Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Usingen mit Eschbach (Stadt Usingen) 
und Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Usingen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Bereits um 1600 lebten einzelne Juden / jüdische Familien in der Stadt: 1602 wird Isak Nehem aus Usingen genannt. Aus der Zeit zwischen 1651 und 1742 gibt es Archivakten über Judenordnungen in Usingen. 1732 wurde eine besondere Nassau-Usingische Judenordnung erlassen.    

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 31 jüdische Einwohner (in sechs Familien, fünf Alleinstehende), 1842 32, 1867/68 acht jüdische Familien, 1871 27 jüdische Einwohner (1,5 % von insgesamt 1.798 Einwohnern), 1885 43 (2,3 % von 1.844), 1895 87 (4,6 % von 1.900), 1905 89 (4,7 % von 1.896). Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in Eschbach, Grävenwiesbach, später (nach 1920) auch die in Anspach mit Rod am Berg und Schmitten lebenden jüdischen Personen. In Eschbach wurden gezählt: 1843 14 jüdische Einwohner (vgl. unten die Berichte von 1843 über die engagierten Herren Moses Rosenberg und Salomon Hirschberg), 1867/68 vier Familien, 1905 zehn jüdische Einwohner; in Grävenwiesbach: 1843 25 jüdische Einwohner.   
  
Als Vorsteher der Judenschaft in Usingen wird 1834 Elkan Hirsch genannt; er war Inhaber eines Seifensiedergeschäftes. 
  
Die Namen der jüdischen Familien in Usingen waren u.a. Baum, Gutenstein, Hirsch, Hirschberg, Lilienstein, Oppenheimer, Rosenberg, Rosenthal, Stern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden von jüdischen Personen mehrere Handlungen und Geschäfte am Ort eröffnet. Es gehörten jüdischen Gewerbetreibenden in der Folgezeit: zwei Kaufhäuser (Baum, Lilienstein), ein Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäft (Familie Hirsch in der Obergasse, siehe Anzeige von 1884 unten), eine Apfelweinkelterei, Likörfabrik und Weingroßhandlung (Familie Rosenberg, de Apfelweinvorräte wurden im Keller des "Goldschmidthauses" am Schlossplatz gelagert, siehe Anzeige von 1890 unten), eine Landesproduktenhandlung (Lilienstein), zwei Viehhandlungen (Rosenthal, Stern), ein Metzger (Gutenstein).    
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Grävenwiesbach, nach 1884 auf dem damals neu angelegten jüdischen Friedhof in Usingen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Allerdings war erst ab etwa 1890 Usingen Sitz eines Lehrers, davor wohnte der Lehrer für die Gemeinden der Umgebung in Wehrheim (von 1842 bis 1852 Lehrer Samuel Emden; vgl. auch unten das Engagement von Lehrer M. Goldschmidt für die verarmte Familie in Eschbach 1883/84). Als Lehrer war in Usingen von 1892 bis 1938 tätig: Gustav Blum (1908 auf einer Lehrerkonferenz im Limburg genannt). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Weilburg beziehungsweise später Bad Ems - Weilburg. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: aus Usingen Paul Gutenstein (geb. 30.7.1898 in Usingen, gef. 1.9.1918) und Unteroffizier Emil Hirsch (geb. 26.7.1879 in Usingen, gef. 18.4.1917), aus Eschbach Adolf Simon (geb. 3.12.1896 in Eschbach, vor 1914 in Landau, Pfalz wohnhaft, gef. 9.4.1917). Der spätere erste Gemeindevorsitzende Moritz Rosenberg war im Ersten Weltkrieg als Offizier eingesetzt und wurde mit dem EK I ausgezeichnet. Die Namen der jüdischen Gefallenen wurden nach 1933 vom Ehrenmal entfernt; nach 1945 wurden die Namen wieder in den Stein gemeißelt.           
     
Um 1924, als in der Stadt 77 jüdische Personen lebten (4,0 % von insgesamt 1.956), waren die Gemeindevorsteher die Herren Baum und Hirsch. Als Lehrer und Kantor war der bereits genannte Gustav Blum tätig. An jüdischen Vereinen gab es u.a. einen Unterstützungsverein (Chewroth, 1924 unter Leitung von Jos. Lilienstein mit 15 Mitgliedern, 1932 unter Leitung von Otto Lilienstein; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger), eine Ortsgruppe des "Central-Vereins" (1932 unter Leitung von Julius Hirsch) und einen "Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (1932 unter Leitung von Julius Hirsch). Zur jüdischen Gemeinde gehörten neben den bereits genannten Orten Eschbach und Grävenwiesbach inzwischen auch die in Schmitten lebenden jüdischen Personen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Moritz Rosenberg (1. Vors.), Julius Hirsch (2. Vors.), Leopold Stern (3. Vors.). Im Schuljahr 1931/32 unterrichtete Lehrer Gustav Blum 13 Kinder in Religion.      
 
1933 lebten 71 jüdische Personen in Usingen; insgesamt gehörten zur jüdischen Gemeinde (mit den in Eschbach, Grävenwiesbach, Schmitten, Anspach und Rod am Berg lebenden Gemeindegliedern) 120 Personen. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Einwohner auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1938 sind 31 jüdische Einwohner aus Usingen verzogen, 28 sind ausgewandert (20 in die USA, sieben nach Frankreich, eine Person nach Palästina), sieben Personen sind noch am Ort verstorben. Beim Novemberpogrom 1938 brachen SA-Leute und aufgestachelte Jugendliche gewaltsam in die Häuser jüdischer Familien ein und verwüsteten die Wohnungen; die noch vorhandenen jüdischen Geschäfte (u.a. von Julius Hirsch) wurden geplündert. Die jüdischen Einwohner wurden buchstäblich aus dem Ort geprügelt.    
     
Von den in Usingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Rosa Baum geb. Gutenstein (1875), Helma Blumenfeld geb. Lilienstein (1887), Walter Briefwechsler (1930), Ida Adele Frühauf geb. Blum (1894), Aaron Adolf Gutenstein (1864), Alfred Gutenstein (1888), Emil Gutenstein (1890), Gustav Gutenstein (1891), Sofie Gutenstein (1894), Lina Herz geb. Gutenstein (1888), Julius Lilienstein (1884), Otto Lilienstein (1891), Robert Lilienstein (1922), Cäcilie May geb. Rosenberg (1892), Hermann Oppenheimer (1878), Karl Rosenberg (1882), Willy Rosenberg (1884), Betti Simon geb. Fuld (1901), Hans Simon (1926), Herbert Simon (1923), Berthold Stern (1900), Kurt Eli Stern (1933).  
   
Seit 1992 befindet sich vor der ehemaligen reformierten Kirche (Alter Marktplatz 23) ein Gedenkstein mit der Inschrift: "Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger, die unter der Diktatur in Deutschland von 1933-1945 umkamen."      
   
Aus Eschbach sind umgekommen: Johanna Simon geb. Mayer (1887), Lieselotte Simon (1921), Moritz Simon (1877), Walter Simon (1915; im Alter von 24 Jahren im KZ Buchenwald am 13.1.1939 ermordet). 
Aus Grävenwiesbach sind umgekommen: Isidor Lilienstein (1876), Siegmund Strauß (1886).         
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1871 und 1892   

Usingen Israelit 20121871.jpg (38684 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Dezember 1871: "Lehrer-Gesuch
In den Gemeinden Wehrheim und Usingen (Nassau) ist die Stelle eines israelitischen Religionslehrers vakant. Fixer Gehalt 300 Gulden nebst circa 100 Gulden Nebenakzidenzien inklusive Vorbeterlohn.  
Die Stelle kann sofort besetzt werden und wollen sich Bewerber innerhalb 4 Wochen an den Unterzeichneten wenden. 
Wehrheim, den 1. Dezember 1871. Alex Hirsch, Kultusvorsteher".    
  
Usingen Israelit 08061892.jpg (34709 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juni 1892: "Die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schochets der Kultusgemeinde Usingen (Hessen-Nassau) mit drei Filialorten soll per 1. Juli neu besetzt werden. Gehalt einschließlich Nebeneinkommen ca. 1.100 Mark. Offerten erbeten an den 
Vorsteher Z. Rosenberg, Usingen".      
  
Usingen Israelit 21071892.jpg (49577 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1892: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schochets in der israelitischen Gemeinde Usingen (Nassau) mit drei Filialorten ist neu zu besetzen. Gehalt inklusive Nebeneinkommen 1.100 Mark.   
Für jüngere Lehrer, die sich weiter ausbilden wollen, bietet das hiesige Lehrer-Seminar beste Gelegenheit. 
Reflektanten beliebten ihre Offerten mit Zeugnissen einzusenden an den Kultusvorsteher Z. Rosenberg, Usingen."       

    
    
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben   

Engagement der Eschbacher Juden Moses Rosenberg und Salomon Hirschberg aus Eschbach im Blick auf die rechtliche Gleichstellung (1843)  

Eschbach AZJ 07081843a.jpg (196664 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1843: "Aus dem Herzogtum Nassau, 17. Juli (Frankfurter Journal). Während vieler Orten sich Stimmen zu Gunsten Israels erheben, verdienst in diesem Blatte nicht unerwähnt gelassen zu werden, dass auch in Nassau's Landen unter den Israeliten der Wunsch nach bürgerlicher Gleichstellung der Juden rege geworden ist. Folgender Vorgang hat die nähere Veranlassung zu dieser Aufregung gegeben. Schon früher, durch das höchste Edikt vom 18. Juni 1841, teilweise aus ihren bisherigen Steuerverhältnissen herausgehoben und unter Aufhebung des herkömmlichen Schutzgeldes in den Staatsabgaben den christlichen Landesuntertanen völlig gleichgestellt, waren die Israeliten des Herzogtums durch eine neuere hohe Regiminalverfügung vom 18. Januar dieses Jahres, unter Aufhebung des zu den Gemeindekassen zu bezahlenden sogenannten Beisassengeldes, auch zu den Gemeindesteuerergebungen beitragspflichtig erkannt und ihnen die weitere Verbindlichkeit der Teilnahme bei allen Gemeindefronden neu auferlegt worden, unter der Bewilligung, dass sie nun auch alle Gemeindenutzungen mitgenießen sollten außer Losholz, wo sie es nicht schon früher gehabt, und Geldverteilungen aus den Gemeindekassen und unentgeltlicher Benutzung von Gemeindeallmenden, welche zur Verteilung kommen. Da die Gemeindefronden insbesondere beim Wegbau und zu Waldkulturen sehr bedeutend sind, so sind die Israeliten des Herzogtums durch jene nur in Hinsicht der Staats- und Gemeindelasten sie den christlichen Untertanen gleichstellende Regiminalverfügung offenbar im Nachteil und wahrhaft bedrückt, wenn sie nicht auch an allen Gemeindenutzungen und namentlich am Losholz teilnehmen sollen. Die Israeliten Moses Rosenberg und Salomon Hirschberg zu Eschbach, Amts Usingen, sich der Sache ihres Volks annehmend, haben darum in einer unterm 26. März dieses Jahres höchsten Orts eingegebenen Vorstellung Seine Herzogliche Durchlaucht untertänigst gebeten: 'Durch einen Akt höchster Gnade und hochherziger Gesinnung die Verhältnisse der Juden in Höchstdero Landen allergnädigst dahin verbessern zu wollen, dass ihnen völlige bürgerliche Gleichstellung mit den christlichen Landesuntertanen und mit ihrer Verbindlichkeit des Beitrags zu allen Gemeindelasten auch der      
Eschbach AZJ 07081843b.jpg (197065 Byte) unbeschränkte Bezug aller Gemeindenutzungen und namentlich des Losholzes verliehen werde.' Und hierauf auf die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten im Allgemeinen übergehend, haben beide Supplikanten nachstehende, auch anderwärts beherzigenswerte Worte zur höchsten Kenntnis Seiner Durchlaucht gebracht: 'Nicht wir untertänigste Supplikanten allein lassen unsere Wünsche um Verbesserung der Zustände Israels vor den erhabenen Fürstenstuhl Eurer Herzoglichen Durchlaucht gelangen; auch die Israeliten anderer Gemeinden des Herzogtums, hoffen wir, werden gleiche Wünsche und gleiche untertänigste Bitte vor Eurer Durchlaucht oder Höchstdero Behörden gelangen lassen. Ja, aller Orten der Erde, wo Israel seine Hütten aufgeschlagen, ja über den ganzen Erdenrund ist unter Israels Nachkommen das Streben zur Wiederaufrichtung Israels rege geworden und, begünstigt von der Teilnahme edler Herzen unter allen Nationen, die einstige und endliche Wiederaufrichtung unseres tiefgefallenen Volks so umso zuversichtlicher zu hoffen. Wohl ihrer noch viele vom Samen Israels bringen durch ihre Gesinnung, durch ihren Wandel keine Ehre ein in Israel. Sie gehören zu denen ihres Volks, die, wenn auch strenge an den Satzungen ihrer Väter haltend, durch den Wucher, dem sie sich ergeben, oder durch andere Bevorteilung ihrer Nebenmenschen, eine Schande ihres Geschlechts, eine Plage des Landes sind, worin sie geduldet werden. Aber nicht ihnen, die in Verstocktheit wandeln, nicht ihnen bürde man deshalbige Schuld auf. Denn ihre jetzige Verderbtheit ist einzig nur die Folge aller der Ungerechtigkeiten und Verfolgungen, aller der Schmacht, mit denen unser Volk Jahrhundert hindurch von seinen christlichen Mitmenschen überhäuft worden war. Stelle man nur Israels Geschlecht seinen christlichen Mitbürgern in Allem völlig gleich, verleihe man ihm eben die Rechte und Freiheiten, wie diese sie unverkümmert genießen: und ebenso treu wie die christlichen Untertanen werden auch Israels Nachkommen treu in ihren Pflichten gegen den Staat und seinen Fürsten erfunden werden. Und gewiss wird dann Israels Geschlecht auch seine alten Vorurteile stets mehr aufgeben und in Ausübung edlen Gemeinsinnes und jeglicher bürgerlichen Tugend, wie sie nur von christlichen Staatsbürgern bezeiget werden, sich auszuzeichnen streben. Denn ist     
Eschbach AZJ 07081843c.jpg (123382 Byte)nicht jetzt schon in Eurer Durchlaucht Landen die Mehrzahl der Juden durch bürgerliche Tugenden ausgezeichnet, wie sie in eben dem Maße nicht bei den christlichen Untertanen so allgemein erfunden werden? Sind die Juden nicht fast durchgängig tätig, erwerbsam, sparsam, nüchtern, ihre Eltern ehrend und selbst sogar in vielem Bezug sittlicher, wie nicht so durchgängig die Christen der verschiedenen Konfessionen? Und welches Volk ist unser allen es betroffenen Verfolgungen dem Gesetze seines Gottes mit größerer Treue anhänglich geblieben, als das der Juden? Da aber, wo ein Volk noch solche Vorzüge besitz, da sollte es der Verbesserung seines bürgerlichen Zustandes jedenfalls nicht länger für unreif oder gar für unwürdig erachtet, und, anstatt es von seinem Falle aufzurichten, durch hohe Verfügungen, wie die erwähnte Regiminalverfügung, in seinem abgesonderten Verhältnis noch länger erhalten werden. Und zutrauensvoll hoffen wir daher von Eurer Herzoglichen Durchlaucht gnädige Willfahrung unserer untertänigsten Bitte und verharren in tiefster Ehrfurcht.' - Eine höchste Entschließung auf diese Eingabe ist zur Zeit noch nicht erfolgt, sie soll aber, gleichwie diese öffentliche Mitteilung, umso mehr zur allgemeinen Kenntnis durch Veröffentlichung in diesem Blatte gebracht werden, als von der anerkannten hochherzigen Gesinnung unseres hochgeehrten Herzogs nur gnädige Willfahrung der Wünsche Höchstdero israelitischen Landesuntertanen zu erwarten ist."    

   
Spendenaufrufe für eine in Not befindliche jüdische Familie in Eschbach (1883/84)  

Eschbach Israelit 03011884.jpg (131706 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  3. Januar 1884: "Aufruf! (hebräisch und deutsch:) 'Heil dem Manne, der sich des Armen annimmt; am Tage des Unglücks rettet auch ihn der Herr!' 
In dem eine Stunde von hier gelegenen Eschbach wohnt eine jüdische Familie, deren seitheriger Ernährer durch eine Krankheit geistesschwach, und dessen einziger, verheirateter Sohn, der im Vereine mit dem Vater die ganze Familie stets ehrenhaft ernährte, durch eine nötig gewordene Operation schwer krank danieder liegt und noch lange, lange Zeit arbeitsunfähig sein wird. Das unbedeutende Vermögen ist durch die Schicksalsschläge nach und nach aus freien Stücken verkauft worden, da die Schwerheimgesuchten im Vertrauen auf Gott immer besseren Zeiten entgegensahen, und darum ohne fremde Hilfe auszukommen wünschten. Leider hat sich diese Hoffnung nicht bestätigt und die Lage der unglücklichen Familie wird immer trostloser und trüber. Sollte ausreichende Hilfe nicht bald, ganz bald erscheinen, so steht die arme Schar am Rande des unabweisbaren Verderbens. Darum liebe Glaubensgenossen, helfet den Bedrängten, so es noch Zeit ist! 
Ich bin bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und solche an die unglückliche Familie zu besorgen!
Wehrheim bei Bad Homburg, 30. Dezember 1883. M. Goldschmidt, Lehrer.  
Obige Schilderung beruht auf der reinsten Wahrheit. 
Eschbach bei Usingen, 31. Dezember 1883. Der Bürgermeister: Schmidt.
Auch wir sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. Die Expedition des 'Israelit'."        
 
Wehrheim Israelit 14071884.jpg (134248 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juli 1884: "Wiederholter Hilferuf!  
Im Januar laufenden Jahres erlaubte ich mir, in Anbetracht einer unglücklichen jüdischen Familie, an das Zartgefühl Israels in diesem weitverbreiteten Blatte einen Ruf um Abhilfe des vorhandenen Notstandes zu erlassen, ohne dass jedoch mein Zweck noch Wunsch erreicht worden wäre, da die Gaben in gar zu kärglichem Maße flossen. Möge solches wohl seinen Grund darin haben, dass die Zeiten nicht sehr brillant, die Wohltätigkeit Israels jedoch ununterbrochen in Anspruch genommen wird. Dennoch aber kann ich nicht umhin, ohne für die Unglücklichen in Eschbach bei Usingen, wo der dereinstige Versorger des Hauses geistesschwach und zur Arbeit unfähig, und der einzige Sohn des Hauses an den Folgen einer Operation gestorben, wiederholt um Beistand und Hilfe zu rufen. Bitte, teure Glaubensgenossen, helfet auf einige Zeit ausreichend, und der liebe Gott Hilfe auch Euch in allen Lagen des Lebens. Gedenket der Gedrückten und sorget durch Einsendung milder Gaben, die ich ehestens an ihren Ort gelangen lassen werde, dafür, dass den armen Glaubensgenossen ein erträglicheres Los werde, als sie seither hatten. Den früheren Gebern wiederholten Dank, und an die bei der Sache Zurückgebliebenen den Wunsch um recht freudige Beteiligung.  
Wehrheim bei Bad Homburg, am 29. Juni 1884. M. Goldschmidt, Lehrer.  
Obige Angabe bescheinige als auf Wahrheit beruhend  
Eschbach bei Usingen, 29. Juni 1884.  Der Bürgermeister Schmidt
Wir sind bereit, weitere Gaben in Empfang zu nehmen und weiterzubefördern. Die Expedition des 'Israelit'."    

   
Erste Ergebnisse der Spendensammlung für die in Not geratene jüdische Familie (1884)     

Eschbach Israelit 24031884.jpg (100921 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1884: "Für die bedrängte israelitische Familie zu Eschbach bei Usingen, sind auf Aufruf in Nr. 1 des 'Israelit' beim Unterzeichneten wie folgt eingegangen: A. Friedmann, Malchow 1, H. Weiß, Nordenstadt 3, W. Oppenheimer, Usenborn 4, Gebr. Adler, Rüsselsheim 2, Anonym von Hanau 2, Kantor Cahn von Müllheim 3, Israelitischer Unterstützungsverein, Worms 4, ein alter Nassauer in Frankfurt am Main 10, Herz Kaufmann, Ladenburg 5, ungenannt von Helchingen (Hechingen?) 0,50, David Oppenheimer, Hattersheim 6, Künstler Burghaßloch 10 Mark. Indem ich den freundlichen Gebern für gesandte Gaben innigst dankte, bitte ich zugleich Alle, die an dem Schicksal der Schwerheimgesuchten teilnehmen, um Zusendung weiterer Gaben, da das herannahende hl. Pessachfest solches besonders wünschenswert erscheinen lässt. Wehrheim, am 2. Februar 1884. M. Goldschmidt, Lehrer."          

  
Gemeindebeschreibung von Usingen (1937!)   

Usingen GblIsrGF Juni1937 20.jpg (129352 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Juni 1937 S. 20. "Usingen. 2000 Einwohner, 50 jüdische Seelen. - Usingen erhielt 1466 Stadtrechte und ist damit die jüngste Stadt des deutschen Mittelalters. Lebendige Entwicklung ist erst merkbar, seit Walrad von Nassau-Usingen es zur Residenz machte, 1660 das Schloss erbaute, den Hofgarten und die Neustadt als Hugenottenkolonie anlegte. Neuer Rückgang, als Fürst Karl die Regierung nach Wiesbaden und die Residenz nach Biebrich verlegte. Auch das paritätische Lehrerseminar, an dem auch eine Reihe jüdischer Lehrer seine Ausbildung empfing, ist verlegt. - Die Juden im Gebiete Nassau-Usingen unterliegen im allgemeinen den Gesetzen wie die anderer nassauischer Gebiete. Kleine Nuancen: 1844 wird den Rabbinern des Gebietes das Prädikat 'Ehrwürden' amtlich zugebilligt. Seit demselben Jahr allgemeine Wehrpflicht auch für Juden. 1852 erscheint die neue 'Synagogen- und Kultusordnung', aber erst 1861 wird der mittelalterliche Judeneid vor Gericht abgeschafft! Die jüdische Gemeinde der Stadt ist erst seit etwa 1890 Lehrersitz (vorher saß der Lehrer des Bezirks in Wehrheim). Fast diese ganze Zeit hindurch lehrt und wirkt hier und in der ganzen Umgebung in Treue Lehrer Gustav Blum. Seine Gemeinde hat um 1900 ca. 70, 1909 96, 1913 88, 1937 50 Seelen, darunter zwei schulpflichtige und zwei jüngere Kinder. Die Synagoge in der Glaubergasse ist 1885/86 erbaut, hat etwa 60 Plätze, einige alte Torarollen, deren Herkunft und Alter aber nicht festzustellen sind, und eine Gedenktafel für die drei Gefallenen der Gemeinde. Der Friedhof links der Straße nach Oberlauken, 20 Minuten von Usingen. - In der Nähe Reste zum Teil alter Judensiedlungen, alle auf schönen Wegen zu erreichen. Kransberg, früher Cranichsberg, wo schon 1346 Jakob von Cranichsberg als Geldverleihen erscheint, und wo jetzt noch vier Familien mit neun Seelen, darunter zwei Kinder wohnen. Eschbach, zwei Familien mit sechs Seelen. Grävenwiesbach mit sieben Seelen, zwei Stunden nordwestlich von Usingen. Noch weitere 1 1/2 Stunden südwestlich von Grävenwiesbach der nach Wolfenhausen führende sehr alte und einsame Judenpfad. - Wie wandern von Usingen südwestlich in zwei Stunden nach Anspach: 2030 Einwohner. Die hiesigen Juden bildeten einst..."     

   
   
Berichte zu einzelnen Personen/Familien aus der jüdischen Gemeinde  
92. Geburtstag von Wolf Lilienstein (1911) 
   

Usingen FrfIsrFambl 17111911.jpg (13095 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. November 1911: "Usingen. Der hiesige Einwohner Wolf Lilienstein feierte den 92. Geburtstag."    

        
Über den in Usingen geborenen Rechtswissenschafter Gerald Gunther (geb. Günther Gutenstein, 1927-2002) 

Gerald Gunther 010.jpg (57086 Byte)Günther Gutenstein - später Gerald Gunther - ist am 26. Mai 1927 in Usingen geboren. Seine Vater konnte mit der Familie Anfang November 1939 in die USA emigrieren, wo Gerald Rechtswissenschaft studierte (Brooklyn College, Columbia University sowie Harvard Law School). Nach Beendigung des Studiums war er zwei Jahre beim höchsten amerikanischen Gerichtshof tätig (US Supreme court). Er war von 1956 bis 1962 als Professor (für Verfassungsrecht) an der Columbia University New York und danach Professor an der Stanfort University California.  Gunter war langjähriger Schriftleiter der "Harvard Law Review". Er starb am 30. Juli 2002.   Nachruf auf ihn in "Proceedings of the American Philosophical Society Vol. 148 No. 4 December 2004" (pdf-Datei, von hier auch das Foto).    
Hinweis: Biographie in den Stanford News Services:  "Gerald Gunther, who was born in Germany, came to the United States in 1938 at age 11. He earned academic degrees from Brooklyn College (A.B. 1949), Columbia University (M.A. 1950) and Harvard Law School (LL.B. 1953), where he was note editor of the Harvard Law Review. Gunther's 1953-54 clerkship with Judge Hand was followed by a 1954-55 clerkship at the U.S. Supreme Court with Chief Justice Earl Warren. Gunther served on the law faculty of Columbia University from 1956 to 1962, when he joined the Stanford faculty. He has been the William Nelson Cromwell Professor of Law since 1972." 
 
Gunther_180.jpg (67031 Byte)Nachrufe auf Gerald Gunther u.a. auch in "Stanford Report" vom 1. August 2002 und in der "New York Times" vom 1. August 2002.    
Im Artikel des "Stanford Report" werden auch genannt: Gunthers Frau Barbara sowie die Söhne Daniel Gunther (San Francisco) und Andrew Gunther (Santa Cruz) sowie der Bruder Herbert Gutenstein (Riverdale, N.Y.). 

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Manufaktur- und Konfektionsgeschäftes Emanuel Hirsch (1884)   

Usingen Israelit 10031884.jpg (23164 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1884: "Für mein Sabbat und Feiertage geschlossenes Manufaktur- und Konfektionsgeschäft suche einen Lehrling mit guter Handschrift. 
Emanuel Hirsch, Usingen."      

  
Lehrlingsgesuche der Weinhandlung und Likörfabrik Z. Rosenberg & Söhne (1890)   

Usingen Israelit 12051890.jpg (38679 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Mai 1890: "Lehrlings-Gesuch
Wir suchen zum sofortigen Eintritt für unsere Weinhandlung und Liqueurfabrik einen mit den nötigen Schulkenntnissen versehenen Lehrling, dem [wir] unter günstigen Bedingungen Kost und Logis im Hause gewähren. 
Z. Rosenberg & Söhne, Usingen."       
    
Usingen Israelit 25121890.jpg (32578 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Dezember 1890: "Wir suchen per 1. Januar für unsere Weinhandlung und Liqueur-Fabrik einen Lehrling unter günstigen Bedingungen. Kost und Logis im Hause. 
Z. Rosenberg & Söhne
, Usingen."    

    
Anzeige des Manufakturwaren-, Konfektions-, Möbel- und Bettengeschäftes Raphael Baum (1903)       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1903: 
"Suche zum sofortigen Eintritt einen Lehrling mit guten Schulzeugnissen bei freier Station. 
Raphael Baum, Usingen
Manufakturwaren, Konfektion, Möbel und Betten."       

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge   
      
Eine Synagoge war in Usingen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts vorhanden, wobei es sich vermutlich um einen Betraum in einem der jüdischen Wohnhäuser gehandelt hat. 1852 wurde eine neue Synagogen- und Kultusordnung erlassen. 1877 war die Synagoge in einem so baufälligen Zustand, dass sie nicht mehr renoviert werden konnte. 
  
1885/86 wurde ein neues Synagogengebäude erricht. Dazu hatte die Gemeinde eine ehemalige Scheune erworben, die zu einem Synagoge umgebaut werden konnte. Im Gebäude gab es 40 Plätze für Männer und 18 für Frauen. Die Gemeindeglieder in Anspach und Rod am Berg hatten einen eigenen Betraum.
     
Einige Jahre später gab es Pläne für einen Neubau einer Synagoge, die jedoch nicht verwirklicht wurden:   
     
Plan für einen Synagogenneubau (1900)   

Usingen Israelit 22021900.jpg (16988 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1900: "Usingen. Die hiesige israelitische Gemeinde will in der Nähe des 'Hoheberg' eine neue Synagoge bauen lassen, da die Raumverhältnisse der alten sich als unzulänglich erweisen." 

Etwa 50 Jahre war die Usinger Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort.  
    
Nachdem im September 1938 die Fenster der Synagoge eingeschlagen und die Inneneinrichtung verwüstet worden waren, wurde die Synagoge von den noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen aufgegeben. Am 5. November 1938 wurde das Gebäude durch den letzten Gemeindevorsteher Julius Hirsch verkauft. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude nicht angezündet, da man die Gefahr eines Ausweitens eines Brandes innerhalb des engen Gässchens befürchtete. Die neuen Besitzer bauten das Synagogengebäude zu einem Wohnhaus um. 
   
Auch nach 1945 blieb das Gebäude erhalten, wurde aber durch verschiedene Umbauten als ehemalige Synagoge unkenntlich gemacht. 1965 wurden zwei Inschriften - Teile des Toraschreines - in einem Schutthaufen gefunden (Angabe bei Arnsberg).  
   
Am Grundstückseingang des im Hinterhof liegenden Synagogengebäudes befindet sich seit September 1991 eine Gedenktafel mit der Inschrift: "In diesem Gebäude befand sich vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1938 die Synagoge der Usinger Juden".    
   
   
Adresse/Standort der Synagoge            Klaubergasse 8     
    
    
Fotos
(Quelle: Innenaufnahmen aus Arnsberg, Bilder S. 192; Fotos 1982/85 aus Altaras s.Lit.; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.4.2010)  

Historische Innenaufnahmen 
der Synagoge 
Usingen Synagoge 120.jpg (36125 Byte) Usingen Synagoge 121.jpg (34058 Byte)
    Blick zum Toraschrein 
über den Tora-Lesepult  
Blick zur Frauenempore; erkennbar ist der 
schöne Kronleuchter des Betsaales 
        
Nach 1945   Usingen Synagoge 140.jpg (56878 Byte) Usingen Synagoge 141.jpg (60061 Byte)
   Das Gebäude im März 1982: erkennbar 
am Ostgiebel das Rundfenster (früher 
über dem Toraschrein siehe Foto oben)
 
Nach einem Umbau ist auch das Rundfenster
 am Ostgiebel verschwunden - die baulichen
 Erinnerungen sind vollkommen beseitigt 
(Foto vom September 1985) 
           
 Das ehemalige Synagogengebäude und die Gedenktafel im Frühjahr 2010    
Usingen Synagoge 472.jpg (84090 Byte) Usingen Synagoge 471.jpg (87605 Byte) Usingen Synagoge 471a.jpg (107719 Byte)
Rechts das 
ehemalige Synagogengebäude  
Gedenktafel mit Inschrift: "In diesem Gebäude befand sich von Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1938 die Synagoge der Usinger Juden.
 In Erinnerung an unsere jüdischen Mitbürger - der Magistrat der Stadt Usingen" 
(Hinweis: beim Foto rechts ist durch Bildbearbeitung die Inschrift besser lesbar gemacht)  
 
     
     

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

September 2012: Auf den Spuren der jüdischen Geschichte   
Artikel im "Usinger Anzeiger" vom 17. September 2012: "Kein Jude kam nach dem Krieg wieder zurück nach Usingen 
USINGEN. Stephan Kolb zeigt auf Einladung der Usinger SPD Spuren jüdischen Lebens in der Stadt

(cju). Spuren jüdischen Lebens in der ehemaligen Kreisstadt finden - das Anliegen des SPD-Ortsvereins stieß auf lebhaftes Interesse. Rund 30 Gäste waren gekommen, um sich von Stephan Kolb, ehemaliger Lehrer an der Christian-Wirth-Schule und Autor des Buches „Die Juden von Usingen“, sachkundig durch den Kern der Innenstadt führen zu lassen..."  
Link zum Artikel:  Kein Jude kam nach dem Krieg wieder zurück nach Usingen (Usinger Anzeiger, 17.09.2012)  
Weiterer Artikel von Matthias Pieren in der "Taunus-Zeitung" vom 16. September 2012: "Auf den Spuren der Usinger Juden"  
Link zum Artikel     
 
 

     


Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Usingen  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Usingen (interner Link)   
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Usingen und Eschbach  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Usingen 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Usingen sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,856   Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs in Usingen  1885 - 1937, enthält Bericht zur Anlegung und Einweihung des Friedhofs der Kultusgemeinde Usingen - Eschbach im Jahr 1885  mit einem Verzeichnis der Verstorbenen mit Sterbedaten und Angaben zur Grablage; enthält auch Angaben zu Eschbach https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v131330      

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 317-319.  
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 192.   
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 133.
dies.: Neubearbeitung der beiden Bücher 2007² S. 323-324.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 192-193.    
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 359-360. 
Usingen Lit 120.jpg (54757 Byte)Stephan Kolb, Judith Schwarzenberg: "...aus der Stadt gewiesen" - Die Juden von Usingen. Brühlsche Universitätsdurckerei Gießen 1996.  

    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Usingen Hesse-Nassau. Although Jews lived there from the 17th century, numbering 31 in 1801 and opening their third synagogue in 1886, they only won recognition as an independent community in 1868. Affiliated with the rabbinate of Bad Ems, the community- which also had members in five neighboring villages - grew to 126 in 1933. Its synagogue lay in ruins and the community had virtually disbanded pritor to Kristallnacht (9-10 November 1938), when SA troops and Hitler-Youth organized a pogrom. No Jews remained in Usingen by 1940, 28 having emigrated (mostly to the United States). 
   
     

                   
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Stand: 29. Dezember 2016