Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Frankenthal (Pfalz) (Kreisfreie Stadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Zur jüdischen Geschichte in Frankenthal siehe vpr allem die Seiten bei  
www.juden-in-frankenthal.de 
des "Fördervereins für jüdisches Gedenken in Frankenthal e.V." (Vorsitzender: Herbert Baum) 
   

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus der Geschichte des Bezirksrabbinates Frankenthal 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Erinnerungsarbeit vor Ort   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Frankenthal (Stadtrechte seit 1577) bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Vorübergehend waren in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zwei jüdische Familien in der Stadt, die jedoch wieder ausgewiesen wurden (1637). Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam es zu einer längeren Ansiedlung: 1674 waren es bereits 14 jüdische Familien in der Stadt. 1679 wird eine Judengasse (heute: Holzhofstraße) genannt. Nach der Zerstörung Frankenthals durch französische Truppen im September 1689 ließ der Stadtrat zunächst keine neue Ansiedlung jüdischer Familien zu.  
  
1708 wird wiederum eine jüdische Familie genannt, 1726 waren es sechs bis zehn relativ vermögende jüdische Familien in der Stadt. 1771 wurde durch Kurfürst Karl Theodor die Höchstzahl der Frankenthaler "Schutzjuden" auf 15 festgelegt. Die jüdischen Familien lebten insbesondere in der Sterngasse und der Schlossergasse. 1785 wird ein erster Gemeindevorsteher genannt. 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1800 93 jüdische Einwohner, 1804 86, 1823 148, 1848 139 (in 38 Familien), 1871 246 (3,5 % der Gesamteinwohnerschaft), 1875 292, 1900 Höchststand mit 371 jüdischen Einwohnern, 1905 336. Zur jüdischen Gemeinde Frankenthal gehörten auch die in den umliegenden Orten Heßheim (1804 17 jüdische Einwohner, 1848 72 in 11 Familien, 1875 50, 1900 25 jüdische Einwohner), Oppau, Schauernheim (1848 8 jüdische Einwohner in zwei Familien) und Oggersheim lebenden jüdischen Familien. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.) und ein jüdisches Gemeindezentrum im Nachbargebäude (mit einem Versammlungs- und Betsaal), ein rituelles Bad und einen jüdischer Friedhof (bis Anfang des 19. Jahrhunderts Beisetzungen in Heuchelheim bei Frankenthal, dann einen eigenen Friedhof in Frankenthal).  Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter (beziehungsweise Kantor) tätig war. Im 19. Jahrhundert war prägende Gestalt des Gemeindelebens der insgesamt 56 Jahre - von 1840 bis zu seinem Tod 1896 - in Frankenthal wirkende Isaac Singer. Er wurde zu seinem 50jährigen Amtsjubiläum in der Stadt durch den bayrischen Prinzregenten ausgezeichnet (siehe Text unten). Sein Nachfolger war seit 1896 L. Levi. In den 1920er-Jahren gab es neben dem Kantor und Religionslehrer auch einen Hilfsvorbeter, Schochet und Synagogendiener (siehe nächster Abschnitt). 

Seit der Aufteilung der Pfalz in vier Rabbinatsbezirke 1827 war Frankenthal Sitz eines Bezirksrabbinates, wobei der Bezirksrabbiner seinen Sitz in Dürkheim hatte (daher auch Bezirksrabbinat Dürkheim-Frankenthal genannt). An Bezirksrabbinern werden genannt: von Ende 1828/Anfang 1829 bis 1856 Rabbiner Aaron Kohn Merz (war zuvor kurze Zeit Rabbiner in Neustadt und Pirmasens gewesen); 1865 bis 1910 Rabbiner Dr. Adolf Salvendi; 1910 bis 1935 Dr. Ernst Steckelmacher (1935 Sitz des Rabbinates in Ludwigshafen, Dr. Steckelmacher ist nach der Deportation nach Gurs (1940) 1943 in Lublin-Majdanek umgekommen). 

Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Leopold Gutmann (geb. 17.11.1897 in Frankenthal, gef. 24.3.1918), Unterarzt Richard Lurch (geb. 7.10.1893 in Frankenthal, gef. 9.4.1917) und Maximilian (Max) Schweizer (geb. 5.1.1894 in Frankenthal, gef. 5.11.1914). Ihre Namen stehen (jedoch erst seit 2001) auf einer zusätzlich angebrachten Tafel am Kriegerdenkmal auf dem Jahnplatz (siehe Fotos unten). Aus Heßheim ist gefallen: Wilhelm Lamm (geb. 5.7.1884 in Heßheim, gef. 19.6.1918). Außerdem sind gefallen: Unteroffizier Eugen Bauer (geb. 25.3.1888 in Frankenthal, vor 1914 in Mannheim wohnhaft, gef. 20.8.1914), Leutnant Julius Bauer (geb. 7.1.1883 in Frankenthal, vor 1914 in Mannheim wohnhaft, gef. 21.3.1918).    
  
Jüdischen Familien in der Stadt gehörten seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts  zahlreiche für das wirtschaftliche Leben der Stadt bedeutende Geschäfte und Gewerbebetriebe.   
     
Um 1924, als etwa 200 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt wurden (0,87 % von insgesamt ca. 23.000 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Emil Kaufmann, Moritz Blumenstiel, Josef Schulz, Philipp Adler und Staatsanwalt Dr. Rosenberg. Als Kantor und Religionslehrer war Heinrich Schottland tätig (Wohnung Gartenstraße 11 auch 1932), als Hilfsvorbeter, Schochet und Synagogendiener Hermann Levkowitz. Lehrer Schottland erteilte 24 Kinder an öffentlichen Schulen Religionsunterricht (1932 waren es noch 18 Kinder). An jüdischen Vereinen gab es u.a. einen  Israelitischen Armenverein der Israelitischen Kultusgemeinde (1924 unter Leitung von Synagogenrat Kaufmann, 1932 Leitung Philipp Adler; Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Ortsansässiger und Wanderfürsorge), den Israelitischen Kranken-Unterstützungs-Verein der Männer Frankenthals (Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung kranker Mitglieder; 1924 ca. 50 Mitglieder, 1932 unter Leitung von Moritz Nachmann gleichfalls etwa 50 Mitglieder), den Israelitischen Kranken-Unterstützungsverein der Frauen Frankenthals als Chewra kadischa (1868 gegründet mit dem Ziel einer Unterstützung der Mitglieder und sonstiger Hilfsbedürftiger bei Krankheits- und Sterbefällen; 1924 unter Leitung von Clara Brunner mit damals 54 Mitglieder, 1932 unter Leitung von Meta Nachmann). Außerdem bestand die Klopfer'sche Stiftung mit dem Ziel der Unterstützung israelitischer Armer. Zur jüdischen Gemeinde gehörten 1924 auch die in Heßheim lebenden 10 jüdischen Personen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Philipp Adler (1. Vors.), Moses Mayer (2. Vors.) und Moses Blumenstiel (3. Vors.), dazu zwei weitere Mitglieder. Als Hilfskantor neben Lehrer Heinrich Schottland wird 1932 David Helfmann genannt. 1932 lebten in den umliegenden Orten Heßheim vier jüdische Personen, die zur Gemeinde Frankenthal gehörten, dazu in Oppau zwei Personen, wenige auch in Schauernheim sowie in Oggersheim.  
  
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (Januar 1933: 266 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1936 wurden noch 158, 1937 131, 1938 noch 111 jüdische Einwohner gezählt. Die jüdischen Geschäfte wurden systematisch boykottiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. 23 jüdische Männer, darunter der Kaufmann Karl Schweitzer (Kaufhaus Schweizer und Wertheimer) oder der Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Blum wurden in das KZ Dachau verschleppt und dort wochenlang festgehalten. Die im Oktober 1940 noch in Frankenthal lebenden 39 jüdischen Kinder, Frauen und Männer wurden nach Gurs deportiert.      
       
Von den in Frankenthal geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Walter Abraham (1906), Alice Adler geb. Adler (1900), Bertha Adler geb. Marum (1867), Clementine Adler (1876), Liesl Adler (1899), Lotte Eva Adler (1926), Ludwig Adler (1892), Philipp Adler (1865), Ludwig Bauer (1882), Johanna Bauernfreund geb. Schwarz (1902), Eugenie Malvine (Grete, Jenny) Becker geb. David (1874), Fanny Bender geb. Michel (1854), Berta Benjamin geb. Sommer (1899), Robert Wolfgang Blum (1883), Alice Bodenheimer (1900), Klara Brunner geb. Heilbronner (1874), Anneliese Amalie Deutsch geb. Weil (1910), Emma Eismann geb. Mann (1868), Eduard Epstein (1867), Oswald Hugo Feis (1872), Eugen Fischer (1880), Paul Theodor Fischer (1911), Paula Fischer geb. Thalmann (1876), Veronika Fränkel (1856), Julius Grünebaum (1892), Wilhelm Grünewald (1905), Ria Gümbel (1923), Babette Hirschler geb. Eisenmann (1858), Rosa (Rosl) Hirschler geb. Baer (1895), Siegfried Hirschler (1887), Barbara (Betty) Honig geb. Neuheuser (1873), Heinrich Honig (1872), Alice Horwitz geb. Blumenstil (1901), Edmund Kahn (1877), Emil (Elias) Kahn (1905), Hermine Kahn (1869), Johanna (Johanna) Kahn geb. Loeb (1878), Jacobine Katz geb. Grünebaum (1890), Arthur Katzenstein (1901), Emil Kaufmann (1858), Heinrich Kaufmann (1881), Otto Kaufmann (1899), Sophie Kaufmann geb. Levies (1867), Sara Lang geb. Hahn (1867), Bianka Lehmann geb. Hirschler (1884), Jeanne (Johanna) Leva geb. Wallach (1879), Klara Leva (1882), Anna Levy geb. Thalmann (1872), Alfred Lion (1890), Elisabeth (Elsa) Loeb (1879), Emma Loeb (1879), Friedrich (Fritz) Loeb (1875), Hermann Loeb (1883), Theresia Loeb geb. Löwe (1869), Heinrich Lurch (1855), Jacob Lurch (1871), Friedrich (Fritz) Maas (1892), Viktor Mann (1870), Ludwig Marum (1882), Anna Mayer (1889), Hermine Meyer geb. David (1869), Martha Mayer geb. Kaufmann (1863), Sophie Mayer (1900), Anna Hermine Meissel (1903), Nathan Nathan (1863), Käthe (Karoline) Orenstein (1918), Juda Perez (1932), Anna Pfeffer geb. Marum (1885), Friedericke Reichenberg geb. Loeb (1872), Fanny Reigrozski (1912), Bernhard Reinhard (1866), Margot Naomi Reiter (1931), Erna Rittler geb. Brasch (1898), Fanny Rajgrodzki (Reigrozski, 1912), Fredericia (Friederike, Rika) Reichenberg (1872), Anna Karoline Rosenberg geb. Brunner (1899), Dr. Emil Rosenberg (1889, siehe Straßenbezeichnung unten), Alfred Salmon (1890), Edwin Salmon (1925), Herbert Salmon (1922), Selma Salmon geb. Lang (1893), Siegfried Samuel (1885), Max Schönberger (1887), Emil Schulz (1879), Sigmund Singer (1870), Ida Strass (1865), Amanda Strauss (1902), Elisabeth (Ester) Weil geb. Schwarz (1886), Emma Weil (1889), Max Weil (1884), Victor Weil (1871), Heinz Wolf (1924), Richard Wolf (1890), Rose (Rosalie) Wolf (1890), Pauline Zuckerberg geb. Weil (1876).  
Von den in Heßheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Auguste Dornberger (1860), Susanna Dornberger (1864), Edmund Kahn (1877), Emil Kahn (1905), Hermine Kahn (1869), Flora Koch geb. Hirschler (1883), Elisabeth Spies geb. Hirschler (1851).  
Von den in Schauernheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Else Löb geb. Öhlbert (1886), Lisa Löb geb. Öhlbert (1891).    
Von den in Oppau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Klara Ermann geb. Lorsch (1867), Ludwig Marx (1878).        
 
Nach 1945 kehrten nur wenige der überlebenden jüdischen Frankenthaler in ihre Heimatstadt zurück. Einen weiteren Zuzug gab es seit den 1990er-Jahren durch jüdische Personen, die aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion auch nach Frankenthal gekommen sind. Bislang kam es jedoch nicht zur Gründung einer neuen jüdischen Gemeinde in der Stadt.          

  
  

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer / Kantoren und der Schule  
Ausschreibungen der Stelle der Religionslehrers / Vorbeters / Schochet (1922 / 1928)   

Frankenthal Israelit 16021922.jpg (78352 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1922: "Infolge Pensionierung des seitherigen Inhabers ist ab 1. Juli 1922 die Stelle eines Synagogendieners, Schochets und Hilfsvorbeters zu besetzen. Für diese Funktionen wird bei freier Wohnung und Beheizung ein mit dem Anzustellenden zu vereinbarender Gehaltsbezug gewährt. Weil nicht vollbeschäftigt, werden solche Bewerber, die noch ein Handwerk oder ein sonstiges Geschäft betreiben wollen, bevorzugt. Bewerbungsgesuche nebst Zeugnissen wollen mit Angabe der Gehaltsansprüche bis längstens 1. März nächsthin eingereicht werden. 
Frankenthal
, den 7. Februar 1922. Vorstand des Synagogenrates der israelitischen Kultusgemeinde Frankenthal (Pfalz). Emil Kaufmann."  
  
Frankenthal BayrGZ 01071928.jpg (54747 Byte)Anzeige in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Juli 1928: "Israelitische Kultusgemeinde Frankenthal (Pfalz). In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Schächters, Hilfsvorbeters und Synagogendieners zu besetzen. Bewerber wollen sich unter Einsendung von Zeugnissen und Lebenslauf melden. Die Anstellung erfolgt nach dem Beamtenrecht bayerischer israelitischer Gemeinden. Wohnung vorhanden. Der Synagogenrat der Israelitischen Kultusgemeinde Frankenthal."   

    
Lehrer und Kantor Isaac Singer wird durch den bayerischen Prinzregenten geehrt (1890)   

Frankenthal Israelit 01011891.jpg (26503 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Januar 1890: "Frankenthal. Unser Lehrer und Kantor Singer, der vor einiger Zeit sein 50jähriges Amtsjubiläum feierte, erhielt dieser Tage vom Prinzregenten von Bayern die silberne Medaille des Verdienstordens der bayerischen Krone." 
   
Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Dezember 1890:  "Der Prinzregent von Bayern hat dem Lehrer Singer in Frankenthal gelegentlich dessen 70. Geburtstages die silberne Medaille des Verdienstordens der bayrischen Krone verliehen."    

     
Zum Tod des Lehrers und Kantors Isaac Singer (1896)   

Frankenthal Israelit 31081896.jpg (223960 Byte) Artikel der der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1896: "Frankenthal (Pfalz). Es ist eine Trauerbotschaft, die ich Ihnen heute melden muss, und die gewiss bei vielen Lesern Ihres geschätzten Blattes die innigste Teilnahme wecken wird. Lehrer und Kantor Isaac Singer ist leider, wenn auch in hohem Alter, seinem Berufe und seinen vielen Freunden gar zu schnell durch den Tod entrissen worden. Wer den körperlich gesunden und geistig frischen Mann noch vor 1/4 Jahre gesehen hatte, konnte kaum glauben, dass er heute schon zu den Toten zählen werde. Wie kaum einer hatte Singer es verstanden, durch sein tief religiöses Wesen, sein leutseliges Benehmen, seine Gewissenhaftigkeit im Berufe, seine reiche Kenntnis und durch seinen ungekünstelten Humor, alle, die mit ihm in Beziehung traten, für sich einzunehmen. Es war wahrhaft eine Wonne, sich mit diesem guten und gelehrten Manne unterhalten zu können. Wir fanden es daher auch begreiflich, dass Bezirksrabbiner Dr. Salvendi den Entschlafenen bei seiner dienstlichen Verhinderung zu seinem Stellvertreter ernannte. Nachdem Singer, der ein Alter von nahezu 76 Jahren erreichte, nach seinem Austritte aus dem Seminar zu Schwegenheim und Lambsheim als Lehrer und Kantor gewirkt hatte, wurde er an die Volksschule zu Frankenthal berufen. In dieser Gemeinde wirkte er als Lehrer und Kantor über 50 Jahre, sodass im Jahre 1890 die Gemeinde seinen Jubeltag festlich beging und der Prinzregent ihn durch einen Orden auszeichnete. Es ist natürlich, dass der Tod eines solchen Mannes überall die größte Teilnahme hervorgerufen, welche sich besonders bei seiner Beerdigung bekundete. Aus allen Teilen der Pfalz, von vielen benachbarten Orten Badens und Hessens waren seine zahlreichen Bekannte und Freunde herbeigeeilt, um dem braven Manne die letzte Ehre zu erweisen. Die ganze jüdische Gemeinde Frankenthal, alle Bekannten, die evangelische und katholische Geistlichkeit und viele christliche Bürger folgten dem Sarge. Die Lehrer Frankenthals und des Kreises sangen auf dem Friedhofe den 23. Psalm, welchem die Reden des Herrn Rabbiner Dr. Salvendi, der Herren Lehrer Freudenthal aus Gründstadt, Fuchs, Hall aus Frankenthal und Krebs aus Oppan folgten. Alle aber schieden mit Wegmut von einem Grabe, das der Edelsten Einen in sich aufgenommen hatte. Der Schreiber dieser Zeilen aber, der leider, weil er in der Ferne weilte, dem treuen, unvergesslichen Freunde, mit dem er während eines Zeitraumes von 24 Jahren in inniger Freundschaft verbunden war, die letzte Ehre nicht erweisen konnte, ruft mit Wegmut dem verstorbenen Freunde die Worte Davids auf den Tod Jonathans nach: (hebräisch und deutsch:) 'Es ist mir leid um Dich, mein Bruder, denn Du warst mir gar lieb'. S. Rothschild, Worms."

 
Einführung des Kantors und Lehrer L. Levi (November 1896)   

Frankenthal Israelit 19111896.jpg (67996 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1896: "Frankenthal (Pfalz). Die feierliche Einführung des neu gewählten Kantors, L. Levi, fand am vergangenen Freitagabend statt. Die israelitische Kultusgemeinde war fast vollzählig in der Synagoge erschienen. Als Gäste waren zugegen: Vertreter der Stadt, der königliche Rektor des Progymnasiums, der Direktor der Handelsschule, Lehrer beider christlichen Konfessionen, sowie eine Anzahl Personen christlichen Bekenntnisses. Die gesanglichen Leistungen, sowie die herzliche Ansprache des Herrn Levi, machten aus alle Anwesenden einen äußerst günstigen Eindruck. Möge Herr Levi in seinem Wirken sich bald die Sympathie erwerben, die man seinem Vorgänger, dem seligen Herrn Isak Singer, in so reichem Maße von allen Seiten entgegengebracht hatte."  

   
Die Stadt gewährt einen Zuschuss zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichtes (1910)  

Frankenthal AZJ 15071910.jpg (37080 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  15. Juli 1910: "Die israelitische Gemeinde ein Frankenthal hat an den Stadtrat das Ersuchen gerichtet, den städtischen Zuschuss zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichts von 600 auf 900 Mark zu erhöhen. Nach längerer Debatte wurde beschlossen, den Zuschuss auf 700 Mark zu erhöhen."  

     
Lehrer und Kantor Schottland unterrichtet die "jüdische Sonderklasse" in Ludwigshafen (1936)    

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Oktober 1936: "Speyer am Rhein. Am 1. September wurden im Bereich des Regierungsbezirkes Pfalz in vier Städten jüdische Sonderklassen der allgemeinen Volksschulen errichtet, in Ludwigshafen zwei Klassen (vorläufig nur mit einem Lehrer besetzt), in Kaiserslautern, Landau und Neustadt an der Weinstraße je eine Klasse. Nach Ludwigshafen wurde Lehrer und Kantor Schottland (Frankenthal) angewiesen, nach Kaiserslautern Lehrer i.R. Langstädter, nach Landau Lehrer und Kantor Zeilberger (Landau) und nach Neustadt Schulamtsbewerber Samson aus Landau. Sämtliche Lehrkräfte sind auf Dienstvertrag mit monatlicher Kündigung angestellt. Jüdische Schulen entsprechend dem bayerischen Schulbedarfsgesetz, deren Lehrer Beamte sind, bestehen noch in Speyer, Pirmasens und Rodalben."   

   
     
Aus der Geschichte des Rabbinates Frankenthal 
vgl. dazu die Textseite zu Bad Dürkheim   

Zum Tod von Rabbiner Aron Merz (1864)  
Anmerkung: Rabbiner Aron Merz (geb. 1795 in Untermerzbach, Unterfranken, gest. 31. März 1864 in Bad Dürkheim): studierte an der Jeschiwa in Fürth, danach an der Universität in Erlangen; war seit 1826 Rabbiner des Synagogenbezirks Frankenthal mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße und seit 1928 in Bad Dürkheim.    

Frankenthal Israelit 19041864.jpg (129903 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. April 1864: "Lambsheim (Pfalz), 5. April. In der Nacht vom 30. zum 31. März verschied der hochwürdige Rabbiner des Synagogenbezirks Frankenthal, Aron Merz, in einem Alter von 69 Jahren. Fast dreißig Jahre hindurch fungierte derselbe in rastloser Tätigkeit und in ungeheuchelter Frömmigkeit als Seelsorger in genanntem Bezirke. Glaubensgenossen aus allen Gemeinen des Sprengels, eine große Menge der achtbarsten Bürger, sämtliche Lehrer aller Konfessionen der Stadt Dürkheim sowie alle israelitischen Lehrer seines Rabbinatsbezirks, welche dem Sarge des Verblichenen folgten, bezeugten die ungeteilte Achtung, welche der Verblichene sich erworben. Einen besonders ergreifenden Eindruck machten einige sehr gut vorgetragene Trauergesänge am Hause und vor der Stadt, sowie auch das Geläute der Glocken während des Zuges. Die Herren Rabbiner Dr. Grünebaum aus Landau und Seligmann aus Kirchheimbolanden hoben in anerkennender und höchst würdiger Weise die Verdienste des Heimgegangenen hervor."  

  
Ausschreibung der Rabbinatsstelle für den "Rabbinatsbezirk Frankenthal mit dem Amtssitze in Dürkheim" (1866)

Frankenthal Israelit 28031866.jpg (145133 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1866: "Erledigtes Rabbinat. Die Stelle eines Rabbiners für den Rabbinatsbezirk Frankenthal mit dem Amtssitze in Dürkheim, ausgeschrieben von dem königlichen Bezirksamte Neustadt a.d. Haardt (Pfalz) am 8. Februar laufenden Jahres Meldungstermin binnen 6 Wochen. Die mit legalen Zeugnissen über Befähigung, bisherige Verwendung und sonstige persönliche Verhältnisses des Konkurrenten belegten Gesuche sind bei dem genannten königlichen Bezirksamte einzureichen; bemerkt wird 1. zur Konkurrenz werden nicht nur Inländer, sondern auch Ausländer zugelassen, letztere jedoch nur unter der Bedingung, dass sie vor der höheren Bestätigung ihrer Wahl das bayerischen Indigenat zu erwerben haben; 2. Bewerber müssen auf einer Universität gebildet sein, dort Philosophie und Philologie absolviert haben und die Morenu besitzen. Die Bezüge des anzustellenden Rabbiners bestehen a. in einem fixen Gehalt von 1.200 Gulden; b. in einer Wohnungsentschädigung von 200 Gulden; c. in den Kasualien und Reise-Entschädigungen, wie sie bisher von der königlichen Regierung der Pfalz festgesetzt sind, und wofür der Rabbiner in jeder konstituierten Gemeinde jährlich Schulprüfungen, dann zweimal jährlich Predigt halten und die Konfirmation vornehmen muss."

    

    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben     

Der Antisemitismus macht sich bemerkbar (1891)  

Frankenthal Israelit 20051891.jpg (162362 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1891: "Frankenthal, 12. Mai (1891). Wenn bei uns in der Pfalz antisemitischen Bestrebungen Gott sei Dank auch nicht den geringsten Boden finden, so ist es selbstverständlich nicht zu vermeiden, wenn einmal von Seiten eines rohen und pöbelhaften Menschen eine Szene herbeigeführt wird, die den fraglichen Charakter an sich trägt. Mit einem solchen Falle hatte sich heute die Strafkammer des hiesigen Landgerichts zu beschäftigen. 
Der Tagner Jacob Schön aus Speyer, ein schon öfters mit der Strafrichter in Konflikt geratener Mensch, kam vor einigen Wochen in einer dortige Wirtschaft, in welcher bereits unser Glaubensgenosse J. Mayer aus Speyer anwesend war. Schön fing nun Lieder zu singen an, die schon an und für sich geeignet waren, Herrn Mayer als Jehudi auf das tiefste zu kränken. Trotzdem ignorierte er, um keinen Streit heraufzubeschwören, dieses flegelhafte Benehmen; als jedoch Schön seine Rohheit so weit trieb und ausrief 'alle Juden sind Spitzbuben', verbat sich dies Herr Mayer mit der Bemerkung: 'Ich bin ehrlicher wie Sie'. Als Antwort hierauf versetzte ihm jener einen Faustschlag ins Gesicht. Mayer wurde nun wegen dieser Affäre klagbar und erhielt Schön vom Schöffengericht in Speyer eine Ge4fängnisstrafe von 2 Monaten und 14 Tagen zudiktiert. 
Heute nun erschien Schön als Appellant vor der hiesigen Strafkammer, da ihm jene Strafe zu stark war; hatte aber mit seiner Appellation einen schlechten Erfolg. Der königliche Staatsanwalt beantragte Abweisung der Berufung mit der edlen und höchst toleranten Bemerkung: 'Dass man heutzutage, besonders die Juden gegen solch rohes und flegelhaftes Benehmen in Schutz nehmen müsse, um ein für allemal diesem fluchwürdigen Treiben die Spitze abzubrechen.' Das Gericht erkannte dem Anfrage dieses edlen Mannes und verwarf die Berufung des Schön. Plaut." 


Eine der vielen Repressalien in der NS-Zeit (1935)

Frankenthal Israelit 29081935.jpg (29966 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1935: "In Frankenthal bei Dürkheim sind, nach dem 'Völkischen Kurier', an allen Schaufenstern der Läden Bekanntmachungen angebracht, dass Juden nicht bedient werden."


  

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
  

Zum Tod aus aus Frankenthal oder Bad Dürkheim gebürtigen Komponisten, Violinisten usw. Eduard Eliason (1808 oder 1811-1886)  
Anmerkung: Es konnte nicht geklärt werden, welches das korrekte Geburtsort bzw. Geburtsjahr war. In den sonst auffindbaren, wenigen Internetquellen wird vom Geburtsjahr 1811 ausgegangen; zum Geburtsort finden sich keine Angaben.      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. März 1886: "Man schreibt uns aus Frankfurt am Main: Musikdirektor Eduard Eliason ist am 17. Februar hier aus dem Leben geschieden. Heute Abend sollte sein Konzert stattfinden, und heute Morgen trifft uns die Trauerkunde von seinem Tode! Eduard Eliason war 1811 in Frankenthal in der bayerischen Pfalz geboren; er studierte Komposition bei Rink und Violine bei dem berühmten Violinvirtuosen und Komponisten Baillot in Paris, dessen 'Méthode de violon' das offizielle Schulwerk des Pariser Konservatoriums wurde. Eliason ging später nach England, wo er eine Zeitlang Musikdirektor am Drurylane-Theater in London war. Nach Deutschland zurückgekehrt, trat er 1842 in das Orchester des Frankfurter Theaters ein, wo er lange Jahre als eine von dessen Stützen wirkte. Im Jahre 1877 wurde er unter Devrient pensioniert. Eliason genoss immer den Ruf eines bedeutenden Violinviruosen und Musikers und seine alljährlichen Konzerte zeichneten sich stets durch feine Wahl der Nummern und wirklich künstlerisches Arrangement aus. Im Leben war Eliason ein sehr zugänglicher Charakter und seinen Genossen und Bekannten ein treuer ergebener Freund. (Nach den uns gewordenen zuverlässigen Informationen war Eliason 1808 zu Dürkheim a.d. Haardt geboren und wurde am 19. dieses Monats auf dem israelitischen Friedhofe zu Frankfurt beerdigt."    
 
Eliason 100.jpg (52989 Byte)Foto von Eduard Eliason; Quelle: Bildsammlung der Universitätsbibliothek in Frankfurt / Sammlung Manskopf S 36_F00407   
Ebd. sind noch weitere Fotos von Eduard Eliason vorhanden.  
 

  
Auszeichnung für den Fabrikanten Wilhelm Bender (1905)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Mai 1905: "München. Ordensverleihungen. Kommerzienrat Lehmann Bernheimer - München hat den württembergischen Friedrichs-Orden, der Fabrikant Wilhelm Bender - Frankenthal, der serbische Konsul Julius Goldschmitt - Ludwigshafen das Ritterkreuz des Ordens der Krone von Italien, der schwedische und norwegische Konsul und dänische Vizekonsul Bernhard Land - Nürnberg das Ritterkreuz des Danebrogordens erhalten."  

      
Adolf Bensinger (Mannheim) stiftet das Tuberkulose-Museum in Frankenthal (1909)

Frankenthal FrfIsrFambl 23121909.jpg (65721 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 23. Dezember 1909: "Mannheim. Welch' lebhaftes Interesse gerade unter uns Juden für die Allgemeinheit herrscht, zeigen die fortgesetzten Stiftungen für allgemeine Zwecke. So wurde dieser Tage im benachbarten Frankenthal ein Tuberkulose-Museum eröffnet, das Herr Adolf Bensinger, Mitinhaber der Rheinischen Gummi- und Celluloidfabrik, gestiftet hat, und so verdankte die gleichfalls dieser Tage eröffnete hiesige städtische Kunsthalle ihre Errichtung einem Legate der 1901 verstorbenen Frau Julius Oberle geb. Michaelis von 200.000 Mark."

  
Zum Tod von Max Maas (1931)  

Frankenthal Israelit 10041931.jpg (93302 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1931: "Frankenthal (Pfalz), 20. März (1931). In der Frühe des 15. Adar (4. März) hat nach kurzer, aber schwerer Krankheit im Alter von nur 56 Jahren Max Maas seine reine Seele ausgehaucht. Einem schlichten gottesfürchtigen Hause (Leiwen bei Trier) entstammend, hat er seine Emuno (Wahrheit), sein unerschütterliches Gottesvertrauen, seine Liebe zu Gott und seinem Gesetz als ein heiliges Ideal im Busen getragen und im Leben betätigt. Und es war der einzige Wunsch dieses edlen Mannes, den gleichen Geist der Gottesfurcht auch auf seine Kinder übertragen zu können. Ein bescheidener, wahrhaft religiöser Jude ist mit ihm dahingegangen, eine Zierde unserer Gemeinde, deren Tora-, Awoda- (Gottesdienst-) und Gemillus-Chesed- (Wohltätigkeits-)Leben er mit allen Fasern seiner Seele unterstützte. Am Grabe verliehen Lehrer Schottland, Frankenthal und Professor Darmstädter, Mannheim (für den Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums Baden) dem Schmerze über den großen allzu früh gekommenen Verlust ergreifenden Ausdruck. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

     
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
"Koscher Seife" auf Frankenthal (1887)  

Frankenthal Israelit 11081887.jpg (101168 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1887: "S. Mohr, Seifenfabrik in Frankenthal
Um vielseitigen Wünschen nachzukommen, habe mich entschlossen, neben meinen sehr beliebten Kern-Seifen auch eine Koscher Seife anzufertigen, und um solche in weiteren Kreisen einzuführen, in Postcollies zu versenden. Meine Koscher Seife ist von mir selbst aus nur reinen vegetabilischen Fetten und unser Aufsicht des Herrn J. Singer, Lehrer und Kantor dahier, angefertigt und jedes Stück mit dessen Stempel versehen. Wegen ihrer guten Qualität, Waschkraft und besonders wegen ihrer Billigkeit eignet sich meine Koscher Seife außer zum Reinigen der Küchengeräte auch als Toilette und Haushaltungs-Seite. Ich versende dieselbe in ganz Deutschland in Paketen à 10 Pfund zu Mark 4.50, à 5 Pfund zu Mark 2.50 franco gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrags franco. Jedem Paket ist ein Attest des Herrn J. Singer beigelegt und mit dessen Plombe versehen. Hochachtungsvollst Samuel Mohr."   

     
Anzeige der Ludwigshafener Walzenmühle von L. Gimbel & Comp. in Frankenthal (1902)
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1902: "Mazzenmehl. Die Fabrikation von Mazzenmehl, wurde uns von der Ludwigshafener Walzenmühle dieses Jahr übertragen, und empfehlen prima Mazzenmehl, aus den feinsten Weizensorten hergestellt, von Anfang Dezember dieses Jahres an lieferbar. Wie auch früher, werden Ihre Ehrwürden, die Herren Rabbiner Dr. Marx aus Darmstadt und Dr. Horwitz aus Frankfurt am Main die Mühle besichtigen und die Schomrim (Aufseher) bestimmen. Reflektanten wollen um Offerten anfragen bei 
L. Gimbel & Comp., Frankenthal (Pfalz)."      

 
Anzeigen des Schuhwaren- und Herrenkleidergeschäftes M. Abraham (1903) bzw. Gebrüder Abraham (1904)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1903: 
"Für mein Schuh- und Herren-Konfektionsgeschäft suche einen 
Lehrling
zum baldigen Eintritt. 
M. Abraham
, Frankenthal (Pfalz)."      
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1904:  
"Für unser Schuhwaren- und Herrenkleider-Geschäft suchen wir zum baldigen Eintritt einen 
Lehrling
. Gebrüder Abraham, Frankenthal (Pfalz)."     

   
Stelle einer Haushälterin wird gesucht (1915)  

Frankenthal Israelit 29031915.jpg (58713 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1915: "Für eine schuldlos geschiedene Frau, Mitte dreißig, in allen Zweigen des Haushaltes erfahren, wird eine Stelle als Haushälterin zu einzelnem Herrn oder Dame, eventuell mutterlosen Kindern gesucht. Offerten erbeten an Postfach 19 Frankenthal (Pfalz)."

   
  

  

Zur Geschichte der Synagoge

Vermutlich haben bereits die in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts ansässigen jüdischen Familien einen Betraum eingerichtet, worüber jedoch nichts Näheres bekannt ist. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein Betsaal vermutlich in der Sterngasse eingerichtet, in der die meisten jüdischen Familien lebten.   

1791 konnte eine erste Synagoge errichtet und eingeweiht werden. Die jüdische Gemeinde hatte dazu 1787 ein Grundstück an der Hessengasse (heutige Glockengasse) erwerben können. Über diese Synagoge ist nur wenig bekannt. Nachdem im Laufe des 19. Jahrhunderts die jüdische Gemeinde größer wurde, hat diese erste Synagoge für die Bedürfnisse der Gemeinde nicht mehr ausgereicht. Um 1880 wurde der Neubau einer Synagoge beschlossen. im Frühjahr 1883 wurden die Baupläne für eine neue Synagoge genehmigt, die auf dem Grundstück der bisherigen Synagoge erbaut werden sollte. Am 13. Februar 1884 konnte die Grundsteinlegung feierlich begangen werden. Die Einweihung der neuen Synagoge war durch Bezirksrabbiner Dr. Salvendi am 28. August 1885

1895 konnte auf Grund einer Spende des Ehepaare Moritz und Clementine Neuberger neben der Synagoge ein Haus für den Synagogendiener sowie für die Gemeindeverwaltung und einen Gemeindesaal für unterschiedliche Zwecke (Gottesdienste im Winter, Treffen der Vereine der Gemeinde usw.) erbaut und eingerichtet werden. 
     

Texte aus der Geschichte der Synagoge  
Die Pläne zum Bau der Synagoge sind genehmigt (Juni 1883)

Frankenthal Jeschurun 061883s.jpg (34568 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" vom Juni 1883: "Frankenthal, 14. Juni (1883). Die höchsten Orts vorgelegten Pläne zum Neubau einer Synagoge in hiesiger Stadt haben Genehmigung gefunden. Es soll jetzt mit Eifer der Bau betrieben werden, damit derselbe vor Beginn der rauen Jahreszeit wenigstens im Rohen fertiggestellt wird."

  
Einweihung der neuen Synagoge (1885)

Frankenthal Israelit 03091885.jpg (89946 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1885: "Frankenthal, 29. August (1885). Gestern 6 Uhr wurde hier die neue Synagoge - ein Bau, der fortan eine Zierde unserer Stadt bilden wird - unter äußerst zahlreicher Beteiligung der gesamten Bevölkerung eingeweiht. Die Stadt wies einen wahrhaft großartigen Flaggenschmuck auf, ein erfreuliches Zeichen der Toleranz, auf welches der Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in seiner Festrede mit Genugtuung hinwies. Das Innere der Synagoge ist wahrhaft prächtig ausgestattet und harmoniert vollkommen mit dem Eindruck, den das Gotteshaus von Außen macht."

  
Die Eheleute Neuberger finanzieren für die Gemeinde ein Gemeindezentrum mit Betsaal neben der Synagoge (1895)

Frankenthal Israelit 31011895.jpg (168204 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1895: "Worms. In der benachbarten Religionsgemeinde Frankenthal, welche durch die Eintracht ihrer Mitglieder, wie durch ihre Opferwilligkeit auch in weiteren Kreisen bekannt sein dürfte, haben im vergangenen Jahre Herr Moritz Neuberger und seine Frau Clementine Neuberger geb. Neter zum Besten der Gemeinde neben der Synagoge ein Haus gestiftet, das den verschiedenen kulturellen Zwecken dienen soll. In einem daselbst herrlich eingerichteten Saale sollen insbesondere die Sitzungen für die Verwaltung, für den Armen-Kranken und Frauenverein stattfinden, auch soll derselbe bei kalter Witterung als Betsaal benutzt werden. Bei der Einweihung, die vor kurzem bei zahlreicher Beteiligung in feierlicher Weise vollzogen wurde, hob der Religionslehrer und Kantor Herr Singer, der vor mehreren Jahren gelegentlich seines 70. Geburtstages ausgezeichnet wurde und heute noch - mit Gottes Hilfe - in körperlicher und geistiger Frische seines Amtes waltet, rühmlich hervor, dass die fromme Spende den edlen Stiftern zum ehrenden Andenken für ewige Zeiten gereichen und für die Religionsgemeinde in der Kultusübung als stete Zierde walten möge, zu welchem Zwecke auch in dankbarer Anerkennung eine Ehrentafel im Saale angebracht wurde. Zu beklagen ist, dass die edle Stifterin schon so bald darauf in das Reich der Seligen einzog. Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch bemerken, dass es ebenfalls die Moritz Neuberger'schen Eheleute waren, die bei der Einweihung der dortigen Synagoge zwei wertvolle Kronleuchter und sämtliche Beleuchtungsgegenstände im Betrage von Mark 2.500 gespendet haben."

Die Synagoge in Frankenthal - eine "Zierde der Stadt" (Bericht von 1885 s.o.) - blieb nur gut 50 Jahre Mittelpunkt des jüdischen Lebens in der Stadt. Am frühen Morgen des 10. November 1938 wurde die Synagoge durch Nationalsozialisten aufgebrochen. Es wurde Feuer in dem Gebäude belegt, wodurch die Inneneinrichtung und die Fenster zerstört wurden. Die Feuerwehr löschte nach 8 Uhr den Brand. Die Gestapo beschlagnahmte die erhaltene Innenausstattung, die Ritualien sowie die Gemeindeakten. 
 
Im Januar 1940 ging das Synagogengebäude und das benachbarte Wohnhaus in den Besitz der Stadt Frankenthal über. Bei einem Luftangriff auf Frankenthal wurde die ehemalige Synagoge durch Bomben schwer getroffen. Nur die Außenmauern blieben stehen. Nach 1945 kam das Grundstück und die Ruine in den Besitz der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, die es im Oktober 1952 wieder an die Stadt verkaufte. Die Ruine wurde abgebrochen. Auf dem Grundstück wurde ein Kino erbaut (Einweihung am 25. Dezember 1953).    

Zur Erinnerung an die ehemalige Synagoge wurde 1960 die Schustergasse in "Synagogengasse" umbenannt. 1977 wurde ein Gedenkstein aufgestellt. 1988 wurde eine Erinnerungsstätte mit Informationstafel usw. geschaffen.    
   

Adresse/Standort der Synagoge:   Glockengasse 12 
  

Erinnerungsarbeit vor Ort:  geschieht insbesondere durch den am 14. Dezember 1992 gegründeten "Förderverein für Jüdisches Gedenken in Frankenthal" (seit 16. März 1993 e.V.). Zu den Aktivitäten des Vereins gehört neben der Durchführung Veranstaltungen (u.a. beim "Europäischen Tag der Jüdischen Kultur" u.a. die Gestaltung der Website www.juden-in-frankenthal.de
  



Fotos  
(Fotos - wenn nicht anders angegeben: Hahn, Aufnahmedatum 22.6.2008) 

Die Holzhofstraße Frankenthal Stadt 204.jpg (58542 Byte) Frankenthal Stadt 205.jpg (83351 Byte)
Die Holzhofgasse war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts die "Judengasse", 
wo vermutlich die damaligen jüdischen Familien der Stadt wohnten.
   
Die Sterngasse Frankenthal Stadt 203.jpg (76981 Byte) Frankenthal Stadt 202.jpg (73115 Byte)
   Im 18. Jahrhundert wohnten die jüdischen Familien vor allem in der Sterngasse, 
wo sich vermutlich auch der Betsaal befand.  
     
Die 1884 erbaute Synagoge
(Quelle der Abbildung: Website "Juden in Frankenthal" und Publikation des Landesamtes s.u.) 
Frankenthal Synagoge 101.jpg (86118 Byte) Frankenthal Synagoge 203a.jpg (85054 Byte) Frankenthal Synagoge 100.jpg (97721 Byte)
Historische Karte um 1900 mit der
 Synagoge links der Mitte
Die ehemalige Synagoge
(Foto: Informationstafel der Gedenkstätte)
Die Synagogenruine nach dem Luftangriff 
am 2. September 1943
     
   Frankenthal Synagoge 182.jpg (64937 Byte)   
  Karte wie Ausschnitt oben (versandt 1894)  
        
Die Gedenkstätte im Juni 2008  Frankenthal Synagoge 249.jpg (88187 Byte) Frankenthal Synagoge 206.jpg (89972 Byte)
  Blick auf die Gedenkstätte, dahinter ein Kinderspielplatz
    
Frankenthal Synagoge 203.jpg (168062 Byte) Frankenthal Synagoge 204.jpg (87124 Byte) Frankenthal Synagoge 205.jpg (148459 Byte)
Hinweistafel mit Erläuterungen 
zur Geschichte der Juden 
in Frankenthal und zur 
Geschichte der Synagoge
Der Gedenkstein mit dem Text: "Im Bereich dieses Straßenzuges stand die Synagoge der
 Israelitischen Kultusgemeinde. Die Synagoge, 1884 erbaut, wurde in der Nacht vom
 9./10.11.1938 aus Hass in Brand gesetzt und im 2. Weltkrieg 1943 durch Bomben
 zerstört. Der Stadtrat der Stadt Frankenthal stiftete diese Gedenktafel zum 400-jährigen
 Stadtjubiläum in Würdigung des Wirkens und der Verdienste der ehemaligen 
jüdischen Mitbürger. 9. November 1977."
  
     
Erinnerungen an ehemalige jüdische Personen der Stadt, z.B. die "Emil-Rosenberg-Straße" Frankenthal Stadt 200.jpg (63007 Byte)
   Text des Straßenschildes: "Dr. Emil Rosenberg, geb. 1889, Landgerichtsrat in Frankenthal. Wie viele seiner jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wurde er 1940 in das Lager Gurs in Frankreich deportiert und von dort 1942 nach Auschwitz verschleppt. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt."
    
   
"Stolpersteine"

An andere Personen erinnern u.a. "Stolpersteine" in der Stadt; Weiteres auf der 
Website des "Fördervereins für jüdisches Gedenken in Frankenthal e.V."

     
Fotos von "Stolpersteinen" 
in Frankenthal - 
Fotos wurden zur Verfügung gestellt 
von Michael Ohmsen
(Fotos: April 2010)
Rechts: "Stolpersteine" in der 
Färbergasse 5 für Philipp Adler (1865), Ludwig Adler (1892), Alice Adler geb. Adler (1900), Lotte Eva Adler (1926) und Ludwig Marum (1882)
Frankenthal Faerbergasse 5.jpg (146732 Byte)
      
Frankenthal Pilgerstrasse 2.jpg (135116 Byte) Frankenthal Heinrich-Heine-Strasse 3.jpg (127779 Byte) Frankenthal Wormser Strasse 27.jpg (118113 Byte)
"Stolpersteine" in der
Pilgerstraße 2 für Emil Dosenheimer
 (1870), Paula Dosenheimer geb.
 Friedmann (1884), Ernst Karl Dosenheimer
 (1907) und Gertrud Helena Dosenheimer (1910) 
"Stolpersteine" in der 
Heinrich-Heine-Straße 3 für 
Heinrich Lurch (1858), Flora Lurch 
geb. Dosenheimer (1864) und 
Marie Luise Lurch (1894)
"Stolpersteine" in der
Wormser Straße 27 für 
Julius Abraham (1878), 
Elsa Abraham geb. Strauss (1882) und
 Walter Wilhelm Abraham (1906) 
      
Frankenthal Bahnhofstr 16.jpg (101494 Byte) Frankenthal Speyerer Strasse 34.jpg (92133 Byte) Frankenthal Westl Ring 6.jpg (114547 Byte)
 "Stolpersteine" in der 
Bahnhofstraße 16 für Bernhard Reinhard
 (1866), Rosa Reinhard geb. Auerbach
 (1876), Friedrich Josef Reinhard (1898)
 und Hans Siegfried Reinhard (1900)
"Stolperstein" in der
Speyerer Straße 34
für Moses Blumenstiel (1866)
 "Stolpersteine" im 
Westlichen Ring 6 für 
Jacob Wolf (1885), 
Claire Wolf geb. Bieler (1893) 
und Heinz Wolf (1924)
  
     
Frankenthal Sto Eisenbahnstr20.jpg (142705 Byte) Frankenthal Sto Kanalstr2.jpg (120720 Byte) Frankenthal Sto Vierlingstr15.jpg (120571 Byte)
"Stolpersteine" in der Eisenbahnstraße 20
 für Viktor Weil (1871-1942), Emma Weil
 geb. Weil (1880-1940) und Elisabeth Weil
 geb. Schwarz (1886-1942)
"Stolpersteine" in der Kanalstraße 2 für
 Edmund Kahn (1877-1943), 
Johanna Kahn geb. Löb (1878-1941)und 
Emil Elias Kahn (1905-1943)
"Stolpersteine" in der Vierlingstraße 15 
für Siegfried Hirschler (1887-1940?), 
Rosa Hirschler geb. Baer (1895-1940?) 
und Babette Hirschler geb. Eisenmann
 (1857-1940)
   
     

Hochauflösende Fotos zu "Stolpersteinen" in Frankenthal von Michael Ohmsen siehe unter den 
Links http://www.panoramio.com/photo/35064517http://www.panoramio.com/photo/35064530;  

     
Gefallenendenkmal am Jahnplatz
 (Mahlastraße) für die Gefallenen 
des Ersten Weltkrieges von 1936
mit ergänzender Hinweistafel
(Fotos: Michael Ohmsen)
Frankenthal Gefallenendenkmal 181.jpg (52382 Byte) Frankenthal Gefallenendenkmal 180.jpg (89621 Byte)
   Ergänzende Tafel am städtischen Gefallenendenkmal: "Dieses Denkmal wurde im Jahre 1936 eingeweiht. Die Zahl der im Ersten Weltkrieg gefallenen Frankenthaler betrug allerdings nicht 653, wie auf dem Stein vermerkt, sondern 656. Nationalsozialistischer Rassenwahn hatte dazu geführt, dass drei gefallene Frankenthaler jüdischen Glaubens Leopold Gutmann, Richard Lurch und Max Schweitzer - nicht in die Zahl der Kriegstoten aufgenommen wurden. Aufgedeckt haben dies im Jahre 1999 Schülerinnen und Schüler des Karolinengymnasiums."
   

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Frankenthal 
Zur Seite über die jüdischen Friedhofe in Frankenthal (interner Link)      

Literatur:  

Zahlreiche kleinere Beiträge u.a. von Wolfgang Bressler, Ernst-Wilhelm Lamann, Ernst Merkel, Werner Schäfer in: Frankenthal einst und jetzt. Verschiedene Hefte und Jahrgänge seit 1981.    
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 69-72 (mit zahlreichen weiteren Literaturangaben).
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Frankenthal, Palatinate. Jews in small numbers were present as temporary residents from at least 1586. Eight families were there in 1785 and in 1798, under French rule, a Jew had become a member of the municipal council. Until the mid-19th century, religious orthodoxy prevailed in the community and from 1828 Frankenthal was the seat of the regional rabbinate. In the late 19th century, the Liberal rabbi Dr. Salvendi introduced an organ and choir into the synagogue (consecrated in 1885). A Jewish school was functioning in 1841. The Jewish population rose from 144 in 1827 to 371 (total 16.899) in 1900. The Zionists became active in 1907. In the Weimar period, Jews participated in public life, continuing to serve on the municipal council and other public bodies. Jews were active in the textile and clothing trade and owned numerous stores. In 1933, 266 Jews remained. The Tietz department store and the large Schweitzer and Wertheimer establishmend were almost immediately 'sold' and by 1937, almost all other Jewish businesses hat been liquidated or 'Aryanized'. Jews were severely persecuted and sporadically arrested throughout the period. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was set on fire, 16 Jewish homes and stores were destroyed, and Jewish men were sent to the Dachau concentration camp. In all, 72 Jews managed to emigrate from Germany, including 15 to the United States, 14 to France, and ten to Palestine; 137 moved to other German cities. The last 39 Jews were deported to the Gurs concentration camp in October 1940.              
    

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 10. Dezember 2011