Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Gemünden an der Wohra mit Stadtteil Schiffelbach 
und Dodenhausen (Gemeinde Haina (Kloster)) (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Gemünden an der Wohra bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Bereits im 16. Jahrhundert waren einzelne jüdische Personen oder Familien in der Stadt: in den Gerichtsbüchern von 1537 ("Jacob der Judt") und 1571 werden jüdische Namen genannt. 1655 gab es drei jüdische Familien in Gemünden, 1724 vier Familien, 1756 wiederum drei Familien. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten in der Stadt bereits die Vorfahren der Familien Andorn, Lindenbaum, Sinsheimer, Stern, Höxter.     
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1812 acht jüdische Familien, 1827 31 jüdische Einwohner (2,5 % von insgesamt 1.200 Einwohnern), 1861 72 (5,2 % von 1.394), 1871 70 (5,3 % von 1.330), 1885 87 (6,6 % von 1.315), 1889 76 (in 15 Familien, darunter 20 Schulkinder), 1895 71 (5,5 % von 1.286), 1905 66 (4,7 % von 1.404). Zur jüdischen Gemeinde Gemünden gehörten - abgesehen von der Zeit zwischen 1895 und dem Ersten Weltkrieg - die im benachbarten Grüsen lebenden jüdischen Personen. Auch die wenigen jüdischen Einwohner von Dodenhausen und Schiffelbach gehörten zur Gemeinde Gemünden. 1893 zählte die gesamte Gemeinde aus den genannten Orten insgesamt 128 Personen. 
  
Die jüdischen Familien lebten zunächst vor allem vom Viehhandel, Spezerei- und Ellenwarenhandel; ferner (insbesondere im 18. Jahrhundert) vom Handel mit Pottasche, Teer usw.; in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffneten mehrere jüdische Händler und Kaufleute Läden und Handlungen in der Stadt.     
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Elementarschule, bereits vor 1844 bis 1933), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Die Israelitische Elementarschule, die auch von den jüdischen Kindern aus Dodenhausen, Schiffelbach und Grüsen besucht wurde, hatte 1868/69 29 Schüler, 1893 35. 1889 kaufte die jüdische Gemeinde das bisherige Haus des Försters am Aumühlsweg und richtete darin die Schule ein (bis zur Auflösung der Schule 1933 genützt). Für den Unterricht und die Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten die Ausschreibung der Stelle von 1932 nach der Zurruhesetzung von Lehrer Spier). Bis 1839 war Lehrer Aaron Luhs in Gemünden (seit 1839 in Rauschenberg), seit 1843 Lehrer A. Bornheim (zuvor Lehrer in Schweinsberg). von 1855 bis 1894 war Joseph Spier Lehrer (Foto des Grabsteines für ihn auf der Seite zum Friedhof der Gemeinde); ab 1901 dessen Sohn Willy Spier (bis 1932). Der letzte Lehrer war Spiers Nachfolger Sally Katz (aus Guxhagen, vor Gemünden Lehrer in Salmünster). Die Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Marburg
  
Die jüdischen Familien waren im allgemeinen Leben der Stadt und im Vereinsleben weitestgehend integriert. Elias Höxter war Anfang des 20. Jahrhunderts Stadtverordnetenvorsteher in Gemünden.        
    
Um 1924, als zur Gemeinde etwa 60 Personen gehörten, war Gemeindevorsteher Isidor Höxter. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte Willy Spier in der Gemeinde angestellt. Er unterrichtete an der Israelitischen Volksschule noch neun Kinder. An jüdischen Vereinen bestand u.a. ein Wohltätigkeitsverein (Chewra Kadischa). 1932 war Gemeindevorsteher weiterhin Isidor Höxter. Auch Willy Spier war noch (bis Ende März 1932) Lehrer, Kantor und Schochet der Gemeinde.   
   
1933 wurden noch 49 jüdische Personen in Gemünden gezählt. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Zum 1. August 1933 musste die Israelitische Elementarschule aufgelöst werden, für deren Erhalt sich die jüdische Gemeinde und das Marburger Vorsteheramt sich noch im Jahr zuvor erfolgreich eingesetzt hatten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.). Bis 1939/40 sind - bis auf etwa vier Familien - alle jüdischen Einwohner ausgewandert; einige konnten nach Argentinien emigrieren, andere nach Palästina; Lehrer Spier nach England (wo er 1951 verstarb). 1939 lebten noch elf jüdische Personen in Gemünden. Die letzten jüdischen Einwohner wurden aus Gemünden deportiert.      
      
Von den in Gemünden geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Bessi Andorn (1898), Flora Andorn (1894), Israel Andorn (1864), Meier (Maier) Andorn (1872), Rosa Buchheim geb. Katz (1886), Salomon Buchheim (1883), Martha Gijzen geb. Maijer (1892), Rickchen Harth (1887), Scheinchen Selma Harth (1897), Bertha Hirsch geb. Andorn (1897), Dina Höflich geb. Höxter (1894), Elias Höxter (1862), Hilde Höxter (1935), Simon Höxter (1890), Rosalie Isaac geb. Harth (1884), Dina Joseph geb. Höxter (1876), Moritz Joseph (1870), Johanna (Hannchen) Lamm geb. Andorn (1875), Hella Levi geb. Steinmann (1902), Hannelore Levy (1924), Emma Löwenberg (1880), Bertha Mannheimer geb. Schloss (1875). Emilie Marx (1891), Selma Marx (1900), Wilhelm Marx (1917), Klotilde Moses geb. Höxter (1880), Berta Spier (1876), Sally Spier (1864), Rosalie Steinmann geb. Schön (1891), Hildegard (Hilde) Stern geb. Steinmann (1917), Dora Stiefel (1865), Berta Strauss (1893), Grete Strauss (1924), Margarete Grete Mina Strauss (1926), Zacharias Weiler (), Amalie Wolff geb. Marx (1885).          
    
Eine Gedenktafel wurde von der Gemeinde an der Rückseite der Friedhofskapelle auf dem allgemeinen Friedhof der Gemeinde angebracht.    
  
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1932  

Gemuenden Wohra Israelit 28011932.jpg (48297 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1932: "Vakanz
Die israelitische Volksschulstelle zu Gemünden (Wohra) ist zum 1. April 1932 neu zu besetzen, da der bisherige Inhaber wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand treten muss. Gesetzestreue Bewerber, welche befähigt sind, das Vorbeteramt und die Schechitoh mit zu übernehmen, wollen ihre Zeugnisse und Kabbolaus (Zertifikate; von orthodoxen Rabbinern) baldmöglichst hierher einsehen. Israelitisches Vorsteheramt Marburg/Lahn."    

  
Besetzung der Lehrerstelle 1932 durch Sally Katz aus Guxhagen (1932)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. August 1932. "Gemünden an der Wohra, 15. August (1932). Am 1. April 1932 trat unser um unsere Gemeinde hochverdiente Lehrer, Kantor und Schochet Spier laut Notverordnung in den Ruhestand. Die Gemeinde setzte alles daran, um einen würdigen und geeigneten Nachfolger zu finden. Es bedurfte außerordentlich großer Anstrengung, um die staatliche Volksschullehrerstelle zu erhalten und im Sinne der Gemeinde neu zu besetzen. Bei jeder Neubesetzung einer solchen Stelle wird von Seiten der Staatsregierung in umfassender Weise geprüft, ob die Stelle noch erhalten werden kann, da in fast allen Landgemeinden die Schülerzahl äußerst gering ist. Es bedurfte auch diesmal vielfacher Bemühungen, insbesondere des Marburger Vorsteheramtes, bei Abgeordneten, der Regierung in Kassel und dem Ministerium, bis es schließlich gelang, dass die Staatsbehörde ihre Einwilligung zur Weitererhaltung der Stelle gaben. Die Regierung hat Herrn Lehrer Sally Katz, der aus Guxhagen stammt, das Kölner Lehrerseminar absolviert hat und seit 8 Jahren als Religionslehrer, Kantor und Schochet in Salmünster, Kreis Schlüchtern, wirkte, zum 9. August hierher versetzt. Wir hoffen, dass es ihm gelingt, auch in unserer Gemeinde zu Ehren des Judentums zu wirken."     

      
  
Berichte zu einzelnen Personen / Familien in der Stadt  
Über die Familie Andorn  

Zitat aus Arnsberg s. Lit. S. 247-248: "Eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Familien hatte ihr Stammhaus in Gemünden; es war die Familie Israel Andorn. Das Haus der Andorns ist etwa um 1500 erbaut und noch erhalten. Der Name Andorn ist als Familienname erstmals erwähnt um 1759 [...]. Das Haus der Familie Andorn bildete den kulturellen Mittelpunkt der Gemeinde; Israel Andorn sang als Vorbeter der Gemeinde oftmals beim Ausheben der Tora nach einer Mozartarie oder Sabbatgesänge nach Liedern von Körner. Zum Familienerbe gehörten viele folkloristische, teilweise humoristische Lieder mit jüdischem Inhalt. Israel Andern war aktiv im deutschen Schützenverein. Die Familie Andorn ist sephardischer (spanischer) Herkunft.     
Salomon Andorn, geboren 1863 als ältestes von 6 Kindern (Vater Viehhändler), besuchte [ab 1877 die Präparandenanstalt in Frankenberg und von 1879 bis 1883] die 'Bildungsanstalt für jüdische Lehrer zu Hannover'; ab 1886 war er zunächst (für 9 Jahre) als Vorbeter und Lehrer in Fronhausen, Kreis Marburg, tätig. Ab 1902 war er Hauptlehrer in Krefeld. Neben den 'Erinnerungen... Krefeld 1937-1940' schrieb er 'Wie es in unserer kleinen Welt einst war' (Krefeld 1940). (26 bzw. 23 Seiten - Ms-Ph. in Leo Baeck Institute lt. Katalog Bd. I Nr. C/8 und 9.)."
Nachstehendes aus einem Artikel von Karl-Hermann Völker zur Familie Andorn (aus Website www.synagoge-voehl.de): 
Meier Andorn
(Sohn des Baruch Andorn, Cousin zu Salomon Andorn), geboren 1872, erhielt seine erste Stelle in Brilon. Seit Oktober 1894 war er Lehrer und Kantor in Hattingen bei Essen. Er war verheiratet mit Bella geb. Stern, mit der er drei Söhne hatte (Hans, Berthold und Ludwig Jehuda). Bella starb bereits 1926. Meier Andorn wurde mit seiner zweiten Frau Anna geb. Löwenstein im Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er im Oktober 1943 umgekommen ist. Seine Frau Anna wurde in Auschwitz ermordet. Sein Sohn - Rabbiner Dr. Hans Andorn (geb. 1903) ist im Februar 1945 im KZ Bergen-Belsen umgekommen.     
  
Bei dem von Arnsberg genannten Stammhaus der Familie Andorn handelt es sich um das Fachwerkhaus Steinweg 25. Es ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in Hessen; das Ständerbauwerk stammt vermutlich bereits aus dem 15. Jahrhundert. Ein Balken auf der Innenseite trägt noch hebräische Schriftzeichen. 



  
   
    
      
Zur Geschichte der Synagoge

Zunächst war ein Betraum vorhanden. Die Synagoge in der Untergasse wurde 1823 erbaut (alte Hausnummer 213). Damals hatte die jüdische Gemeinde von der Stadt einen Bauplatz in der Untergasse erhalten, der 1818 durch einen Brand freigeworden war. Das zweistockige Synagogengebäude war 7,9 m lang und 6,7 m breit. 
  
Nach einem 1876 erstellten Inventarverzeichnis war in der Synagoge vorhanden: "1. ein in der Wand angebrachter Schrank (heilige Lade, Thoraschrein) zum Aufbewahren der Thorarollen, 2. ein aufklappbarer (Kult-) Tisch (Schulchan) zum Auflegen und Entfalten der Thorarolle, der zugleich als Betpult für den Vorsänger diente, 3. 13 Bänke mit abgeteilten Sitzen und ebenso vielen Stehpulten, 4. Bänke und Galerie in der Frauensynagoge, 5. und 6. zwei Kronleuchter aus Bronze, ein größerer und ein kleinerer, 7. zwei Ständer zum Aufstecken von Lichtern vor dem Betpult des Vorsängers. Vorhanden waren weiter 8. acht Thorarollen mit dazugehörigen Überzügen (Mäntel, hebräisch Me'il), 9. drei Vorhänge (Parochet) vor der heiligen Lade, 10. vier Decken über den Schulchan, 11. zwei Gebetbücher (Machsorim) mit der Liturgie zum Pessachfest, zum Laubhüttenfest u. a., 12. ein Band Bußgebete (Selichot), 13. ein Band mit Klagegebeten und Klageliedern zum Gebrauch am 9. Tag des Monats Aw (9. August), dem Trauertag wegen der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. und der Tempelzerstörung 70 n. Chr. (Tisch'ah be-Aw) , 14. ein Gebetbuch (Tefilla) mit Gebeten für das ganze Jahr, 15. ein Rahmen mit dem Gebet für den Kaiser, 16. ein silbervergoldetes Schild (Tass) zum Anhängen an die Thorarollen und 17. ein silberner Zeigestab Qad) als Lesehilfe für den Vorbeter beim Vorlesen aus der Thora. Vermerkt wird in der Inventarliste 18. ein silberner Becher (Kiddushbecher) zum Weihegebet (Kiddush) für die Eingangsfeier beim Sabbat und an den Festtagen, 19. eine silberne Gewürzbüchse (Bessomimbüchse) für die Schlusszeremonie (Hawdala) des Sabbat (die Bessomimbüchse enthält stärker riechende Gewürze, z. B. Nelken, Zimt, die die Gläubigen trösten sollen, dass die Zeit des Sabbat vorbeigegangen ist), 20. eine Schriftrolle (Megilla) aus Pergament, enthaltend das Buch Esther (Megilla Esther) zum Vorlesen am Purimfest (zur Erinnerung an Esthers erfolgreiche Fürbitten bei dem Perserkönig Xerxes gegen den mordlustigen Judenfeind Haman), 21. ein Schofarhorn (Widderhorn) zum Blasen am Neujahrsfest."    
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und verwüstet, das Gebäude zwei Tage später abgebrochen. Die Reste wurden vor der Stadt verbrannt. Eine Baulücke blieb an dieser Stelle in der Untergasse bis heute zurück.  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge            Untergasse 27  

Fotos
(Quelle: Website des Förderkreises "Synagoge in Vöhl" e.V.)  

Das Synagogengrundstück Gemuenden Synagoge 190.jpg (27097 Byte)  
  Standort der Synagoge - auf der unbebauten Fläche der rechten Bildhälfte  

   
    
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Gemünden an der Wohra   

Website des Förderkreises "Synagoge in Vöhl" e.V. mit einer Zusammenstellung von Dokumenten, Presse-Artikeln und Veröffentlichungen zur jüdischen Geschichte in Gemünden    

Zur Seite über den jüdischen Friedhof (interner Link)  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 247-248.  
Kein Artikel zu Gemünden in Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 bzw. dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994 bzw. Neubearbeitung der beiden Bände. 2007.    
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 216.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 412-413.   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Gemuenden an der Wohra  Hesse-Nassau. Jews only established a community there in the early 19th century. They built a synagogue in 1923 and numbered 87 (7 % of the total) in 1885, dwindling to 33 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue's interior was destroyed and Jews were tortured. In nearby Gruesen young Zionists were trained for kibbutz life in Palestine (1934-38). Most local Jews emigrated; eight were sent to Nazi death camps in 1942 and two others to the Theresienstadt ghetto in 1943.  
    

    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 14. Dezember 2010