Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hörden (Stadt Gaggenau, Landkreis Rastatt) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version see Gernsbach) 

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhundert zunächst teilweise, dann ganz zur Markgrafschaft Baden gehörenden Hörden bestand eine jüdische Gemeinde bis 1928, danach bis 1939 in Verbindung mit der Gernsbacher Gemeinde. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhundert zurück. Erstmals werden 1683 Juden am Ort genannt. 
  
Um 1800 hießen die hier ansässigen Juden "Bändeljuden", da sie in einem weiteren Umkreis mit den im Murgtal häufig handgewobenen Leinenbändern handelten. Die höchste Zahl jüdischer Bewohner wurde um 1864 mit 80 Personen erreicht. Danach ging die Zahl durch Ab- und Auswanderung schnell zurück. 1900 wurden nur noch 35, 1933 14 jüdische Einwohner gezählt. 
  
Die jüdischen Familien lebten im 19. Jahrhundert außer dem genannten "Bändelhandel" vom Viehhandel, einige besaßen ein Ladengeschäft. Bis 1938 waren noch ein Textilwarengeschäft, ein Kolonialwarengeschäft, eine Metzgerei und das Gasthaus mit Pension  "Zum Adler" im Besitz jüdischer Familien.  
    
1933 wurden in Hörden noch 14 jüdische Personen gezählt.   
  
Von den in Hörden geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):   Rosa Klein geb. Stern (1874), Auguste Köhler geb. Stern (1876), Emilie Maier geb. Ladenburger (1881), Hans Maier (1922), Julius Maier (1872), Zerlina Stengel geb. Maier (1858), Julie Stern geb. Laupheimer (1901), Ludwig Stern (1886),    
     
    
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1916 / 1922

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Dezember 1916: "Bekanntmachung. Die mit dem Kantor- und Schächterdienst verbundene Religionsschulstelle Gernsbach - Hörden (Großherzogtum Baden), ist auf den 1. Januar 1917 neu zu besetzen.   Festes Gehalt vorerst 1.200 Mark, mit Aussicht auf Erhöhung. Nebeneinkommen mindestens 500 Mark, freie Dienstwohnung für einen Ledigen.   Meldungen mit beglaubigten Zeugnisabschriften sind sofort an die unterzeichnete Stelle zu richten.   
Bühl
(Baden), den 21. November 1916. Die Bezirkssynagoge. Dr. Mayer."    
    
Gernsbach Israelit 19101922.jpg (55786 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Oktober 1922: "Die mit der Kantor- und Schächterstelle verbundene Religionsschulstelle Gernsbach-Hörden (Baden) ist sofort zu besetzen. Fixum 60.000.- Mark und Nebeneinkommen 15.000.- Mark nebst freier Wohnung. Der Dienst in beiden benachbarten Gemeinden ist durch einen gemeinsamen Lehrer zu versehen. Meldungen und Zeugnisabschriften sind an die unterzeichnete Stelle einzusenden. 
Die Bezirkssynagoge Bühl. Dr. Mayer."    

  
  

Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge.  

Zunächst war ein Betsaal vorhanden. Spätestens 1839 hatte die Gemeinde als Vorstandsgremium einen "Synagogenrat". 

1860 bis 1862 wurde auf dem heutigen Grundstück Landstraße 89 (früher 16, Lagerbuch-Nr. 41) eine Synagoge erbaut. Außer dem Betsaal befand sich in dem Gebäude auch die Wohnung des Lehrers/Vorsängers sowie ein Raum für den Unterricht der Kinder. Am 4. Februar 1862 war die feierliche Einweihung des Gotteshauses. Bis 1928 wurde das Gotteshaus als solches genutzt. Am 15. März 1928 wurde das Gebäude für 6.050 Mark an Privatleute verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. Den Kaufvertrag unterschrieb von Seiten der jüdischen Gemeinde Hördens der Kaufmann Julius Maier. Er bildete damals zusammen mit Alfred Ettlinger den Vorstand des Hördener Synagogenrates. Von Seiten des Oberrates der Israeliten in Karlsruhe war der Verkauf des Synagogengrundstückes unter der Bedingung genehmigt worden, dass der Verkaufserlös für den Neubau der Synagoge in Gernsbach verwendet wird. Seit 1928 besuchten die Hördener Juden nunmehr diese für die beiden Orte gemeinsame Synagoge in Gernsbach

Da die ehemalige Synagoge 1938 inzwischen umgebaut und im Besitz einer nichtjüdischen Familie war, richteten sich die Ausschreitungen der am 10. November 1938 aus Gernsbach kommenden SA-Leute gegen die noch den jüdischen Familien gehörenden jüdischen Geschäfte und Wohnhäuser. Das ehemalige Synagogengebäude ist als Wohnhaus in der Landstraße 89 bis heute erhalten.


Fotos 
Historische Fotos:
(Quelle: Foto Hahn, Gernsbach) 

Hoerden Synagoge 004.jpg (56303 Byte) Hoerden Synagoge 005.jpg (47267 Byte)
 Die Synagoge in Hörden vor 1928  Die Portalinschrift (Vergrößerung des Fotos links)
   
Hoerden Synagoge 016.jpg (25716 Byte) Hoerden Synagoge 015.jpg (32772 Byte)
Titel des Kaufvertrages 1928 Hypothekenbrief auf das Gebäude der ehemaligen Synagoge


Fotos nach 1945/Gegenwart:

Foto um 1965: Hoerden Synagoge 010.jpg (38656 Byte)  
  Die äußerlichen Erinnerungen an die Zeit als Synagoge werden weniger  
     
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Hoerden Synagoge 020.jpg (44386 Byte) Hoerden Synagoge 021.jpg (41446 Byte)
 Die neue Fassade hat weitere Spuren verdeckt Straßenseite des Gebäudes
     
Hoerden Synagoge 022.jpg (63110 Byte) Hoerden Synagoge 023.jpg (56893 Byte)
  Seitenansicht (Südseite) Seitenansicht (Nordseite)
     
Fotos 2004:
(Fotos: Hahn; Aufnahmedatum 5.8.2004)
 
Hoerden Synagoge 202.jpg (31404 Byte) Hoerden Synagoge 201.jpg (31195 Byte) Hoerden Synagoge 200.jpg (27095 Byte)
Blick von Westen auf die ehemalige Synagoge Seitenansicht; erkennbar sind noch, dass der Betsaal hohe Seitenfenster hatte

  
   

Links und Literatur

Website der Stadt Gaggenau

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 109-110.
    

 

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. August 2009