Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Berkach (Kreis Schmalkalden-Meiningen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Sonstiges    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
   
In Berkach bestand eine jüdische Gemeinde bis in die 1930er-Jahre. Ihre Entstehung geht in die Zeit um 1700 (möglicherweise bis um 1600) zurück. Um 1700 waren die im benachbarten Nordheim unter dem Patronat der Reichsritter von Stein lebenden Juden ausgewiesen und auf den Stein'schen Lehnhöfen in Berkach angesiedelt worden. 1762 werden erstmals jüdische Händler aus Berkach bei der Leipziger Messe genannt. 
  
Nach einer von Elisabeth Böhrer in einem Akt im Staatsarchiv Würzburg gefundenen Aufstellung von "im Hochstift wohnenden, zur Hochfürstl. Hofkammer zahlbaren Schutz Juden" wird für das Jahr 1763 namentlich ein jüdischer Familienvater (Meyer) in Berkach genannt.   
  
Die jüdischen Familien lebten zunächst gemeinsam in einem jüdischen Ortsteil (im Bereich des Zehnhofes und des Hinterdorfes). Sie konnten jedoch die Ortseinrichtungen wie Brunnen, Wege, Backhaus gemeinsam mit den Christen benutzen. 1808 wurden 19 jüdische Familien am Ort gezählt. Sie standen unter dem Schutz von drei verschiedenen Ortsherrschaften (14 Familien bei den Reichsrittern von Stein, drei unter Altwürzburgischer Herrschaft und eine Familie unter der Adelsfamilie von Kalb).  Ein eigener Friedhof konnte nach 1820 angelegt werden. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (im 1853 neu erbauten Schulhaus mit Lehrerwohnung neben der Synagoge), ein rituelles Bad (im Hinterdorf) und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Bekanntester Lehrer war Hermann Ehrlich (1815-1879), der ab 1845 in Berkach als Kantor, Lehrer und Zeitungsherausgeber wirkte (siehe Bericht unten).      
  
Die jüdischen Familien lebten zunächst ausschließlich vom Handel mit Vieh und Waren (insbesondere Schnittwaren, Textilwaren, Wolle). 1833 wurden 152 jüdische Gemeindeglieder (ein Drittel von 460 Einwohnern) gezählt, 1851 waren es 170 in 36 Familien. Seit den 1870er-Jahren ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück.

Um 1900 gehörten jüdischen Gewerbetreibenden mehrere Handlungen im Dorf (neben Viehhandlungen auch eine Schnitt- und Kurzwarenhandlung), auch gab es inzwischen jüdische Handwerker. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner weiter zurück.   
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Hermann Adler (geb. 9.12.1876 in Berkach, vor 1914 in Meiningen wohnhaft, gef. 18.9.1916),  Alfred Levi (geb. 21.7.1888 in Berkach, vor 1914 in Aschersleben wohnhaft. gef. 12.2.1917), Sigmund Rosenbaum (geb. 5.12.1889 in Berkach, vor 1914 in Schöppenstedt wohnhaft, gef. 21.1.1915).    
     
Mitte der 1920er-Jahre (1924/25)
gehörten dem Synagogenvorstand S. Heßberg, S. Gutmann und G. Friedmann an. Damals wurden noch 28 jüdische Einwohner gezählt (von insgesamt etwa 500 Einwohnern). Anfang der 1930er-Jahre war erster Synagogenvorsitzender Rudolf Goldschmidt, 2. Vorsitzender Selig Gutmann (für 1932 noch 20 jüdische Gemeindeglieder). 
  
Nach 1933 trafen die Berkacher Juden wie auch sonst im Deutschen Reich die zunehmenden Restriktionen und die Verluste der bürgerlichen Rechte. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 wurden neun Berkacher Juden in das KZ Buchenwald verschleppt. Guthmann (Götz) Friedmann hat den Lageraufenthalt nicht überlebt.
1942 wurden die letzten Berkacher Juden deportiert: Moritz Buxbaum, Ida Buxbaum geb. Sachs (1894), Dina Buxbaum (1927), Hans Kaufmann (1903), Helene (Lene)  Kaufmann, Salomon Stein, Else Stein. Auf der 1995 im Eingangsbereich der Synagoge angebrachten Gedenktafel wird außerdem an die Schicksale von Rosalie Friedmann, Rudolf und Rosa Goldschmidt mit Sohn Hermann, Klara Gutmann, Hulda Hoffmann, Guthmann Friedmann und Tochter Resie Friedmann erinnert.    
      
Von den in Berkach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jenny Selma Appel geb. Schwab (1888), Herschine Bachrach geb. Sachs (1862), Dina (Lina) Buxbaum (1927), Ida Buxbaum geb. Sachs (1894), Bertha Einstein geb. Mayer (1870),  Selma (Elma) Falkenstein geb. Popper (1874), Albert Friedmann (1874), Frieda (Friederike) Friedmann geb. Wormser (1855), Götz Friedmann (1855), Max Friedmann (1887), Rosalie Friedmann geb. Freudental (1862), Selma Gassenheimer geb. Schwab (1880), Rosalie Goldschmidt geb. Hessberg (1884), Klara Gutmann geb. Stern (1863), Martha Harf geb. Hecht (1889), Bernhard Hofmann (1895), Hulda Hofmann geb. Lichtenstein (1870), Arno Holländer (1883), Käthe Katz geb. Friedmann (1908), Hans Kaufmann (1903), Helene Kaufmann geb. Friedmann (1899), Klara Klebe geb. Friedmann (1890), Paula Lebenstein geb. Friedmann (1894), Max Levi (1882), Berta May geb. Friedmann (1875), Meta Moses geb. Friedmann (1901), Max Oppenheimer (1886), Rika Popper geb. Mey (1849), Siegfried Popper (1884), Hermann Sachs (1890), Rosa Sachs (1892), Hulda Schickler geb. Levi (1869), Julius Schwab (1890), Else Stein geb. Hecht (1882), Salomon Stein (1885), Rosa Tannenbaum geb. Sachs (1870), Franz Wolff (1922), Ida Wolfromm (1875).    
  
  
  
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    
       
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Beiträge von Lehrer Hermann Ehrlich über Synagogengesang und Chorbildung (1849)    

   Berkach AZJ 21051849a.jpg (231374 Byte) Berkach AZJ 30071849a.jpg (216660 Byte)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 21. Mai 1849   
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" 
vom 30. Juli 1849: 
Die Beiträge werden nicht abgeschrieben - bei Interesse zum Lesen bitte die Textabbildungen anklicken.  

  
Werbung für die Synagogen- und Chorgesänge von Hermann Ehrlich, Kantor und Lehrer in Berkach (1850 / 1861 / 1873 / 1876) 
Anmerkung: die hebräisch abgekürzten Bezeichnungen sind möglicherweise nicht präzise wiedergegeben; Korrekturen bitte an den Webmaster, Adresse siehe Eingangsseite.

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Oktober 1850: "Literarische Anzeige
Im Verlage von W. Blum, Keißnersche Hofbuchhandlung in Meiningen erscheint und ist in allen Buchhandlungen und Postämtern zu bestellen: 
Liturgische Zeitschrift
zur Veredelung des Synagogengesanges mit Berücksichtigung des ganzen Synagogenwesens herausgegeben in Gemeinschaft mit vielen israelitischen Gelehrten, Kantoren und Schullehrern von H. Ehrlich in Berkach bei Meiningen. Diese Zeitschrift, die sowohl den logischen als praktischen Teil der jüdischen Liturgie enthalten soll, erscheint in fortgesetzten Heften, wovon das Heft nur 7 1/2 Ngr. für baldige Subskriptionen kostet. 
Durch dieses Organ soll sowohl eine Gleichzeit und Einförmigkeit des überall so sehr verschiedenen Gottesdienstes durch Gesang und Gebet erstrebt, als zugleich der Mangel an zeitgemäßen passenden und billigen Synagogengesängen abgeholfen werden. An allgemeinem Interesse dafür wird es gewiss nicht fehlen, besonders da alle dahin einschlagenden Artikel und Gesänge ganz kostenfrei aufgenommen, und ein solcher Preis für Notendruck nur billig zu nennen ist."     
  
Berkach AZJ 23041861.jpg (62837 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. April 1861: "Den Verlag der weit verbreiteten Liturgischen Zeitschrift von H. Ehrlich zu Berkach hat gegenwärtig der Herausgeber selbst zu Gunsten der geehrten Abonnenten übernommen, um von jetzt ab alle Chorgesänge für die Tage von Hoschana Rabba (?), und die Schalosch Regalim Schabbat (Preis auf je 8-10 Hefte bloß 1 Taler, pr.) franko und prompt besorgen zu könne. Desgleichen wird auch die erst kürzlich die Presse verlassende Chorgesangschule von demselben gegen den geringen Pränumerations-Preis von 15 Sgr. franko besorgt." 
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Februar 1873: "In diesem Winter werden zu leichten Einübungen von schönen Synagogengesängen verbunden mit allen Rezitativen die in 3 vollständigen Bänden erschienenen Gesänge von H. Ehrlich in Berkach noch zu dem äußerst billigen Preis von 2 Thalern abgelassen und 10 leichte Lecha Dodi zu 10 Sgr."  
 
Berkach Israelit 16081876.jpg (52972 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1876: "Die sehr reichhaltigen Synagogen- und Chorgesänge von H. Ehrlich in Berkach bei Meiningen sind in 3 starken Bänden für Schalosch Regalim Schabbat und Jom Noraim zusammen zu dem äußerst billigen Preise von 6 Mark bis jetzt noch zu beziehen. Zehn leichte Lecha Dodi und eine praktische Chorgesangschule, jedes von diesen beiden nur 1 Mark. Diejenigen, welche sich dem Vorsängerberuf widmen und darin unterrichtet sein wollen, mögen sich melden bei Theodor Singer, Kantor, Mainz, Ballplatz 5."
    
Grabstein von Hermann Ehrlich auf dem jüdischen Friedhof in Plaue 

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Plaue Friedhof 148o.jpg (783615 Byte) Plaue Friedhof 0423.jpg (171585 Byte)
   Grabstein von Hermann Ehrlich auf dem jüdischen Friedhof in Plaue mit Symbolik: Hand mit aufgeschlagenem Notenbuch 
(Fotos und Hinweis von Jörg Kaps, Arnstadt; Foto Mitte in hoher Auflösung)  

    
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
50jähriges Bestehen des Vereins Chewra Chasuk Emuna (1892)

Berkach Israelit 27101892.jpg (59558 Byte)Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1892: "Berkach bei Meiningen. Am Schabbat Bereschit (Schabbat mit der Toralesung Bereschit = 1. Mose 1,1 - 6,8, dies war am 15. Oktober 1892) waren es fünfzig Jahre, seitdem sich hier der Verein Chewra Chasuk Emuna gebildet. Zehn bis zwölf hiesige Gemeindemitglieder riefen denselben ins Dasein; jetzt zählt derselbe zwar nur noch 7 Mitglieder, darunter 2, die ihn begründen halfen. So gering die Beiträge auch sind, so hat derselbe doch im Laufe der Jahre an Vermögen zugenommen, denn trotz beträchtlicher Unterstützungen, die er an Bedürftige hier und auswärts geleistet, besitzt der Verein ca. 1.200 Mark an zinstragenden Geldern. Der Würde des Tages wurde durch eine diesbezügliche Ansprache des Lehrers G. Holländer in der Synagoge Rechnung getragen. H."

   
   
Berichte zu einzelnen Gemeindemitgliedern 

Mord an Louis Heßberg (1877)

Berkach Israelit 18041877.jpg (76219 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1877: "Berkach bei Meiningen. Am 10. dieses Monats hat sich folgender traurige Fall ereignet. Der Sohn des hiesigen Schuhmachers Jakob Heßberg, Louis Heßberg, ein braver, intelligenter, junger Mann, 20 Jahre alt, der 6 Jahre in einem Hause in Suhl konditioniert und sich nicht nur das volle ertrauen seines Prinzipals, sondern auch die Achtung und Liebe der Umgegend erworben hatte, wurde am genannten Tage, abends gegen 8 Uhr, zwischen Zella und Suhl, 1/4 Stunde von letzterem Orte, ermordet und seiner Barschaft, etwa 600 Mark, beraubt; die Mörder, die ihn mit seinem eigenen Sacktuche erdrosselten, sind noch nicht entdeckt. Die tiefbetrübten Angehörigen finden allgemeine Teilnahme."  

  
Zum Tod des langjährigen ehrenamtlichen Vorbeters Löw Friedmann (1893)  

Berkach Israelit 30101893.jpg (96042 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1893: "Berkach, 17. Oktober (1893). Heute bestattete man dahier unter zahlreicher Beteiligung einen Ehrenmann, dessen guter Name als dauerndes Erbteil seinen Hinterbliebenen zur Zierde und zum schönsten Andenken verbleiben wird. Herr Löw Friedmann segnete das Zeitliche am Dienstag, dem 7. Marcheschwan (= 17. Oktober 1893) in einem Alter von 75 Jahren, nachdem es ihm im Juni dieses Jahres noch beschieden war, die goldene Hochzeit mit seiner jetzt so tief betrübten Gattin noch ziemlich rüstig zu begehen. Behabt mit edlem Herzen und mit frommem Sinn, streng redlich in Handel und Wandel, für das Wohl der Gemeinde in uneigennützigster Weise wirkend, als gewissenhafter Hausvater auf die geistige und leibliche Wohlfahrt seiner Kinder stets bedacht, hat er viele, viele gute Freunde, schwerlich einen Feind hinterlassen.
Nahezu 30 Jahre fungierte er als Hilfsvorbeter an den hohen Feiertagen und als Vertreter des Vorbeters in selbstlosester Weise und erfüllt von wahrer Andacht. Nicht nur die Angehörigen, sondern auch die hiesigen Gemeindemitglieder haben an ihm viel verloren. 
Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Möge auch hier das Wort der Schrift sich bewähren, dass das Gedenken des Frommen schon zum Segen gereicht! Möge die Erinnerung an den Seligen Andere anspornen, es ihm gleich zu tun, ihm gleich zu leben und zu streben. (hebräisch und deutsch:) Und das werde unser Trost!"  

    
    
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabstein in New York für Babette Ehrlich (1827-1892)  
   
Anmerkungen: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn. Der Geburtsname von Babette Ehrlich wird nicht angegeben. Es könnte sich nach http://www.thueringen.de/imperia/md/content/staatsarchive/meiningen/texte/auswanderungen_aus_dem_herzogtum_sachsen-meiningen.pdf um Babette geb. Schwab handeln, die im Alter von 22 Jahren 1850 aus Berkach nach Amerika ausgewandert ist.      

Berkach NY Cyprus 1785.jpg (72677 Byte)    Grabstein für 
"...our beloved mother Babette Ehrlich
Born in Berkach Sachsen-Meiningen August 5th 1827  
Died Sept. 16th 1892  
Aged 65 Years, 1 Month & 11 Days..."  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge     
    
Zunächst war vermutlich ein Betsaal vorhanden. 1852 werden eine "alte Synagoge" und eine Schule erwähnt. Sie befanden sich im unmittelbaren Umfeld des alten jüdischen Wohngebietes (beim Zehnthof). 1854 wurde eine neue Synagoge mit einem daneben stehenden Schulhaus erbaut und noch im selben Jahr feierlich eingeweiht. Die jüdische Gemeinde musste für den repräsentativen Bau etwa 7.000 Gulden aufbringen. In der jüdischen Schule wurden um 1860 45 Kinder unterrichtet. In der Synagoge stand ein Toraschrein mit sechs Torarollen. 
  
Beim Novemberpogrom 1938 blieb die Synagoge unzerstört. Sie wurde von der jüdischen Gemeinde 1939 unter dem Druck der Verhältnisse an die politische Gemeinde verkauft. Eine Torarolle konnte von dem jüdischen Gemeindeglied Goldschmidt gerettet werden und steht heute im Toraschrein einer jüdischen Gemeinde in New Jersey/USA. 1942 verkaufte die politische Gemeinde die ehemalige Synagoge an den Sparkassen- und Darlehensverein. 
  
1949
wurde die ehemalige Synagoge zunächst von der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB), später von der LPG als Lagerraum und Schmiede genutzt.
  
1989/90 begannen auf Initiative der Denkmalbehörde und in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringens die Überlegungen zur Restaurierung der jüdischen Kulturstätten in Berkach. Unter Leitung der Denkmalpflege Meiningen wurde die Synagoge von Grund auf erneuert. Am 3. November 1991 wurde das Gebäude von Landesrabbiner Chaim Litschitz (Hessen) wieder als Synagoge eingeweiht. Geplant war, dass mehrmals jährlich wieder Gottesdienste stattfinden, etwa bei Treffen jüdischer Jugendlicher. Anwesend waren bei der Einweihung der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde Thüringens, Raphael Scharf-Katz aus Erfurt, der Berliner Kantor Estrongo Nachama, der evangelische Landesbischof von Thüringen Dr. Werner Leich, Bischof Dr. Wanke, Bundespräsidentin Prof. Rita Süßmuth, Landtagspräsident Dr. Gottfried Müller, der israelische Vizekonsul Tibor Schlosser, Vertreter der israelitischen Kultusgemeinden Kassel, Nürnberg, Frankfurt am Main, Bad Naumann sowie ehemalige jüdische Bewohner Berkachs. 
    
Bei der Restaurierung 1999 wurde im Bereich des Toraschreines ein Fenster eingebaut, das nicht historisch war. Es wurde bei einer weiteren Restaurierung 2005 zugemauert.    
     
     
Adresse/Standort der Synagoge:    Mühlfelder Straße 7           
    
    
Fotos
(Fotos Hahn, Aufnahmedatum 14.8.2005) 

Die ehemalige Synagoge nach 
der ersten Restaurierung (1999) 
Berkach Synagoge 051.jpg (16669 Byte) Berkach Synagoge 052.jpg (23183 Byte)
    An Stelle des Toraschreines wurde ein Fenster eingebracht, das nicht historisch ist. Dieses Fenster wurde bei der zweiten Restaurierung (2004/05) zugemauert. Als gleichfalls unhistorisch erwies sich das Sichtfachwerk, das bei der zweiten Restaurierung wieder verdeckt wurde.
   
Die ehemalige Synagoge
 im Sommer 2005
Berkach Synagoge 100.jpg (53377 Byte) Berkach Synagoge 107.jpg (50337 Byte)
    Die ehemalige Synagoge Links neben der Synagoge: das 1853 
erbaute Gebäude der jüdischen Schule 
mit Lehrerwohnung
 
 
     
Berkach Synagoge 104.jpg (37794 Byte) Berkach Synagoge 105.jpg (15049 Byte) Berkach Synagoge 103.jpg (56971 Byte)
Der Eingang zum Betsaal Mesusa am Eingang zum Betsaal Gedenktafel 
     
Berkach Synagoge 101.jpg (69391 Byte) Berkach Synagoge 102.jpg (56061 Byte) Berkach Synagoge 106.jpg (43528 Byte)
Blicke von der Frauenempore zum Bereich des früheren Toraschreines - frisch vermauert ist das 
Fenster im Bereich des ehemaligen Toraschreines, das 1999 hergestellt wurde.
Blick zur Decke 
des Betsaales
   

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Oktober 2009: Eine Gedenktafel für den Lehrer und Chasan Hermann Ehrlich wurde angebracht     
Berkach Gedenktafel Ehrlich 010.jpg (102000 Byte)Foto und Bericht - erhalten von Israel Schwierz: 
"GEDENKTAFEL FÜR LEHRER UND CHASAN HERMANN EHRLICH s.A. AN DER EHEMALIGEN JÜDISCHEN SCHULE IN BERKACH/THÜRINGEN. 
Zum Abschluss der jüdisch-christlichen Begegnungstage am 9.Oktober 2009 traf sich nochmals eine stattliche Anzahl von Besuchern in der Synagoge BERKACH, wo ein festliches Konzert unter dem Motto "Christliche Chormusik und jüdische Liturgie in der Begegnung" stattfand. Vor Beginn der Veranstaltung jedoch versammelten sich die Festgäste vor dem ehemaligen jüdischen Schulgebäude direkt neben der Synagoge, wo der Vorsitzende der HERMANN-EHRLICH-STIFTUNG der Grabfelder Bildungs- und Begegnungsstätte Berkach, GURSANGAT SINGH KHALSA, unter Beifall der Anwesenden eine Gedenktafel zu Ehren von HERMANN EHRLICH, einem bedeutenden jüdischen Kantor und Lehrer sowie einem der wenigen Pioniere der Begegnung zwischen Juden und Christen, mit der folgenden Inschrift enthüllte: "Hier wohnte und unterrichtete Hermann Ehrlich (1815-1879) Kantor, Komponist, Lehrer und Herausgeber der europaweit bedeutenden "Liturgischen Zeitschrift" von November 1853 bis Mai 1876" (darunter befinden sich Noten und in Deutsch und Hebräisch "Schma Israel"). 
Ihn würdigte dann auch während des Konzerts der Archivdirektor des Staatsarchivs Meiningen, Dr. JOHANNES MOTSCH, in einem Vortrag mit dem Titel "Der Berkacher Kantor Hermann Ehrlich als Brückenbauer zwischen Juden und Christen". HERMANN EHRLICH wurde 1815 in GLEICHERWIESEN geboren. Da er "ein ganz schwaches und krankes Kind" war kam er zu seinen Großeltern in das benachbarte SIMMERSHAUSEN, wo er bis zu seiner Bar Mizwa blieb. Er besuchte die jüdische Schule am Ort, daneben wurde er vom christlichen Dorfschulmeister in Musik unterrichtet: hier wurde der Grundstock für seine lebenslange Liebe zur Musik gelegt. Im Alter von 13 Jahren beschlossen die Eltern und Großeltern, dass der Junge Lehrer werden sollte; auf Anraten seines letzten Lehrers in SIMMERSHAUSEN wurde er nach OBERWALDBEHRUNGEN zum dortigen Lehrer JACOB EPSTEIN , einem hervorragenden Pädagogen "in die Lehre" geschickt. Nach bestandener Prüfung trat er am 1. Mai 1832 in das vom Superintendenten CARL LUDWIG NONNE geleitete Lehrerseminar in HILDBURGHAUSEN ein – als einer der beiden ersten Juden, die diese damals nach modernsten Maßstäben arbeitende Institution besuchten. 
Nach seiner erfolgreichen Abschlussprüfung blieb EHRLICH zunächst in HILDBURGHAUSEN, bis er im April 1836 vor einer besonderen Kommission eine Zusatzprüfung für jüdische Lehrer bestand. Am 1. Mai 1836 konnte er dann seine erste Stelle in der jüdischen Schule von BIBRA antreten. 1844 heiratete er in GLEICHERWIESEN KAROLINE ROMBERG aus POPPENLAUER in Unterfranken. Aus dieser Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen leider einige bereits im Kindesalter starben. Am 27.Dezember 1845 trat HERMANN EHRLICH die Lehrerstelle an der jüdischen Schule in BERKACH an. Eingeführt wurde er von dem evangelischen Pfarrer MICHAEL RÖHRIG, zu dem er ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Im Mai 1851 begann EHRLICH mit der Herausgabe der "Liturgischen Zeitschrift" mit dem Ziel, zur Verbesserung des Gesanges während der Gottesdienste in der Synagoge beizutragen. Ein Schwerpunkt war die Chorausbildung. Dazu erhielt er Manuskripte u.a. aus MÜNCHEN, FRANKFURT und POSEN. Nach schlechten Erfahrungen mit einer Buchhandlung übernahm er die Zeitschrift, die über 100 Abonnenten hatte, im Selbstverlag; dazu mietete er Räume in RÖMHILD an. Von RÖMHILD und BERKACH sind demnach sehr wichtige Impulse für die Reformen bei der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste ausgegangen. 
Im Frühjahr 1850 plante die jüdische Gemeinde einen Neubau von Synagoge und Schule, im November 1853 konnte EHRLICH die Wohnung im neuen Schulhaus beziehen. Am 1. Juni 1854 wurde die neue, heute noch existierende Synagoge eingeweiht. Für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten zeichnete CHASAN EHRLICH verantwortlich. 
Da ihn im Alter zunehmend Krankheiten plagten wurde er 1864 vom Dienst als Kantor suspendiert. Im Mai 1876 wurde er bei vollem Gehalt pensioniert: so würdigte der Staat damals seine Leistungen. Am 24. Dezember 1879 starb er in ARNSTADT. Er wurde auf dem Friedhof von PLAUE, wo eine seiner Töchter verheiratet war, begraben. 
EHRLICH liebte sein ganzes Leben lang nicht nur die Musik und den Chorgesang, er war auch seit dem Beginn seiner Lehrtätigkeit mit dem evangelischen Pfarrer von BERKACH MICHAEL RÖHRIG eng befreundet. Beide waren immer auf der Suche nach dem Gemeinsamen zwischen den beiden Religionen und nicht auf Betonung des Trennenden bedacht. So kam es hier bereits im 19. Jahrhundert zum Beginn einer, wenn auch sehr zarten christlich-jüdischen Zusammenarbeit zum Wohle aller Bewohner des Ortes.
Vor und nach dem Vortrag trugen über einhundert Sängerinnen und Sänger aus mehreren Chören der Region GRABFELD ihr eindrucksvolles Konzert vor. Sie taten das anlässlich der Schlussfeier der Woche der jüdisch-christlichen Begegnung, aber auch im Gedenken an HERMANN EHRLICH s.A., jenem jüdischen Kantor aus BERKACH, der als Brückenbauer zwischen Juden und Christen gilt." 
Programm der "Christlich-jüdischen Begegnungstage" in Berkach im Oktober 2009 (pdf-Datei)   
   
September 2013: Programm zum "Europäischen Tag der Jüdischen Kultur" am 29. September 2013 - 
Pläne für die künftige Erinnerungsarbeit vor Ort: Projekt Franco-Judaicum 
Artikel im "Meininger Tageblatt" (insuedthueringen.de, Link zum Artikel) vom 21. September 2013: "Jüdische Kultur in Berkach
Grabfeld-Berkach - Der Grabfeld-Ortsteil Berkach verfügt über ein in Thüringen einmaliges jüdisches Ensemble aus Synagoge, Schule, Mikwe und Friedhof. 
Am 29. September findet ein Tag der Jüdischen Kultur statt. Anlässlich des Tages des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur, der seit 1999 jährlich am ersten Wochenende im September begangen wird, findet im Grabfeld-Ortsteil Berkach am Sonntag, 29. September, ein Festprogramm rund um die Synagoge statt. Die Hermann Ehrlich Stiftung der 'Grabfelder Bildungs- und Begegnungsstätte Berkach' (GBBB), unter Vorsitz von Singh Khalsa und der Franco-Judaicum-Projektbeirat sind in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen die Träger der Veranstaltung, die um 11 Uhr beginnt. Nach der Vorstellung des Projektes Franco-Judaicum im Grünen Band wird eine Ausstellungstafel, die Bauhistoriker Torsten Lieberenz aus Weimar zu dem in Thüringen einmaligen fränkisch-jüdischen Ensemble (Franco-Judaicum Projekt) im Grabfeld-Ortsteil Berkach erstellt hat, enthüllt. Bernd Gaspar präsentiert in einer Ausstellung Fotos unter dem Thema 'Wild und Natur im Grabfeld'. Gegen 12 Uhr lädt Thomas Meier, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, zu einem Rundgang durch das Dorf mit Stationen an der Mikwe (Badeanstalt), Synagoge, Friedhof und der ehemaligen jüdischen Schule. Um 14 Uhr wird Prof. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, alle Gäste offiziell begrüßen. Im Anschluss referiert Dr. Johannes Mötsch, Direktor des Thüringer Staatsarchivs in Meiningen, über die zeitgeschichtliche Bedeutung von Hermann Naftali Ehrlich. Als Kantor verfasste Ehrlich zur feierlichen Einweihung der jüdischen Schule und der Synagoge am 1. Juni 1854 eine musikalische Einweihungsordnung zur Umrahmung. Seit 1845 war Ehrlich von der jüdischen Gemeinde in Berkach als Lehrer, Vorbeter und Kantor angestellt. Hermann Ehrlich gab von Berkach aus die 'Liturgische Zeitschrift' heraus. Gegen 14.45 Uhr hält Singh Khalsa, GBBB-Vorsitzender, einen kurzen Vortrag über die heutige Bedeutung des Liturgischen Zeitschrift Ehrlichs.
Um 15 Uhr dürfen sich alle Gäste auf den Höhepunkt des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur in Berkach freuen. Amnon Seelig und das Jüdische Ensemble Berlin geben ein Konzert in der Berkacher Synagoge. Nach Auszügen aus der Einweihungsfeier von Synagoge und Schulhauses in Berkach 1854 erklingt Synagogenmusik von Hermann Ehrlich sowie Kantoren des 19. Jahrhunderts. Männliche Besucher werden gebeten in der Synagoge eine Kopfbedeckung zu tragen. Mit dem Konzert in der Synagoge endet das Festprogramm in Berkach.
Zur jüngsten Ratssitzung der Gemeinde Grabfeld in Berkach stellte Thomas Meier, stellvertretender Vorsitzender der Hermann Ehrlich Stiftung in der Grabfelder Bildungs- und Begegnungsstätte Berkach die Machbarkeitsstudie zu dem Projekt Franco-Judaicum im Grünen Band vor. Großes Ziel der GBBB ist es, die Einzigartigkeit des Jüdischen Ensembles in Berkach weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt zu machen und auch zu beleben.
'Wir möchten das Augenmerk darauf legen, dass in Berkach jahrhundertelang Franken und Juden friedlich zusammen lebten. Zwei marode Bauerngehöfte (Vierseithöfe) und die einstige jüdische Schule hat der Verein erworben und möchte diese historischen Gebäudeensemble restaurieren und einer öffentlichen Nutzung zuführen. Die Synagoge sollte man für ein größeres Publikum erschließen. Das könnten regelmäßige Veranstaltungen sein. Dank Fördermitteln ist eine Internetseite über das Projekt Franco-Judaicum im Aufbau, die in verschiedenen Sprachen weltweit auf Berkach aufmerksam machen wird', erläuterte Thomas Meier, der beruflich als Architekt im Weimarer Land tätig ist.
In einem der Bauernhöfe wurde inzwischen das Antragshaus saniert. Doch auch die anderen Gebäude weisen große Schäden auf. Langfristig plant daher der Verein die Sanierung der beiden Gehöfte. Laut der Ausführungen von Meier wären Mitstreiter vor Ort ebenso wichtig wie finanzielle Zuschüsse für die weiteren Arbeiten. 'Die Rente von Singh Khalsa reicht für das anspruchsvolle Vorhaben nicht aus. Wir hoffen auf einen Kredit der Thüringer Aufbaubank, von dem wir 70 Prozent nicht zurückzahlen müssen. Weiter sind zinsgünstige KfW-Kredite im Gespräch - ohne öffentliche Förderung geht es nicht. Eine Kostenschätzung für die Sanierung aller Gebäude einschließlich Außengestaltung geht von 1,5 Millionen Euro aus', informierte Meier weiter. In der einstigen jüdischen Schule möchte man nach erfolgtem Ausbau Studenten als Gäste beherbergen. Ein kleines Bistro ist im Erdgeschoss angedacht. Öffentliche Toiletten sollen im Bereich der Synagoge für Besucher entstehen. Sind die Bauerngehöfte saniert will man diese einer Nutzung und Vermietung zuführen. Aus den Einnahmen sollen dann Kredite abgezahlt werden.
'In den wieder hergestellten Stallanlagen könnten für Veranstaltungen stattfinden. In der Scheune haben wir ein Heuhotel für Leute mit kleinem Budget angedacht. Die Beheizung der Gebäude wird künftig über Erdwärmesonden realisiert. Laut Machbarkeitsstudie könnte die Umsetzung des Projekts, natürlich nur bei der Bereitstellung von Fördermitteln, im Jahr 2018 abgeschlossen sein", so Thomas Meier. db'" 
Informationen zum Projekt Franco-Judaicum am grünen Band  bei juden-in-thueringen.de   
 
Juni 2014: 160-jähriges Jubiläum der Berkacher Synagoge  
Artikel von Karsten Tischer in "inSüdthüringen.de" vom 5. Juni 2014: "Wiederbelebung eines Schatzes
Berkach - Das jüdische Ensemble in Berkach ist einmalig in Thüringen. Am Sonntag feierte die Gemeinde gemeinsam mit der evangelischen Kirche und zahlreichen Gästen aus aller Welt das 160-jährige Jubiläum der Berkacher Synagoge.
Grabfeld-Berkach - Wenn Schüler von heute eine Episode aus der längst vergangenen jüdischen Geschichte ihrer Heimat nacherzählen, wenn eine Sopranistin in einer Kirche mit den Gemeindemitgliedern jüdische Lieder singt und dabei Zeile für Zeile immer wieder mit ihnen durchgeht, fast so, als müsse man diese Sprache wieder neu kennen- und schätzen lernen und wenn eine jüdische Familie extra aus Halle an der Saale anreist, um das Grab des Urgroßvaters zu sehen, obwohl ihr Lebensmittelpunkt seit geraumer Zeit ganz woanders liegt, dann wurde am vergangenen Sonntag tatsächlich ein Kreis, der vor Jahrzehnten so rabiat aufgebrochen wurde, wieder geschlossen. Dem Fest zum Jubiläum der Einweihung der Berkacher Synagoge ist genau dies gelungen..."  
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Artikel in der "Thüringischen Landeszeitung" vom 7. Juli 2014: "Zu Besuch in Berkach: Ein Dorf mit reichem jüdischen Erbe.
Als Gundula Bach 1982 heiratet, darf sie nicht gleich in die Heimat ihres Mann ziehen. Die Frau aus Lübbenau im Spreewald wird erst einer "strenge Prüfung" unterzogen, ehe sie 1983 Bürgerin von Berkach wird, einem kleinen Dorf im Südwesten der DDR..." 
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Artikel von Blanka Weber in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 17. Juli 2014: "Es war einmal in Berkach. Tage der Synagogenmusik erinnerten an die jüdische Geschichte des Landes..." 
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Juni 2014: Die Berkacher Synagoge besteht 160 Jahre  
Spenden erbeten. Der Verein "Grabfelder Bildungs- und Begegnungsstätte Berkach" freut sich über jede Spende, um das jüdische Erbe des Ortes bewahren zu können. Spendenwillige können der gemeinnützigen Organisation über die Kontonummer 17 06 168 205 bei der Rhön-Rennsteig-Sparkasse, BLZ 840 50 000, finanzielle Unterstützung zukommen lassen.
www.franco-judaicum.org.  
 
Februar 2015: Erinnerung an den 200. Geburtstag von Hermann Ehrlich    
Artikel von Wolfgang Swietek in inSüdthüringen.de vom 18. Februar 2015: "Musikalischer Geburtstagsgruß in Synagoge von Berkach
Dem 200. Geburtstag von Hermann Ehrlich, einem jüdischen Lehrer und Kantor, wurde am Sonntag in der Synagoge Berkach im Rahmen einer kleinen Festveranstaltung gedacht.
Grabfeld-Berkach - 200 Jahre alt wäre er in diesem Monat geworden, der jüdische Lehrer und Kantor Hermann Ehrlich, der viele Jahre in Berkach gelebt und gewirkt hat. Anlass für die Hermann-Ehrlich-Stiftung und die Max-Reger-Musikschule Meiningen, mit einer Veranstaltung in der Synagoge und der ehemaligen jüdischen Schule in Berkach an den bedeutenden Kirchenmusiker seiner Zeit zu erinnern..."  
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Links und Literatur    

Links:

Seite zum jüdischen Friedhof Berkach (interner Link) 
Leo Baeck Institut New York: Lebenslauf und Tagebuch von Hermann Ehrlich (1820-1879; über die Suchfunktion ist ein Zugang zu einer pdf-Datei des eingescannten Lebenslaufes / Tagebuches von Hermann Ehrlich möglich) 
Website www.franco-judaicum.org  (eingerichtet zum 160. Jubiläum zur Erinnerung an die Einweihung der Synagoge 2014)    

Literatur:  

Hans Nothnagel / Otto Neubert /Gundela Bach / Simone Ziegler: Berkach - ein einmaliger Hort jüdischen Kulturerbes im Freistaat Thüringen. In: Hans Nothnagel (Hg.): Juden in Südthüringen - geschützt und gejagt. Bd. 3: Juden in der ehemaligen Residenzstadt Meiningen und deren Umfeld. Suhl 1999 S. 93-133.
Gundela Bach:  Ein Ensemble jüdischer Geschichte in Berkach. Broschüre 1996.  

      
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Berkach Thuringia. Jews first settled there in the 18th century and by 1833 the community grew to 152 (33 % of the total). The community had a synagogue (1854), its own cemetery (1846), and a school. The Jewish population was 98 in 1895 and 38 in 1920. The 20 to 30 Jews who still lived in Berkach at the time of the Nazi takeover in 1933 were persecuted and harassed. In spring 1938, the Jewish community was forced to hand over the synagogue for domilition to the local authorities. The demolition was never carried out and the synagogue, now owned by the municipality, was spared on Kristallnacht (9-10 November 1938). In the night of the pogrom, nine Jews were arrested and deported to the Buchenwald concentration camp, where one died. Ten community members made ot to safe havens (U.S., Australia, Palestine) before the outbreak of the war. At least 14 Jews from Berkach perished in concentration camps to which they were deported in 1942. 
After 1989 the old synagogue was restored.  
        
         

                   
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Stand: 25. Februar 2015