Presse" vom 16. November 2010:
"Stiftsschüler gedenken ermordeter jüdischer Familie. Seit zehn
Jahren erinnert Mahnmal an Holocaust-Opfer..."
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.
Artikel auch in der Website der Stiftsschule St. Johann
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| Beitrag in der Website der
Stiftsschule St. Johann: "Unsere
Schule. Gedenkfeier für Familie Stern..." (Über die Gedenkfeier
2010, mit Fotos) |
| |
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| Mai
2011: Verlegung von
"Stolpersteinen" in Amöneburg |
Artikel
von Florian Lerchbacher in der "Oberhessischen Presse" vom 31.
Mai 2011: "Eine Verneigung vor den Opfern.
Amöneburg ist die europaweit 647. Gemeinde, in der 'Stolpersteine' an die
Opfer der Nazi-Zeit erinnern.
Seit gestern erinnern 19 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig an
fünf Stellen in Amöneburg, Roßdorf
und Mardorf an die jüdischen Opfer der
Nazi-Zeit..."
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung
anklicken
Vgl. Wikipedia-Artikel
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Amöneburg |
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Links und Literatur
Links:
Quellen:
Literatur:
 | Germania Judaica III,1 S. 16. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 43. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 15 (Haus Strauss). |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 101-102. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 85 (keine weiteren
Informationen) |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S.
145-146.
|
 | Verschiedene Beiträge zur jüdischen Geschichte erschienen
in der Reihe: "Amöneburger Blätter - Beiträge und
Mitteilungen des Amöneburger Museums zur Geschichte Landschaft und
Volkskunde", u.a. in:
1988 Heft 2: "Ein jüdischer Heiratsvertrag aus dem Jahre
1787"
1988 Heft 4: "Die sog. 'Reichskristallnacht von 8./9. Nov. 1938 - und
was damals bei uns geschah."
1993 Heft 4: "Siegfried Stern - Der Schicksalsweg einer Amöneburger
Judenfamilie (1)"
1994 Heft 1: Fortsetzung von "Siegfried Stern - .... (2)". |
 | Barbara Händler-Lachmann / Ulrich Schütt:
"unbekannt verzogen" oder "weggemacht". Schicksale der
Juden im alten Landkreis Marburg 1933-1945. Marburg 1992. |
 | Barbara Händler-Lachmann / Harald Händler
/Ulrich Schütt: 'Purim, Purim, ihr liebe Leut, wißt ihr was Purim
bedeut?' - Jüdisches Leben im Landkreis Marburg im 20. Jahrhundert. Marburg
1995. |
 | Alfred Schneider: Die jüdischen Familien im
ehemaligen Kreise Kirchhain. Beiträge zur Geschichte und Genealogie der
jüdischen Familien im Ostteil des heutigen Landkreises Marburg-Biedenkopf
in Hessen. Hrsg.: Museum Amöneburg. 2006.
|
n.e.

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