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Coburg (Kreisstadt,
Oberfranken) mit Bad Rodach (Landkreis Coburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Es besteht eine weitere Seite mit
Texten zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(anklicken)
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Mittelalter
In der verkehrsgünstig an der Straße Nürnberg-Leipzig
liegenden Stadt Coburg gab es eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter.
Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts lassen sich jüdische Einwohner
nachweisen. 1321 wird erstmals eine "Judenvorstadt" (villa
Judaeorum) genannt. Die vom Marktplatz zum "Judenberg"
führende "Judengasse" wird seit 1408 genannt. 1323 bis 1338
lebten einige Coburger Juden in Nürnberg (u.a. Hanna von Coburg). In der
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird ein Sohn des Isaak von Coburg genannt.
1301 war Bischof Manegolt von Würzburg bei Coburger Juden verschuldet. Die Judenverfolgung
in der Pestzeit 1348/49 traf auch die Coburger Juden. 1354 wird Seligmann von
Coburg in Nürnberg genannt.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebten wiederum Juden in der
Stadt. 1382 waren es mindestens vier, 1418 neun Juden (beziehungsweise jüdische
Haushaltungen / Familien). Einzelne waren von Kronach, Lichtenfels, Höchstädt
und Hildburghausen zugezogen. Andererseits werden Coburger Juden im 15. Jahrhundert in
Nürnberg, Konstanz, Ulm, Würzburg, Italien genannt. Die jüdischen Familien
lebten überwiegend vom Geldhandel. Bei Coburger Juden waren u.a. verschuldet:
der Bischof von Würzburg, der Bischof von Bamberg, der Graf von Henneberg, das
Kloster Langheim u.a.m. Die Coburger Juden wurden vor 1447 vertrieben, da
in diesem Jahr der Herzog von Sachsen über die Synagoge verfügte. Bereits 1422
war den Juden der Aufenthalt in Coburg von Bischof Johannes zu Würzburg
verboten worden. Einzelne jüdische Personen lebten jedoch offenbar auch in der Folgezeit in der
Stadt (1466 genannt), zumal 1490 das Niederlassungsverbot erneuert werden
musste. 1533 wird ein Jude in der Stadt genannt.
Historische Darstellung und Fotos zur mittelalterlichen jüdischen Geschichte
| Historische
Ansichtskarten |
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| "Gruss aus Coburg: Der
Judenthurm und Judengasse vor 100 Jahren" |
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Die Karte
(Sammlung Hahn) wurde
versandt am 14. April 1899 (Poststempel Coburg) mit der
Bemerkung
(links am Rand): "der kleine Turm wird nächste Woche
abgerissen". |
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Karten rechts aus der
Sammlung
von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries |
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Die obige Karte zeigt wie oben
noch den
kleinen Turm; die Künstlerkarte wurde
1898 von Coburg nach
Berlin versandt.
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Die obige Karte zeigt bereits die Situation ohne
den kleinen Turm; die Künstlerkarte des Verlags
Raphael Tuck & Sons
wurde verschickt von
Coburg nach Seybothenreuth am 3. Juli 1922. |
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Judengasse und Judentor
(Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 10.4.2007) |
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Die "Judengasse" in
der Altstadt |
Straßenschild |
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| Das "Innere
Judentor" (12.-16. Jahrhundert) |
Hinweistafel am "Inneren
Judentor" |
19./20. Jahrhundert
Erst im 19. Jahrhundert kam es wieder zur Gründung einer jüdischen
Gemeinde. Nach 1800 konnte zunächst eine Familie zuziehen. Seit Mitte des
19. Jahrhunderts kamen weitere Familien dazu. 1869 waren es 12 Familien, von
denen in diesem Jahr acht erstmals einen Antrag bei den Behörden stellten, eine
Gemeinde gründen zu dürfen. Da die vier anderen Familien gegen eine Gründung
waren, verzögerte sich die Angelegenheit, bis schließlich im April 1873
auf der Basis der freiwilligen Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde die
beitrittswilligen Familien die Statuten einer jüdischen Gemeinde genehmigt
bekamen.
1873
wurde mit Simon Oppenheim ein jüdischer Lehrer angestellt, der zugleich als
Vorbeter und Schächter tätig war und bis 1909/14 in der jüdischen Gemeinde als
prägende Gestalt des Gemeindelebens wirkte. Die Stelle war 1872 in der
Zeitschrift "Der Israelit" ausgeschrieben worden (Ausgabe vom
13.11.1872):
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1872: "Offene
Lehrerstelle. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle
eines Lehrers vakant, der auch die Funktionen eines Schochet und Vorbeters
auszuüben hat. Vorläufiger fester Jahresgehalt 600 Gulden s.W. außer den
Nebeneinnahmen. Persönlichkeiten, die das Seminar absolviert haben, wollen sich
gefälligst melden bei
H. Masur. Coburg, 3. November
1872." |
Nachfolger von Oppenheim war seit 1909 der Lehrer und Prediger
(zugleich Rabbinatsvertreter) Hermann Hirsch.
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19./20. Jahrhundert
wie folgt: 1869 68 jüdische Einwohner, 1880 210 (1,3 % von insgesamt 15.791),
1895 240 (1,3 % von 18.688), 1910 313 (1,3 % von 23.789), 1925 Höchstzahl
von 316 (1,3 % von 24.701). Von jüdischen Personen wurden zahlreiche
Gewerbebetriebe (Fabriken, Handelshäuser, Groß- und
Einzelhandelsgeschäfte usw.) aufgebaut, die für die wirtschaftliche
Entwicklung Coburgs von großer Bedeutung waren. Exemplarisch sei die in ganz
Süddeutschland tätige Hut- und Mützenfabrik von Sally Ehrlich genannt. An
seinem Haus in der Sally-Ehrlich-Straße 10 informiert bereits seit 1946 (durch
Veranlassung seines in der US-Armee tätigen Neffen) eine einfache Gedenktafel
über sein Schicksal ("...wurde in Polen aus Gründen seiner
Religionszugehörigkeit mit Tausenden seiner Glaubensgenossen auf Befehl der
Hitler-Regierung ermordet"). Die jüdischen Einwohner waren großenteils
voll im Leben der Stadt integriert: Kaufmann Julius Mai war jahrelang Mitglied
des Stadtrates und bis 1933 Schatzmeister der städtischen Handelskammer. Dr.
Reinhard Alkan war 25 Jahre Vorsitzender der städtischen Ärztevereinigung.
Als besondere Einrichtung Coburgs war weit über Coburg hinaus bekannt das 1917
gegründete Internat ("Knabenpensionat") des Predigers Hermann Hirsch
(Hohe Straße). Es galt als "vornehmes Erziehungsinstitut" mit
"besten Erziehungs- und Schulerfolgen". Auch für Ferien- und Erholungsaufenthalt
für Jungen in schulpflichtigem Alter wurde es gerne besucht. Das Internat
lag in einem 7.000 qm großen Park. Die links stehende Anzeige erschien noch am
4. September 1936 in der "Jüdischen Rundschau".
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Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde sieben
Männer, deren Namen auf dem Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen im
jüdischen Friedhof verzeichnet sind: Vizefeldwebel Dr. jur. Moritz Weinberg
(geb. 23.5.1886 in Coburg, gef. 5.9.1914), Julius Ehrlich (geb. 10.11.1883 in
Römhild, gef. 8.12.1914),
Ludwig Seligmann (geb. 16.7.1892 in Gleicherwiesen, gef. 13.1.1917), Dedo Cramer
(geb. 23.6.1882 in Gleicherwiesen, gef. 14.5.1917), Vizefeldwebel Alfred Schloss
(geb. 12.3.1893 in Gleicherwiesen, gef. 13.1.1917). Eine ergänzende Platte weist auf
dem Gefreiten Arthur Frankenberg hin, der an seiner Verwundung im Mai 1917 starb
(geb. 21.8.1891 in Coburg, gest. 5.5.1917). Auf dem
Gefallenendenkmal am Schlossplatz unter den Arkaden werden folgende Namen
jüdischer Gemeindeglieder genannt: Dedo Cramer (s.o.), Julius Ehrlich (s.o.), Moritz
Elsbach (geb. 9.1.1888 in Coburg, gef. 16.12.1914), Arthur Frankenberg (s.u.), Ludwig
Seligmann (s.o.). Außerdem sind aus Coburg die folgenden jüdischen Männer
gefallen: Erich Besser (geb. 13.9.1882 in Neusalz, Oder, gef. 27.2.1918), Alfred
Ruppel (geb. 18.6.1883 in Gotha, gef. 16.7.1918)
Um 1925
waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde:
Sanitätsrat Dr. Masur, Wilhelm Sandler, Nathan Forchheimer, Abraham Friedmann
und Julius Plaut (1932 Dr. Masur, Wilhelm Sandler und Kommerzienrat Friedmann).
Als Ausschussmitglieder (Gemeindeausschuss) waren tätig: J. Altmann sen., A.
Bamberger, H. Ehrlich, H. Ferchheimer, A. Friedländer, S. Kohn und Julius Weil
(1932 war 1. Vorsitzender des sieben Personen umfassenden Gemeindeausschusses S.
Kohn, 2. J. Weiß, 3. A. Sachs). Lehrer und Prediger war Hermann Hirsch
(derselbe 1932; den Religionsunterricht besuchten 1932 30 Kinder der Gemeinde).
An jüdischen Vereinen bestanden u.a.: eine Chewra Kadische (gegründet 1905,
Ziele: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Bestattungswesen, Leitung 1932
Wilhelm Sandler, 68 Mitglieder), der Israelitische Frauenverein e.V. unter
Leitung von Frau Sali Altmann und Frau L. Friedländer mit zusammen 100
Mitgliedern (gegründet 1878; 1924 und 1932 jeweils 95 Mitglieder; Ziel: Unterstützung
hilfsbedürftiger
Frauen) sowie die von der jüdischen Gemeinde verwaltete Israelitische
Armenkasse (gegründet ca. 1876, Vorsitzender Sanitätsrat Dr. Masur, Ziele:
Unterstützung hilfsbedürftiger Ortsangehöriger und Durchreisender). Mehrere
jüdische Reichsorganisationen hatte eine Filiale in Coburg. Zur
Gemeinde in Coburg gehörten auch die in Rodach lebenden jüdischen Einwohner
(1901 wird das Tuch- und Manufakturwarengeschäftes von N. Schloss in Rodach
genannt, vgl. Anzeige;
1924 sechs jüdische Einwohner in der Stadt). Die jüdische Gemeinde war keinem Rabbinatsbezirk zugeteilt
worden. Doch gab es eine Betreuung durch das Rabbinat Bamberg.
Seit Anfang der 1920er-Jahre war Coburg ein Zentrum
völkisch-nationalistischer Aktivitäten. Erste Überfalle auf jüdische
Einwohner gab es bereits 1924. Coburg war auch die erste Stadt Deutschlands, in
der die Nationalsozialisten schon 1929 die Mehrheit im Stadtrat hatten und auch
den Oberbürgermeister stellten. Entsprechend heftig war die antijüdische
Hetze, die bereits im September 1932 zur Kündigung der Synagoge führte (s.u.).
1933 wurden 233 jüdische Gemeindeglieder gezählt (0,9 % von insgesamt
25.707 Einwohnern). Seit 1933 litten die jüdischen Familien unter den
ständig zunehmenden Repressalien, den Folgen des wirtschaftlichen Boykotts und
willkürlicher Überfälle und Verhaftungen. So wurden am 25. März 1933 40
prominente jüdische Einwohner verhaftet und im Rathaus mit Lederriemen
teilweise bewusstlos geschlagen. Bereits 1933/34 waren die jüdischen Einwohner
von allen öffentlichen Einrichtungen ausgeschlossen worden, die jüdischen
Schüler von den städtischen Schulen verwiesen. Trotz aller Schwierigkeiten
versuchte die Gemeindeleitung, ein geregeltes jüdisches Gemeindeleben aufrecht
zu erhalten. Bis September 1938 hatten 112 jüdische Einwohner die Stadt
verlassen; 63 von ihnen konnten ins Ausland emigrieren. 21 Coburger Juden sind
in dieser Zeit gestorben, mehrere durch Suizid. Beim Novemberpogrom 1938 wurde
mit brutaler Härte gegen die noch in der Stadt lebenden jüdischen Personen
vorgegangen. Es kam zu schweren Misshandlungen, Zerstörungen der Wohnungen und
der jüdischen Läden. Wenig später wurden die Coburger Juden gezwungen, ihre
Wohnungen zu räumen und in zwei jüdische Wohnhäuser umzuziehen. Diese
restlichen Gemeindemitglieder wurden 1941/42 in drei Transporten deportiert
(27.11.1941 nach Riga, 25.4.1942 nach Izbica bei Lublin, 9.9.1942 nach
Theresienstadt). Am 19. November 1942 war die Stadt nach Bescheid des
Oberbürgermeisters "judenrein".
Von den in Coburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", verglichen mit den Namen des Ehrenmals auf dem Friedhof): Katharina
Abraham geb. Nelhans (1877), Jakob Altmann (1867), Israel Josef Altmann (1866),
Frieda Baumwollspinner geb. Freund (1876), Wolf Baumwollspinner (1882), Elly
(Ellen) Rosa Bernstein geb. Saalfeld (1882), Iwan Bernstein (1869), Ursula Bernstein
(1910), Elisabeta Besser (1885), Siegfried Besser (1881), Siegfried Braun (geb.
?), Ernst Caspary (1896), Thekla Cohn geb. Kaufmann (1879), Dr. Moritz Cramer
(1877), Erna David geb. Fleischmann (1882), Berta (Betty) Drattler geb. Rosner (1881),
Max Ehrlich (1888), Sally Ehrlich (1878), Else
Eichbaum geb. Caspary (1894), Gretl Eichbaum geb. Neumann (1902), Ella Elsbach (1897),
Henriette (Henny) Elsbach (1886),
Fanny Fechheimer geb. Horowitz (geb. ?), Walter Fechheimer (1911), Gertrud
Flersheim geb. von Mayer (1872), Bertha Frank (1885), Gustel Frank (geb. ?),
Siegfried Frankenberg (1895), Betty Friedmann geb. Reichmannsdorfer (1880), Jakob Friedmann (geb. ?), Karl Friedmann (1869), Dora
Frohmann geb. Korn (1855), Erna Hirsch geb. Alkan (1882), Kuno Hirsch (1868),
Heinrich Holzer (1908), Justizrat
Toni Israelsky (geb. ?), Edith Katz (1911), Jenny Katz geb. Ehrlich (1879),
Julius Klein (1876), Klara Klein geb. Oettinger (1889), Walter Köhler (1918),
Herbert Kohn (1881), Hermine Kohn geb. Kirschner (1878), Ilse Kohn (1906), Jenny
Kohn geb. Sender (1881), Karol Kohn (1910), Max Kohn (1876), Siegfried Kohn
(geb. ?), Walter Kohn (1909), Erna Hilde van Koppelen geb. Ludwig (1912), Sabina
Levenbach geb. Baum (1876), Max (Meyer) Levenbach (1876), Else Lewy geb.
Lipp (1891), Walter Lewy (geb. ?), Lydia Lindheimer (1875), Heinz (Heinemann)
Löwenherz (1902), Bella Ludwig geb. Kahn (1888), Martin von Mayer (1875), Mathilda Ochs geb. Gutmann
(1866), Carolin Plaut (geb. ?), Eduard (Elias) Plaut (1868), Alfred Plessner (1887),
Margarethe (Marga) Plessner geb. Lohde (1892), Ilse Pool geb. Kohn (1906),
Anneliese Radzieyewski (1929), Gustav Reichmannsdorfer (1878), Rosa Rosenthal
geb. Wachheimer (1880),
Berta Rothschild geb. Frohmann (1880), Simon Rothschild (1867), Erich Saalfeld
(geb. ), Martin Saalfeld (1877), Meta Saalfeld geb. Fleischer (1896), Thekla
Sander geb. Reilinger (1882), Wilhelm Sandler (1876), Esther Rosa Schmerzler
(1927), Sara Schmerler geb. Wilk (1898),
Henrietta (Mimi) Schmid geb. Hartogh (1873), Eva Simon (1926), Dorothea Simon
geb. Silberstein (1877), Hans Simon
(1888), Ludwig Sommer (1901), Ignatz Stern (geb. ?), Rosa Stern geb. Rosenthal (1877),
Hesslein Hermann Strauß (1876), Siegfried Weinberg (1889), Walter Dietrich
Weinberg (1924), Julius Weiss (1881), Selma
Weiss geb. Kahnlein (1884), Stephanie Widrich geb. Wilhelm (1903), Berta
Winterfeldt geb. Alkan (1881).
Auf dem jüdischen
Friedhof der Stadt wird an 48 der genannten Personen erinnert.
In der Stadt erinnern seit 2009/10 zahlreiche "Stolpersteine"
an viele der genannten Personen (siehe Berichte unten)
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge (judenschul) gab es bereits im Mittelalter.
Sie ist erstmals 1393 in einer Urkunde genannt und lag in der Judengasse
in der Nähe des "Judentores". Eine genauere Lokalisation ist nicht
möglich. 1433 wird ein Vorsänger genannt. Von einem reichen Geistesleben
der Coburger Juden zeugt eine reich illuminierte hebräische Handschrift (Tora),
die 1390-1395 vom Schreiber Simcha ben Samuel Halewi für Jacob Meir ben Owadia
in Coburg geschrieben wurde. Nach der Ausweisung der Juden aus Coburg wurde die
Synagoge 1447 mit Hilfe einer großen Spende eines Coburger Bürgers in
eine christliche Marienkirche umgewandelt. Wie lange diese Kirche bestand oder
wann sie abgebrochen wurde, ist nicht bekannt.
Die im 19. Jahrhundert zugezogenen Familien konnten an den hohen Feiertagen den
privaten Betsaal im Haus der Familie Simon nutzen, an gewöhnlichen
Schabbatot wurden sie jedoch dorthin nicht eingeladen. Die 1873
gegründete Gemeinde stellt beim Stadtrat den Antrag, die Nikolaus-Kapelle
zu einer Synagoge umwidmen zu dürfen. Diese war einige Jahre kaum genutzt
geblieben, seitdem die katholische Kirchengemeinde 1860 die Kirche St. Augustin
einweihen konnte. Zwischen 1860 und 1873 wurden gelegentlich evangelische
Gottesdienst für die Bewohner des Armen- und Altenheims durchgeführt. Der
Stadtrat Coburgs stimmte der Nutzung zu und gewährte der jüdischen Gemeinde
"zum alleinigen und ewigen Gebrauche" Nutzungsrecht der Kapelle. Im
Laufe des Jahres 1873 wurde der Umbau vorgenommen. Dabei wurde unter anderem eine weit in den
Raum greifende Frauenempore eingebaut, zu der eine Innentreppe und eine
überdachte Außentreppe führten. Im Altarbereich wurde ein Toraschrein
eingefügt, davor stand das Lesepult (Almemor) zum Auflegen der Torarolle.
Die jüdische Gemeinde erhält die St.
Nikolaikirche für ihre Gottesdienste (1873)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. September
1873: "Coburg, im August (1973). Ein Akt der Toleranz wird aus
Coburg gemeldet. Die dort vor kurzem gebildete israelitische
Kultusgemeinde hat von der Stadt die St. Nikolaikirche, welche früher den
Katholiken überlassen war, unentgeltlich zu ihren Andachtsübungen
eingeräumt erhalten.
Welch anderer Geist, als wie an anderen Plätzen, wo die ersten Juden, die
sich niederlassen, weil bis dahin mittelalterliche Privilegien sie
ausschlossen, mit den größten Hindernissen, selbst rohen Misshandlungen
zu kämpfen, und sich der Sicherheit erst heldenmäßig zu erstreuten
hatten! Redaktion." |
Im November
1873 konnte die Einweihung der neuen Synagoge in Coburg feierlich
begangen werden, worüber Lehrer S. Oppenheim in der "Allgemeinen Zeitung
des Judentums" berichtete:
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des
Judentums" vom 1. Dezember 1873: "Coburg (im November 1873). Bei
den religiösen Wirren der Gegenwart, bei der Unduldsamkeit und
Verfolgungssucht, welche die Zeloten aller Konfessionen zur Schau tragen,
ist es umso erfreulicher, von einem Akte berichten zu können, der als
eine Tat der reinsten Humanität und Toleranz mustergültig dasteht. In
hiesiger Stadt wohnten bis vor wenigen Jahren nur 3 jüdische Familien.
Durch Zuzug von außen hat sich ihre Anzahl auf 25 erhöht. Die meisten
Familien traten vor etwa einem Jahre zu einer Gemeinde zusammen, und
sorgten zunächst durch Anstellung eines Lehrers für die Befriedigung
ihrer religiösen Bedürfnisse. Aber es fehlte an einem geeigneten Lokale
zur Abhaltung des öffentlichen Gottesdienstes. Da wandte sich denn die
junge Gemeinde an den Magistrat mit der Bitte, ihr die Nikolaikirche
(städtisches Eigentum), welche wenig benutzt wird, zu diesem Zweck zu
überlassen. Was wohl nur wenige gehofft hatten, das geschah, Der
Magistrat überließ in wahrhaft hochherziger Weise der jüdischen
Gemeinde die genannte Kirche zum alleinigen und ewigen Gebrauche.
Die Freude über diesen, von der edelsten reinsten Liebe eingegebenen
Beschluss vermag meine Feder nicht zu schildern. Sofort machte sich die
jüdische Gemeinde an die Arbeit, die ihr überwiesene Kirche zu
restaurieren und dem Zwecke gemäß einzurichten, sodass dieselbe bereits
am Sabbat vor dem Neujahrsfeste eingeweiht, und ihrem nunmehrigen Zwecke
übergeben werden konnte. Die Einweihung selbst wurde von dem
unterzeichneten Lehrer der Gemeinde vollzogen. Zu derselben waren die
Spitzen der Behörden, das Ministerium, der Magistrat, die
Stadtverordneten und die Geistlichkeit geladen und erschienen.
Zunächst hieß Herr Friedmann die Behörden etc. im Namen der Gemeinde
willkommen, und sprach zugleich den Wunsch aus, dass die wenigen Familien,
welche der Gemeinde sich noch nicht angeschlossen, doch bald ihren
Beitritt erklären möchten (Anmerkung: Es besteht nämlich in
Coburg-Gotha kein Religionszwang, sowie überhaupt kein Gesetz für die
Juden, sodass die Gemeinden sich nur aus freiwilliger Vereinigung bilden
können). Alsdann hielt Unterzeichneter nach vorhergegangener Liturgie die
Weiherede mit Zugrundelegung des Textes: 'Mein Haus ist ein Haus der
Andacht, für alle Völker'. Möge nun auch die Gemeinde sich der ihr erwiesenen
Wohltat würdig zeigen, dadurch, dass sie in ihrem eigenen Schoße Frieden
und Einigkeit zu erhalten sich bestrebt, sowie dass sie Humanität und
Toleranz als die würdigsten Ziele ihres Strebens betrachtet. Schließlich
sei noch erwähnt, dass der jüdischen Gemeinde auch ein Teil des
städtischen Begräbnisplatzes zu ihrem ausschließlichen Gebrauche von
dem Magistrat überwiesen worden ist. S. Oppenheim,
Lehrer." |
Trotz der Einweihung einer Synagoge 1873 bestand der Betsaal
im Haus der Familie Simon fort und wurde auch weiterhin als Synagoge verwendet.
Darüber erfährt man aus einem Bericht von 1878, in dem auch die Problematik
angesprochen wird, dass die Synagoge in der Nikolaikapelle außerhalb der
(damaligen) Stadt lag:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Oktober 1878: "In
Coburg hat sich, ebenfalls seit der Freizügigkeit, um die ursprünglich
sehr kleine Stammgemeinde eine zahlreiche israelitische Einwohnerschaft,
gleich der ersteren aus sehr achtungswerten Mitgliedern bestehend,
angesammelt. Die gesamte israelitische Einwohnerschaft der Stadt beziffert
sich jetzt auf etwa 70 Familien. Es befindet sich alldort eine von einem
tüchtigen Lehrer geleitete israelitische Religionsschule und eine
schöne, doch der Gemeinde nicht eigentümlich angehörende Synagoge. Die
Stadt hat nämlich der israelitischen Gemeinde eine Überkomplete Kirche
leihweise, zum Zwecke des Gottesdienstes, gratis zur Verfügung gestellt,
welche von der Gemeinde als Synagoge eingerichtet worden ist. Die Stadt
hat sich sogar bereit erklärt, den Israeliten die Kirche gegen billigen
Kaufpreis gänzlich abzutreten, und der Kauf würde sich auch bereits
vollzogen haben, wenn nicht der Umstand, dass die betreffende Kirche nicht
innerhalb, sondern in einiger Entfernung außerhalb der Stadt liegt, der
Gemeinde einiges Bedenken erregte, da der Besuch des Gottesdienstes leicht
dadurch leiden könnte. Ein ähnliches Verhältnis habe ich bis jetzt nur
in Limburg an der Lahn, in der Provinz Nassau, gefunden. Hier hat nämlich
die israelitische Gemeinde eine mitten in der Stadt gelegene hübsche
kleine Kirche zu sehr mäßigem Preise gekauft und sich zu einer
stattlichen Synagoge eingerichtet. Es liegt in solchen Vorkommnissen
sicher eine sehr erfreulich Toleranz seitens der Christen, eine
achtungsvolle Würdigung unseres Bekenntnisses, ein schöner Erfolg der
humanitären Bestrebung und ein Fortschritt wirklicher Bildung und
Aufklärung. Welch ein Umschwung der Zeiten. In Spanien hat man einst die
schönsten Synagogen in Kirchen verwandelt; jetzt überlässt man den
Juden gernwillig überkomplete Kirchen zur Übung des jüdischen
Gottesdienstes. Solche Erscheinungen trösten für manche Unbill und
lassen uns bei Allem und trotz Allem doch hoffnungsvoll in die Zukunft
blieben. Außer dieser findet sich aber noch eine recht schöne Synagoge
in Coburg. Es ist das ein eigentümliches Verhältnis. Es wohnten früher
nur wenige Juden daselbst. Zu den ältesten dortigen Familien gehört die
Familie S., zu welcher auch der Kommerzienrat S. und noch mehrere dieses
Namens gehören. Da sie früher fast die einzigen israelitischen Einwohner
der Stadt und sehr wohlhabend waren, haben sie sich eine schöne Synagoge
gebaut und einen eigenen Totenhof angelegt. Im Herzogtum Coburg-Gotha
herrscht kein Gemeindezwang. Als sich daher nach eingeführter
Freizügigkeit in Coburg durch Zuzug von außen eine zahlreiche israelitische
Einwohnerschaft zusammenfand und sich zu einer Gemeinde konstituierte,
schloss sich derselben die genannte Familie nicht an und behielt nach wie
vor ihren eigenen Gottesdienst bei, sowie auch ihre eigene
Begräbnisstätte, während der Hauptgemeinde von der Stadt ein Teil des
allgemeinen Totenhofes zugewiesen worden ist. Das hier Berichtete fordert ebenfalls
zu einem Vergleiche zwischen sonst und jetzt auf, der aber für uns ein
wenig erfreuliches Resultat liefert. Die kleine Familie S. fand sich einst
religiös angeregt und opferfreudig genug, eine schöne Synagoge zu
ihrem |
gottesdienstlichen
Gebrauche zu erbauen; die aus zahlreichen und wohlhabenden Mitgliedern
bestehenden Gemeinden in Eisenach, Gotha und Meiningen haben sich bis zu
diesem Opfermute noch nicht erheben können. Wie erbärmlich erscheint die
kleinliche materielle Denkweise unserer jetzigen Generation gegen die
begeisterungsfähigen Gesinnungen früherer Geschlechter. Die Coburger
Israeliten zählen zu ihren Angehörigen zwei Kommerzienräte und einen
Geheimen Kommerzienrat. Auf Veranlassung des Herrn Lehrers Oppenheim
alldort hat sich vor einiger Zeit ein israelitischer Frauenverein zu
wohltätigen Zwecken in Coburg gebildet, der sich bereits einer
zahlreichen Mitgliedschaft erfreut und eine ersprießliche Wirksamkeit
entfaltet." |
Einige weitere Details zur Geschichte
der Nikolaus-Kapelle hat der Prediger der jüdischen Gemeinde Coburg Hermann
Hirsch 1929 in einem Aufsatz zusammengestellt:
Artikel aus der "Bayrischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 28.
Juni 1929: "Eine mittelalterliche Kirche als Synagoge" von Prediger
Hermann Hirsch (Coburg).
"Ki beiti beit tefilah jikare lekol Ha'amim" - 'Mein Haus soll
ein Bethaus für alle Völker heißen'.
Dieses Wort der Schrift hat sich an der Coburger Synagoge bewahrheitet. Draußen
vor den alten Stadttoren an der Ketschendorfer Landstraße, welche von Neubayern
(Coburg) nach Altbayern (Lichtenfels-Bamberg) führt, steht eine alte Kapelle -
die Kirche zu St. Nikolaus. So nennt sie die Coburger Geschichte, und viele, die
vorüber kommen, bleiben verwundert stehen, wenn man ihnen erzählt, dass diese
Kapelle zu St. Nikolaus die Synagoge der Coburger Juden sei. Freilich ein
eigenartiger Fall. Aber nicht nur eigenartig, sondern auch einzigartig.
Es dürfte wohl in Deutschland kein zweites Beispiel zu finden sein, dass eine
städtische Kirche als Synagoge dient. Denn noch heute ist die Stadt
Eigentümerin dieser Kapelle. In Coburg hat aber auch einmal ein Ernst II. auf
dem Throne gesessen. Einer der prächtigsten deutschen Fürsten. Damals
bewertete man in Coburg noch nicht die Bürger nach ihrer konfessionellen
Zugehörigkeit. Aus dem Zeitalter dieser geistigen und kulturellen Blüte des
Coburger Landes stammen die Überlassung der Kirche zu St. Nikolaus an die
Israelitische Kultusgemeinde sowie die Einrichtung eines nur durch Buschwerk
abgegrenzten gemeinsamen Begräbnisplatzes und die gemeinsame Friedhofshalle.
Über die Kirche zu St. Nikolaus weiß die Coburger Geschichte manches
Interessante zu berichten. Wir verdanken diese Nachrichten den
heimatgeschichtlichen Forschungen der Herren Dr. Lehfeld und Professor Dr.
Berbig.
Die Kirche zu St. Nikolaus war mit dem neben ihr befindlichen, langgestreckten
Gebäude, dem alten Siechenhaus verbunden. Die Kapelle selbst soll um das Jahr
1473 erbaut worden sein. Der Bischof Rudolf von Würzburg hat sie geweiht. Im
Jahre 1529 wurde in ihr zum ersten male das Evangelium gepredigt. Als sich in Coburg
anfangs des 19. Jahrhunderts wieder die ersten Katholiken ansiedelten,
überließ die Stadtverwaltung der kleinen katholischen Gemeinde diese Kirche
zur Abhaltung ihrer Gottesdienste. Das war von 1806 bis 1860. Die katholische
Gemeinde war inzwischen wieder gewachsen und konnte sich ein eigenes Gotteshaus
bauen. die kleine Kirche zu St. Nikolaus stand wieder einige Jahre leer. In den
siebziger Jahren ließen sich - nach einer Unterbrechung von über 300 Jahren -
die ersten Juden wieder in Coburg nieder. In die St. Nikolauskapelle zog jetzt
die kleine jüdische Gemeinde ein und seit dieser Zeit ist die Kirche die
Synagoge der Coburger Juden.
Der Bau ist schlicht und einfach. Im Jahre 1649 ist die Kapelle, welche im
Dreißigjährigen Krieg gelitten hatte, restauriert worden. Diese Jahreszahl
sehen wir an der Decke in einem sächsischen Wappenschild, das die
Anfangsbuchstaben des Herzogs Friedrich Wilhelm zu Sachsen, Jülich, Kleve und
Berg trägt.
An der Ostwand befand sich immer schon der Altar, der alsdann auch den Oraun
hakaudesch (Toraschrein) aufnahm. Unter der Holzverkleidung des Almemor
(Vorlesetisch) ist heute noch der große quadratische Altarstein. Außerdem
erinnert noch ein kleiner Mauervorsprung, der ehedem ein Heiligenbild trug, im
Innenraum an den kirchlichen Ursprung der Synagoge. - Der Raum hat nach
kleineren Umänderungen inzwischen eine erweiterte Frauenempore erhalten,
bewahrte aber im allgemeinen die alte Form und Stimmung. In der Kirche zu St.
Nikolaus haben drei Glaubensgemeinschaften das gemeinsame Wort ihrer
Bekenntnisse gepredigt: 'Haben wir nicht alle einen Vater, hat nicht ein Gott
uns alle geschaffen?' Ein schönes Sinnbild!" |
Fast
60 Jahre war die St.-Nikolaus-Kapelle Zentrum des jüdischen Gemeindelebens in
Coburg, bis der jüdischen Gemeinde bereits im September 1932 von dem inzwischen
nationalsozialistisch beherrschten Stadtrat gekündigt wurde.
Artikel
in der CV-Zeitung vom 14. Oktober 1932: "Den Coburger Juden wird der
Betsaal gekündigt.... Die nationalsozialistische Stadtverwaltung in Coburg hat
kürzlich den Beschluss gefasst, der dortigen jüdischen Gemeinde den Betsaal,
für den seit über 50 Jahren eine nicht benutzte frühere evangelische Kapelle
kostenlos zur Verfügung steht, zu kündigen. Als Grund dieser Maßnahme wurde
angegeben, man müsse die Kapelle einem eingemeindeten Dorf für die Zwecke des
Gottesdienstes zur Verfügung stellen. Die Kündigungsfrist ist außerordentlich
kurz bemessen. Ein Antrag der Deutschnationalen im Coburger Stadtparlament auf
Verlängerung der Kündigungsfrist wurde von der nationalsozialistischen
Mehrheit abgelehnt.
Es ist auffallend, dass die rasche Kündigung ohne Rücksicht auf die
Schwierigkeit der Beschaffung eines anderen geeigneten Betsaals erfolgte. Das
rigorose Vorgehen der Stadtverwaltung wird sicher auch bei dem nichtjüdischen
Teil der Coburger Bevölkerung erhebliches Aufsehen erregen."
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Die Synagoge wurde geschlossen, die Schlüssel und das
Gemeindearchiv wurden beschlagnahmt. Die Torarollen und die Ritualien konnten in
die Wohnung des Predigers Hermann Hirsch gebracht werden. Zunächst fand kein
Gottesdienst mehr statt; ab Mai 1933 konnten in einer Betstube in der Wohnung
des Predigers Hirsch wieder Gebetsstunden abgehalten werden. Diese Betstube
wurde beim Novemberpogrom 1938 mit Inventar und Ritualien zerstört, die
Torarollen wurden verbrannt.
Von den Einrichtungsgegenständen aus
der Synagogenzeit in der St.-Nikolaus-Kapelle blieb nichts erhalten. Über dem Eingangstor sind noch Reste
hebräischer Buchstaben erkennbar: "Sä HaSchaar LaJJ" = "Dies
ist das Tor zum HERRN". Die St.-Nikolaus-Kapelle blieb bis 1945 ungenutzt.
Nach Renovierungsarbeiten zog nach dem Krieg die freikirchliche Gemeinde der
Baptisten in dem Gebäude ein (bis 1961). Seit 1962 wird die Nikolaus-Kapelle
von der Alt-Katholischen Gemeinde für Gottesdienste genutzt. Sie wurde
mehrfach, zuletzt 2000 bis 2002 umfassend restauriert.
Die Kapelle wird für über die Nutzung als Gotteshaus der Alt-katholischen
Kirchengemeinde für kulturelle Veranstaltungen verwendet, die vor allem auch
der interreligiösen Verständigung zwischen den abrahamitischen Religionen
dient. So finden u.a. Veranstaltungen in der "Woche der Brüderlichkeit"
hier statt.
Weitere Informationen unter www.sanktnikolauscoburg.de.
Hinweis: Einige weitere Details zur Geschichte der Synagoge siehe Seite
mit den Texten zur jüdischen Geschichte
Adresse/Standort der Synagoge: Ketschendorfer
Straße 31
Fotos / Darstellungen
Historische Fotos
/ Darstellungen
(Quelle für Fotos in Z. 3: www.sanktnikolauscoburg.de) |
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Foto aus der
"Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" von 1929
(Beitrag Hermann Hirsch s.o.): Außen- und Innenansicht der
Nikolaus-Kapelle
in der Zeit als Synagoge |
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Längsschnitt durch
das
Gebäude von 1910
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Blick auf den
Toraschrein
mit Inschrift "Erkenne,
vor wem du stehst" |
Kaum mehr
erkennbare, hebräische
Inschrift über dem Eingangsportal:
"Dies ist
das Tor zum HERRN" |
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Die
St.-Nikolaus-Kapelle / ehemalige Synagoge nach der Renovierung
(Quelle: www.sanktnikolauscoburg.de) |
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| Die
St.-Nikolaus-Kapelle nach der Renovierung |
Hinweistafel zur Geschichte der Kapelle |
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Abschluss der
Woche der Brüderlichkeit
2006 in der St.-Nikolaus-Kapelle |
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| Fotos von 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 10.4.2007) |
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| Die
St.-Nikolaus-Kapelle von verschiedenen Seiten gesehen |
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| Blick auf die
St.-Nikolaus-Kapelle |
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Eingang, darüber
die
hebräische Inschrift
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Kaum mehr
erkennbare, hebräische
Inschrift über dem Eingangsportal:
"Dies ist
das Tor zum HERRN" |
Hinweistafel zur
Geschichte der Kapelle
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| August 2009
- "Stolpersteine" werden verlegt |
Artikel in der "Neuen Presse"
Coburg vom 13. August 2009 (Artikel):
Geschichte. "Stolpersteine" werden am Freitag verlegt.
Coburg - Am Freitag, 14. August, wird der Initiator des Projekts "Stolpersteine", Gunter Demnig, nach Coburg kommen, um insgesamt 30 Gedenksteine aus Messing in die Erde einzulassen. Sie sollen an die Opfer der NS-Zeit in Coburg erinnern. Zu diesem Zweck wird der Künstler sie vor Gebäuden, die die letzten Wohn- oder Zufluchtsstätten jüdischer Mitbürger und politisch Verfolgter waren, verlegen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an der Verlegung teilnehmen. Der erste Stolperstein wird am Freitag, 14. August um 14 Uhr in der Bahnhofstraße 36 verlegt. Weitere Steine werden vor den Gebäuden Mohrenstraße 14, Steinweg 15, Spitalgasse 4, Markt 1, Judengasse 20, Sally-Ehrlich-Straße 10, Ketschengasse 6, Gymnasiumsgasse 2, Hohe Straße 30 und Marienberg 2 in die Erde eingelassen.
Die Aktion wird von jüdischen Musikklängen begleitet. Unterwegs erfahren die Teilnehmer einiges über das Leben und das Schicksal der Opfer.
Nähere Informationen zur Aktion "Stolpersteine" gibt es dann am Abend des 14. August. Um 19.30 Uhr wird Gunter Demnig im Rathaussaal sein Projekt in einem Vortrag vorstellen. Neben Informationen wie und wann es zu der Idee kam und wie sich die Aktion im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, soll an diesem Abend auch Gelegenheit zur Diskussion mit dem Künstler sein. Der Eintritt ist frei. |
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Artikel in der "Neuen Presse"
Coburg vom 15. August 2009 (Artikel):
"Opfer des NS-Regimes - "Stolpersteine" wider das Vergessen
In den Gehwegen der Stadt weisen Inschriften auf frühere jüdische Mitbürger hin.
Coburg - Hellgelb glänzende und etwa Handteller große Steine gibt es seit Freitag an mehreren Stellen in der Stadt. Die
"Stolpersteine" erinnern in Coburg nun an die früheren jüdischen Mitbürger und an den Widerstandskämpfer Hansen, die im Dritten Reich verfolgt, vertrieben oder umgebracht wurden. Vor den Häusern dieser Menschen sind nun Steine mit einer glänzenden
Messingplatte eingelassen, auf denen der Name sowie Geburts- und Todestag zu lesen sind.
"Stolpersteine" des Künstlers Gunther Demnig erinnern mit Inschriften an die jüdischen Bürger der Stadt, die von den Nationalsozialisten erfolgt, vertrieben und umgebracht worden sind. Rund 150 Menschen, darunter viele Spender der "Stolpersteine", nahmen am Nachmittag an der Verlegung der ersten "Stolpersteine" teil.
"Die Stadt will das 'Erinnern' nicht auf wenige Tage beschränken, sondern mit der Aktion diese Erinnerung an die Menschen wach halten", sagte Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann. In der Bahnhofstraße 36, heute steht dort ein Bürogebäude der HUK-Coburg, wurde der erste "Stolperstein" im Gehweg vermörtelt und eine Sonnenblume dazu gelegt. Nadine Deusing, Mitarbeiterin aus dem Büro des Oberbürgermeisters, verlas dabei den Lebenslauf des NS-Opfers.
Menschlichkeit sichern. Bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der
Reichspogromnacht am 11. November vergangenen Jahres wurde die Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig in Coburg aufgegriffen. Die Stadt rief dazu auf, Kosten für die "Stolpersteine" zu übernehmen. Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann erinnerte an den Auftrag der bayerischen Verfassung, "Menschlichkeit und Recht dauernd zu sichern". Das bedeute auch, dass "die Erinnerung an die Entrechteten, Misshandelten, Verschleppten und Ermordeten nicht vergeht. Denn ihre Peiniger wollten sie vernichten und alle Erinnerungen an sie auslöschen".
Lebenslauf der Opfer. Weitere Steine wurden vor den Gebäuden Mohrenstraße 14, Steinweg 15, Spitalgasse 4, Markt 1, Judengasse 20, Sally-Ehrlich-Straße 10, Ketschengasse 6, Gymnasiumsgasse 2, Hohe Straße 30 und Marienberg 2 in die Erde eingelassen.
Die Aktion wurde von jüdischen Musikklängen begleitet, die von Gerhard Kuffer und F. Olmer von der israelitischen Kultusgemeinde Bamberg gespielt wurde.
Unterwegs erfuhren die Teilnehmer einiges über das Leben und das Schicksal der Opfer. Nähere Informationen zur Aktion "Stolpersteine" gab es am Freitagabend. Um 19.30 Uhr stellte Gunter Demnig im Historischen Rathaussaal sein Projekt in einem Vortrag vor. Neben Informationen wie und wann es zu der Idee kam und wie sich die Aktion im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, war an diesem Abend auch Gelegenheit zur Diskussion mit dem Künstler gegeben.
cw. |
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| Juni 2010:
Weitere "Stolpersteine" werden
verlegt |
Pressemitteilung der Stadt
Coburg vom 27. Mai
2010: "Coburg: Coburg erhält weitere Stolpersteine.
20 weitere Stolpersteine wird der Initiator des Projekts, Gunter Demnig, am Dienstag, 1. Juni, im Stadtgebiet verlegen. Die Gedenksteine aus Messing sollen an die Opfer der NS-Zeit in Coburg erinnern. Zu diesem Zweck wird der Kölner Künstler sie vor den letzten Wohn- oder Wirkungs- beziehungsweise Arbeitsstätten in die Erde lassen.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Verlegung teilzunehmen. Die ersten fünf Steine werden um 9.30 Uhr in der Mohrenstraße 1a verlegt. Weitere Steine werden im Anschluss vor den Gebäuden Bahnhofstraße 25a, Bahnhofstraße 30, Mohrenstraße 9a, Mohrenstraße 9b, Mohrenstraße 10, Mohrenstraße 21, Webergasse 26, Judengasse 8, Untere Anlage 2 (Gymnasium Albertinum) und Ketschendorfer Straße 1 (Landgericht) in die Erde gelassen.
Sebastian Mann wird die Tour musikalisch begleiten. Die Schauspielerin Elga Mangold, aus dem Ensemble des Landestheaters Coburg, wird unterwegs aus den Biografien der Opfer lesen." |
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| Juli
2010: Rachel Green - Tochter der
in Coburg geborenen Anne Rubin - zu Besuch in Coburg |
Pressemitteilung der Stadt
Coburg vom 16. Juli 2010: "Coburg: Ein Besuch, der mit vielen Erinnerungen verbunden ist.
Die Amerikanerin Rachel Green ist nach Coburg gereist, um den Stolperstein für ihre Mutter zu sehen.
'Meine Mutter hatte großes Glück, dass sie damals noch rechtzeitig vor den Nazis aus Coburg fliehen
konnte', sagte Rachel Green nachdenklich bei ihrem Besuch in der Vestestadt. Die Tochter der Jüdin Anne Rubin war eigens aus der Nähe von Los Angeles nach Coburg gereist, um den Stolperstein für ihre Mutter vor deren ehemaligen Wohnhaus in der Bahnhofstraße 30, zu sehen. Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer empfing die Amerikanerin im Bürglassschlösschen. Gemeinsam mit Rachel Green machte er sich anschließend auf den Weg zum Gedenkstein ihrer Mutter, die im November 2009 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Für Rachel Green war der Besuch in der Vestestadt mit vielen Erinnerungen verbunden. Das letzte Mal war sie noch in Begleitung ihrer Mutter nach Coburg gereist.
Anne Rubin wurde 1927 in Coburg geboren. Schon in der Schule war sie den Demütigungen ihrer Mitschüler und Lehrer ausgesetzt. Am 9. November 1938, in der Reichspogromnacht, starb ihr Großvater und ihr Vater wurde verhaftet. Kurz nach seiner Entlassung verließ die Familie Nazi-Deutschland und fand in den USA eine neue Heimat.
'Die schlimmen Erinnerungen an ihre Kindheit in Coburg beschäftigten Anne ein ganzes Leben
lang', sagte Rachel Green. Trotzdem entschloss sie sich 2008 dazu, die alte Heimat noch einmal zu besuchen. Der Besuch und ihre Erzählungen hinterließen in Coburg großen Eindruck, so dass sich schnell Paten für einen Stolperstein für Anne Rubin fanden. Der Stein wurde Anfang Juni verlegt. Bei der Verlegung mit dabei war auch der Sohn von Rachel Green, Anne Rubins Enkel, Andy Green. Rachel Green selbst konnte damals aus beruflichen Gründen nicht nach Coburg kommen. Dennoch war es ihr ein großes Anliegen, den Stein so schnell wie möglich persönlich zu besuchen. Bei der Gelegenheit ließ sie sich von Bürgermeister Tessmer auch den Stein für Walter Lewy, einem ehemaligen Schulfreund ihrer Mutter zeigen. Anders als Anne Rubin, gelang es dem Jungen nicht, rechtzeitig aus Coburg wegzugehen. Er wurde von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager nach Riga gebracht und dort ermordet.
Nähere Informationen zur Aktion Stolpersteine gibt es im Internet unter www.coburg.de/stolpersteine. Hier finden Interessierte auch einen Link zur vollständigen Biographie von Anne Rubin." |
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| November
2011: Zwei weitere
"Stolpersteine" wurden verlegt |
Artikel im "Coburger
Tageblatt" vom 29. November 2011: "Erinnerung an die Gräuel wach halten.
Gedenken. Mit einer Andacht und einem Schweigemarsch wurde der
Deportationsopfer vor 70 Jahren gedacht. Zwei neue Stolpersteine kamen
hinzu..."
Link
zum Artikel - auch eingestellt
als pdf-Datei |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica Bd. II,1 S. 150-151; Bd. III,1 S.
211-214. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 125-129. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 202-202. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 248-252.
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 | Hubert Fromm: Die Coburger Juden. Geschichte und
Schicksal. Coburg 1990.
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 | "Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I:
Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Coburg S. 118-128 (die Forschungsergebnisse
konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica" noch
nicht eingearbeitet werden).
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Coburg Upper Franconia. Jews
were present in the mid-13th century, and inhabited a Jewish quarter with a
synagogue and other facilities. The community was destroyed in the Black Death
persecutions of 1348-49 and renewed by survivors soon after. The Jews engaged
mainly in lending and changing money. In 1422 they were forced to wear a special
badge and in 1447 the synagogue was converted into a church and the cemetery
impounded. The Jews were expelled shortly thereafter.
The modern community dates from the early 19th century and grew to 240 in 1895
(total 18.868). In 1872 a Catholic church built in 1473 was given to the
community for its synagogue. During the Weimar Republic, Coburg was a hotbed of
Nazism, with Hitler himself leading marches there in 1922 and 1932. Thoughout
this period, the Jews operated large factories and business establishments,
expecially in the clothing industry. When the Nazis came to power, the Jewish
population was 233. Forty of the community's leading figures were arrested and
brutally beaten and Jews were banned from various public places. The synagogue
was also closed down. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish homes
and stores were destroyed. By 1942, 85 Jews managed to emigrate and 61 left for
other German cities. Those remaining were confined to two buildings and expelled
in three groups: to the Riga ghetto on 27 November 1941, to Izbica in the Lublin
district of Poland on 25 April 1942 and to the Theresienstadt ghetto on 9
September 1942.

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