Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

  
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg 

     
Königsbach (Gemeinde Königsbach-Stein, Enzkreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte des Betsaals /der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In dem bis 1804 zwischen den Freiherren von Saint André und dem Markgrafen von Baden aufgeteilten Ort Königsbach wurden seit der Zeit um 1700 Juden aufgenommen: 1699 waren drei jüdische Familien am Ort. Um 1750 lebten drei jüdische Familie auf der badischen, bereits 12 bis 15 Familien auf der Seite der Grundherrschaft. Die jüdische Gemeinde bestand bis 1938/40.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 156 jüdische Einwohner (9,0 % von insgesamt 1.741 Einwohnern), 1842 gleichfalls 156,
um 1875 die Höchstzahl von 220 jüdischen Einwohnern (10,8 % von insgesamt 2.033 Einwohnern). Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück, sodass 1900 noch 167 (7,9 % von 2.110) und 1910 160 (7,0 % von 2.285) jüdische Einwohner gezählt wurden. 
   
Die jüdischen Einwohner lebten bereits im 18. Jahrhundert überwiegend vom Viehhandel. Einige Viehhändler waren zugleich Metzger.
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine israelitische Elementarschule (Volksschule), ein rituelles Bad und (seit 1872) einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde waren zeitweise sowohl ein Lehrer als auch ein Kantor (Vorbeter) angestellt. Unter den Lehrern sind vor allem zu nennen: Samuel Ries (bis 1851), Samuel Heimberger (im 19. Jahrhundert 44 Jahre Lehrer in Königsbach, möglicherweise Nachfolger von Samuel Ries ab 1851) und sein Nachfolger Dreifuß (um 1897/98 genannt), Joseph Joseph (bis 1927), Julius Zimmern (1927 bis 1933). Von 1902 bis 1938 war Abraham Srog Kantor und Schochet der Gemeinde. Die Gemeinde gehörte seit 1827 zum Rabbinatsbezirk Karlsruhe, seit 1885 zum Bezirk Bretten. 
 
Auf dem Denkmal für die Teilnehmer des Krieges 1870/71 findet sich der Name von Isaak Kilsheimer. Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Heinrich Dreifuß (geb. 12.9.1882 in Königsbach, gef. 18.2.1915), Julius Maier (geb. 22.3.1896 in Königsbach, gef. 18.1.1918) und Gefreiter Siegfried Reutlinger (geb. 16.4.1894 in Königsbach, gef. 14.4.1918, siehe Foto der Grabsteinplatte im Soldatenfriedhof Menen unten). Ihre Namen finden sich mit den Bildern der Gefallenen auf einer im Rathaus Königsbach aufbewahrten Gedenktafel.
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Pferdehandlung Julius Benjamin (Bahnhofstraße 17), Pferdehandlung Siegmund Benjamin (Bahnhofstraße 17), Tabakhandlung Berta Daube (Durlacher Straße 16, abgebrochen), Viehhandlung Elias und Max Daube (Schulstraße 7), Viehhandlung Max Daube (Brettener Straße 5; über Eingang noch der Name des Erbauers Jonas Daube), Viehhandlung Louis Dreifuß (Durlacher Straße 1), Haustierhandel mit Manufakturwaren Jakob Dreifuß (Marktstraße 17; 1938 demoliert und geplündert), Viehhandlung Jakob und Hermann Dreifuß (Schulstraße 9), Viehhandlung Lothar Dreifuß (Leopoldstraße 3), Viehhandlung Ludwig Dreifuß jun. (Marktstraße  10), Metzgerei und Lebensmittel Aron/Bernhard Kilsheimer (Marktstraße 20), Viehhandlung Adolf Maier (Ankerstraße 16), Viehhandlung Moritz Maier (Ankerstraße 12), Viehhandlung David Maier (Marktstraße 6), Viehhandlung Isidor Maier (Leopoldstraße 4, abgebrochen), Viehhandlung Max und Moses Maier (Leopoldstraße 9), Viehhandlung Moritz Maier Wwe.; Söhne Julius und David Maier (Ankerstraße 12), Fellhandlung Moses und Frieda Reutlinger (Steiner Straße 6; "Judenhaus" bis 1940), Lederhandlung Leo Stern (Marktstraße 11), Viehhandlung Samuel Stern (Pforzheimer Straße 2; sog. "Judenhaus" 1938-1940), Pferdehandlung Abraham Tiefenbronner (Bahnhofstraße 2), Viehhandlung Emil Reutlinger und Jakob Wassermann (Brettener Straße 1), Viehhandlung Sigmund Wolf (Leopoldstraße 5).  
     
Um 1924, als noch 175 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (6,9 % von insgesamt etwa 2.530 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Herr Tiefenbronner, Jakob Dreifuß und Jakob Reutlinger. Als Religionslehrer und Rechner der Gemeinde war Hauptlehrer Joseph Joseph tätig, als Kantor Abraham Srog. Rosa Prager war Synagogendienerin. Hauptlehrer Joseph erteilte den Religionsunterricht an der Volksschule. An jüdischen Vereinen gab es u.a. einen Krankenverein und den Begräbnisverein (1924 unter Leitung von Herrn Tiefenbronner mit 46 Mitgliedern). 1932 waren die Gemeindevorsteher: N.N. (1. Vors.*), Jakob Dreifuß (2. Vors.) und Elias Daube (3. Vors.); der Repräsentanz gehörten 6 Mitglieder an. Als Lehrer war inzwischen Julius Zimmern angestellt worden, als Kantor war weiterhin Abraham Srog tätig. Religionsunterricht wurde durch Lehrer Zimmer noch 17 Kindern aus der Gemeinde erteilt. 
  * Die Angabe '"Adolf Fränkle" als Vorsteher der jüdischen Gemeinde im "Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung... 1932" ist falsch; nach dem Königsbacher Heimatbuch von Friedrich Sander 1986 S. 439ff handelt es sich bei Adolf Fränkle um den Bürgermeister von Königsbach und nicht um den jüdischen Gemeindevorsteher: Fränkle wurde erstmals zum Bürgermeister gewählt 1919 und mehrfach wiedergewählt (auch 1937). Freundl. Hinweis von Roberto Mantovani (Kaarst). 
    
1933 wurden noch 102 jüdische Einwohner gezählt. Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen in den folgenden Jahren viele von ihnen Königsbach. Über die Hälfte der jüdischen Einwohner konnte nach den USA, nach Erez Jisrael, Argentinien, Brasilien und Frankreich emigrieren. Viele zogen zunächst nach Pforzheim oder in andere deutsche Städte. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA- und SS-Leuten aus Pforzheim und Karlsruhe zerstört (s.u.). Gleichfalls wurde das Manufakturwarengeschäft von Jakob Dreyfuß demoliert und geplündert. Die Chaisen aus dem Hof des Pferdehändlers Tiefenbronner wurde in den nahe gelegenen Bach gestürzt und zertrümmert.    

Von den in Königsbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Bertha Bischoff geb. Tiefenbronner (1878), David Daube (1911), Emil Daube (1882), Louis Daube (1873), Rosa Daube geb. Maier (1884), Hermann Dreifuß (1885), Isidor Dreifuss (1895), Lothar Dreifuß (1916, siehe Bericht unter "Erinnerungsarbeit" unten), Ludwig Dreifuss (1908), Thekla Dreyfuß geb. Nathan (1884), Viktoria Dreifuß geb. Maier (1889), Anna Groß geb. Goldberger (1920), Jette Hilb geb. Daube (1868), Hermine Holzer (1880), Nanette Kapp geb. Dreifuss (1873), Helene Lißberger geb. Benjamin (1873), Adolf Maier (1888), Auguste Maier (1894), David Maier (1892), Ilse Maier (1920), Irma Maier (), Julius Maier (1886), Litin (Sidie) Maier (1921), Manfred Maier (1926), Moses Maier (1889), Nelly Maier geb. Wolf (1898), Rosa Maier geb. Leiter (1888), Samuel Maier (1904), Sophie Maier geb. Tiefenbronner (1857), David Prager (1887), Rosa Prager geb. Berger (1880), Frieda Reutlinger (1888), Ilse Reutlinger (1921), Jakob Reutlinger (1886), Moses Reutlinger (1885), Recha Reutlinger (), Berta Rothschild geb. Maier (1881), Klara Samson (1872), Lotte Sinn geb. Dreifuss (1880), Leo(pold) Stern (1892), Samuel Stern (1881), Sophie Stern geb. Löwenstein (1885), Abraham Tiefenbronner (1865), Julchen Tiefenbronner geb. Wolf (1873), Regina Tiefenbronner (1874), Rosa Tiefenbronner (1877), Rosa Tiefenbronner (1886), Betty Wassermann geb. Wolf (1893), Hannchen Wassermann geb. Reutlinger (1897), Jakob Wassermann (1894), Meta Weißler geb. Kahn (1905), Fanny Wolf (1886), Louis Wolf (1882), Wilhelm Wolf (1889). 
     
Anmerkung: die in einigen Listen genannte Margot Maier (1924) konnte in die USA emigrieren. Im September 1948 heiratete sie den aus Kleinwallstadt stammenden Walter A. Rothschild (Anzeige im AUFBAU vom 24.9.1948). Beide lebten in New York.    
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, Vorbeter und Schächter  
Ausschreibung der Stelle des Vorbeters und Schochet 1907  

Koenigsbach Israelit 09041907.jpg (66448 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. April 1907: "Die Kantor- und Schochetstelle in Königsbach bei Bretten, ist zu besetzen. fixer Gehalt 1.000 Mark, Schechita-Erträgnis in den letzten 3 Jahren durchschnittlich bis 800 Mark und ca. 150 Mark jährliche Nebengehälter, sowie freie Dienstwohnung. Geeignete Bewerber haben ihre Meldung mit Zeugnisabschriften über Befähigung, sittlich-religiösen Lebenswandel, sowie Lebensgang franko spätestens innerhalb 3 Wochen an uns gelangen zu lassen. 
Die Bezirks-Synagoge in Bretten. Schleßinger, Bezirksrabbiner."
Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich erfolgreich Lehrer Abraham Srog, der bis 1938 in der Gemeinde tätig war.

    
Hauptlehrer Samuel Ries wechselt von Königsbach nach Buchen - Ausschreibung der Lehrerstelle in Königsbach (1851)       

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 24. Dezember 1851  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. Durch die Übertragung der Lehrstelle an der israelitischen Volksschule zu Buchen an den bisherigen Hauptlehrer an der öffentlichen israelitischen Volksschule zu Königsbach, Samuel Ries, wurde letztgenannte Stelle erledigt.  
Die berechtigten Bewerber um diese zur II. Klasse gehörige mit einem festen Gehalte von 200 fl. nebst freier Dienstwohnung oder dem gesetzlichen Wertanschlage für solche, und einem Schulgelde von 48 kr. für jedes Schulkind verbundene, mit dem Vorsängerdienste vereinigte Schulstelle werden daher aufgefordert, mit ihren Bewerbungsgesuchen, nach Maßgabe der Verordnung vom 7. Juli 1836, unter Anfügung ihrer Aufnahmescheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen evangelischen Bezirksschulvisitatur Durlach binnen 6 Wochen sich zu melden."    

  
Ordensauszeichnung für Religionslehrer Samuel Heimberger aus Anlass der Vermählung des Erbgroßherzogs mit der Prinzessin Hilda von Nassau (1885)      

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Oktober 1885: "Aus Baden, 5. Oktober (1885). Anlässlich der Vermählung unseres Erbgroßherzogs mit der Prinzessin Hilda von Nassau wurden von Großherzog Friedrich viele Beförderungen vollzogen und eine Reihe von Ordensauszeichnungen und Medaillen verliehen. Von unserem Landesfürsten erwartet niemand anderes, als dass dabei nach höchster Gerechtigkeit und echter Humanität verfahren wurde. Als besonders bemerkenswert erscheint uns aber, in der amtlichen Liste folgenden Namen zu begegnen: Befordert wurde zum Regierungsrat der Regierungsassessor Dr. David Meyer beim Verwaltungshof. (Derselbe ist auch Mitglied des Großherzoglichen Oberrats der Israeliten). Ausgezeichnet wurden: Oberrat Benjamin Willstätter in Karlsruhe mit dem Eichenlaub zum innehabenden Ritterkreuz erster Klasse des Zähringer Löwenordens; der Vorsitzende des Synagogenrates in Mannheim, David Feist Aberle, mit dem Ritterkreuz zweiter Klasse des Zähringer Löwenordens; der israelitische Religionslehrer David Keller in Ittlingen mit der kleinen goldenen Verdienstmedaille. Erwägt man, dass vor wenigen Monaten auch dem israelitischen Hauptlehrer Samuel Heimberger in Königsbach die kleine goldene Verdienstmedaille, im vorigen Jahre dem Bezirksrabbiner Dr. Sondheimer in Heidelberg das Ritterkreuz erster Klasse des Zähringer Löwenordens, und dem israelitischen Hauptlehrer Mayer Friedmann in Hoffenheim gleichfalls die kleine goldene Verdienstmedaille verliehen wurde, so sehen wir neben anderen auf weltlichen Gebieten wirkenden Glaubensgenossen in kurzer Zeit eine stattliche Zahl von Männern dekoriert, welche durchaus oder in hervorragender Weise auf jüdisch-religiösem Gebiete zu wirken berufen sind. Diese Wahrnehmung wird innerhalb unseres Landes ermutigend und fördernd wirken auf alle, welche in erster Reihe für die Pflege der religiösen Interessen der Gesamtheit einzutreten haben, ohne Zweifel aber wird sie auch in weiteren Kreisen als erfreuliche und erhebende Tatsache begrüßt werden.
Von dem erbgroßherzoglichen Paare sind unter vielen Deputationen auch Vertreter der badischen israelitischen Religionsgenossenschaft, nämlich die Herren Oberrat Willstätter, Dr. Mayer, Stadtrabbiner Dr. Schwarz und Stadtrat Bielefeld in Karlsruhe, zur Beglückwünschung huldvollst empfangen worden".       


Zum Tod von Lehrer Samuel Heimberger (1897)  

Koenigsbach Israelit 08031897.jpg (137193 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1897: "Königsbach (Baden). Am Samstag, den 20. Februar Paraschat Ki Tissa (= Schabbat mit der Toralesung Ki Tissa =  2. Mose 30,11 - 34,35) verschied dahier nach kurzer Krankheit der pensionierte Hauptlehrer Samuel Heimberger im Alter von 84 Jahren. Derselbe wirkte beinahe 60 Jahre als Volks- und Religionsschullehrer, davon 44 Jahre in hiesiger Gemeinde. Der Verstorbene war bescheidenen Charakters, pflichteifrig und gewissenhaft im Amte und hier allgemein beliebt und geachtet. Hat er doch in segensreicher Tätigkeit ganze Generationen herangebildet! - An dem Leichenbegängnisse beteilte sich darum auch die hiesige Gemeinde sehr zahlreiche und zwar sowohl Christen als Juden; auch viele Volksschullehrer der Umgegend waren anwesend, um dem entschlafenen Kollegen die letzte Ehre zu erweisen. Der Verstorbene, der mit der goldenen Verdienstmedaille geschmückt war, hinterlässt eine trauernde Gattin und vier wohlversorgte Kinder. - Am Grabe entwarf Herr Bezirksrabbiner Schlesinger - Bretten ein Lebensbild des Verstorbenen unter Zugrundelegung der Worte Samuels (hebräisch und deutsch:) 'Rede Ewiger, dein Knecht hört', welche Worte auch den Lebenspfad unseres Samuel Heimberger charakterisieren und stets sein Leitmotiv bildeten. Hernach sprach Herr Lehrer Dreifuß von hier tief empfundene Worte, anschließend an die Worte der laufenden Sidrah (hebräisch und deutsch:) 'Und es vernahm das Volk die schlimme Nachricht und sie trauerten.' - Der Verstorbene ruhe in Frieden! Sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben!"

 
Lehrer Dreifuß führte eine Sammlung für eine bedürftige Frau durch (1898)  

Koenigsbach Israelit 09051898.jpg (64599 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1898: "Empfangs-Bescheinigung. Auf meine Bitte für eine kranke, bedürftige Frau gingen bei mir folgende Spenden ein: Lehrer Flehinger - Bruchsal Mark 10, A. Grünspecht - Ottensoos Mark 5, Ungenannt - Anvers (Belgien) Mark 5, Isidor Lämmle - Bretten Mark 5, Ungenannt - Adelsheim Mark 3, H. Gundelfinger - Ulm a.D. Mark 3, Heß - Ermreuth Mark 3, Moritz Groß - Stuttgart Mark 3, Ungenannt - Hechingen Mark 2, Ungenannt durch B. Wolf - Lendershausen Mark 2, Abraham Krage - Pudewitz Mark 1. Zusammen 42 Mark. Allen diesen edlen Gebern im Namen der betreffenden Frau herzlichen Dank! 
Lehrer Dreifuß, Königsbach (Baden)."

 
Zum Tod von Lehrer Josef  (1927)  

Koenigsbach Israelit 01121927.jpg (104989 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1927: "Königsbach, 22. November (1927). Am 20. Marcheschwan (= 15. November 1927) verschied in Heidelberg Hauptlehrer Josef. Ein Leben reichen Arbeitswillens und unermüdlicher Lernbegier hatte seinen Abschluss gefunden, und Alle, Juden wie Nichtjuden, fühlten, dass eine Lücke entstanden, eine Lücke, die schwer wieder auszufüllen sein wird. Schon im Februar dieses Jahres war es ihm unmöglich, seinen Unterricht zu leiten. Er suchte Heilung, doch vergebens. Die tückische Krankheit raffte ihn im 52. Lebensjahre hinweg. Nicht nur seiner Gattin, mit der er ein echt jüdisches Heim errichtet hatte, neun, unserm ganzen Dorfe ist er entrissen worden. Mit Wehmut werden seine Schüler an die herrlichen Stunden denken, in denen er ihnen die Worte der Tora in unnachahmlicher Weise nahe brachte. Und wie seine Lehren war auch sein Wirken. Noch bis zuletzt war er tätig im Dienste echter Wohltätigkeit. Auf einer Reise, wo er einem armen Jungen eine Existenz verschafft hatte, erlitt er einen Unfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. 
Herr Bezirksrabbiner Grzymich, Bürgermeister Fränkle, Oberlehrer Bangert, Hauptlehrer Ehrlich, Weingarten, würdigten in zu Herzen gehenden Worten die Verdienste dieses Edlen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

      
25-jähriges Dienstjubiläum von Abraham Srog (1923)   

Koenigsbach Israelit 01111923.jpg (17217 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1923: "Königsbach in Baden, 23. Oktober (1923). Herr Abraham Srog, Chasan und Schochet der hiesigen Gemeinde, begeht am 1. November 1923 sein 25. Dienstjubiläum." 

     
25-jähriges Ortsjubiläum von Abraham Srog (1932)  

Koenigsbach Israelit 27101932.jpg (37915 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1932: "Königsbach, 24. Oktober (1932). Am 1. November sind es 25 Jahre, dass Herr Abraham Srog als Vorbeter und Schochet hier fungiert. Durch sein schönes Oren hat er es verstanden, sich die Zufriedenheit und Achtung der ganzen Gemeinde zu erwerben. Wir wünschen dem Jubilar auf seinem ferneren Lebensweg alles Gute zu seinem und der Gemeinde Wohl."  



Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Gründung einer "Schomre-Schabbos-Verein-Ortsgruppe" (Schabbat-Hüter-Verein, 1909)  

Koenigsbach Israelit 11021909.jpg (37229 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1909: "Königsbach (Baden), 5. Februar (1909). Es wurde hier, dank eifriger Bemühung des Herrn Max Daube, eine 'Schomre Schabbos-Verein-Ortsgruppe' gegründet, der bis jetzt 20 Mitglieder beigetreten sind; weitere Beitrittserklärungen stehen in Aussicht; es ist zu wünschen, dass dies Beispiel in vielen Landgemeinden Badens Nachahmung finde."

    
Vortrag von Rabbiner Dr. Michalski in Königsbach (1936)   

Koenigsbach Israelit 07051936.jpg (116269 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1936: "Königsbach, 4. Mai (1936). Fast die ganze Gemeinde hatte sich im Gemeindelokal versammelt, um den Ausführungen des Herrn Rabbiner Dr. Michalski, Karlsruhe zu lauschen, der im Auftrage der Agudas Jisroel deren Ziele und Ideale dem Verständnis näher brachte. Ausgehend von der Bedeutung der Sefiroh, die der Redner in geistvoller Weise zu erklären wusste, zeigte er, wie auch die Agudas Jisroel dort erst, wo Andere schon zu ernten glauben, erst zum Gesetz sich zu zählen und zu streben beginnt. Im Bewusstsein der Eigenart des jüdischen Volkes, die in den Worten des gestrigen Wochenabschnittes 'ich habe euch ausgesondert aus den Völkern, die mir gehören' (3. Mose 20,26) gezeichnet ist, liegt es begründet, dass die Agudas Jisroel nicht einen Staat wie andere Staaten im heiligen Lande ersehnt, in dem Trennung von Staat und Tempel das Volk entzweit, sondern im Geiste der Tora die Errichtung des Gottesstaates zu fördern bemüht ist. Der Redner führte nach Abgrenzung der Idee der Agudas Jisroel von denen der anderen Organisationen an zahlreichen Beispielen vor Augen, was Agudas Jisroel auf den verschiedensten Gebieten geleistet und erreicht hat. Er wies dann in anschaulicher Weise auf die Geistesbewegung der Agudas Jisroel für Tora und Mussar hin und wusste die Zuhörer in den Bann seiner Worte zu ziehen, dass sie tiefe Ergriffenheit auslösten und nachhaltigen Eindruck hinterließen." 

    
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
   
Der Ackerbauer Wolf Moses Wolf in Königsbach wird ausgezeichnet (1837)  

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 330 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): 
"Bekanntmachung
Die Verteilung von Prämien an israelitische Ackerbauer, Handwerker und Taglöhner. 
In Bezug auf das Ausschreiben vom 18. Juli vorigen Jahres wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dass durch Beschluss der hierzu besonders gewählten Kommission vom 13. vorigen Monats 
1) die für einen Ackerbauer bestimmte Prämie dem Bürger und Bauer Wolf Moses Wolf in Königsbach, Amts Durlach,  
2) die für einen Handwerker bestimmte Prämie dem Bürger und Messerschmied Isaak Hirsch dahier, und 
3) die für einen Taglöhner bestimmte Prämie dem Bürger Jakob Reiß in Nußloch, Amts Wiesloch, zuerkannt wurde. 
Das Ausschreiben der Prämien für 1837 wird seinerzeit erfolgen. 
Karlsruhe, den 27. März 1837. 
Der Verein zur Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in Baden."   

 
Ehrung von Max Tiefenbronner für 25-jährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr (1891)  

Koenigsbach Israelit 19111891.jpg (93459 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1891: "Aus Baden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden hat im Jahr 1879 Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste als Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren gestiftet. Wie in früheren Jahren, so können wir auch diesmal wieder mit freudiger Genugtuung berichten, dass auch Israeliten ausgezeichnet wurden, ein Beweis, dass dieselben nie zurückstehen, wenn es gilt für das öffentliche Interesse, wohltuend mitzuwirken. In dem Verzeichnisse bemerkten wir, als uns bekannt, die Herren: Kaufmann Josef Oppenheimer und Handelsmann Jakob Wolf in Buchen, Kaufmann August Bloch, Kaufmann Adolf Darnbacher und Metzger Max Maier in Bühl und Handelsmann Max Tiefenbronner in Königsbach, Handelsmann A. Adler in Neckarbischofsheim und Handelsmann Moses Guggenheim in Tiengen."  

    
Zum Tod der Witwe von Leopold Stiefel geb. Lazarus (1899, lebte seit 1894 bei ihrer Tochter in Königsbach)

Richen Israelit 03071899.JPG (119833 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1899: "Richen bei Eppingen, 25. Juni (1899). In einem Zeitalter des Rückgangs echt religiösen Lebens, erscheint es oft wie eine Oase in dürrer Wüste, wenn sich Personen durch Tugend und Frömmigkeit und edles Wohltun besonders auszeichnen. Zu dieser kleinen Betrachtung werden wir durch den vor kurzem erfolgten Tod der Leopold Stiefel Wwe. von hier, geborene Lazarus, gestorben in Königsbach bei Pforzheim veranlasst. Dieselbe war eine wackere Frau im echten Sinne des Wortes, eine Frau, wie sie König Salomo in den Sprüchen Kap. 31 nicht besser zeichnen konnte. Mit einem streng religiösen Leben, zu welchem sie durch ihr Leiborgan, den 'Israelit' stets neue Nahrung erhielt, verband sie eine Wohltätigkeit, die oft ihre Verhältnisse überstiegen. Keiner, der sich in dieser Beziehung an sie wandte, ging leer aus. Auch in beratender Weise hat sie Viele auf die richtige Spur geführt. Deshalb erwarb sie sich, sowohl hier in ihrer Heimatgemeinde, als auch in Königsbach, wo sie die letzten fünf Jahre ihres Lebens bei ihrer Tochter zubrachte, die Liebe und Achtung aller, die sie kannten. Ihre schweren Leiden ertrug sie mit Geduld und Gottergebenheit, und wollte in schonender Weise ihrer Umgebung keine Mühe verursachen. Sie ruhe in Frieden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
Leopold Dreifuß wird mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (1915)  

Koenigsbach Israelit 02091915.jpg (22691 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1915: "Königsbach, 30. August (1915). Der Pionier Leopold Dreifuß aus Königsbach hat für sein tapferes Verhalten bei einem schweren Sturmangriff in der Champagne das Eiserne Kreuz erhalten."   

   
Goldene Hochzeit von Jonas Daube und Babette geb. Benedikt (1923)

Koenigsbach Israelit 30081923.jpg (17579 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1923: "Königsbach, 27. August (1923). Am 26. August feierte das Ehepaar Jonas Daube und Frau Babette geb. Benedikt in Königsbach das Fest der goldenen Hochzeit."

  
Zum Tod von Jonas Daube (1929)  

Koenigsbach Israelit 16051929.jpg (114410 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1929: "Königsbach (Baden), 14. Mai (1929). Am Freitag vor dem Schabbat mit der Toralesung Kedoschim verschied im Alter von 82 Jahren der Senior der hier seit Jahrhunderten ansässigen Familie Daube, Jonas Daube. Schon in Königsbach geboren, war es ihm vergönnt, mehr als ein halbes Jahrezehnt an der Seite einer gleichgesinnten Gattin aus echt jüdischem Hause nicht nur eine stattliche Anzahl ganz in echt jüdischem Geiste erzogener Kinder und Enkel heranwachsen zu sehen, sondern auch seiner ansehnlichen geliebten Kehillo (Gemeinde) und auch ein Schaliach Zibbur (ehrenamtlicher Vorbeter) an Jom Kippur und an Feiertagen zu sein.  Die am Sonntag den 2. Ijar hier stattgefundene Beisetzung gestaltete sich zu einem wahren Kiddusch HaSchem (Heiligung des Gottesnamens), und legte beredtes Zeugnis ab von dem Wirken und Leben dieses echten Jehudi. Eine selten große Schar von Freunden und Verwandten sowie Vertreter des badischen Synagogenverbandes waren von Nah und Fern herbeigeeilt, um dem weit Bekannten, überall Beliebten die letzte Ehre zu erweisen. Ohne Unterschied der Konfession folgten die Ortsbewohner in stiller aufrichtiger Trauer dem langen Zug der Leidtragenden. Die Herren Rabbiner Dr. Michalski, Karlsruhe und Dr. Grzymisch, Bruchsal, sowie ein Verwandter hielten am Grabe Trauerreden, zwei Schwiegersöhne sprachen Worte rührenden Abschiedes im Hause des Verstorbenen. Möge Gott der greisen Gattin und ihren Kindern seinen Trost spenden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Zum Tod von Babette Daube (1934) 
Anmerkung: Babette Daube ist sicher identisch mit der im vorigen Bericht genannten Babette Daube geb. Benedikt.

Koenigsbach Israelit 14061934.jpg (160934 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1934: "Königsbach (Baden), 6. Juni (1934). Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde hier Frau Babette Daube (für falsch: Danke) zu Grabe getragen. Die Verstorbene erreichte das Patriarchenalter von 88 Jahren und war die älteste Einwohnerin unseres Ortes. Sie gründete mit ihrem Mann ein echt jüdisches Haus, ein Haus, in dem nur die Tora Richtschnur für das Leben war. Und so zog sie ihre Kinder auf, zu guten jüdischen Menschen, in denen sie unablässig das heilige Feuer der Tora schürten. Noch bis in die letzten Jahre, als ihr Augenlicht schon zu erlöschen drohte, da brannte in ihrem Innern umso heller ein reines Licht und alle, die mit ihr verkehrten, mussten in Achtung zu ihr aufschauen. Eine große Liebe verband sie mit ihren Mitmenschen. Kein Armer ging ungespeist von ihrem Hause. Jedem war sei eine Mutter, ihren Kindern, als auch den fremden. Vor einigen Monaten ließ sie ihren Sohn nach Erez Jisrael ziehen, wohin auch ihre Sehnsucht immer drängte und noch bis zuletzt weilten ihre Gedanken bei ihrem Sohne, der die heilige Saat, die sie in ihre Kinder ausgestreut hat, dort im Lande unserer Väter betreuen sollte. So starb sie, mit dem seligen Bewusstsein, dass sie ihren Kindern einen Halt gegeben hat auch für die schwersten Zeiten. - Das Wirken dieser wahrhaft jüdischen Persönlichkeit fand Ausdruck in den Worten, die an ihrer Bahre gesprochen wurden. Herr Lehrer Srog gedachte dieser frommen Frau als einer Mutter, die durch ihr Leben im jüdischen Hause auch nach außen strahlte. Danach sprachen drei Söhne der Familie Pfeuffer* aus Giebelstadt und Würzburg, denen sie immer eine liebvolle Mutter, ein leuchtendes Vorbild der Tugend war. Zum Schlusse sprach noch ihr Enkel, dessen Eltern in Erez Jsrael sind und der als Vertreter seiner Eltern seine Großmutter zum letzten Male grüßte. Die tiefe Verehrung, die aus seinen Worten sprach, zeugte von der stillen Größe dieser Frau, die ihren Enkeln immer ein hehres Beispiel treuester, jüdischer Pflichterfüllung, allen eine Trösterin in Zeiten der Not war. So ist sie von uns gegangen und so haben wir ihr Bild in unserem Herzen eingeprägt. Die Erinnerung an diese Mutter in Israel wird uns stets eine Leuchte sein im Dunkel der Zeiten: Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
*Nach Strätz Biographisches Handbuch Würzburger Juden Band II S. 440 handelt es sich dabei vermutlich um die Familie des Viehhändlers Max Pfeuffer, der mit Hilda geb. Daube (sicher nahe Verwandtschaft, eventuell sogar Tochter von Babette Daube) verheiratet war. Dieser hatte vier Söhne: Alfred (geb. 1913), Jakob (geb. 1914), Siegfried (geb. 1918) und Erich (geb. 1920). Von diesen werden drei bei der Beisetzung 1934 in Königsbach gewesen sein.

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Pferdehändler Abraham Tiefenbronner sucht einen kräftigen Jungen (1903) 

Koenigsbach Israelit 05011903.jpg (40627 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Januar 1903: 
"Suche für mein Geschäft sofort einen tüchtigen, kräftigen Jungen
nicht unter 18 Jahren. Samstags und Feiertage streng geschlossen. 
Abraham Tiefenbronner, Pferdehandlung; Königsbach (Baden)."    

  
Lehrlingssuche des Manufaktur- und Aussteuergeschäftes S. Dreifuß & Sohn (1908) 

Koenigsbach Israelit 1601908.jpg (45836 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1908: 
"Wir suchen per sofort oder Frühjahr einen 
Lehrling
 
mit guter Schulbildung. Samstag und Feiertage streng geschlossen. 
S. Dreifuß & Sohn. Königsbach Baden. Manufaktur- & Aussteuergeschäft."

      
Verlobungsanzeige für Johanna Hamburger und Sigmund Reutlinger sowie Else Hamburger und Louis Reutlinger (1922)  

Dinkelsbuehl Israelit 23111922.jpg (42482 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. November 1922: 
"Johanna Hamburger - Sigmund Reutlinger / Else Hamburger - Louis Reutlinger.  Verlobte.  
Dinkelsbühl (Bayern) - Pforzheim / Königsbach.  
Marcheschwan 5683 / November 1922."  

  
Lehrstellensuche von Max Daube für seinen Sohn (1925)  

Koenigsbach Israelit 28051925.jpg (39317 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1925: 
"Suche für meinen Sohn, 14 Jahre alt, kräftig, eine 
Lehrstelle
  
in Metzgerei und Feinwurstlerei, welche Samstag und Feiertage streng geschlossen ist. 
Max Daube, Königsbach in Baden."  

    
Verlobungsanzeige der Töchter des Lehrer Srog (1928)  

Koenigsbach Israelit 24051928.jpg (30604 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1928: 
"Bertl Srog - Hermann Kupfer. Königsbach Baden - BrückenauVerlobte.  
Anna Srog - Sigmund Kupfer. Königsbach Baden - Brückenau. Mai 1928."  

   
Verlobungsanzeige von Ruth Daube und Meier Posen (1934)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1934: 
"Ruth Daube - Meier Posen. Verlobte. 
Königsbach in Baden 
-  Frankfurt am Main. 
Petach Tikvah   Rechow Trumpeldor  -  Tel Aviv   Rothschild Blvd. 100".     

  
Verlobungsanzeige von Selma Daube und Binyamin (Willi) Katz (1935)
   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. April 1935: "Selma Daube - Binyamin (Willi) Katz
Verlobte. Königsbach/Baden - Heubach v. Rhön / Frankfurt am Main. 
Petach-Tikwa - Purim 5695."     

     
Verlobungsanzeige von Judith Ansbacher und Siegfried Daube (1937)  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1937: "Statt Karten. 
Judith Ansbacher - Siegfried Daube. Verlobte.  
Petach-Tikwah - Köln   --   Petach-Tikwah - Königsbach/Baden
Schabbat Teschuwah 5698
(= Schabbat zwischen Neujahr und Jom Kippur, das war 11. September 1937)  

     
Nach der Emigration:  Verlobungsanzeige für Ruth Wolf und Selman Kremer (1944)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 10. März 1944: 
"Mr. and Mrs. Sigmund Wolf 
(formerly Königsbach) of 2412 Linden Avenue Baltimore, Md. 
announce the engagement of their dauther Ruth to 
Pfc. Selman Kremer of 1628 Gwynns Falls Parkway Baltimore, Md."       

  
     
     
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge              
    
Ein Betsaal befand sich seit Mitte des 18. Jahrhundert zunächst in einem von der freiherrlichen Verwaltung gemieteten Haus auf St. Andréscher Seite. Dieser sollte 1761 durch den Neubau einer Synagoge auf badischer Seite ersetzt werden. Das genehmigte Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass die Juden der beiden Herrschaften sich nicht untereinander einigen konnten. Somit benutzte man weiterhin den Betsaal auf dem Territorium der Herren von Saint André. Auch die wenigen jüdischen Familien aus dem Nachbarort Stein kamen zu Gebet und Gottesdienst in die Königsbacher Synagoge.  
  
1804 konnte eine neue Synagoge auf dem Boden der Grundherrschaft Saint André errichtet werden (Ende der Grundherrschaft von St. André 1806). In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1833 brannte sie samt der angrenzenden Mühle ab. Eine Erinnerungstafel an der ehemaligen Mühle Sixt in der Mühlgasse berichtet bis heute davon, dass durch den in der "benachbarten Judenschule" ausgebrochenen Brand auch die Mühle zerstört wurde.  
  
1834 wurde an derselben Stelle eine Synagoge neu erbaut (auf dem Grundstück mit der früheren Adresse Pforzheimer Strasse 5, jetzt Saint-André-Strasse 5). Der Badische Großherzog gab zum Aufbau 100 Gulden aus seiner Privatkasse. Im Synagogengebäude war im oberen Stockwerk der Betsaal, im Erdgeschoss befanden sich die Lehrerwohnung (zwei Zimmer mit kleiner Küche), ein Schulzimmer sowie das rituelle Bad. Das Gebäude war Eigentum der israelitischen Gemeinde Königsbach, das Grundstück gehörte der Familie Saint André. 
 
Die vorhandenen Akten zur Geschichte des Synagogengebäudes sind von allgemeinen und ganz alltäglichen Problemen gefüllt. So gab es um 1850 mit der Gemeinde Königsbach eine längere Auseinandersetzung zu der Frage, ob für die Synagoge Steuern zu bezahlen waren. Die Gemeinde hatte solche verlangt; die jüdische Gemeinde stand auf dem Standpunkt, dass das ganze Gebäude für die öffentlichen Dienste der Gemeinde verwendet wird und daher keine Steuern zu bezahlen seien. - Ein jahrelang diskutiertes Problem war von 1850 bis 1859 die Frage der Einrichtung eines Abtrittes für die Schüler der jüdischen Schule im Synagogengebäude. Der Lehrer hatte einen ihm zustehenden Abtritt, daneben - unterhalb der Treppe zum Betsaal - sollte einer für die Schüler eingerichtet werden, wovon der damalige Lehrer Heimberger jedoch wenig begeistert war. Hier lagerte er sein kleingemachtes Holz und hatte eine Stallung für seine Geiß, Gänse und Hühner. Eine Lösung fand sich erst 1859, als vom Grundstück der Familie Saint André zusätzlich ein paar Quadratmeter für einen Anbau an die Synagoge gepachtet werden konnte. 
 
Bis 1938 wurden in der Königsbacher Synagoge Gottesdienste gefeiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude am 10. November von SA- und SS-Leuten aus den Nachbarorten und aus Pforzheim völlig verwüstet. Die bei der Synagoge zusammengetriebenen jüdischen Männer wurden gezwungen, Gebetbücher, Torarollen und andere liturgische Gegenstände aus der Synagoge zu tragen und in ein vor dem Haus angezündetes Feuer zu werfen. Lothar Dreifuß musste vom Dach Ziegel herunterwerfen. Unter den jüdischen Männern befand sich der Pferdehändler Julius Benjamin. Er wurde von einem Pforzheimer SA-Mann, mit dem er einmal vor 1933 eine Auseinandersetzung gehabt hatte, erkannt. Der SA-Mann schlug Benjamin mit einem Pickelstiel auf den Kopf, sodass er bewusstlos und blutend zu Boden stürzte. Einige Königsbacher, die dem Bewusstlosen Hilfe leisten wollten, wurden durch SA-Leute daran gehindert. Ein vorbeikommender Arzt ließ Benjamin unversorgt liegen (so auch die Angabe bei Hundsnurscher/Taddey s. Lit. S. 161). Erste Hilfe leistete ein Sanitäter des nahe gelegenen Lagers von Westwall-Arbeitern. Schließlich veranlasste der Gendarmeriemeister den Abtransport des Verwundeten mit einem Sanitätsauto in das Pforzheimer Krankenhaus. Nach seiner Genesung konnte Benjamin in die USA auswandern.
Nach den Recherchen von Joachim Mehne (s.Lit.) geschahen diese gewaltsamen Ereignisse bereits am Vormittag des 10. November. Nach Mehne sagte der oben genannte Gendarmeriemeister W. bei den Ermittlungen 1946 aus, dass man ihn, als er ca. 12 Uhr aus Pforzheim zurückkehrte, sogleich auf den bewusstlosen Benjamin aufmerksam gemacht habe, worauf er die Überführung Benjamins in ein Pforzheimer Krankenhaus veranlasst habe.
Die jüdischen Männer wurden noch am 10. November zunächst im Ortsarrest eingesperrt und am Tag darauf über Bruchsal nach Dachau verschleppt.       

Hinweis auf eine Unklarheit im Blick auf die oben geschilderten und kursiv gesetzten Ereignisse: Susanne Grundler fasst nach einer ihr vorliegenden Zeitzeugenaussage und nach Einsicht von GLA-Akten bezüglich des Pogroms in Königsbach die Ereignisse beim Novemberpogrom wie folgt zusammen (Mitteilung vom 28.1.2013; Grundlage sind die von ihr ausgewerteten Akten im Generallandesarchiv in Karlsruhe 309 Nr. 4093 und Nr. 4094):  
Danach waren die Angeklagten Friedrich Stimpfig und Friedrich Burger beide aus Pforzheim. Stimpfig hatte bis 13.00 Uhr im Krankenhaus Pforzheim gearbeitet und ist danach nach Königsbach gefahren. Er hatte im Prozess zugegeben, zumindest einen "Sachschaden" in einem jüdischen Laden verursacht zu haben. In den Akten sei allerdings nicht die Rede davon, dass ein dazukommender Arzt den Verletzten Benjamin unversorgt liegen gelassen habe. Nach den diesbezüglichen Akten des Generallandesarchivs über den Pogrom in Königsbach wurde auch niemand angeklagt wegen dem Verbrechen an Julius Benjamin und auch nicht an Lothar Dreifuss, den man zwang, die Dachziegel der Synagoge zu entfernen. Die von Susanne Grundler befragte Zeitzeugin (ihre Mutter) kannte sowohl Julius Benjamin als auch den damaligen Königsbacher Arzt Dr. Wal(t)z persönlich; die Zeitzeugin hat die Ereignisse, die nach ihren Angaben erst nach 17 Uhr begangen wurden, mitverfolgt, jedoch nicht eventuelle Ereignisse am Vormittag.    
Bericht von Susanne Grundler zur Zeugenaussage ihrer Mutter (Mitteilung vom 30.1.2013). "Sie hat mir gesagt, dass als sie um 17 Uhr aus dem Religionsunterricht (zwei Stunden von 15 bis 17 Uhr) kam, im Dorf 'die Hölle los war'. Sie sagte, es war furchtbar. Ein riesiger Lärm und überall lagen die Möbel, Inventar und alles Mögliche rum. Sie hat gesehen, wie auf dem Marktplatz die Juden zusammengetrieben wurden. An der Stelle, wo heute der Laden ist (sc. Dreher), gegenüber dem früheren Metzgergeschäft, hat sie zwei alte jüdische Leute (ca. 80 Jahre alt) gesehen, die auf der Strasse standen und am ganzen Körper zitterten und weinten. Sie sagte: Wir haben diese Leute doch alle gekannt. Danach ging sie zur Synagoge, wo Lothar Dreifuss die Ziegel vom Dach werfen musste und Julius Benjamin bereits verwundet auf dem Boden lag. Darauf kam der Arzt Dr. Walz hinzu, man wollte ihn nicht durchlassen, worauf er gesagt hätte: "Ich habe einen Eid geschworen und ich werde diesem Mann jetzt helfen." Daraufhin hätte man ihn durchgelassen. Ich habe meine Mutter auch gefragt, ob unter den Tätern jemand war, den sie kannte. Sie sagte: Ich kann mich nicht erinnern, bekannte Personen gesehen zu haben, es wären Fremde gewesen. Dann erinnerte sie sich an einen Jungen, der damals ca. 20 Jahre alt war. Er wäre von einer armen Familie in Königsbach gewesen. Dieser wäre dabei gewesen. Ich fragte sie, was er getan hat. Sie überlegte eine Weile und sagte dann: Eigentlich hat er sich nur zu den SA/SS Männern gestellt. Getan hätte er nichts.
Ich habe meine Mutter auch gefragt was vor dem Religionsunterricht (sc. vor 15 Uhr) war. Sie sagte, dass sie sich an nichts erinnern könne, was vor dem Unterricht war. Ich gehe mal davon aus, dass wenn da was gewesen wäre sie sich erinnert hätte und wahrscheinlich auch kein Religionsunterricht stattgefunden hätte.
"     
  
Nach weiteren Recherchen von Joachim Mehne (Auskunft vom 11.11.2013) bei noch lebenden Zeitzeugen in Königsbach bestätigt sich die Tatzeit am späten Vormittag des 10. November: demnach fanden "die Übergriffe am Vormittag des 10. November ab ca. 10.00 Uhr statt. Zeitzeugin L.K. kam einige Zeit vor dem Mittag vom Kirchberg von der Feldarbeit und geriet mitten in die Auseinandersetzungen. Zeitzeuge E.F. war unweit von der Synagoge in der Schule, als der Aufruhr begann und sein Lehrer deshalb ihn und seine Klassenkameraden nach Hause schickte. Diese Angabe wurde von einem weiteren Königsbacher bestätigt. Das erhaltene Foto vom zerstörten Innenraum der Königsbacher Synagoge zeigt überdies drei Schulkinder (deren Namen bekannt sind), die der Anweisung ihres Lehrers, unverzüglich nach Hause zu gehen, nicht gefolgt sind und statt dessen die demolierte Synagoge aufsuchten. Somit gaben sie unabsichtlich ein Motiv für den mit den Tätern aus Pforzheim angereisten Fotografen Kropf. Dieses Foto zeigt übrigens den Lichteinfall von Süden aus Richtung des Saint André'schen Schlosses: ein weiteres Indiz für die Tatzeit vor Mittag."  

Anfang 1939 wurde das Synagogengebäude abgebrochen. Im selben Jahr verkaufte die Familie Saint André das ihr bis dahin gehörende Grundstück. Es blieb nach 1945 unbebaut. Heute steht auf ihm teilweise eine Garage mit Zufahrt. Vor dem Grundstück in der Saint-André-Strasse befindet sich seit November 1998 eine in die Strasse eingelassene bronzene Gedenkplatte. Sie befindet sich an an der Stelle, an der am Vormittag des 10. November 1938 die Kultgegenstände und Teile der Inneneinrichtung verbrannt wurden.  
 
Im April 1947 fand vor der Strafkammer in Karlsruhe ein Prozess gegen vier ehemalige SS-Angehörige statt, die am Pogrom in Königsbach beteiligt waren. Sie wurden zu einem Jahr Gefängnis, einer von ihnen zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Da sie geständig waren, wurde ihnen die Untersuchungshaft in Höhe von fünf Monaten angerechnet.
  
  
  
Fotos 

Historische Fotos:     
Koenigsbach Synagoge 002.jpg (86279 Byte) Koenigsbach Synagoge 001.jpg (90198 Byte) Koenigsbach Synagoge 020.jpg (84253 Byte)
Ausschnitt aus einer Luftaufnahme 
von 1928
(Quelle: Gemeinde Königsbach-Stein)
Die Synagoge Königsbach (Rekonstruktion 
mit Hilfe des Computers; Quelle: J. Mehne,
 Jüd. Königsbach s. Lit. S. 7)
Der rückwärtige Teil der Synagoge (Foto
 von H. Freuerstein ca. 1930; Quelle: 
J. Mehne, Spuren s. Lit. S. 80)
     
 Nach den Zerstörungen in der 
Pogromnacht 1938
(Quelle: J. Mehne, Jüd. 
Königsbach S. 19-20)
Koenigsbach Synagoge 010.jpg (86372 Byte) Koenigsbach Synagoge 011.jpg (55396 Byte)
   Die Synagoge vor ihrem Abbruch 1938  Zerstörungen in der Synagoge 

      

Fotos nach 1945/Gegenwart:       
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Koenigsbach Synagoge 101.jpg (81279 Byte)  Koenigsbach Synagoge 100.jpg (97538 Byte) 
   Das Grundstück der ehemaligen Synagoge (zur Orientierung vgl. die Mauer links 
im Vergleich mit den Bilder oben) 
   
Fotos 2003:
(Foto Gedenkplatte links: 
I. Laidig; andere Fotos: Hahn,
 Aufnahmedatum 7.8.2003)
Koenigsbach Synagoge 110.jpg (61606 Byte)  Koenigsbach Synagoge 152.jpg (65479 Byte)
  Gedenkplatte für die ehemalige Synagoge
   
    Koenigsbach Synagoge 151.jpg (61251 Byte) Koenigsbach Synagoge 150.jpg (57857 Byte)
   Das Synagogengrundstück mit der
 Gedenkplatte im Vordergrund
Synagogengrundstück
  
     
     
Anderswo entdeckt  Koenigsbach S Reutlinger 010.jpg (249587 Byte)
  Gemeinsame Grabsteinplatte für Gefallene auf dem deutschen Soldatenfriedhof Menen, auf dem der Name des Gefreiten Siegfried Reutlinger (geb. 16.4.1894 in Königsbach, gef. 14.4.1918) zu lesen ist. 
Vgl. Wikipedia-Artikel "Deutscher Soldatenfriedhof Menen"    
(Foto erhalten von Hans Lesaga; http://www.weltkriegsgraeber.be/menendeutsch.html)   
     

    
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940     

Koenigsbach Gurs BK 020.jpg (235589 Byte)Grabstein auf dem Friedhof in Gurs für Fanny Wolf aus Königsbach. Fanny Wolf (geb. am 12. Oktober 1886 in Königsbach) lebte vor der Deportation 1940 in Karlsruhe und wurde am 20./22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo sie am 18. Dezember 1940 umgekommen ist.  
(Foto: Bernhard Kukatzki)      

  
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
  

November 2011: Erinnerung an das Schicksal von Lothar Dreifuß (Königsbach - Göppingen - 1941 Deportation nach Riga)     
Artikel von Margit Haas in der "Südwest-Presse" (NWZ Göppingen) vom 25. November 2011: "Hoffnung auf Ausreise erfüllt sich nicht.  
Göppingen.
Lothar Dreifuß wurde in doppelter Hinsicht ein Opfer des Nationalsozialismus: Der junge Jude war wohl geistig etwas zurück geblieben..."  
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei      
  

  

    
Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Königsbach-Stein  

Literatur:  

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 159ff.
Friedrich Sander: Königsbacher Heimatbuch. 1986. S. 266-285.
Joachim Mehne/Uwe Rummel: Auf den Spuren jüdischer Bürger. Eine Arbeitsgemeinschaft des Bildungszentrums Königsbach berichtet, in: Der Enzkreis Jahrbuch 6. 1995. S. 172-186.
dies.: "Ob die Erne wohl noch lebt?". Ein Bericht aus dem Projekt 'Spurensuche: Die Königsbacher Juden', in: 25 Jahre Bildungszentrum Königsbach. 1996. S. 21-26.
Spuren jüdischen Lebens in Königsbach. Eine Einführung. Von Joachim Mehne, Dieter Wolf und Schülerinnen und Schülern der Arbeitsgemeinschaft "Spurensuche" des Lise-Meitner-Gymnasiums Königsbach. Hg. von der Gemeinde Königsbach-Stein 1998.
Joachim Mehne: Jüdisches Königsbach. Einladung zu einem Rundgang. 2002.

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.  

Koenigsbach  Baden. The first three Jewish families settled in 1699, joined by another dozen or so in the early 18th century. An elementary school was started in 1835 and the Jewish population grew to 220 in 1875 (of a total 2,033). By the turn of the century, the Jewish population had dropped to 167, a level it remained at for 25 years, subsequently falling to 102 in 1933. By 1938 all Jewish stores had been closed down under the economic boycott. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized and other Jewish property damaged. In the Nazi era, 88 Jews left Koenigsbach, most emigrating from Germany. Ten were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940 and another 17 were deported after leaving Koenigsbach (14 from Pforzheim); four of those deported survived; 17 were sent to Auschwitz and perished there. 
   
     

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge 

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Januar 2014