Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Nidda mit Geiss-Nidda (Geiß-Nidda) (Wetteraukreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
    
Nidda Museum 016.jpg (147643 Byte) Bitte besuchen Sie auch die Website des Jüdischen Museums Nidda e.V. (Zimmermann Strauss Museum) 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
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Zur Geschichte der Synagoge  
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Links und Literatur    

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
      
In Nidda
lebten Juden bereits im Mittelalter. Ob es zur Bildung eines jüdischen Gemeinde mit eigenen Einrichtungen gekommen ist, ist unbekannt. Erstmals werden Juden in der Stadt in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts genannt. 1277 wurde die Judensteuer der in Nidda, Assenheim und Münzenberg lebenden Juden von Rudolf von Habsburg an Ulrich von Hanau übertragen, von diesem 1278 an die Grafen von Falkenstein. Auch 1300 und 1303 werden Juden in der Stadt genannt. Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 waren möglicherweise auch Juden aus Nidda unter den Opfern. Den Grafen von Hanau stand die Judensteuer auch nach Urkunden von 1401, 1404, 1414, 1442, 1456, 1468, 1492, 1521 und 1529 zu. Aus den Urkunden geht jedoch nicht hervor, wie viele jüdische Personen/Familien damals in der Stadt lebten. Es könnte auch sein dass die jeweilige Verpfändung der Judensteuer nur theoretisch formuliert wurde, ohne dass jeweils jüdische Personen in der Stadt lebten. 1509 wird erstmals namentlich ein Itzing Jud von Nidd genannt. 

Erst aus dem 17. Jahrhundert gibt es weitere namentliche Nennungen von Juden in der Stadt: 1622 werden als jüdische Hausbesitzer Jeckel, Joseph und Schmuel genannt. 1660 wurde durch den Landgrafen die Missionierung der Juden angeordnet. Mehrfach wird Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts ein Jud David genannt. Um 1800 werden die Familien des Jacob Emanuel, Abraham und Löw Hirsch sowie Ascher David genannt.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner folgt: 1828 40 jüdische Einwohner (2,3 % von insgesamt 1.700 Einwohnern), 1861 77 (4,3 % von 1.823), 1880 77 (4,3 % von 1.782), 1900 95 (4,9 % von 1.950), 1910 96 (4,5 % von 2.130). In Geiss-Nidda lebten 1830 14 jüdische Personen, 1905 20. Die meisten der jüdischen Haushaltsvorstände waren als Viehhändler oder Kaufleute tätig, doch gab es auch Handwerker (Schneider, Bäcker, Metzger, Uhrmacher, Schlosser) sowie einen Gastwirt.

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof (beziehungsweise mehrere Friedhöfe in unterschiedlichen Zeiten). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war. Die jüdische Gemeinde gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Gießen. Im Blick auf die Schulverhältnisse zählte die jüdische Gemeinde Nidda 1896 19 schulpflichtige Kinder. Seit 1912 war Nidda mit Geiss-Nidda und Niedermockstadt zu einem Lehrerband zusammengeschlossen. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Hugo Leopold (geb. 19.4.1893 in Nidda, gef. 8.3.1916) und Unteroffizier Moritz Levi (geb. 22.3.1890 in Nidda, gef. 19.7.1917). Aus Geiss-Nidda fiel Adolf Stern (geb. 28.2.1887 in Geiss-Nidda, gef. 28.8.1914). Außerdem fiel San.Sgt. Hermann Grünebaum (geb. 7.6.1880 in Nidda, vor 1914 in Saarburg Kreis Trier wohnhaft, gef. 12.6.1918).       
   
Um 1924, als noch 60 jüdische Einwohner gezählt wurden (2,5 % von insgesamt 2.350 Einwohnern, dazu 16 in Geiss-Nidda), waren die Vorsteher der Gemeinde Theodor Levi, Jacob Wallenstein und Emanuel Eckstein. Als Lehrer und Schochet in der Gemeinde war der Lehrer Abraham Kaufmann aus Schotten in Nidda tätig. Er unterrichtete damals fünf schulpflichtige jüdische Kinder aus Nidda in Religion. An jüdischen Vereinen bestand vor allem der Israelitische Wohltätigkeitsverein (1924 unter Leitung von Emanuel Eckstein, 1932 unter Leitung von Max Strauß: Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Durchreisender). 1932 war die Gemeindevorsteher Emanuel Eckstein (1. Vors.), Ludwig Stein (2. Vors.) und Karl Stern (3. Vors.). Im Schuljahr 1931/32 waren zehn jüdische Schulkinder in Religion zu unterrichten.

1933 lebten wie 1925 noch 60 jüdische Personen in der Stadt, dazu 19 in Geiss-Nidda. In den folgenden Jahren ist der Großteil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der in der Stadt besonders heftigen Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (u.a. 10 in die USA, 4 nach Palästina, eine Person nach Holland).
        
Antijüdische Maßnahmen in Nidda (1935)     

Nidda Israelit 29051935.jpg (52943 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1935: "Gießen. Wie der Landespressedienst des 'Deutschen Nachrichtenbüros' meldet, hat der Gemeinderat von Nidda in seiner letzten Sitzung folgenden Beschluss gefasst: 'In der Folge werden nur noch diejenigen Handwerker, Fuhrleute, Geschäftsleute usw. mit Lieferungen und Arbeiten für die Stadt berücksichtigt, die der Bürgermeisterei gegenüber eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass sie und ihre Familienangehörigen mit nichtarischen Personen keine Geschäfte tätigen'."      

Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Haus des letzten Gemeindevorstehers Emanuel Eckstein verwüstet. Die gesamte Einrichtung wurde auf die Straße geworfen und geplündert. Auch das Haus der Familie Rollhaus in Geiss-Nidda wurde verwüstet. Beide Familien verließen Nidda und flüchteten nach Frankfurt. Emanuel Eckstein kehrte am 19. Oktober 1939 noch einmal nach Nidda zurück. Von dem Lehrer Fritz Geiger angestiftet, hetzten 50-60 Schulkinder den 66 Jahre alten Mann zu Tode, indem sie ihn mit Steinwürfen durch die Bahnhofstraße trieben. Eckstein starb im Bahnhof an Herzversagen, nachdem man ihm auch noch ein Glas Wasser verweigert hatte, um das er gebeten hatte. Seine Frau Sita, die Tochter Berta, der Schwiegersohn Josef Kugelmann und das Enkelkind Sigrid wurden nach den Deportationen ermordet. 
   
Von den in Nidda und Geiss-Nidda geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", Ergänzungen auf Grund der Recherchen von Wolfgang G. Stingl, Nekrologium): Berta Arenstein geb. Stern (1880),  Minna Beifus geb. Stern (1879, Geiss-Nidda), Josefine Berold geb. Raudnitz (1890, Nidda), Emanuel Eckstein (1873), Sitta Eckstein geb. Katz (1875), Gidda Freudenthal geb. Heilbronn (1875 Geiss-Nidda), Dina Hamburger geb. Wallenstein (1900, Nidda), Hugo Hamburger (1895), Klara Hirsch geb. Stock (1887), Johanna Katz geb. Leopold (1886), Sally Katz (1887), Erna Rosa Katzenstein geb. Meyer (1899, Geiss-Nidda), Pauline Kaufmann geb. Leopold (1883), Siegfried Kaufmann (1876), Bertha Kugelmann geb. Eckstein (1903), Josef Kugelmann (1896), Siegmund Kugelmann (1931), Sigrid Kugelmann (1931), Arthur Leopold (1886), Dora Leopold geb. Sichel (1886), Erich Leopold (1895), Karoline Leopold (1889), Rosa Bella Leopold (1888), Jeanette Löb geb. Freund (1859), Jenny Mayer geb. Rollhaus (1883, Geiß-Nidda), Manfred Mayer (1923, Geiss-Nidda), Sophie Philipp geb. Meyer (1892, Geiss-Nidda), Mathilde Rosenbaum geb. Meyer (1886, Geiss-Nidda),  Ida Schiff (1868), Hedwig Schott geb. Leopold (1894), Bertha Sichel geb. Leopold (1887), Frieda Lotte Sichel (1918), Ilse Bella Sichel (1920), Nathan Sichel (1885), Johanna Simon geb. Meyer (1887 Geiss-Nidda), Emma Schwarzhaupt (1868), Ilse Bela Sichel (1920), Lotte Sichel (1918), Hilda Stein geb. Stern (1890, Geiss-Nidda), Leopold Stein (1891, Geiss-Nidda), Clementine Stern geb. Zimmermann (1881), Josef Stern (1885, Geiss-Nidda), Max Stern (1875), Siegfried Stork (1884), Bertha Wallenstein (1866),  Ida Wallenstein geb. Baumblatt (1872), Rosa Wallenstein geb. Hecht (1867), Wilhelm Wallenstein (1901), Ida Weisenbach geb. Rollhaus (1887 Geiss-Nidda).
   
1986 wurde in der Johanniterturm-Anlage in der Ortsmitte ein Gedenkstein aufgestellt mit dem Text: "Zur Erinnerung an unsere 91 jüdischen Bürger, die während der Gewaltherrschaft 1933-1945 vertrieben und ermordet wurden. Die vom Faschismus verfolgten jüdischen Familien: Eckstein, Katz, Katzenstein, Kugelmann, Leopold, Levi, Mayer, Naumann, Rollhaus, Salm, Sichel, Sommer, Stein, Strauss, Wallenstein, Wertheim. Im Gedenken und zur Mahnung: Stadt Nidda."
An den 1939 ermordeten Emanuel Eckstein erinnert unweit des Bahnhofes die Emanuel-Eckstein-Anlage.

   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers, Vorbeters und Schochet 1886 / 1887 / 1893 / 1907 / 1911  
Anmerkung: es war für die Gemeinde aus unbekannten Gründen mehrmals sehr schwer, eine geeignete Person für die Stelle zu finden. 1886/87 war unter dem Vorsteher David Leopold fast ein Jahr lang die Stelle ausgeschrieben; auch 1893 finden sich unter dem Vorsteher Gerson Katz über mehrere Monate Anzeigen für die zu besetzende Stelle. Bei allen Ausschreibung findet sich zwischen der und der letzten Ausschreibung eine deutliche Aufbesserung des angebotenen Lehrergehaltes, vermutlich, um die Stelle attraktiver zu machen. 

Nidda Israelit 22031886.jpg (49989 Byte) Nidda Israelit 13091886.jpg (46205 Byte) Nidda Israelit 11111886.jpg (45209 Byte) Nidda Israelit 27011887.jpg (53166 Byte)
Anzeigen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1886 (ausgeschrieben noch für Nidda-Geißnidda!), 13. September 1886, 11. November 1886 und 27. Januar 1887. Text der Anzeige vom 11. November 1886: "Die Lehrer- und Vorbeterstelle der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde soll durch einen seminaristisch gebildeten, ledigen Lehrer per sofort besetzt werden. Gehalt 6-700 Mark, Nebenverdienst in Aussicht. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst melden. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Nidda (Oberhessen). David Leopold." In der Ausschreibung im Januar 1887 werden an Gehalt statt bislang 6-700 Mark nun 6-800 Mark angeboten.
   
Nidda Israelit 28081893.jpg (55604 Byte) Nidda Israelit 11121893.jpg (48956 Byte)    
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1893: "Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers und Vorbeters ist sofort in hiesiger Gemeinde zu besetzen. Gehalt beträgt Fixum 700 Mark, Nebenverdienst circa 200-300 Mark. Nur seminaristisch gebildete Bewerber und ledigen Standes werden berücksichtigt. Gesuche, mit Zeugnissen versehen, sind sofort einzusenden. Reisekosten erhält nur derjenige, welcher die Stelle antritt. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Nidda: Gerson Katz." In der Anzeige vom 11. Dezember 1893 werden Fixum 900 Mark angeboten. 
   
Nidda Israelit 07021907.jpg (66200 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1907: "In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters am 15. April zu besetzen. Gehalt Mark 900 nebst kleinem Nebeneinkommen. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Einreichung von Zeugnissen melden. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Nidda (Hessen).
   
Nidda Israelit 18041907.jpg (62508 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1907: "In unserer Gemeinde ist die Stelle des Religionslehrers und Kantors vakant. Gehalt 1.000-1.200 Mark nebst Nebeneinkommen. Den seitherigen Lehrern war es ermöglicht an der Volksschule oder höheren Bürgerschule zu hospitieren, um zum Staatsexamen zugelassen zu werden. Offerten nebst Zeugnisabschriften erbitte an den Vorstand der israelitischen Gemeinde Nidda in Hessen zu richten."
 
Nidda FrfIsrFambl 22121911.jpg (16037 Byte)Ausschreibung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. Dezember 1911: "Frankfurt am Main. Vakanzen. - Nidda, Religionslehrer- und Kantor, 1.200 Mark und Nebeneinkommen."   

      
      
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
  
Spendenaufruf für einen Seminaristen in Burgpreppach (1886)  

Nidda Israelit 25031886.jpg (100256 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1886: "Dringende Bitte! 
Der begabte Sohn einer ganz allein stehenden, unbemittelten Lehrerswitwe hat sich dem israelitischen Lehrerfach gewidmet, die Vorschule in Burgpreppach seit vorigem Jahre absolviert und befindet sich derzeit auf einem Seminarium. Die Mutter hat ihre früheren kleinen Ersparnisse gänzlich dem hoffnungsvollen Sohne geopfert, einige Wohltäter in Frankfurt am Main und in anderen kleinen Städten haben die Witwe unterstützt, wodurch die Kosten der Vorschule gedeckt werden konnten. Zur Fortsetzung des Studiums, welches noch etwa 1 ½ bis 2 Jahre dauern wird, fehlen aber jetzt alle Mittel. In dieser sehr bedrängten Lage bittet die schon betagte Mutter edle Menschenfreunde um einige Unterstützung; die kleinste Gabe wird dankbar entgegen genommen. Chr. Jost in Nidda.
Die Expedition dieser Blätter ist bereit, Gaben entgegenzunehmen und weiter zu befördern. Die Expedition des ‚Israelit’."

   
Spendenaufruf für Juda Schloß (1876)  

Nidda Israelit 31051876.jpg (50774 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1876: "Der erblindete Juda Schloß in Nidda, der sich noch immer im hilfsbedürftigen Zustande befindet, bittet uns dringend um weitere Unterstützung. Da der Vorrat von den früheren eingegangenen Spenden aufgezehrt ist, richten wir an wohltätige Menschenfreude die ergebene Bitte, uns milde Gaben für den so unglücklichen Mann zukommen zu lassen. Die Redaktion des ‚Israelit’."  

    
    
Berichte zu einzelnen Gemeindegliedern

Goldene Hochzeit des Ehepaares Meyer - gehalten vom jüdischen Lehrer aus Schotten 1839  

Nidda IsrAnnalen 01031839.jpg (162997 Byte)Artikel in den "Israelitischen Annalen" vom 1. März 1839: "Großherzogtum Hessen. – Eine rührend Feierlichkeit fand am 30. Januar in dem Dorfe Geisnidda (Kreis Nidda) statt. Die goldene Hochzeit eines stets durch tugendhaften und friedsamen Wandel geachteten jüdischen Paares, - der Mann, Herr Meyer, zählt 80 und seine Frau 83 Jahre – ward von der ganzen Bevölkerung des Ortes, ohne Unterschied der Religion, festlich begangen. Das ganz unbemittelte Paar war von Katholiken, Protestanten und Israeliten der Umgegend sowohl für den Tag, als auch zur künftigen Unterstützung, vielfältig beschenkt. Bürgermeister, Beigeordnete und Rat des Ortes veranstalteten eine solenne Mahlzeit, an welcher die verschiedenen Konfessionen des Ortes vereint waren. Die Trauung verrichtete der jüdische Religionslehrer, Meyer Frank aus Botzen*, nachdem er durch eine kräftige Predigt alle Anwesenden erbaut hatte. – Diese Feierlichkeit hat einen tiefen Eindruck hinterlassen, und ein wahrhaft herzerhebendes Beispiel von Eintracht gegeben, womit dieser durch allgemein herrschende Tätigkeit und Mäßigkeit ohnehin sehr emporgekommene Ort, noch insbesondere gesegnet ist. 
Anmerkung. Wir sind doch hoch gestellte Menschenfreunde ersucht worden, eine ausführliche Schilderung dieses Festes hier einzurücken, haben dies aber als unserm Zweck fremd ablehnen müssen. Doch durfte die Sache nicht ganz unerwähnt bleiben, und wir fügen schließlich hinzu, dass wir uns freuen würden, wenn es beiläufig dazu dienen könnte, der Mildtätigkeit einen Wink zu geben, welcher hinreichen möchte, um dem hochbejahrten Jubelpaare den kurzen Rest der mühseligen Wanderschaft hienieden zu erleichtern. Beiträge wird gern annehmen und zur zweckmäßigen Verwendung befördern, die Redaktion der Annalen."
* Dazu Hinweis in "Israelitische Annalen" vom 8. März 1839: "Berichtigung: Bogen 9 Seite 72 Spalte 2, Zeile 5 von oben statt Botzen lies Schotten."

  
Zum Tod von Löb Katz (1872)

Nidda Israelit 18091872.JPG (190799 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1872: "Nidda, 21. August (1872). Heute geleiteten wir einen Mann zu Grabe, dessen Andenken stets ein gesegnetes bleiben wird. Herr Löb Katz, ein talmudisch gebildeter Mann, weit bekannt ebenso sehr durch seine wahre Religiosität wie durch seine Wohltätigkeit, ist aus dem Kreise der Seinigen geschieden, um in ein besseres Jenseits einzugehen. Die rastlose Tätigkeit dieses Mannes von Jugend an, im Geschäftsleben, wie wenn es galt, Gemeinnütziges zu fördern, Gutes zu stiften, hatte früh schon seine Körperkraft gebrochen, während sein Geist frisch und klar blieb bis wenige Monate vor seinem Tode. Schon vor zwei Jahren hatte eine hartnäckige Krankheit diesen sonst so starken Mann niedergeworfen und ihn für die Dauer des Gebrauches seiner Glieder beraubt. Nur die sorgfältigste Pflege, wie die fromme Hingebung des Verblichenen in seinen Leiden haben ihn so lange erhalten, bis vor einigen Tagen eine große Schwäche sich seiner bemächtigte, dass er das Bett nicht mehr verlassen konnte. Die letzten Worte des sanft Dahinscheidenden waren Worte der Liebe, Versöhnung und des Gebetes. Katz hat ein Alter von 70 Jahren erreicht. Sein ganzes Leben gibt das Bild eines wahren, frommen Mannes ab. Die Maximen des Judentums hatten so sehr Wurzel in diesem energischen Manne gefasst, dass nichts imstande war, ihn nur einen Moment in seinem Glauben wanken zu machen, was Wunder, wenn er für seinen Glauben eintretend, für ihn kämpfend, im beständigen Kampfe, in edlem Kampfe mit der Außenwelt lag! Herr Löb Katz war mit irdischen Gütern reichlich gesegnet, das sollten alle, die mit ihm lebten, wohltätig empfinden; allein wie oft im Leben das Gute verkannt wird, so wurden auch die guten Absichten des Verstorbenen, besonders in Angelegenheit der Gemeinde, in der er lebte, deren Faktotum er zeitlebens war, nicht so gewürdigt, wie sie es verdient, und nur Undank und Unannehmlichkeiten waren die Erfolge seiner Mühen. Die allgemeine Trauer, welche sein Ableben wachrief und das große Leichenbegängnis gaben Zeugnis haben, wie der Verstorbene allgemein beliebt und geachtet war. Die Kinder des Verstorbenen waren aus der Ferne auf die Trauerbotschaft herbeigeeilt und ihre Tränen vereint mit denen der hinterlassenen Witwe und der vielen Freunde, aber besonders der Armen folgten ihm ins Grab. 
Möge die Erde ihm leicht werden!"
 

  
Zum Tod von Hannchen Masbacher (1895)   

Nidda Israelit 28021895.jpg (113969 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1895: "Aus Oberhessen. Wieder ist eine Fromme aus diesem Leben geschieden, wieder hat eine Treue uns verlassen! Am 30. Januar ist zu Nidda Frau Hannchen Masbachersie ruhe in Frieden – nach längerem, schwerem Leiden in ein besseres Jenseits abberufen worden. Sie war eine wackere Frau in des Wortes wahrsten Sinn, welche sich Zeit ihres Lebens – bis zum letzten Augenblick – eines streng jüdisch-religiösen Lebenswandels beflissen! Sie hat es verstanden sich im Leben nützlich zu machen, und Gewissenhaftigkeit und Milde waren die Grundzüge ihres Wesens. War auch ihr ganzes Leben nichts als hingebende Pflichterfüllung, so wollen wir heute dennoch keine Schilderung der hohen Tugenden und edlen Eigenschaften der Verblichenen geben – es waren die Tugenden, wie jedes brave, fromme, echt jüdische Weib übt. Trotzdem sie erst vor wenigen Jahren mit ihrer Familie von Aschaffenburg nach Nidda gezogen war, hatte sie sich auch dort schon zahlreiche Freunde und Freundinnen in allen Schichten der Bevölkerung erworben, wie die überaus zahlreiche Beteiligung am Leichenzug bewies. 
Was sie war, lebt unvergesslich fort im Herzen alles Jener, die sie kannten, und weit über den engen Kreis der Ihrigen hinaus lebt das Andenken in der Gemeinde zu ewigem Ruhm und Beispiel fort. An ihrem Grabe sprach Herr Lehrer Plaut ergreifende Worte des Nachrufes und des Trostes, er führte auch, wie sie als treue Mutter, als zärtliche Gattin und als fromme Israelitin lebte und starb. – Wir haben an ihr viele verloren, und ihr Andenken gereiche uns zum Segen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

 
Zum Unfalltod von Handelsmann L. Mayer (1904)  

Nidda FrfIsrFambl 25111904.jpg (116872 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. November 1904: "Herzliche Bitte
Der Handelsmann L. Mayer von Nidda wurde auf einer Fahrt von Frankfurt am Main nach Friedberg begriffen, am 3. dieses Monats in Niederwöllstadt vom Zuge erfasst und schrecklich verstümmelt. Derselbe hinterlässt eine Witwe im Alter von 61 Jahren in bitterster Not. Ihres einzigen Ernährers beraubt, hat sie nicht Unterhalb von heute auf morgen. Wir wenden uns deshalb an alle edel denkenden Mitmenschen mit der herzlichen Bitte, die Not dieser schwergeprüften Frau durch einen kleinen Beitrag lindern zu helfen. Zur Empfangnahme von Gaben erklären sich gerne bereit: Römheld, Oberamtsrichter; Roth, Bürgermeister; Sellheim, Amtsrichter; W. Bergen, Lehrer; M. Grünebaum, 1. Vorsteher der israelitischen Gemeinde Nidda; Carl Löb, Frankfurt am Main, Kronprinzenstr. 49 (Laden); die hebräische Buchhandlung von Rothschild, sowie die Expedition dieses  Blattes."  
 Nidda Israelit 17111904.jpg (90802 Byte) Dieselbe Anzeige erschien in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1904:   

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige des (jüdischen) Gasthauses zur Post (1905)  

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Februar 1905: "Gasthaus zur Post, Nidda
Direkt am Bahnhof. 
Einzig jüdisches Hôtel am Platze, den Herren Geschäftsreisenden bestens empfohlen. M. Grünebaum."   

  
Lehrstellensuche von Bäckerei Ludwig Stein (1924)  

Nidda Israelit 29051924.jpg (36132 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1924: "Per sofort
Suche für meinen Sohn (Obersekundaner), 
Lehrstelle

Am liebsten Pension im Hause. 
Ludwig Stein, Bäckerei, Nidda in Oberhessen."

   
   
   

Zur Geschichte der Synagoge   
   
Ein Betsaal war vermutlich seit 1695 vorhanden. Damals wurde den Juden erlaubt, "an ihren Sabatten und Festtagen ohne Form einer Synagoge in einem von offener Strasse entlegenen Gemach aus ihren Privathäusern zusammenzukommen und ihr Gebet in der Stille zu verrichten". Ob der erlaubte Betsaal bereits damals in der Gerberstraße 3-5 eingerichtet wurde ist nicht bekannt. Hier jedenfalls befand sich im Dachgeschoss der beiden Gebäude bis 1877 ein alter Betsaal mit einer tonnenartigen, teilweise ausgemalten und mit einem Sternenhimmel versehenen Holzverkleidung. Da der Betsaal ("alte Synagoge") sich in der Gerbergasse befand, wurde dieser Teil der Gerbergasse auch "Synagogengasse" genannt. Für größere Veranstaltungen hatte die Gemeinde noch die so genannte "Judeschule", die sich zwischen dem linken alten Teil des heutigen Central-Cafés und dem ehemaligen Haus der Färberei Ruppel befand. 
     
1876/77 wurde eine neue Synagoge erbaut. Es handelte sich um ein aus Basalt erstelltes Gebäude mit einer Grundrissfläche von 80 qm. Daneben befand sich das rituelle Bad (Mikwe). Sie wurde am 26. Oktober 1877 mit einem großen Fest der Gemeinde eingeweiht. Dabei wurden die Torarollen der alten Synagoge feierlich und unter Gebeten entnommen und von den ältesten Gemeindegliedern mit einer festlichen Prozession unter einem Baldachin zur neuen Synagoge getragen. In der Prozession liefen in der Reihenfolge mit: Kinder der Gemeinde, ein ausgewähltes Mädchen mit dem Synagogenschlüssel, ein Musikkorps, der Gesangverein, der Baldachin mit den die Torarollen tragenden Gemeindegliedern, begleitet von Kerzen tragenden Mädchen, Rabbiner Dr. Levi aus Gießen mit dem Vorstand, Jungfrauen, Vertreter der Behörden und der Stadt, Geistliche und Lehrer, Bauhandwerke, Festgäste und sonstige Teilnehmer. 

Nidda AZJ 13111877sa.jpg (69311 Byte)Aus einem Artikel des Großherzoglichen Rabbiners der Provinz Oberhessen Dr. Levi in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. November 1877: "Gießen, 29. Oktober (1877). Als ein Zeichen fortschreitender Humanität und brüderlichen Verhaltens und Verkehrens der christlichen Ortsgemeinde und Vorstände gegen ihre jüdischen Mitbürger, wollen Sie gefälligst folgende Tatsachen in Ihrer geschätzten Zeitung registrieren. 
Im Laufe verwichenen Sommers, bei der Synagogenweihe zu Ortenberg, und letzten Samstag, bei der zu Nidda, die ich vollzogen, und die beide in solennester Weise stattgefunden, haben sich nicht bloß die betreffenden christlichen Geistlichen und die Kreis- und Landbehörden am Zuge wie am Gottesdienste beteiligt: es haben auch die verschiedenen christlichen Gesangvereine bei der Feier in erhebendster Weise mitgewirkt, und die Ortsvorstände einen namhaften Beitrag zu den Kosten des Synagogenbaues geleistet…."
Es folgt im Artikel  ein Bericht über die Einweihung des Friedhofes in Alsfeld.

Die Synagoge blieb 60 Jahre lang Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Nidda. 1927 konnte das 50-jährige Bestehen der Synagoge festlich begangen werden: 
      
Feier zum 50jährigen Bestehen der Synagoge 1927   

Nidda Israelit 10111927.jpg (110651 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1927: "Nidda, 7. November (1927). Am Schabbat Chol HaMoed feierte die Israelitische Gemeinde Nidda-Geiß-Nidda das 50jährige Bestehen ihrer Synagoge. Zu Ehren des Tages war das schöne Gotteshaus festlich geschmückt worden. Nach Schluss des Gottesdienstes am Schabbat-Morgen begann die eigentliche Feier, zu der die Vertreter der Behörden und anderen Konfessionen eingeladen waren. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Baruch Haba, gesungen von jugendlichen Mitgliedern der Gemeinde. Den Höhepunkt der Feier stellte die Rede des Herrn Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld, Gießen, dar, der den Zusammenhang zwischen Synagoge und Haus, Haus und Synagoge in warmherzigen, beredten Worten schilderte. Als Vertreter der Behörde beglückwünschte Kreisdirektor Dr. Gaßner, Büdingen, die Gemeinde, ferner sprachen die Geistlichen der anderen Konfessionen ihre Glückwünsche aus. Am Nachmittag fand ein Kommers statt. Der Vorstand der Gemeinde, Herr E. Eckstein, begrüßte die Anwesenden; dann sprachen Herr Bürgermeister Ringshausen im Namen der Stadt, Herr Rektor Gakert für die Schulen. Theaterstücke, ernsten und heiteren Inhalts, verschönerten den Nachmittag. Die wohl gelungene, würdige Feier des Tages endete abends mit einem Festball."  
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 18. November 1927: "Aus Nidda. Die Israelitische Gemeinde Nidda - Geiß-Nidda feierte das 50-jährige Bestehen ihrer Synagoge. Die Festpredigt hielt Provinzialrabbiner Dr. Hirschfeld - Gießen. Als Vertreter der Behörde beglückwünschte Kreisdirektor Dr. Gaßner - Büdingen die Gemeinde, ferner sprachen die Geistlichen der anderen Konfessionen ihre Glückwünsche aus. Nachmittags fand ein Kommers statt. Nachdem der Vorstand der Gemeinde Herr E. Eckstein die Anwesenden begrüßt, sprachen Bürgermeister Ringshausen im Namen der Stadt, Rektor Gackert für die Schule. Theaterstücke verschönten den Nachmittag. Die Feier endete abends mit einem Festball."    

Nach 1933: In der nationalsozialistischen Zeit, als die Zahl der jüdischen Familien am Ort schnell zurückgegangen war, ist das Synagogengebäude 1937 oder erst im Juli 1938 durch das letzte Vorstandsmitglied Emanuel Eckstein zwangsweise verkauft werden. 
  
Das Synagogengebäude wurde 1938/39 zu einem Mehrfamilienwohnhaus umgebaut. Eine Hinweistafel erinnerte von 1981 bis 1985 an die Geschichte des Hauses mit dem Text: "Ehemalige Synagoge mit Frauenbad der durch Auswanderung, Deportation und Tod im Jahre 1937 aufgelösten jüdischen Gemeinde von Nidda. Erbaut im Jahre 1877, eingeweiht unter großer Beteiligung der gesamten Niddaer Einwohnerschaft am 26. Oktober 1877, verkauft vom letzten Vorsteher der jüdischen Gemeinde Samuel [falsch für: Emanuel] Eckstein in private Hände im Jahre 1937, 1 Jahr vor der Reichskristallnacht am 9. November 1938. Umgebaut zu Wohnungen in den Jahren 1938/39." 
 
1985 wurde die Tafel entfernt, nachdem der Text stark umstritten war. Stattdessen wurde am Johanniterturm ein Mahnmal errichtet, die im März 1986 enthüllt wurde. Auf einem roten Granitstein wird auf dem Mahnmal der 91 jüdischen Personen aus Nidda und Umgebung gedacht, die zwischen 1933 und 1945 vertrieben oder ermordet wurden. Stellvertretend wurden dazu 17 Namen betroffener Familien in den Stein gemeißelt.  
  
Nidda Museum 015.jpg (135246 Byte)Im Jahr 2003 wurde im Haus Raun 62 das "Zimmermann-Strauß-Museum" eröffnet. Dieses Museum hat seinen Namen nach der Familie Zimmermann Strauß, die in der Niddaer Schlossgasse wohnte. In dem Museum sind Exponate ausgestellt, die an das jüdische Leben in Nidda erinnern. Auch eine Präsenzbibliothek ist vorhanden. Ein Gedenkzimmer erinnert an alle Niddaer Juden, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Ein weiterer Ausstellungsraum zeigt das Modell und Gegenstände der 1877 erbauten Synagoge
Das Museum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Absprache geöffnet (Kontakt: Dr. Wolfgang Stingl, Tel. 06043/2474) 
 
       
Adresse/Standort der SynagogeSchillerstraße 33  
   
   
Fotos   

Historische Aufnahmen    
Nidda Synagoge 053.jpg (35629 Byte) Nidda Synagoge 050.jpg (83710 Byte) Nidda Synagoge 051.jpg (55402 Byte)
Der alte Betsaal befand sich im Dachgeschoss
 des nicht mehr bestehenden Doppelhauses
 Gerberstraße 3-5 (Quelle:
  http://juden.kunstobjekt.org/
Das 1876/77 erbaute Synagogengebäude
 (Quelle: Arnsberg Bilder s. Lit. S. 155 
und Altaras 1988 S. 190)  
(Quelle: 
http://juden.kunstobjekt.org/
  
       
        
Das ehemalige Synagoge nach 
dem Umbau zum Wohnhaus
Nidda Synagoge 055.jpg (77469 Byte) Nidda Synagoge 060.jpg (18947 Byte)
  Quelle:  Altaras 1988 
S. 190 
Quelle: S. Jesberger aus
  www.synagogen.info 
     
Erinnerungen an die Synagoge im jüdischen Zimmermann-Strauß-Museum
(Fotos von S. Jesberger aus   www.synagogen.info)
  
Nidda Synagoge 061.jpg (30366 Byte)   Nidda Synagoge 063.jpg (32973 Byte) Nidda Synagoge 066.jpg (40617 Byte)
Modell der Synagoge 
im Zimmermann-Strauß-Museum   
Parochet / Toraschreinvorhang aus 
der ehemaligen Synagoge  
Toramantel aus der 
ehemaligen Synagoge  
      
   Neue Fotos mit höherer Auflösung als die obigen Fotos werden bei Gelegenheit eingestellt;
 über Zusendungen freut sich der Webmaster der "Alemannia Judaica", Adresse siehe Eingangsseite.

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
 

Januar 2012: Auch in Nidda sollten "Stolpersteine" verlegt werden    
Artikel im "Kreisanzeiger" vom 26. Januar 2012: "Stolpersteine: 'Wir brauchen kleine Mahnmale'. Linke beantragen Verlegung zur Erinnerung an das Schicksal jüdischer Mitbürger - Gerhard Winter: Aufarbeitung erfolgte 'umfangreich und gründlich'..."  
Link zum Artikel Stolpersteine: „Wir brauchen kleine Mahnmale“ (Kreis-Anzeiger, 26.01.2012)  
  
  

    


Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Nidda  
Website des Niddaer Heimatmuseums  
Website des jüdischen Zimmermann Strauß Museums    
Online auszugsweise zugänglich: Wolfgang Gilbert Stingl: Fragmente jüdischen Lebens in Nidda. Nidda 1995. sowie ders.: "Jüdisches Leben in Nidda im 19. und 20. Jahrhundert". Dissertation Frankfurt am Main 2001. 
Zur Geschichte von Ilse Stein aus Nidda und dem Hauptmann Willi Schulz wurde der Dokumentarfilm "Die Jüdin und der Hauptmann" gedreht (Regisseur Ulf von Mechow: Informationen bei www.mdr.de.  
Website http://www.juden-in-nordhessen.co.de: unter " Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen" findet sich hier ein Stammbaum der Familie Lob in Nidda 

Quellen

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Nidda 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Nidda sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,627   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Nidda  1795 - 1808: enthält Geburtsregister 1795 -1808, Trauregister 1798 - 1803 und Sterberegister 1800 - 1805; enthält auch Angaben zu Personen aus Ober-Seemen 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3055103     

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 586; III,2 S. 967-968.
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 127-129.
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 155.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 189-190.
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 154.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 328-329.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 264-265. 
Wolfgang Gilbert Stingl: Fragmente jüdischen Lebens in Nidda. Nidda 1995. 
Nidda Lit 025.gif (30567 Byte)ders.: "Jüdisches Leben in Nidda im 19. und 20. Jahrhundert". Dissertation Frankfurt am Main 2001. 388 S., 67 Abb. € 15,00. ISBN 3-924072-32-9. 
Buchbesprechung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 8. Juli 2002.     
Susanne Gerschlauer: Synagogen. In: Kirchen und Synagogen in den Dörfern der Wetterau. Reihe Wetterauer Geschichtsblätter. Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Band 53. Im Auftrag des Friedberger Geschichtsvereins hrsg. von Michael Keller. Friedberg 2004 S. 289-326.
dies.: Katalog der Synagogen. In: ebd. S. 555-580.  
Johannes Winter: Herzanschläge. 1993.  Hieraus der Beitrag: 19.10.1939. Emanuel Eckstein wird in Nidda/Jessen zu Tode gehetzt - Der letzte Lebenstag des Emanuel Eckstein.   
Johannes Winter: Die verlorene Liebe der Ilse Stein. Deportation, Ghetto und Rettung. 2007. Informationen zum Buch bei amazon.de     

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Nidda  Hesse. Although Jews lived there in medieval times, a community was not established until the 18th century, growing to 95 (5 % of the total) in 1900. Affiliated with the Orthodox rabbinate of Giessen, it also had members in Geiss-Nidda. The Nazi boycott forced Jews to leave, disbanding the community (and disposing of the synagogue) before Kristallnacht (9-10 November 1938). Many emigrated, the last Jew being stoned to death on 19 October 1939.  
  
    

                   
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Stand: 17. Januar 2017