Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Stollhofen mit Schwarzach (Gemeinde Rheinmünster, Kreis Rastatt) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zu Stollhofen und Schwarzach gefunden  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Gebiet der Reichsabtei Schwarzach gehörenden, zugleich unter badischer Schirmvogtei stehenden Stollhofen bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis zur Mitte des 19. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1457, 1511 und 1546 Juden am Ort genannt, dann wieder seit dem im 17./18. Jahrhundert. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kuppenheim beigesetzt. 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Bühl zugeteilt. 

Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1839 mit 41 Personen erreicht. 
 
An ehemaligen jüdischen Gewerbebetrieben sind in Stollhofen bekannt: das Gebäude des "Kaufhauses Linz" (Rastatter Straße) gehörte im 19. Jahrhundert dem Kaufmann Simon Lang; das Gebäude "Altes Rathaus" (Rastatter Straße) gehörte zeitweise Kaufmann Leopold Gernsbach.   
   
Zur Gemeinde Stollhofen gehörten auch die jüdischen Einwohner des benachbarten Schwarzach, wo es 1825 25 jüdische Einwohner gab. Auch in diesem Ort lebten bereits seit dem 16. Jahrhundert vereinzelt Juden. Auch in Schwarzach ging die Zahl in der jüdischen Einwohner in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert schnell zurück.

Bis um 1875 sind fast alle jüdischen Personen der beiden Orte weggezogen. Die Gemeinde Stollhofen war kurz vorher (1873) aufgelöst worden. 

1900 wurden in beiden Orten keine jüdischen Einwohner mehr gezählt.   
   
   
      

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge 

Zunächst war vermutlich ein Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden.
     
Seit 1830 bestand in Stollhofen eine Synagoge. Die Synagogenräte Bernhard Wertheimer, Löb Dreifuß und Simon Lang hatten in der Herrengasse ein Hausgrundstück erworben und darauf 1829/30 eine zweistockige Synagoge erbauen lassen. Zur Deckung der Baukosten hatte die Grünbaumwirtin Fischer aus Hügelsheim 1830 der israelitischen Gemeinde einen Kredit von 950 Gulden zur Verfügung gestellt. 1836 wurde, um die immer noch offen stehenden Baukosten abzudecken, beim Auditor Jägerschmid in Mannheim ein weiteres Kapital von 950 Gulden aufgenommen. Als dieser 1854 verstarb, wurde das Kapital an den Stadtamtmann Jägerschmid vererbt, der den Kredit aufkündigte. Zur Deckung der Restsumme wurde daher von den Gemeindegliedern eine Umlage erhoben. Die Gottesdienste in Stollhofen sind auch von den Schwarzacher Juden besucht worden. 
     
Das steinerne Synagogengebäude war in den weichen Untergrund des älteren Stadtgrabens gebaut worden und wurde daher im Laufe der Zeit durch Bodenabsenkung stark beschädigt und baufällig. 1877 wurde – nach dem Wegzug fast aller Juden aus Schwarzach und Stollhofen – die nicht mehr genutzte Synagoge auf Abbruch versteigert. Die erzielte Summe belief sich auf 1573.50 Mark, den Zuschlag erhielt Josef Sickinger. Zur Ausstattung der Synagoge gehörten ein Kupferkessel, fünf Gasleuchten, ein Messingleuchter, ein Ofen, ein Chorstuhl. Die drei Torarollen und andere rituelle Gegenstände wurden der jüdischen Gemeinde in Bühl gegeben. Josef Sickinger ließ die Synagoge abreißen und baute auf dem Grundstück ein Geschäftshaus (heute Herrenstraße 10, gegenüber der Volksbankfiliale).
   
   


Fotos 
Historischer Plan: 

Stollhofen Plan 01.jpg (38626 Byte)

Standort der ehemaligen Synagoge im Ortsetter von Stollhofen (heute Anwesen Herrenstraße 10;
 Quelle: Ausschnitt aus dem Gemarkungsatlas Stollhofen in: A. Rumpf / P. Götz s. Lit. S. 27)  

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Neuere Fotos sind noch nicht erstellt, Hinweise bitte an den 
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite

    
      
   

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Rheinmünster  

Literatur:  

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 256-257. 264. 
Alfred Bloch: Aus der Vergangenheit der Lörracher Juden, in: Unser Lörrach. 1979. S. 238.  

Andrea Rumpf/Patrick Götz: Jüdische Spuren in Achern, Lichtenau, Schwarzach und Stollhofen, in: Jüdisches Leben. auf den Spuren der israelitischen Gemeinde in Bühl (= Bühler Heimatgeschichte Nr. 15/2001) S. 22-28. (aus diesem Beitrag werden Abschnitte zitiert)  

Ernst Gutmann: Die jüdische Gemeinde Stollhofen-Schwarzach, in: Die Ortenau 81 2001 S. 473-486.  

     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 05. Dezember 2011