Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Kleinbardorf (Gemeinde Sulzfeld im Grabfeld, Kreis Rhön-Grabfeld) 
Der jüdische Friedhof  
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde      
    
Siehe Seite zur Synagoge in Kleinbardorf (interner Link)   
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes          
    
Der jüdische Friedhof in Kleinbardorf wurde 1574 angelegt. In der Chronik der Freiherren von Bibra ist zu diesem Jahr zu lesen: "Georg von Bibra gestattete den Israeliten zu Kleinbardorf eine Begräbnisstätte auf dem Wartberg, wofür ihm diese einen jährlichen Zins von vier Gulden und für jeden Beerdigungsfall eine Gebühr von einem Taler zusicherten". Das Kleinbardorfer Schlossgut, zu dem das Gelände des Friedhofs gehörte, ging 1602 an den Fürstbischof Julius Echter über, bevor es 1691 an die Freiherrlich Guttenberg'sche Familie ging. Der Friedhof wurde mehrfach erweitert (1769, 1843) und von insgesamt 28 jüdischen Gemeinden als zentraler jüdischer Friedhof benutzt. Die ältesten noch lesbaren Grabsteine sollen von 1702 stammen. Ein Gräberverzeichnis von 1759 bis 1938 und Aufzeichnungen der Beerdigungen zwischen 1800 und 1938 sind bis heute erhalten geblieben. 
   
Der Friedhof wurde unter anderem im März 1925 (siehe Bericht unten), in der NS-Zeit, 1957 und 1977 geschändet. Dabei wurden etliche Steine zerstört und umgestürzt, insbesondere im neueren Teil. Einige Schrifttafeln fehlen seitdem beziehungsweise sind zerbrochen. Nach den schweren Beschädigungen in der NS-Zeit wurde der Friedhof nach 1945 wieder instandgesetzt.
  
Etwa 4.400 Grabsteine sind noch vorhanden (Zählung 1987). Die Zahl der tatsächlich Beigesetzten liegt wesentlich höher, da viele Grabsteine im Boden versunken sind. Gleichfalls besteht noch das Taharahaus mit einer Stifterinschrift von 1695 über dem Eingang und (1987) renovierter Innenausstattung. Der Friedhof ist der mit etwa 2,105 ha flächenmäßig größte Friedhof im fränkischen Bereich und der zweitgrößte jüdische Friedhof in Bayern (größter Friedhof ist der Friedhof in München). Der Wartberg, auf dem der Friedhof angelegt ist, heißt gewöhnlich heute "Judenhügel". 
  
Besonderheiten sind zur Anlage: rechts vom Eingang ist eine Abteilung mit Frauen, die bei oder infolge einer Entbindung verstorben sind. Links vom Eingang ist eine Abteilung mit jüngeren, in Reihen angelegten Gräbern, während der großflächige hintere Teil des Friedhofes mit alten bzw. sehr alten Grabstätten belegt ist.
  
Der Friedhof wird seit vielen Jahren von Erwin Hermann aus Kleinbardorf betreut. Auf Grund seines außergewöhnlichen Engagements - er sorgte u.a. für die Renovierung des Taharahauses, erhielt er 1988 das Bundesverdienstkreuz. Herr Hermann ist Ansprechpartner und steht für Führungen und Auskünfte gerne zur Verfügung. 
   
   
   
Aus der Geschichte des Friedhofes    
Schändung des Friedhofes (1925)      

Mitteilung der der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins) vom 28. Januar 1927: "März 1925: Kleinbardorf. Auf dem israelitischen Friedhof wurden Zerstörungen angerichtet."   

      
Bericht über den Friedhof vom Sommer 1935

Kleinbardorf Israelit 12091935.jpg (237527 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1935: "Sterbende Friedhöfe. Von Heinrich Einstädter. 
Der Sommer geht zu Ende, der Herbst hält seinen Einzug. Die Erde hat unter den Strahlen der Sonne den Menschen ihren Ertrag gespendet. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend hat die Natur ihre wunderbare Schönheit offenbart und damit nicht allein das Auge erquickt und das Herz gelabt, sondern auch den Verstand mächtig angeregt, ohne dass dadurch die Rätsel jener Wunder gelöst worden wären; denn es sind eben Wunder. 
Jetzt trifft die ganze Pracht und Herrlichkeit, die bisher den grauen Boden geschmückt hat, ihre Anstalten, zur Ruhe zu gehen. Die ragenden Halme sind unter den Streichen der Sense gefallen. Die Blumen beugen ihre Häupter. Die Farben verblassen. Alles, alles gehorcht einem geheimnisvollen Zuge zur Erde hin. 
Und der Mensch? Auch er? - 
Ja, auch er, der Mensch. Mehr als zu irgendeiner andern Zeit des Jahres denkt er jetzt seiner Lieben, die bereits in der Erde ruhen, und es zieht ihn zu ihren Ruhestätten hin. Er spürt oft unbewusst die Verbindungen, die zwischen ihnen und ihm bestehen, zwischen Erde und Erde, zwischen Staub und Staub. Denn auch er ist aus Staub, und zu Staub wird er werden. 
So schreitet er im Elul durch die Friedhöfe seiner Gemeinde. Mühelos liest er im langsamen Dahinwandeln von den Grabsteinen die Namen derer ab, die dort zur Ruhe gebettet wurden, und vor seinem geistigen Auge zieht ein ganzes Panorama der mannigfaltigsten menschlichen Schicksale vorüber. Wohl manches Erlebnis, das lange verschüttet lag, wird wieder an das Licht gezogen, auch manche Erkenntnis gewonnen durch Verwertung der letzten Erfahrungen in Verbindung mit früheren. Aber im ganzen ist doch der Eindruck zu flüchtig, um lange nachzuwirken. Ein Gebet am Grabe von Familienangehörigen - und bald zieht sich wieder der Alltag als deckende Wand vor solche Rückblicke.
Anders, wenn du dir die Zeit nimmst, den Ort aufzusuchen, wo deine Ahnen gelebt haben und wo sie zur Ruhe gegangen sind. Da bekanntlich die Gemeinden in den Städten erst in den letzten Jahrzehnten zu Großgemeinden angewachsen sind, während früher der Hauptteil der jüdischen Bevölkerung auf dem Lande lebte, so besitzen die meisten Städter zu den Friedhöfen ihrer Stammorte Beziehungen und - leider - oft deren mehr als zu den Mitgliedern der dortigen Gemeinden. Denn diese haben sich unter der Wucht der letzten Ereignisse sehr verkleinert, wenn nicht gar aufgelöst. - Die Schulen sind verlassen, die Synagogen geschlossen. In manchen Dörfern sind nur noch Greise und Greisinnen da, die dir den Weg zeigen können, zu dem heiligen Orte, wo deine Stammeltern ruhen.
Begleite uns auf einem solchen Wege. Vielleicht bietet sich dir Gelegenheit, dein Gemüt zu bereichern und einen Ausschnitt aus der Geschichte deines Stammes kennenzulernen, - vielleicht auch, einen Einblick zu gewinnen in Missstände, zu deren Abstellung mehr die nötige Einsicht und guter Wille als Opfer an Geld und Gut gehört. 
Nach langer Bahn- und Autofahrt gelangen wir an einem frühen Nachmittage zu dem freundlichen unterfränkischen Dorfe Kl. (gemeint: Kleinbardorf), dessen Gemeinde vor etwa fünfzig Jahren ihre große Synagoge wegen Baufälligkeit schließen musste und dafür einen kleinen, unscheinbaren Backsteinbau errichtete. Heute wohnen nur noch zwei jüdische Familien im Dorfe. Wir werden freundlich aufgenommen und machen uns alsbald an das Studium des Begräbnisbuches, um die Gräber unserer Großeltern auffinden zu können, was unsere Verwandten und wir schon seit einigen Jahren vergeblich versucht hatten.  
Das Buch ist nicht gut imstande. Frühere Verwalter hatten nicht verstanden, es in guter Ordnung zu führen, und sich mehr auf ihre Lokalkenntnis und ihr Gedächtnis verlassen als auf diese Aufzeichnungen. Auch reichen die Angaben dieses Buches nicht sehr weit zurück. Sicher waren noch ältere Bücher vorhanden und sind im Laufe der Zeit verloren worden. Auch sind sämtliche Akten abhanden gekommen. - Immerhin fand sich im Laufe des Gespräches ein Weg, wie sie vielleicht wieder zur Stelle geschafft werden könnten. 
Zum Glück gelingt es schließlich auch, die gesuchten Gräber in dem Verzeichnis festzustellen, und wir begeben uns in Begleitung der Frau und der Tochter unseres Bekannten nach dem Friedhof. Weit und beschwerlich ist der Weg. Außerhalb des Dorfes geht es erst auf einem Pfade durch einen morastigen Wiesengrund, um dann nach und nach, einem Waldwege folgend, mühsam den Abhang eines Hügels zu erklimmen. Der Boden besteht aus feinem Sand. Wasserstürze haben ihn in den letzten Wochen seitlich hinabgeschwemmt, sodass der Weg jetzt ganz schräg abfällt. Es ist uns ein Rätsel, wie jetzt ein wagen auf ihm zum Gipfel, auf dem der Friedhof liegt, gelangen könnte.
Das 'Haus des Lebens' ist von keinem Zaune umgeben. Frei und gewaltig dehnt es sich inmitten des Waldes vor den Augen des Besuchers und gewährt    
Kleinbardorf Israelit 12091935a.jpg (100318 Byte)einen weiten Ausblick über die fruchtbare Ebene, aus der sich die Hügelkette erhebt. Die rechte Hälfte des Totenfeldes ist die ältere. Eine große Zahl der Grabsteine ist eingesunken, eine andere vom Walde überwuchert. Nur in der Mitte dieser Hälfte, woselbst eine Steinhütte, die ehemals zuweilen zur 'Taharo' (Leichenwaschung) benutzt wurde, - das Wasser musste aus dem Dorfe herausgetragen werden - , noch halb aus der Erde emporragte, befinden sich auf einer Lichtung mehrere Reihen neuerer Gräber. Fast alle übrigen sind in dem oben erwähnten Buche nicht mehr verzeichnet. 
Durch einen breiten Weg getrennt, dehnen sich auf dem linken, nördlichen Teile die Gräberreihen, ebenfalls bis unmittelbar zum Walde hin. Aus der Menge der Grabsteine erheben sich einzelne, die sich durch ihre Größe, ihr Material und die sichtliche Pflege der Aufschrift auszeichnen. Die übrigen sind verwittert, teils von Moosen überzogen, und nur mit Mühe ist es uns möglich, hier und dort bald Namen, bald Daten zu entziffern. 
Wer vermag, die Beziehungen bloßzulegen, die nicht nur zwischen den Personen bestanden, die ursprünglich aus etwa 30 Ortschaften einen Verband bildeten und die Leichen hier betteten, als auch zwischen den Geschlechtern, die gleich uns in ehrfürchtiger Ergriffenheit diesen geweihten Boden betraten. Uns dünkt es, als ob hier heute zahllose Fäden sich knoteten, die aus aller Welt hier zusammenlaufen; denn - 'Alle Israeliten sind Brüder'. Viele dieser Fäden sind im Laufe der Zeit abgerissen. Aber unverantwortlich wäre es, auch die übrigen vermodern zu lassen!
Darum erscheint es uns erforderlich, dass unsere Organisationen und unsere Führer alsbald Schritte tun, dass die Bücher unserer alten heiligen Begräbnisstätten von kundiger Hand abgeschrieben und ergänzt und die übrigen Urkunden gesichtet und vor dem Untergang bewahrt werden. Gerade jetzt, wo die Auflösung der Landgemeinden in ungekannt schnellem Tempo sich vollzieht, liegt es gewiss auch im Interesse der Stadt und Großgemeinden, dass ihre Landesverbände Mittel zur Pflege und Erhaltung verlassener Friedhöfe aufwenden, die der Gesamtheit teuer und heilig sein müssen."        

     
    
Lage des Friedhofes
   
    
Vom Ortsende in Richtung Bad Königshofen führt ein Hinweisschild zum "Judenhügel" (beziehungsweise Sportplatz). Von hier aus sind es - teilweise steil bergauf - etwa 2 km zu dem Friedhof, durch den ein offizieller Wanderweg führt. 
   

Mai 2013: Diskussion um den Wanderweg durch den Friedhof im Gemeinderat von Sulzfeld  
Aus einem Artikel in der "Main-Post" vom 13. Mai 2013 (Link zum Artikel): "SULZFELD. Ist ein Wanderweg durch einen Friedhof erlaubt? 
Eine Lösung für den Kleinbardorfer Friedhof wurde in der Gemeinderatssitzung in Sulzfeld besprochen 

Umfangreich war erneut die Gemeinderatssitzung in Sulzfeld, die viele Neuigkeiten und Informationen auf der Tagesordnungsliste stehen hatte.
Eine Vorort-Begehung am jüdischen Friedhof in Kleinbardorf, mit Martin-David Kurz, Leiter des Friedhof- und Archivdezernats des Landesverbands der israelitischen Kultusgemeinde in Bayern war erster Diskussionspunkt im Gemeinderat. Kurz stellte die Aufgaben des Landesverbandes vor und teilte mit, dass dieser sämtliche, sich nicht in Gemeindebesitz befindlichen jüdischen Friedhöfe in Bayern, ausgenommen der in München und Nürnberg, verwalte.
Die Aufgabe des Landesverbandes sei es, die 111 Friedhöfe zu verwalten und instand zu halten, jedoch nicht die Sanierung dieser Friedhöfe. Im Kleinbardorfer Friedhof ist der Landesverband auf einen Wanderweg aufmerksam geworden, der direkt durch den Friedhof führe, was unüblich sei und ansonsten auch nicht vorkomme. Ziel des Landesverbandes sei es, dass der jüdische Friedhof als heiliger Ort angesehen und der jüdischen Religion, vor allem der dort Begrabenen, der nötige Respekt entgegengebracht werde.
Hierzu gehöre unter anderem auch, dass man sich nicht an den Feiertagen auf dem Friedhof aufhalte und grundsätzlich nicht zum Rasten auf dem Friedhof verweile. Ebenso sei es verboten, den Friedhof mit irgendwelchen Fahrzeugen zu durchqueren. Kurz stellte klar, dass man es gern sehe, wenn der Friedhof besucht werde und man der Öffentlichkeit den Zugang zum Friedhof keinesfalls verwehren wolle. Der Friedhof sollte optisch geschlossen, jedoch nicht verschlossen sein.
Es wurde vereinbart, dass Kurz eine Art Hinweis- und Informationstafel entwirft, welche dann an den Friedhofseingängen angebracht wird. Dort soll auch eine Sitzgruppe zum Verweilen aufgestellt werden, die Sitzgruppe im Friedhof soll entfernt werden. Die Durchwanderung des Friedhofes wird jedenfalls weiterhin möglich sein..."   
 

     
     
     
Fotos 
Historische Fotos
Quelle: die Fotos entstammen der Fotosammlung Theodor Harburger und wurden am 23. Juli 1929 angefertigt. Die Originale der Dias sind in den Central Archives Jerusalem; die Fotos sind veröffentlicht in: Theodor Harburger: Die Inventarisierung s.Lit., teilweise auch in: Pinkas Hakehillot Bavaria hg. von Yad Vashem Jerusalem)

Kleinbardorf Friedhof 010.jpg (83307 Byte) Kleinbardorf Friedhof 011.jpg (69975 Byte) Kleinbardorf Friedhof 012.jpg (93246 Byte)
Ansicht des Friedhofes mit 
dem Taharahaus (Metaher-Häuschen) 
Blick über den Friedhof  Stifterinschrift mit dem Datum: Dienstag,
 18. Oktober 1695. Stifter: Jospe Neustadt 
   

Neuere Fotos

Der Friedhof 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 28.5.2007)
  
Kleinbardorf Friedhof 246.jpg (68301 Byte) Kleinbardorf Friedhof 230.jpg (137231 Byte) Kleinbardorf Friedhof 232.jpg (107849 Byte)
Hinweistafel zum 
"Judenhügel"
Erläuterungstafel am 
Eingang zum Friedhof
Blick zum 
Taharahaus
      
Kleinbardorf Friedhof 231.jpg (104348 Byte) Kleinbardorf Friedhof 234.jpg (86475 Byte) Kleinbardorf Friedhof 233.jpg (71677 Byte)
 Teilansichten des Friedhofes   Inschrift: "Dieses Totenwaschhaus, das der
 Vorsteher, unser Josef (Jospe) aus Neustadt 
hat machen lassen... Dienstag, den 9. Cheschwan
 5456" = 18. Oktober 1695 
 
 
      
Kleinbardorf Friedhof 242.jpg (106856 Byte) Kleinbardorf Friedhof 245.jpg (90135 Byte) Kleinbardorf Friedhof 244.jpg (125911 Byte)
Denkmal für die Gefallenen im Ersten
 Weltkrieg. Inschrift: "Zum Andenken an 
die tapferen Helden jüdischen Glaubens..."
Grabstein mit den "segnenden Händen"
 der Kohanim und dem Schofar
 (Widderhorn)
Der letzte auf dem Friedhof Beigesetzte
 war der Kaufmann Jakob Fleischhacker 
aus Kleinbardorf
        
Kleinbardorf Friedhof 243.jpg (100742 Byte) Kleinbardorf Friedhof 236.jpg (106605 Byte) Kleinbardorf Friedhof 238.jpg (84096 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
   
Kleinbardorf Friedhof 235.jpg (92149 Byte) Kleinbardorf Friedhof 240.jpg (105452 Byte) Kleinbardorf Friedhof 239.jpg (108496 Byte)
                 
        
Kleinbardorf Friedhof 237.jpg (113949 Byte) Kleinbardorf Friedhof 241.jpg (121265 Byte)   
     Natur und Geschichte reichen 
sich die Hand 
   
      

Die nachfolgenden Fotos wurden von Klaus Kurre, Mainberg angefertigt und dürfen nicht ohne Genehmigung weiter verwendet werden. Hochauflösende Aufnahmen und weitere, hier nicht hinterlegte Bilder können per Mail bei Klaus Kurre angefordert werden; die beiden mit *) markierten Fotos sind von Jürgen Hanke, Kronach).

Kleinbardorf Friedhof 108.jpg (62631 Byte) Kleinbardorf Friedhof 107.jpg (87889 Byte) Kleinbardorf Friedhof 110.jpg (84669 Byte)
Eine Gedenktafel erinnert am Eingang 
zum Friedhof an die jüdische Gemeinde 
und die Synagoge
Blick über einen Teil 
des Friedhofsgeländes
Teilansicht 
  
    
     
Kleinbardorf Friedhof 111.jpg (90331 Byte) Kleinbardorf Friedhof 106.jpg (88120 Byte) Kleinbardorf Friedhof 100.jpg (103437 Byte)
Das Taharahaus Stifterinschrift über dem Eingang des
 Taharahauses (siehe oben) 
Brunnen vor dem 
Taharahaus 
   
     
Kleinbardorf Friedhof 171.jpg (80972 Byte) Kleinbardorf Friedhof 170.jpg (26849 Byte)   
Das Taharahaus* Im Taharahaus - Leichenwaschtisch*   
     
Kleinbardorf Friedhof 103.jpg (80048 Byte) Kleinbardorf Friedhof 104.jpg (81278 Byte) Kleinbardorf Friedhof 102.jpg (83812 Byte)
Grabstein des Abraham ben Zwi 
(Text und Übersetzung siehe unten)
    
     
Kleinbardorf Friedhof 113.jpg (93024 Byte) Kleinbardorf Friedhof 109.jpg (68406 Byte) Kleinbardorf Friedhof 101.jpg (83436 Byte)
Alter Grabstein  Grab eines Cohen ("segnende Hände"),
 der an den Hohen Feiertagen auch
 Schofarbläser in der Synagoge war.
Grabstein eines Cohen 
(segnende Hände)
   
     
Kleinbardorf Friedhof 112.jpg (94786 Byte) Kleinbardorf Friedhof 114.jpg (84171 Byte) Kleinbardorf Friedhof 115.jpg (90358 Byte)
Charakteristische Teilansichten des Friedhofes
 
  Kleinbardorf Friedhof 105.jpg (69207 Byte)  
  Gefallenendenkmal für die jüdischen
 Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
  

    

Text 
Inschrift und Übersetzung des Grabsteines von Abraham ben Zwi 
(siehe Foto oben; Übersetzung bei Michael Trüger s.Lit.)

  

1. Nah und Fern trauerte, da der Gerechte und Wohltätige in seiner Welt einging
2. Seine aufrichtigen Söhne, in seinen Fußstapfen wandelnd, [??]
3. Zahlreich sind seine Vorzüge und Wohltaten, zu knapp ist dieser Stein, um sie auszubreiten und um seine Löblichkeiten zu erzählen
4. Bescheidenheit wie Liebe zur Tora und [??]
5. Sein Haus war ein Treffpunkt von Tora-Gelehrten, die er mit zahlreichen Geschenken versag
6. Seine Söhne erzog er zum Studium der Tora und gebot ihnen Wohltätigkeit zu üben
7. Seine Seele erfreute sich, Hungernde zu sättigen und streitfrei an seinem Glauben festzuhalten
8. Freude und Gesang waren in seinem Haus an Festtagen, frühzeitig kam er immer ins Bethaus
9. In Armut wie in Reichtum ertrug er Leid in Liebe und wich von seinem Glauben nicht ab
10. Seine Tage zeugen für seine Rechenschaft, nur Gutes wirkte er mit all seiner Macht
11. Und sein geehrter Name gleicht dem großen Namen Raw Abraham ben Zwi
12. Kramer von Thundorf verstorben im Greisenalter am Dienstag, dem 9. Schwat
13. würdig beerdigt am Mittwoch dem 10. Schwat 634 der kleinen Zählung
Seine Seele sei eingebunden im Bund des Lebens.

  

  

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Sulzfeld   
Dokumente zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Kleinbardorf in den Central Archives in Jerusalem (pdf-Datei): hier anklicken   Link zu den Central Archives: hier anklicken    
Weitere Informationen und Fotos zur Geschichte der Juden in Kleinbardorf (www.synagogenprojekt.de): hier anklicken 
Wanderweg "Naturpark Hassberge" mit Einbeziehung des Friedhofes: hier anklicken 
Private Fotoseite zum jüdischen Friedhof Kleinbardorf: hier anklicken  
Seite zur Synagoge in Kleinbardorf (interner Link)   

Literatur:  

Reinhold Albert: Geschichte der Juden im Grabfeld. Kleineibstadt 1996² (= Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e.V. Band 2).
Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 75-76.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Kleinbardorf. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Jg. 1999 14. Jahrgang Nr. 80 vom September 1999 S. 18.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 336-337.
Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst und Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken-Fürth & Schnaittach. Fürth 1998 Bd. 2 S. 323-325 (zu Kleinbardorf).

    
   

                   
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Stand: 19. Februar 2014