Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Coburg (Kreisstadt, Oberfranken) 
Texte zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Coburg wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 5.2.2013.  
      
Überblick:  

Berichte zum jüdischen Gemeindeleben  
Über die Entstehung der jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert bis 1875  
Bericht über die jüdische Gemeinde aus dem Jahr 1880  
Die jüdische Gemeinde gratuliert dem (evangelischen) Generalsuperintendenten zum 50jährigen Dienstjubiläum (1887)   
Suchanzeige nach jüdischen Metzger für Coburg (1890)  
Bericht anlässlich des Todes des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha (1893)  
Stellung des 1893 verstorbenen Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha gegen jeden Antisemitismus  
I
n Coburg soll möglicherweise ein Schächtverbot gelten (1907)   
Regungen des Antisemitismus in Coburg - Bericht von 1909  
Überfall jüdischer Einwohner durch junge Nationalsozialisten (1924) 
Zum 50jährigen Jubiläum des Israelitischen Frauenvereins 1928   
Die Nationalsozialisten erringen die Mehrmehr im Coburger Stadtparlament (1929)  
Statistisches aus der Jüdischen Gemeinde (1936!)  

Aktives Gemeindeleben noch 1937  
Angestellte Personen und besondere Einrichtungen in der jüdischen Gemeinde (zur Synagoge siehe Seite zur Geschichte)  
Ausschreibungen von Stellen in und im Umfeld der jüdischen Gemeinde    
Auszeichnung für den Prediger Simon Oppenheim (1913)   
Zur Goldenen Hochzeit des früheren Predigers Simon Oppenheim (1926) (Mitbegründer der jüdischen Gemeinde)   
Todesanzeige für Lehrer und Prediger Simon Oppenheim (1936)    
Pensionate für jüdische Schüler  
Anzeigen des Pensionates des Lehrers und Predigers Simon Oppenheim (1876 / 1878)      
Anzeige des Knabenpensionates des Predigers Hirsch (1920er-Jahre)   
B
eitrag über das Internat des Predigers Hirsch (1934)          
Berichte zu einzelnen Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde  
Zur Beerdigung des Geheimen Kommerzienrates Jacob Freiherr von Mayer (1901)  
Stiftung von Freifrau Ernestine von Mayer und weitere Spenden der Familie von Mayer (1901)        
Feier der "Goldenen Hochzeit" von Markus Stern und Rosette geb. Gutmann (1903)    
Zum Tod von Ernestine Freifrau von Mayer (1905)   
Auszeichnung für Oberleutnant Dr. Martin Bär (1918)     
Beförderung von Vizewachtmeister Kurt Blüth zum Leutnant (1918)   
Zum 80. Geburtstag von Lina Cramer geb. Lebermuth (1933)  
80. Geburtstag von Julius Mai (1934)   
Weitere Persönlichkeiten   
Hans Morgenthau (1904-1980)  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Hotel und Restaurant Sander - Anzeigen von 1900 und 1901 
Anzeige des Tuch- und Manufakturwarengeschäftes N. Schloss in Rodach (1901)     
J. Sander sucht zwei Kochlehrmädchen für sein Hotel in Bad Liebenstein (1904)      
Verlobungsanzeige von Bertel Kaiser und Emil Ferchheimer (1922) 
Todesanzeige für Klara Ehrlich (1924)  
Geburtsanzeige für Peter Forchheimer (1924)   
Verlobungsanzeige von Rose Mannheimer und Martin Bergheim (1924)  
Nach der Emigration: Verlobungsanzeige von Marianne H. geb. Reinach und Peter Forchheimer (1949)   

  
  
Berichte zum jüdischen Gemeindeleben     
Über die Entstehung der jüdischen Gemeinde
im 19. Jahrhundert bis 1875
     

Coburg AZJ 25051875a.jpg (138162 Byte) Coburg AZJ 25051875a2.jpg (190510 Byte) Coburg AZJ 25051875b.jpg (178783 Byte)
 Bericht in der 'Allgemeinen Zeitung des Judentums' vom 25. Mai 1875:  "Coburg, im Mai 1875. Unsere anmutige Residenz wird die Perle Thüringens genannt, und Thüringen wiederum eine Perle in der reichen Krone des deutschen Vaterlandes. Doch nicht um der Reize des im üppigsten Frühlingsgrün gebetteten Städtchens willen gestatte ich mir einen Raum in diesem Blatte zu beanspruchen. Vor Kurzem wurde zum ersten Male die jüdische Gemeinde Coburgs der öffentlichen Aufmerksamkeit gewürdigt, und zwar durch alle Zeitungen hindurch, weil der hiesige Magistrat jener eine kleine katholische Kirche, dicht vor dem Tore der Stadt, an welchem die Reihe lieblicher Villen beginnt, zum gottesdienstlichen Gebrauche kostenfrei überließ, nachdem der katholische Kultus seit längerer Zeit darin aufgehört hatte. Mit Recht lobte man allgemein diesen Akt des Freisinns und der Billigkeit, allgemein, wenn auch die pietistischen und ultramontanen Blätter ihren Zorn reichlich darüber ergossen, und abermals in dieser Tatsache den beweis des mangelnden Christentums und der jüdischen Herrschaft erblicken wollten. Aber diese Patrone gehören ja nicht zu dem, was man die Allgemeinheit nennt. Doch auch dieses Faktums wegen, das selbstverständlich auch in diesem Blatte berichtet worden, ergriff ich das Wort nicht. Es gilt vielmehr die Geschichte dieser kleinen jüdischen Gemeinde in kurzen Umrissen zu zeichnen, und zwar nicht um ihrer selbst willen, sondern wegen der eigentümlichen Umstände, die ihr Entstehen begleiteten, und welche bei der jetzt in Preußen und bald auch in anderen Staaten obschwebenden Frage über die jüdische Gemeindeverfassung von Interesse sind. Unsere Gemeinde entstand nämlich in jüngster Zeit ganz auf dem Boden der Freiwilligkeit, da früher hier keine jüdische Gemeinde vorhanden gewesen und das Ministerium auf eine gesetzliche Bestimmung über die Gemeindezugehörigkeit und deshalb die Beitragspflicht nicht eingehen wollte. Die Geschichte unserer Gemeinde hat daher etwas Belehrendes, das es erklärlich machen wird, warum ich hier von ihr spreche. Im Voraus bemerke ich noch, dass ich mich fern von allen Persönlichkeiten halten will, denn Jedermann hat ja seine freie Meinung über religiöse Dinge und sein Verhalten zu ihnen - und ich deshalb auch keinen Namen nenne. 
Seit dem Anfang dieses Jahrhunderts ungefähr wohnt eine jüdische Familie hierselbst auf herzogliche Lizenz, welcher sich späterhin zwei oder drei Juden zugesellten, die dann durch Verheiratung ihrer Kinder allmählich an Zahl wuchsen. Aber es war weder Gemeinde, noch Bethaus, noch Friedhof vorhanden. Nur eine Familie besaß eine kleine Begräbnisstätte für sich, auf der sie Niemand weiter bestatten ließ, so dass die Leichen der Begüterten nach anderen Orten gebracht, und die armer Fremder auf dem städtischen Kirchhof begraben wurden. Dieselbe Familie hatte auch eine Betstube in ihrem Hause, welche sie aber nur Rosch Haschanah und Jom Kippur zum Gottesdienst öffnete. Von 1865 an stieg in mehreren zugezogenen Familien das Verlangen nach einer Gemeinde und ihren Anstalten auf; jedoch immer vereitelte sich der Versuch, eine solche zu bilden. Die immer wiederkehrende peinliche Lage, wenn ein Todesfall eingetreten, brachte endlich ihre Wirkung. Im Jahre 1869 kam ein Statut zusammen, dem sich acht Familien anschlossen, vier aber den Zutritt verweigerten. wir schossen sogleich eine Summe von 200 Talern zusammen, um ein Stück Land zum Friedhof zu kaufen und der Regierung schon mit einem fait accomplie entgegenzutreten. Aber das Ministerium wollte unser Statut nicht genehmigen, weil § 1 lautete: 'Die israelitische Gemeinde besteht aus den in Coburg und dessen Weichbilde wohnenden israelitischen Religionsgenossen', da hieraus ein Beitrittszwang erfließe. Wir wissen aber sicher, dass jüdischer Einfluss die Genehmigung des Statuts hintertrieb, indem man jedes Bedürfnis nach einer Gemeinde verneinte. Wieder vergingen einige Jahre. An der Art, wie in jener Betstube an den beiden Festen der Gottesdienst abgehalten ward, konnte man sich nicht befriedigen, und der Vollzug anderer religiöser Pflichten - ein benachbarter Schächter hatte bis dahin für uns geschlachtet - wurde immer schwieriger; auch hatte sich unsere Zahl fernerhin vermehrt.  Im Jahre 1872 wurde deshalb jene oft gescheiterte Bemühung wieder aufgenommen. Beratung auf Beratung fand statt, um endlich die Köpfe unter einen Hut zu bringen. Wieder schlossen sich mehrere Familien und zwar die reichsten aus, und schon ihr Einfluss wirkte deprimierend auf Manchen. Doch die Getreuen einigten sich endlich und engagierten sofort einen Lehrer für alle gottesdienstlichen und Unterrichtszwecke und zwar mit gutem Auskommen. Endliche waren die Statuten fertig, jeder von uns verpflichtete sich zu einem freiwilligen Beitrage und am 23. April 1873 kam das Statut genehmigt zurück, und erhielt die Gemeinde die Rechte einer juristischen Person. Der Grundsatz der Freiwilligkeit ist überall gewahrt. Wir waren eine Gemeinde mit einem für uns und jeden Beitretenden auf Zeit verpflichtenden Gesellschaftsvertrage, wir waren es geworden trotz der Intrigen, die dagegen gespielt wurden, und von denen ich nicht weiter sprechen will Die Gemeinde bestand aus 14 Mitgliedern. Die Beschaffung des Friedhofes machte uns noch viel Mühe, bis wir die Erlaubnis erlangten, und mussten wir hierzu 3.000 Gulden aufnehmen; er ist festumzäunt und würdig geordnet. Wir wir zu einem Gotteshause kamen, habe ich schon oben bemerkt. Wir stellten dasselbe den Zwecken und Mitteln angemessen her, und zu Rosch Haschonoh 1873 wurde die Synagoge in einfacher Feier geweiht und dient seitdem jeden Sabbat und Festtag zu dem in strengster Ordnung abgehaltenen Gottesdienste. Da der Magistrat die übrigens schadhafte Orgel hatte wegnehmen lassen, weil er ihrer anderweitig bedurfte, denken wir daran ein Harmonium anzuschaffen, auch wird an Festtagen gepredigt. Im gegenwärtigen Augenblick zählt die Gemeinde 17 Mitglieder, wohingegen 14 Familien und außerdem einige junge Leute sch fern von ihr halten. Unser Religionslehrer hat 600 Gulden Fixum und steht sich mit den Nebeneinkünften auf 1.000 Gulden jährlich. Überschlagen Sie die übrigen Bedürfnisse der Gemeinde und Sie werden die schweren Opfer ermessen können, die wir uns auferlegt haben. Wenn wir nur noch von den zuziehenden Juden den Beitritt zu erwarten hätten. Der eine aber will Beitritt zahlen, jedoch kein Eintrittsgeld, der Andere dieses, aber keinen Beitrag, der Dritte nur seine Kinder am Religionsunterricht teilnehmen lassen und dafür nur zahlen, der Vierte nur Anteil am Friedhofe haben usw. Dieses gegenüber bleiben wir aber fest und gewähren nur den vollen Eintritt in die Gemeinde. Noch ein Jahr und die freiwilligen Beiträge hören auf und die Einschätzung tritt statutenmäßig ein.
Was lehrt nun wohl diese kleine Geschichte? Dass allerdings, auch wenn das so naturgemäße Prinzip der Gemeindezugehörigkeit für diejenigen, welche sich zu einer Religion bekennen, und die daraus fließende Beitragspflicht beseitigt wird, der Bestand der jüdischen Gemeinden nicht aufhören, wohl aber sehr erschwert und verkümmert wird. Das vorgeführte Beispiel lehrt, dass in den seltensten Fällen 'religiöse Bedenken'; sondern Religionslosigkeit, Geiz, persönlicher Hochmut und Streitsucht am öftesten von der Gemeinde wird ausscheiden oder nicht eintreten lassen. Bald wird neben jeder Gemeinde eine zahlreiche Menge Gemeindeloser bestehen, die Zahl derer immerfort wachsen, welche jedem Gottesdienste sich entziehen und ihre Kinder religionslos aufwachsen lassen. die der Gemeinde getreuen Mitglieder werden - und dies ist gewiss kein Förderungsmittel - unverhältnismäßige Lasten zu tragen haben und unter diesem Drucke die Anstalten verkümmern. Der Eifer der Stifter von Gemeinden pflanzt sich nicht immer durch die folgenden Geschlechter fort und was durch unermüdliche Anstrengung und Opfer errichtet worden, verfüllt oft wieder nach kurzem Zeitraum. Für alles Dies, glaube ich, bietet die Geschichte unserer Gemeinde einen praktischen Beleg. Für einen solchen bedarf es nicht immer großartiger Verhältnisse: ein kleiner Kristall zeigt dieselben Formen und Gesetze wie der umfangreichste." 
 
   
Bericht über die jüdische Gemeinde aus dem Jahr 1880

 
Coburg AZJ 03081880.jpg (82133 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. August 1880: "Coburg, im Juli (1880). Vor einigen Jahren wurde in diesem Blatte erwähnt, dass sich allhier eine jüdische Gemeinde bildete und zwar ohne staatlichen Schutz und Zwang, lediglich aus dem freien Willen und der Opferwilligkeit der Mitglieder. Selbstverständlich traten nicht alle hiesigen Juden bei. Das Werk, gewiss ein gottgefälliges, ist vollständig gelungen und gedeiht von Jahr zu Jahr mehr. Unser Gottesdienst ist ein sehr erhebender und erweckt den innigsten Anteil. Wir haben das Goldschmidt'sche Gebetbuch eingeführt und benutzen zur Ausfüllung für deutsche Gebete das Ihrige. Unsere Schule zeichnet sich durch tüchtige Leistungen aus. Ein Frauenverein sorgt für die ihm zukommenden Wohltätigkeitszweige. Wir besitzen einen eigenen wohlgepflegten Friedhof, in welchem wir zwar die Leichen auch solcher Juden, die sich von der Gemeinde fern halten, aufnehmen, selbstverständlich jedoch gegen eine ausreichende Vergütung. So hoffen wir, dass unter dem Schutze Gottes, unsere Gemeinde immer mehr erblühen und wachsen und das schöne Streben, das sich hier betätigt, niemals erschlaffen wird. Da eben unsere Gemeinde ein Werk der Freiwilligkeit ist, halte ich diese Notizen für nicht ohne Interesse."    

     
Die jüdische Gemeinde gratuliert dem (evangelischen) Generalsuperintendenten zum 50jährigen Dienstjubiläum (1887)   

Coburg Israelit 31101887.jpg (60391 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1887: "Coburg, 20. Oktober (1887). Herr Generalsuperintendent Dr. Müller feierte vor einigen Tagen das Fest seines 50jährigen Dienstjubiläums, wozu ihm auch die israelitische Kultusgemeinde eine Gratulation zugehen ließ, welche derselbe an den Vorstand folgendermaßen beantwortete: 'An dem festlichen Tage meines Dienstjubiläums hat es mir wohlgetan, dass auch der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde meiner glückwünschend gedacht hat. Indem ich dafür hierdurch meinen besten Dank ausspreche, wünsche ich von Herzen, dass auch für die Zukunft Genossen verschiedener Religionen in unserer Stadt friedlich und einträchtig beieinander wohnen, und in dem einen, gesegneten Streben zusammen treffen, dass sie Gott fürchten und recht tun. Das helfe Gott! Hochachtungsvoll ergebenst D. Müller, Generalsuperintendent." 

    
Suchanzeige nach jüdischen Metzger für Coburg (1890)  

Coburg Israelit 26011890.jpg (62751 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Januar 1890: "Einem tüchtigen jüdischen Metzger wäre gute Gelegenheit geboten, sich in der Residenzstadt Coburg eine sichere Existenz zu begründen. 
Es ist erstaunlich, dass dieser Platz, wo bereits eine Gemeinde auf nahezu 50 Familien angewachsen ist und stets neuer Zugang in Aussicht steht, auch als Station zur Abhaltung jüdischer Hochzeiten etc. etc. besonders günstig liebt, bis jetzt von Geschäftsleuten dieser Branche ganz unberücksichtigt blieb! 
Reflektanten, welche in moralischer, religiöser und geschäftlicher Beziehung gut empfohlen sind, erhalten alle gewünschten Auskünfte bereitwilligst bei dem Kultusvorsteher Emanuel Seligmann."  
 
   
Bericht anlässlich des Todes des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha (1893
)   

 
Coburg AZJ 29091893.jpg (114928 Byte)Bericht aus der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. September 1893: "Coburg, 22. September (1893). Der verstorbene Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha äußerte sich auch mit tiefer Entrüstung über die antisemitische Hetze in Deutschland, die er scharf verurteilte. Zu wiederholten Malen hat Herzog Ernst Veranlassung genommen, seinen Abscheu über das Treiben von Stöcker und Genossen Ausdruck zu geben. Auch einzelnen Juden gegenüber erwies sich der Herzog als ein vorurteilsloser, gerecht denkender Mann, als ein wohlwollender Freund und Förderer. Es ist bekannt, dass ihn mit dem Bankier Jakob Freiherrn von Mayer in Coburg lange Jahre hindurch die herzlichsten Beziehungen verbanden. Baron und Baronin Mayer haben anlässlich des Hinscheidens des Herzogs Ernst an die Herzogin-Witwe ein Kondolenz-Telegramm gerichtet, auf das die Herzogin-Witwe mit nachstehendem Telegramme geantwortet hat:  
'Reinhardsbrunn, 23. August 1893.
Freiherrn Jacob von Mayer in Coburg. Für Ihre tief zu Herzen gehenden Worte warmen Dank. Was mir des Herrn unerforschlicher Ratschluss genommen, erkennen Sie vollständig. Möge seine erbarmende Gnade uns bald wieder auf ewig vereinen. Alexandrine Herzogin von Coburg.'
Der verstorbene Herzog hat der Coburger israelitischen Gemeinde eine Kapelle, welche früher zu gottesdienstlichen Zwecken anderen Kulten gedient hatte, zum Geschenke gemacht, behufs Baues einer Synagoge. Er war es auch, der schon vor fünfzig Jahren die Aufnahme der Juden in die Freimaurerloge durchgesetzt hat. Sein edles Beispiel wirkte erhebend in dieser Zeit, und so hoch auch die Wogen des Antisemitismus gehen mochten, das kleine thüringische Herzogtum blieb von ihnen unberührt. Möge es hier auch ferner so bleiben. 

    
Stellung des 1893 verstorbenen Herzogs
Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha gegen jeden Antisemitismus 

Coburg Israelit 16101893.JPG (193322 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1893: "Coburg. Der edle, allem Guten und Schönen zugewendete Sinn des eben verstorbenen Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha äußerte sich auch in der tiefen Entrüstung, mit welcher er die antisemitische Hetze in Deutschland und in aller Welt verurteilte. Zu wiederholten malen hat Herzog Ernst Veranlassung genommen, seinen Abscheu über das Treiben des Stöcker und Genossen Ausdruck zu geben. Aber nicht bloß dem Judentume, sondern auch einzelnen Juden gegenüber erwies sich der Herzig als ein vorurteilsloser, gerecht denkender Mann, als ein wohlwollender Freund und Förderer. Es ist bekannt, dass ihn mit dem Bankier Jacob Freiherrn von Mayer in Coburg lange Jahre hindurch die herzlichsten Beziehungen verbanden. Dieses auf wahrhafte Hochachtung und Wertschätzung gegründete Verhältnis hat selbst den Tod überdauert.  
Baron und Baronin Mayer haben anlässlich des Hinscheidens des Herzogs Ernst an die Herzogin-Witwe nachstehendes Kondolenz-Telegramm gerichtet: Ihrer Hoheit Frau Herzogin Alexandrine in Reinhardsbrunn. Tief erschüttert und betrübt fühlen wir innig mit Eurer Hoheit den so herben Verlust. Eure Hoheit verlieren in dem Dahingeschiedenen den innigstgeliebten Gatten, das Land den besten, teuersten Fürsten und wir den edelsten Freund und Gönner. Es gibt bei solch schwerem Verluste keine Worte des Trostes, aber Teilnahme tut wohl und wir versichern Eurer Hoheit unserer allerherzlichsten Teilnahme. Gott erhalte und schütze Eure Hoheit und verleihe Hochderselben Kraft, die schwere Prüfung zu bestehen. Eurer Hoheit stets treu ergebenste Freifrau Ernestine von Mayer, Jacob Freiherr von Mayer. 
Hierauf hat die schwer geprüfte Herzogin Witwe mitnachstehendem Telegramme geantwortet: Reinhardsbrunn, 23. August 1893. Freiherrn Jacob von Mayer in Coburg. Für Ihre tief zu Herzen gehenden Worte warmen Dank. Was mir des Herrn unerforschlicher Ratschluss genommen, erkennen Sie vollständig. Möge seine erbarmende Gnade uns bald wieder auf ewig vereinen. Alexandrine Herzogin von Coburg.
Der verstorbene Herzog hat der Coburger israelitischen Gemeinde einen Platz, welcher früher zu gottesdienstlichen Zwecken anderen Kulten gedient hatte, zum Geschenke gemacht, behufs Baues einer Synagoge.
Die moderne Seuche fand in den Landen des verewigten Fürsten keinen Boden. Wenn Freiherr von Mayer von dem Verluste des 'edelsten Freundes und Gönners' spricht, so ist das nicht bloß persönlich zu nehmen. Um Herzig Ernst trauern unsere Glaubensgenossen in ganz Deutschland, denn sein edles Beispie wirkte erhebend in dieser Zeit schwerer Verfolgung und Demütigung, und so hoch auch die Wogen des Antisemitismus im Deutschen Reiche gehen möchten, das kleine thüringische Herzogtum blieb von ihnen unberührt. Möge es auch unter dem Szepter des erlauchten englischen Prinzen, der nun den Herzogsthron bestiegen hat, so bleiben." 

     
In Coburg soll möglicherweise ein Schächtverbot gelten (1907)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Juli 1907: "Coburg. Das Schächtverbot zu beschließen, wird laut Beschluss der Stadtverordneten der Magistrat ersucht. Sollte das Verbot in Kraft treten, so wird die israelitische Gemeinde in der Nachbarschaft ein eigenes Schlachthaus errichten oder das Fleisch aus Lichtenfels beziehen."        

 
Regungen des Antisemitismus in Coburg
- Bericht von 1909  

Coburg Israelit 15091909.jpg (63671 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. September 1909: "Coburg, 10. September (1909). Zu der Mitteilung der Tagespresse über die Zustände am Gymnasium Neustettin kann, nach dem 'Fränkischen Kurier' noch mitgeteilt werden, dass im Gymnasium Casimirianum in Coburg eine erlaubte Schülerverbindung besteht, die mit Wissen des Rektors und der Professoren ebenfalls keinen jüdischen Schüler aufnimmt. Dieser Verbindung, der ein großer Teil der Lehrer der Schule und besonders der Rektor seinerzeit als Schüler und jetzt noch als alte Herren angehört haben, ist das Recht eingeräumt, ihre Mitglieder an der grünen Schülermütze ein schwarzes Samtband tragen zu lassen, was Nichtmitgliedern nicht zusteht, sodass sich die Zugehörigkeit auch Außenstehenden offenbart. Der Rektor des Gymnasiums ist Vorstand des dortigen Nationalliberalen Vereins". 

Link: Gymnasium Casimirianum Coburg

 
Überfall jüdischer Einwohner durch junge Nationalsozialisten (1924) 

Coburg Israelit 26061924.jpg (24507 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1924: "Deutschland. In Coburg überfiel eine Hakenkreuzlerbande vom 'Schutz- und Trutzbunde' harmlose jüdische Passanten. Die Angegriffenen bedienten sich dabei in der Notwehr eines Revolvers, mit dem sie zwei der Angreifer schwer verletzten."

 
Zum 50-jährigen Jubiläum des Israelitischen Frauenvereines (1928) 

Coburg Bayr GZ 01121928.jpg (52036 Byte)Artikel in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 1. Dezember 1928: "Coburg. Am letzten Schlussfeste waren es 50 Jahre, dass der Israelitische Frauenverein gegründet wurde. Die Geschichte dieses Vereins hängt mit der Geschichte der Gemeinde, welche auch nur einige Jahre älter ist, eng zusammen. Das Ereignis des 50jährigen Jubiläums dieses Vereins wurde festlich begangen. Zunächst hielt Herr Prediger Hirsch in der Synagoge eine Festpredigt, in welcher er hervorhob, in welch hervorragender Weise der Verein bis jetzt im Sinne echt jüdischer Wohltätigkeit gewirkt habe. Aus kleinen Anfängen heraus hat sich dieser Verein zum wichtigsten Faktor im Wohlfahrtsleben der Gemeinde entwickelt. Dies brachte auch die jetzige Vorsitzende Frau S. Altmann in ihrer Festrede zum Ausdruck, welche sie anlässlich der eigentlichen Jubiläumsfeier hielt. Zu dieser erhebenden Feier hatten die Gemeinde, die jüdischen Vereine sowie die Wohlfahrtsvereine der Stadt ihre Vertreter und Vertreterinnen geschickt."

   
Die Nationalsozialisten erringen die Mehrmehr im Coburger Stadtparlament (1929)  

Coburg Israelit 27061929.jpg (61649 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1929: "Hitlermehrheit im Coburger Stadtparlament. 
Coburg, 25. Juni (1929). Am Sonntag fanden in Coburg die von den Nationalsozialisten durch Volksentscheid veranlassten Neuwahlen zum Stadtparlament statt. Bei den Wahlen konnten die Nationalsozialisten ihre Mandatsziffer von 3 auf 13 steigern und erlangten damit die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung (Stadtrat). Der neue Stadtrat behält sein Mandat nur bis Anfang Dezember dieses Jahres, dann finden in ganz Bayern die allgemeinen Stadtwahlen statt."

  
Statistisches aus der jüdischen Gemeinde (1936!)  

Coburg BayrGZ 01081936.jpg (81737 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. August 1936: "Statistisches aus der Gemeinde Coburg. Die Volkszählung im Jahre 1925 ergab eine jüdische Bevölkerung von 316 Personen, die im Jahre 1933 durchgeführte nur 220 jüdische Seelen, sie wies also einen sehr erheblichen Rückgang auf. Bei beiden Zählungen waren (1925 mehr als 1933( Schüler eines Pensionats mitgezählt worden. Die nachfolgende Aufstellung lässt die von auswärts stammenden Schüler des Pensionats unberücksichtigt und erfasst nur die Familien und Einzelpersonen des Schülerinternats. Mitgezählt ist noch ein Ehepaar aus dem Städtchen Rodach, dem einzigen Ort des früheren Staates Coburg, in dem außer in der Stadt Coburg je Juden gewohnt haben. Stichtag für die Zählung der Seelenzahl der im Jahre 1873 gegründeten Gemeinde ist der 1. April 1936.  
Es lebten in 67 Haushaltungen 176 Juden, 89 männlichen und 87 weiblichen Geschlechts. Hiervon waren 50 Ehepaare, 20 (8 männlich und 12 weiblich) verwitwet, 1 geschieden, 1 getrennt lebend; von den über 20 Jahre alten sind 29 ledig, 27 Personen unter 20 Jahre alt. Aus den Ehen aller gezählten Personen sind 120 Kinder hervorgegangen einschließlich der totgeborenen und Verstorbenen. Von den erfassten 176 Personen sind in Coburg geboren 24 männliche und 23 weibliche Personen."   
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1936: "Coburg, 3. August (1936). Bei der Volkszählung 1925 zählte die Israelitische Kultusgemeinde Coburg insgesamt 316 Seelen; 1933 noch 220. Am 1. April 1936 umfasste die Gemeinde 176 Juden und Anfang Juli 161. Von den am 1. April vorhandenen 176 Personen waren 25 unter 15 Jahre alt, 40 bis 30 Jahre, 83 von 30 bis 60 und 40 von 61 bis 90 Jahre."  

     
Aktives Gemeindeleben noch 1937 
  

Coburg Bayr GZ 01111937.jpg (61801 Byte)Bericht in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. November 1937: "Coburg. In der Gemeinde Coburg sprach am 24. Oktober Herr Rabbiner Dr. Katten - Bamberg in einer religiösen Feierstunde im Anschluss an das Minchagebet über das Thema 'Juden auf der Wanderung". Aus der überreichen, fast unerschöpflichen Fülle des verschiedenen Darstellungsarten zugänglichen, oft tragischen Stoffgebietes gab der Redner in fesselnder Weise aus verschiedenen Epochen ein Bild der seelischen und geistigen jüdischen Haltung und ihrer Einstellung zur Umwelt und in der Schilderung einer die Einzelpersönlichkeit ganz erfüllenden jüdischen Haltung einen tröstlichen Ausblick für unsere gegenwärtige Lage. Für den großangelegten, tiefgründigen Vortrag dankte für die dem Redner vom Anfang bis zum Ende gespannt und aufmerksam folgenden, in stattlicher Zahl erschienenen Gemeindemitglieder der Vorsteher, Herr Sanitätsrat Dr. Masur und schloss daran die dringende und fordernde Bitte um großzügige Beteiligung am jüdischen Winterhilfswerk. Zwei hebräische Lieder, gesungen von Schülern der Internatsschule des Herrn Prediger Hirsch umrahmten die Feier."  

  
   
Angestellte Personen und besondere Einrichtungen in der jüdischen Gemeinde     
Lehrer für die Kinder jüdischer Familien gesucht (1865)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1865: "Die Unterzeichneten suchen zum Religionsunterricht für einige Kinder einen jungen Mann, welcher im Stande ist, gleichzeitig als Schochet zu fungieren. 
Jacob Meyer - M. Friedmann
in Coburg."   

       
Ausschreibungen von Stellen in u
nd im Umfeld der jüdischen Gemeinde (1907)  
 

Coburg Israelit 19121907.jpg (55134 Byte)Ausschreibung der Stelle des Schochet und Hilfs-Chasen (Hilfsvorbeter) in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19.12.1907: "Die Kultusgemeinde zu Coburg sucht ab 1. April einen Schochet und Hilfs-Chasen deutscher Nationalität. Bevorzugt wird eine verheiratete Persönlichkeit, welche befähigt ist, eine rituelle Restauration, die am hiesigen Platze fehlt, führen zu können. 
Reflektanten wollen sich alsbald wenden an den: Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. D. Weinberg."

   
Auszeichnung für den Prediger Simon Oppenheim (1913)  

Coburg AZJ 08081913.jpg (13647 Byte) Meldung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. August 1913: "Dem Prediger Simon Oppenheim in Coburg wurde das Verdienstkreuz des Herzoglich S. Ernestinischen Hausordens verliehen."

    
Zur Goldenen Hochzeit des früheren Predigers
Simon Oppenheim (1926)  (Mitbegründer der jüdischen Gemeinde) 
   

Coburg Bayr GZ 17031926.jpg (49613 Byte) Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 17. März 1926: "Coburg. Am 28. Februar (Purim) feierte der frühere Prediger der hiesigen Gemeinde, Herr Simon Oppenheim und seine Frau Rosa geb. Rosenthal, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Nachdem am vorhergehenden Sonntag der Frauenverein zu Ehren des Jubelpaares ein wundervolles Kinderfest arrangiert hatte, gestaltete sich der Jubeltag selbst zu einer allgemein großen Ehrung, an der sich die ganze Gemeinde beteiligte. Alle Organisationen brachten Glückwünsche und Geschenke. Herr Prediger a.D. war vom Jahre 1873 bis 1914 in der Gemeinde tätig und erfreute sich weiter über die Grenzen hinaus großer Sympathien. Er war der Gründer der Gemeinde, die er aus kleinen Anfängen herausführte und leitete. Die Gemeinde zählte damals etwa 20. Familien. Heute sind es über Hundert. Das Ehepaar Oppenheim kann auf einer erfolgreiches Leben mit Genugtuung zurückblicken. 

  
Todesanzeige für Lehrer und Prediger Simon Oppenheim (1936)   

Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. September 1936: "Am 28. August starb hochbetagt - im 89. Lebensjahr - unser allverehrter erster Lehrer und Prediger i.R. 
Herr Simon Oppenheim

Einem Lehrergeschlecht entstammende, wurde er von der jüdischen Volksschule in Meppen im April 1873 als erster Beamter an die neubegründete Gemeinde Coburg berufen und war ihr in 40 Jahren treu erfüllten Dienstes ein geistiger Führer und der erfolgreiche Lehrer ihrer Jugend . Er wurde der Schöpfer der in der Gemeinde bestehenden religiös-sozialen Vereine und war jederzeit ein bewährter Berater und Freund der Familien. Ein dankbares Gedenken an ihn wir bei uns allen in hohen Ehren weiterleben. 
Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Coburg.
"   

   
   

Pensionate für jüdische Schüler
    
Anzeigen des Pensionates des Lehrers und Predigers Simon Oppenheim (1876 / 1878)   

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung" des Judentums" vom 18. Januar 1876
"Israelitisches Pensionat, Coburg - Thüringen. 
Knaben aus guten Familien, welche das hiesige Gymnasium oder die Realschule besuchen wollen, finden freundliche Aufnahme, gewissenhafte Beaufsichtigung, Vorbereitung und Nachhilfe. Referenzen und Prospekte werden gern mitgeteilt. S. Oppenheim."       
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. August 1877: "Pensionat Coburg, Thüringen
Knaben, welche die hiesigen berühmten höheren Lehranstalten besuchen wollen, finden bei Unterzeichnetem Aufnahme, Pflege und Nachhilfe. Prospekte und die besten Referenzen. 
S. Oppenheim, Lehrer und Prediger."       
  
Coburg Israelit 16011878.jpg (21085 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1878: "Coburg (Thüringen). Knaben, welche die hiesigen berühmten Schulen besuchen wollen, finden Aufnahme bei 
S. Oppenheim
, Lehrer und Prediger. 
Prospekte und die besten Referenzen."

   
Anzeige des Knabenpensionates des Predigers Hirsch (1920er-Jahre)   

Coburg Institut 02.jpg (80157 Byte)Anzeige für das Knabenpensionat des Predigers Hirsch in den 1920-er Jahren (Quelle: The Encyclopedia of Jewish Life s.u. Bd. I, 265): 
"Knabenpensionat Prediger Hirsch - Coburg - Hohe Straße 9 - Telephon 825. 
Vornehmes Erziehungsinstitut -  Beste Erziehungs- und Schulerfolge - Ferien- und Erholungsaufenthalt - Spiel- und Turnplätze - 7000 Quadratmeter Park - Denkbar schönster Aufenthalt für Knaben jeden schulpflichtigen Alters".  

         
Beitrag über das Internat des Predigers Hirsch (1934)     

Artikel in der "CV-Zeitung" - Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 5. April 1934: "Jugenderziehung im Koburger Internat. 
Als die traditionsreichen Internatschulen zu Wolfenbüttel und Seesen gegen Ende des Krieges allmählich ihrer Auflösung entgegengingen, entstand in Koburg durch die Initiative des Predigers Hermann Hirsch ein Internat für Kinder, das bald über die grenzen des Reiches hinaus Ruf und Ansehen genoss. Aus der Schweiz, aus Italien, aus Litauen, Lettland, Polen, Russland, Südamerika und Holland kamen Knaben und Mädchen, die in Deutschland ihre Erziehung erhalten sollten. Durch Krieg und Kriegsfolgen waren die Erziehungsmöglichkeiten und die Erziehungstüchtigkeit des Elternhauses sehr problematisch geworden. Es trat häufig eine Lockerung des Familienlebens an sich ein, bei welcher die Kinder der leidtragende Teil waren. Die wirtschaftlichen Abnormitäten zeitigten Verhältnisse, die für die Jugend außerordentlich ungesund waren. Da wandte sich das Coburger Institut an die Eltern mit dem Rufe, die heranwachsende Jugend aus dieser gefährdeten Umgebung heraus in eine klare, durch seine äußere Konjunktur beeinflusste Atmosphäre zu schicken und sie dort ernste Arbeit und Lebenstüchtigkeit erlernen zu lassen. Der erzieherische persönliche Einfluss sollte, so wurde versprochen, der Ausgangspunkt aller Erziehung sein. Dieser persönliche erzieherische Einfluss machte sich bei der Schülerschaft bald geltend. Offen und klar sah diese Jugend in die Welt. Sie hatte nichts zu verheimlichen, war nicht verborgen, nicht missgebildet und nicht uniformiert. Selbst Jungens, die früher die Arbeit verabscheuten, lernten hier die Arbeit lieben und als ethisches Prinzip schätzen; bei aller Freiheit war diese Jugend durchaus diszipliniert, sie stellte den Typ des jüdischen jungen Menschen von heute im besten Sinne dar und hing bald mit ihrer ganzen jugendlichen Begeisterung an ihrem Erzieher; denn er verstand es, alle vorhandenen Kräfte des Kindes zu wecken, um sie fürs praktische Leben verwendungsfähig zu machen, die jungen Menschen geistig und körperlich so zu trainieren, dass sie in allen Lagen des Lebens schnell und sicher Entschlüsse zu fassen befähigt sind. Er verstand es auch, den früher so hervorstechenden Unterschied zwischen körperlicher und geistiger Ausbildung zu überwinden und zu einem beglückenden Ausgleich zu führen.
Nach kurzem Bestehen entwickelt sich aus den anfänglich kleinen Schulkursen eine höhere Privatlehranstalt mit dem Pensum einer sechsklassigen Realschule. Die Unterrichtsmethode beruht auf dem Grundsatz des selbsttätigen Arbeitskreises, wo in kleinen Zirkeln das Pensum gemeinsam erarbeitet - also nicht bloß doziert und 'durchgenommen' wird. Dieser Arbeitskreis bedingt natürlich auch außerhalb des Unterrichts das Betonen der Gemeinschaft. In dieser Gemeinschaft spielt die Selbsterziehung der Jugend eine ebenso wichtige Rolle wie der Einfluss der erzieherischen Autorität. Es muss schließlich jeder - wenn er nicht beiseite stehen will - mit anpacken. Es muss jeder - sei es was es will - tatbereit sein und den Posten ausfüllen, auf den er gestellt wird. Hier erfahren Fähigkeit und Geschicklichkeit, sich selbst zu helfen, ständige praktische Übung. Dabei wirken pädagogische Einwirkung und Anleitung mit Selbsterziehung und Selbstdisziplin harmonisch miteinander. Jetzt wird im neuen Lehrplan durch Einrichtung von Übungswerkstätten dieses Ziel noch bedeutend erweitert und den neuesten Forderungen der Berufsumschichtung entsprechend noch stärker gefördert werden.
Das Heim liegt auf freier, luftiger Höhe von Sonne durchflutet, abseits vom Getriebe der Stadt, mit hervorragenden hygienischen Einrichtungen.
Der große Park hat seine eigenen Turn- und Spielplätze, Skiübungswiese, Rodelbahn, Sonnen- und Luftbäder und Gartenbaufläche. Die Schüler halten ihren eigenen Gottesdienst, also auch hier der Übergang zur praktischen Übung. Freitagabende und Festtage bilden unvergessliche Höhepunkte im Internatsleben.
Viele Hundert junger Menschen sind schon von hier aus ins Leben hinausgegangen, und es ist zu hoffen, dass die gleiche Erziehung noch vielen jungen Juden zuteil werden wird. Denn diese Schule will nicht nur eine Schule der "besseren Kreise" sein, sondern sie will der jüdischen Allgemeinheit dienen, deshalb sind die Gebühren gestaffelt und Minderbemittelte werden zu ganz geringen Sätzen, einige unbemittelte sogar ohne Entgelt aufgenommen. Josef Messinger (Bern)."       

  
  
Berichte zu einzelnen Persönlichkeiten aus der jüdischen Gemeinde    
Zur Beerdigung des Geheimen Kommerzienrates Jacob Freiherr von Mayer (1901)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1901: "Coburg, 6. Mai (1901). (Die Beerdigung des Geheimen Kommerzienrates von Mayer). Dessen Begräbnis verdient, auch im 'Israelit' geschildert zu werden. Es fand gestern Vormittag 11 Uhr, von der Leichenhalle aus, auf dem israelitischen Friedhofe statt und legte beredtes Zeugnis davon ab, welcher Verehrung sich der Verblichene in den weitesten kreisen seiner Mitbürger erfreute. Die Zahl der Teilnehmer ist mit 800 nicht zu gering geschätzt. Nachdem Herr Lehrer und Prediger Oppenheimer die Totengebete verrichtet hatte, widmete er dem Verblichenen ergreifende Worte des Gedächtnisses. Nun setzte sich der Zug langsam in Bewegung. Unter Vorantritt eines Trauermarschalls folgte Herr Export-Disponent für Österreich-Ungarn, Hansen, welcher auf einem Kissen die Orden des Freiherrn trug. Hieran schlossen sich zwei Diener in Gala mit den Kränzen der höchsten Herrschaften. Die Spende Seiner Durchlacht des Herrn Regierungsverwesers trug Namenszug und Krone, die Ihrer Hoheit der Frau Herzogin Alexandrine die Inschrift: 'Das Andenken des Gerechten bleibt in Ehren.'   
Dem Sarge folgten zu Seiten des Herrn Lehrer und Prediger Oppenheimer die Freiherren Hugo von Mayer und Siegwart von Mayer-Letschendorf. Seine Durchlaucht den Herrn Regierungsverweser vertrat Herr Flügeladjutant von Wangenheim, Ihre Hoheit die Frau Herzogin Witwe Alexandrine, welche ihrem Schmerz um den dahingeschiedenen Freund des herzoglichen Hauses in einem ergreifenden eigenhändigen Schreiben Ausdruck verliehen hatte, Herr Staatsrat Meßmer, das Gesamtministerium Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Dietsch von Gotha, die hiesige Ministerial-Abteilung Seine Exzellenz Herr Wirklicher Gemeinrat von Wittken. 
Neben den Angehörigen des Verstorbenen nahmen teil der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, dieselbe selbst, der Magistrat, Stadtverordnete, sämtliche Beamte der hiesigen Firma und ihre Filialen, Vertretungen der Coburg-Gothaischen Kreditgesellschaft, des Spar- und Hilfsvereins, sowie zahlreiche andere kommerzielle und industrielle Unternehmungen. Ja sogar von Österreich waren Freunde des Chefs der Weltfirma herbeigeeilt. Ferner bemerkte man unter den Leidtragenden den amerikanischen Generalkonsul Herrn Dr. Hughes, welcher gestern die Fahne des Konsulats auf Halbmast hatte flaggen lassen, anlässlich der Bedeutung, welche Freiherr von Mayer in der Handelswelt hatte. Auch das Land hatte sich zahlreich beteiligt; so sah man unter andern die Gemeindevertretung von Ketschendurf, geführt von Herrn Schultheiß Gundermann, ferner Creidlitzer, Seidmannsdorfer, Ahorner etc. Von Landtagsabgeordneten sag man Herrn Arnold, die Schulen, denen der Verstorbene so manche Wohltat erwiesen hatte, vertrat Herr Schulrat Brodführer.  
Bald hatte der Zug sein Ziel, die der israelitischen Gemeinde bestimmte kleine Abteilung des allgemeinen Friedhofes erreicht. Langsam senkte sich der Sarg in die Gruft; Herr Lehrer und Prediger Oppenheimer sprach das letzte Gebet.  
Gar mancher Freund des Verblichenen begab sich nun zum Grabe, um ihm die üblichen drei Hand voll Erde nachzusenden.   
So ruht denn einer unserer hervorragendsten Mitbürger nach einem an Erfolgen aber auch an ernster Arbeit reichem Leben für immer aus, ein Mann, der sich des gleichen Ansehens erfreute bei Hoch und Niedrig, an dessen Gruft sich Stadt und Land, Fürstenhaus und Bauer, sowie die Angehörigen jeder Konfession zusammenfanden, um ihn zu ehren und sich selbst. Er ruhe in Frieden!   
Die Freiherrliche Familie hält die 'Schiwwe' (Trauerzeit) streng inne und wird bei ihr täglich 'Minjan' gemacht. Redakteur Mahler."       

  
Stiftung von Freifrau Ernestine von Mayer und weitere Spenden der Familie von Mayer (1901)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1901: "Coburg, 17. Mai (1901). (Hochherzige Stiftung). Freifrau Ernestine von Mayer stiftete für die hiesige jüdische Kultusgemeinde 3.000 Mark zu wohltätigen Zwecken. Ihr Sohn, Freiherr Siegwart von Mayer-Ketschendorf, führte dieser Stiftung in Erinnerung an seinen unvergesslichen teuren Vater 600 Mark zu. Ferner hat der verstorbene Herr Geheime Kommerzienrat Freiherr von Mayer 5.000 Mark für ein Freibett im städtischen Krankenhaus gestiftet, 500 Mark zur Verteilung an die städtischen Armen, 500 Mark für den Alexandrinenverein, 500 Mark für die Blindenanstalt, 250 Mark für den Marienverein und 250 Mark für das Mutterhaus des Marienvereins."   

  
Feier der "Goldenen Hochzeit" von Markus Stern und Rosette geb. Gutmann (1903)        

Coburg Israelit 14091903.jpg (101520 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1903: "Coburg, 10. September. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten heute in vollster geistiger und körperlicher Frische Herr Markus Stern und Gattin, Rosette geb. Gutmann. Die Feier leitete diesen Mittag halb ein Uhr Herr Prediger S. Oppenheim im prächtig geschmückten Saale des Gesellschaftshauses. Ein zahlreiches Publikum - außer der vollzähligen jüdischen Gemeinde hatten sich auch viele andere Mitbürger des Jubelpaares eingefunden - füllte den Festraum. Im Auftrage Seiner Durchlaucht des Herrn Regierungsverwesers, Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg überreichte Herr Prediger Oppenheim eine herrliche deutsche Bibel, deren kalligraphisch ausgeführtes Widmungsblatt die eigenhändige Unterschrift Seiner Durchlaucht trug. Die hiesige jüdische Gemeinde ließ eine prachtvolle silberne Schale mit Blumenarrangemeint überreichen, der jüdische Frauenwohltätigkeitsverein hatte ein kostbares Kissen gestiftet. Herr Prediger Oppenheim hatte seiner Predigt die Bibelstelle 'Ein Jubeljahr ist das 50. Jahr; am Ertrag Deiner Felder sollst du dich lagen', zu Grunde gelegt. Das Tafelarrangement und das Diner lieferte Herr Hotelier Sander hierselbst."   

   
Zum Tod von Ernestine Freifrau von Mayer (1905
)   
 
 
Coburg AZJ 21071905.jpg (76510 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Juli 1905: "Coburg, 14 Juli (1905). Vor wenigen Tagen verschied hier im 74. Lebensjahre Frau Ernestine Freifrau von Mayer. Die fromme Verblichene hat mit ihrem ihr vor vier Jahren im Tode vorangegangenen Gatten, dem hochedlen Menschenfreund Jacob Freiherr von Mayer, viele Werke echter Menschenliebe gestiftet. Das Regentenpaar ehrte ihr Andenken durch Niederlegung eines Kranzes auf den Sarg, auch die Spitzen der Behörden erwiesen ihr die letzte Ehre. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung wurde die edle Frau zur letzten Ruhestätte geleitet. Den Gefühlen der Trauer und des Schmerzes um ihr Hinscheiden gab der langjährige Freund der Familie, Prediger Oppenheim, in tiefempfundener und tiefergreifender Trauerrede beredten Ausdruck. Durch namhafte Schenkungen an israelitische und christliche Wohltätigkeitsanstalten ehrten die zwei hochherzigen Söhne Hugo Freiherr von Mayer-Frankfurt am Main und Siegwart Freiherr von Mayer-Ketschendorf in Wien das Andenken ihrer heißgeliebten Mutter. Ehre dem Andenken der edlen und frommen Frau!" 


Auszeichnung für Oberleutnant Dr. Martin Bär (1918)   

Coburg FrfIsrFambl 04011918.jpg (15421 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Januar 1918: "Koburg. Oberleutnant Dr. Martin Bär und Leutnant Felix Meyer - Erfurt wurden mit dem Eisernen Kreus 1. Klasse ausgezeichnet."  

  
Beförderung von Vizewachtmeister Kurt Blüth zum Leutnant (1918)  

Coburg AZJ 24051918.jpg (18586 Byte)Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Mai 1918: "Vizewachtmeister Kurt Blüth, Sohn des Kaufmanns Julius Blüth in Coburg, wurde zum Leutnant der Artillerie befördert."   


Zum 80. Geburtstag von Lina Cramer geb. Lebermuth (1933
)   
 

Coburg Bayr GZ 15071933.jpg (45892 Byte)Aus der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juli 1933: "Coburg. Am Dienstag, 20. Juni (1933) feierte Frau Lina Cramer geb. Lebermuth (Theilheim i. Ufr.) in seltener Rüstigkeit und geistliche Frische ihren 80. Geburtstag. Frau Cramer gehört einer echten 'Soldatenfamilie' an. Ihr verstorbener Mann, Herr Jakob Cramer, war Mitkämpfer von 1870/71. Von ihren drei Söhnen, die als Soldaten im Weltkriege waren, fiel der jüngste nach nur dreimonatlicher Fronttätigkeit am 14. Juli 1915 im Argonnerwald. Der älteste war Bataillonsarzt an der rumänischen und serbischen Front, der zweite Kompaniefeldwebel in Flandern. Die 80jährige wurde von ihren zahlreichen Freunden und Bekannten gebührend geehrt. Die Kultusgemeinde sandte ihr ein großes Blumengeschenk. Möge der Greisin noch ein recht langes und zufriedenes Alter beschieden sein.

   
80. Geburtstag von Julius Mai (1934)     

Coburg BayrIsrGZ 15051934.jpg (124066 Byte)Artikel vom  15. Mai 1934: "Coburg. Am 13. Mai feierte der um die Stadt, das Wirtschaftleben und die Kultusgemeinde hochverdiente Herr Kommerzienrat Julius Mai seinen 80. Geburtstag in erfreulicher Rüstigkeit und reger Anteilnahme an den Geschehnissen unserer Zeit. In Berkach ('Sachsen-Meiningen) in kinderreichem Elternhaus und bescheidenen Lebensverhältnissen geboren, kam er in jungen Jahren nach Ableistung seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger nach Coburg, das ihm zur dauernden Heimat wurde. Er war viele Jahre Stadtverordneter, dann (bis zur Einführung der bayerischen Gemeindeverordnung in Coburg ) Magistratsrat, ferner Mitglied der Handelskammer (bis 1933) und deren Kassier und Finanzverwalter. Als Mitglied und Vorsitzender von Aufsichtsräten widmete er Bank- und Industrieunternehmungen des Bezirks seine anerkennten und geschätzten kaufmännischen Kenntnisse und vielfachen Erfahrungen. Sein Wirken wurde unter den herzoglichen Regierungen durch mehrfache Auszeichnungen anerkannt. Mit seiner vor einigen Jahren verstorbenen Gattin stand er vielen Wohlfahrtseinrichtungen helfend und fördernd nahe, die Israelitische Kultusgemeinde verdankte seinem frommen Sinn und seiner Begeisterung für das Judentum manche Stiftung; in allen Kreisen wird er als stiller Wohltäter geschätzt. Sein Leben kann als Vorbild für das eines guten deutschen Juden gelten, als der er sich auch in nichtjüdischen Kreisen hoher Achtung und großen Ansehens erfreut. Mögen die herzlichen und aufrichtigen Wünsche, die ihm zu seinem Ehrentag gewidmet werden, Erfüllung finden!"    

   
   
Weitere Persönlichkeiten

Hans Morgenthau (Wikipedia-Artikel):  geb. 1904 in Coburg als Sohn des Arztes Ludwig Morgenthau und der Frieda geb. Bachmann, Tochter eines Kaufmannes aus Bamberg; Besuch des Gymnasiums Casimirianum in Coburg - hatte bereits während der Schulzeit unter antisemitischen Diskriminierungen zu leiden -; 1923 bis 1927 Studium der Philosophie und Jura in Frankfurt am Main, München und Berlin; 1929 Promotion über das Völkerrecht; 1932 als Privatdozent an die Universität Genf, Berufsverbot in Deutschland; ab 1935 an der Universität Madrid, 1937 in die USA emigriert; in den USA an verschiedenen hochrangigen Universitäten tätig; Begründer des Realismus in den Internationalen Beziehungen; gest. 1980 in New York.   

 
 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Hotel und Restaurant Sander - Anzeigen von 1900 und 1901  

Coburg Israelit 23081900.jpg (42263 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1900. "Sander's Hotel  Restaurant, Coburg. Badergasse Nr. 7 empfiehlt seine prachtvollen Lokalitäten den Herren Geschäftsreisenden. Vorzügliche Fremdenzimmer. - Rituelle Küche - Übernahme von Hochzeiten. Beste Referenzen. Hausdiener zu allen Zügen."
   
Coburg Israelit 01081901.jpg (47502 Byte)Anzeige in der Zeitung "Der Israelit" vom 1. August 1901: "Koscher Hotel & Restaurant Sander Koscher. Coburg, Badersgasse 7. 5 Minuten vom Bahnhof. Meiner geehrten Kunschaft die ergebene Mitteilung, dass ich das von meinem Vater Herrn Moritz Sander seither betriebene Hotel-Restaurant übernommen habe und bitte um gütige weitere Unterstützung meines Unternehmens. Achtungsvoll! Julius Sander & Frau, geb. Heinsfurther."

   
Anzeige des Tuch- und Manufakturwarengeschäftes N. Schloss in Rodach (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. September 1901: 
"Für mein Tuch- und Manufakturwarengeschäft suche zum sofortigen Antritt einen jungen Mann als 
Lehrling 
mit guter Schulbildung und Kost und Logis im Hause. 
Schabbat und Feiertag
geschlossen. 
N. Schloß, Rodach, Herzogtum Coburg".     

 
J. Sander sucht zwei Kochlehrmädchen für sein Hotel in Bad Liebenstein (1904)
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Februar 1904: "Zwei Kochlehrmädchen können zu sehr günstigen Bedingungen in meinem Saison-Hotel zu Bad Liebenstein per 1. Juni eintreten. Offerten sind an J. Sander, Coburg zu richten."   

    
Verlobungsanzeige von Bertel Kaiser und Emil Ferchheimer (1922)  

Gotha CV-Ztg 02119222.jpg (33695 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 2. November 1922: "Statt Karten. 
Bertel Kaiser - Emil Ferchheimer. Verlobte. 
Gotha, Lutherstrasse - Coburg."

     
Todesanzeige für Klara Ehrlich (1924)    

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 14. Februar 1924: 
"Am Montag, den 4. Februar dieses Jahres, erlöste ein sanfter Tod unsere geliebte Mutter und Großmutter 
Klara Ehrlich 
im 73. Lebensjahre ihres arbeitreichen Lebens. 
Coburg, Mannheim, Rinteln, Meiningen, den 4. Februar 1924. 
Die tieftrauernden Hinterbliebenen."        

   
Geburtsanzeige für Peter Forchheimer (1924)      

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 20. März 1924: 
"Peter  -  
Emil Forchheimer und Frau Bertel geb. Kaiser
 
zeigen die Geburt eines Sohnes an. Coburg, Bahnhofstrasse 24."        

   
Verlobungsanzeige von Rose Mannheimer und Martin Bergheim (1924)   

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 5. Mai 1924: 
"Rose Mannheimer - Martin Bergheim. Verlobte. 
Coburg - Sonneberg (Thüringen). April 1924."        

      
Nach der Emigration: Verlobungsanzeige von Marianne H. geb. Reinach und Peter Forchheimer (1949)        

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom 22. April 1949: 
"Engaged  
Marianne H. Reinach
(formerly Wuppertal)  
Peter Forchheimer
(formerly Coburg)  
977 Bryden Road Columbus, Ohio.  
Wedding  Columbus, Ohio  Seneca Hotel, May 16."       

   

   

   

   

                 

 

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Stand: 01. November 2014