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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Hörden (Stadt Gaggenau, Landkreis Rastatt)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english version see Gernsbach)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhundert zunächst
teilweise, dann ganz zur Markgrafschaft Baden gehörenden Hörden bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1928, danach bis 1939 in Verbindung mit der Gernsbacher Gemeinde.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhundert zurück. Erstmals werden
1683 Juden am Ort genannt.
Um 1800 hießen die hier ansässigen Juden "Bändeljuden",
da sie in einem weiteren Umkreis mit den im Murgtal häufig handgewobenen
Leinenbändern handelten. Die höchste Zahl jüdischer Bewohner wurde um 1864
mit 80 Personen erreicht. Danach ging die Zahl durch Ab- und Auswanderung
schnell zurück. 1900 wurden nur noch 35, 1933 14 jüdische Einwohner gezählt.
Die jüdischen Familien lebten im 19. Jahrhundert außer dem genannten "Bändelhandel"
vom Viehhandel, einige besaßen ein Ladengeschäft. Bis 1938 waren noch ein
Textilwarengeschäft, ein Kolonialwarengeschäft, eine Metzgerei und das
Gasthaus mit Pension "Zum Adler" im
Besitz jüdischer Familien.
1933 wurden in Hörden noch 14 jüdische Personen gezählt.
Von den in Hörden geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Rosa Klein
geb. Stern (1874), Auguste Köhler geb. Stern (1876), Emilie Maier geb.
Ladenburger (1881), Hans Maier (1922), Julius Maier (1872), Zerlina Stengel geb.
Maier (1858), Julie Stern geb. Laupheimer (1901), Ludwig Stern
(1886),
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1916 /
1922
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Dezember 1916:
"Bekanntmachung. Die mit dem Kantor- und Schächterdienst
verbundene Religionsschulstelle Gernsbach - Hörden (Großherzogtum
Baden), ist auf den 1. Januar 1917 neu zu besetzen. Festes
Gehalt vorerst 1.200 Mark, mit Aussicht auf Erhöhung. Nebeneinkommen
mindestens 500 Mark, freie Dienstwohnung für einen Ledigen.
Meldungen mit beglaubigten Zeugnisabschriften sind sofort an die
unterzeichnete Stelle zu richten.
Bühl (Baden), den 21. November 1916. Die Bezirkssynagoge. Dr.
Mayer." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1922:
"Die mit der Kantor- und Schächterstelle verbundene
Religionsschulstelle Gernsbach-Hörden (Baden) ist sofort zu besetzen.
Fixum 60.000.- Mark und Nebeneinkommen 15.000.- Mark nebst freier Wohnung.
Der Dienst in beiden benachbarten Gemeinden ist durch einen gemeinsamen
Lehrer zu versehen. Meldungen und Zeugnisabschriften sind an die
unterzeichnete Stelle einzusenden.
Die Bezirkssynagoge Bühl. Dr.
Mayer." |
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge.
Zunächst war ein Betsaal
vorhanden. Spätestens 1839 hatte die Gemeinde als Vorstandsgremium einen "Synagogenrat".
1860 bis 1862 wurde auf dem heutigen Grundstück
Landstraße 89 (früher 16, Lagerbuch-Nr. 41) eine Synagoge erbaut. Außer dem
Betsaal befand sich in dem Gebäude auch die Wohnung des Lehrers/Vorsängers
sowie ein Raum für den Unterricht der Kinder. Am 4. Februar 1862 war die
feierliche Einweihung des Gotteshauses. Bis 1928 wurde das Gotteshaus als
solches genutzt. Am 15. März 1928 wurde das Gebäude für 6.050 Mark an
Privatleute verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. Den Kaufvertrag
unterschrieb von Seiten der jüdischen Gemeinde Hördens der Kaufmann Julius
Maier. Er bildete damals zusammen mit Alfred Ettlinger den Vorstand des Hördener
Synagogenrates. Von Seiten des Oberrates der Israeliten in Karlsruhe war der
Verkauf des Synagogengrundstückes unter der Bedingung genehmigt worden, dass
der Verkaufserlös für den Neubau der Synagoge in Gernsbach verwendet wird.
Seit 1928 besuchten die Hördener Juden nunmehr diese für die beiden Orte
gemeinsame Synagoge in Gernsbach.
Da die ehemalige Synagoge 1938 inzwischen umgebaut und im
Besitz einer nichtjüdischen Familie war, richteten sich die Ausschreitungen der
am 10. November 1938 aus Gernsbach kommenden SA-Leute gegen die noch den jüdischen
Familien gehörenden jüdischen Geschäfte und Wohnhäuser. Das ehemalige
Synagogengebäude ist als Wohnhaus in der Landstraße 89 bis heute erhalten.
Fotos
Historische Fotos:
(Quelle: Foto Hahn, Gernsbach)
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| Die Synagoge in Hörden vor 1928 |
Die Portalinschrift (Vergrößerung des Fotos links) |
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Titel des Kaufvertrages 1928 |
Hypothekenbrief auf das Gebäude der ehemaligen Synagoge |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
| Foto um 1965: |
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Die äußerlichen Erinnerungen an die Zeit als Synagoge werden weniger |
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Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Die neue Fassade hat weitere Spuren verdeckt |
Straßenseite des Gebäudes
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Seitenansicht (Südseite) |
Seitenansicht (Nordseite) |
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Fotos 2004:
(Fotos: Hahn; Aufnahmedatum 5.8.2004) |
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| Blick von Westen auf die
ehemalige Synagoge |
Seitenansicht;
erkennbar sind noch, dass der Betsaal hohe Seitenfenster hatte |
Links und Literatur
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 109-110. |

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