Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Limburg an der Lahn (Kreis Limburg-Weilburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Limburg bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Urkundlich wird erstmals um 1278 "Abraham von Limburg" genannt, der damals auf die Rückzahlung verliehenen Geldes an Limburger Bürger verzichtete. In den folgenden Jahrzehnten waren die Limburger Juden gegen Bezahlung einer festgesetzten Pfandsumme, um die es immer wieder Streit gab, vom König an die Grafen von Limburg oder an andere Herrschaften verpfändet. Die jüdischen Familien lebten vor allem in der - 1353 erstmals genannten - "Judengasse" (ehemals Querstraße zwischen der Barfüßergasse und der Oberen Fleischgasse, 1370: in vico iudeorum). Eine Synagoge wird bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Auch in der ersten Hälfte der 14. Jahrhunderts wird mehrfach ein jüdisches Gotteshaus genannt (nahe dem Kloster Bethlehem oder im unteren Teil der Judengasse). Dazu gab es ein rituelles Bad (1334/36 genannt; in der Löhrgasse 8 oder Auf der Plötze 3) sowie ein Tanzhaus bei der Synagoge (1336 genannt). Die jüdischen Familien lebten insbesondere vom Geldhandel. Mehrere Rabbiner und Gelehrte in der Gemeinde lassen sich nachweisen, insbesondere Jakob b. Uri, ein Verwandter R. Meirs von Rothenburg, der auch als synagogaler Dichter in Erscheinung trat.  
 
1336-1338 kam es während der Armlederbewegung zur Verfolgung und zeitweisen Vertreibung der Juden. Im Zusammenhang mit dieser Verfolgung steht ein 1957 gemachter Fund mittelalterlicher Goldmünzen und eines Goldklumpen, die damals ein jüdischer Geldhändler in seinem Haus Bergstraße 1/Ecke Barfüßergasse unter einer Steinplatte versteckt hatte.    
   
Die Verfolgung während der Pestzeit 1348/49 führte zum Untergang der jüdischen Gemeinde in Limburg. Erst am Ende des 14. Jahrhunderts lassen sich wieder einzelne Juden in der Stadt nachweisen (Nachweis 1365). In den Jahren vor 1418/19 gab es - vor allem unter dem Schutz des Erzbischofs von Trier - fünf jüdische Familien in der Stadt, die weiterhin vor allem vom Geldhandel lebten. 1419 wurden die jüdischen Familien im Zusammenhang mit der Vertreibung aus dem ganzen Erzstift auch alle Limburger Juden vertrieben. Die frühere Judengasse wurde Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts beim Ausbau der Barfüßergasse zugebaut und verschwand. 
   
1511 wurde eine jüdische Familie für 10 Jahre in Limburg aufgenommen. Im Dreißigjährigen Krieg waren - zwischen 1621 und 1629 - mehrere jüdische Familien in die Stadt geflohen und konnten hier zumindest vorübergehend bleiben. 1752 wurden sechs, 1765 acht jüdische Familien gezählt. 1725 wurde eine Judenordnung für die in der Stadt lebenden Familien erlassen.    
   
Im Jahre 1800 bestand die jüdische Gemeinde in Limburg aus acht Familien.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1842 60 jüdische Einwohner (in 14 Familien), 1871 106 (2,2 % von insgesamt 4.794 Einwohnern), 1885 164 (2,5 % von 6.485), 1895 205 (2,7 % von 7,528), 1905 257 (2,8 % von 9.917), 1910 281 (in etwa 80 Familien, 2,6 % von 10.965).  
 
Zur jüdischen Gemeinde Limburg gehörten im 19./20. Jahrhundert auch die in Staffel (1842/42 5, 1924 6, 1932 3 Personen), Elz (1932 4) und Dehrn (1842/43 41, 1905 16, 1924 4, 1932 2 Personen) lebenden jüdischen Einwohner. 
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1843 wird als Teilnehmer einer Lehrerkonferenz des Bezirksrabbinates Diez Lehrer Hofmann aus Limburg erwähnt (siehe Bericht unten). An späteren Lehrern sind insbesondere zu nennen: Emmanuel Blumenthal, der von 1872 bis 1915 - also  43 Jahre lang - in der Gemeinde wirkte, sowie sein Nachfolger Julius Isaak, der bis 1935 in der Gemeinde tätig war und dann nach Palästina auswandern konnte. Die Gemeinde gehörte nach 1843 zum Rabbinat Diez, später zum Rabbinatsbezirk (Bad) Ems.   
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Moritz Beringer (geb. 11.9.1885 in Limburg, gef. 24.9.1915), Emil Kahn (geb. 11.8.1889 in Limburg, gef. 13.4.1918), Gefreiter Ludwig Levi (geb. 10.12.1895, gef. 22.3.1918), Unteroffizier Otto Löwenberg (geb. 23.4.1896 in Kördorf, gef. 24.3.1918), Siegmund Meyer (geb. 22.3.1885 in Limburg, gef. 25.7.1918), Theodor Meyer (geb. 25.9.1894 in Gemünden/Hunsrück, gef. 2.10.1915). 
 
In den 1920er-Jahren gab es zahlreiche für das wirtschaftliche Leben der Stadt bedeutende Geschäfte und Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer Personen / Familien. Ein Warenhaus war in jüdischem Besitz, dazu größere Konfektionsgeschäfte (Rosenthal am Bahnhof; Löwenberg am Markt), ein großes Schuhgeschäft (Adolf Königsberger), ferner Lederhändler, Manufakturwarenhändler, eine Häute- und Fellhandlung, eine Seifensiederei und mehrere Metzger. Es gab in der Stadt drei jüdische Ärzte (Dr. Löb, Dr. Leibowitz und Dr. Weinhold) sowie drei jüdische Anwälte (u.a. Dr. Kanter, Salfeld). 
 

Um 1924, als 270 jüdische Personen in Limburg lebten (2,4 % von 11.501 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Adolf Leopold, Moses Isselbacher (gest. 1931, siehe Bericht unten), Julius Faßbender, Emil Königsberger, Alfred Sternberg, Ludwig Rosenthal und Fritz Oppenheimer. Als Lehrer, Kantor und Schochet war der bereits genannte Julius Isaak tätig. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Israelitischen Wohltätigkeitsverein (gegründet 1891; 1924/32 unter Leitung von Hermann Goldschmidt mit 70/72 Mitgliedern; Zwecke und Arbeitsgebiete: Krankenwache, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Speisung an Samstagen und Feiertagen), den Israelitischen Frauenverein (gegründet 1889; 1924/32 unter Leitung von Frau R. Heymann mit 75/85 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger), den Israelitischen Männerverein (Chevra) (1932 unter Leitung von Hermann Goldschmidt; Zweck und Arbeitsgebiete: Wohlfahrtspflege, Minjan bei Trauerfällen) und den Kinderhort (1924 unter Leitung von Siegfried Lomnitz). 1932 war erster Gemeindevorsteher weiterhin Adolf Leopold. Dem Vorstand gehörten sechs Personen an. Lehrer Isaak unterrichtete im Schuljahr 1931/32 24 Kinder in Religion.    
      
1933 lebten 244 jüdische Personen in Limburg (2,0 % von 12.007 Einwohnern). In den folgenden Jahren ist der Großteil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im April 1937 lebten noch 154, im Dezember 1938 86, im September 1939 8 jüdische Einwohner in der Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch den SS-Sturmbann II/78 angezündet. Sie ist völlig ausgebrannt. Mindestens sechs der noch bestehenden jüdischen Gewerbebetriebe wurden durch SS-Leute und Limburger Nationalsozialisten demoliert: der Damen- und Herrenkonfektionsbetrieb von G. Löwenberg (am Markt, damaliger Adolf-Hitler-Platz 1), Schuhe und Schuhbedarf Arthur Königsberger (Flathenbergstraße 2), Herrenbekleidung Hermann Sachs (Grabenstraße 23), Sattlerwaren Adolf Wallenstein (Salzgasse 3), Pferdehandel Friedrich und Isidor Beringer (Diezer Straße 11), Pferdehandel Louis Liebmann (Hahlgartenweg 1) oder von Hermann Liebmann (Westerwaldstraße 65). Viele der jüdischen Einwohner sind in andere Orte verzogen (insbesondere nach Frankfurt) oder konnten auswandern: 30 emigrierten in die USA, 19 nach England, acht nach Palästina, fünf nach Mittel- und Südamerika, neun nach Holland, je vier nach Frankfurt und Belgien, je einer nach Dänemark und Luxemburg. Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1941 und 1942 von Limburg aus über Frankfurt deportiert. Nachdem auch die in "Mischehe" lebenden jüdischen Personen deportiert worden waren, lebten am 10. Juli 1943 in Stadt und Kreis Limburg keine jüdischen Personen mehr. 
   
Von den in Limburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sabina Benzion geb. Liebmann (1871), Auguste Beringer geb. Kahn (1862) Moritz Blumenthal (1879), Johanna David geb. Sternberg (1873), Gerda Dua geb. Kaiser (1903), Ilse Friedländer (1906), Fanny Goldberg geb. Leobowitz (1876), Hedwig Goldschmidt (1881), Hermann Goldschmidt (1872, siehe Traueranzeige unten), Jacobine (Jakobina) Goldschmidt geb. SImon (1872), Selma Goldschmidt geb. Rosenthal (1884, siehe Kennkarte unten), Salli Heymann (1887), Franziska Hirsch (1879), Johanna Hirsch (1893), Adolf Isselbacher (1878), Sara (Selma) Isselbacher geb. Faber (1886), Albert Kahn (1891), Jenny Kahn geb. Löwenstein (1891), Elise Kaiser geb. Sternberg (1866), Frieda Kaiser geb. Schönfrank (1901), Heinrich Kaiser (1876), Josef Kaiser (1896), Ricka Kaiser geb. Schönfrank (1866), Salomon Kaiser (1870), Gertrude Lehmann geb. Sternberg (1897), Lina Lehmann geb. Mayer (1882), Martha Lenz geb. Sternberg (1878), Margot Regina Leopold (1912), Rosa Leopold geb. Hecht (1887), Hedwig Levi (1885), Hermann Liebmann (1884), Irma Lion geb. Sternberg (1889), Ilse Löwenberg (1902), Martha Margo geb. Sternberg (1893), Auguste Margulies geb. Lomnitz (1898), Abraham (Adolf) Metzger (1876), Auguste K. Metzger geb. Sonnenberg (1874), Lina Meyer geb. Blumenthal (1875), Hermann Minc (1926), Liane Moses (1928), Margarete Moses geb. Simon (1900), Julie Nathan (1867), Johanna Neufeld geb. Sachs (1900), Siegbert Philipp (1922), Ida Rosenthal geb. Aumann (1885), Max Rosenthal (1892), Berta Schaumburger geb. Rosenthal (1864), Rolf Simon Schaumburger (1936), Melina (Melanie) Sittenberg geb. Strauss (1882), Ferdinand Stern (1926), Babette Sternberg geb. Mayer (1870), Hugo Max Sternberg (1884), Moritz Sternberg (1879), Hermann Strauss (1891), Irma Irene Strauss geb. Isselbacher (1908), Selma Sussmann geb. Gerolstein (1889), Grete Wolf geb. Nathan (1903), Ilse Wolf geb. Stiefel (1909), Simon Walter Wolf (1929). 
   
Aus Dehrn ist umgekommen: Settchen Karoline (Elise, Elisa) Goldschmidt geb. Sternberg (1863), Hedwig Kohlmann geb. Salomon (1884), Lina Wolff geb. Levi (1872). 
Aus Staffel ist umgekommen: Hedwig Loeb (1903).                              
    
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Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
  
Allgemeine Berichte 

Allgemeine Gemeindebeschreibung (1936)
  

Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Oktober 1936 S. 31: Limburg. Kreisstadt mit 12.000 Einwohnern. 1277 Stadt, lange kurtrierisch, dann nassauisch, 1866 preußisch. Seit 1821 Bischofssitz. - 1349 Juden-Verfolgung, nicht Ausrottung, denn 1370 erhält Meyer von Leyenburg Niederlassungsrecht für Bacharach, Heidelberg oder sonst wo am Rhein. Im 16. Jahrhundert Synagoge, 1867 wird die evangelische Kirche in der 'Erbach' Synagoge, 1903 ersteht der heutige stattliche Kuppelbau in der Unteren Schiede. Damals zählt die Gemeinde 230, 1932 rund 270, zur Zeit etwa noch 180 Seelen. Sie gehört zum Bezirksrabbinat Ems. - Die älteste Synagoge, im Keller des Fassbenderschen Hauses am Fischmarkt noch kenntlich, besonders die Frauengalerie. - Der Dom, siebentürmig, 1230 vollendet; die Altstadt mit Rathaus, dem 'Walderdorffer Hof' usw. sind Juwele, die der als Jude geborene Limburger Leo Sternberg in Rüdesheim, katholischer Schriftsteller, Heimat- und kirchliche Dichter, in seinem Buch 'Limburg als Kunststätte' sachverständig gewürdigt hat. - In 1 Stunde lohnender Lahnwanderung nach Diez...."  

    
    

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1859 / 1871 / 1915   

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. April 1859: "Vakanz
Die hiesige israelitische Lehrer- und Kantorstelle ist seit einiger Zeit vakant. Die Stelle ist mit einem fixen Gehalt von 230 Thalern verbunden. 
Reflektierende wollen sich unter Beifügung der Zeugnisse an den Unterzeichneten baldigst werden.  
Limburg, 24. März 1859. Der Vorsteher: Nathan Levy."    
 
Limburg Israelit 02081871.jpg (26600 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1871
"Die hiesige Lehrer- und Kantorstelle, verbunden mit Schächten, mit einem Gehalt von 400 Gulden, ist zu besetzen. Reflektierende wollen sich an den Kultusvorsteher M. Fulda wenden.
Limburg a.d. Lahn, 17. Juli 1871."           
   
Limburg Israelit 14011915.jpg (46628 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Januar 1915
"Die Kultus-Gemeinde Limburg (Lahn) sucht per 1. April dieses Jahres einen seminaristisch und musikalisch gebildeten 
Lehrer

der zugleich Vorbeter und Schochet 
sein muss. Gehalt Mark 2.400.- und ca. Mark 800.- Nebeneinkommen. Die Stelle ist pensionsberechtigt. Reichsangehörige Bewerber wollen ausführlich Meldung an den Unterzeichneten richten. 
Der Kultus-Vorsteher. Niclas."       

       
Generalversammlung des "Vereins israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassaus" in Limburg (1898)   

Limburg AZJ 12081898.jpg (291187 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. August 1898: "Limburg, 4. August. Die diesjährige Generalversammlung des 'Vereins israelitischer Lehrer Nassaus' tagte am 17. Juli in Limburg. Um 10 ½ Uhr eröffnete der Einberufer, Kollege Alt - Diez, durch Begrüßung der Erschienenen, unter welchen die Herren Bezirksrabbiner Dr. Silberstein - Wiesbaden, Dr. Weingarten - Ems und Dr. Landau - Weilburg als Gäste anwesend waren, die Versammlung. Nachdem Kollege Lehmann - Weilburg eine Berichtigung in Sachen Frank, früher in Westerburg, der Versammlung kundgegeben hatte, sprach MeyerWallau über: 'Zweck des Vereins'. In den Vorstand wurden, nachdem Lomnitz - Limburg demissionierte, Kollege Alt - Diez als Vorsitzender, Kollege Greif - Bad Schwalbach als stellvertretender Vorsitzender, Kollege Blumenthal - Limburg als Kassierer und Kollege Lehmann - Weilburg als Schriftführer gewählt. Zum Delegierten für den deutschen Lehrerverband wurde unser Vorsitzender, Kollege Alt - Diez, bestimmt. Nun referierte Kollege Lehmann - Weilburg über das Thema: 'Die Hebung der materiellen Lage des jüdischen Lehrerstandes'. Der sorgfältig ausgearbeitete Vortrag schilderte getreu die Notlage unseres Standes, zeigte uns an der Hand vieler Beispiele, dass den Lehrern nur von staatlicher Seite geholfen werden könne, und endigte mit folgenden Thesen: 1. Die definitive Anstellung der Lehrer, wo solche noch nicht ist, sei anzustreben. 2. Die Aufsichtsbehörden mögen nur solche Lehrer anstellen, die den Nachweis über pädagogische und methodische Bildung und Ausbildung nachweisen können. 3. Eine Gehaltsskala nach dem Dienstalter sei zu schaffen. 4. Um den Lehrern der kleineren, leistungsunfähigen Gemeinden das gesetzlich bestimmte Gehalt gewähren zu können, sei die Ergebung einer Allgemeinen jüdischen Kirchensteuer anzustreben, um damit a) den Lehrer zu besolden, resp. demselben eine Zulage zu geben, b) danach die nach Dienstjahren zu bemessende und bestimmende Pension zu gewähren und c) für die Hinterbliebenen zu sorgen. Allgemeiner Beifall lohnte den Referenten für seinen vortrefflichen Vortrag. An der sich anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich die Herren Rabbiner Dr. Silberstein - Wiesbaden, Dr. Weingarten - Ems und Dr. Landau - Weilburg, Kollege Oppenheimer - Hadamar, Kollege Katzenstein - Schierstein, Kollege Wagschal - Montabaur, Kollege Thalheimer - Hachenburg und Meyer - Wallau. Was als Hauptpunkt die Tagesordnung zierte, war die Gründung einer Unterstützungskasse. Dieser Teil beschäftigte die Versammlung recht lange und rief eine große Debatte hervor. Zuletzt einigten sich die Ansichten dahin, diesen Punkt der Tagesordnung zum Beschluss zu erheben, was auch geschah. Es wurde eine Kommission ernannt, bestehend aus den Herren Kollegen Katzenstein - Schierstein, Oppenheimer - Hadamar, Meyer - Wallau, Sulzbacher - Biebrich und Thalheimer - Hachenburg, die die Statuten abzufassen und der künftigen Versammlung, die am 15. November stattfinden soll, vorzulegen haben. Als Ort der nächstjährigen Generalversammlung wurde Wiesbaden bestimmt, während die Bestimmung des Ortes zu der im November stattfindenden Zusammenkunft dem Vorstande überlassen bleibt. Nachdem Kollege Katzenstein unter dem Beifall aller Mitglieder dem Vorsitzenden für die umsichtige Leitung dankte, schloss der Vorsitzende die Versammlung mit dem innigen Wunsche: 'Auf frohes Wiedersehen!' Der Schriftführer G. Mayer - Wallau."  
    
Limburg Israelit 01091898a.jpg (107631 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. September 1898: "Limburg, 29. August (1898). (Verein der israelitischen Lehrer Nassau's). Die diesjährige Generalversammlung...."  
Text wie oben in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" 
 

     
Generalversammlung des "Vereins israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau" in Limburg (1908)   

Limburg FrfIsrFambl 04121908.jpg (246244 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Dezember 1908: "Limburg a. Lahn. Verein israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau, e.V. - Am 18. November, Buß- und Bettag, fand ausnahmsweise eine außerordentliche Generalversammlung hier statt. Erschienen waren ca. 22 Kollegen und die zwei Ehrenvorsitzenden des Vereins, Rabbiner Dr. Landau - Weilburg und Dr. Weingarten - Ems. Der neugewählte Rabbiner in Wiesbaden, Dr. Kober, war nicht erschienen, entschuldigt hatten sich Rabbiner a.D. Dr. Silberstein - Wiesbaden und mehrere Kollegen.
Kollege Nußbaum - Wiesbaden, der Vorsitzende, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache und begründete die Einberufung der diesmaligen außerordentlichen Generalversammlung damit, dass die am 7. Juni dieses Jahres vorgenommene Vorstandswahl vom Königlichen Amtsgericht in Wiesbaden nicht genehmigt worden ist, weil sie auf Grund des neuen, behördlicherseits noch nicht bestätigten Status erfolgte. Es musste daher eine Neuwahl auf Grund des Statuts vorgenommen werden. Den neuen Satzungen wurde, nachdem sie nochmals umgeändert wurden, von der Versammlung zugestimmt. In den Vorstand wiedergewählt wurden die Kollegen: Nußbaum - Wiesbaden, Capell - Wiesbaden, Thalheimer - Wallau, Oppenheimer - Hadamar, Alt - Diez und neugewählt als Beisitzer die Kollegen Blum - Usingen und Frank - Idstein. Die eigentlichen beiden Hauptpunkte der Tagesordnung waren hiermit erledigt. Es folgten Kassenangelegenheiten. 
Für den 4. Punkt der Tagesordnung 'Freie Besprechungen' standen mehrere Anträge auf der Tagesordnung. Zunächst wurde eine Auskunftsstelle für den Verein gegründet. Dem Kollegen Ucko - Ems wurde die Auskunftei übertragen; Vertrauensleute aus jedem Rabbinatsbezirk wurden diesem zur Seite gestellt. Ferner wurde auf Anregung Rabbiner Dr. Weingarten - Ems beschlossen, eine Lehrerbibliothek ins Leben zu rufen. Diese soll die neuesten Werke, die auf pädagogisch- und religiös-wissenschaftlichem Gebiete des Judentums erscheinen, enthalten und den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Hierauf wurde 3-gliedrige Kommission gewählt. - 
Sehr rege verlief der  5. und letzte Punkt der Tagesordnung: 'Chasonusübungen'. Mehrere Kollegen beteiligten sich hieran und fanden durch ihre Rezitative, so vor allem die Kollegen: Nußbaum und Bluhm - Wiesbaden und Hanauer - Nassau, den allseitigen Beifall der Versammlung. Im Anschlusse hieran regte der Vorsitzende die Einrichtung eines allgemeinen Fortbildungskursus für Chasonus und in religionswissenschaftlichen Disziplinen an. Eine Einigung darüber konnte aber nicht erzielt werden und so wurde beschlossen, die Frage zur Schaffung eines bezüglichen Fortbildungskursus als ersten und wichtigsten auf die Tagesordnung der nächstjährigen Konferenz zu setzen. - U. -".   

     
Generalversammlung des "Vereins israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau e.V." (1909)   

Limburg FrfIsrFambl 19111909.jpg (33037 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. November 1909: "Limburg a. Lahn. Verein isr. Lehrer im ehemaligem Herzogtum Nassau e.V. Am 17. November fand hier die Generalversammlung statt. Erschienen waren nur 25 Kollegen und die 3 Ehrenvorsitzenden des Vereins, die Herren: Rabbiner Dr. Kober - Wiesbaden, Dr. Landau - Weilburg und Dr. Weingarten - Ems. Die Tagesordnung lautete: 1. Vereins- und Kassenbericht..    
Limburg FrfIsrFambl 19111909a.jpg (399224 Byte)  2. Der liturgische Gesang, ein Unterrichtsgegenstand der jüdischen Schule. (Referent: A. Nußbaum - Wiesbaden). 3. Der neue Anstellungsvertrag der israelitischen Lehrer Nassaus. 4. Neuwahl des Ausschusses. 5. Verschiedenes.
Eine reichhaltige Tagesordnung! Nicht umsonst sind die vielen Kollegen von fern und nach zum Konferenzort geeilt, denn es war diesmal viel Interessantes und Wissenswertes zu besprechen. Nicht nur frohgemut und erwartungsvoll kam man, es kehrten auch alle voll befriedigt nach der langen und lehrreichen Beratung und gemütlichen Zusammenkunft in ihren Wirkungsplatz zurück. Wie manch wackerer Kollege lernt und zehrt für lange aus solchen Zusammenkünften! Nur schade, dass nur einmal im Jahre die nassauischen Lehrer sich zusammenfinden. Ein Verein, in dem solches lebhaftes Interesse, solche Begeisterung für alle Schul- und Standesfragen, ja für alles Jüdische lebt, sollte der nicht zu zwei Konferenzen jährlich Zeit und Stoff haben?
Der Vorsitzende des Vereins eröffnete die Versammlung mit Begrüßungsansprache und Kaiserhoch; sodann erstattete er den Tätigkeitsbericht. In seiner Begrüßungsansprache wandte sich der Präses des Vereins besonders in herzlichen Worten an Seiner Ehrwürden Bezirksrabbiner Dr. Kober - Wiesbaden, der heuer zum ersten Male unserer Verhandlungen beiwohnen konnte. Ebenso herzlich erwiderte Herr Dr. Kober, der versprach, die Interessen der Lehrer stets zu wahren und sich am Schlusse seiner schönen und mit Beifall angenommenen Rede das Vertrauen der ihm unterstellten Lehrer erbat. Jeder der Anwesenden hatte das wohlige Gefühl, hier spricht nicht nur der Rabbiner, der Lehrerfreund, sondern auch vor allem, wie das später aus den Debatten, an welchen sich Herr Dr. Kober, mit großer Liebe und feinem Verständnis beteiligte, der praktische Pädagoge. Mit vollem Vertrauen darf der Verein auf seinen neuen Ehrenvorsitzenden blicken! - Nun gab der Vereinsrechner einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben und den zeitigen Vermögensstand, welch letzterer über 24.000 Mark beträgt. Von einem verstorbenen Ehrenmitglied ist dem Verein eine hohe Summe vermacht worden; daraus ist mit Genugtuung festzustellen, dass sich der Verein auch in pekuniärer Beziehung ein erfreulicher Entwicklung befindet.
Es folgte das Konferenzthema, gehalten vom Vereinsvorsitzenden: 'Der liturgische Gesang, ein Unterrichtsgegenstand der jüdischen Schule.' An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag schloss sich eine lange und heiße Diskussion, die mit der Annahme folgender Leitsätze endete:
1.Soll sich der Gotteshausbesuch der jüdischen Gemeinden heben, so ist der einstimmige Gemeindegesang zu empfehlen.
2.Die traditionellen Weisen sollen erhalten bleiben.
3.Der mehrstimmige Chorgesang bilde nur eine Abwechslung zum Gemeindegesang.
4.Für die schulpflichtige Jugend sind besondere Schulgottesdienste einzurichten, die in nichts vom Hauptgottesdienste abweichen.
5.Die Gesänge zu diesem Gottesdienst sind in der jüdischen Schule zu erlernen und ist zu diesem Zwecke der liturgische Gesangsunterricht einzuführen.
6.Dieser Unterricht wir erteilt a) im Anschluss an den hebräischen Unterricht, b) in einer besonderen Gesangsstunde.
7.Der liturgische Gesang belebt den hebräischen Unterricht, indem er a) Geläufigkeit im Lesen erzielt, b) das Memorieren erleichtert, c) die Lust am Unterricht erhöht.
8.Der liturgische Gesangunterricht soll a) bei den Schülern Interesse für für den Gottesdienst erwecken, b) für den Gemeindegesang vorbilden.
Es wurde somit beschlossen, den liturgischen Gesang als Unterrichtsgegenstand in den nassauischen Stundenplan aufzunehmen. -
Als 3. Punkt der Tagesordnung folgte: 'Der neue Anstellungsvertrag der israelitischen Lehrer Nassaus.' Durch einen besonderen Fall wurde die königliche Regierung veranlasst, einen allgemein gültigen Vertrag auszusetzen, der aber nicht den Beifall der Versammlung finden konnte, da bedenkliche Paragraphen darin enthalten sind. Es wurde beschlossen, bei der königlichen Regierung für einen mustergültigen Normalvertrag vorstellig zu werden.
Die Vorstandswahl, die nun folgte, ging schnell vonstatten, da alle bisherigen Mitglieder durch Zuruf wiedergewählt wurden. Man war beim letzten Punkt der Tagesordnung angelangt: 'Verschiedenes', und wirklich wurde hier eine ganze Anzahl Angelegenheiten, mehr oder weniger wichtig, erledigt, so u. a. Das Referat über die Bibel von Rahlwes mit Zeichnungen von Lilien*, die Besprechung des Buches 'ewige Weisheit' von Max Weinberg (sc. erschien in 1. Aufl. 1913, in 2. Aufl. 1915) u. a. mehr. Für die nächstjährige Konferenz, die voraussichtlich in Ems stattfindet, hat Herr Dr. Weingarten das Thema 'Über Bibelkritik' übernommen.  U." 
Anmerkung: es geht um eine Bibelausgabe von 1908-1912: Die Bücher der Bibel. Herausgegeben von Ferdinand Rahlwes. Zeichnungen von Ephraim Mosche Lilien. Braunschweig. Verlag George Westermann 1908-1912. Vgl. Wikipedia-Artikel E.M. Lilien.  

   
Lehrer Emmanuel Blumenthal tritt in den Ruhestand (1915)   

Limburg Israelit 15041915.jpg (98667 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1915: "Limburg, 1. April (1915). Herr Emmanuel Blumenthal, der Lehrer der jüdischen Kultusgemeinde in Limburg, verließ am 31. März seine Berufstätigkeit. Er begann seine Laufbahn im Jahre 1865 in Meudt, von wo er nach fünfjähriger Wirksamkeit nach Holzappel übersiedelte; seit 1872, volle 43 Jahre lang, lebt und arbeitet er in unserer Stadt. Als der Jubilar die hiesige Stellung antrat, war die Gemeinde noch gering an Zahl. Seitdem wuchs sie mit der aufblühenden Stadt; heute zählt sie 80 Familien, und ihre Synagoge ist eine Zierde des Straßenbildes. Unserer Kultusgemeinde war Herr Blumenthal seit mehr als einem Menschenalter Lehrer, Religionslehrer, Erzieher. Die Gegenwart ist zu öffentlichen Festlichkeiten nicht geeignet. Deshalb beschränkte die Kultusgemeinde sich auf eine offizielle Beglückwünschung im Hause des Jubilars und auf die Überreichung eines entsprechenden wertvollen Andenkens."         

    
Einladung zur Mitglieder-Versammlung des "Vereins der israelitischen Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau" nach Limburg (1927)   

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 4. November 1927: 
"Verein israelitischer Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau e.V. Wiesbaden, November 1928. 
Einladung zu der am Mittwoch, den 16. November, vormittags 9 1/2 Uhr, im 'Hotel zur alten Post' (Schillersaal) in Limburg/Lahn stattfindenden Mitglieder-Versammlung
Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorsitzenden. 2. Geschäftsbericht des Rechners. 3. Vortrag über das Thema 'Selichoth' (Kollege Nußbaum - Wiesbaden). 4. 'Der Reichsschulgesetz-Entwurf und die jüdischen Lehrer Nassaus' (Referent: Kollege Capell - Wiesbaden)  5. Wahl eines Delegierten zur Tagung des 'Reichsverbandes jüdischer Lehrervereine' in München.  6. Verschiedenes.  
Anträge sind bis spätestens 14. November dem Unterzeichneten einzureichen.  
Der Schriftführer: M. Hes.  Der Vorsitzende: Abr. Nußbaum
Anmeldungen zum gemeinsamen Mittagessen (das Gedeck zu 2.50 Mark) haben bis spätestens 12. November bei Kollege Isaak - Limburg zu erfolgen. 
Rückständige Beiträge sofort einsehen! Reisekostenvergütung."       

 
25-jähriges Amtsjubiläum von Lehrer Julius Isaak (1929)   

Limburg Israelit 28031929.jpg (15898 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1929: "Limburg (Lahn), 26. März (1929). Am 1. April geht Herr Lehrer Isaak die Feier seines 25-jährigen Amtsjubiläums."     

    
Verleumdungen im "Frankfurter Beobachter" gegen Lehrer Isaak (1929)   

Limburg Israelit 20061929.jpg (63366 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929: "Frankfurt am Main. Der 'Frankfurter Beobachter' brachte einen Artikel, in dem schwere Beleidigungen gegen den jüdischen Religionslehrer Isaak aus Limburg erhoben wurden. Dem Religionslehrer wurde u.a. auch nachgesagt, dass er sich im Kriege gedrückt habe. Nach eingehender Verhandlung stellte das Gericht fest, dass die Behauptungen haltlos seien und verurteilte den mehrfach wegen Beleidigung vorbestraften Gutterer zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen."        

      
      
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben 
   
Über die Situation der jüdischen Gemeinden - Bericht anlässlich einer Lehrerversammlung des Bezirksrabbinates Diez in Limburg (1847)  

Limburg AZJ 06121847.jpg (152877 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1847: "Von der Lahn (Nassau), im November (1847). Während es sich in den intelligenten Kreisen des Judentums aller Orten regt und bewegt, überall das Streben nach zeitgemäßem Fortschritt sich offenbart, sollte man glauben, dass nach der Seltenheit zu schließen, in welcher öffentliche Blätter unsere Gegend erwähnen, die Israeliten des von der Natur so reich gesegneten Nassau mit ihrem religiösen Leben noch in der Lethargie des Mittelalters sich befänden. Und dem ist nicht so. Auch hier ist seit dem Erscheinen der Reskripte hoher Landesregierung vom 3. August 1842 und vom 3. Februar 1843, welches Letztere die Organisation der Rabbinate bestimmt, ein regerer Geist erwacht. Die Herren Rabbinen haben, wenn auch sukzessive, dem Prinzipe der vernünftigen Reform Geltung verschafft und haben im Allgemeinen keinen ungünstigen Boden gefunden. Krasser Orthoxismus ist es übrigens nicht, was ihnen entgegenstand, sondern mehr jener Feind, der schon mehr Unheil gestiftet hat, als der Letztere: ich meine den Indifferentismus. Sie haben aber redlich gekämpft, wacker gearbeitet und manches Schöne zur Wirklichkeit gebracht. Bei den Meisten blieben freilich diese Reformen, zunächst was den Gottesdienst betrifft, bei ihrem Wohnorte stehen. Wir wollen darüber nicht rechten, und diese Herren kennen wahrscheinlich ihre auswärtigen Gemeinden besser, als Referent. Die größte Ausdehnung hat die gottesdienstliche Regenration bisher im Rabbinatsbezirkeunter den Auspizien des Herrn Rabbiners Dr. Wormser erlangt. Die einer traurigen Vergangenheit angehörenden Gebetsstücke sind entfernt, viele Piutim abgeschafft, an die Stelle der Mi Scheberach ('der gesegnet hat...'), des Jekum Purkan (Erlösung komme...) etc. entsprechende deutsche Gebete adoptiert, an den meisten Orten Choralgesang und überall Konfirmation eingeführt, und überhaupt dem Gottesdienst eine würdigere Gestaltung gegeben. Mit rühmlichem Eifer stehen Herrn Dr. Wormser die Lehrer seines Bezirks zur Seite, und dieses Zusammenwirken hat bereits eine schöne Frucht getragen. Am        
Limburg AZJ 06121847a.jpg (231612 Byte) 15. September dieses Jahres wurde nach eingeholter Genehmigung hoher Landesregierung, die gern alles Gute fördert, die erste Konferenz der Lehrer abgehalten. Zu der Versammlung, die in Limburg stattfand und von Herrn Dr. Wormser mit einer kurzen, herzlichen Ansprache eröffnet wurde, worin er eine Parallele zwischen dem früheren und heutigen Zustande der Synagoge zog, waren die Herren: Bernheim von Holzappel, Burger von Wied-Selters, Dickstein von Heringen, Freund aus Hahnstätten, Hofmann von Limburg, Kahn von Hadamar, Rosenau von Hachenburg, Schloß von Langendernbach, Schnattinger von Mogendorf und Wormser von Diez, gekommen. Die Leitung der Verhandlungen wurde Herrn Dr. Wormser und das Sekretariat dem Lehrer Hofmann übertragen. Man entwarf die Statuten, denen zufolge die jährliche wiederkehrende Konferenz gemeinschaftliche Angelegenheiten der Schule und Synagoge bespricht ($ 1), die Orte Limburg, Diez, Hadamar, Hachenburg, Montabaur und Selters zu abwechselnden Konferenzorten bestimmt wurden (§ 6), eine Konferenzklasse gegründet (§ 7), von jedem Lehrer jährlich ein pädagogisches oder liturgisches Thema schriftlich auszuarbeiten und von der Konferenz zu besprechen ist (§ 9), subjektive Fragen aus derselben entfernt bleiben und nur objektive zur Verhandlung kommen (§ 10) und ein Leseverein gegründet wurde, dessen Objekte jüdisch-religiöse und literarhistorische Zeitschriften sind (§§ 11, 12 und 13). Dies der kurze Überblick der Statuten, soweit sie hierher gehören.      
Die Verhandlungen zeugten von einem lebendigen Streben nach geistigem Fortschritte, wovon schon die diesmal vorgelesenen Arbeiten Beweis gaben. Die Hauptresultate der Konferenz waren:  
Die Einführung deutscher Übersetzung und Erklärung der Haftarot, die Beschlussnahme zur Zirkulation eines deutschen Gebetbuchs behufs späterer Einführung und die Einführung einer Leichenordnung. Was die Schule betrifft, so wurde namentlich der Mangel passender biblischer Geschichten für Kinder von 8-10 Jahren beklagt, und da das bisher eingeführte Flehinger'sche Werkchen als ungenügend erkannt wurde, auf den Vorschlag eines Mitglieds eine Kommission, bestehend aus den Lehrern Freund, Rosenau und Hofmann, gewählt, die ein von Herr Dr. Wormser verfasstes Manuskript mit Erklärungen aus der Heiligen Schrift entsprechend für die Schule umzuarbeiten und der nächsten Konferenz vorzulegen haben.
Vor Allem tut nun eine sofortige Besetzung der vakanten Lehrerstellen Not, deren es in dem hinsichtlich der Seelenzahl im Vergleich zu den übrigen Rabbinaten bedeutendsten Rabbinatssprengel Diez dermalen leider nicht weniger als sieben gibt. Woher dieser Lehrermangel? wird mancher fragen. Wir können nur das antworten, dass weder Regierung noch Gemeinden der Aufnahme von Lehrern abhold sind, ja es wird deren Mangel, und dies besonders von Seiten der Herren Rabbinen - denn auch in den anderen Rabbinatsbezirken des Herzogtums sieht's zum Teil nicht viel besser aus - tief beklagt. Möchte dieser Übelstand zum Heile der Gemeinden bald beseitigt werden!"   

  
Anschlag auf einen Festball der jüdischen Gemeinde (1880)   

Limburg AZJ 19101880.jpg (93009 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Oktober 1880: "Man schriebt aus Limburg an der Lahn vom 3. Oktober: Am 27. September dieses Jahres hatten die hiesigen Israeliten im Hill'schen Saale einen Festball veranstaltet, welcher auch von auswärtigen Israeliten und einigen Christen besucht war. Die Polonaise hatte kaum begonnen, da spürten die Anwesenden im Tanzsaal einen penetranten Geruch, es entstand ein allgemeines Niesen, Husten, Tränen der Augen usw. Die Polonaise musste unterbrochen werden, beim Nachsehen fand man Pfefferkörner im Tanzsaale ausgestreut. Erst nach Öffnung der Fenster, Lüftung des Tanzsaales und Aufziehen des Fußbodens gelang es, den Tanzsaal und die Luft darin zu reinigen, sodass der Ball fortgesetzt werden konnte. Der Gegenstand, welcher vermutlich bei Beginn des Tanzes in dem Saale war ausgestreut worden, war spanischer Pfeffer. Man soll dem Täter dieses Bubenstreiches auf der Spur sein."       

   
Ausschreibung der Seligmann Löb'schen Stiftung (1888)  

Limburg Israelit 15121887.jpg (78851 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Dezember 1887: "Seligmann Löb'sche Stiftung zu Limburg. 
Durch Ableben des Bezirks-Rabbiners Herrn Dr. Wormser sind die Zinsen von einem Kapital von 1.000 Gulden an einen mit dem Talmud vertrauten Verwandten des Stifters zu ergeben. 
Berechtigte Bewerber wollen sich unter Darlegung ihres verwandtschaftlichen Verhältnisses bis zum 7. Januar 1888 an den Unterzeichneten wenden.     
Limburg a.d. Lahn, 7. Dezember 1887. Samuel Rosenthal."      

   
Betreuung der Kriegsgefangenen im Lager Limburg-Dietkirchen (1915)   

Limburg Israelit 22041915.jpg (299713 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. April 1915: "Im Gefangenenlager zu Limburg-Dietkirchen.
Auf Veranlassung der Kommandantur des Gefangenenlagers zu Limburg hat der Bezirksrabbiner Herr Dr. Weingarten in Bad Ems die Seelsorge im Gefangenenlager seit ungefähr sechs Wochen übernommen. Am Purim fand der erste Gottesdienst statt für die dort anwesenden 60 Russen und 14 Franzosen (2 aus Paris und 12 aus Algier). Zu diesem Zwecke war eine große Holzbaracke von der Kommandantur zur Verfügung gestellt worden. Mit dem Herrn Bezirksrabbiner war der Kultusvorsteher Herr Niklas von Limburg erschienen, der die Megilah (sc. kleine Schriftrolle mit dem Buch Ester) sowie Tefilot und Talitim (Gebetsschale) aus der Synagoge von Limburg mitgebracht hatte. Nachdem der Herr Rabbiner die Megilah vorgelesen hatte, hielt er im Jargon eine zu Herzen gehende Ansprache, sodass die Gefangenen tiefergriffen ihn sämtlich baten, baldigst wiederzukommen. Seit der Zeit findet mindestens alle 14 Tage Gottesdienst statt.
Durch das Entgegenkommen der Lagerkommandantur konnten am Pessachfest sämtlichen jüdischen Gefangenen Mazzot und rituelle Kost verabreicht werden, was mit Hilfe der 'Freien Vereinigung' in Frankfurt a. M. durch den Herrn Rabbiner geschah. Die Gefangenen hielten den Seder-Abend ab, und während der acht Tage täglich Gottesdienst. Von der Gemeinde Limburg war ihnen eine Torarolle zur Verfügung gestellt worden, das seitdem in einem besonderen Schrank im Lager aufbewahrt wird.
Vor kurzem starb (wie bereits an anderer Stelle berichtet, die Redaktion; Bericht steht auf der Friedhofseite) einer der jüdischen Gefangenen, Neumann aus Piotrokau (= Piotrków bei Łódź) an einem Schlaganfall und wurde am folgenden Sonntage beerdigt. In entgegenkommendster Weise war den jüdischen Gefangenen von der Kommandantur gestattet worden, tachrichim (Totenkleider) in Limburg selbst zu kaufen, sie zu nähen und die Tahara (Leichenwaschung) vorzunehmen. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Herrn Rabbiners nicht auf dem beim Lager befindlichen Gefangenenfriedhofe, sondern dem jüdischen Gemeindefriedhofe in Limburg mit allen militärischen Ehren statt. Vor dem Leichenwagen marschierten die Regimentsmusik und eine Ehrenabteilung von zehn Landsturmleuten. Direkt hinter dem Sarge folgten der Herr Bezirksrabbiner und der Kultusvorsteher, der Kommandant des Gefangenenlagers und der Kompanie, dann sämtliche jüdischen Gefangene und Gemeindemitglieder von Limburg. Der Herr Bezirksrabbiner hob in seiner Grabrede hervor, wie Deutschland auch den Feinden stets menschlich begegne. Eine halbe Million jüdischer Soldaten erfüllten jetzt in Russland ihre vaterländische Kriegspflicht, wie es auch der verstorbene Soldat getan, obwohl das Vaterland ihren Angehörigen mit Pogromen lohne. Zum Schlusse betonte der Herr Bezirksrabbiner noch das große Wohlwollen der Kommandantur und das gute Verhältnis zwischen Wachmannschaften und Gefangenen. Die Gefangenen waren von der Rede tief ergriffen und schluchzten laut. Das Kaddisch-Gebet wurde mit großer Inbrunst unter Tränen von einem Gefangenen gesprochen. Erhebend war der Moment, als zum Schluss einer der Gefangenen auf den Herrn Bezirksrabbiner zukam, ihm herzlichst dankte und ihn bat, dem Herrn Oberstleutnant im Namen aller Kriegsgefangenen für sein liebenswürdiges Entgegenkommen und seine große Menschenfreundlichkeit den Dank auszusprechen. Als sich der Bezirksrabbiner seines Auftrages vor allen Versammelten entledigte, war der Kommandant tief gerührt und schüttelte mit Dankesworten für seine uneigennützige Seelsorge dem Herrn Rabbiner wiederholt die Hand. "      

   
Ein jüdischer Jugendbund wird begründet (1921)  

Limburg Israelit 24021921.jpg (73500 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1921: "Limburg a.d. Lahn, 25. Januar (1921). Herr Lehrer Isaak rief am hiesigen Platze einen Jugendbund ins Leben. Die Gründung erfolgte am 16. Januar dieses Jahres. Nach einer begeisternden Begrüßungsrede des Herrn Isaak, hielt Herr Hans Adler, Frankfurt am Main, einen fesselnden Vortrag über 'Den neuen Geist der Jugend'. Reiches Beifall bewies, wie sehr die Worte beider Redner auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Dem Vorstand gehören die Damen: V. Lomnitz, H. Behr und die Herren: I. Faßbender, M. Sternberg und F. Leopold an. Dem neuen Verein traten sofort über hundert Mitglieder bei. Wöchentliche Vortrags- und Heimabende sollen das Interesse für alle jüdischen Fragen wachhalten."      
  
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. Februar 1921:
Derselbe Text wie in der Zeitschrift "Der Israelit"       

       
Über den "Landesverrat" von Limburger Viehhändlern - eine antisemitische Verleumdung (1924)  

Limburg Israelit 17071924.jpg (214513 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juli 1924: "Ein misslungener Verleumdungsfeldzug. Der 'Landesverrat' der Limburger Viehhändler. Am 25. August und 7. September vorigen Jahres brachten die 'Frankfurter Nachrichten' unter der Überschrift 'Unwürdiges Verhalten' und 'Französische Vergeltungsmaßnahmen' größere Notizen, nach denen vier jüdische Viehhändler, Sally Landau, Sally Heilbronn, Salomon Hofmann aus Nassau an der Lahn und Emil Strauß aus Miehlen im Taunus wegen Benutzung des Regiezuges auf der Strecke nach Limburg am Bahnhof Eschhofen wegen ihres undeutschen Verhaltens verprügelt worden und darauf nach Limburg zurückgelaufen seien, um die französische Besatzungsbehörde mobil zu machen. Das Verhalten dieser vier Viehhändler habe angeblich zur Besetzung des Lahntales geführt. Diese Pressenotiz, deren Unrichtigkeit für jeden, der die Viehhändler und die Verhältnisse kannte, auf der Hand lag, hatte sich wie ein Lauffeuer durch beinahe sämtliche deutsche Zeitungen verbreitet und war insbesondere von den völkischen Zeitungen in gehässigster Weise gegen die 'jüdischen Landesverräter' ausgeschlachtet worden. Den Viehhändlern selbst waren Drohbriefe aller Art zugegangen, sodass sie in ständiger Beunruhigung lebten. Die Aufnahme der pressegesetzlichen Berichtigung, die sofort in die Wege geleitet worden war, haben die 'Frankfurter Nachrichten' ohne Angabe von Gründen abgelehnt; einer ihrer Redakteure ist deshalb auch verurteilt worden. In dem gegen die beiden verantwortlichen Redakteure Hecht und Weinschenk angestrengten Prozess hat sich auch nicht der Schatten eines Beweises für die Behauptungen der Zeitung ergeben. Die Angeklagten mussten vor dem Amtsgericht Frankfurt zugeben, dass sie die fragliche Notiz auf Grund einer Information der Frankfurter Eisenbahndirektion gebracht hätten, dass aber weder die Eisenbahndirektion in der Lage ist, den Beweis der Wahrheit für ihren Inhalt zu erbringen, noch dass sie selbst irgendwelche Anhaltspunkte hätten, die die Information der Eisenbahndirektion bestätigen würden. Die Redakteure haben die Erklärung unter dem Ausdruck des Bedauerns abgegeben, die Kosten der beiden gegen die erhobenen Privatklagen übernommen und sich mit der Veröffentlichung des Vergleiches in zwei Zeitungen einverstanden erklärt."      

   
Konzert des Frankfurter Kammerchors in der Synagoge (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1934: "Limburg, 24. April (1934). Auf Veranlassung des Central-Vereins (Ortsgruppe Limburg) gab der unter Leitung des Herrn Dr. Ehrenreich stehende Frankfurter Kammerchor am 15. April in der von Fremden und Einheimischen dicht gefüllten Synagoge ein Konzert. Namens des Central-Vereins begrüßte Herr Otto Faßbender die Zuhörer und den Chor. Dann sprach Herr Rabbiner Dr. Laupheimer, Bad Ems, einige kurze treffliche Worte über das Wesen jüdischer Kunst. Chor und Solisten gaben Darbietungen von hohem künstlerischem Rang. Man hörte deutsche geistliche Gesänge (Psalmen 42, 43 und 100), einige hebräische Chöre und jüdische Volkslieder. Dr. Ehrenreich leitete mit sicherer Stabführung die glänzend einstudierten Chöre. Die Klavierbegleitung lag bei Herbert Fromm, dessen 'Nigunim' beachtliches Können zeigten, in guten Händen. Vielleicht wäre es angebracht gewesen, die jüdische Komponente durch Vermehrung des hebräischen und jüdischen Programmteils noch mehr zu betonen. Der Abend wurde den Hörern zu einem Erlebnis, das starke musikalische Eindrücke vermittelte, die noch lange nachklingen werden. J."        

   
Prozess wegen Totschlags eines jüdischen Viehhändlers vor dem Limburger Schwurgericht (1934)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. November 1934: "Limburg (Lahn), 17. November (1934). Vor dem Schwurgericht hatte sich der frühere Kassengehilfe Peter Rössel aus Montabaur wegen Totschlags zu verantworten. Er hatte am 19. Juni den Viehhändler Simon Isselbächer aus Isselbach derart mit einem Gewehrschaft auf den Kopf geschlagen, dass dieser nach mehreren Tagen den erlittenen Verletzungen erlag
Der Angeklagte hatte nach Verlassen einer Wirtschaft unverständliche Äußerungen getan, war nach Hause gegangen, hatte dort eine Kleinkaliberbüchse geholt und traf dann mit dem Viehhändler, den er gar nicht kannte, auf der Straße zusammen, der dort auf ein Auto wartete. Erst wollte er auf den Viehhändler schießen, aber das Gewehr war nicht geladen. Darauf schlug er dem Viehhändler mit dem Gewehrschaft auf den Kopf.  
Für die Anklage wegen Totschlags wurde zwar dem Angeklagten Schuldausschließung nach $ 51 (Bewusstlosigkeit oder krankhafte Störung der Geistestätigkeit des Täters) zugebilligt. Das Gericht verurteilte ihn jedoch zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis wegen Alkoholmissbrauchs. In der Urteilsbegründung heißt es, dass es bei der Tat nicht darauf angekommen sei, dass es sich um einen Juden gehandelt habe. Rössel habe den erstbesten Menschen, der ihm entgegengekommen sei, in seinem Zustande zusammengeschlagen."     

 
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Moses Isselbacher (1931)     
Anmerkung: der Familiennamen wird im Presseartikel "Isselbächer" geschrieben. Zwar gab es auch jüdische Personen mit dem Familiennamen "Isselbächer", die Limburger Familie hieß jedoch "Isselbacher".    

Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 7. Januar 1931: "Limburg. (Todesfall). Hier verstarb der langjährige Vorsteher der Gemeinde, M. Isselbacher. 45 Jahre gehörte der Entschlafene dem Vorstand der jüdischen Gemeinde an, und mit unermüdlichem Eifer hat er sein Amt im Interesse der gedeihlichen Entwicklung aller Gemeinde-Institutionen  verwaltet. Ein dauerndes ehrendes Andenken bleibt ihm bei allen Mitgliedern der Gemeinde gesichert. In einem herzlichen Nachrufe wurden seine Verdienste um das Gemeindewohl dankbar anerkannt."     


Zum Tod der Lehrerwitwe aus Gladenbach  Rosa Rosenzweig (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1934: "Gladenbach, 29. Januar (1934). Am Samstag, den 20. Januar verschied Frau Rosa Rosenzweig in Limburg, wohin sie vor einem Jahr zu ihren Kindern übersiedelt war, nach kurzem Krankenlager in ihrem 75. Lebensjahre. Sie war die Gattin des vor zehn Jahren zur ewigen Ruhe heimgegangenen Lehrers und Kantors J. Rosenzweig, dessen 40-jährige Wirksamkeit in unserer Gemeinde heute noch unvergessen ist. Auf ihren Wunsch wurden ihre sterblichen Überreste in der Heimaterde an der Seite ihres Gatten zur letzten Ruhe bestattet. Herr Provinzialrabbiner Dr. Cohn, Marburg, widmete der Verstorbenen einen Nachruf, in dem die Vorzüge dieser edlen Frau in lebenswahrer Darstellung geschildert wurden. Im Namen der Familie rief der Schwiegersohn der Verblichenen Worte des Dankes und der Liebe ihr nach. Das Andenken der Verstorbenen wird in der Gemeinde Gladenbach unvergessen bleiben."    

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Anzeige des Kurz- und Galanteriewarengeschäftes Hermann Herz (1891)    

Limburg Israelit 28051891.jpg (28291 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1891: 
"Suche für mein Kurz- und Galanteriewarengeschäft en gros einen Lehrling mit guter Schulbildung zum sofortigen Eintritt.  
Limburg a.d. Lahn. Hermann Herz."       

   
Anzeige des Schuhwarengeschäftes Julius Levy (1901)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1901: 
"Lehrmädchen 
für mein Schuhwarengeschäft unter günstigen Bedingungen gesucht   
Julius Levy 
Limburg an der Lahn." 

   
Anzeige des Manufaktur- und Modewarengeschäftes Gebr. Simon (1901)   

Limburg Israelit 12081901.jpg (27577 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1901: 
"Lehrmädchen 
aus guter Familie per sofort gesucht
Gebrüder Simon

Manufaktur- und Modewaren, Limburg an der Lahn."     

  
Eine Schabbeslampe wird angeboten (1902)  

Limburg Israelit 02011902.jpg (65438 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Januar 1902: 
"Eine Schabbeslampe 
ist der schönste Zimmerschmuck und sollte daher niemand der geehrten Leser, der Sinn für einen 
antiken altjüdischen Schmuck
 
hat, versäumen, diese Zierde eines jeden Haushalts zu bestellen. 
Wegen der wundervollen Ausführung, eignet sich die Schabbeslampe als vornehmstes Geschenk. 
Preis 16 Mark, inkl. Halter. 
Cassa nach Erhalt, nichtkonvenierendes franco zurück. 
Bestellungen erbeten an 
Postfach 4, Limburg a. Lahn
".       

  
Anzeige des Manufaktur-, Herren- und Damen-Konfektionsgeschäftes G. Löwenberg (1908)    

Limburg Israelit 07051908.jpg (34731 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1908: 
"Suche für mein Manufaktur-, Herren- und Damen-Konfektionsgeschäft einen 
Lehrling
 
mit guter Schulbildung. 
Limburg an der Lahn. 
G. Löwenberg
".      

  
Anzeige der Leder-, Sattler- und Polstermaterialien en gros-Handlung Adolf Leopold (1912)   

Limburg FrfIsrFambl 28061912.jpg (36359 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. Juni 1912: 
"Lehrling gesucht. 
Adolf Leopold,
Leder-, Sattler- und Polstermaterialien en gros, Limburg (Lahn)."  

   
Todesanzeige für Settchen Goldschmidt geb. Leopold (1924)     

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 21. Februar 1924: "Nach kurzer Krankheit verschied unerwartet meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester und Tante, Frau 
Settchen
im Alter von 56 Jahren. 
In tiefer Trauer: 
Moses Goldschmidt   Sally Goldschmidt   Otto Metzger und Frau geb. Goldschmidt.   
Holzhausen (Haide), Limburg (Lahn)
, Mainz, den 4. Februar 1924.       

         
Todesanzeige für Lina Levi (1933)      

Anzeige in der Zeitschrift des "Central-Vereins" ("CV-Zeitung") vom 23. März 1933: "Am 8. März starb nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Schwester, unsere treue Schwägerin, unsere gute Tante 
Frl. Lina Levi 
im Alter von 62 Jahren. 
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 
Sigmund Levi. Frau Ferdinand Levi Witwe. 
Limburg
, Philadelphia, den 8. März 1933."     

 
Verlobungsanzeige von Rosy Ehrenfeld und Siegberg Moch (1936)    

Wiesbaden JuedRundschau 19051936.jpg (67940 Byte)Anzeige in der "Jüdischen Rundschau" vom 19. Mai 1936: 
"Rosy Ehrenfeld - Siegbert Moch. Verlobte.  
Wiesbaden Adolfstr. 16  -  Limburg  /  Wiesbaden, Schichterstr. 10  Empfang: Sonntag, 24. Mai 1936".    

    
 Todesanzeige zum Tod von Hermann Goldschmidt im Ghetto Theresienstadt (1945)   

Anzeige in der deutsch-amerikanischen Zeitschrift "Der Aufbau" vom 2. November 1945: 
"Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser lieber Bruder, Schwager und Onkel 
Hermann Goldschmidt
 
(früher Limburg-Lahn) in Theresienstadt verschieden ist. 
Simon und Emma Goldschmidt
geb. Heinemann  22 Hashiloah Street  Haifa, Palästina  
Mosche und Sara Goldschmidt
geb. Goldschmidt Sch'chunat Hapoalim  Ramataim, Palästina  
Willi und Helene Goldschmidt
geb. Austerlitz  West Oak Road  Vineland, N.J., USA."      

      

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte der in Limburg geborenen 
Selma Goldschmidt geb. Rosenthal
 
 Limburg KK MZ Goldschmidt Selma.jpg (88366 Byte)   
   Kennkarte (Mainz 1939) für Selma Goldschmidt geb. Rosenthal (geb. 5. Dezember 1884 in Limburg),
 wohnhaft in Mainz, am 25. März 1942 deportiert ab Mainz - Darmstadt in das Ghetto Piaski, umgekommen   
 

   
   
   
Zur Geschichte der Synagogen      
    
Bereits im Mittelalter gab es eine Synagoge in der Stadt (siehe im Text oben).    
  
Im 18. und bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Beträume in jüdischen Häusern oder anderen Gebäuden für die Gottesdienste eingerichtet (nach Arnsberg I,493 gab es zeitweise im Keller eines Hauses am Fischmarkt, dem ehemaligen Fassbenderschen Haus, einen solchen Betraum).    
  
1867 bot sich der jüdischen Gemeinde die Gelegenheit, die frühere Kapelle im Limburger Hof des Zisterzienser-Klosters Eberbach zu erwerben. Diese Kapelle hatte nach Auflösung des Zisterzienserklosters einige Zeit als Salzmagazin gedient und war nach Gründung einer Evangelischen Gemeinde in Limburg von 1831 bis 1866 evangelische Kirche. Nach dem Umbau zur Synagoge verfügte sie über 80 Sitzplätze. 
       
Eine frühere katholische Kapelle, dann evangelische Kirche soll als Synagoge verwendet werden (1867)   

Limburg Israelit 11091867.jpg (107753 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1867: "Limburg a.d. Lahn. Nicht allein die Schicksale der Menschen sind vielfachen Wandlungen unterworfen, sondern oft auch leblose Gegenstände. Hier existiert eine ursprüngliche katholische Kapelle, die später außer Gebrauch gekommen, als Salzmagazin benutzt wurde. Als sich hier eine kleine evangelische Gemeinde ansiedelte, wurde derselben diese ehemals katholische Kapelle zu kirchlichen Zwecken überlassen. Im Laufe der Zeit wurde diese der größer werdenden evangelischen Gemeinde zu klein, sodass sie eine neue Kirche baute und jene Kapelle wiederum leer steht. Jetzt nun geht die israelitische Gemeinde mit dem Gedanken um, die erwähnte Kapelle zu erwerben und eine Synagoge daraus zu bauen."        

Nicht nur in Limburg, sondern auch in anderen Orten, u.a. in Coburg kam es im 19. Jahrhundert vor, dass ehemalige Kirchen zu Synagogen umgebaut wurde, was damals auch als "schöner Erfolg der humanitären Bestrebung" und als ein "Fortschritt wirklicher Bildung und Aufklärung" gedeutet wurde, wo aus dem nachfolgen Artikel in der orthodox-jüdischen Zeitschrift "Der Israelit" hervorgeht:     

Über die in Coburg und Limburg zu Synagogen umgebauten Kirchen (1878)
   

Coburg Israelit 23101878.jpg (207854 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1878: "In Coburg hat sich, ebenfalls seit der Freizügigkeit, um die ursprünglich sehr kleine Stammgemeinde eine zahlreiche israelitische Einwohnerschaft, gleich der ersteren aus sehr achtungswerten Mitgliedern bestehend, angesammelt. Die gesamte israelitische Einwohnerschaft der Stadt beziffert sich jetzt auf etwa 70 Familien. Es befindet sich alldort eine von einem tüchtigen Lehrer geleitete israelitische Religionsschule und eine schöne, doch der Gemeinde nicht eigentümlich angehörende Synagoge. Die Stadt hat nämlich der israelitischen Gemeinde eine Überkomplete Kirche leihweise, zum Zwecke des Gottesdienstes, gratis zur Verfügung gestellt, welche von der Gemeinde als Synagoge eingerichtet worden ist. Die Stadt hat sich sogar bereit erklärt, den Israeliten die Kirche gegen billigen Kaufpreis gänzlich abzutreten, und der Kauf würde sich auch bereits vollzogen haben, wenn nicht der Umstand, dass die betreffende Kirche nicht innerhalb, sondern in einiger Entfernung außerhalb der Stadt liegt, der Gemeinde einiges Bedenken erregte, da der Besuch des Gottesdienstes leicht dadurch leiden könnte. Ein ähnliches Verhältnis habe ich bis jetzt nur in Limburg an der Lahn, in der Provinz Nassau, gefunden. Hier hat nämlich die israelitische Gemeinde eine mitten in der Stadt gelegene hübsche kleine Kirche zu sehr mäßigem Preise gekauft und sich zu einer stattlichen Synagoge eingerichtet. Es liegt in solchen Vorkommnissen sicher eine sehr erfreuliche Toleranz seitens der Christen, eine achtungsvolle Würdigung unseres Bekenntnisses, ein schöner Erfolg der humanitären Bestrebung und ein Fortschritt wirklicher Bildung und Aufklärung. Welch ein Umschwung der Zeiten. In Spanien hat man einst die schönsten Synagogen in Kirchen verwandelt; jetzt überlässt man den Juden gernwilllig überkomplete Kirchen zur Übung des jüdischen Gottesdienstes. Solche Erscheinungen trösten für manche Unbill und lassen uns bei Allem und trotz Allem doch hoffnungsvoll in die Zukunft blieben. Außer dieser findet sich aber noch eine recht schöne Synagoge in Coburg. Es ist das ein eigentümliches Verhältnis. Es wohnten früher nur wenige Juden daselbst. Zu den ältesten dortigen Familien gehört die Familie S., zu welcher auch der Kommerzienrat S. und noch mehrere dieses Namens gehören. Da sie früher fast die einzigen israelitischen Einwohner der Stadt und sehr wohlhabend waren, haben sie sich eine schöne Synagoge gebaut und einen eigenen Totenhof angelegt. Im Herzogtum Coburg-Gotha herrscht kein Gemeindezwang. Als sich daher nach eingeführter Freizügigkeit in Coburg durch Zuzug von außen eine zahlreiche israelitische Einwohnerschaft zusammenfand und sich zu einer Gemeinde konstituierte, schloss sich derselben die genannte Familie nicht an und behielt nach wie vor ihren eigenen Gottesdienst bei, sowie auch ihre eigene Begräbnisstätte, während der Hauptgemeinde von der Stadt ein Teil des allgemeinen Totenhofes zugewiesen worden ist. Das hier Berichtete fordert ebenfalls zu einem Vergleiche zwischen sonst und jetzt auf, der aber für uns ein wenig erfreuliches Resultat liefert. Die kleine Familie S. fand sich einst religiös angeregt und opferfreudig genug, eine schöne Synagoge zu ihrem 
Coburg Israelit 23101878b.jpg (55956 Byte)gottesdienstlichen Gebrauche zu erbauen; die aus zahlreichen und wohlhabenden Mitgliedern bestehenden Gemeinden in Eisenach, Gotha und Meiningen haben sich bis zu diesem Opfermute noch nicht erheben können. Wie erbärmlich erscheint die kleinliche materielle Denkweise unserer jetzigen Generation gegen die begeisterungsfähigen Gesinnungen früherer Geschlechter. Die Coburger Israeliten zählen zu ihren Angehörigen zwei Kommerzienräte und einen Geheimen Kommerzienrat. Auf Veranlassung des Herrn Lehrers Oppenheim alldort hat sich vor einiger Zeit ein israelitischer Frauenverein zu wohltätigen Zwecken in Coburg gebildet, der sich bereits einer zahlreichen Mitgliedschaft erfreut und eine ersprießliche Wirksamkeit entfaltet."

   
Offenbar wurde die Synagoge in der früheren christlichen Kapelle sehr schnell als Provisorium auf dem Weg zu einer der Größe der jüdischen Gemeinde entsprechenden repräsentativen Synagoge angesehen. Mit ihren 80 Sitzplätzen war die Synagoge in der früheren Kapelle vor allem zu den Feiertagsgottesdiensten viel zu klein. Bereits in den 1890er-Jahren lassen sich mancherlei Aktivitäten in der Gemeinde feststellen mit dem Ziel, alsbald eine neue Synagoge bauen zu können: 
  
Vereinsaktivitäten zugunsten der neu zu erbauenden Synagoge (1893)    

Limburg Israelit 27031893.jpg (109999 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. März 1893: "Limburg a.d. Lahn, 22. März (1893). (Aus dem jüdischen Vereinsleben). Es wurde hier vor 3 Jahren ein jüdischer Verein gegründet, der den doppelten Zweck verfolgt, Geselligkeit unter den Gemeindemitgliedern zu pflegen und andererseits wohltätig zu wirken. In Erstrebung seiner Ziele veranstaltet der Verein an den jüdischen Freudetagen Festlichkeiten und Verlosungen, deren Erlös an arme Glaubensgenossen unserer Umgegend regelmäßig verteilt wird. Am diesmaligen Purimfeste feierte der Club unter zahlreichen Beteiligungen sämtlicher Konfessionen sein IV. Stiftungsfest. Unter anderem kam auch bei dieser Gelegenheit ein noch nicht im Druck erschienenes Lustspiel in 4 Akten von M.A. Lazarus, (ein Onkel des Vereinsmitgliedes H. Adolf Michel) zur erstmaligen Aufführung, welches reichen Beifall erntete, auf vielseitigen Wunsch soll das Stück zum Besten einer hier neu zu erbauenden Synagoge, die hoffentlich nach streng traditionellen Vorschriften eingerichtet wird, nochmals aufgeführt werden."         

  
Zum Neubau der Synagoge sollen Kredite aufgenommen werden (1896)  

Limburg Israelit 25061896.jpg (37315 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1896: "Die Synagogen-Gemeinde Limburg an der Lahn beabsichtigt zu dem Neubau einer Synagoge 40-50 Mille, gegen genügend solvente Bürgschaft, aufzunehmen.
Offerten erbittet 
Jacob Meyer, I. Vorsteher."       

  
Es dauerte über 10 Jahre, bis die neue Synagoge der Stadt im September 1903 feierlich eingeweiht werden konnte. Sie war nach Plänen von Architekt Spahr aus Marburg erbaut worden und hatte 201 Plätze für Männer sowie 104 für die Frauen. Rechts neben dem Synagogengebäude wurde eine Mikwe erstellt. Über dem Eingang der Synagoge war als Portalinschrift aus Psalm 118 zu lesen: "Dies ist das Tor des Herrn. Gerechte ziehen durch es hinein". Die Mikwe war durch den damaligen Gemeindevorsteher Jakob Meyer finanziert worden. Er setzte sich auch dafür ein, dass in der Synagoge keine Orgel eingebaut worden ist.      

Die Einweihung der Synagoge steht bevor (September 1903)   

Limburg FrfIsrFambl 04091903.jpg (52328 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. September 1903: "Limburg (Lahn), 23. August (1903). Die Einweihung der neu erbauten Synagoge findet Samstag, 5. September, statt. Anlässlich derselben plant die israelitische Gemeinde am Vorabend einen Festzug mit Musik durch die Stadt, darnach Konzert im 'Preußischen Hof''. Am eigentlichen Festtage soll außer der gottesdienstlichen Feier nachmittags ein Kinderfest mit Konzert und abends ein Ball in der "Alten Post" stattfinden."          

     
Einweihung der neuen Synagoge (September 1903)  

Limburg Israelit 10091903.jpg (259464 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1903: "Limburg a.d. Lahn, 6. September (1903). Gestern und heute feierte die hiesige israelitische Gemeinde die Einweihung ihrer neuen Synagoge. Nach einigen Abschiedsworten des Herrn Rabbiners Dr. Weingarten von Ems setzte sich der imposante Festzug, voran die 88. Kapelle, weiß-gekleidete Mädchen, die Schuljugend, Geistlichkeit, der Synagogenchor, der Architekt und die Bauhandwerker, in Bewegung. Unter einem Baldachin schritten, umgeben von kränzetragenden Mädchen, die Toraträger, ihnen folgten eine Menge hiesiger und auswärtiger Festteilnehmer. In dem Zuge bemerkte man u.a. die Herren Geheimer Regierungsrat Rabe, Major und Bezirkskommandeur Hasse, Erster Staatsanwalt Settegast (bekannt aus dem Konitzer Prozess), Pfarrer Obenaus, Bürgermeister Kauter und sämtliche Magistratsmitglieder, Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Schlick, Stadtverordneten Vorsteher Brand und sämtliche Stadtverordneten u.a.m.    
Am Portale der neuen Synagoge angelangt, überreichte die Schlüsselträgerin dem Herrn Architekten Spahr von Marburg den Schlüssel, welcher denselben Herrn Bürgermeister Kauter übergab, und letzterer Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten mit dem Wunsche, dass das neue Gotteshaus zum Segen und Wohle der hiesigen Gemeinde, der Stadt und des ganzen Vaterlandes gedeihen möge. Nach dem Eintritt in die Synagoge erscholl 'Gesegnet seien, die da kommen' usw. Der vortrefflich geschulte Chor sang meisterhaft 'Wie herrlich und lieblich sind deine Zelte Jakob': Hierauf zündete Herr Dr. Weingarten die ewige Lampe an. In fast 1 1/2-stündiger, formvollendeter und wohldurchdachter Rede behandelte Herr Dr. Weingarten das Thema, dass die Kultusstätte früher von den Patriarchen Berg, Feld und Haus genannt wurde. Sodann ermahnte Dr. Weingarten auch die Nichtjuden zu achten und zu ehren, da wir alle den einen Zweck verfolgen, Gott zu ehren. Mit einem Gebet für den Kaiser und das kaiserliche Haus schloss Herr Dr. Weingarten, und hinterließ diese oratorische Leistung einen großartigen und erhebenden Eindruck auf alle Teilnehmer. Mit der Hymne 'Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre' schloss die offizielle Feier. Nach einer halbstündigen Pause fand der Abendgottesdienst statt. In liebenswürdigster Weise übernahm Herr Kantor Weißmann aus Frankfurt am Main auf Einladung der Gemeinde die Sologesänge und überraschte alle durch seine wohltönende und wohlklingende Stimme, die in dem neuen Gotteshause vollkommen zur Geltung kam. Abends um 9 Uhr fand im 'Preußischen Hof' Militärkonzert, mit einem sorgfältig ausgewählten Programm statt. Hier begrüßte Herr Lomnitz die erschienen Gäste, insbesondere die Ehrengäste und Vertreter der Behörden. Herr Rabbiner Dr. Weingarten brachte den Kaisertoast aus und stimmten die Anwesenden die Nationalhymne an. Weiter toastete Herr Stadtverordneter Rosenthal auf Architekt, Bauhandwerker und Baukommission. Herr Bürgermeister Kauter auf die Israelitische Gemeinde, Herr Dr. Landau auf den Festausschuss, Herr Niclas auf den Chor, Herr Stadtverordnetenvorsteher Brand auf die Damen. Am Samstag Morgen 9 Uhr fand der Hauptgottesdienst statt, wobei Herr Kantor Weißmann die Sologesänge rezitierte, unter wackerer Beihilfe des Chors. Damit auch die Kinder zu ihrem Recht kamen, fand nachmittags ein wunderschönes Kinderfest statt, und man konnte es den Kindern an ihren Gesichtern ablesen, dass es sie voll befriedigte. Abends 9 Uhr fand in der Alten Post ein Festbankett statt und erwiesen sich die großen Räume viel zu klein. Rühmend hervorzuheben ist, dass die Bürger wetteiferten, durch Beflaggen ihrer Häuser die Feststimmung zu heben, und haben die Bewohner der Stadt Limburg erwiesen, dass sie in einer Stadt der Toleranz wohnen. N."    
  
Limburg Israelit 11091903.jpg (21027 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September 1903: "Die Israelitische Gemeinde zu Beuel hat am 28. vorigen Monats, die Gemeinde zu Limburg am 6. dieses Monats ihre neue Synagoge eingeweiht."     

  
Nur 35 Jahre blieb die Limburger Synagoge Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in Limburg.    
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synago
ge durch durch den SS-Sturmbann II/78 angezündet. Sie ist völlig ausgebrannt. Die Brandruine wurde beseitigt, das Grundstück neu bebaut.  
  
1981 wurde am Standort der ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel angebracht.   
  
Zur neuen Synagoge der jüdischen Gemeinde (2009 eingeweiht) siehe weitere Seite.    
  
  
Adressen/Standorte der Synagogen   

Synagoge von 1903: Untere Schiede 27  

  
  
Fotos
(Quelle: sw-Darstellungen: Stadtarchiv Limburg; Foto um 1910: Sammlung Hahn; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.08.2009)     
Die alte Synagoge   Limburg Synagoge a175.jpg (83363 Byte) Limburg Synagoge a170.jpg (72549 Byte)
  Blick von der Lahnbrücke auf den Dom,
 rechts unterhalb - an der Kirchturmspitze
 erkennbar - die ehemalige alte Synagoge /
 Kapelle
Blick vom "Römer" auf die 
ehemalige alte Synagoge 
/ Kapelle 
  
     
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  Blick auf die Kapelle - 
frühere Synagoge
Hinweistafel auf die heutige Nutzung als
 "Evangelisch-lutherische St.-Johanneskapelle"
     
     
Die neue Synagoge von 1903      
Limburg Synagoge 151.jpg (187859 Byte) Limburg Synagoge 400.jpg (128528 Byte) Limburg Synagoge 401.jpg (112330 Byte)
Foto um 1910 (links) / Darstellung der ehemaligen Synagoge Innenansicht der Synagoge
Das Foto oben in hoher Auflösung       
         
Die Synagoge nach dem Brand und der
 Zerstörung beim Novemberpogrom 1938
 
(Foto: Stadtarchiv Limburg)  
LImburg Synagoge 1938.jpg (127451 Byte)  
     
     
 Der Synagogenstandort im Sommer 2009    
Limburg Synagoge n178.jpg (79766 Byte) Limburg Synagoge n177.jpg (80044 Byte) Limburg Synagoge n175.jpg (84551 Byte)
Der Synagogenstandort im Sommer 2009  Die Gedenktafel* 
     *seit November 2015 im Gemeindezentrum der heutigen jüdischen Gemeinde; am Standort erinnert inzwischen ein Bronzemodell auf einer Stele an die frühere Synagoge  
     
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

November 2010: Gedenkveranstaltung zur Zerstörung der Synagoge 1938    
Artikel in der "Nassauischen Neuen Presse" vom 9. November 2010 (Artikel): 
"An die Opfer erinnern, Nach der Pogromnacht kam der Dr. Sally Leibowitz ins KZ
In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 brannten die Synagogen, gab es organisierte Gewalt gegen jüdische Bürger. Die Erinnerung daran wurde gestern Abend in der Johanneskapelle und auf der Schiede wach gehalten. 
Limburg. 'Nach einem Zählappell marschierten wir zum Bahnhof', schreibt Dr. Sally Leibowitz in seinen Erinnerungen an den 9./10. November 1938 in Limburg. 'Links und rechts von uns standen Einwohner der Stadt. Einige in betroffenem Schweigen, viele aber verspotteten uns, ja spukten sogar auf uns. Und unter den Marschierenden sahen viele von diesen Zuschauern einen Arzt, der sie und ihre Familien 24 Jahre lang betreut hatte. ' Der Arzt, das war Sally Leibowitz..."     
 
November 2013: Presseartikel zu den Ereignissen 1938  
Artikel von Johannes Laubach in der "Nassauischen Neuen Presse" vom 8. November 2013: "Als die Synagoge brannte" (Link zum Artikel)   
Zu weiteren Artikeln bitte über Suchmaschinen im Internet recherchieren.   
 
Juli 2014: Schüler werden für ihr Engagement für "Stolpersteine" nach Berlin eingeladen  
Artikel in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 15. Juli 2014: "Belohnung für tollen Einsatz
Als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement beim Projekt 'Stolpersteine für Limburg' hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch die Klasse 9cR der Leo-Sternberg-Schule zu einem Besuch nach Berlin eingeladen..."   
Link zum Artikel        
 
November 2015: Die Gedenktafel für die frühere Synagoge ist nun im neuen jüdischen Gemeindezentrum     
Artikel in der "Nassauischen Neuen Presse" vom 28. November 2015: "'Eine lange jüdische Tradition'. 
Limburg.
Die Plakette, die auf der Schiede über viele Jahre an die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Limburg erinnerte, hat einen neuen Platz. Im Gemeindezentrum der heutigen jüdischen Gemeinde hängt sie an der Wand, links und rechts umgeben von einigen Bildern der ehemaligen Synagoge, die in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 ausbrannte und danach abgerissen wurde. An dem Standort erinnert heute ein Bronzemodell auf einer Stele an das Gebäude..."  
Link zum Artikel     
Weiterer Artikel im "Weilburger Tageblatt" vom 29. November 2015: "Einen neuen Platz gefunden. Geschichte. Gedenktafeln wandern von der Schiede ins jüdische Gemeindezentrum..."  
Link zum Artikel     
 
März 2016: Neuer Flyer informiert über die Geschichte der Synagoge   
Artikel in der "Nassauischen Neuen Presse" vom 10. März 2016: "Geschichte der Synagoge 'Eine Zierde des Straßenbildes'. 
Über die Geschichte der Synagoge an der Schiede informiert ein neuer Flyer. Er liegt künftig bei der jüdischen Gemeinde und im Stadtarchiv aus und steht unter www.limburg.de auch zum Download bereit.
Limburg. 'Eine Zierde des Straßenbildes' nannte man die Limburger Synagoge, die von 1903 bis 1938 an der Schiede stand. Sie wurde unter Anteilnahme der gesamten Limburger Bevölkerung im September 1903 eingeweiht, aber 1938 von den Nazis zerstört. Über die Geschichte dieses Gotteshauses informiert ein neuer Flyer, den Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) an Elena Kopirovskaja, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, übergab. Erstellt wurde der Flyer von Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker. Kopirovskaja wies darauf hin, dass die Limburger Gemeinde inzwischen rund 200 Mitglieder zählt. Auch die jüdische Geschichte Limburgs sei für sie von großer Bedeutung. Dem Bürgermeister sagte sie: 'Wir danken Ihnen, dass Sie der Deportierten und Ermordeten in Ehren gedenken. Das ist sehr wichtig für uns.' Kantor Avraham Serf sang den 30. Psalm und erläuterte die Bedeutung von Synagoge und Thora. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung und Hilfe seitens des Staates und der Stadt. Auch er betonte die Wichtigkeit der Tradition und die Verbundenheit mit der Geschichte. 'Wir sind gekommen, um Ihnen ein Stück Geschichte zurückzugeben', sagte Bürgermeister Hahn. 'Die Stadt Limburg kennt ihre Verantwortung.' Er sicherte den jüdischen Gemeindevertretern auch für die Zukunft die Unterstützung der Stadt zu. 'Mir persönlich ist es wichtig, dass wir die Erinnerung an das dunkelste Kapitel unseres Volkes wachhalten.'" 
Link zum Artikel      Link zum Download des Flyers    
 

   
   
Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Limburg an der Lahn  
Website der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Limburg e.V.    
Zur Seite über die jüdischen Friedhöfe in Limburg an der Lahn (interner Link) 
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Limburg  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Limburg 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Limburg sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,537   Mitgliederverzeichnis der jüdischen Gemeinde und Gräberverzeichnis des alten jüdischen Friedhofs in Limburg a.d. Lahn: enthält ein Verzeichnis der Mitglieder der Kultusgemeinde Limburg 1933 - 1939, ein Gräberverzeichnis des alten jüdischen Friedhofs in Limburg mit Situationsplan, zum Teil mit hebräischen Anmerkungen  1848 - 1924, Ernennung der Vorsteher der Kultusgemeinde 1927 - 1939, Aufnahme und Abtragung eines Darlehens in Höhe von 100 Gulden durch die jüdische Gemeinde 1800, 1817,  Verkauf der alten evangelischen Kirche in Limburg durch die Kirchengemeinde an die jüdische Gemeinde in Limburg, mit Auszug aus dem Stockbuch, 1866 - 1967; enthält auch Angaben zu Dehrn und Staffel; darin auch: maschinengeschriebene Abschrift der Instruktion für die Vorstände der israelitischen Kultusgemeinden des Herzogtums Nassau von 1852  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3732263     
HHStAW 365,538   Sterberegister der Juden von Limburg a.d. Lahn  1903 - 1938: enthält Sterberegister mit Angabe von Gewerbe, Wohnort, Geburts-, Todes- und Beerdigungsdatum, Grabnummer und Todesursache  1903 - 1938, Kaufgräber auf dem jüdischen Friedhof in Limburg 1913 - 1937, Urnen-Beisetzungen von Juden, 1920 - 1924  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3553832         

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 484-488; III,1 S. 746-748.    
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 491-494. 
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 134.  
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994.  
dies.: Neuauflage der vorgenannten Bücher 2007. S. 228-230.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 135-137.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 496-497.  
Limburg Lit 010.jpg (11643 Byte)Limburg im Fluss der Zeit. Schlaglichter aus 1100 Jahren Stadtgeschichte. Limburg 2010 (Beiträge zur Geschichte der Kreisstadt Limburg a.d. Lahn Bd.1). ISBN 978-3-936162-08-0. 29 €. Erhältlich im Stadtarchiv Limburg. Adresse: Mühlberg 2 (Schloss)   65549 Limburg a. d. Lahn  Tel.: 06431-932367. Fax: 06431-5843947. E-Mail 
Darin enthalten sind drei Beiträge zur jüdischen Geschichte der Stadt:   
- Dorothea Putziger: Jeder darf wieder frei bei uns kaufen. Die Geschichte von "Geschwister Mayer". Ein jüdisches Kaufhaus in Limburg an der Lahn 1902-1935. S. 589-624.
- Christa Pullmann: Bürger auf Widerruf. Die Juden in Limburg zwischen den Weltkriegen.  S.625-649.
- Helmut Zimmermann: Returned to Limburg after the holocaust. Der jüdische Arzt Dr. Philipp Weinholt kehrte 1953 in seine Heimatstadt zurück. Versuch eines Portraits. S. 679-694. 
Christoph Waldecker (Stadtarchivar in Limburg): Limburger Synagoge 1903 - 1938. Faltprospekt - eingestellt als pdf-Datei aus www.limburg.de    

      
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Limburg  Hesse-Nassau. Jews living in Limburg founded a community but fell victim to the Black Death persecutions of 1348-49. The community which was established later worshiped in a disused church from 1867 until 1903 - when it dedicated a big new synagogue - and numbered 181 (3 % of the total) in 1910. Under the Weimar Republic, branches of the Central Union (C.V.) and Jewish War Veterans Assiciation were active. From 244 in 1933, the community dwindled to 67 in November 1938. SS troops organized a pogrom shirtly before Kristallnacht (9-10 November 1938), and burned down the synagogue. Men, women, and children, were imprisoned. Altogether, 79 Jews emigrated and 117 moved to other German cities; at least 20 perished in the Holocaust. 
    
      

                   
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Stand: 16. Dezember 2016