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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Kuppenheim (Landkreis
Rastatt)
Jüdischer Friedhof
Jewish Cemetery - Cimetière juif
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe Seite zur Synagoge in
Kuppenheim (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Im 17. Jahrhundert (1694 erstmals genannt) wurde in Kuppenheim ein jüdischer
Verbandsfriedhof angelegt, auf dem auch die Toten der umliegenden jüdischen
Gemeinden beigesetzt wurden (zeitweise aus Baden-Baden,
Bodersweier, Bühl, Kehl,
Lichtenau, (Neu-)Freistett,
Muggensturm, Rastatt,
Rheinbischofsheim, Stollhofen;
bis zum 20.Jh. vor allem noch Ettlingen, Gernsbach,
Hörden, Malsch; Fläche
104,0 ar). Eine - 1938 zerstörte - Friedhofshalle war 1889 erbaut worden. Der
Friedhof liegt außerhalb des Ortes an der Stadtwaldstraße, auf ihm befindet
sich auch ein Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Aus der Geschichte des Friedhofes
Friedhofschändung 1897
Artikel
aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1897: "Rastatt.
Auf dem israelitischen Verbandsfriedhof Kuppenheim wurden mehrere
Grabsteine umgestürzt und teilweise beschädigt. Dieser Unfug hat sich
leider wiederholt, ohne dass der oder die Täter ermittelt werden konnten.
Eine exemplarische Strafe wäre für diese unerhörte Rohheit am Platze.
Hoffentlich gelingt es bald, die Verbrecher zu fassen. Eine Belohnung von
Mark 50 erhält derjenige, welcher den Täter zur Anzeige bringt." |
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Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 12. November 1897: "Auf dem israelitischen Verbandsfriedhof
Kuppenheim bei Rastatt wurden mehrere Grabsteine umgestürzt und teilweise
beschädigt. Dieser Unfug hat sich leider wiederholt, ohne dass der oder
die Täter ermittelt werden konnten. Eine exemplarische Strafe wäre für
diese unerhörte Rohheit am Platze. Hoffentlich gelingt es bald, die
Verbrecher zu fassen." |
Über die Entstehung des jüdischen Friedhofes in
Kuppenheim (Beitrag von 1925)
Theodor Humpert schrieb in einem Beitrag in der "Rastatter
Zeitung" 1925 über die Entstehung des jüdischen Friedhofes in Kuppenheim:
(Anmerkung: Theodor Humpert wird an dieser Stelle mit einem
gewissen Vorbehalt zitiert, da er in seinen nach 1933 erschienen Publikationen
eine deutlich antijüdische Haltung eingenommen hat. U.a. erschien 1939 im
Verlag "Der Alemanne" Freiburg die Todtnauer Chronik "Todtnau -
vom Wesen und Werden einer Schwarzwaldgemeinde" veröffentlicht. Im Kapitel
"Todtnauer Sippen" schreibt er: "Bis 1875 wohnte in Todtnau kein
Jude; 1909 wurden 5 Juden gezählt, die aber keinen wirtschaftlichen Einfluss
besaßen. Heute ist Todtnau judenrein." In der zweiten Auflage aus dem Jahr
1959 steht im gleichen Kapitel unter neuem Namen "Todtnauer Bürgerfamilien"
das gleiche, ohne den letzten Satz. Sonst Kommentarlos. Der "Heimatforscher
und Pädagoge" war sicherlich kein Parteigänger, hat sich aber, - um seine
umfangreiche Heimatforschung des Südwestens (vor allem Bodensee und oberes
Wiesental) auch in dieser Zeit publizieren zu können - dem Regime angedient.
Selbst in der zweiten Auflage, die seiner Meinung nach nur nötig wurde, weil
die erste Auflage aus dem Jahr 1939 (mit dem Bürgermeister Aßmus in
Parteiuniform und dem Bild des Tags der Arbeit am 1. Mai 1933 ) allmählich
zur Neige ging. Die zweite ist zwar ausführlicher als die erste, aber die Zeit
zwischen 1933 und 1945 ist sehr zurückhaltend beschrieben, vor allem
Ungerechtigkeiten der Entnazifizierung werden beklagt. Danke für die
Anmerkung zu Humpert an Walter Riedl, Neuss).
"Über die Entstehung des Kuppenheimer Judenfriedhofes verlautet nichts Bestimmtes. Aus dem 'Grabsteinverzeichnis des israelitischen Friedhofes in Kuppenheim', das mir der damalige Kantor der jüdischen Gemeinde Kuppenheim, Grünebaum, in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte, ist nur ersichtlich, dass das älteste Begräbnis im Jahr 1692 stattfand.
Die vorliegende Sage ist eine sogenannte Wandersage, die noch in mehreren Auflagen im deutschen Lande da angewandt wird, wo die Entstehung eines Judenfriedhofes, auch einer christlichen Kultstätte, in das geschichtliche Dunkel gehüllt ist.
Für jede Leiche mussten die Juden ein sogenanntes Begräbnisgeld an die Landesherrschaft entrichten, das für einen Erwachsenen 3 Gulden, für ein Kind 1 Gulden 30 Kreuzer betrug. Im Jahr 1694 starb dem Juden Israel in Gernsbach sein Dienstbote. Er ließ ihn in Kuppenheim begraben. Die Gernsbacher Beamten wussten nicht, wie sie es mit dem Begräbnisgeld halten sollten. Sie zogen für den Dienstboten 10 und für den im Jahr 1689 verstorbenen Schwiegervater Israels 20 Reichstaler Begräbnisgeld ein. Das schien dem Israel zu hoch zu sein, weswegen er Beschwerde einlegte. Mit welchem Erfolg ist unbekannt. Später verlangte die Herrschaft an Begräbnisgeldern 5 Gulden für eine männliche Leiche, 4 Gulden 30 Kreuzer für eine weibliche und 2 Gulden für eine Kindesleiche. Die Personen, die die Leiche begleiteten, hatten beim Passieren der Zollstätte - in Kuppenheim war eine markgräflich-baden-badische Zollstätte - 24 Kreuzer Zoll pro Person zu entrichten.
Die Kuppenheimer Juden entrichteten neben dem Begräbnisgeld noch alljährlich den Bodenzins für den Friedhof. Man verlangte sogar anstatt Begräbnisgebühr den sogenannten Todfall wie bei den christlichen Untertanen, also das beste Stück Vieh beim Tode des Mannes oder das beste Kleid beim Tode der Frau oder als Surrogat einen gewissen Prozentsatz des Vermögens. Doch wehrten sich die Juden gegen eine solche unbegründete Forderung, da sie keine Vollbürger, sondern nur geduldete Hintersassen seien. Als Markgraf Karl Friedrich im Jahr 1783 die Leibeigenschaft ins seinen vereinigten baden-durlachischen Landen aufhob, fand auch diese Forderung durch das Wegfallen des 'Todfalls' überhaupt ihr Ende.
Der Judenfriedhof in Kuppenheim bildete lange Zeit die gemeinsame Begräbnisstätte für die Juden der Amtsbezirke Ettlingen, Rastatt, Bühl und Kehl. Wenn man das Grabsteinverzeichnis durchliest, kehren die Judengemeinden Malsch, Muggensturm, Rastatt, Hörden, Baden, Bühl, Stollhofen, Rheinbischofsheim, Kehl und Neufreistett immer wieder. Man findet auch die Namen von jüdischen Kurgästen, sogar aus fremden Weltteilen, die in Baden-Baden Genesung gesucht und den Tod fern der Heimat gefunden haben.
Frühzeitig, wohl um 1850, lösten sich schon die Judengemeinden Ettlingen und diejenigen des Hanauerlandes (Kehl, Neufreistett, Rheinbischofsheim) vom Friedhof Kuppenheim los. Bühl gründete im Jahr 1855 einen eigenen jüdischen Friedhof, Rastatt im Jahr 1880 und Baden-Baden im Jahr
1918".
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Die Lage des Friedhofes
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Lage des jüdischen Friedhofes Kuppenheim
(durch
Pfeil markiert)
(Karte kann durch Anklicken
vergrößert werden) |
Link zu den Google-Maps
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)
Größere Kartenansicht
Fotos
Neuere Fotos
Der Friedhof im
Sommer 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 16.9.2003) |
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| Eines der beiden Eingangstore |
Teilansicht |
Teilansicht |
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| Alte Grabsteine |
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| Ein Teil des
Friedhofes präsentiert sich in sehr schlechtem Zustand |
"Segnende Hände"
der Kohanim
im rechten Inschriftenfeld |
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| Teilansichten |
Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)
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Eingangstor zum jüdischen Friedhof
in Kuppenheim |
Zweites Eingangstor |
Alte Grabsteine |
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| Teilansichten |
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| Teilansichten |
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Denkmal für die Gefallenen des
Ersten Weltkrieges |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Gerhard
Friedrich Linder: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, Hrsg. von der
Stadt Kuppenheim. 144 S. mit ca. 40, zum Teil farbigen Abb. und einer
CD-ROM, fester Einband. ISBN 3-89735-110-2. € 13,90
Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim war über Jahrhunderte Heimat für Juden
aus ganz Baden. Von der ersten urkundlichen Erwähnung im 15. Jahrhundert
über die Judenemanzipation im Großherzogtum Baden bis zur Verfolgung im
"Dritten Reich" dokumentiert der Autor die wechselvolle Geschichte
dieser Gemeinde. Ergänzt wird der Band durch das jüdische Bürger- und Begräbnisbuch
auf CD-ROM.
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Direkter Link zum Verlag Regionalkultur: hier
anklicken
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Günther Mohr: Der "Ort des
Lebens in Kuppenheim" - steinerne Zeugnise der jüdischen Lebenswelt im
mittleren Baden. In: Die Ortenau. Zeitschrift des Historischen Vereins für
Mittelbaden. Bd. 91. 2011 S. 421-428. |

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