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in der Region
Jüdische Friedhöfe in Sachsen
Jewish Cemeteries in Saxonia
Übersicht:
Jüdische Friedhöfe (bzw. jüdische
Grabstätten*) gibt es in folgenden Orten:
| Annaberg-Buchholz
(ERZ) |
Delitzsch
(TGO) |
*Johanngeorgenstadt
(ERZ) |
Schneeberg/
Erzgebirge (ERZ)
kein Friedhof - s.u. |
| *Bad
Gottleuba - Berggießhübel (PIR) |
*Drebach
(ERZ) |
*Langhennersdorf
(FG) |
*Thum
- Herold (ERZ) |
Bautzen (BZ)
Unterseite |
Dresden (DD) |
Leipzig (L) |
*Venusberg
(Verwaltungsverband Grüner Grund, ERZ) |
| *Bautzen-Salzenforst
(BZ) |
*Frohburg
- Flößberg (L)
(KZ-Friedhof) |
Meißen
(ehem. mittelalterlich) (MEI) |
Weißwasser
(GR) |
| *Berthelsdorf-
Rennersdorf (GR) |
*Freiberg/Sachsen
(FG) |
*Niederschöna
(FG) |
*Zinnwald
(PIR) |
| Burgstädt
(FG) |
Görlitz (GR)
Unterseite |
*Oederan
(FG) |
Zwickau (Z) |
| Chemnitz
(C) |
*Hohenstein-
Ernstthal (Z) |
Plauen (V) |
Zittau (GR)
Unterseite |
| |
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| Die Kreise: Bautzen (BZ), Chemnitzer Land (GC),
Erzgebirgskreis (ERZ), Freiberg (FG), Görlitz (GR), Meißen (MEI),
Nordsachsen (TGO), Sächsische Schweiz - Osterzgebirge (PIR), Vogtlandkreis
(V), Zwickau (Z) sowie die kreisfreien Städte Chemnitz (C), Dresden
(DD) und Leipzig (L). |
Annaberg-Buchholz
(ERZ)
Zur Geschichte des Friedhofes: 1901 stellte die Israelitische
Vereinigung in Annaberg bei den Behörden den Antrag auf Anlage eines jüdischen
Friedhofes. 1902 konnte ein geeignetes Grundstück erworben werden. Bis
Frühjahr 1903 war der Friedhof angelegt. Die letzte Beisetzung fand am 5. April
1935 statt. 1938 wurde der Friedhof geschändet, 1940 eingeebnet. Die Friedhofshalle wurde gesprengt.
Die 16 damals noch in Annaberg lebenden Juden mussten das Gelände kostenlos der
Stadt überlassen. Die Überführung der Leichen nach Chemnitz wurde von den
Behörden erlaubt.
Seit dem 9. November 1988
erinnert auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofes ein Gedenkstein. 17
erhaltene Grabsteine des Friedhofes wurden 1956 auf den Neuen Friedhof der
Stadt gebracht. In einem Rondell wurden sie um einen hohen Gedenkstein für
die in der NS-Zeit ermordeten Juden aufgestellt.
Lage: Der ehemalige Friedhof befand sich am Ortsausgang in
Richtung Schönfeld-Wiesa (Chemnitzer Straße) gegenüber dem Krankenhaus
(Erzgebirgs-Klinikum) zwischen der Chemnitzer Straße und dem 1956 angelegten
neuen städtischen Friedhof. Die erhaltenen Grabsteine stehen
auf dem neuen Friedhof.
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Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Annaberg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Straßenverzeichnis
zur "Chemnitzer Straße". Der Friedhof ist jedoch nicht
eingetragen; der "Neue Friedhof" ist über das Verzeichnis der
"Behörden und öfftl. Einrichtungen" eingetragen. |
Link: Website
der Stadt Annaberg-Buchholz
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Annaberg
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 215; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 232-233.
*Bad Gottleuba -
Berggießhübel (PIR)
Zur Geschichte jüdischer Grabstellen: In Bad Gottleuba erinnert seit
den 1970er-Jahren auf dem evangelischen Friedhof eine Gedenktafel, die unter
anderem an den Tod von sechs ungarischen jüdischen Frauen in der Stadt
erinnert.
Fotos
(erhalten von Katharina Hahne, Aufnahmedatum 29.07.2008)
Die Gedenktafel auf
dem
evangelischen Friedhof |
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Inschrift:
"Unvergessen bleiben die Opfer des 2. Weltkrieges, die in der Stadt
Bad Gottleuba ihre letzte Ruhestätte fanden. Darunter Häftlinge von
Bergen-Belsen und anderen Konzentrationslagern: Esther Pinter aus Ungarn
28.05.1945, Rosa Grundstein aus Ungarn 23.08.1945, Magda Reismann aus
Ungarn 24.07.1945, Isabella Antal aus Ungarn 23.11.1945, Lili Gross
aus Ungarn 17.10.1945, Magda Österreich aus Ungarn 1945 sowie
Bombenopfer von Dresden" |
Lage: Auf dem evangelischen Friedhof am Ortsausgang Richtung Oelsen.
Link: Website der
Stadt Bad Gottleuba
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 375.
Bautzen (Budysin, BZ)
Zum Friedhof in Bautzen besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Bautzen-Salzenforst (Slona
Borsc, BZ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Ein 1949 aufgestelltes Mahnmal am Chorberg trägt die
folgende Inschrift: "Hier ruhen 43 jüdische Frauen aus Deutschland,
Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei. Sie wurden im Februar 1945 auf dem Wege
von Auschwitz nach Buchenwald von SS-Horden ermordet".
Lage: Das Mahnmal befindet sich auf einer Grünfläche innerhalb
eines mit Gehölzen gestalteten Rondells am Osthang des Chorberges.
Link: Website der
Stadt Bautzen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 252; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 589.
*Berthelsdorf-Rennersdorf
(Rynarjecy, ZI)
Zur Geschichte der Grabstätte: In Rennersdorf wurden im März
1945 durch SS-Männer zehn jüdische KZ-Häftlinge ermordet. Sie erhielten
ein Gemeinschaftsgrab (mit Davidstern) unmittelbar vor der Kirche auf dem
örtlichen Friedhof.
(Bei mehreren Todesmärschen, u.a. aus dem KZ Görlitz ins
Rennersdorfer Ausweichlager kamen 1945 wahrscheinlich hunderte von jüdischen Häftlingen
ums Leben. Das Rennersdorfer Lager befand sich wahrscheinlich auf dem am Eichler
gelegenen Gut Oberrennersdorf).
Lage: Örtlicher Friedhof
Link: Website
der Gemeinde Berthelsdorf
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 252; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 573.
Burgstädt (MW)
Zur Geschichte des Friedhofes: Über den alten Friedhof
an der Chemnitzer Straße wird 1928 von einer Friedhofschändung berichtet:
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1928:
"Berlin. In Burgstädt (Sachsen) haben drei Schulknaben im
Alter von 11, 9 und 8 Jahren auf dem alten Friedhof an der Chemnitzer
Straße etwa 100 Grabstätten zerstört, indem sie die Grabfiguren
zerschlugen und die Schrifttafeln zertrümmerten oder von den Steinen
herunterrissen." |
Lage: Chemnitzer
Straße
Link: Website
der Stadt Burgstädt
Literatur:
Chemnitz (C)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Chemnitz
wurde 1879 angelegt. Bereits 1898 musste er erweitert werden. 1882 wurde im
Zentrum des Friedhofes auf einer Erhöhung eine Trauerhalle gebaut (1968
renoviert). Während der NS-Zeit kam es nur vereinzelt zu Schändungen. Nach dem
Krieg wurden bei Schändungen mehr als 50 Grabsteine zum Teil stark beschädigt.
Hinter der Friedhofshalle erinnert ein Obelisk an die Ermordung von
sechs Millionen jüdischer Menschen in der NS-Zeit. Die Friedhofsfläche umfasst
etwa 30 ar. Insgesamt sind etwa 1.250 Grabstellen vorhanden. Der Friedhof wird
bis zur Gegenwart belegt.
Lage: Der Friedhof liegt westlich des Stadtzentrums auf halber
Höhe des Kassbergs
neben dem christlichen Matthäus-Friedhof (Straße "Hoher Weg")
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Chemnitz auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, jüd.. Hoher Weg". Der Friedhof ist als jüdischer
Friedhof markiert. |
Link: Website
der Stadt Chemnitz mit Seite zur
alten und neuen Synagoge
Tage der jüdischen Kultur Chemnitz
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Chemnitz
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 217-221; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 281-285.
Jürgen Nitsche / Ruth Röcher: "Juden in Chemnitz". Michel Sandstein Verlag Dresden 2002 (hierin
Beiträge zum jüdischen Friedhof der Stadt).
Delitzsch (DZ)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die im 19. Jahrhundert in
Delitzsch entstandene jüdische Gemeinde bemühte sich 1861 um die Anlage eines
eigenen Friedhofes. Damals konnte die Gemeinde für 106,5 Taler einen Teil des
Wirtschaftsgeländes der Brauereigenossenschaft erwerben. Im August 1865 fand
die erste Beisetzung statt. 1911 und 1928 wurden angrenzende Grundstücke zur Friedhofsweiterung
gekauft. 1928 ist eine Friedhofshalle erbaut worden. Sie wurde beim
Novemberpogrom 1938 zerstört. Heute sind noch 34 Grabsteine erhalten. Die
Friedhofsfläche umfasst 10,93 ar. Weitere Steine liegen an der Mauer. Ein
Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten ist
vorhanden.
| April 2010:
Schändung des Friedhofes |
Foto
von Frank Pfütze: Alle Grabsteine sind von ihren Sockeln gestoßen worden. Die Täter haben flächendeckend den jüdischen Friedhof in Delitzsch verwüstet.
Artikel von Frank Pfütze in der "Leipziger Volkszeitung" vom 8.
April 2010 (Artikel):
"Unbekannte schänden jüdischen Friedhof in Delitzsch.
Delitzsch. Der jüdische Friedhof in Delitzsch wurde geschändet. Die Polizei informierte am Montag darüber, dass unbekannte Täter in der Nacht zu Sonnabend die Tür aufhebelten, die Gedenktafel am Eingang zerschlugen und alle Grabsteine umwarfen. Der Oberbürgermeister der Stadt, Manfred Wilde (parteilos), hofft, dass die Tat schnell aufgeklärt wird und bittet um Mithilfe.
Um 5.15 Uhr bemerkte am Sonnabend eine Streifenwagenbesatzung, dass die Tür zum Friedhof offen stand und die Gedenktafel zerschlagen am Boden lag. Der jüdische Friedhof zählt zu den Überwachungs-Schwerpunkten in der Stadt. Sehr schnell wurde das Ausmaß des Übergriffs deutlich. Alle Grabsteine lagen am Boden. Gestern Vormittag bat der Delitzscher Oberbürgermeister an den Tatort in die Hainstraße, um den Vandalismus öffentlich zu machen.
Anwesend war auch der Polizeichef der Stadt, Uwe Greischel. Er sprach von 30
Grabsteinen und schloss in einer ersten Reaktion einen politisch motivierten Hintergrund aus.
'Es gibt dafür keine Anzeichen. Wir hatten viele Feiern und Feste am Osterwochenende. Möglich, dass hier Alkohol der Auslöser
war', so der Polizeioberrat. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Ermittelt werde wegen Störung der Totenruhe. Das Strafmaß dafür reiche von einer Geldstrafe bis zu drei Jahre Gefängnis. Der erste Augenschein lässt für Greischel auf eine Tätergruppe schließen, weil einige Steine ziemlich schwer seien:
'Wir haben jede Menge Spuren gesichert, die unsere Kriminal-Techniker nun auswerten. Die Rundumermittlungen laufen auf
Hochtouren.'
Der Delitzscher Oberbürgermeister schüttelte den Kopf: 'Was bewegt Menschen, so etwas zu
tun?', fragte er und fügte hinzu: 'Ich hoffe, dass die Polizei die Täter schnell
stellt'. Er berief gestern den Arbeitskreis gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt ein. Wilde wusste, dass es 36 Grabsteine auf dem Friedhof gibt. Jährlich einmal müsse laut Vorschrift auf allen Friedhöfen die Standsicherheit der Grabsteine geprüft werden, so dass der Wind als
'Täter' auszuschließen sei.
Die Stadt wolle sich nun mit der israelischen Religionsgemeinde in Verbindung setzen, die Eigentümerin der Ruhestätte ist. Wilde:
'Wir werden selbstverständlich unsere Hilfe beim Aufbau anbieten. Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt, vor Vandalismus nicht die Augen zu verschließen und zur Aufklärung beizutragen. Die Täter müssen gefasst und zur Rechenschaft gezogen
werden.' Nach 1938 und 1976 ist es das dritte Mal, dass dieser Friedhof geschändet wurde.
Hinweise nimmt das Polizeirevier in Delitzsch, Telefonnummer 034202/660, oder jedes andere Polizeirevier
entgegen." |
| Meldung
der Bild-Zeitung vom 6. April 2010 mit weiterem Foto als pdf-Datei. |
Lage: Am Ende der Hainstraße/Ecke Rosental gegenüber dem
St.-Maria-Altenheim
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Delitzsch auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, Delitzsch, Rosental". Der Friedhof ist als jüdischer
Friedhof markiert. |
Link: Website
der Stadt Delitzsch
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Delitzsch
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 221-222; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S.
*Drebach
(Verwaltungsverband Grüner Grund, MEK)
Das einzige jüdische Grab auf dem Friedhof in Drebach
(Mittlerer Erzgebirgskreis) wurde im Frühjahr 2002 von Unbekannten geschändet.
Dabei wurde der Grabstein umgeworfen und die Bepflanzung herausgerissen.
(Freie Presse Chemnitz, Polizeibericht 10.4.02 bzw. Quelle)
Link: Website der Gemeinde Drebach
Dresden (DD)
Zu den jüdischen Friedhöfen in Dresden eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
*Freiberg/Sachsen
(FG)
Zur Geschichte der Friedhöfe: In Freiberg gab es zwei jüdische
Friedhöfe, über deren Geschichte wenig bekannt ist. Der alte jüdische
Friedhof befand sich außerhalb der Stadtmauern. Er wurde vermutlich schon
Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben und in die Stadtplanung einbezogen. Bei den
1965/66 durchgeführten Umbauarbeiten des Hauses Roter Weg 2, das um 1900 erbaut
wurde, fanden sich Bruchstücke von Grabsteinen. Der neue jüdische Friedhof
befindet sich im städtischen Friedhof (Donatsfriedhof) hinter der Altstadt.
Grabsteine sind erhalten.
Lage: Der alte Friedhof Grundstück Roter Weg 2; der neue Friedhof im
städtischen Friedhof (Donatsfriedhof).
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Freiberg auf dem dortigen Stadtplan. Alter Friedhof ungefähre Lage:
über Straßenverzeichnis zu "Roter Weg"; neuer Friedhof über
"Behörden und öffentl. Einrichtungen"
zu "Donatsfriedhof". |
Link: Website der
Stadt Freiberg
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 346.
Frohburg
- Flößberg (L)
Informationen zu dem KZ-Friedhof in Flößberg siehe über einen
eingestellten Artikel aus "Deutschlandradio Kultur" vom 28. Januar
2011
(Artikel
bei Deutschlandradio Kultur; auch eingestellt als pdf-Datei).
Vgl. Wikipedia-Artikel
zu KZ-Außenlager Flößberg
Görlitz (GR)
Zum Friedhof in Görlitz besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
*Hohenstein-Ernstthal
(GC)
Zur Geschichte der Grabstätten: In Hohenstein-Ernstthal gab es
keinen jüdischen Friedhof. Jedoch sind auf dem kommunalen Friedhof Grabstellen
jüdischer Personen vorhanden. Ein Gedenkstein erinnert daran. Dieser ist Teil
einer Gedenkstätte für eine unbekannte Zahl von Kriegsopfern aus verschiedenen
Ländern. Es ist nicht bekannt, ob die hier begrabenen Personen frühere
jüdische Einwohner der Stadt waren oder während des Zweiten Weltkrieges ums
Leben kamen, als in Hohenstein-Ernstthal ein Durchgangslager für Juden
(Barackenlager mit Stacheldraht und Scheinwerfern) bestand.
Lage: Auf dem allgemeinen Friedhof der Stadt.
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Lage des allgemeinen
Friedhofes auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und weiter unter
"Behörden und öffentl. Einrichtungen". |
Link: Website
der Stadt Hohenstein-Ernstthal
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 421.
*Johanngeorgenstadt
(ASZ)
Jüdisches Familiengrab. In Johanngeorgstadt befindet sich auf dem
allgemeinen Friedhof ein Urnenbegräbnis für den früheren Gründer der
Handschuhindustrie Levi Cohn (1836-1915). Dieses Urnenbegräbnis wurde
1918 ehrenhalber vom Stadtrat errichtet. Mit Levi Cohn sind hier die Urnen
begraben von Anna Cohn geb. Otto (1854-1924) und dem Sohn Hans Otto (1879-1929).
Lage: Auf dem allgemeinen Friedhof an der Hospitalstraße.
Link: Website
der Stadt Johanngeorgenstadt
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 429.
*Langhennersdorf
(FG)
Zur Geschichte der jüdischen Grabstätte: Auf dem städtischen
Friedhof befinden sich neun Gräber jüdischer Häftlinge aus dem KZ Auschwitz,
die während der Überführung in das KZ Buchenwald am 12.3.1945 von der SS
ermordet wurden.
Lage: Auf dem städtischen Friedhof
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 446.
Leipzig (L)
Zur Geschichte des Friedhofes: Die in Leipzig verstorbenen Juden
wurden bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Friedhöfen in Dessau oder
Naumburg beigesetzt. Seit 1798 gab es Bemühungen zur Anlage eines jüdischen
Friedhofes in der Stadt, vor allem von Seiten polnischer Juden aus Brody, die
regelmäßig die Messen besuchten. 1814 wurde von Seiten der Stadt die
Genehmigung zur Anlage eines Friedhofes erteilt. Auf dem daraufhin angelegte alten
jüdischen Friedhof I an der Stephanstraße wurde bereits am 28. November
1814 die erste Beisetzung (Alexander Mendel aus Danzig) vorgenommen. Bis zur
offiziellen Schließung 1864 fanden 334 Beisetzungen auf diesem Friedhof statt.
In der NS-Zeit wurde der Friedhof von Seiten der Stadt gekündigt mit der
Begründung, dass an dieser Stelle ein Volkspark entstehen würde. Die jüdische
Gemeinde erhielt gerade noch die Erlaubnis zur Umbettung der Toten in ein
Gemeinschaftsgrab auf den Neuen jüdischen Friedhof.
1862 konnte die jüdische Gemeinde ein neues Gelände zur Anlage eines
Friedhofes erwerben. Am 2. März 1864 fand die erste Beisetzung statt (Ephraim
Friedemann aus Tikin/Russland). Über 60 Jahre wurden auf diesem aus heutiger
Sicht alten jüdischen Friedhof die Toten der jüdischen Gemeinde
beigesetzt, darunter mehrere prominente Persönlichkeiten der Stadt. 1864 wurde
eine Friedhofshalle erbaut. Die Friedhofsfläche umfasst 198,28 ar. In der
NS-Zeit wurde der Friedhof teilweise verwüstet. Beim Bombenangriff auf Leipzig
am 4. Dezember 1943 gab es Zerstörungen (vermutlich wurde damals auch die
Friedhofshalle zerstört). Der Zustand der Grabsteine ist sehr unterschiedlich.
Um 1900 bemühte sich die Gemeinde wiederum um die Anlage eines Friedhofes,
da die volle Belegung des alten Friedhofes absehbar war. Seit 1922 konnte der
Plan umgesetzt werden. 1925 begannen die Pflanzungen des beim Krankenhaus St.
Georg erworbenen Gelände. Am 6. Mai 1928 wurde der Friedhof eingeweiht. In der
NS-Zeit wurde der Friedhof teilweise verwüstet. Die Feierhalle mit ihrer über
21,5 m hohen Kuppel - ein Meisterwerk der funktionellen Architektur der
1920er-Jahre - wurde in der Pogromnacht 1938 in Brand gesetzt und im Februar
1939 abgebrochen. Der Friedhof wurde auch nach 1945 (und bis zur Gegenwart)
belegt. Es sind über 1.000 Grabstellen angelegt. Die Friedhofsfläche umfasst
43,20 ar.
Zu einer Schändung kam es am 14. Februar 2003 (30 Grabsteine wurden auf dem Friedhof
umgeworfen).
Lage: Alter Friedhof: Berliner Str. 123; Neuer Friedhof:
Delitzscher Str. 224.
Fotos des alten Friedhofes Berliner Straße:
(Fotos von Inge Laidig, Keltern-Weiler, Aufnahmedatum April 2004)
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| Grabstein für Falk Kohen
(1859-1927) und Fanny Kohen geb. Sygmand (1870-1935) |
Gefallenengrabmäler
mit
Gedenkstätte |
Teilansicht |
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| Grabstätte Oskar Blümlein
und Jakob Freifeld und Gedenkstätte für Angehörige |
Grabstätte für
Abraham Segall |
Grabstätte für Alexander
Strauss und Agnes Strauss geb. Speyer |
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Grabstätte für
Rabbinerfamilie Dr. Goldschmidt |
Grabstein für Salomon
Siegismund Süßermann (1830-1888) |
Grabmal (Säule/Stamm?) für
Adolf Brenner |
Links: Website
der Stadt Leipzig
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zu den jüdischen Friedhöfen in Leipzig
Simon-Dubnow-Institut für jüdische
Geschichte und Kultur e.V. an der Universität Leipzig
Ephraim Carlebach Stiftung
Leipzig
Anfragen zur Belegung des jüdischen Friedhofs sind möglich: Adresse
hier anklicken
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 234-248; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 448-471: Juden in Leipzig. Eine Dokumentation zur Ausstellung 1988.
Meißen (MEI)
nur ehemaliger mittelalterlicher Friedhof
Zur Geschichte des Friedhofes: In Meißen bestand im Mittelalter
ein jüdischer Friedhof. Er wird in den Quellen allerdings erst 1455 und 1457
genannt ("judenkirchhof"). Er befand sich am Hang des "Jüdenberges" und
wurde vermutlich bereits seit der Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 von den
Christen teilweise als Weingarten, teilweise als Viehweide genutzt. Die Mauer
und die Grabsteine des Friedhofes wurden als Baumaterial in der Stadt verwendet.
An den
"Jüdenberg" erinnert heute noch die "Jüdenbergstraße", die
von der Görnischen Gasse in Serpentinen hinauf bis zur Nossener Strasse führt.
In der NS-Zeit wurde die "Jüdenbergstraße" in
"Theodor-Fritsch-Straße" umbenannt. Bis spätestens 1950 erfolgte
eine Rückbenennung. 1952 wurde am Jüdenberg das Grab eines kleinen Mädchens
gefunden, das die Existenz des mittelalterlichen Friedhofes an dieser Stelle
belegte.
Lage:
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Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes
in Meißen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und weiter über
das Straßenverzeichnis zur "Jüdenbergstraße". |
Link: Website
der Stadt Meißen
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Meißen
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 855-856; Zeugnisse jüdischer Kultur S. 248;
Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 500-501.
*Niederschöna (FG)
Zur Geschichte der Grabstätte: In Niederschöna besteht im
örtlichen Friedhof ein Grabstein für ein unbekannt gebliebenes jüdisches
Mädchen. Dieses war am 19. Februar 1945 auf dem Todesmarsch von Häftlingen
zusammengebrochen und verstorben. Der Gedenkstein wurde im November 1989 u.a.
mit Vertretern der jüdischen Gemeinde Dresden eingeweiht.
Lage: Auf dem örtlichen Friedhof
Fotos
(erhalten von Katharina Hahne, Aufnahmen vom Sommer 2009)
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Blick über den
Friedhof
Niederschöna |
Grabstein mit
Inschrift: "Hier ruht ein unbekanntes jüdisches Mädchen,
umgekommen
am 19.2.1945 in Hutha" |
Link: Website der
Gemeinde Niederschöna
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 248-249 (Anmerkung:
hier wird versehentlich Oberschöna als Ort des Grabes angegeben).
*Oederan (FG)
Zur Geschichte der Grabstätte: In Oederan besteht im städtischen
Friedhof ein Ehrengrab für drei KZ-Häftlinge, vermutlich jüdische Frauen, die auf
einem Transport in Oederan (Bahnhof) starben oder ermordet worden.
Lage: Auf dem städtischen Friedhof an der Freiberger Straße.
Link: Website der
Gemeinde Oederan
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 534.
Plauen (PL)
Zur Geschichte der Friedhöfe: In Plauen bestand bereits im Mittelalter
ein jüdischer Friedhof. Er wird in Urkunden als "Judengarten"
bezeichnet (1412, 1438/39, 16 Jh.) und vermutlich nach 1350 außerhalb der
Stadtmauer vor dem Straßberger Tor angelegt. Es ist jedoch nicht ganz geklärt,
ob "Judengarten" und jüdischer Friedhof identisch sind,
möglicherweise lagen sie nahe beieinander. 1543 wurden die Juden der Stadt
vertrieben. Der Friedhof wird damals zerstört worden sein.
1884 konnte wieder eine jüdische Gemeinde begründet werden. 1898 kaufte sie
von dem Rittergutsbesitzer E. Klopfer aus Kauschwitz am nördlichen Stadtrand ein
Grundstück zur Anlage eines neuen Friedhofes. Auch eine kleine Friedhofshalle
wurde gebaut, die die NS-Zeit überstand und 1987/88 zu einer Mahn- und
Gedenkstätte mit einer Ausstellung zur Geschichte der Juden in Plauen
umgestaltet wurde. Es sind 132 Grabstätten vorhanden. Auch nach 1945 gab es
vereinzelt Beisetzungen (David Stiefel, gest. 1957, letzter Vorsteher der
jüdischen Gemeinde in Plauen). Die Friedhofsfläche umfasst 35,90 ar. Im Mai
2000 enthüllten Nachkommen ehemaliger Plauener Juden einen Gedenkstein für die
zahlreichen Opfer, die ohne Grab und Ruhestätte geblieben sind.
Aus der Geschichte der Friedhöfe
Schändung des Friedhofes (1925)
Mitteilung der der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins) vom 28. Januar 1927: "5. bis 6. Juni
1925. Plauen: Die neu hergerichtete Leichenhalle wurde nachts über
und über mit roter Ölfarbe beschmiert. Beleidigende Äußerungen wurden
angemalt." |
Lage: Der Friedhof liegt nordwestlich der Stadt auf der Gemarkung
Kauschwitz an der Straße "Am Tannenhof" (Oberjößnitzer Weg).
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Plauen auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das
Verzeichnis "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu
"Friedhof, jüd.". |
Link: Website der
Stadt Plauen
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Plauen
Adresse der Gedenkstätte Flieshalle Jüdischer Friedhof Plauen: Am Tannenhof
08525 Kauschwitz Tel: 03741/484912 (Hauptfriedhof Plauen) Fax:
03741/484948 Nähere
Informationen
Die Ausstellung in der Friedhofshalle ist eine Außenstelle des
Vogtlandmuseums Plauen
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 1112-1114 (Lit.); Waltraud Schmidt: Der jüdische Friedhof in Plauen.
Geschichte, Gräber, Schicksale. Hg. vom Verein für vogtländische Geschichte.
Volks- und Landeskunde 1988.2003;
Zeugnisse jüdischer Kultur S. 250-252; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 551-555.
Schneeberg/Erzgebirge
(ASZ)
Zur Geschichte des angeblichen jüdischen Friedhofes: Nach einem Bericht
von 1988 lag ein angeblicher "jüdischer" Friedhof "in Richtung Schlema, am Zechenplatz und
Gärten vorbei, in einem Waldstück". Dort bestand seit 1966 eine "Müllhalde"
(sc. gemeint: Uranbergbauhalde). Der jüdische Friedhof sei vor Anlage dieser
Müllhalde eingeebnet worden.
Hinweis: nach einer Mitteilung des
Ortschronisten von Bad Schlema - Dr. Oliver Titzmann - vom 4. Mai 2010 gab es in
Schneeberg keinen jüdischen Friedhof. Der oben bezeichnete Friedhof ist der
alte Friedhof des Ortes Radiumbad Oberschlema, der nach 1952 infolge des
Uranbergbaus abgerissen werden musste. Dieser Friedhof ist 1970 planiert worden
und liegt in unmittelbarer Nähe einer Uranbergbauhalde.
Link: Website
der Stadt Schneeberg
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 596.
*Thum - Herold (ERZ)
Jüdisches Einzelgrab: Auf dem städtischen Friedhof von Herold
besteht das gekennzeichnete Grab einer unbekannten ungarischen Jüdin. Sie wurde
am 7.2.1945 hier bestattet und gehörte zum damaligen Zwangsarbeitslager
Venusberg-Spinnerei.
Lage: Auf dem städtischen Friedhof.
Link: Website der
Stadt Thum
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 419.
*Venusberg
(Verwaltungsverband Grüner Grund, MEK)
Friedhof und Gedenkstätte: Im Ortsteil Spinnerei befindet sich ein
Friedhof mit einer Gedenkstätte für über 100 Frauen aus osteuropäischen
Ländern, die dort im ehemaligen Zwangsarbeitslager 1944/45 ums Leben kamen.
Unter ihnen waren auch jüdische Frauen.
Lage: Im Ortsteil Spinnerei
Link: Websitee
des Verwaltungsverbandes Grüner Grund
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 649.
Weißwasser (GR)
Zur Geschichte des Friedhofes: Der
1903 angelegt jüdische Friedhof wurde 1982 eingeebnet und 2010 wieder
hergestellt.
Foto
links von Martina Albert: Areal des jüdischen
Friedhofes.
Artikel von Martina Albert in der "Lausitzer Rundschau" vom 28.
August 2010 (Artikel):
"Jüdischer Friedhof in Weißwasser wird am 1. September geweiht
Weißwasser Fast 30 Jahre hat der Jüdische Friedhof in Weißwasser auf seine Wiedererweckung gewartet, 1982 war er eingeebnet, der Bereich umgestaltet worden. In jahrelanger Kleinarbeit hat die Denkmalkommission der Stadt an seiner Rekonstruktion gearbeitet. Am 1. September wird der Friedhof nun offiziell eingeweiht und durch den Landesrabbiner zur Grabstätte geweiht.
Wie viele Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt geflossen sind, kann Günter Segger, Vorsitzender der Denkmalkommission Weißwasser nicht beziffern.
'Es waren in jedem Fall sehr, sehr viele', sagt er. Doch es hat sich gelohnt. Nach jahrelanger Arbeit steht nun mit der Einweihung des Jüdischen Friedhofs das größte Projekt des fünfteiligen Gedenkpfades in Weißwasser vor dem Abschluss.
'Wir sind stolz und zufrieden', so Günter Segger. Denn bis zur nun bevorstehenden Einweihung war es kein einfacher - und zudem ein langer Weg, wie Segger erklärt. Im Jahr 2000 hatte Heimat-historiker Werner Schubert die Idee, den jüdischen Friedhof wiederzubeleben erstmals in den Raum gestellt. 2003 bekannte sich die frischgegründete Denkmalkommission der Stadt schließlich zu dem Ziel, die ehemalige Begräbnisstätte wieder kenntlich zu machen.
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links: Der Vorsitzende der Denkmalkommission Günter Segger zeigt die Stelle, wo der Grabstein stehen wird..
Doch das Projekt blieb kompliziert: Unter anderem war es schwierig, die genaue Lage der jüdischen Begräbnisstätte zu lokalisieren. Im Detail gelang das erst 2007 der damaligen Landau-Gymnasiastin Susann Schmiedgen. Sie schrieb ihre Belegarbeit über die Geschichte des Jüdischen Friedhofs, durchforstete alte Unterlagen - und war erfolgreich. Vergangenes Jahr konnte das Areal schließlich eingezäunt werden, mittlerweile ist auch noch die Grabstelle einer weiteren jüdischen Familie in der Nähe lokalisiert worden.
Neben einer Informationstafel wird am Jüdischen Friedhof auch ein Grabstein gesetzt. Er trägt 13 Namen. Darunter auch den von Weißwassers Ehrenbürger Joseph Schweig, der das Gelände für die Begräbnisstätte
1903 gekauft hatte. Ebenfalls auf dem Grabstein finden sich die Namen von drei ungarischen Frauen, die 1944 und 1945 im Arbeitslager in Weißwasser ums Leben kamen.
Wie sehr das Projekt Jüdischer Friedhof nach außen wirkt, zeigt die Liste der Gäste für den 1. September. Neben Landesrabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl ist Dr. Peter Fischer vom Zentralrat der Juden sowie eine Vertreterin der Jüdischen Gemeinde Dresden zu Gast. Günter Segger hofft nun, dass möglichst viele Weißwasseraner an der Einweihung teilnehmen, um der Feier einen würdigen Rahmen zu geben.
Zum Thema:
Alle Weißwasseraner sind zur Einweihung und Weihung des Jüdischen Friedhofsareals in Weißwasser eingeladen. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen, so Günter Segger. Die Festveranstaltung beginnt am 1. September um 11 Uhr auf der Freifläche vor dem Jüdischen Friedhof. Dieser befindet sich im südöstlichen Teil des Friedhofsgeländes." |
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| Artikel in "faktuell.de vom 2.
September 2010: "Jüdischer Friedhof geweiht - Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl hat in Weißwasser den jüdischen Friedhof geweiht. Dieser befindet sich auf dem Gelände des Städtischen Friedhofes und war 1982 eingeebnet worden. Die Denkmalkommission der Stadt hatte sich 8 Jahre lang um die Wiederherstellung der Anlage bemüht. Weißwasser selbst hat keine eigene jüdische Gemeinde mehr. Das Areal ist Bestandteil des Denkmalpfads, zu dem vier weitere Stationen gehören. |
Lage des Friedhofes: auf dem
Gelände des Städtischen Friedhofes
Link: Website der Stadt Weißwasser
*Zinnwald (DW)
Jüdisches Familiengrab: Auf dem Friedhof der evangelischen
Wehrkirche, unweit des Grenzübergangs zur Tschechischen Republik, befindet sich
das Grabmal der Familie Perutz. Es wurden hier in den 1920er-Jahren vier Mitglieder dieser jüdischen
Kaufmanns- und Mäzenatenfamilie beigesetzt.
Lage: Friedhof an der Teplitzer Straße.
Link: Website der
Gemeinde Zinnwald
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 252; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S.
Zittau (GR)
Zum Friedhof in Zittau besteht eine Unterseite
(interner Link): hier anklicken
Zwickau (Z)
Zur Geschichte des Friedhofes: Nachdem die
Israelitische Religionsgemeinde Zwickau 1904 gegründet wurde, konnte sie 1905
auf einem etwa 10 ar großes Grundstück an der Straße nach Schneppendorf
östlich des alten Pölbitzer Friedhofes einen Begräbnisplatz anlegen. Der
Friedhof wurde mit einem Holzzaun umgeben. 1938 wurden von
nationalsozialistischen Vandalen die Grabsteine umgeworfen und später auch die
Messingbuchstaben von den Grabsteinen abgeschlagen. Auch die kleine
Friedhofshalle wurde 1938 zerstört (Fundament noch erhalten). Seit 1945 werden
noch vereinzelt Beisetzungen vorgenommen (zuletzt 1989). Es sind 64 Grabsteine
erhalten. Ein Denkmal erinnert an die in der NS-Zeit ermordeten Juden der Stadt.
Die Friedhofsfläche umfasst 14,50 ar.
Im April 2003 wurde der Friedhof schwer geschändet. Von den 64 Grabsteinen
wurden 54 umgeworfen und 5 schwerst beschädigt. Bis zum Herbst 2003 wurden die
Spuren der Schändung durch Mittel aus dem städtischen Haushalt und erhebliche
Eigenleistungen des Garten- und Friedhofsamtes in Höhe von ca. 42.000 €
beseitigt. Fünf Grabsteine mussten völlig neu hergestellt werden. Bericht
zur Instandsetzung des Friedhofes.
Lage: An der Thurmer Straße/Schneppendorfer Straße
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Zwickau auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden
und öffentl. Einrichtungen" weiter zu "Friedhof,
Pölbitz". Der jüdische Friedhof ist rechts davon
an der Thurmer
Straße eingetragen (versehentlich mit einem "Kreuz" markiert) |
Link: Website
der Stadt Zwickau
Website "Juden in Mittelsachsen" mit Seite
zum jüdischen Friedhof in Zwickau
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 252-254; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg
S. 684-686.
2012 erschien eine Dokumentation: "Der Zwickauer jüdische
Friedhof". Die von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit e.V. in Zwickau angeregte Dokumentation kann in Zwickau käuflich
erworben werden.
Links und Literatur:
Hatikva:
Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Kultur und Geschichte Sachsen
e.V.
Hier auch Seite zu Literatur und Forschungsbeiträge von Hatikva
(Schwerpunkt: Dresden)
Ephraim
Carlebach Stiftung Leipzig
Hier auch eine Literaturübersicht zu Publikationen der Ephraim Carlebach
Stiftung (Schwerpunkt: Leipzig)
Simon-Dubnow-Institut
für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig
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Verwaltungsvorschrift des Sächsischen
Staatsministeriums für Soziales über die Betreuung der verwaisten Friedhöfe
der ehemaligen jüdischen Gemeinden im Freistaat Sachsen (VwV verwaiste jüdische
Friedhöfe) vom 27. Dezember 2002: hier
anklicken |
Allgemeine Literatur:
 | Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und
Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer.
Berlin 1992. |
 | Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg:
Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue
Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. |
 | Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens.
Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001. |
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