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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Königsbach (Gemeinde Königsbach-Stein,
Enzkreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis 1804 zwischen den Freiherren von Saint André
und dem Markgrafen von Baden aufgeteilten Ort Königsbach wurden seit der Zeit
um 1700 Juden aufgenommen: 1699 waren drei jüdische Familien am Ort. Um 1750 lebten drei jüdische Familie auf der
badischen, bereits 12 bis 15 Familien auf der Seite der Grundherrschaft. Die jüdische
Gemeinde bestand bis 1938/40.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1825 156 jüdische Einwohner (9,0 % von insgesamt 1.741 Einwohnern), 1842
gleichfalls 156, um
1875 die Höchstzahl von 220 jüdischen Einwohnern (10,8 % von insgesamt 2.033
Einwohnern). Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück, sodass
1900 noch 167 (7,9 % von 2.110) und 1910 160 (7,0 % von 2.285) jüdische
Einwohner gezählt wurden.
Die jüdischen Einwohner lebten bereits im 18. Jahrhundert überwiegend vom
Viehhandel. Einige Viehhändler
waren zugleich Metzger.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
israelitische Elementarschule (Volksschule), ein rituelles Bad und (seit 1872) einen
Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde waren zeitweise sowohl
ein Lehrer als auch ein Kantor (Vorbeter) angestellt. Unter den Lehrern sind vor
allem zu nennen: Samuel Heimberger (im 19. Jahrhundert 44 Jahre Lehrer in
Königsbach) und sein Nachfolger Dreifuß (um 1897/98 genannt), Joseph Joseph
(bis 1927), Julius Zimmern (1927 bis 1933). Von 1902 bis 1938 war Abraham
Srog Kantor und Schochet der Gemeinde. Die Gemeinde gehörte seit 1827 zum Rabbinatsbezirk
Karlsruhe, seit 1885 zum Bezirk Bretten.
Auf
dem Denkmal für die Teilnehmer
des Krieges 1870/71 findet sich der Name von Isaak
Kilsheimer.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Heinrich
Dreifuß, Julius Maier und Siegfried Reutlinger. Ihre Namen finden sich mit den
Bildern der Gefallenen auf einer im Rathaus Königsbach aufbewahrten
Gedenktafel.
An
ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Pferdehandlung Julius Benjamin (Bahnhofstraße
17), Pferdehandlung Siegmund Benjamin (Bahnhofstraße 17), Tabakhandlung Berta
Daube (Durlacher Straße 16, abgebrochen), Viehhandlung Elias und Max Daube
(Schulstraße 7), Viehhandlung Max Daube (Brettener Straße 5; über Eingang
noch der Name des Erbauers Jonas Daube), Viehhandlung Louis Dreifuß (Durlacher
Straße 1), Haustierhandel mit Manufakturwaren Jakob Dreifuß (Marktstraße 17;
1938 demoliert und geplündert), Viehhandlung Jakob und Hermann Dreifuß (Schulstraße
9), Viehhandlung Lothar Dreifuß (Leopoldstraße 3), Viehhandlung Ludwig Dreifuß
jun. (Marktstraße 10), Metzgerei und Lebensmittel Aron/Bernhard
Kilsheimer (Marktstraße 20), Viehhandlung Adolf Maier (Ankerstraße 16),
Viehhandlung Moritz Maier (Ankerstraße 12), Viehhandlung David Maier (Marktstraße
6), Viehhandlung Isidor Maier (Leopoldstraße 4, abgebrochen), Viehhandlung Max
und Moses Maier (Leopoldstraße 9), Viehhandlung Moritz Maier Wwe.; Söhne
Julius und David Maier (Ankerstraße 12), Fellhandlung Moses und Frieda
Reutlinger (Steiner Straße 6; "Judenhaus" bis 1940), Lederhandlung
Leo Stern (Marktstraße 11), Viehhandlung Samuel Stern (Pforzheimer Straße 2;
sog. "Judenhaus" 1938-1940), Pferdehandlung Abraham Tiefenbronner
(Bahnhofstraße 2), Viehhandlung Emil Reutlinger und Jakob Wassermann (Brettener
Straße 1), Viehhandlung Sigmund Wolf (Leopoldstraße 5).
Um 1924, als noch 175 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (6,9 %
von insgesamt etwa 2.530 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Herr
Tiefenbronner, Jakob Dreifuß und Jakob Reutlinger. Als Religionslehrer und
Rechner der Gemeinde war Hauptlehrer Joseph Joseph tätig, als Kantor Abraham Srog. Rosa
Prager war Synagogendienerin. Hauptlehrer Joseph erteilte den
Religionsunterricht an der Volksschule. An jüdischen Vereinen gab es u.a.
einen
Krankenverein und den Begräbnisverein (1924 unter Leitung von Herrn
Tiefenbronner mit 46 Mitgliedern). 1932 waren die Gemeindevorsteher:
N.N. (1. Vors.*), Jakob Dreifuß (2. Vors.) und Elias Daube (3. Vors.); der
Repräsentanz gehörten 6 Mitglieder an. Als Lehrer war inzwischen Julius Zimmern
angestellt worden, als Kantor war weiterhin Abraham Srog tätig.
Religionsunterricht wurde durch Lehrer Zimmer noch 17 Kindern aus der Gemeinde
erteilt.
* Die Angabe '"Adolf Fränkle" als Vorsteher der jüdischen
Gemeinde im "Führer durch
die jüdische Gemeindeverwaltung... 1932" ist falsch; nach dem
Königsbacher Heimatbuch von Friedrich Sander 1986 S. 439ff handelt es sich bei
Adolf Fränkle um den Bürgermeister von Königsbach und nicht um den
jüdischen Gemeindevorsteher: Fränkle wurde erstmals zum Bürgermeister
gewählt 1919 und mehrfach wiedergewählt (auch 1937). Freundl. Hinweis von
Roberto Mantovani (Kaarst).
1933 wurden noch 102 jüdische Einwohner gezählt. Auf Grund der
zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen
in den folgenden Jahren viele von ihnen Königsbach. Über die Hälfte der
jüdischen Einwohner konnte nach den USA, nach Erez Jisrael, Argentinien,
Brasilien und Frankreich emigrieren. Viele zogen zunächst nach Pforzheim oder
in andere deutsche Städte. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA- und
SS-Leuten aus Pforzheim und Karlsruhe zerstört (s.u.). Gleichfalls
wurde das Manufakturwarengeschäft von Jakob Dreyfuß demoliert und geplündert.
Die Chaisen aus dem Hof des Pferdehändlers Tiefenbronner wurde in den nahe
gelegenen Bach gestürzt und zertrümmert.
Von den in Königsbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Bertha Bischoff
geb. Tiefenbronner (1878), David Daube (1911), Emil Daube (1882), Louis
Daube (1873), Rosa Daube geb. Maier (1884), Hermann Dreifuß (1885), Isidor
Dreifuss (1895), Lothar Dreifuß (1916), Ludwig Dreifuss (1908), Thekla Dreyfuß
geb. Nathan (1884), Viktoria Dreifuß geb. Maier (1889), Anna Groß geb.
Goldberger (1920), Jette Hilb geb. Daube (1868), Hermine Holzer (1880), Nanette
Kapp geb. Dreifuss (1873), Helene Lißberger geb. Benjamin (1873), Adolf Maier
(1888), Auguste Maier (1894), David Maier (1892), Ilse Maier (1920), Irma Maier
(), Julius Maier (1886), Litin (Sidie) Maier (1921), Manfred Maier (1926),
Margot Maier (1924), Moses Maier (1889), Nelly Maier geb. Wolf (1898), Rosa
Maier geb. Leiter (1888), Samuel Maier (1904), Sophie Maier geb. Tiefenbronner
(1857), David Prager (1887), Rosa Prager geb. Berger (1880), Frieda Reutlinger
(1888), Ilse Reutlinger (1921), Jakob Reutlinger (1886), Moses Reutlinger
(1885), Recha Reutlinger (), Berta Rothschild geb. Maier (1881), Klara Samson
(1872), Lotte Sinn geb. Dreifuss (1880), Leo(pold) Stern (1892), Samuel Stern
(1881), Sophie Stern geb. Löwenstein (1885), Abraham Tiefenbronner (1865),
Julchen Tiefenbronner geb. Wolf (1873), Regina Tiefenbronner (1874), Rosa
Tiefenbronner (1877), Rosa Tiefenbronner (1886), Betty Wassermann geb. Wolf
(1893), Hannchen Wassermann geb. Reutlinger (1897), Jakob Wassermann (1894),
Meta Weißler geb. Kahn (1905), Fanny Wolf (1886), Louis Wolf (1882), Wilhelm
Wolf (1889).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer, Vorbeter und Schächter
Ausschreibung der Stelle des Vorbeters und Schochet
1907
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. April 1907:
"Die Kantor- und Schochetstelle in Königsbach bei
Bretten, ist zu besetzen. fixer Gehalt 1.000 Mark, Schechita-Erträgnis in
den letzten 3 Jahren durchschnittlich bis 800 Mark und ca. 150 Mark
jährliche Nebengehälter, sowie freie Dienstwohnung. Geeignete Bewerber
haben ihre Meldung mit Zeugnisabschriften über Befähigung,
sittlich-religiösen Lebenswandel, sowie Lebensgang franko spätestens
innerhalb 3 Wochen an uns gelangen zu lassen.
Die Bezirks-Synagoge in Bretten. Schleßinger,
Bezirksrabbiner." |
| Auf diese Ausschreibung hin bewarb sich
erfolgreich Lehrer Abraham Srog, der bis 1938 in der Gemeinde tätig war. |
Zum Tod von Lehrer Samuel Heimberger (1897)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1897:
"Königsbach (Baden). Am Samstag, den 20. Februar Paraschat Ki
Tissa (= Schabbat mit der Toralesung Ki Tissa = 2. Mose
30,11 - 34,35) verschied dahier nach kurzer Krankheit der pensionierte
Hauptlehrer Samuel Heimberger im Alter von 84 Jahren. Derselbe wirkte
beinahe 60 Jahre als Volks- und Religionsschullehrer, davon 44 Jahre in
hiesiger Gemeinde. Der Verstorbene war bescheidenen Charakters,
pflichteifrig und gewissenhaft im Amte und hier allgemein beliebt und
geachtet. Hat er doch in segensreicher Tätigkeit ganze Generationen
herangebildet! - An dem Leichenbegängnisse beteilte sich darum auch die
hiesige Gemeinde sehr zahlreiche und zwar sowohl Christen als Juden; auch
viele Volksschullehrer der Umgegend waren anwesend, um dem entschlafenen
Kollegen die letzte Ehre zu erweisen. Der Verstorbene, der mit der
goldenen Verdienstmedaille geschmückt war, hinterlässt eine trauernde
Gattin und vier wohlversorgte Kinder. - Am Grabe entwarf Herr Bezirksrabbiner
Schlesinger - Bretten ein Lebensbild des Verstorbenen unter Zugrundelegung
der Worte Samuels (hebräisch und deutsch:) 'Rede Ewiger, dein Knecht
hört', welche Worte auch den Lebenspfad unseres Samuel Heimberger
charakterisieren und stets sein Leitmotiv bildeten. Hernach sprach Herr
Lehrer Dreifuß von hier tief empfundene Worte, anschließend an die Worte
der laufenden Sidrah (hebräisch und deutsch:) 'Und es vernahm das Volk
die schlimme Nachricht und sie trauerten.' - Der Verstorbene ruhe in
Frieden! Sein Andenken wird ein gesegnetes bleiben!" |
Lehrer Dreifuß führte eine Sammlung für eine
bedürftige Frau durch (1898)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1898: "Empfangs-Bescheinigung.
Auf meine Bitte für eine kranke, bedürftige Frau gingen bei mir folgende
Spenden ein: Lehrer Flehinger - Bruchsal Mark 10, A. Grünspecht -
Ottensoos Mark 5, Ungenannt - Anvers (Belgien) Mark 5, Isidor Lämmle -
Bretten Mark 5, Ungenannt - Adelsheim Mark 3, H. Gundelfinger - Ulm a.D.
Mark 3, Heß - Ermreuth Mark 3, Moritz Groß - Stuttgart Mark 3, Ungenannt
- Hechingen Mark 2, Ungenannt durch B. Wolf - Lendershausen Mark 2,
Abraham Krage - Pudewitz Mark 1. Zusammen 42 Mark. Allen diesen edlen
Gebern im Namen der betreffenden Frau herzlichen Dank!
Lehrer Dreifuß, Königsbach (Baden)." |
Zum Tod von Lehrer Josef (1927)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember 1927:
"Königsbach, 22. November (1927). Am 20. Marcheschwan (= 15.
November 1927) verschied in Heidelberg Hauptlehrer Josef. Ein Leben
reichen Arbeitswillens und unermüdlicher Lernbegier hatte seinen
Abschluss gefunden, und Alle, Juden wie Nichtjuden, fühlten, dass eine
Lücke entstanden, eine Lücke, die schwer wieder auszufüllen sein wird.
Schon im Februar dieses Jahres war es ihm unmöglich, seinen Unterricht zu
leiten. Er suchte Heilung, doch vergebens. Die tückische Krankheit raffte
ihn im 52. Lebensjahre hinweg. Nicht nur seiner Gattin, mit der er ein
echt jüdisches Heim errichtet hatte, neun, unserm ganzen Dorfe ist er
entrissen worden. Mit Wehmut werden seine Schüler an die herrlichen
Stunden denken, in denen er ihnen die Worte der Tora in unnachahmlicher
Weise nahe brachte. Und wie seine Lehren war auch sein Wirken. Noch bis
zuletzt war er tätig im Dienste echter Wohltätigkeit. Auf einer Reise,
wo er einem armen Jungen eine Existenz verschafft hatte, erlitt er einen
Unfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte.
Herr Bezirksrabbiner Grzymich, Bürgermeister Fränkle, Oberlehrer Bangert,
Hauptlehrer Ehrlich, Weingarten, würdigten in zu Herzen gehenden Worten
die Verdienste dieses Edlen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund
des Lebens." |
25jähriges Dienstjubiläum von Abraham Srog
(1923)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1923: "Königsbach
in Baden, 23. Oktober (1923). Herr Abraham Srog, Chasan und Schochet
der hiesigen Gemeinde, begeht am 1. November 1923 sein 25.
Dienstjubiläum." |
25jähriges Ortsjubiläum von Abraham Srog (1932)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1932:
"Königsbach, 24. Oktober (1932). Am 1. November sind es 25 Jahre,
dass Herr Abraham Srog als Vorbeter und Schochet hier fungiert.
Durch sein schönes Oren hat er es verstanden, sich die Zufriedenheit und
Achtung der ganzen Gemeinde zu erwerben. Wir wünschen dem Jubilar auf
seinem ferneren Lebensweg alles Gute zu seinem und der Gemeinde
Wohl." |
Berichte aus
dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
Gründung einer "Schomre-Schabbos-Verein-Ortsgruppe"
(Schabbat-Hüter-Verein, 1909)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1909:
"Königsbach (Baden), 5. Februar (1909). Es wurde hier, dank eifriger
Bemühung des Herrn Max Daube, eine 'Schomre Schabbos-Verein-Ortsgruppe'
gegründet, der bis jetzt 20 Mitglieder beigetreten sind; weitere
Beitrittserklärungen stehen in Aussicht; es ist zu wünschen, dass dies
Beispiel in vielen Landgemeinden Badens Nachahmung finde." |
Vortrag von Rabbiner Dr. Michalski in Königsbach
(1936)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1936: "Königsbach,
4. Mai (1936). Fast die ganze Gemeinde hatte sich im Gemeindelokal
versammelt, um den Ausführungen des Herrn Rabbiner Dr. Michalski,
Karlsruhe zu lauschen, der im Auftrage der Agudas Jisroel deren Ziele und
Ideale dem Verständnis näher brachte. Ausgehend von der Bedeutung der
Sefiroh, die der Redner in geistvoller Weise zu erklären wusste, zeigte
er, wie auch die Agudas Jisroel dort erst, wo Andere schon zu ernten
glauben, erst zum Gesetz sich zu zählen und zu streben beginnt. Im Bewusstsein
der Eigenart des jüdischen Volkes, die in den Worten des gestrigen
Wochenabschnittes 'ich habe euch ausgesondert aus den Völkern, die mir
gehören' (3. Mose 20,26) gezeichnet ist, liegt es begründet, dass die
Agudas Jisroel nicht einen Staat wie andere Staaten im heiligen Lande
ersehnt, in dem Trennung von Staat und Tempel das Volk entzweit, sondern
im Geiste der Tora die Errichtung des Gottesstaates zu fördern bemüht
ist. Der Redner führte nach Abgrenzung der Idee der Agudas Jisroel von
denen der anderen Organisationen an zahlreichen Beispielen vor Augen, was
Agudas Jisroel auf den verschiedensten Gebieten geleistet und erreicht
hat. Er wies dann in anschaulicher Weise auf die Geistesbewegung der
Agudas Jisroel für Tora und Mussar hin und wusste die Zuhörer in den
Bann seiner Worte zu ziehen, dass sie tiefe Ergriffenheit auslösten und
nachhaltigen Eindruck hinterließen." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Ehrung von Max Tiefenbronner für
25jährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr (1891)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1891: "Aus Baden.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden hat im Jahr 1879
Ehrenzeichen für 25jährige treue Dienste als Mitglieder der freiwilligen
Feuerwehren gestiftet. Wie in früheren Jahren, so können wir auch
diesmal wieder mit freudiger Genugtuung berichten, dass auch Israeliten
ausgezeichnet wurden, ein Beweis, dass dieselben nie zurückstehen, wenn
es gilt für das öffentliche Interesse, wohltuend mitzuwirken. In dem
Verzeichnisse bemerkten wir, als uns bekannt, die Herren: Kaufmann Josef
Oppenheimer und Handelsmann Jakob Wolf in Buchen, Kaufmann August Bloch,
Kaufmann Adolf Darnbacher und Metzger Max Maier in Bühl und Handelsmann
Max Tiefenbronner in Königsbach, Handelsmann A. Adler in
Neckarbischofsheim und Handelsmann Moses Guggenheim in Tiengen." |
Zum Tod der Witwe von Leopold Stiefel
geb. Lazarus (1899, lebte seit 1894 bei ihrer Tochter in Königsbach)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1899: "Richen
bei Eppingen, 25. Juni (1899). In einem Zeitalter des Rückgangs echt
religiösen Lebens, erscheint es oft wie eine Oase in dürrer Wüste, wenn
sich Personen durch Tugend und Frömmigkeit und edles Wohltun besonders
auszeichnen. Zu dieser kleinen Betrachtung werden wir durch den vor kurzem
erfolgten Tod der Leopold Stiefel Wwe. von hier, geborene Lazarus,
gestorben in Königsbach bei Pforzheim veranlasst. Dieselbe war
eine wackere Frau im echten Sinne des Wortes, eine Frau, wie sie König
Salomo in den Sprüchen Kap. 31 nicht besser zeichnen konnte. Mit einem
streng religiösen Leben, zu welchem sie durch ihr Leiborgan, den
'Israelit' stets neue Nahrung erhielt, verband sie eine Wohltätigkeit,
die oft ihre Verhältnisse überstiegen. Keiner, der sich in dieser
Beziehung an sie wandte, ging leer aus. Auch in beratender Weise hat sie
Viele auf die richtige Spur geführt. Deshalb erwarb sie sich, sowohl hier
in ihrer Heimatgemeinde, als auch in Königsbach, wo sie die
letzten fünf Jahre ihres Lebens bei ihrer Tochter zubrachte, die Liebe
und Achtung aller, die sie kannten. Ihre schweren Leiden ertrug sie mit
Geduld und Gottergebenheit, und wollte in schonender Weise ihrer Umgebung
keine Mühe verursachen. Sie ruhe in Frieden. Ihre Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
Leopold Dreifuß wird mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet (1915)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. September 1915: "Königsbach,
30. August (1915). Der Pionier Leopold Dreifuß aus Königsbach hat für
sein tapferes Verhalten bei einem schweren Sturmangriff in der Champagne
das Eiserne Kreuz erhalten." |
Goldene Hochzeit von Jonas Daube und Babette geb. Benedikt (1923)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1923:
"Königsbach, 27. August (1923). Am 26. August feierte das Ehepaar
Jonas Daube und Frau Babette geb. Benedikt in Königsbach das Fest der
goldenen Hochzeit." |
Zum Tod von Jonas Daube (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1929:
"Königsbach (Baden), 14. Mai (1929). Am Freitag vor dem Schabbat
mit der Toralesung Kedoschim verschied im Alter von 82 Jahren der
Senior der hier seit Jahrhunderten ansässigen Familie Daube, Jonas Daube.
Schon in Königsbach geboren, war es ihm vergönnt, mehr als ein halbes
Jahrezehnt an der Seite einer gleichgesinnten Gattin aus echt jüdischem
Hause nicht nur eine stattliche Anzahl ganz in echt jüdischem Geiste
erzogener Kinder und Enkel heranwachsen zu sehen, sondern auch seiner
ansehnlichen geliebten Kehillo (Gemeinde) und auch ein Schaliach
Zibbur (ehrenamtlicher Vorbeter) an Jom Kippur und an Feiertagen
zu sein. Die am Sonntag den 2. Ijar hier stattgefundene Beisetzung
gestaltete sich zu einem wahren Kiddusch HaSchem (Heiligung des
Gottesnamens), und legte beredtes Zeugnis ab von dem Wirken und Leben
dieses echten Jehudi. Eine selten große Schar von Freunden und Verwandten
sowie Vertreter des badischen Synagogenverbandes waren von Nah und Fern herbeigeeilt,
um dem weit Bekannten, überall Beliebten die letzte Ehre zu erweisen.
Ohne Unterschied der Konfession folgten die Ortsbewohner in stiller
aufrichtiger Trauer dem langen Zug der Leidtragenden. Die Herren Rabbiner
Dr. Michalski, Karlsruhe und Dr. Grzymisch, Bruchsal, sowie ein Verwandter
hielten am Grabe Trauerreden, zwei Schwiegersöhne sprachen Worte
rührenden Abschiedes im Hause des Verstorbenen. Möge Gott der greisen
Gattin und ihren Kindern seinen Trost spenden. Seine Seele sei eingebunden
in den Bund des Lebens." |
Zum Tod von Babette Daube (1934)
Anmerkung: Babette Daube ist sicher identisch mit der im vorigen
Bericht genannten Babette Daube geb. Benedikt.
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1934:
"Königsbach (Baden), 6. Juni (1934). Unter großer Anteilnahme der
Bevölkerung wurde hier Frau Babette Daube (für falsch: Danke) zu
Grabe getragen. Die Verstorbene erreichte das Patriarchenalter von 88
Jahren und war die älteste Einwohnerin unseres Ortes. Sie gründete mit
ihrem Mann ein echt jüdisches Haus, ein Haus, in dem nur die Tora
Richtschnur für das Leben war. Und so zog sie ihre Kinder auf, zu guten
jüdischen Menschen, in denen sie unablässig das heilige Feuer der Tora
schürten. Noch bis in die letzten Jahre, als ihr Augenlicht schon zu
erlöschen drohte, da brannte in ihrem Innern umso heller ein reines Licht
und alle, die mit ihr verkehrten, mussten in Achtung zu ihr aufschauen.
Eine große Liebe verband sie mit ihren Mitmenschen. Kein Armer ging
ungespeist von ihrem Hause. Jedem war sei eine Mutter, ihren Kindern, als
auch den fremden. Vor einigen Monaten ließ sie ihren Sohn nach Erez
Jisrael ziehen, wohin auch ihre Sehnsucht immer drängte und noch bis
zuletzt weilten ihre Gedanken bei ihrem Sohne, der die heilige Saat, die
sie in ihre Kinder ausgestreut hat, dort im Lande unserer Väter betreuen
sollte. So starb sie, mit dem seligen Bewusstsein, dass sie ihren Kindern
einen Halt gegeben hat auch für die schwersten Zeiten. - Das Wirken
dieser wahrhaft jüdischen Persönlichkeit fand Ausdruck in den Worten,
die an ihrer Bahre gesprochen wurden. Herr Lehrer Srog gedachte dieser
frommen Frau als einer Mutter, die durch ihr Leben im jüdischen Hause
auch nach außen strahlte. Danach sprachen drei Söhne der Familie
Pfeuffer* aus Giebelstadt und
Würzburg, denen sie immer eine liebvolle Mutter, ein leuchtendes Vorbild
der Tugend war. Zum Schlusse sprach noch ihr Enkel, dessen Eltern in Erez
Jsrael sind und der als Vertreter seiner Eltern seine Großmutter zum
letzten Male grüßte. Die tiefe Verehrung, die aus seinen Worten sprach,
zeugte von der stillen Größe dieser Frau, die ihren Enkeln immer ein
hehres Beispiel treuester, jüdischer Pflichterfüllung, allen eine
Trösterin in Zeiten der Not war. So ist sie von uns gegangen und so haben
wir ihr Bild in unserem Herzen eingeprägt. Die Erinnerung an diese Mutter
in Israel wird uns stets eine Leuchte sein im Dunkel der Zeiten: Ihre
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
| *Nach Strätz Biographisches Handbuch
Würzburger Juden Band II S. 440 handelt es sich dabei vermutlich um
die Familie des Viehhändlers Max Pfeuffer, der mit Hilda geb. Daube
(sicher nahe Verwandtschaft, eventuell sogar Tochter von Babette Daube)
verheiratet war. Dieser hatte vier Söhne: Alfred (geb. 1913), Jakob (geb.
1914), Siegfried (geb. 1918) und Erich (geb. 1920). Von diesen werden drei
bei der Beisetzung 1934 in Königsbach gewesen sein. |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Pferdehändler Abraham Tiefenbronner sucht einen kräftigen Jungen (1903)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Januar 1903:
"Suche für mein Geschäft sofort einen tüchtigen, kräftigen
Jungen, nicht unter 18 Jahren. Samstags und Feiertage streng
geschlossen.
Abraham Tiefenbronner, Pferdehandlung; Königsbach
(Baden)." |
Lehrlingssuche des Manufaktur- und Aussteuergeschäftes S. Dreifuß & Sohn
(1908)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1908: "Wir
suchen per sofort oder Frühjahr einen Lehrling mit guter
Schulbildung. Samstag und Feiertage streng geschlossen.
S. Dreifuß & Sohn. Königsbach Baden. Manufaktur- &
Aussteuergeschäft." |
Lehrstellensuche von Max Daube für seinen Sohn
(1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1925: "Suche
für meinen Sohn, 14 Jahre alt, kräftig, eine Lehrstelle in
Metzgerei und Feinwurstlerei, welche Samstag und Feiertage streng
geschlossen ist.
Max Daube, Königsbach in Baden." |
Verlobungsanzeige der Töchter des Lehrer Srog
(1928)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Mai 1928:
"Bertl
Srog - Hermann Kupfer. Königsbach Baden - Brückenau.
Verlobte.
Anna Srog - Sigmund Kupfer. Königsbach Baden - Brückenau. Mai 1928." |
Verlobungsanzeige von Judith Ansbacher und Siegfried
Daube (1937)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1937:
"Statt Karten.
Judith Ansbacher - Siegfried Daube. Verlobte.
Petach-Tikwah - Köln -- Petach-Tikwah - Königsbach/Baden.
Schabbat Teschuwah 5698 (= Schabbat zwischen Neujahr und Jom Kippur,
das war 11. September 1937) |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Ein Betsaal befand sich
seit Mitte des 18. Jahrhundert zunächst in einem von der freiherrlichen
Verwaltung gemieteten Haus auf St. Andréscher Seite. Dieser sollte 1761 durch
den Neubau einer Synagoge auf badischer Seite ersetzt werden. Das genehmigte
Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass die Juden der beiden Herrschaften sich
nicht untereinander einigen konnten. Somit benutzte man weiterhin den Betsaal
auf dem Territorium der Herren von Saint André. Auch die wenigen jüdischen
Familien aus dem Nachbarort Stein kamen zu Gebet und Gottesdienst in die Königsbacher
Synagoge.
1804 konnte eine neue Synagoge auf dem Boden der
Grundherrschaft Saint André errichtet werden (Ende der Grundherrschaft von St.
André 1806). In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 1833 brannte sie samt
der angrenzenden Mühle ab. Eine Erinnerungstafel an der ehemaligen Mühle Sixt
in der Mühlgasse berichtet bis heute davon, dass durch den in der "benachbarten
Judenschule" ausgebrochenen Brand auch die Mühle zerstört wurde.
1834 wurde an derselben Stelle eine Synagoge neu
erbaut (auf dem Grundstück mit der früheren Adresse Pforzheimer Strasse 5,
jetzt Saint-André-Strasse 5). Der Badische Großherzog gab zum Aufbau 100
Gulden aus seiner Privatkasse. Im Synagogengebäude war im oberen Stockwerk der
Betsaal, im Erdgeschoss befanden sich die Lehrerwohnung (zwei Zimmer mit kleiner
Küche), ein Schulzimmer sowie das rituelle Bad. Das Gebäude war Eigentum der
israelitischen Gemeinde Königsbach, das Grundstück gehörte der Familie Saint
André.
Die vorhandenen Akten zur Geschichte des Synagogengebäudes
sind von allgemeinen und ganz alltäglichen Problemen gefüllt. So gab es um
1850 mit der Gemeinde Königsbach eine längere Auseinandersetzung zu der Frage,
ob für die Synagoge Steuern zu bezahlen waren. Die Gemeinde hatte solche
verlangt; die jüdische Gemeinde stand auf dem Standpunkt, dass das ganze Gebäude
für die öffentlichen Dienste der Gemeinde verwendet wird und daher keine
Steuern zu bezahlen seien. - Ein jahrelang diskutiertes Problem war von 1850 bis
1859 die Frage der Einrichtung eines Abtrittes für die Schüler der jüdischen
Schule im Synagogengebäude. Der Lehrer hatte einen ihm zustehenden Abtritt,
daneben - unterhalb der Treppe zum Betsaal - sollte einer für die Schüler
eingerichtet werden, wovon der damalige Lehrer Heimberger jedoch wenig
begeistert war. Hier lagerte er sein kleingemachtes Holz und hatte eine Stallung
für seine Geiß, Gänse und Hühner. Eine Lösung fand sich erst 1859, als vom
Grundstück der Familie Saint André zusätzlich ein paar Quadratmeter für
einen Anbau an die Synagoge gepachtet werden konnte.
Bis 1938 wurden in der Königsbacher Synagoge
Gottesdienste gefeiert. In der Pogromnacht im November 1938 wurde das Gebäude
von Pforzheimer und Karlsruher SA- und SS-Leuten völlig verwüstet. Die bei der
Synagoge zusammengetriebenen jüdischen Männer wurden gezwungen, Gebetbücher,
Torarollen und andere liturgische Gegenstände aus der Synagoge zu tragen und in
ein vor dem Haus angezündetes Feuer zu werfen. Lothar Dreifuß musste vom Dach
Ziegel herunterwerfen. Unter den jüdischen Männern befand sich der Pferdehändler
Julius Benjamin. Er wurde von einem Pforzheimer SA-Mann, mit dem er einmal vor
1933 eine Auseinandersetzung gehabt hatte, erkannt. Der SA-Mann schlug Benjamin
mit einer Latte auf den Kopf, sodass er bewusstlos und blutend zu Boden stürzte.
Einige Königsbacher, die dem Bewusstlosen Hilfe leisten wollten, wurden durch
SA-Leute daran gehindert. Ein vorbeikommender Arzt ließ Benjamin unversorgt
liegen. Schließlich veranlasste der Gendarmeriemeister seinen Abtransport mit
einem Sanitätsauto in das Pforzheimer Krankenhaus. Nach seiner Genesung konnte
Benjamin in die USA auswandern.
Anfang 1939 wurde das Synagogengebäude abgebrochen. Im
selben Jahr verkaufte die Familie Saint André das ihr bis dahin gehörende
Grundstück. Es blieb nach 1945 unbebaut. Heute steht auf ihm teilweise eine
Garage mit Zufahrt. Vor dem Grundstück in der Saint-André-Strasse befindet
sich seit November 1998 eine in die Strasse eingelassene bronzene Gedenkplatte.
Sie befindet sich an an der Stelle, an der am Vormittag des 10. November 1938
die Kultgegenstände und Teile der Inneneinrichtung verbrannt wurden.
Im
April 1947 fand vor der Strafkammer in Karlsruhe ein Prozess gegen vier
ehemalige SS-Angehörige statt, die am Pogrom in Königsbach beteiligt waren.
Sie wurden zu einem Jahr Gefängnis, einer von ihnen zu einem Jahr Zuchthaus
verurteilt. Da sie geständig waren, wurde ihnen die Untersuchungshaft in Höhe
von fünf Monaten angerechnet.
Fotos
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Historische Fotos:
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Ausschnitt aus einer Luftaufnahme von 1928
(Quelle: Gemeinde Königsbach-Stein) |
Die Synagoge Königsbach (Rekonstruktion mit Hilfe des Computers; Quelle:
J. Mehne, Jüd. Königsbach s. Lit. S. 7) |
Der rückwärtige Teil der
Synagoge (Foto von H. Freuerstein ca. 1930; Quelle: J. Mehne, Spuren s.
Lit. S. 80) |
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Nach den Zerstörungen in
der Pogromnacht 1938
(Quelle: J. Mehne, Jüd. Königsbach S. 19-20) |
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Die Synagoge vor ihrem Abbruch 1938 |
Zerstörungen in der Synagoge |
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Fotos nach 1945/Gegenwart:
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Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Das Grundstück der ehemaligen Synagoge (zur Orientierung vgl. die Mauer
links im Vergleich mit den Bilder oben) |
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Fotos 2003:
(Foto Gedenkplatte links:
I. Laidig; andere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 7.8.2003) |
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Gedenkplatte für die ehemalige Synagoge |
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Das Synagogengrundstück mit
der Gedenkplatte im Vordergrund |
Synagogengrundstück |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 159ff. |
 | Friedrich Sander: Königsbacher Heimatbuch. 1986. S. 266-285. |
 | Joachim Mehne/Uwe Rummel: Auf den Spuren jüdischer Bürger.
Eine Arbeitsgemeinschaft des Bildungszentrums Königsbach berichtet, in: Der
Enzkreis Jahrbuch 6. 1995. S. 172-186. |
 | dies.: "Ob die Erne wohl noch lebt?". Ein Bericht aus dem
Projekt 'Spurensuche: Die Königsbacher Juden', in: 25 Jahre Bildungszentrum
Königsbach. 1996. S. 21-26. |
 | Spuren jüdischen Lebens in Königsbach. Eine Einführung. Von Joachim Mehne,
Dieter
Wolf und Schülerinnen und Schülern der Arbeitsgemeinschaft
"Spurensuche" des Lise-Meitner-Gymnasiums Königsbach. Hg. von der
Gemeinde Königsbach-Stein 1998. |
 | Joachim Mehne: Jüdisches Königsbach. Einladung zu einem Rundgang. 2002.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Koenigsbach Baden.
The first three Jewish families settled in 1699, joined by another dozen or so
in the early 18th century. An elementary school was started in 1835 and the
Jewish population grew to 220 in 1875 (of a total 2,033). By the turn of the
century, the Jewish population had dropped to 167, a level it remained at for 25
years, subsequently falling to 102 in 1933. By 1938 all Jewish stores had been
closed down under the economic boycott. On Kristallnacht (9-10 November
1938), the synagogue was vandalized and other Jewish property damaged. In the
Nazi era, 88 Jews left Koenigsbach, most emigrating from Germany. Ten were
deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940 and another 17 were
deported after leaving Koenigsbach (14 from Pforzheim);
four of those deported survived; 17 were sent to Auschwitz and perished there.

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