Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Altenburg (Kreisstadt, Kreis Altenburger Land) 
mit Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In Altenburg lebten Juden bereits im Mittelalter. Bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebten Juden in der Stadt. So wird ein "Jäckel von Altenburg" genannt, der in den vierziger Jahren des 14. Jahrhunderts ein Haus in Eger besaß. Er kam in Eger 1350 im Zusammenhang mit der Judenverfolgung in der der Pestzeit ums Leben. Nach 1350 wird erstmals 1364 ein Altenburger Jude genannt. 1367 wurde der Jude Merkel von Altenburg als Bürger in Erfurt aufgenommen. Bis 1404 wurden in Erfurt weitere vier Juden mit dem Herkunftsnamen "von Altenburg" in Erfurt genannt. 1418 lebten in Altenburg 14 als Steuerzahler in Betracht gezogene Männer. Acht von ihnen ernährten sich - in kleinem Stil - vom Geldhandel. Auch ein nur an Juden verkaufender Fleischer (Fleischsnider der Juden) wird genannt. In dieser Zeit bildeten die jüdischen Familien eine kleine Gemeinde, die vermutlich in der Johannisgasse einen Betraum (Synagoge) hatte. Nach 1430 wurden die Altenburger Juden vermutlich ausgewiesen. Mitte des 15. Jahrhunderts lebten keine Juden mehr in der Stadt. 
Als Erinnerung an die mittelalterliche Ansiedlung in Altenburg besteht noch die "Jüdengasse" (Judengasse) in der Stadt (zwischem dem Marktz und der Johannisstraße). Auch der "Jüdengrund" im Osten der Stadt könnte mit der jüdischen Geschichte in Zusammenhang stehen (abgegangener Friedhof?).  
  
In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1620/21) wurde vier Juden im Bereich des Deutschen Hofes die Niederlassung gestattet. Es ist unbekannt, ob sich tatsächlich jüdische Personen/Familien niedergelassen haben.           
   
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand wiederum eine jüdische Gemeinde ("Israelitische Vereinigung") in der Stadt, zu der großenteils jüdische Familien aus osteuropäischen Ländern gehörten. Zu den ersten Zuzügen jüdischer Familien kam es seit Ende der 1860er-Jahre. 1868 meldete ein Wilhelm Wolff ein Textgeschäft in Altenburg an.  
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (beziehungsweise ein Betsaal; s.u.) und eine Religionsschule. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Leipzig beigesetzt.  Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Anfang der 1930er-Jahre wird als solcher Seelig Wolf Gottesmann genannt. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Hans Bucky (geb. 13.11.1896 in Altenburg, gef. 21.12.1914) und Heinz Gerson-Prager (geb. 12.10.1900 in Berlin, gef. 30.9.1918). Außerdem ist gefallen: Walter Heinrich (geb. 19.6.1890 in Altenburg, vor 1914 in Chemnitz wohnhaft, gef. 19.8.1915).      
   
Um 1924, als zur Gemeinde etwa 165 Personen gehörten (nach Angaben der jüdischen Gemeindeverwaltung: 20 Familien), war Gemeindevorsteher Bruno Strumpfner. Den Religionsunterricht der jüdischen Kinder erteilte Lehrer Max Graf aus Leipzig. 1932 war Gemeindevorsteher Markus Güttmann (Friedrich-Ebert-Straße 3). An jüdischen Vereinen befand eine Ortsgruppe des Bezirksverbandes Süd-Sachsen-Thüringen für jüdische Wohlfahrtspflege (gegründet 1929; 1932 Vorsitzender Markus Güttmann, Friedrich-Ebert-Straße 3; Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Hilfsbedürftiger, 13 Mitglieder). 
  
Nach dem "Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung" von 1924/25 gehörten zur jüdischen Gemeinde in Altenburg auch die beiden damals in Eisenberg lebenden jüdischen Familien. Bei einer Familie handelte es sich um die Familie Ludwig und Alma Rothholz, die seit ca. 1910 in Eisenberg ein Bekleidungsgeschäft betrieben (zunächst am Steinweg 6). Nach dem Tod ihres Mannes zog Alma Rothholz mit ihrem Geschäft in das Eckhaus Marktgasse 2. Eine weitere Familie war in Eisenberg Familie Albert und Emma May.    
  
An jüdischen Gewerbebetrieben gab es in Altenburg u.a.: Kaufhaus M. & S. Cohn (Inh. Albert Levy und Sally Bucky, Sporenstraße 2-6), Schuhgeschäft Nathan Cannemann (Sporenstraße 11), Schuhwarenhaus Hedwig Blank (Markt 10), Textilgeschäft Albert Levy (Markt 27), Schuhgeschäft Curt Löwenstamm (Burgstraße 14), Geschäft von Isaak Rotenberg & Co. (Kornmarkt 11), Textilgeschäft Wolf Goldberg (Kornmarkt 21), Textilgeschäft Wilhelm Goldberg (Topfmarkt 1).     
  
Ende 1929 kam es zu ersten Überfällen von Nationalsozialisten gegen jüdische Einwohner (siehe Bericht unten).  
  
1933 lebten 134 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Im Zusammenhang mit der Abschiebung der sogenannten "Ostjuden" wurden am 28. Oktober 1938 etwa 45 Personen in Altenburg verhaftet und an die polnische Grenze gebracht; von ihnen überlebten die NS-Zeit nur vier Personen. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die noch vorhandenen jüdischen Geschäfte und zahlreiche Wohnungen jüdischer Familien und Einwohner durch SA-Leute und anderen Nationalsozialisten überfallen. Die Wohnungs- und Ladeneinrichtungen wurden zertrümmert, viele der jüdischen Einwohner misshandelt. Die jüdischen Männer wurden verhaftet und später in das KZ Buchenwald verbracht. Hier verstarb Nathan Dannemann an den Misshandlungen. Im August 1939 mussten die noch verbliebenen jüdischen Einwohner in sogenannten "Judenhäuser" in großer Enge zusammenziehen (Kronengasse 2, Zeitzer Straße 21, Teichstraße 10, Pauritzer Straße 37, Johannisstraße 5/6, Wenzelstraße 5 und Roßplan 2). Zwischen 1942 und 1944 wurden die bis dahin verbliebenen jüdischen Einwohner deportiert: am 10. Mai 1942 17 Personen in das Getto Bezlyce (Polen), noch im selben Jahre 41 weitere Personen (alle 58 wurden ermordet), 1943 und 1944 elf Personen in das Konzentrationslager Auschwitz und fünf in das Ghetto Theresienstadt.   
    
Von den in Altenburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Isaak Aronowitz (), Josef Aronowitz (), Gusta (Gittel, Gusty) Beller (1912), Hedwig Beller (1920), Helene Chaja Beller geb. Brand (1884), Leo (Leib) Beller (1881), Abraham David Berger (1896), Anita Berlinski (1928). Hedwig Berlinski geb. Allerhand (1897), Jeschajahu Berlinski (1928), Josef Wolf Berlinski (1925), Rosa Berlinski (1930), Simon Mendel Berlinski (1896), Salomon Buchhalter (1899), Sima Buchhalter (1897), Marianne Bucky (1867), Lucie Chan (1886), Bienchen Cohn (), Philippine Cohn (1858), Selma Cohn (1860), Kurt Dannemann (1905), Nathan Dannemann (1878), Max Felsen (1908), Bernhard Freilich (1887), Sophie Freilich geb. Felsen (1891), Cilly Goldberg (1895), Ella Goldberg (1927), Eugenie (Gittel) Goldberg geb. Wiesel (1904), Hilde Anna Goldberg (1924), Kalman Goldberg (1892), Moritz Goldberg (1927), Wilhelm Goldberg (1894), Thea Haber (1926), Bertha (Blume, Bluma) Habermann geb. Neumann (1882), Edith (Ethel) Habermann (1924), Koppel Habermann (1913), Moses Habermann (1871), Agnes Häusler (), Frieda Häusler (), Karl Häusler (), Helene Hamberg (1879), Simon Itzbitczki (1890), Herbert Jakobsthal (1905), Kalman (Koloman) Kaiser (1871), Hermann Kloß (1884), Marie (Marion) Kloß (1927), Regina Kloß geb. Heidemann (1894), Arnold Kohn (1880), Bettchen (Betty) Kohn geb. Marx (1884), Ferdinand Kohn (), Gertrud Kohn (1921), Günther Kohn (1919), Paul Kohn (1888), Julius Kohn (Cohn) (1896), Golde (Margarete) Kornmehl geb. Gilkur (1880), Leopold Kornmeld (1910), Max Kornmehl (1908), Siegfried Kornmehl (1914), Albert Levy (1886), Franziska Levy geb. Bucky (1895), Lore Levy (1920), Renate Levy (1923), Martha Lewinsohn (1878), Benjamin Liebermann (1916), Edith Liebermann (), Hertha Liebermann geb. Schlabowsky (1902), Paula (Perla) Liebermann geb. Feiner (1883), Simona Liebermann (), Löwenstamm (verschiedene Personen), Kurt Löwenstamm (1893), Renate Loewy (1927), Martha Müller geb. Lewinsohn (1878), Julia Neumann geb. Krauser (1879), Michael (Mechel Leib) Neumann (1881), Michael Nathan Chaim Neumann (1910), Hans Naftali Oronowicz (1931), Leo Oronowicz (1925), Margarethe Oronowicz (1930), Regina Oronowicz geb. Handweiler (1896), Wanda Oronowicz (1923), Julius Parnes Rosenbach (1913), Adele Rosenberg geb. Szkolny (1871), Salomon Rosenmann (1899), Helene Rosenmann-Buchhalter (1926), Hermann Rosenmann-Buchhalter (1929), Betty Rotenberg geb. Kloss (1885), Edith Rotenberg (1931), Ella Rotenberg geb. Ruchewitzky (1891), Esther Rotenberg (1927), Hinda Rotenberg geb. Perla (1897), Isaak Isidor Rotenberg (1902), Josef Rotenberg (1900), Luzie Rotenberg (1926), Ruth Rotenberg (1925(, Samuel Rotenberg (1898), Sonja Rotenberg (1930), Emma (Emmy) Schlabowski geb. Rosenstein (1869), Karl Friedrich Schorr (1878), Abraham Arnold Soltes (1924), Bernhard Soltes (1918), Doris Hanni Soltes (1922), Israel Arnold Soltes (1895), Joachim Soltes (1909), Joachim Hersch Soltes (1928), Sara Mirjam Soltes (1926), Rachel Malka Sternberg geb. Grünberg (1888), Philipp Strassmann (1901), Hedwig Strumpfner geb. Stern (1880), Gitla Unter (1889), Israel Waldmann (1890), Berta Wandstein geb. Rosenmann (1894), Johanna Weinstein (1889), Ilse Woroczek (1907).
   
Zur Erinnerung an einen Teil der umgekommenen Personen wurden in den vergangenen Jahren "Stolpersteine" in Altenburg verlegt. Bis Ende 2013 sind 28 solcher Gedenksteine in Altenburg vorhanden (vgl. weitere Informationen auf der Website von Christian Repkewitz s.u. bei den Links)       
    
Aus Eisenberg sind umgekommen: Albert May (1875), Emma May geb. Blumenthal (1883), Margarete May (1909), Manfred May (1933), Alma Rothholz (). 
Die Verlegung von vier "Stolpersteinen" in Eisenberg für die Mitglieder der Familie May wurde am 5. August 2014 am Großen Brühl in Eisenberg vorgenommen.       
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde       
    
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben    
Jüdische Einwohner in Altenburg werden überfallen (1929)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 6. Dezember 1929: "Nationalsozialisten überfallen jüdische Einwohner in Altenburg. 
Berlin
(JTA). Das sozialdemokratische Hauptorgan 'Vorwärts' teilt unter der Überschrift 'Pogrom in Altenburg' mit: 'Im Anschluss an eine Werbeveranstaltung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei kam es in Altenburg verschiedentlich zu Schlägereien. In der Wallstraße überfiel ein Trupp Nationalsozialisten eine Anzahl jüdischer Bewohner und misshandelte sie. An der Ecke Berg- und Frauengasse wurden von den Nationalsozialisten einige Reichsbannerleute geschlagen. Die Angegriffenen haben teilweise nicht unerheblich Verletzungen davongetragen. Die Täter haben sich bisher nicht ermitteln lassen. 
Die durch die Vorkommnisse erregten Bewohner und Straßenpassanten konnten nur durch energisches Eingreifen der Polizei davon abgehalten werden, auf die Nationalsozialisten einzudringen.'  
Zum Schluss bemerkt 'Vorwärts': 'Die Polizei von Altenburg hat also die Rowdys geschützt und derweil die Täter laufen lassen. Das ist eine seltsame Auffassung der Aufgabe der Ordnungspolizei.'"           

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Zum Tod des Bankiers Moritz Liebeschütz (1894)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Juli 1894: "Altenburg, 1. Juli (1894). In heutiger Zeit gelangt jedes unsere Glaubensgenossen betreffende Ereignis mit Kommentaren in die Tagespresse, die oft böswillig und oberflächlich sind. Der hier ansässige Bankier Moritz Liebeschütz hat sich in Leipzig in der Pleiße ertränkt. Keine einzige unter den zahlreichen Betrachtungen über dieses Ereignis, selbst in den großen Blättern der Reichshauptstadt, bringt das richtige Informationsmaterial. Der Großvater des erst 38 Jahre alten Liebeschütz, der Holzmakler Meyer Liebeschütz aus Memel, hat sich im Jahre 1878 ebenfalls in der Pleiße ertränkt, welcher direkt von Memel nach Leipzig gekommen war, um seinen dort anwesenden Enkel noch einmal zu sehen. Wir verzichten darauf, den Schleier von den zum Teil auf hereditärer Psychose, wie sie in heutiger Zeit so häufig ist, beruhenden Ereignissen in der beklagenswerten Familie aufzuziehen. Zur Ehrenrettung des Verstorbenen, der bereits auf der Schule über ein Jahr seines Seelenzustandes wegen beurlaubt war und der dann im Hause Schwarzschild in Frankfurt am Main und später hier das Bankfach erlernte und mit eigenen nicht unbeträchtlichen Mitteln ein Bankgeschäft eröffnete, seien hierdurch die gehässigen an diesen Fall geknüpften Kommentare in das richtige Licht gerückt. Ein edel angelegtes Leben endete in frühzeitiger Umnachtung nach schweren Schicksalsschlägen."         

       
Zur Geschichte des Betsaales      
      
Im Mittelalter war ein Betraum beziehungsweise eine Synagoge vorhanden (siehe oben).  
  
Die jüdische Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts richtete sich für Gottesdienste einen Betsaal ein. Seit den 1920er-Jahren, spätestens seit 1931 befand er sich im Gebäude Pauritzer Straße 54 (das Adressbuch der Stadt von 1931 nennt hier eine "Israelitische Synagoge"). In diesem Gebäude befand sich auch die jüdische Religionsschule.  
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gebäude des Betsaales und der jüdischen Schule aufgebrochen, die Inneneinrichtung zertrümmert, die Gebetsbücher zerfetzt und die Tora-Rollen auf die Straße geworfen. 
  
Am 9. November 1998 wurde eine Gedenktafel am Synagogenstandort angebracht mit dem Text: "An diesem Ort befand sich der Jüdische Betsaal. Wir gedenken hier der jüdischen Bürger unserer Stadt. Die Armen sind nur scheinbar vergessen. Ihre Hoffnung ist nicht für immer dahin. Psalm 9,19." (das Psalmzitat auch in hebräischer Sprache). Das Gebäude mit dem ehemaligen Betsaal und der Schule ist mit allen Nachbarhäusern an der Pauritzer Straße inzwischen abgebrochen; das Gelände wird neu bebaut.      
      
      
Adresse/Standort der Synagoge            Pauritzer Straße 54 
      
      
Fotos  
(Fotos: Hahn, Juni 2011)   

Der Standort des Hauses mit dem Betsaal      
      
Am Standort des nicht mehr bestehenden Hauses mit dem Betraum und der Schule der jüdischen Gemeinde in der Pauritzer Straße 
befindet sich eine Gedenktafel mit dem oben zitierten Text.
     
     
"Stolpersteine" 
in Altenburg
   An zahlreiche der aus Altenburg deportierten und ermordeten jüdischen Personen erinnern 
inzwischen sog. "Stolpersteine"; oben fünf "Stolpersteine" am Haus Pauritzer Straße 27 für 
Hans Oronowicz (1931), Leo Oronowicz (1925), Margarethe Oronowicz (1930), 
Regina Oronowicz geb. Handweiler (1896), Wanda Oronowicz (1923).  
     
Die Verlegung von "Stolpersteinen" in 
Eisenberg im August 2014 
(Fotos: Anja Polten)   
 Eisenberg Stolpersteine 08201401.jpg (254358 Byte)  Eisenberg Stolpersteine 08201402.jpg (163861 Byte)
   Zu den Verlegungen durch Gunter Demnig siehe Berichte unten   
     
Eisenberg Stolpersteine 08201403.jpg (208587 Byte) Eisenberg Stolpersteine 08201404.jpg (214142 Byte) Eisenberg Stolpersteine 08201405.jpg (219790 Byte) Eisenberg Stolpersteine 08201405a.jpg (154706 Byte)
"Stolpersteine" wurden verlegt für Mitglieder der Familie May: für Albert May (1875), Emma May geb. Blumenthal (1883), Margarete May (1909) und Manfred May (1933).    
Weitere Fotos siehe über die Seite http://eisenberg.pytalhost.com/bildergalerie/main.php?g2_itemId=219267&g2_page=9  

     
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte
    

2005: Das Christliche Spalatin-Gymnasium Altenburg erhielt im Rahmen der 1. "FilmTHUER" 2005 einen 1. Preis (u.a. Hauptpreis Jugend "Silberne FilmTHUER" ) für die "Spurensuche - Juden in Altenburg". Quelle.    
               
November 2009: Gedenken an die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938  
Artikel vom 13. November 2010 (Artikel): "Der Opfer der Pogromnacht gedacht.   
Neben der Feierstimmung, die das zwanzigjährige Jubiläum des Falls der Mauer in ganz Deutschland verursacht hat, geriet ein wesentlicher Anlass ein wenig in den Hintergrund, der ebenfalls auf den 'Schicksalstag der Deutschen' fällt – die Reichspogromnacht von 1938.
Wie in jedem Jahr hatten die Arbeitsgruppe 'Jüdische Mitbürger' und die Stadt Altenburg eine Gedenkveranstaltung in der Pauritzer Straße organisiert, genau dort, wo früher der jüdische Betsaal Altenburgs stand. So war es wohl auch den vielfältigen Informations- und Veranstaltungsangeboten zum Mauerfall-Jubiläum geschuldet, dass mit rund 30 Teilnehmern die Beteiligung am Pogromnacht-Gedenken in der Skatstadt gegenüber den Vorjahren eher verhalten war..."     
 
Juni 2010: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Altenburg 
Artikel von "Die Organisatoren, Verein KORA" in "ABG info.de" vom 7. Juni 2010 (Artikel): 
"22. und 23. Stolperstein in Altenburg verlegt.
Am Sonntag, dem 6. Juni 2010, verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig den mittlerweile 23. seiner weltbekannten 'Stolpersteine' in Altenburg. Der Kommunalpolitische Ring Altenburger Land (KORA) sowie das Bündnis gegen Rechtsextremismus hatten die Aktion vorbereitet..."  
  
Januar 2014: In Eisenberg sollen im Mai 2014 "Stolpersteine" verlegt werden  
Artikel von Oliver Will in der "Ostthüringer Zeitung" vom 3. Januar 2014: "Die Frau aus dem Schlossgarten in Eisenberg..." 
Link zum Artikel     
    
Artikel in der "Ostthüringer Zeitung" vom 27. Juli 2014: "Stolpersteine bald auch in Eisenberg..."  
Link zum Artikel    
 
August 2014: In Eisenberg wurden "Stolpersteine" verlegt  
Artikel in den Nachrichten des MDR Thüringen: Video-Beitrag: Eisenberger Stolpersteine gedenken Nazi-Opfern    
http://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/video214134_zc-91853759_zs-f29ce1eb.html 
 
Artikel von in der "Ostthüringer Zeitung" vom 6. August 2014: "In Eisenberg vier Stolpersteine für jüdische Familie May verlegt..." 
http://eisenberg.otz.de/web/eisenberg/startseite/detail/-/specific/In-Eisenberg-vier-Stolpersteine-fuer-juedische-Familie-May-verlegt-779082910 
mit Kommentar: http://eisenberg.otz.de/web/eisenberg/startseite/detail/-/specific/Z0R0003314200  . 
Artikel zur Verlegung der Stolpersteine in der "Thüringischen Landeszeitung".  
 
Dezember 2014/November 2015: In Eisenberg wird ein weiterer "Stolperstein" für Alma Rotholz verlegt  
Der "Stolperstein" für Alma Rotholz wird am 16. November 2015 (Geburtstag von Alma Rotholz) in der Burgstraße 13 verlegt. Alma Rotholz hatte im September 1942 den Freitod gewählt.
Zum Lesen der Pressemitteilung in der "Ostthüringer Zeitung"  vom 22. Oktober 2014 bitte die Textabbildung links anklicken.   
Link zur Pressemitteilung in der "Ostthüringer Zeitung"    
 
Mai 2015: Schüler reinigen "Stolpersteine" in Eisenberg  
Artikel in der "Ostthüringer Zeitung" vom 30. April 2015: "Eisenberger Gymnasiasten wollen Stolperstein-Pflege übernehmen..." 
Link zum Artikel     
Weiterer Artikel in der "Ostthüringer Zeitung" vom 13. Mai 2015: "Eisenberger Schüler übernehmen Verantwortung für Stolpersteine..."   
Link zum Artikel    
 
April 2016: Weitere Putzaktion der "Stolpersteine"   
Artikel in der "Ostthüringer Zeitung" vom 26. April 2016: "Gymnasiasten putzen Stolpersteine am Großen Bühl in Eisenberg..." 
Link zum Artikel   

 
 
Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Altenburg  
Website von Christian Repkewitz über "Das 'Jüdische Altenburg' von 1868 bis 1945" mit interaktivem Stadtplan.   

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 10-11; II,1 S. 10.  
Israel Schwierz:  Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link).     
direkter Link zu den Seiten Altenburg ff
Altenburg Lit 012.jpg (113818 Byte)Ingolf Strassmann: Die Juden in Altenburg - Stadt und Land. Woher kamen sie und wo sind sie geblieben. Hrsg. von: Geschichts- und Altertumsforschende Gesellschaft des Osterlandes / Landratsamt Altenburger Land / Arbeitsgruppe Jüdische Mitbürger Altenburg. Beier & Beran 2004. ISBN 978-3-937517-11-7.   
Informationen zu den Publikationen von Ingolf Strassmann (pdf-Datei)   
Altenburg Lit 011.jpg (95799 Byte)ders.: Altenburg in Thüringen. Stadt und Land unterm Hakenkreuz. S. Sell Heimat-Verlag Altenburg 2003. ISBN 3-9809211-1-5.  
Informationen zu den Publikationen von Ingolf Strassmann (pdf-Datei)   

      
        


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Altenburg, Thuringia. Jews first settled in Altenburg in 1364, but were expelled in the 15th century. It is unclear when they were allowed to settle again, but in the 19th century there is evidence of a thriving Jewish community which was well integrated into the non-Jewish environment. Jews were active as bankers and industrialists and were members of local sports clubs. Certain individuals reached prominence in the cultural life of the town as singers of theater performers. In religious matters, the Altenburg Jews were dependent on Leipzig, where they prayed and buried their dead. Between 1890 and 1910 and again in 1918-20, there were influxes of Jews from Galicia, the overall Jewish population reaching its peak in 1925 with 170 Jews. The newcomers founded an independent community in 1927 with its own prayer hall and religious instruction. According to the Nazi census of June 1933, there were 134 Jews living in Altenburg (less than 0.3 % of the total). Some 41 % emigrated in time, making it to safe havens in the United States, Palestine, Great Britain, and other countries. Others, who had left for other destinations in Germany or in Europe, were, in many instances, subsequently rounded up and deported as the Nazis spread out over the continent. On 28 October 1938, 44 Jews of Polish origin were arrested and deported overnight to no man's land near the Polish border. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish shops and the synagogue was vandalized. Two Jews were injured; others were arrested and later deported. Fifty-eight were deported to death camps in the east in 1942. At least 43 % of the Jews living in Altenburg in 1933 did not survive the Holocaust. There were 79 Jews from various concentration camps who were forced to work in a local metal plant and a nearby SS labor camp were they perished. They were buried in the municipal cemetery in Altenburg. 
   
    

        
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Mai 2016