Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rauschenberg (Kreis Marburg-Biedenkopf)
mit Betziesdorf (Stadt Kirchhain), Bürgeln und Schönstadt (Gemeinde Cölbe)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Rauschenberg bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück, wenngleich erst im 19. Jahrhundert eine selbständige jüdische Gemeinde entstand. 1604 gab es drei "Schutzjuden" in der Stadt, 1660 16 jüdische Einwohner. Nach einer Verordnung von 1681 sollten nicht mehr als zwei jüdische Familien in der Stadt aufgenommen werden.  Im 18. Jahrhundert waren drei bis vier jüdische Familien in Rauschenberg (1723 und 1744 je vier Familien mit ca. 14 Personen, 1776 drei). 

In Betziesdorf wird erstmals 1736 ein jüdischer Einwohner namens Zillio Kosinitz genannt; in Bürgeln und Schönstadt sollen schon zuvor Juden gelebt haben (vermutlich bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg, um 1660). 1737/47 werden zwei jüdische Familien in Bürgeln erwähnt, eine (vermutlich Jud Löber) mit vier Personen auf der adeligen Seite des Ortes, eine mit zwei Personen (Frau und Sohn) auf der herrschaftlichen Seite. Jud Löber bewohnte 1737 das damalige Haus Nr. 59 am Ort, das später an Löw (Lieb) Lazarus kam, bevor es 1844 Isaak Wertheim I übernahm. 1757 gab es einen Streit zwischen der Metzgerzunft in Marburg mit den als Schlachter tätigen Jude Löw Lazarus in Bürgeln und Moses Katz aus Betziesdorf, da diese angeblich ihr Fleisch zu billig verkaufen würden.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1810 jüdische Einwohner (1,3 % von insgesamt 1.178 Einwohnern), 1812 22, 1819 36 (3,0 % von 1.210), 1835 34, 1858 42, 1861 66 (4,4 % von 1.498), 1871 50 (3,9 % von 1.298), 1885 48 (4,0 % von 1.201), 1895 73 (6,7 % von 1.089), 1905 78 (7,5 % von 1.047). Zur Gemeinde gehörten bis um 1885 auch die in den Orten Betziesdorf, Schönstadt und Bürgeln lebenden jüdischen Einwohnern. In Bürgeln gab es 1856/57 vier "israelitische Handelsleute". 

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (von 1873 bis 1925 eine Israelitische Elementarschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Von 1839 an war Lehrer Aron Luß (Luhs) in der Gemeinde tätig (zuvor Lehrer in Gemünden an der Wohra). Er konnte nach 37 Jahren in Rauschenberg 1876 sein 50jähriges Dienstjubiläum feiern (siehe Bericht unten). Von 1895 bis 1925 war Menko Schirling (geb. 1876, gest. 1936) jüdischer Elementarlehrer in Rauschenberg. Nach Auflösung der Elementarschule wurde er nach Hoof versetzt. Die Gemeinde gehörte zum Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Marburg
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Max Katten (geb. 12.8.1897 in Rauschenberg, vor 1914 in Geestemünde wohnhaft, gef. 30.9.1918).       
 
Um 1924, als etwa 60 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (5 % von insgesamt etwa 1.200 Einwohnern), war Vorsteher der Gemeinde Isaac Plaut. Als Lehrer war noch der bereits genannte Menko Schirling tätig. Er erteilte fünf schulpflichtigen jüdischen Kindern den Unterricht. An jüdischen Vereinen gab es die Wohltätigkeitsvereine Gemilus Chessed (beziehungsweise Chewro; 1924 unter Leitung von Michael Plaut mit 15 Mitglieder, 1932 unter Leitung von Arthur Katten) und der Israelitische Frauenverein (1932 Vorsitzende Bertha Stiefel). 1932 war Gemeindevorsteher Isaak Plaut II, Schriftführer war Isidor Stiefel. Im Schuljahr 1931/32 erhielten drei Kinder aus der Gemeinde Religionsunterricht. 

Seit 1919 war mit Dr. Julius Oppenheimer ein jüdischer Arzt in Rauschenberg tätig. Er war ein mit EK I und II ausgezeichneter Weltkriegsteilnehmer. In Rauschenberg wurde er in den Stadtrat gewählt. Bereits 1926 starb er (in Marburg beigesetzt). 
  
1933 lebten noch acht jüdische Familien mit etwa 40 jüdische Personen in der Stadt.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (letzteres gelang 27 Personen). Sieben jüdische Einwohner wurden deportiert und ermordet: Isaak Katz-Stiefel, Bertha Katz-Stiefel, Anna Katz-Stiefel, Moses Plaut, Regina Plaut, Sally Stiefel und Ella Stiefel (unklar: Ella Stiefels Name findet sich weder im Gedenkbuch noch bei Yad Vashem)
In Bürgeln lebten die Familie Wertheim (Viehhändler Isidor Wertheim und Berta geb. Katz mit den Kindern Erich und Irmgard/Irma) sowie Familie Heß (Albert Heß und Berta geb. Wertheim mit den Kindern Julius, Erna, Fritz und Martin; die Eltern von Berta waren Jacob Wertheim und Nanny geb. Katz). Beide Familien konnten in die USA emigrieren.
  
Von den in Rauschenberg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Johanna Bachenheimer (1888), Ilse Cohen geb. Schirling (1907), Lina Ehrenfeld geb. Plaut (1881), Frieda Heching (1894), Hermann Heching (1897), Jettchl Josefine Hecht geb. Plaut (1897), Bertha Kahn geb. Stiefel (1878), Isaak Katz (1883), Anna Katz-Stiefel (1921), Bertha Katz-Stiefel geb. Isenberg (1890), Berta Oppenheimer geb. Plaut (1879), Helene Pfälzer geb. Plaut (1896), Adolf Plaut (1876), Moses Plaut (1863), Regina Plaut geb. Katten (1866), Johanna Schaumberg (1879), Agathe Schirling (1911)*, Emma Simon geb. Bachenheimer (1891), Paula Steinfeld geb. Ketten (1890), Anni Stiefel (1921), Sally Stiefel (1896), Lina Wechsler geb. Plaut (1893).
     
(Anmerkung: Agathe Schirling steht auch auf der virtuellen Gedenktafel: http://www.joodsmonument.nl/person-519487-nl.html
    
1990 wurde an der Stadtmauer neben dem Eingang zum Friedhof eine allgemeine - ohne die jüdischen Opfer in besonderer Weise erwähnende - Gedenktafel angebracht mit dem Text: "Zum Gedenken an alle Verfolgten, Vertriebenen und Ermordeten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Zur Mahnung für uns alle." 
    
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schoche
t 1893  

Amoeneburg Israelit 20041893.jpg (58493 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1893: "Die Religionslehrerstellen 1. in Breidenbach mit einem festen Einkommen von 720 Mark, freier Wohnung und Feuerung, 2. in Rauschenberg mit einem festen Einkommen von 700 Mark und freier Wohnung, 3. in Amöneburg mit einem festen Einkommen von 600 Mark und freier Wohnung sind zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen und Zeugnisse baldigst dem Unterzeichneten einsenden. Marburg, 16. April 1893. Der Provinzialrabbiner Dr. Munk." 

    
50jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Aron Luß (Luhs, 1876) 

Rauschenberg Israelit 09081876.jpg (140254 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. August 1876: "Aus Hessen. Am 26. Juni (1876) feiert der israelitische Lehrer A. Luß zu Rauschenberg sein 50jähriges Dienstjubiläum. Es verdient dieses seltene Fest umso mehr in diesen Blättern erwähnt zu werden, als dasselbe von den christlichen Lehrern der Stadt und der Klasse Rauschenberg veranstaltet und in so herrlicher Weise ausgeführt wurde, dass es als ein erfreulicher Beweis dafür, dass, trotz Dunkelmännern, in dem braven Bürgerstande wahre Humanität enthalten ist und das religiöse Bekenntnis eine Ausschließung in irgendwelcher Weise nicht rechtfertigt. 
Am Vorabend brachte der städtische Gesangverein ein Fackelständchen, wobei der Rektor Mans die Verdienste des Jubilars, der nun seit 37 Jahren in der Stadt Rauschenberg die israelitische Schuljugend in treuester Weise und aufopferndster Weise geleitet habe, gebührend hervorhob. Am Morgen des Festtages erschienen aus allen Gesellschaftskreisen der Stadt Gratulanten, welche neben den herzlichsten Glückwünschen größere und kleinere Geschenke überreichten. Gegen 10 Uhr kam der würdige Metropolitan Ruez in Begleitung des würdigen Stadtpfarrers und Bürgermeisters und beglückwünschten den Jubilar in besonders feierlicher und entsprechender Weise, in welcher er besonders hervorhob, dass dieses Fest als eine Gnade Gottes betrachtet werden müsse, indem der Jubilar im verflossenen Winter von einer sehr hartnäckigen Krankheit heimgesucht gewesen, der Allmächtige ihn jedoch wieder genesen hat lassen, damit er diesen Ehrentag zur Freude aller Bekannten feiern könne.  
Inzwischen hatten sich der größte Teil der israelitischen Lehrer der ehemaligen Provinz Oberhessen eingefunden und wurde auf Veranlassung des Lehrers Lissard zu Amöneburg ein Gottesdienst abgehalten, wobei seitens des genannten Herrn in Anlehnung an die Worte des Wochenabschnittes 4. Mose 18,29 die Verdiente des Jubilars gefeiert wurden. Von den zwei ältesten Lehrern wurde der Jubilar nach hause geführt und bald erschien der Königliche Landrat aus Kirchhain und beglückwünschte im Namen der vorgesetzten Schulbehörde. Der Herr Landrat führte dann den Jubilar in den Saal der Mädchen   
Rauschenberg Israelit 09081876a.jpg (148558 Byte)schule, der mit Blumenkränken geschmückt war, und woselbst sich an 30 christliche Lehrer und andere Festteilnehmer gesammelt hatten. 
Herr Landrat Rohde beglückwünschte nochmals und erteilte nun dem ältesten Lehrer der Stadt, Herrn Konrektor Imsen das Wort zur Festrede. In schwungvoller Weise erwähnte dieser die Verdienste des Jubilars um Gemeinde und Schule. Besonders hob er hervor, wie Jubilar, obgleich in sehr beschränkten Vermögensverhältnissen, sich armer Kinder angenommen und zu würdigen Gliedern der Gesellschaft erzogen habe. Einen speziellen Fall wollte er nicht vergessen. Der Jubilar habe einen verwahrlosten fremden Knaben, der von Christen und Juden gemieden wurde, zu sich genommen und in Gemeinschaft mit seiner würdigen Gattin derart erzogen, dass derselbe schon seit Jahren als Lehrer tätig sei. Diese einzige Tat bezeichnete Redner als eine solche, die allein die heutige Auszeichnung und Anerkennung verdiene. Namens der versammelten Lehrer überreichte Redner einen prachtvollen Ruhesessel als Geschenk. 
Die sehr kleine, aus nur 8 Familien bestehende israelitische Gemeinde überreichte einen schönen silbernen Pokal mit Inschrift, die Filialgemeinde Betzesdorf 3 silberne Löffel, und die Gemeinde Gemünden, woselbst Jubilar früher 13 Jahre tätig gewesen, ließ durch Lehrer Spier von da ein Wertlos überreichen mit dem Wunsche, dass dasselbe sich durch einen Gewinn tausendfach vermehren möge. Von Privatleuten, früheren Schülern und sonstigen Freunden wurden vielerlei, teil sehr wertvolle Geschenke in Silber, mehrere Kisten mit Wein und dergleichen überbracht.  
Ein gemeinschaftliches Mahl, woran über 50 Personen teilnahmen, vereinigte die Festgenossen bis zum Abend und wurden viele Toaste auf seine Majestät den Kaiser, den Jubilar, hohe Behörden und die Veranstalter des Festes ausgebracht. Möge dem Jubilar ein recht freudiger Lebensabend beschieden sein und er die Früchte seines Wirkens zu herrlicher Saat reifen sehen. L."

    
Über den Lehrer Menko Schirling (1876-1936; Lehrer in Rauschenberg von 1896-1925)     
Silberne Hochzeit von Lehrer Menko Schirling und seiner Frau Frieda geb. Stern (1931)   
Anmerkung: Menko Schirling ist am 21. April 1876 als Sohn von Victor (Meier) Schirling und seiner Frau Jettchen geb. Spier in Merzhausen geboren (Personalkarte). Er legte 1896 am Israelitischen Lehrerseminar Kassel die erste Lehrerprüfung ab, 1900 ebd. die zweite Lehrerprüfung. Seine Frau war Frieda geb. Stern (geb. 1881 in Niederurff, umgekommen 1942 im Ghetto Minsk). Die Kinder Ilse (Irma) Schirling (geb. 1907 in Rauschenberg, später verh. Cohen, wohnhaft in Oldenburg, Rüstringen und Wilhelmshaven) und Agathe Schirling (geb. 1911 in Rauschenberg, wohnhaft in Aurich und Hoof, nach 1934 in den Niederlanden) wurden beide nach der Deportation ermordet. Menko Schirling, der von 1896 bis 1925 in Rauschenberg als Religionslehrer tätig war, wechselt danach nach Hoof. Im Ersten Weltkrieg übernahm Schirling zeitweise den Unterricht aller Rauschenberger Kinder in der Unterklasse an Stelle des zum Kriegsdienst eingezogenen Lehrer Gräber. 1921 hat er in Rauschenberg sein 25-jähriges Jubiläum als Lehrer am Ort feiern können. Er starb 1936.  

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 27. Februar 1931: "Hoof. Am 7. März dieses Jahres begeht Herr Lehrer Schirling und seine Frau, Frieda geb. Stern, das Fest der Silbernen Hochzeit. Wir wollen bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt lassen, welch großer Beliebtheit in wenigen Jahren ihres Hierseins sich Familie Schirling erfreut, nicht nur in jüdischen Kreisen, sondern auch bei Nichtjuden der hiesigen Gemeinde. Herr Schirling ist stets bestrebt, für das Wohl der Gemeinde zu sorgen. Er hat es sich angelegen sein lassen, das religiöse Leben unserer Gemeinde zu fördern. Stets hat er für alle Arten der Wohltätigkeit eine offene Hand. Möge der Familie noch weiter lange Jahre alles Gute beschieden sein."                  

     
    
  
  
Zur Geschichte der Synagoge    
     
    
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden. Eine Synagoge wurde Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1858) erbaut. 1910 war ein Synagogenneubau bzw. zumindest ein -umbau geplant. Eine Kollekte wurde dazu bereits in Oberhessen durchgeführt. Die Synagoge ist damals renoviert worden.     
   
Über Vorgänge beim Novemberpogrom 1938 ist nichts bekannt. Ende 1938 wurde das Synagogengebäude mit dem Grundstück von der jüdischen Gemeinde - vertreten durch den Handelsmann Seligmann Bachenheimer und den Händler Isaak Stiefel - an einen nichtjüdischen Privatmann für RM 400 verkauft. Der Verkauf wurde durch den Kasseler Regierungspräsidenten genehmigt. Der Kaufpreis sollte an die jüdische Bezirksgemeinde in Marburg zur Verwendung für jüdische Wohlfahrtszwecke und Förderung der Auswanderung der Juden zu zahlen sein. Am Ende des Krieges waren in der Synagoge französische Kriegsgefangene untergebracht. 
 
Nach 1945 wohnte von Ende 1945 bis Ende 1953 eine Flüchtlingsfamilie im Synagogengebäude. Schon damals erinnerte nichts mehr im Inneren an die frühere Synagoge. 1953 kam das Gebäude und das Grundstück an die Hessische Treuhandverwaltung. Von dieser wurde es zum Preis von DM 1900 an einen örtlichen Landwirt verkauft, der das Gebäude Ende 1953 abreißen ließ. Ende 1972 wurden auf dem Grundstück drei Garagen errichtet, die noch vorhandenen Kellerräume des Synagogengebäudes mussten wegen "Baufälligkeit" 1988 verfüllt werden. Eine Gedenk- oder Hinweistafel ist am Standort der früheren Synagoge nicht vorhanden.  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge  Rosengasse   
   
   
Fotos
(Neuere Fotos des Synagogengrundstückes von der Rosengasse: Hahn, Aufnahmedatum 25.3.2008)  

  Die Synagoge um 1930  
(Quelle  Universität Kassel, Bibliographische Daten
Rauschenberg Synagoge 150.jpg (116080 Byte)
 

 Das Gebäude der Synagoge ist das zweite Gebäude von links (Giebel zur Straße, an der Stelle heute Garagen, siehe Foto unten rechts) 
 (frdl. Hinweis von Willi Wolf, Rauschenberg; das Foto ist auch publiziert in der "Gassenschrift", s.Lit.) 

 

 

 

Das Synagogengrundstück 
im März 2008  
Rauschenberg Synagoge 101.jpg (86211 Byte) Rauschenberg Synagoge 102.jpg (76604 Byte)
  Die Synagoge stand auf dem Grundstück mit den heutigen drei Garagen 
     

   
   
Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Rauschenberg 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Rauschenberg (interner Link) 
Website http://www.juden-in-nordhessen.co.de: unter "Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen" findet sich ein Stammbaum der Familie Katz in Rauschenberg (unter Forschungen Christoph Kuehn)   
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Rauschenberg  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Rauschenberg   
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Rauschenberg sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,693   Geburtsregister der Juden von Rauschenberg   1770 - 1876; enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3732267         
HHStAW 365,695   Trauregister der Juden von Rauschenberg  1827 - 1877; enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt;  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3926572       
HHStAW 365,699   Trauregister der Juden von Rauschenberg  1827 - 1922; enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt; darin auch eine Spendenliste über die Einzahlung an die Gemeindemitglieder in den Fonds zum Bau einer Synagoge zu Rauschenberg 1910-1922  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v290085                      
HHStAW 365,697   Sterberegister der Juden von Rauschenberg 1828 - 1877; enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5493930       
HHStAW 365,698   Sterberegister der Juden von Rauschenberg  1828 - 1914, enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt; enthält auch eine Notiz zum Tod des jüdischen Arztes Dr. Julius Oppenheim aus Marburg, Stadtrat in Rauschenberg und Ritter des eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse 1926; Hinweise zum Wegzug jüdischer Familien aus der Gemeinde Rauschenberg, 1923 - 1935; enthält auch Dokumente zur Versetzung von Lehrer Schirling, der 30 Jahre in Raschenberg tätig war, nach Hoof, um 1925  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449189  
HHStAW 365,694   Geburtsregister der Juden von Rauschenberg  1862 - 1876, enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3553837    
HHStAW 365,696   Sterberegister der Juden von Rauschenberg  1864 - 1874, enthält auch Angaben zu Personen aus Betziesdorf, Bürgeln und Schönstadt   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1900009        

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 208-209. 
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 106. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 90 (keine weiteren Informationen).
Barbara Händler-Lachmann / Ulrich Schütt: "unbekannt verzogen" oder "weggemacht". Schicksale der Juden im alten Landkreis Marburg 1933-1945. Marburg 1992. 
Barbara Händler-Lachmann / Harald Händler /Ulrich Schütt: 'Purim, Purim, ihr liebe Leut, wißt ihr was Purim bedeut?' - Jüdisches Leben im Landkreis Marburg im 20. Jahrhundert. Marburg 1995.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 160. 
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 573.  
Kirchhain Lit 11.jpg (51572 Byte)Alfred Schneider: Die jüdischen Familien im ehemaligen Kreise Kirchhain. Beiträge zur Geschichte und Genealogie der jüdischen Familien im Ostteil des heutigen Landkreises Marburg-Biedenkopf in Hessen. Hrsg.: Museum Amöneburg. 2006.
Gassenschrift: Straßen, Häuser und Menschen in der Kernstadt. Band 2 von Rauschenberger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. 70 S. Rauschenberg 2014 (hrsg. von der Rauschenberger Geschichtswerkstatt; Verkehrsbüro der Stadt Rauschenberg). Presseartikel
Heinrich Heimrich: Bürgeln - ein historisches Ohmtaldorf. Chronik in Karten, Bildern und Schriften. Online eingestellt in:  www.buergeln.de/unser-dorf/chronik-heimrich.html    
Der Abschnitt Jüdische Mitbewohner aus Bürgeln aus der genannten Chronik ist auch eingestellt als pdf-Datei.  
Willi Wolf: "Jüdische Bürger" in Rauschenberg - Rückblicke bis 1900. In: Rauschenberger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur Bd. 3. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Rauschenberg. Geschichtswerkstatt des Arbeitskreises "Wir alle in Rauschenberg" Rauschenberg 2017. Online zugänglich (als pdf-Datei eingestellt).      

       
         


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Rauschenberg  Hesse-Nassau. Established around 1810, the community opened a synagogue in 1858, and numbered 78 (7 % of the total) in 1905. It was affiliated with the Marburg rabbinate. Of the 31 Jews living there in 1933, 22 emigrated to the United States.  
   
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. März 2017