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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Ludwigsburg (Kreisstadt,
Baden-Württemberg)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
An dieser Seite
wird noch gearbeitet - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder
vorbei.
Zur Geschichte der
jüdischen Gemeinde (english version)
In der Anfang des 18. Jahrhunderts durch den württembergischen
Herzog Eberhard Ludwig gegründeten Residenzstadt Ludwigsburg wurden trotz der
in Württemberg seit dem Ende des 15. Jahrhunderts geltenden Ausschließungsgesetzgebung
alsbald mehrere Juden mit ihren Familien aufgenommen. Es handelte sich dabei
durchweg um jüdische Handelsleute, die zu Dienstleistungen für den Herzog
bestellt worden waren und unter dessen persönlichem Schutz standen. Einige
davon wurden zu Hoffaktoren ernannt, darunter Joseph Süßkind Oppenheimer
(genannt "Jud Süß"), der um 1735 unweit des Ludwigsburger Schlosses
ein Haus erwerben konnte.
Die Entstehung der jüdischen Gemeinde des 19./20.
Jahrhunderts begann mit der Aufnahme jüdischer Familien seit 1800/03. Die
Gemeinde bestand bis 1938/41, zwischen 1832 und 1849 als gemeinsame Gemeinde mit
Aldingen.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als
Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte seit 1832 zum Bezirksrabbinat Stuttgart.
Die höchste
Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1900 mit 243 Personen erreicht.
Im 19.
Jahrhundert lebten die jüdischen Familien überwiegend von Handels- und Gewerbebetrieben. Auch leisteten sie wichtige Beiträge zur Industrialisierung.
1933 gehörten jüdischen Unternehmern eine Mechanische Buntweberei, eine
Damenkleiderfabrik, eine Metallwarenfabrik, mehrere Kaufhäuser, eine
Sportschuhfabrik und eine Papiergroßhandlung, dazu mehrere weitere
Gewerbebetriebe und Geschäfte. Mehrere Ärzte und Rechtsanwälte wirkten in der
Stadt.
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der
NS-Zeit kamen von den 1933 in Ludwigsburg wohnhaften 163 Personen mindestens 56
ums Leben.
Nach 1945 zogen nur wenige jüdische Familien in der Stadt
zu. 2005 lebten in Stadt und Landkreis zusammen etwa 30 jüdische Personen, die
zur israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart gehören.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Schmal (1903)
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. September
1903: "In Ludwigsburg feierte Herr Lehrer Schmal sein 25-jähriges
Dienstjubiläum." |
Abschied von Lehrer Adelsheimer und
Stellenantritt von Lehrer Metzger (1925)
Artikel
in der "Liberalen jüdischen Zeitung" vom 15. Mai 1925: "Ludwigsburg.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird Religionslehrer Adelsheimer einem
ehrenvollen Rufe als Religionslehrer nach Stuttgart Folge leisten. Die zahlreich
erschienenen Gemeindemitglieder, die seinen Abschiedsworten am letzten
Samstag lauschten, legten Zeugnis ab von dem Vertrauen und der Achtung,
die sich Herr Adelsheimer in 17-jährigem Wirken in der hiesigen
israelitischen Gemeinde erworben hat. In gewohnter, formvollendeter Weise
schilderte Herr Adelsheimer seine Hoffnungen, mit denen er seinerzeit die
Stelle angetreten, welch aufstrebende und blühende Gemeinde er damals
angetroffen habe, und wie der Weltkrieg durch den Verlust sechs
hoffnungsvoller Söhne den aufstieg jäh unterbrochen habe. Nur langsam
erhole sich die Gemeinde von diesem schweren Verluste. Die bleibenden
Verdienste, die sich Herr Adelsheimer in seiner Stellung als Vorsitzender
des Kirchenvorsteheramtes und als Gemeindepfleger erworben hat, wurden in
einer vorangegangenen Sitzung des Vorsteheramts durch Vorsteher Dreyfus
gewürdigt. Die besten Wünsche begleiten den Scheidenden in seine neue
Stellung. Herr Adelsheimer hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit in
hiesiger Stadt auch weit über seinen eigentlichen Wirkungskreis hinaus
viel Achtung und Wertschätzung erworben. - Der Nachfolger, Hauptlehrer
Metzger von Hohebach, wird sein Amt
nächster Tage antreten." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Kritik an einem jüdischen Mann, der am Versöhnungstag
als Zeuge zum Schwurgericht nach Stuttgart mit dem Zug gefahren ist
(1881)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1881:
"Aus Ludwigsburg musste am Versöhnungstag ein Israelit als
Zeuge vor dem Schwurgericht in Stuttgart erscheinen, obwohl derselbe zuvor
an eine Königliche Staatsanwaltschaft die Bitte um Verlegung der
Verhandlung gerichtet hatte. Der betreffende Mann fuhr nun am
Versöhnungstag mit dem Frühzug in die Residenz und nach seiner
Vernehmung wieder retour.
Warum der betreffende Israelit sich nicht an eine höhere Behörde als an
die Königliche Staatsanwaltschaft gewendet hatte, ist dem Einsender
dieser Zeilen nicht bekannt. Jedenfalls hätte das Fahren am
Versöhnungstag vermieden werden können." |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Über den in Frankreich gefallenen Sigwart
Wertheimer aus Ludwigsburg (1915)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1915: "Straßburg,
22. Januar (1915). Ein christlicher Soldat schreibt über den in
Nord-Frankreich unlängst gefallenen Siegwart Wertheimer aus
Ludwigsburg an seine eigenen Eltern: 'Weitere Lieder sangen wir bei
der Weihnachtsfeier nicht, weil unser Kamerad tot im Schloss lag. Unser
lieber Kamerad war ein Jude, Wertheimer aus Ludwigsburg, Inhaber des
Eisernen Kreuzes und der Verdienstmedaille, ein leuchtendes Vorbild von
Tapferkeit und Unerschrockenheit. An jenem Unglückstag ging er morgens
weg in einen Unterstand der 7. Batterie. Da schlug eine Granate ein und
tötete ihn. Gestern holten wir ihn ins Schloss und gruben ihm bei
mondheller Nacht das Grab. Alle Offiziere kamen heraus und der Hauptmann
hielt eine Ansprache, pries seine Treue und seinen Opfermut. So wurde uns
unser lieber Kamerad entrissen; es ist wirklich schad um ihn, aber er hat
den Heldentod erlitten.' - Auch der Militärarzt und der Kompaniechef
schrieben an die Eltern und drückten ihre Bewunderung aus über den
seltenen Heldenmut." |
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge
Schon die jüdischen Hofjuden des
18. Jahrhunderts hatten einen Betsaal eingerichtet. 1739 wird berichtet, dass
die Juden sich eine Kammer "wie eine Synagoge" eingerichtet hätten. Wo sich
diese Kammer befand, wird nicht mitgeteilt. Vermutlich wurden in ihr die
Schabbat- und Werktagsgottesdienste wie auch die Jahresfeste gefeiert. Andere
Feierlichkeiten wie Beschneidungen, Bar Mizwa-Feiern oder Hochzeiten waren in
Ludwigsburg während des 18. Jahrhunderts nur zeitweise oder mit
Sondergenehmigungen erlaubt. Gewöhnlich mussten diese in Aldingen oder
Freudental durchgeführt werden.
Auch 1817 wird wieder ein Betsaal genannt, möglicherweise
im Haus des Wolf Jordan (früher Jud Süß’sches Haus in der Mömpelgardstraße
18). 1824 stellte Wolf Jordan den Antrag, in einem Hintergebäude im Hof seines
Hauses ein heizbares Zimmer und einen unheizbaren Betsaal einrichten zu dürfen.
Dies wurde von der Stadt genehmigt. Nach Ausführung der Umbauten vermietete
Jordan die Synagoge an die israelitische Gemeinde. 1832 findet sich der Hinweis,
dass diese Synagoge "schön und vollständig ausgestattet, sehr geräumig"
sei. Ein neben dem Betsaal befindliches Zimmer wurde für den
Religionsunterricht der jüdischen Kinder benutzt, stand jedoch dem Lehrer außerhalb
des Unterrichts für Wohnzwecke zur Verfügung. Seit 1848 hat Familie Jordan der
Gemeinde den Betsaal unentgeltlich überlassen. Zum 1. September 1883 hat jedoch
ein Erbe den Synagogenraum gekündigt. Hierauf stellte Rebekka Elsas, die Witwe
des 1876 verstorbenen Ludwigsburger Fabrikanten Benedikt Elsas, ein Zimmer ihres
Hauses Marstallstraße 4 der Gemeinde vorläufig für Gottesdienste zu Verfügung.
Die alte Synagoge diente fortan als Lager und Packraum von Militärbekleidungsartikeln.
In späteren Jahren war das Gebäude Pferdestall und Heustadel, bis es 1919/20
abgebrochen wurde. 1863 wurde in der Ludwigsburger Synagoge die Stuttgarter
Liturgie mit deutschem Gebet, Choralgesang und Harmoniumbegleitung eingeführt.
In der Ludwigsburger Synagoge wird die
Stuttgarter Liturgie eingeführt (1863)
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Januar 1863:
"Auch in Esslingen und Ludwigsburg ist die Stuttgarter Liturgie
eingeführt worden, die aber in den größeren Gemeinden des Landes noch
nicht zur Geltung gekommen ist." |
Bereits 1876 war für einen möglichen Neubau einer
Synagoge in Ludwigsburg ein Synagogenbauverein gegründet worden. Mit Hilfe der
angesparten Gelder war es möglich, im Dezember 1883 ein Grundstück "in den
äußeren Seegärten" (insgesamt 7 Ar 28 qm an der Alleen- und Solitudestraße;
Parzelle Nr. 558) zum Preis von 3.348,80 Mark zu erwerben. Werkmeister Paul
Baumgärtner und dessen Sohn Fritz zeichneten Baupläne für die neue Synagoge.
Im Februar 1884 wurde der Neubau von der Israelitischen Oberkirchenbehörde
genehmigt. Am 17. März 1884 erfolgte der erste Spatenstich. Die Finanzierung
des Synagogenbaus war für die israelitische Gemeinde eine schwer zu bewältigende
Aufgabe, zumal die Gemeinde zur Zeit des Synagogenbaus nur knapp 200
Gemeindeglieder in etwa 46 Familien umfasste. Nur mit Hilfe eines Darlehens, das
innerhalb von 40 Jahren zurückzuzahlen war, konnte schließlich die Bausumme
von etwa 35.000 Mark zusammengebracht werden.
Staatsbeitrag zum Bau der Synagoge
(1884)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1884: "Ludwigsburg,
1. April (1884). Der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde, wie die
Ludwigsburger Zeitung erfährt, zu ihrem Synagogenbau ein Staatsbeitrag
von 2.500 Mark bewilligt." |
Ankündigung der
Synagogeneinweihung (1885)
Anmerkung: der Artikel erschien verspätet.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1885:
"Nächsten Samstag findet in Ludwigsburg die Einweihung der dortigen
neuen Synagoge statt; die Festrede hält Kirchenrat Dr. von
Wassermann." |
Am 19. Dezember 1884 konnte die
neue Synagoge eingeweiht werden. Ein feierlicher Umzug vom provisorischen
Betsaal in der Marstallstraße zur neuen Synagoge wurde veranstaltet.
Bezirksrabbiner Kirchenrat Dr. Moses von Wassermann aus Stuttgart nahm die
Einweihung vor. Über fünf Jahrzehnte blieb die Synagoge das geistige und
religiöse Zentrum der Ludwigsburger jüdischen Gemeinde. An Reparaturen war
nicht viel notwendig geworden. In den 1920er-Jahren erhielt das Dach einen neuen
Schieferbelag. Im Frühjahr 1934 wurde im Blick auf das anstehende Jubiläum das
Innere der Synagoge außer der Kuppelwand einer Renovierung unterzogen. Das 50-jährige
Bestehen der Synagoge konnte am 15. Dezember 1934 mit einem festlichen
Morgengottesdienst begangen werden. Die Festpredigt in der mit vielen Pflanzen
geschmückten Synagoge hielt Rabbiner Dr. Tänzer aus Göppingen. Oberlehrer
Metzger sprach die Gebete; der Synagogenchor umrahmte den auch von vielen auswärtigen
Gästen besuchten Gottesdienst.
Beim Novemberpogrom 1938 ist die Synagoge am 10. November völlig
zerstört worden. Am Vormittag wurde die Aktion vom Leiter des
Sicherheitsdienstes des Kreises Ludwigsburg gemeinsam mit anderen
NSDAP-Partei-Mitglieder vorbereitet. Jugendliche der Hitlerjungend halfen dabei,
Gebetbücher, Torarollen, Kultgegenstände und anderes Inventar aus der Synagoge
zu tragen und mit einem Lastwagen in ein städtisches Gebäude zu
transportieren. Die Brandstiftung erfolgt zwischen 13.15 Uhr und 13.30 Uhr.
Damit sich die Flammen schneller im ganzen Gebäude ausbreiten konnten, wurde
zuvor das obere runde Fenster der Synagoge zerschlagen. Das am Vormittag bei
einer örtlichen Tankstelle besorgte Benzin ist unter Leitung eines SA-Sturmführers
von mehreren Personen in der Synagoge vergossen worden. Nach der Brandstiftung
stand das gesamte Innere des Gebäudes in wenigen Minuten in Flammen. Die
rechtzeitig herbeigerufene Feuerwehr konzentrierte sich von vornherein nur auf
den Schutz der Nachbargebäude. Am 14. November 1938 wurde die Brandruine der
Synagoge gesprengt; in den folgenden Tagen wurden die Mauerreste entfernt. Der
Bauschutt wurde verkauft; die Steine sind teilweise zur Erhöhung der
Zuchthausmauern des Ludwigsburger Gefängnisses verwendet worden. Auf dem
Synagogenplatz, der in den Besitz der Stadt übergegangen war, wurde in den
folgenden Monaten ein kleiner Kinderspielplatz angelegt.
Nach der Zerstörung der Synagoge und dem Wegzug vieler
Familien war jüdisches Gemeindeleben nur noch in sehr bescheidenem Rahmen möglich.
Zum wichtigsten Treffpunkt wurde seitdem das jüdische Gemeindehaus, das von der
israelitischen Gemeinde im Frühjahr 1938 im ehemaligen Wohnhaus von Josef
Ottenheimer in der Seestraße 75 (heute: Hohenzollernstraße 3) eingerichtet
worden war. Im Januar 1939 bat Vorsänger Samuel Metzger den Oberbürgermeister
in einem Schreiben um Erlaubnis, in diesem Gebäude "am Freitag Abend und am
Samstag Gottesdienste abhalten zu dürfen". Vermutlich war dies dann bis zu
den beginnenden Deportationen und Zwangsumsiedlungen der letzten Ludwigsburger jüdischen
Einwohner (1941) möglich.
Der Synagogenplatz an der Ecke Alleen- und Solitudestraße
blieb in den Jahren nach 1945 unbebaut, wenngleich 1952 im Gemeinderat der
Antrag eines Ludwigsburg Architekten diskutiert wurde, den Platz mit einem
sechs- bis achtstockigen Appartementhaus zu bebauen. Am 15. Dezember 1959 wurde
ein im Jahr zuvor beschlossener Gedenkstein aufgestellt. Seit 1985 wurde im
Gemeinderat eine Neugestaltung des Synagogenplatzes diskutiert, die 1988
umgesetzt wurde. Seitdem wird durch Bodenplatten der Grundriss des Synagogengebäudes
nachgezeichnet; Kugelakazien deuten das Gebäudevolumen an. Die Idee war, einen "Hain der Besinnung" zu gestalten. Seit dieser Neugestaltung des
Synagogenplatzes finden jährlich im November Gedenkstunden zur Zerstörung der
Synagoge statt.
Fotos
Historische Fotos / Pläne / Skizzen:
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Plan der ersten Synagoge in der Mömpelgardstraße
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg) |
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Rechts das Haus von Wolf
Jordan (Jud Süß'sches Haus). Der Eingang zum Synagogenhof ist erhalten
(siehe Fotos 2003 unten) |
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Die Synagoge von 1883/84:
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg)
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Bauzeichnung der Synagoge 1883/84 |
Grundriss der Synagoge 1883/84 |
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Die Synagoge um 1930
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe 1932 S.
98) |

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Die Synagoge an
der Ecke Alleen-/Solitudestraße |
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Fotos von Brand und Zerstörung 1938
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg) |
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Am 10. November 1938, 13.30
Uhr: die Synagoge brennt |
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Zahlreiche Zuschauer sind am
Ort |
Die Feuerwehr sprüht auf ein
Nachbarhaus |
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Die ausgebrannte Ruine |
Der Abriss ist im Gange |
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Zu dieser Torarolle schreibt Shari Spark
vom Holocaust Resource Center - Jewish Federation of the Lehigh Valley (www.jflv.org)
in Allentown, PA 18104 / USA am 25.3.2009 an den Webmaster: "Our community member, Eduardo Eichenwald’s grandfather was Samuel Metzger. Eduardo has a photo taken from Kristallnacht
in Ludwigsburg, and the story he got along with the photo was from his mother, Samuel Metzger’s daughter. She had already emigrated from Germany to South America prior to Kristallnacht. The story she related to her children was that when Metzger returned from Dachau (to where he was deported on Kristallnacht), a ‘righteous gentile’ returned a Torah that ‘he had rescued on Kristallnacht from the burning synagogue’, and also presented the photo along with the
Torah.
From your information it seems more plausible that the Torah may have been rescued from the valuables taken from the building prior to the burning, but I think that’s a small detail – clearly, someone went to great lengths to hide the Torah while Metzger was away and then give it back to
him.
I have one photo, a scan, from a newspaper clipping from Colombia showing Cantor Metzger holding the Torah. I have attached it for you." |
| Oben: die aus Ludwigsburg
durch den letzten Lehrer Samuel Metzger gerettete Torarolle |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Quelle: Hahn) |
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Der Synagogenplatz ist noch
ein Kinderspielplatz |
Links im Hintergrund der
Gedenkstein von 1959 |
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Gedenkstein von 1959 |
Das Haus Hohenzollernstraße
3, letztes Gemeindezentrum und Betsaal 1938-41 |
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Fotos 2003 vom Platz der ersten Synagoge
und dem neu gerichteten Synagogenplatz der zweiten Synagoge:
(Quelle: Hahn, Aufnahmedatum 7.8.2003) |
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Haus des Jud Süß
Oppenheimer, um 1820 im Besitz des Wolf Jordan |
Eingang zu diesem Haus (Mömpelgardstraße
18). In ihm befand sich möglicherweise vor 1824 ein Betsaal |
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| Hinweisschild am Haus
Mömpelgardstraße 18 |
Mauer entlang des
Grundstückes an der Rosenstraße, worin 1824 die erste Synagoge gebaut
wurde (vgl. Plan oben) |
Eingang zum Synagogenhof der
ersten Synagoge (vgl. Plan oben) |
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| Der ehemalige
Synagogenplatz |
Der Grundriss der ehemaligen
Synagoge ist nachvollziehbar |
Markierung der Apsis des
Toraschreines |
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| Der Gedenkstein von 1959 blieb
erhalten |
Darstellung der ehemaligen
Synagoge |
Neue Gedenkinschrift |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. S. 121ff. |
 | Beate Maria Schüßler: Das Schicksal der jüdischen Bürger von Ludwigsburg während
der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung. Ludwigsburger Geschichtsblätter
30 (1978). |
 | Werner Heinrichs (Hg.): Geschichte der jüdischen Gemeinde Ludwigsburg.
1989. |
 | Joachim Hahn: Jüdisches Leben in Ludwigsburg. Geschichte, Quellen
und Dokumentation. Hg. von der Stadt Ludwigsburg - Stadtarchiv - und vom
Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg e.V. Karlsruhe 1998 (Lit.).
Das Buch ist in Restbeständen beim Stadtarchiv Ludwigsburg zu erhalten. Bestellmöglichkeit
auch per online möglich. |
 | Albert Sting: Spuren jüdischen Lebens. Ein Rundgang durch
Ludwigsburg. Haigerloch 2001. |
 | Ruth "Sara" Lax - 5 Jahre alt - deportiert nach Riga.
Deportation und Vernichtung badischer und württembergischer Juden. Katalog
zur Wanderausstellung. Wanderausstellung des Bundesarchiv - Außenstelle
Ludwigsburg, des Staatsarchiv Ludwigsburg und des Stadtarchivs Ludwigsburg.
Ludwigsburg 2002. (hierin auch die Fotos von Brand und Zerstörung 1938
s.o.)
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ludwigsburg Wuerttemberg. The first Jews to
settle in 1725 were Court Jews providing supplies to the local garnison and
luxury items to the local account. The small community was attached to
neighboring Aldingen until the mid-19th
century. It began to grow after emancipation in 1864, reaching a peak of 243 in
1900 (about 1 % of the total). A synagogue was dedicated in 1884. The
master-weaver Benedikt Elsas helped set up one of Wuerttemberg's first textile
factories, which employed 70-80 workers in the 1880s and remained in the family
until the Nazi era. There were 187 Jews in Ludwigsburg in 1933, with 57
subsequently joining the community. All were subject to increasing social and
economic isolation. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue
was burned and Jews were soon forced to close or sell their businesses. Until
1941, at least 146 managed to leave Germany, half for the United States; 62 were
deported to the camps, of whom four survived. In 1958, the Ludwigsburger
Zentralstelle was established as the central office in Germany for the
investigation of Nazi crimes.

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