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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Bingen am Rhein
(Rheinland-Pfalz) Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Siehe Seite zur jüdischen
Geschichte / Synagoge in Bingen (interner Link) Zur Geschichte des Friedhofes (nach der Darstellung von Josef Götten, Arbeitskreis "Jüdisches Bingen") Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Bingen hatte noch keinen eigenen Friedhof. Wie auch die Rheingauer Juden brachten die Bingener ihre Verstorbenen auf den Friedhof in Mainz.
Ein jüdischer Friedhof in Bingen wurde erst in der 2. Hälfte des 16.
Jahrhunderts angelegt. 1570 hatte die jüdische Gemeinde ein kleines Gelände am
Berghang zwischen Wald und Weiden weit außerhalb der Stadtmauer als Begräbnisstätte
erworben. Nach dem 1789 angelegten Memorbuch der Gemeinde wurde bereits 1562
eine erste Beisetzung vorgenommen. Der Eingang zu diesem Friedhof befand sich in der Süd-Ost-Ecke;
das zugemauerte Tor ist noch erkennbar. Der älteste Teil des Friedhofs
liegt im Osten des 265 m langen, aber unterschiedlich breiten Grundstückes. Da
er auch von den umliegenden Gemeinden zur Bestattung benutzt wurde und die Zahl
der jüdischen Einwohner in Bingen in der Neuzeit stetig wuchs, waren im Laufe
der Zeit Veränderungen und Erweiterungen erforderlich. So wird vermutet, dass
der alte Teil, der 610 Grabsteine aufweist, wenigstens einmal aufgeschüttet und
aufs neue benutzt worden ist. Die Unregelmäßigkeit der Umfassungslinie deutet
auf verschiedene Erweiterungen durch Ankäufe von Nachbargelände hin. Die
Grabsteine des alten Teiles, die ohne erkennbare Ordnung unter hohen Bäumen und
Gestrüpp stehen oder liegen, sind durchweg aus Sandstein gehauen und ziemlich
gleich im Aussehen. Die oft den ganzen Stein einnehmenden Inschriften sind in
hebräischer Schrift eingemeißelt. Die Gräber sind und waren nicht eingefasst,
sondern eingeebnet. Der heutige Eingang liegt auf der Schnittlinie zwischen dem
östlichen älteren Teil und dem westlichen neueren Teil, der 1856
angelegt worden ist. Man betritt zunächst eine Plattform mit einer niedrigen
Umfassungsmauer, den Resten der 1878 errichteten und 1970 abgetragenen
Trauerhalle. An der Wand hinter der Eingangstür befindet sich das Waschbecken
mit Wasserhahn zur rituellen Reinigung nach dem Besuch des Friedhofs. Der neuere
Teil hat einen ganz anderen Charakter; er gleicht in vielem einem christlichen
Friedhof: Gerade Grabreihen mit Einfassungen und den unterschiedlichsten
Grabmonumenten. In der Süd-West-Ecke des Friedhofsareals befindet sich - etwas
höher gelegen - seit 1872 der Friedhof der jüdisch-orthodoxen Gemeinde.
Bis 1925 war dieser Bereich durch eine Mauer abgetrennt.
Plan und Fotos:
Weitere Fotos:
Link:
Literatur:
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