|
Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
|
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Gebiet der
Reichsabtei Schwarzach gehörenden, zugleich unter badischer Schirmvogtei
stehenden Stollhofen bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis zur Mitte des
19. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./16. Jahrhunderts zurück.
Erstmals werden 1457, 1511 und 1546 Juden am Ort genannt, dann wieder seit dem
im 17./18. Jahrhundert. Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge Zunächst war vermutlich ein Betsaal in einem jüdischen Privathaus vorhanden. Seit 1830 bestand in Stollhofen eine Synagoge.
Die Synagogenräte Bernhard Wertheimer, Löb Dreifuß und Simon Lang hatten in
der Herrengasse ein Hausgrundstück erworben und darauf 1829/30 eine
zweistockige Synagoge erbauen lassen. Zur Deckung der Baukosten hatte die Grünbaumwirtin
Fischer aus Hügelsheim 1830 der israelitischen Gemeinde einen Kredit von 950
Gulden zur Verfügung gestellt. 1836 wurde, um die immer noch offen stehenden
Baukosten abzudecken, beim Auditor Jägerschmid in Mannheim ein weiteres Kapital
von 950 Gulden aufgenommen. Als dieser 1854 verstarb, wurde das Kapital an den
Stadtamtmann Jägerschmid vererbt, der den Kredit aufkündigte. Zur Deckung der
Restsumme wurde daher von den Gemeindegliedern eine Umlage erhoben. Die
Gottesdienste in Stollhofen sind auch von den Schwarzacher Juden besucht worden. Das steinerne Synagogengebäude war in den weichen
Untergrund des älteren Stadtgrabens gebaut worden und wurde daher im Laufe der
Zeit durch Bodenabsenkung stark beschädigt und baufällig. 1877 wurde
– nach dem Wegzug fast aller Juden aus Schwarzach und Stollhofen – die nicht
mehr genutzte Synagoge auf Abbruch versteigert. Die erzielte Summe belief sich
auf 1573.50 Mark, den Zuschlag erhielt Josef Sickinger. Zur Ausstattung der
Synagoge gehörten ein Kupferkessel, fünf Gasleuchten, ein Messingleuchter, ein
Ofen, ein Chorstuhl. Die drei Torarollen und andere rituelle Gegenstände wurden
der jüdischen Gemeinde in Bühl gegeben.
Josef Sickinger ließ die Synagoge abreißen und baute auf dem Grundstück
ein Geschäftshaus (heute Herrenstraße 10, gegenüber der Volksbankfiliale).
Links:
Literatur:
|
|
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia
Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
|