Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bodersweier (Stadt Kehl, Ortenaukreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 
      

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
   
In dem bis 1736 den Grafen von Hanau-Lichtenberg, dann bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zu Hessen-Darmstadt gehörenden Bodersweier bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1755 Juden am Ort genannt.  
   
1811 waren es sieben Familien mit 41 Personen, 1825 60 (5,8 % von insgesamt 1.042 Einwohnern). Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1875 mit 116 Personen (10,3 % von insgesamt 1.124 Einwohnern) erreicht. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner stark zurück: 1887 94 jüdische Einwohner, 1900 82 (7,0 % von 1.176), 1910 61 (5,0 % von 1.214).         
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), ein jüdische Gemeindehaus (neben der Synagoge) mit Schulraum und rituellem Bad (1860 erneuert; Gebäude wurde 1940/41 abgebrochen). Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kuppenheim, später (seit 1817) in Freistett beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. die Ausschreibung der Stelle unten). Als Lehrer werden u.a. um 1887 Lehrer Pollaschek, um 1902 Lehrer Jakobsohn, bis 1912 Lehrer Lazarus Mannheimer genannt. 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Bühl zugeteilt.  
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Gefreiter Alfred Bensinger (geb. 24.12.1895 in Bodersweier, gef. 11.8.1916) und Joseph Wertheimer (geb. 1.8.1877 in Bodersweier, gef. 9.10.1917). Ihre Namen stehen auch auf dem Gefallenendenkmal des Friedhofes der Ortsgemeinde. 
  
Die jüdischen Familien waren im Leben des Ortes völlig integriert. Jüdische Personen waren im Gemeinderat, Im Bürgerausschuss und im Musik- und Sportverein vertreten.  
   
Um 1924, als noch 46 jüdische Einwohner gezählt wurden (3,8 % von 1.223 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Leopold Kaufmann, Emanuel Merklinger und Ludwig Meier. Die Religionsunterricht der damals fünf schulpflichtigen jüdischen Kinder erteilte Lehrer Mannheimer aus Kehl. 1932 waren die Gemeindevorsteher Emanuel Merklinger (1. Vors.), Eduard Bensinger (2. Vors.) und Julius Wertheimer (3. Vors.).    
       
Bis nach 1933 gehörten jüdischen Familien in Bodersweier die folgenden Handelsbetriebe: Mehlhandlung Isidor Bensinger (Querbacher Straße 14), Viehhandlung Salomon Frank (Grabenstraße 7), Eisenhandlung Leopold Kaufmann und Karl Bensinger (Querbacher Straße 18), Kolonialwaren Ludwig Meier (Querbacher Straße 15), Viehhandlung David Merklinger (Querbacher Straße 27), Kolonialwarenhändler Emanuel Merklinger (Grabenstraße 8), Fellhandlung Emanuel Merklinger (Querbacher Straße 16), Viehhandlung Max Merklinger (Querbacher Straße 3), Textilhandlung Julius Wertheimer (Rastatter Straße 13), Schuhgeschäft Simon Wertheimer (Rastatter Straße 5, abgebrochen), Viehhandlung Leo Wertheimer (Rastatter Straße 33).  Bis 1912 hatte es ein jüdisches Schlachthaus und bis 1915 eine koschere Metzgerei gegeben. 
   
1933 lebten noch 34 jüdische Personen in Bodersweier.
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1938 mussten alle jüdischen Gewerbebetriebe schließen oder an nichtjüdische Personen verkauft werden. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört (s.u.). Acht jüdische Männer wurden über Kehl in das KZ Dachau verschleppt. Die letzten 15 jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Vier Personen überlebten die Deportationsjahre, drei starben in Frankreich, die übrigen acht jüdischen Personen sind von Gurs aus in das KZ Auschwitz verschleppt und dort ermordet worden.    
   
Von den in Bodersweier geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Eduard Bensinger (1880), Elsa Bensinger geb. Bloch (1887), Fanny Bensinger geb. Ledermann (1856), Julius Bensinger (1913), Karl Bensinger (1877), Martha Bodenheimer geb. Meier (1910), Babette Frank geb. Wertheimer (1882), Berta Hammel geb. Bensinger (1862), Berta Jordan geb. Wertheimer (1868), Regina Mannheimer geb. Bensinger (1889), Auguste Meier geb. Bensinger (1881), Ludwig Meier (1881), Emanuel Merklinger (1880), Emanuel Merklinger (1898), Ida Merklinger geb. Bensinger (1909), Lina Merklinger geb. Kander (1890), Luise Merklinger geb. Frank (1877), Rosa Merklinger (1898), Mathilde Wachenheimer geb. Wertheimer (1865), Berthe Weill geb. Merklinger (1875), Elise Wertheimer geb. Crailsheimer (1886), Hanna (Mina) Wertheimer geb. Merklinger (1870), Heinrich Wertheimer (1875), Julius Wertheimer (1884), Klara Wertheimer geb. Kander (1884), Mina Wertheimer geb. Wertheimer (1861).   
         
Auf dem Friedhof der Ortsgemeinde steht neben dem Gefallenendenkmal seit 1984 ein Gedenkstein mit den Namen von 17 jüdischen Opfern der Verfolgungszeit 1933 bis 1945.   
        
     
     

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1875  

Bodersweier Israelit 03021875.jpg (53904 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Februar 1875: "Auskündigung einer Religions-Schulstelle. Die mit einem festen Jahresgehalt von Gulden 450, freier Wohnung mit Garten und dem Schulgelde verbundene Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle bei der israelitischen Gemeinde Bodersweier ist baldmöglichst zu besetzen und wollen sich Bewerber unter Anschluss ihrer Zeugnisse bei der Bezirkssynagoge Bühl in Karlsruhe melden. 
Bodersweier, 25. Januar 1875. Der Synagogenrat: L. Wertheim, Vorstand."

  
Neujahrsgrüße von Lehrer Jakobsohn und Frau (1902)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Oktober 1902: "Nur auf diesem Wege! 
Freunden und Bekannten senden wir die herzlichsten Neujahrs-('Gute Einschreibung und Besiegelung'-) Wünsche. 
Lehrer Jakobsohn und Frau, Bodersweier."  

    
Lehrer Pollaschek und Sohn empfehlen sich als Toraschreiber (1887)   

Bodersweier Israelit 17031887.jpg (62973 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1887: "Gemeinden 
und Privaten empfehlen wir uns bestens zur Restaurierung alter und Anfertigung neuer Torarollen, Jahrzeittafeln mit Berechnung auf 50 Jahre, sowie auch zu Schiur Mischnajot lernen für Kranke und teuere Hingeschiedene und Mappot - Wimpeln malen. Alles gegen billigste Berechnung. 
Lehrer Pollaschek & Sohn, Schreiber von Torarollen usw. in Bodersweier bei Kehl am Rhein."

   
Lehrer Lazarus Mannheimer wird zum Hauptlehrer ernannt und nach Kehl versetzt (1912)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. Oktober 1912: "Bodersweier (Baden). L. Mannheimer wurde zum Hauptlehrer befördert und nach Kehl am Rhein versetzt."       

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Der Antisemitismus macht sich bemerkbar - jüdische Einwohner wehren sich und werden angeklagt (1896)   

Bodersweier Israelit 16071896.jpg (224131 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juli 1896: "Gerichtszeitung
Kehl
, 9. Juli (1896). Unter dem Vorsitz des Amtsrichters Dr. Rinteler begann heute früh die Schöffengerichtsverhandlung gegen 19 Angeklagte aus Bodersweier und Kehl wegen Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch, Gefangenenbefreiung, Ruhestörung, groben Unfug und Tätlichkeiten. Die Verteidigung sämtlicher Angeklagten führte der Rechtsanwalt Muser von Offenburg. Der antisemitische Agitator und Redakteur Reuther aus Karlsruhe, der seit einiger Zeit das Hanauer Land zur Agitation auserkoren, hielt am 31. Mai in Bodersweier eine antisemitische Versammlung ab, die bekanntlich wegen Tumult der Auflösung verfiel. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, den Tumult verursacht und dem Reuther Bier ins Gesicht gespuckt zu haben. Als Reuther in Bodersweier nicht zu Worte kam, zog er nach dem 3/4 Stunden entfernten Linx, wo von den nachgezogenen Bodersweierern eine gehörige Prügelei inszeniert wurde, bei der Reuther getreten und zu Boden geworfen wurde, sodass er stark blutete. Bei der Schlägerei, die bald eine allgemeine wurde, machten sich auch einige Angeklagte des Widerstands gegen die Staatsgewalt und Gefangenenbefreiung schuldig. 
Über den Gang der Verhandlung wird berichtet: Die Angeklagten, zum Teil Viehtreiber und Knechte, zum Teil jüdische Handelsleute, bestreiten in der Hauptsache die erhobenen Beschuldigungen, andererseits wollen sie ohne eigene Schuld in die Schlägerei verwickelt worden sein. Durch den Zeugen Gendarm Baumgartner, ist festgestallt worden, dass in drei Wirtschaften in Bodersweier vor der Versammlung Freibier gespendet wurde im Werte von 400 Mark, welches Karl Bensinger, der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Bodersweier, und Leo Wertheimer bezahlt haben. Die Aussagen der Söhne des Wirtes, bei dem die Versammlung angehalten wurde, sind so widersprechend, dass es schwer ist, die objektive Wahrheit festzustellen. Zeuge Reuther erklärt, dass er im Auftrage der deutsch-sozialen Reformpartei den siebenten Reichstagswahlkreis zu bearbeiten habe, da bei der nächsten Reichstagswahl in diesem Bezirk ein Kandidat aufgestellt werde. Er wurde in Linx zu Boden geworfen und mit Füßen getreten, und habe starb geblutet. Die Schlägerei in Linx, die von den Viehtreibern inszeniert war, geben die Angeklagten zu, ebenso, dass sie Reuther blutig geschlagen haben. 
In der weiteren Zeugenvernehmung wird u.a. festgestellt, dass Reuther in sehr verletzender Weise gegen die Juden in seinen Versammlungen losgezogen ist, so z.B. in Scherzheim sich geäußert, die jüdischen Soldaten hätten auf dem Schlachtfelde toten Soldaten die Finger abgeschnitten, um die Ringe stehlen zu können. 
Muser führte als Verteidiger aus, die verletzende Art der antisemitischen Agitation und zwar speziell Reuthers, habe im Hanauer Land eine berechtigte Erbitterung hervorgerufen. Gerade da Generalisieren sei das Niederträchtigste der Agitation. Reuther sei schon wegen Verbrechen gegen den § 130 des Reichsgesetzbuches zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden. 
Nach nahezu siebenstündiger Verhandlung wurden die Angeklagten zu 14 Tagen Gefängnis und zu 2 Tagen Haft verurteilt, von der Anklage des Hausfriedensbruches freigesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es zum Schlusse, dass die widerlichen Ausschreitungen nicht vorgekommen wären, wenn nicht von gewisser Seite in reichlichem Maße Freibier gespendet worden wäre. Das Gericht lasse es dahingestellt sein, wer das Bier bezahlt habe."

    
 Hinweis auf das Beschneidungsbuch (Mohelbuch) von Mosche und Schimon Blum von Bischheim (Elsass)  

Avraham Malthete hat in dem genannten Mohelbuch für den Zeitraum zwischen 1817 und 1867 21 Beschneidungen in Bodersweier gefunden; die erste war die Beschneidung von Moses Wertheimer, Sohn von Joseph Wertheimer und Rosetta Neumann am ersten Tag Rosch-Chodesch Ijar 5577 (= Mittwoch 16. April 1817). Die Abbildung links zeigt die Eintragung dieser Beschneidung - oben der Ortsname "Boderschweiger". 
Die ersten 18 Beschneidungen wurden durch Mosche Blum durchgeführt, die letzten drei durch seinen Sohn Schimon Blum. Bodersweier ist in dem Mohelbuch nicht einfach zu identifizieren, da es hebräisch als "Boderschweiger, Boteschwiger" u.ä. geschrieben wurde.   
Die 21 Beschneidungen aus Bodersweier in einer Übersicht (xls-Datei, Übersicht erstellt durch Abraham Malthete).    
       
22-3r_Moses WERTHEIMER.jpg (53325 Byte) 61-6v_Baruch-Löw WERTHEIMER .jpg (45356 Byte) 67-7r_Löw WERTHEIMER.jpg (54693 Byte) 114-11r_Zal WERTHEIMER.jpg (50236 Byte)
Moses Wertheimer 
(geb. 9.4.1917, gest. 24.6.1817)
Baruch-Löw Wertheimer 
(geb. 9.5.1818)
Löw Wertheimer 
(geb. 2.7.1818)
Zal Wertheimer 
(geb. 20.2.1920)
        
122-11v_Seligmann WERTHEIMER.jpg (54861 Byte) 130-12v_Karl WERTHEIMER.jpg (68706 Byte) 210-19r_ Israel WERTHEIMER.jpg (52850 Byte) 211-19r_ David WERTHEIMER.jpg (50112 Byte)
Seligmann Wertheimer 
(geb. 4.4.1820)
Karl Wertheimer 
(geb. 21.6.1920)
Israel Wertheimer 
(geb. 21.5.1822)
David Wertheimer 
(geb. 22.5.1822)
       
297-27r_ Michael WERTHEIMER.jpg (61691 Byte) 323-30r_Joseph WERTHEIMER.jpg (75241 Byte) 370-34v_Zall WERTHEIMER.jpg (57175 Byte) 384-35v_ Michael WERTHEIMER.jpg (52229 Byte)
Michael Wertheimer 
(geb. 2.11.1824)
Joseph Wertheimer 
(geb. 12.6.1825, gest. 2.10.1825)
Zall Wertheimer 
(geb. 11.11.1826)
Michael Wertheimer 
(geb. 2.4.1827)  
       
468-43r_ Michael WERTHEIMER.jpg (60845 Byte)  529-48r_ Maier WERTHEIMER.jpg (54656 Byte) 638-58r_ Abraham WERTHEIMER.jpg (52325 Byte) 640-58r_Elias WERTHEIMER.jpg (57522 Byte)
Michael Wertheimer 
(geb. 1.5.1829)
Maier Wertheimer 
(geb. 15.12.1830)
Abraham Wertheimer 
(geb. 22.11.1830)
Elias Wertheimer 
(geb. 31.12.1834)
       
660-60v_Wolf BENSINGER.jpg (76557 Byte) 721-65v_Jacob BENSINGER.jpg (53860 Byte) 183-100r_Zall WERTHEIMER.jpg (75084 Byte) 897-177r_Elias WERTHEIMER.jpg (58236 Byte)
Wolf Bensinger 
(geb. 29.10.1835) 
Jacob Bensinger 
(geb. 18.3.1838(
Zall Wertheimer 
(geb. 19.2.1851)
Elias Wertheimer 
(geb. 21.8.1865)
       
1024-190v_Karl BENSINGER.jpg (60098 Byte)      
Karl Bensinger 
(geb. 18.9.1867)
     


  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
  
Verlobungsanzeige von Lilly Wertheimer und Heinrich Zimmer (1930)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1930: "Gott sei gepriesen. 
Lilly Wertheimer - Heinrich Zimmer.
Verlobte.  
Bodersweier (Baden) - Frankfurt am Main  Hanauerlandstraße 44.  
Empfang: Samstag, den 6. und Sonntag, den 6. Juli 1930. Hanauerlandstraße 44."      

   
  
 
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge        
   
1756 suchten die beiden Bodersweier Schutzjuden Isaak Levi und Joseph Wertheimer um eine herrschaftliche Genehmigung nach, in der Kammer eines jüdischen Hauses einen Betsaal einrichten und "Schul halten" zu dürfen. Vermutlich wurde dem Gesuch entsprochen und die Bodersweier Juden konnten seitdem ihre Gottesdienste feiern.

Nachdem 1811 die Zahl der jüdischen Familien auf sieben angewachsen war, konnten in dem "engen und allzu beschränkten Raum" des bisherigen Betsaales (möglicherweise derselbe wie nach 1756) kaum noch alle Platz finden. Nach einer damals angefertigten Statistik waren von den insgesamt 41 Gemeindegliedern 27 "schulbesuchende" (d.h. die Synagoge besuchende) Juden, ein Vorsänger und 13 Kinder, die noch keine Synagoge besuchen. Die Familien baten über ihre Vorsteher beim Bezirksamt Rheinbischofsheim darum, eine Synagoge erbauen zu dürfen und erklärten, diese "gänzlich aus ihren Mitteln und Kräften zu erbauen und durchaus das Mitleid anderer nicht in Anspruch zu nehmen". Im Herbst 1811 kaufte die jüdische Gemeinde von Friedrich Stölzel einen Gemüsegarten zum Preis von 355 Gulden, auf dem die Synagoge erbaut werden sollte. Widerstand kam freilich alsbald vom Vater des Verkäufers, Revierförster Stölzel, der auf dem Nachbargrundstück wohnte und den Verkauf seine Sohnes überhaupt nicht gut fand. Er protestierte beim Bezirksamt gegen eine solche, "sehr unwillkommene" und "lärmende" Nachbarschaft. Im übrigen war er der Meinung, dass der bisherige Betraum mit geringen Kosten durch einen Anbau erweitert werden könnte. Und schließlich habe doch auch das Pfarramt der Judenschaft einen Acker zum Verkauf angeboten und Jud Leib habe einen "weit bequemeren Bauplatz" für die Synagoge in seinem Besitz. Nach einiger Zeit des Briefverkehrs mit der Behörde gab Revierförster Stölzel nach und erlaubte den Synagogenbau, wobei ihm wichtig war, dass der "nötige Abstand" zu seinem Grundstück eingehalten wurde.  
   
Im Februar 1812 erteilte das Großherzogliche Badische Direktorium des Kinzigkreises die Bauerlaubnis und bestimmte, dass die kalkulierte Bausumme in Höhe von 1.092 Gulden nicht überschritten werden dürfe. Im März 1812 wurde der Synagogenbau versteigert. Valentin Merker von Bodersweier legte mit 900 Gulden das günstigste Angebot vor und bekam den Auftrag. So konnte auf dem heutigen Grundstück Querbacher Straße 25 im Laufe des Jahres 1812 die Synagoge erbaut und noch im selben oder im folgenden Jahr 1813 eingeweiht werden. Zur Finanzierung wurden die Synagogenstühle (Betpulte) nach Abschluss der Bauarbeiten unter den einzelnen Familien versteigert. Dabei kamen für einen Stuhl bis zu 80 und mehr Gulden in die Gemeindekasse. Es stand den einzelnen Haushaltsvorständen frei, einen oder mehrere Stühle zu kaufen. Joseph Wertheimer beispielsweise erwarb vier Stühle, 'zwei für das männliche und zwei für das weibliche Geschlecht'. 
  
Da die Zahl der jüdischen Einwohner im Laufe der kommenden Jahrzehnte weiter zunahm, war Anfang der 1830er-Jahre das Synagogengebäude zu klein geworden. Am 20. Januar 1833 beschloss eine Gemeindeversammlung die Vergrößerung und Verbesserung der Synagoge. Zur Finanzierung sollten zum einen die in der Gemeindekasse befindlichen Gelder (ausgenommen das 'Almosengeld') verwendet, zum anderen eine wöchentliche Umlage erhoben werden. Nach dieser Umlage waren bei den Viehhandelsgeschäften bis auf weiteres an die Gemeinde für den Synagogenbau abzugeben: 'sechs Kreuzer auf jedes Stück großes Vieh, Ochsen, Kühe, Rinder, Pferde, ob sie gekauft, eingetauscht oder auf andere Weise an sich gebracht wurden'. Nicht allen gefiel dieses Verfahren: Joseph und Mayer Wertheimer protestierten mit allen möglichen Gründen. Doch konnte man sich mit ihnen schließlich einigen. Größere Reparaturen der Synagoge wurden auch aus dem Jahr 1858 gemeldet. Für die Neueinrichtung eines warmen Frauenbades, die Einrichtung einer jüdischen Schule und die Reparatur der Synagoge musste damals ein Darlehen von 1.000 Gulden aufgenommen werden. 80 weitere Jahre diente dann die Synagoge Bodersweier als Mittelpunkt des dortigen jüdischen Gemeindelebens. 
  
Eines der letzten besonderen Ereignisse in der Synagogengeschichte war die Einweihung der Gefallenengedenktafeln im Juni 1935. 
  

Bodersweier Israelit 04071935.jpg (88633 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juli 1935: "Bodersweier, 1. Juli (1935). Die hiesige Israelitische Kultusgemeinde weihte am Sonntag, den 16. Juni, die in der Synagoge angebrachte Gedenktafel für ihre im Krieg gefallenen Söhne ein. Herr Synagogenrat Eduard Bensinger sprach Begrüßungsworte, Herr Lehrer und Kantor Mannheimer, Kehl, leitete die Feier, an welcher die Nachbargemeinden und der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten teilnahmen, und verstand es, sie überaus erhebend und würdig zu gestalten. - Für den Landesverband Baden des RjF. sprach dessen Vorsitzender, Herr Rechtsanwalt Dr. Fritz Rosenfelder, Karlsruhe, für die Ortsgruppe Kehl-Bodersweier deren Vorstand, Herr Paul Wertheimer, Kehl, die den toten Kameraden ergreifende Worte des Gedenkens widmeten. ferner sprachen ehrende Worte Herr Bezirksältester Lippmann Kahn, Rheinbischofsheim und Herr Siegfried Kaufmann, Kehl."

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. Die Aktionen in Bodersweier wurden von österreichischer SS durchgeführt. Vier bis fünf SS-Leute fuhren nach einem Zeitzeugenbericht vor der Synagoge vor, traten die Türe ein und zerschlugen das Inventar. Als Gotteshaus war die Synagoge danach nicht mehr zu benutzen. Die Behörden waren an einem baldigen Abbruch und einer "arisierten" Verwertung der Grundstücke interessiert. Eine Ende April 1939 durchgeführte Besichtigung der Synagoge und des benachbarten jüdischen Gemeindehauses ergab, dass "sich beide Gebäude in einem derart schlechten baulichen Zustand befinden, dass sie als abbruchreif bezeichnet werden müssen." Das Gemeindehaus war bereits im März 1939 wegen Einsturzgefahr gesperrt worden. Im Winter 1940/41 wurde dieses Gebäude wegen "Baufälligkeit" abgebrochen.   
     
Das Synagogengebäude wurde zunächst noch als Garage für den Postomnibus und Schafstall zweckentfremdet. Als Grundstückeigentümer wird 1943 "Deutsches Reich - Deutsche Post" genannt. Nach dem Krieg kam das Grundstück über die Jüdische Vermögensverwaltung JRSO in den Besitz der Israelitischen Landesgemeinde Südbaden, die es ihrerseits privat veräußerte. 1951 wurde nun auch das ehemalige Synagogengebäude abgebrochen und ein Geschäftswohnhaus errichtet.         
    
   


Fotos 
Historische Fotos: 
(Quelle: Sammlung Hahn)

Bodersweier Synagoge 001.jpg (110759 Byte) Bodersweier Synagoge 002.jpg (98086 Byte) Bodersweier Schule 001.jpg (49097 Byte)
Die Synagoge in Bodersweier, 
1812/13 erbaut
Innenansicht Das jüdische Gemeindehaus in Bodersweier,
 früheres Wohnhaus, 1858 von der 
jüdischen Gemeinde erworben und als 
Schul- und Gemeindehaus umgebaut
   

   
Plan und Dokument  
(Quelle: Gemeinde Bodersweier, Feuerversicherungsakten; übersandt von Karl Britz)  

Bodersweier Plan 01.jpg (36518 Byte) Bodersweier Dokument 01.jpg (69646 Byte)
Synagoge (2) und jüdisches
 Gemeindehaus/Schule (1) im Plan der
 Feuerversicherungsakten 1934
Eintragung in den Feuerversicherungsakten über das Gebäude des Gemeindehauses:
 "Abgangs-Nachweis. Das unter Querbachstraße Hausnummer 25 zur Feuerversicherung
 eingeschätzte Gebäude der Israelitischen Gemeinde... ist im Dezember des Jahres 1940
 und Januar 1941 wegen Entbehrlichkeit abgebrochen worden. Da der Eigentümerin die
 Möglichkeit genommen ist, dasselbe wieder herzustellen, so ist die
 Versicherungssumme... abzuschreiben"
 
 


Fotos nach 1945/Gegenwart:  
 

Fotos 2003:
(Fotos: Britz, 
Aufnahmedatum 11.9.2003)

Bodersweier Olivon.jpg (42219 Byte)

Das Gebäude (Friseurgeschäft) steht auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge 
und des Gemeindehauses (Querbacher Straße 25).
Die Synagoge stand links nach hinten versetzt, das Gemeindehaus rechts an der Straße.
 

     

Ehemalige jüdische Wohn- und
 Geschäftshäuser, die noch den
 ursprünglichen Baustil erkennen lassen

Bodersweier Meier.jpg (41878 Byte) Bodersweier Bensinger.jpg (40708 Byte)
  Kolonialwarenhandlung Ludwig Meier 
Querbacher Straße  15
(in Baustil und Bauart 
dem Gemeindehaus vergleichbar) 
Mehlhandlung Isidor Bensinger
Querbacher Straße  14 
 
 
     
Bodersweier Wertheimer.jpg (36652 Byte) Bodersweier KaufBens.jpg (44398 Byte) Bodersweier Merklinger.jpg (47522 Byte)

Viehhandlung
Leo Wertheimer
Rastatter Straße 33 

Eisenwarenhandlung
Kaufmann und Bensinger
Querbacher Straße 18 
Kolonialwarenhandlung
Emanuel Merklinger
Grabenstraße 8  
     
Bodersweier Frank.jpg (46311 Byte) Bodersweier Denkmal.jpg (81606 Byte)
Viehhandlung Salomon Frank
Grabenstraße 7  

Gedenkstein
"Den jüdischen Opfern der Verfolgung 1933 – 1945"
auf dem Friedhof von Bodersweier, errichtet 1984  

   
         
     
Mahnmalprojekt Neckarzimmern  - der Beitrag aus Bodersweier
(rechts mit Foto des Steines in Neckarzimmern: Bericht aus der Stuttgarter Zeitung 
vom 21. Oktober 2005; Fotos unten: Karl Britz, Bodersweier)
Bodersweier Bericht 200501.jpg (179791 Byte)
   
Bodersweier Memorialstein 001.jpg (88772 Byte) Bodersweier Memorialstein 003.jpg (31436 Byte) Bodersweier Memorialstein 002.jpg (49352 Byte)
Bei der Gedenkfeier am 16. Oktober 2005
 in Bodersweier: Großrabbiner René
 Gutmann aus Straßburg legt einen 
Stein auf die Gedenkstele 
Der Gedenkstein bei der Kirche in Bodersweier; links mit Transparent am
 Einweihungstag. Rechts vorne: der Ring um Ortswappen von Bodersweier symbolisiert
 die Gemeinschaft aller Menschen im Dorf; der Davidstern ist herausgebrochen, wie 
die Gemeinde in der NS-Zeit herausgebrochen wurde.  
   

      

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Eingestellt bei Youtube: "Eine Liebesgeschichte rettete vor Gurs2 (Geschichte der Familie Kaufmann aus Bodersweier; ekiba.tv)
  
    
 
 
 

  
     

Links und Literatur  

Links:  

Website des Stadtteiles Kehl-Bodersweier 
Mahnmalprojekt Neckarzimmern   

Literatur:   

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 46-47.  
Bodersweier. Berichte, Erzählungen und Bilder aus der Geschichte eines Dorfes im Hanauerland (Hg. Ortschaftsrat Kehl-Bodersweier). 1984. S. 49-74.
Ludwig Lauppe: Burg, Stadt und Gericht Lichtenau. Eine heimatgeschichtliche Rückschau. Hemsbach 1984 (zum Antrag von 1756 des Isaak Levi und Joseph Wertheimer: S. 163 Anm. 2).
Hans Nußbaum/Karl Britz: Das Schicksal der Juden von Bodersweier. 1986.
Hartmut Stüwe: Kehl im Dritten Reich. Stadtgeschichte 1933-1945. Stadt Kehl am Rhein. Kultur- und Verkehrsamt 1997 (hierin besonders: Boykott jüdischer Geschäfte S. 36ff und Verbrechen gegen die Menschlichkeit S. 110ff). 
Nicolas Rosenthal: Hagada des 20. Jahrhunderts - ein Vermächtnis. Mit Beiträgen von Rold Kruse jun. und Friedrich Peter. Historischer Verein Kehl 2000. 
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.  
     
Deutsche Ausgabe: 
Denise und Jules Kaufmann
Karl Britz
Glück, ganz besonderes Glück
Verlag Medien und Dialog
ISBN 3-933231-93-0
Preis: 12,00 €  
Bodersweier Lit 015.jpg (27774 Byte) Bodersweier Lit 016.jpg (27364 Byte) Französische Ausgabe:
Denise et Jules Kaufmann
Karl Britz:
La chance de survivre, le bonheur de vivre
Edition Medien und Dialog
ISBN 3-933231-94-9
Preis: 12,00 €
2008 jährt sich die Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 zum 70. Mal. Aus Kehl wurde bekannt, dass hier die jüdischen Männer vor ihrer Deportation ins Konzentrationslager Dachau unter Führung der Gestapo besonders grausam erniedrigt und gequält wurden. 
Das historische Datum markiert aber nur eine der vielen barbarischen Terrormaßnahmen, mit denen die Nazis die jüdische Bevölkerung im eigenen Land und in ganz Europa entrechtete, drangsalierte und in Massen tötete. 
Judenhetze ab 1933, Entzug bürgerlicher Rechte nach 1935, Deportation der männlichen Juden nach Dachau und Schließung aller jüdischen Geschäfte 1938 – es schien auf deutschem Boden keine Zukunft mehr zu geben. Wer weiterexistieren wollte, ging ins Ausland. In den badischen und pfälzischen Grenzregionen war Frankreich das naheliegende Ziel.
In Kooperation mit der Bürgerstiftung Kehl ist nun in einer deutschen und einer französischen Ausgabe ein reich illustriertes Buch erschienen, in dem das hochbetagte Ehepaar Denise und Jules Kaufmann die Geschichte seines Überlebenskampfes erzählt. Jules Kaufmann war einst Bürger in Bodersweier, seine Frau Denise stammt aus Wasselonne im Elsass. Am Beispiel dieser badisch-elsässischen Familie wird deutlich, wie sich das Schicksal vieler Juden aus unserer Grenzregion im besetzten Frankreich entschieden hat.
Nach der Schließung seiner einst florierenden Eisenwarenhandlung gewinnt Jules Kaufmann seine Zukunft nur wenige Kilometer entfernt - in Straßburg, im Elsass und in der Liebe zu Denise Roos aus Wasselonne. Sie heiraten 1938 und gründen eine neue Existenz. 
Doch 1940 besetzt die deutsche Wehrmacht den größten Teil Frankreichs. Auf das Land greift der nationalsozialistische Terror gegen die Juden über. "Missliebige Personen" müssen die besetzten Gebiete verlassen. Aber auch in der so genannten "freien Zone" ist eine Regierung im Amt, die mit den deutschen Besatzern zusammenarbeitet.
Die Gauleiter der Grenzregionen lassen im Oktober 1940 auch die badischen und saarpfälzischen Juden nach Südfrankreich deportieren, wo sie im Pyrenäen-Lager Gurs interniert werden. Ab 1942 rollen die Züge nach Auschwitz. Denise und Jules Kaufmann werden mit ihren Familienangehörigen in diesen Strudel gerissen, müssen erleben, wie Verwandte und Freunde in die Vernichtungslager deportiert werden. 
Durch Phantasie, Mut und auch List, durch die Hilfe anderer Menschen, vor allem aber mit der Kraft ihrer Liebe schaffen sie es, dass sie und ihre engsten Angehörigen in Südfrankreich die Zeit der Verfolgung überleben: "Es war auch Glück, ganz besonderes Glück."
Das Titelbild des Buches zeigt die Bronzefigur "Begegnung" von Josef Fromm am Rhein bei Kehl. Was sie darstellt, haben Denise und Jules Kaufmann schon zu der Zeit in die Tat umgesetzt, als ihre beiden Völker als tief verfeindet galten und auch an dieser Stelle die Waffen aufeinander richteten. 
Karl Britz hat die Erzählungen redaktionell bearbeitet. Außerdem berichtet er über die historischen Hintergründe und über eine aktuelle Spurensuche. Alfred Matt, früherer Leiter des Museums in Bouxwiller, besorgte die Übersetzung ins Französische.       

        
    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bodersweier  Baden. Jews first settled in the early 17th century. A new synagogue was built in 1811 and the Jewish population grew to 116 in 1875 (total 1,124). Thereafter it declined steadily to 34 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938) the synagogue was vandalized and eight Jews were detained at Dachau for a few weeks after being severely beaten. Fifteen Jews left Bodersweier until 1940. Twenty-two were deported to the Gurs concentration camp and other camps; six survived.
    

    

                   
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Stand: 04. Mai 2012