Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ludwigsburg (Kreisstadt, Baden-Württemberg) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

    An dieser Seite wird noch gearbeitet - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder vorbei.  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In der Anfang des 18. Jahrhunderts durch den württembergischen Herzog Eberhard Ludwig gegründeten Residenzstadt Ludwigsburg wurden trotz der in Württemberg seit dem Ende des 15. Jahrhunderts geltenden Ausschließungsgesetzgebung alsbald mehrere Juden mit ihren Familien aufgenommen. Es handelte sich dabei durchweg um jüdische Handelsleute, die zu Dienstleistungen für den Herzog bestellt worden waren und unter dessen persönlichem Schutz standen. Einige davon wurden zu Hoffaktoren ernannt, darunter Joseph Süßkind Oppenheimer (genannt "Jud Süß"), der um 1735 unweit des Ludwigsburger Schlosses ein Haus erwerben konnte.   
        
Die Entstehung der jüdischen Gemeinde des 19./20. Jahrhunderts begann mit der Aufnahme jüdischer Familien seit 1800/03. Die Gemeinde bestand bis 1938/41, zwischen 1832 und 1849 als gemeinsame Gemeinde mit Aldingen. 
    
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte seit 1832 zum Bezirksrabbinat Stuttgart. 
    
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1900 mit 243 Personen erreicht. 
     
Im 19. Jahrhundert lebten die jüdischen Familien überwiegend von Handels- und Gewerbebetrieben. Auch leisteten sie wichtige Beiträge zur Industrialisierung. 
   
1933 gehörten jüdischen Unternehmern eine Mechanische Buntweberei, eine Damenkleiderfabrik, eine Metallwarenfabrik, mehrere Kaufhäuser, eine Sportschuhfabrik und eine Papiergroßhandlung, dazu mehrere weitere Gewerbebetriebe und Geschäfte. Mehrere Ärzte und Rechtsanwälte wirkten in der Stadt.   
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Ludwigsburg wohnhaften 163 Personen mindestens 56 ums Leben. 

Nach 1945 zogen nur wenige jüdische Familien in der Stadt zu. 2005 lebten in Stadt und Landkreis zusammen etwa 30 jüdische Personen, die zur israelitischen Religionsgemeinschaft in Stuttgart gehören.   
   
  
  

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     

25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Schmal (1903)
    

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 4. September 1903: "In Ludwigsburg feierte Herr Lehrer Schmal sein 25-jähriges Dienstjubiläum."   

      
Abschied von Lehrer Adelsheimer und Stellenantritt von Lehrer Metzger (1925)  

Artikel in der "Liberalen jüdischen Zeitung" vom 15. Mai 1925: "Ludwigsburg. Mit Beginn des neuen Schuljahres wird Religionslehrer Adelsheimer einem ehrenvollen Rufe als Religionslehrer nach Stuttgart Folge leisten. Die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder, die seinen Abschiedsworten am letzten Samstag lauschten, legten Zeugnis ab von dem Vertrauen und der Achtung, die sich Herr Adelsheimer in 17-jährigem Wirken in der hiesigen israelitischen Gemeinde erworben hat. In gewohnter, formvollendeter Weise schilderte Herr Adelsheimer seine Hoffnungen, mit denen er seinerzeit die Stelle angetreten, welch aufstrebende und blühende Gemeinde er damals angetroffen habe, und wie der Weltkrieg durch den Verlust sechs hoffnungsvoller Söhne den aufstieg jäh unterbrochen habe. Nur langsam erhole sich die Gemeinde von diesem schweren Verluste. Die bleibenden Verdienste, die sich Herr Adelsheimer in seiner Stellung als Vorsitzender des Kirchenvorsteheramtes und als Gemeindepfleger erworben hat, wurden in einer vorangegangenen Sitzung des Vorsteheramts durch Vorsteher Dreyfus gewürdigt. Die besten Wünsche begleiten den Scheidenden in seine neue Stellung. Herr Adelsheimer hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit in hiesiger Stadt auch weit über seinen eigentlichen Wirkungskreis hinaus viel Achtung und Wertschätzung erworben. - Der Nachfolger, Hauptlehrer Metzger von Hohebach, wird sein Amt nächster Tage antreten."   

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Kritik an einem jüdischen Mann, der am Versöhnungstag als Zeuge zum Schwurgericht nach Stuttgart mit dem Zug gefahren ist (1881)       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1881: "Aus Ludwigsburg musste am Versöhnungstag ein Israelit als Zeuge vor dem Schwurgericht in Stuttgart erscheinen, obwohl derselbe zuvor an eine Königliche Staatsanwaltschaft die Bitte um Verlegung der Verhandlung gerichtet hatte. Der betreffende Mann fuhr nun am Versöhnungstag mit dem Frühzug in die Residenz und nach seiner Vernehmung wieder retour.   
Warum der betreffende Israelit sich nicht an eine höhere Behörde als an die Königliche Staatsanwaltschaft gewendet hatte, ist dem Einsender dieser Zeilen nicht bekannt. Jedenfalls hätte das Fahren am Versöhnungstag vermieden werden können."   

  
      
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Über den in Frankreich gefallenen Sigwart Wertheimer aus Ludwigsburg (1915)        

Ludwigsburg Israelit 04021915.jpg (85537 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1915: "Straßburg, 22. Januar (1915). Ein christlicher Soldat schreibt über den in Nord-Frankreich unlängst gefallenen Siegwart Wertheimer aus Ludwigsburg an seine eigenen Eltern: 'Weitere Lieder sangen wir bei der Weihnachtsfeier nicht, weil unser Kamerad tot im Schloss lag. Unser lieber Kamerad war ein Jude, Wertheimer aus Ludwigsburg, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Verdienstmedaille, ein leuchtendes Vorbild von Tapferkeit und Unerschrockenheit. An jenem Unglückstag ging er morgens weg in einen Unterstand der 7. Batterie. Da schlug eine Granate ein und tötete ihn. Gestern holten wir ihn ins Schloss und gruben ihm bei mondheller Nacht das Grab. Alle Offiziere kamen heraus und der Hauptmann hielt eine Ansprache, pries seine Treue und seinen Opfermut. So wurde uns unser lieber Kamerad entrissen; es ist wirklich schad um ihn, aber er hat den Heldentod erlitten.' - Auch der Militärarzt und der Kompaniechef schrieben an die Eltern und drückten ihre Bewunderung aus über den seltenen Heldenmut."   

     

           
   

Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge

Schon die jüdischen Hofjuden des 18. Jahrhunderts hatten einen Betsaal eingerichtet. 1739 wird berichtet, dass die Juden sich eine Kammer "wie eine Synagoge" eingerichtet hätten. Wo sich diese Kammer befand, wird nicht mitgeteilt. Vermutlich wurden in ihr die Schabbat- und Werktagsgottesdienste wie auch die Jahresfeste gefeiert. Andere Feierlichkeiten wie Beschneidungen, Bar Mizwa-Feiern oder Hochzeiten waren in Ludwigsburg während des 18. Jahrhunderts nur zeitweise oder mit Sondergenehmigungen erlaubt. Gewöhnlich mussten diese in Aldingen oder Freudental durchgeführt werden.   
       
Auch 1817 wird wieder ein Betsaal genannt, möglicherweise im Haus des Wolf Jordan (früher Jud Süß’sches Haus in der Mömpelgardstraße 18). 1824 stellte Wolf Jordan den Antrag, in einem Hintergebäude im Hof seines Hauses ein heizbares Zimmer und einen unheizbaren Betsaal einrichten zu dürfen. Dies wurde von der Stadt genehmigt. Nach Ausführung der Umbauten vermietete Jordan die Synagoge an die israelitische Gemeinde. 1832 findet sich der Hinweis, dass diese Synagoge "schön und vollständig ausgestattet, sehr geräumig" sei. Ein neben dem Betsaal befindliches Zimmer wurde für den Religionsunterricht der jüdischen Kinder benutzt, stand jedoch dem Lehrer außerhalb des Unterrichts für Wohnzwecke zur Verfügung. Seit 1848 hat Familie Jordan der Gemeinde den Betsaal unentgeltlich überlassen. Zum 1. September 1883 hat jedoch ein Erbe den Synagogenraum gekündigt. Hierauf stellte Rebekka Elsas, die Witwe des 1876 verstorbenen Ludwigsburger Fabrikanten Benedikt Elsas, ein Zimmer ihres Hauses Marstallstraße 4 der Gemeinde vorläufig für Gottesdienste zu Verfügung. Die alte Synagoge diente fortan als Lager und Packraum von Militärbekleidungsartikeln. In späteren Jahren war das Gebäude Pferdestall und Heustadel, bis es 1919/20 abgebrochen wurde. 1863 wurde in der Ludwigsburger Synagoge die Stuttgarter Liturgie mit deutschem Gebet, Choralgesang und Harmoniumbegleitung eingeführt.  

In der Ludwigsburger Synagoge wird die Stuttgarter Liturgie eingeführt (1863) 

Ludwigsburg AZJ 27011863.jpg (25469 Byte)Mitteilung in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. Januar 1863: "Auch in Esslingen und Ludwigsburg ist die Stuttgarter Liturgie eingeführt worden, die aber in den größeren Gemeinden des Landes noch nicht zur Geltung gekommen ist."  

Bereits 1876 war für einen möglichen Neubau einer Synagoge in Ludwigsburg ein Synagogenbauverein gegründet worden. Mit Hilfe der angesparten Gelder war es möglich, im Dezember 1883 ein Grundstück "in den äußeren Seegärten" (insgesamt 7 Ar 28 qm an der Alleen- und Solitudestraße; Parzelle Nr. 558) zum Preis von 3.348,80 Mark zu erwerben. Werkmeister Paul Baumgärtner und dessen Sohn Fritz zeichneten Baupläne für die neue Synagoge. Im Februar 1884 wurde der Neubau von der Israelitischen Oberkirchenbehörde genehmigt. Am 17. März 1884 erfolgte der erste Spatenstich. Die Finanzierung des Synagogenbaus war für die israelitische Gemeinde eine schwer zu bewältigende Aufgabe, zumal die Gemeinde zur Zeit des Synagogenbaus nur knapp 200 Gemeindeglieder in etwa 46 Familien umfasste. Nur mit Hilfe eines Darlehens, das innerhalb von 40 Jahren zurückzuzahlen war, konnte schließlich die Bausumme von etwa 35.000 Mark zusammengebracht werden. 

Staatsbeitrag zum Bau der Synagoge (1884)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1884: "Ludwigsburg, 1. April (1884). Der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde, wie die Ludwigsburger Zeitung erfährt, zu ihrem Synagogenbau ein Staatsbeitrag von 2.500 Mark bewilligt."    

Ankündigung der Synagogeneinweihung (1885) 
Anmerkung: der Artikel erschien verspätet.

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1885: "Nächsten Samstag findet in Ludwigsburg die Einweihung der dortigen neuen Synagoge statt; die Festrede hält Kirchenrat Dr. von Wassermann."    

Am 19. Dezember 1884 konnte die neue Synagoge eingeweiht werden. Ein feierlicher Umzug vom provisorischen Betsaal in der Marstallstraße zur neuen Synagoge wurde veranstaltet. Bezirksrabbiner Kirchenrat Dr. Moses von Wassermann aus Stuttgart nahm die Einweihung vor. Über fünf Jahrzehnte blieb die Synagoge das geistige und religiöse Zentrum der Ludwigsburger jüdischen Gemeinde. An Reparaturen war nicht viel notwendig geworden. In den 1920er-Jahren erhielt das Dach einen neuen Schieferbelag. Im Frühjahr 1934 wurde im Blick auf das anstehende Jubiläum das Innere der Synagoge außer der Kuppelwand einer Renovierung unterzogen. Das 50-jährige Bestehen der Synagoge konnte am 15. Dezember 1934 mit einem festlichen Morgengottesdienst begangen werden. Die Festpredigt in der mit vielen Pflanzen geschmückten Synagoge hielt Rabbiner Dr. Tänzer aus Göppingen. Oberlehrer Metzger sprach die Gebete; der Synagogenchor umrahmte den auch von vielen auswärtigen Gästen besuchten Gottesdienst. 

Beim Novemberpogrom 1938 ist die Synagoge am 10. November völlig zerstört worden. Am Vormittag wurde die Aktion vom Leiter des Sicherheitsdienstes des Kreises Ludwigsburg gemeinsam mit anderen NSDAP-Partei-Mitglieder vorbereitet. Jugendliche der Hitlerjungend halfen dabei, Gebetbücher, Torarollen, Kultgegenstände und anderes Inventar aus der Synagoge zu tragen und mit einem Lastwagen in ein städtisches Gebäude zu transportieren. Die Brandstiftung erfolgt zwischen 13.15 Uhr und 13.30 Uhr. Damit sich die Flammen schneller im ganzen Gebäude ausbreiten konnten, wurde zuvor das obere runde Fenster der Synagoge zerschlagen. Das am Vormittag bei einer örtlichen Tankstelle besorgte Benzin ist unter Leitung eines SA-Sturmführers von mehreren Personen in der Synagoge vergossen worden. Nach der Brandstiftung stand das gesamte Innere des Gebäudes in wenigen Minuten in Flammen. Die rechtzeitig herbeigerufene Feuerwehr konzentrierte sich von vornherein nur auf den Schutz der Nachbargebäude. Am 14. November 1938 wurde die Brandruine der Synagoge gesprengt; in den folgenden Tagen wurden die Mauerreste entfernt. Der Bauschutt wurde verkauft; die Steine sind teilweise zur Erhöhung der Zuchthausmauern des Ludwigsburger Gefängnisses verwendet worden. Auf dem Synagogenplatz, der in den Besitz der Stadt übergegangen war, wurde in den folgenden Monaten ein kleiner Kinderspielplatz angelegt. 

Nach der Zerstörung der Synagoge und dem Wegzug vieler Familien war jüdisches Gemeindeleben nur noch in sehr bescheidenem Rahmen möglich. Zum wichtigsten Treffpunkt wurde seitdem das jüdische Gemeindehaus, das von der israelitischen Gemeinde im Frühjahr 1938 im ehemaligen Wohnhaus von Josef Ottenheimer in der Seestraße 75 (heute: Hohenzollernstraße 3) eingerichtet worden war. Im Januar 1939 bat Vorsänger Samuel Metzger den Oberbürgermeister in einem Schreiben um Erlaubnis, in diesem Gebäude "am Freitag Abend und am Samstag Gottesdienste abhalten zu dürfen". Vermutlich war dies dann bis zu den beginnenden Deportationen und Zwangsumsiedlungen der letzten Ludwigsburger jüdischen Einwohner (1941) möglich. 

Der Synagogenplatz an der Ecke Alleen- und Solitudestraße blieb in den Jahren nach 1945 unbebaut, wenngleich 1952 im Gemeinderat der Antrag eines Ludwigsburg Architekten diskutiert wurde, den Platz mit einem sechs- bis achtstockigen Appartementhaus zu bebauen. Am 15. Dezember 1959 wurde ein im Jahr zuvor beschlossener Gedenkstein aufgestellt. Seit 1985 wurde im Gemeinderat eine Neugestaltung des Synagogenplatzes diskutiert, die 1988 umgesetzt wurde. Seitdem wird durch Bodenplatten der Grundriss des Synagogengebäudes nachgezeichnet; Kugelakazien deuten das Gebäudevolumen an. Die Idee war, einen "Hain der Besinnung" zu gestalten. Seit dieser Neugestaltung des Synagogenplatzes finden jährlich im November Gedenkstunden zur Zerstörung der Synagoge statt.

Fotos 
Historische Fotos / Pläne / Skizzen: 

Plan der ersten Synagoge in der Mömpelgardstraße
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg)

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   Rechts das Haus von Wolf Jordan (Jud Süß'sches Haus). Der Eingang zum Synagogenhof ist erhalten (siehe Fotos 2003 unten)    

 

   

Die Synagoge von 1883/84:
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg)

Ludwigsburg Synagoge 001.jpg (35338 Byte) Ludwigsburg Synagoge 004.jpg (52024 Byte)
 

Bauzeichnung der Synagoge 1883/84

Grundriss der Synagoge 1883/84
     

Die Synagoge um 1930
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe 1932 S. 98)

Ludwigsburg Synagoge 001.jpg (81752 Byte)

  

      Die Synagoge an der Ecke Alleen-/Solitudestraße   
     

Fotos von Brand und Zerstörung 1938
(Quelle: Stadtarchiv Ludwigsburg)

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    Am 10. November 1938, 13.30 Uhr: die Synagoge brennt   
        
Ludwigsburg Synagoge 073.jpg (68389 Byte) Ludwigsburg Synagoge 072.jpg (64365 Byte) Ludwigsburg Synagoge 074.jpg (70906 Byte)
  Zahlreiche Zuschauer sind am Ort Die Feuerwehr sprüht auf ein Nachbarhaus
     
Ludwigsburg Synagoge 071.jpg (69909 Byte) Ludwigsburg Synagoge 075.jpg (78631 Byte) Ludwigsburg Synagoge 076.jpg (78516 Byte)

Die ausgebrannte Ruine

Der Abriss ist im Gange
   
   
Ludwigsburg Torarolle 010.jpg (95376 Byte)

Zu dieser Torarolle schreibt Shari Spark vom Holocaust Resource Center - Jewish Federation of the Lehigh Valley (www.jflv.org) in Allentown, PA 18104 / USA am 25.3.2009 an den Webmaster: "Our community member, Eduardo Eichenwald’s grandfather was Samuel Metzger. Eduardo has a photo taken from Kristallnacht in Ludwigsburg, and the story he got along with the photo was from his mother, Samuel Metzger’s daughter. She had already emigrated from Germany to South America prior to Kristallnacht. The story she related to her children was that when Metzger returned from Dachau (to where he was deported on Kristallnacht), a ‘righteous gentile’ returned a Torah that ‘he had rescued on Kristallnacht from the burning synagogue’, and also presented the photo along with the Torah. 
From your information it seems more plausible that the Torah may have been rescued from the valuables taken from the building prior to the burning, but I think that’s a small detail – clearly, someone went to great lengths to hide the Torah while Metzger was away and then give it back to him.
I have one photo, a scan, from a newspaper clipping from Colombia showing Cantor Metzger holding the Torah. I have attached it for you." 

Oben: die aus Ludwigsburg durch den letzten Lehrer Samuel Metzger gerettete Torarolle


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Quelle: Hahn)
Ludwigsburg Synagoge 100.jpg (79353 Byte) Ludwigsburg Synagoge 101.jpg (87275 Byte)
  Der Synagogenplatz ist noch ein Kinderspielplatz Links im Hintergrund der Gedenkstein von 1959
     
  Ludwigsburg Synagoge 102.jpg (91012 Byte) Ludwigsburg Hohenzollernstr.jpg (64256 Byte)
  Gedenkstein von 1959 Das Haus Hohenzollernstraße 3, letztes Gemeindezentrum und Betsaal 1938-41
     
Fotos 2003 vom Platz der ersten Synagoge und dem neu gerichteten Synagogenplatz der zweiten Synagoge:
(Quelle: Hahn, Aufnahmedatum 7.8.2003)
Ludwigsburg Synagoge a01.jpg (58160 Byte) Ludwigsburg Synagoge a02.jpg (50044 Byte)
  Haus des Jud Süß Oppenheimer, um 1820 im Besitz des Wolf Jordan Eingang zu diesem Haus (Mömpelgardstraße 18). In ihm befand sich möglicherweise vor 1824 ein Betsaal
     
Ludwigsburg Synagoge a04.jpg (39844 Byte) Ludwigsburg Synagoge a03.jpg (59376 Byte) Ludwigsburg Synagoge a05.jpg (49140 Byte)
Hinweisschild am Haus Mömpelgardstraße 18 Mauer entlang des Grundstückes an der Rosenstraße, worin 1824 die erste Synagoge gebaut wurde (vgl. Plan oben) Eingang zum Synagogenhof der ersten Synagoge (vgl. Plan oben)
     
Ludwigsburg Synagoge 150.jpg (60198 Byte) Ludwigsburg Synagoge 155.jpg (63194 Byte) Ludwigsburg Synagoge 151.jpg (61454 Byte)
Der ehemalige Synagogenplatz Der Grundriss der ehemaligen Synagoge ist nachvollziehbar Markierung der Apsis des Toraschreines
      
Ludwigsburg Synagoge 152.jpg (60478 Byte) Ludwigsburg Synagoge 153.jpg (65998 Byte) Ludwigsburg Synagoge 154.jpg (80737 Byte)
Der Gedenkstein von 1959 blieb erhalten Darstellung der ehemaligen Synagoge Neue Gedenkinschrift 
     

  
     

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Ludwigsburg  
Seite des Stadtarchivs Ludwigsburg  
Seite www.stolpersteine-ludwigsburg.de    
Übersicht über die in den "Central Archives for the History of the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der jüdischen Gemeinde Ludwigsburg: pdf-Datei hier anklicken  
Zur Seite über die jüdischen Friedhöfe in Ludwigsburg: hier anklicken (alter Friedhof) und hier anklicken (neuer Friedhof)  

Literatur:  

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 121ff.
Beate Maria Schüßler: Das Schicksal der jüdischen Bürger von Ludwigsburg während der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung. Ludwigsburger Geschichtsblätter 30 (1978).
Werner Heinrichs (Hg.): Geschichte der jüdischen Gemeinde Ludwigsburg. 1989.
ludwigsburg.jpg (25665 Byte)Joachim Hahn: Jüdisches Leben in Ludwigsburg. Geschichte, Quellen und Dokumentation. Hg. von der Stadt Ludwigsburg - Stadtarchiv - und vom Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg e.V.  Karlsruhe 1998 (Lit.). 
Das Buch ist in Restbeständen beim Stadtarchiv Ludwigsburg zu erhalten. Bestellmöglichkeit auch per online möglich
Albert Sting: Spuren jüdischen Lebens. Ein Rundgang durch Ludwigsburg. Haigerloch 2001.
Ruth "Sara" Lax - 5 Jahre alt - deportiert nach Riga. Deportation und Vernichtung badischer und württembergischer Juden. Katalog zur Wanderausstellung. Wanderausstellung des Bundesarchiv - Außenstelle Ludwigsburg, des Staatsarchiv Ludwigsburg und des Stadtarchivs Ludwigsburg. Ludwigsburg 2002. (hierin auch die Fotos von Brand und Zerstörung 1938 s.o.)
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.   

Ludwigsburg  Wuerttemberg. The first Jews to settle in 1725 were Court Jews providing supplies to the local garnison and luxury items to the local account. The small community was attached to neighboring Aldingen until the mid-19th century. It began to grow after emancipation in 1864, reaching a peak of 243 in 1900 (about 1 % of the total). A synagogue was dedicated in 1884. The master-weaver Benedikt Elsas helped set up one of Wuerttemberg's first textile factories, which employed 70-80 workers in the 1880s and remained in the family until the Nazi era. There were 187 Jews in Ludwigsburg in 1933, with 57 subsequently joining the community. All were subject to increasing social and economic isolation. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned and Jews were soon forced to close or sell their businesses. Until 1941, at least 146 managed to leave Germany, half for the United States; 62 were deported to the camps, of whom four survived. In 1958, the Ludwigsburger Zentralstelle was established as the central office in Germany for the investigation of Nazi crimes.   
    

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 07. Oktober 2009