Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ermetzhofen (Gemeinde Ergersheim, Kreis Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur Synagoge in Ermetzhofen (interner Link)    
     
   

Zur Geschichte des Friedhofes  

Der jüdische Friedhof konnte auf Grund eines Vertrages mit der Ortsherrschaft im September 1654 angelegt werden. Die jüdische Gemeinde hatte dafür ein jährliches "Grab- und Schutzgeld" zu bezahlen. 1777 konnte der Friedhof auf Grund eines fürstlichen Dekretes erweitert werden, obwohl sich die Pfarrei und die Gemeinde dagegen aussprach. Auf dem Friedhof wurden auch die Verstorbenen der jüdischen Gemeinden in Burgbernheim, Gnodstadt, Uffenheim und Welbhausen beigesetzt.
    
Im Dezember 1926 wurde der Friedhof geschändet (siehe Mitteilungen unten).  
 
In der NS-Zeit wurde der Friedhof schwer geschändet und teilweise abgeräumt. Viele Grabsteine wurden für den Straßenbau verwendet. Das Taharahaus und ca. 400 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1791 und 1936 sind heute noch erhalten. Nach 1945 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder hergerichtet (1959).    

Die Friedhofsfläche umfasst 43,30 ar, nach anderen Angaben 44,12 ar. Der Friedhof ist im Nord- und Südwesten durch einen Maschendrahtzaun auf Beton- bzw. Feldsteinsockel eingegrenzt, an den beiden anderen Seiten durch eine ca. 1.60 m hohe Mauer aus Betonplatte, die im Südosten von Efeu überwuchert ist. 
  
Der Friedhof besitzt zwei Eingänge: Ein Tor aus Eisenstäben mit zwei Davidsternen versehen in der Mitte der Nordwestseite, an der Straße im Rannachgrund. Das andere Tor, aus Eisenblechen geschmiedet, liegt in der Südostecke, und ist von der Bergtshofener Straße über den Feldweg zu erreichen. Gleich rechts beim unteren Tor steht ein Walnussbaum, links das Leichenhaus. Auf der nach Südosten hin ansteigenden Wiese liegen im unteren Bereich noch vereinzelt Grabsteinreste. Es gibt keine Wege, jedoch führt eine Treppe in der Mitte der Nordostseite zum oberen, weniger steilen Gräberfeld. In 17 Reihen stehen 405 Grabsteine, drei sind umgestürzt.
  
Im Bereich gleich oberhalb der Böschung finden sich mit wenigen Ausnahmen kleine, zum Teil schon in die Erde gesunkene Sandsteinstelen, einzeln oder in kurzen Reihen stehend, dazwischen viele Lücken. Weiter oben stehen die Grabsteine immer dichter, die Stelen werden größer, andere Grabmalformen wie neoklassizistische und neugotische Denkmäler treten auf, andere Materialien wie Muschelkalk, Granit und Marmor.
  
Besonderheiten: Die beiden ältesten erhaltenen Grabsteine stammen von 1791 und 1794 und stehen am unteren Ende des Grabsteinfeldes direkt an der Böschung. Die letzten Beerdigungen fanden 1936 statt. In der ersten und zweiten Reihe wurden, soweit erkennbar, fast nur Frauen begraben, darunter mindestens fünf Wöchnerinnen, wie aus einigen Grabinschriften und dem Sterberegister hervorgeht. Im Übrigen wurden meist Frauen neben Frauen, Männer neben Männern begraben. An einigen Stellen liegen mehrere Kindergräber nebeneinander. Dadurch, dass so viele Reihen angelegt waren, konnten jedoch Ehepartner oder Verwandte, die in kurz aufeinanderfolgenden Jahren starben, nebeneinander begraben werden. Einige Doppelgrabsteine stehen für Eheleute oder Verwandte, die innerhalb eines Jahres starben, da dann der Grabstein für den zuerst Gestorbenen noch nicht gesetzt war. Aufzufinden sind mehrere Grabsteine für Männer, die sich um die Gemeinde verdient gemacht hatten: Ein Kreisvorstand aus Welbhausen, ein Rabbiner aus Welbhausen, ein Schofarbläser und ein Religionslehrer aus Ermetzhofen.
     


     
Aus der Geschichte des Friedhofes 
       
Schändung des Friedhofes (1926)

Mitteilung der der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins) vom 28. Januar 1927: "Dezember 1926. Ermetzhofen (Mittelfranken): Beschädigung des kleinen jüdischen Friedhofes."   
  
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Februar 1927: "Dezember 1926. Ermetzhofen (Mittelfranken): Beschädigung des kleinen jüdischen Friedhofes."     

    
    
   

Lage des Friedhofes
  
Der Friedhof liegt am südöstlichen Ortsrand an der Gabelung der Wege nach Bergtshofen und Pfaffenhofen. Der Eingang liegt etwa 20 m rechts auf dem Weg nach Pfaffenhofen. 
  

Pläne / Fotos 
(Pläne: aus der Dokumentation Johanna Morgenstern-Wolff s.Lit.;  Fotos: Jürgen Hanke, Kronach)

Ermetzhofen Friedhof 025.jpg (43070 Byte) Ermetzhofen Friedhof 026.jpg (35836 Byte) Ermetzhofen Friedhof 027.jpg (96157 Byte)
Übersichtsplan zum Friedhof Plan des Taharahauses Belegungsplan: Gräberfeld 1791-1936
     
Ermetzhofen Friedhof 015.jpg (40378 Byte) Ermetzhofen Friedhof 016.jpg (36748 Byte) Ermetzhofen Friedhof 020.jpg (76190 Byte)
Blick auf das Taharahaus mit dem Waschtisch  Grabstein für Helene Fleischmann 
von Welbhausen (1833-1861)
   
   
Ermetzhofen Friedhof 021.jpg (72600 Byte) Ermetzhofen Friedhof 022.jpg (78695 Byte) Ermetzhofen Friedhof 023.jpg (47081 Byte)
Grabstein für Ernst Hirsch (1903-1935) 
und Rosa Hirsch geb. Jochsberger 
aus Windsheim (1871-1935)
Grabstein für Josef Hirsch 
aus Windsheim (1865-1936)
Grabstein für Anna Löwenthal 
geb. Gundelfinger (gest. 1883)

    
    

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Ergersheim  mit Seite zum jüdischen Friedhof in Ermetzhofen   
Zur Seite über die Synagoge in Ermetzhofen 
Denkmale für die jüdischen Gefallenen des 1. Weltkrieges in Ermetzhofen

Literatur:  

Johanna Morgenstern-Wulff: Der jüdische Friedhof von Ermetzhofen: eine Dokumentation im Auftrag der Gemeinde Ergersheim. Uffenheim 1988.
Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. 1988 S. 153-154.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof in Ermetzhofen. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. 10. Jahrgang Nr. 67 vom September 1995 S. 23.

  

                   
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Stand: 26. November 2010