Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schmieheim (Gemeinde Kippenheim, Ortenaukreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
   
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Ortenau gehörenden und dabei unter verschiedenen Herrschaften geteilten Ort Schmieheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Die Dorfordnung von 1624 nennt erstmals Juden am Ort. 1707 werden vier, 1712 neun jüdische Familien in Schmieheim genannt. Die Namen der vier jüdischen Familienväter von 1707 waren: Löb Levi, Isac Schnurmann, Elias Schnurmann und Isac Dreyfuß. In den folgenden Jahrzehnten nahm die Zahl der jüdischen Einwohner Schmieheims schnell zu. 1758 waren es bereits 28 jüdische Familien, von denen zehn eigene Häuser besaßen. 1747 werden erstmals die Familien Bloch und Baumann genannt. Ein "Judenschultheiß" wird 1769 genannt (Samuel Levie).  
      
Seit etwa 1777 hatte die Gemeinde ständig einen Rabbiner. 1827 wurde Schmieheim Sitz eines Bezirksrabbinates, bis dieses 1893 nach Offenburg verlegt wurde. Das Rabbinat war seit 1867 im damals neu erbauten Schulhaus der Gemeinde (Kirchstraße 6). An Rabbinern waren u.a. tätig: David Günzburger (kam um 1790 auf der Flucht vor der Französischen Revolution von Bollweiler nach Schmieheim) und sein Sohn Josle Günzburger (seit 1817), Kaufmann Roos aus Lichtenau (1847 bis 1875), Dr. Meyer Rawicz (1876 bis 1893).  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809 57 jüdische Familien, 1825 325 jüdische Einwohner (36,4 % von insgesamt 893 Einwohnern), 1852 491, Höchstzahl um 1864 mit 580 Personen (49 %), 1871 537, 1875 486 (45,3 % von 1.074), 1900 258 (29,3 % von 882), 1910 192 (23,7 % von 811).  

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad (neben dem Gebäude der jüdischen Schule, heutiges Wohnhaus Kirchstraße 8, das Bad wurde nach 1945 zugeschüttet) und einen Friedhof. Neben dem Rabbiner war zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde ein Lehrer angestellt, der teilweise zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war, doch gab es hierfür in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch eine weitere Person (s.u. Ausschreibung der Stelle des Vorsängers und Schochet von 1885).   

Zur Schule: Bis 1828 besuchten die jüdischen Kinder die evangelische Schule, danach gab es eine jüdische Volksschule. Ein jüdischer Elementarlehrer wurde hierfür seit 1828 angestellt. Die Kinder wurden 1855 bis 1867 in sehr bescheidenen Räumlichkeiten des Schlosses unterrichtet. 1867 wurde ein jüdisches Schulhaus (mit Rabbinat und Lehrerwohnung) erbaut, das als Wohnhaus erhalten ist (Kirchstraße 6). Als Lehrer werden genannt: Moses Richter aus Buchen (1828-1830), Gideon Moos aus Tiengen (1830 bis 1832), Isac Löw Ballin aus Merchingen (seit 1832; er unterrichtete 1837 58 Kinder), Benedict Rosenhain (Rosenhaim; 1842 bis 1849), Isak Billigheimer aus Adelsheim (1849 bis 1854), Michael Gombrich aus Ettenheim (seit 1854; er unterrichtete 1855 120 Kinder). Nach Auflösung der jüdischen Konfessionsschule 1876 unterrichtete der jüdische Lehrer als zweiter Hauptlehrer an der Simultanschule. Da die Zahl der jüdischen Kinder zurückging (1905 noch 36), wurde die Hauptlehrerstelle aufgegeben und ein jüdischer Unterlehrer angestellt. Lehrer Gombrich erhielt die Goldene Verdienstmedaille und ist 1881 gestorben. Seit 1885 war Lehrer Abraham Bloch in der Gemeinde tätig (siehe Bericht zu seinem 50. Amtsjubiläum 1930 unten); er ist nach der Deportation umgekommen.       
        
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Sigmund Schnurmann, Nathan Grumbacher, Karl Schnurmann und Jakob Wachenheimer. Auf dem Gefallenendenkmal der Ortsgemeinde auf dem Kirchplatz wie auf dem Gefallenendenkmal des jüdischen Friedhofs sind auch die vier jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Schmieheim verzeichnet.
         
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde 148 Personen gehörten (18,6 % von insgesamt 795 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Sandel Bloch, Leopold Hofmann, Emil Bloch und Isidor Bloch. Damals war Abraham Bloch Kantor, J. Zimmern Lehrer. 1932 war Gemeindevorsteher Emil Bloch. Als Kantor und Schochet kam Lehrer G. Schwab aus Kippenheim regelmäßig in die Gemeinde. An jüdischen Vereinen bestanden ein Kranken- und Frauenverein (1932 unter Leitung von Sara Offenheim, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Krankenpflege).  
  
Noch 1933 gab es am Ort fünf Pferdehändler (in den Häusern Kirchstraße 3 und 14, Dorfstraße 5, 14 und 18) und vier Viehhändler (in den Häusern Dorfstraße 14, Waldstraße 4, Schlossstraße 11 und 27). Dazu waren unter anderem die folgenden Gewerbebetriebe in jüdischem Besitz:  Stoffgeschäft Abraham Baumann (Dorfstraße 2), Bäckerei Isidor Bloch (Kirchstraße 20), Likörfabrik Nathan Bloch (Schlossstraße 9), Zigarrengeschäft Viktor Dreyfuß (Waldstraße 15), Zigarrenfabrikant Jakob Dreyfuß (Schützenstraße 7), Mazzenbäckerei Leopold Hofmann (Schlossstraße 21), Drahtgeflecht- und Siebfabrik Leopold Hofmann (Schlossstraße 28), Manufakturwarengeschäft Offenheimer (Schlossstraße 39), Manufakturwarengeschäft Schnurmann (Dorfstraße 52), Jüdische Gastwirtschaft "Zur Krone", Inh. David Schwab (Dorfstraße 13), Kolonialwarengeschäft Rosa Wachenheimer (Waldstraße 13).      
         
1933 lebten noch 120 jüdische Personen in Schmieheim. In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Synagoge und der Friedhof geschändet und verwüstet. Die jüdischen Männer wurden verhaftet und für einige Wochen ins KZ Dachau verschleppt.  
1939 wurden noch 22 jüdische Einwohner gezählt. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 16 jüdischen Einwohner nach Gurs deportiert. 
   
Von den in Schmieheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham Baumann (1856), David Baumann (1892), Hanna Baumann (1935), Irma Baumann geb. Bloch (1893), Karl Baumann (1891), Emilie (Emmy) Bergheimer geb. Bloch (1883), Sophie Bergheimer (1885), Rosa Blankenstein geb. Bloch (1891), Abraham Bloch (1861), Alexander Friedrich Bloch (1888), Betty Bloch geb. Baumann (1889), Isidor Bloch (1883), Jakob Bloch (1889), Joseph Bloch (1870), Karl Bloch (1859), Lina Bloch geb. Bloch (1888), Lydia Bloch (1898), Moritz Bloch (1879), Nathan Bloch (1878), Norbert Bloch (1887), Paul Bloch (1907), Pauline Bloch (1888), Siegfried Bloch (1881), Siegmund Bloch (1878), Sigmund Bloch (1867), Sigmund Bloch (1881), Sofie Bloch geb. Wachenheimer (1898), Rosa Bodenheimer geb. Bloch (1862), Alice Dreifuß (1910), Jakob Dreifuß (1882), Max Dreifuß (1859), Emanuel Dreifuß (1882), Leopold Dreifuß (1875), Flora Dreyfuß geb. Bloch (1883), Ida Dreyfuß geb. Bloch (1885), Samuel Sigmund Dreyfuß (1874), Emanuel Dreyfuss (1865), Emanuel Dreyfuss (1877), Johanna Epstein geb. Schwab (1872), Lina Feibelmann geb. Schwab (1884), Berta Fetterer (1880), Ida Fleischhacker geb. Weil (1891), Babette Grumbacher (1856), Rosa Grumbacher (1882), Karoline Gudenberg geb. Bloch (1892), Meier Günzburger (1854), Berta Gutmann geb. Dreifuß (1873, Foto des Grabsteines in Gurs siehe unten), Betha Hauser geb. Dreifuß (1872), Adelheid Hofmann geb. Fetterer (1873), Betty Hofmann (1912), Daniel Hofmann (1886), Deo Hofmann (1907), Leopold Hofmann (1878), Paula (Pauline) Israel geb. Weil (1884), Herbert Karger (1899), Ida Karger geb. Offenheimer (1899), Emil Kassewitz (1867), Emilie Kassewitz (1877), Jakob Kassewitz (1901), Jeanette Kaufmann geb. Dreyfuss (1863), Erna Levi geb. Dreyfuss (1898), Gertrud Levi (1923), Rosa Levi geb. Dreyfuss (1884), Klara Levy geb. Kassewitz (1892), Leopold Levy (1878), Moritz Lichtenauer (1869), Hedwig Maas geb. Weil (1889), Hermann Maas (1880), Siegfried Maier (1897), Bella Meier (1887), Thekla Meier (1890), Selma Oberländer geb. Lehmann (1895), Gustav Offenheimer (1857), Philipp Offenheimer (1853), Sara Offenheimer geb. Dreifuß (1872), Klara Peritz geb. Bernheimer (1873), Grete Präg geb. Schnurmann (1910), Leopold Roederer (1876), Elias Schnurmann (1868), Elias Schnurmann (1880), Johanna Schnurmann (1860), Sophie Schnurmann geb. Vollweiler (1874), Hannchen Schreiber geb. Grumbacher (1887), David Schwab (1879), Hannchen Schwab geb. Dreyfuß (1872), Heinz Josef Schwab (1921), Sara Schwab geb. Kassewitz (1888), Thekla Schwab (1886), Mina Stern geb. Schnurmann (1878), Betty Strauss geb. Weil (1880), Ida Wachenheimer (1897), Max Wachenheimer (1876), Alfred Weil (1880), Berta Weil geb. Kassewitz (1872), Berta Weil geb. Schnurmann (1873), Frieda Weil (1886), Max Weil (1891), Rebekka Weil geb. Weil (1862), Siegfried Weil (1894), Sofie Weil geb. Bloch (1863), Toni Weil (1888), Wilhelm Weil (1870), Lydia Zimmern (1898).          
      
Neben dem ehemaligen Synagogengebäude steht auf dem Gelände abgebrochener jüdischer Häuser seit 1998 ein evangelischer Kindergarten, der nach dem letzten jüdischen Kind Schmieheims "Hanna-Baumann-Kindergarten" genannt wurde (Hanna Baumann, 1935 Schmieheim - 1941 erschossen nach der Deportation in Litauen; im Garten des Kindergartens wurde 2002 eine Friedenslinde zur Erinnerung an Hanna Baumann gepflanzt). 
   
Weitere Spuren der jüdischen Geschichte: Eines der schönsten Häuser Schmieheims ist bis heute das um die Jahrhundertwende vom jüdischen Fabrikanten Weyl errichtete Haus Dorfstraße 40 ("Villa Weyl").  
  
Hinter der Sparkassen-Filiale in der Dorfstraße findet sich der "Bernheim-Brunnen", der Ende der 1920er-Jahre den Namen des Schmieheimer Ehrenbürgers Isaak Wolf Bernheim erhielt (geb. 1848 in Schmieheim, nach Amerika ausgewandert, spendete in den 1920er Jahren das Geld für die Installation von Wasserleitungen in ganz Schmieheim).   
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte des Rabbinates    
Zum Tod von Bezirksrabbiner Kaufmann Roos (1875)      

Schmieheim Israelit 24031875.jpg (133526 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1875: "Schmieheim, 12. März (1875). Gestern, als den 11. dieses Monats, durchzog ein überaus großer und unübersehbarer Leichenzug unser Dorf; er war das letzte Geleite unseres unvergesslichen und würdigen Herrn Bezirks-Rabbiners Roos, der in einem Alter von 69 Jahren und nach beinahe 40-jähriger Amtstätigkeit am 9. dieses Monats nach achttägiger Krankheit starb; eine tiefbetrübte Witwe, die mit Recht eine wackere Frau genannt werden darf, und fünf unmündige Kinder umstanden weinend und händeringend den Sarg. Zum Leichenbegängnisse kam Herr Dr. Sondheimer, Bezirks-Rabbiner in Heidelberg, und hielt am Sarge einen sehr schwungvollen, von Herzen zu Herzen gehenden Vortrag; schilderte die guten Eigenschaften nach den Sprüchen der Väter 2,13; Gebet hin und sehet, welches der schlimmste Weg ist usw., die der würdige Entschlafene in hohem Maße besaß; am Grabe erwähnte er abermals das Ersprießliche und Gute, das er für Schule und Lehrer getan, worauf Hauptlehrer Mayer von Nonnenweier seiner Trauer und Wehmut wie an dem Tag, an dem Abraham starb, Ausdruck gab; fand aber auch Trost in den Versen von Daniel und Jesaja: 
'Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bestehet ewiglich'
(Jesaja 40,7) 'und die, welche viele zur Gerechtigkeit führten, werden glänzen wie die Sterne, immer und ewig' (Daniel 12,3).  
Der Entschlafene war ein Mann, der die Kunst verstand, Strenge und Milde zu vereinen; er war ein Mann, der die Differenzen im ganzen Bezirke zu ordnen wusste. Sein Losungswort war 'Schalom'; er war von der Beständigkeit Arons, daher war er auch allenthalten geliebt und geehrt und daher der Verlust ein tiefer und allgemeiner.  
Gott tröste die trauernde Familie, tröste den verwaisten Bezirk, in Bezug auf den es heißt: sie sind wie eine Herde, die keinen Hirten mehr haben. - Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens".      

  
Zur Besetzung der Rabbinatsstelle (1876)   

Schmieheim Israelit 21091876.jpg (50422 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1876: "Aus Baden. In Schmieheim ist die Rabbinatsstelle zu besetzen; wie wir hören, hat ein Schüler des Breslauer Seminars bereits dort gepredigt; es wäre im Interesse des gesetzestreuen Judentums zu bedauern, wenn dieser Bezirk, der aus religiösen Gemeinden besteht, der Juste-Milieu-Richtung anheimfiele. Möge sich der Rabbinatsbezirk Schmieheim-Offenburg einen Mann von echter, altjüdischer Gesinnung berufen, wenn er nicht dem Indifferentismus zugeführt werden will. W."      

  
Fahnenweihe des Militärvereins mit Festrede von Bezirksrabbiner Dr. Meyer Rawicz (1885)  

Schmieheim Israelit 06071885.jpg (89951 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juli 1885: "Schmieheim. (Baden), 30. Juni (12885). Am 28. Juni feierte dahier der Militärverein das Fest der Fahnenweihe, an welchem an 40 Vereine von auswärts sich beteiligten. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Akt der Toleranz begangen, der von der großen Einigkeit zwischen den verschiedenen Konfessionen ein beredtes Zeugnis ablegt. Unser Bezirksrabbiner, Herr Dr. M. Rawitz, wurde mit der Festrede betraut, und sich unsere Lokalblätter voll des Lobes über dessen großartige und begeisternde Rede.  E. in K."     

  
Publikation von Rabbiner Dr. Meyer Rawicz zum Traktat Rosch ha-Schanah (1886)  

Schmieheim Israelit 11031886.jpg (56969 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1886: "In meinem Kommissions-Verlage erschien soeben: 
Der Traktat Rosch ha-Schanah mit Berücksichtigung der meisten Tosafot ins Deutsche übertragen von 
Dr. M. Rawicz, Bezirks-Rabbiner in Schmieheim. 
Preis Mark 3. 
Von demselben Verfasser früher erschienen:
'Der Traktat Megillah ins Deutsche übertragen. Preis Mark 2.50.  Frankfurt am Main. J. Kauffmann".      

  
Predigt für das Wochenfest von Rabbiner Dr. Meyer Rawicz (1890)  

Schmieheim Israelit 12051890.jpg (33004 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Mai 1890:  "Meine im VI. Jahrgang von Rahmer's Predigtmagazin abgedruckte Predigt für das Schabuothfest ist bei mir separat zum Preise von 50 Pf. zu haben. 
Schmieheim (Baden). 
Dr. B. Rawicz,
Bezirksrabbiner."      

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer      

Ausschreibungen der Stelle(n) des Lehrers, Vorsängers und Schächters (1847 / 1885)  

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Februar 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die Lehrstelle an der zur zweiten gesetzlichen Klasse gehörigen öffentlichen israelitischen Schule in Schmieheim, Amtsbezirks Ettenheim, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 200 fl., nebst einer Dienstwohnung oder dem gesetzlichen Wertanschlage für solche und einem Schulgelde von 48 kr. für jedes Schulkind bei ungefähr 90 Schulkindern verbunden ist, ist zu besetzen. Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Bewerbungsgesuchen, nach Maßgabe der Verordnung vom 7. Juli 1836, Regierungsblatt Nr. 38, unter Anfügung ihrer Aufnahmescheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzlichen evangelischen Bezirksschulvisitatur Mahlberg, binnen 6 Wochen sich zu melden."    
Auf die Ausschreibung hin bewarb sich erfolgreich Lehrer Benedikt Rosenhain (Rosenhaim) aus Tiengen (siehe unten)   
 
Schmieheim Israelit 08101885.jpg (67319 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Oktober 1885: "Zum 1. Januar 1886 ist in hiesiger Gemeinde die mit Schächterdienst verbundene Vorsängerstelle zu besetzen.   
Gehalt 1.000 Mark nebst freier Wohnung, Nebenverdienste 400 Mark. Bewerber, welche befähigt sind, den Religionsunterricht zu erteilen, werden bevorzugt. Meldungen sind bis 15. November dieses Jahres an den Unterzeichneten zu richten. Reisekosten werden nicht vergütet. 
Schmieheim (Baden), im September 1885. Großherzogliche Bezirkssynagoge. Dr. M. Rawicz."    
  
Schmieheim Israelit 03121885.jpg (38117 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Dezember 1885: "Den Bewerbern um die hiesige Kantorstelle zur Nachricht, dass dieselbe besetzt ist. 
Abschriftliche Zeugnisse werden nicht zurückgesandt. 
Schmieheim (Baden), 29. November 1885. Dr. M. Rawicz, Bezirks-Rabbiner."    

     
Dem Schulkandidaten Isaak Löb Ballin wird die Lehrerstelle in Schmieheim übertragen (1837) 
Anmerkung: Isaak Löb Ballin (geb. um 1806 in Merchingen als Sohn des Abraham Hirsch Ballin und der Johanna geb. Ettlinger) war Schullehrer in Schmieheim seit 1832. Er heiratete am 14. August 1839 in Schmieheim  Sara geb. Levi (geb. um 1815 in Bühl als Tochter von Benjamin Levi und der Jette geb. Levi). Die beiden hatten zehn in Schmieheim geborene Kinder, von denen mindestens drei früh verstorben sind. Isaak Löb Ballin starb am 28. Juli 1876 in Schmieheim. Wie lange er in dieser Zeit Lehrer am Ort war, ist nicht bekannt. Seine Frau starb in Schmieheim am 25. Oktober 1905.     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 1112 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bekanntmachung
Dem Schulkandidaten Ballin von Merchingen, bisherigen Schulverwalter an der öffentlichen israelitischen Schule zu Schmieheim im Oberrheinkreise, wurde diese Lehrstelle, und jene an der öffentlichen israelitischen Schule zu Eichstetten, im nämlichen Kreise, dem bisherigen Schulverwalter, Schulkandidaten Moritz Mayer von da, definitiv übertragen. 
Karlsruhe, den 21. November 1837. Großherzoglicher Oberrat der Israeliten. Der Ministerial-Kommissär: Bekk".     

        
Hauptlehrer Benedikt Rosenhain in Tiengen wurde zum Hauptlehrer in Schmieheim ernannt  (1847)    
Anmerkung: Benedikt Rosenhain (bzw. Rosenhaim) war verheiratet mit Maria geb. Geismar. Zwei seiner Kinder sind aus dem Ortssippenbuch Schmieheim (S. 405) bekannt: Karolina (geb. 25. Oktober 1847) und Jette (geb. 8. Februar 1849). 1849 wechselte Lehrer Rosenhain nach Rohrbach bei Heidelberg (siehe unten).     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 11. September 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Durch Ernennung des Hauptlehrers Rosenhain in Thiengen zum Hauptlehrer an der öffentlichen israelitischen Schule in Schmieheim ist die Lehrstelle an der zur zweiten gesetzlichen Klasse gehörigen öffentlichen israelitischen Schule in Thiengen, Amtsbezirks Waldshut, in Erledigung gekommen, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 20 fl., nebst einer Dienstwohnung oder dem gesetzlichen Wertanschlage für solche und einem Schulgelde von 1 fl. für jedes Schulkind bei ungefähr 30 Schulkindern verbunden ist.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Bewerbungsgesuchen nach Maßgabe der Verordnung vom 7. Juli 1836, Regierungsblatt Nr. 38, unter Anfügung ihrer Aufnahmescheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzlichen Bezirksschulvisitatur Waldshut binnen 6 Wochen sich zu melden."    

   
Lehrer Isack Billigheimer in Rohrbach und Lehrer Benedikt Rosenhain in Schmieheim tauschen ihre Stelle (1849)   
Anmerkung: Lehrer Isaak Billigheimer war ein Sohn des Theodor Billigheimer, Schutzbürger in Adelsheim und der Mathilde geb. Isaak. Er war in 1. Ehe verheiratet mit Karolina geb. Steinhardt (Tochter des Ascher Steinhardt in Dittigheim und der Magdalena geb. Steinhardt; geb. um 1801 in Dittigheim, gest. 26. Dezember 1849 in Schmieheim), mit der er eine Tochter Sara hatte (geb. 1849, gest. 1850). In 2. Ehe war er verheiratet mit Jette geb. Schnurmann, mit der er zwei Kinder hatte: Hanna (1851) und Rosa (1853).     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 14. Juli 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Der zwischen dem Isack Billigheimer, Inhaber der mit dem Vorsängerdienste verbundenen Hauptlehrerstelle an der öffentlichen israelitischen Schule in Rohrbach bei Heidelberg und dem Hauptlehrer an der öffentlichen israelitischen Schule in Schmieheim Benedikt Rosenhain zustande gekommene Diensttauschvertrag hat die diesseitige Genehmigung erhalten."      

 
Hauptlehrer Michael Gombrich wechselt von Ihringen nach Schmieheim und wird Nachfolger von Lehrer Isak Billigheimer (1854)   
Anmerkung: Lehrer Michael Gombrich ist als Sohn des Salomon Gombrich und der Fanny geb. Wachenheimer um 1811 in Ettenheim geboren. Er war in 1. Ehe verheiratet mit Sara geb. Blum (Tochter des Isaak Blum, Handelsmann in Dürmenach und der Marie geb. Kahn; geb. um 1808, gest. 1. Februar 1863), mit der er zwei Kinder hatte: Regina (gest. 1862) und Hanna; in 2. Ehe war er verheiratet mit Gottliebin geb. Valfer (Tochter des Götsch Valfer, Handelsmann in Diersburg, und der Jeannette geb. Bruchsaler; geb. 9. Februar 1836 in Diersburg), mit der er sechs Kinder hatte: Gustav Bernhard (1868), Jeanette (1869), Sigmund (1871), Julius (1874), Karl (1876, gest. 1877), Mina (1878, gest. 1880). Lehrer Michael Gombrich starb in Schmieheim am 27. Januar 1881.    

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 5. Juli 1854 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): Dienst-Nachrichten
Die durch Beförderung des israelitischen Hauptlehrers Isak Billigheimer erledigte Hauptlehrerstelle an der israelitischen Volksschule in Schmieheim ist dem Hauptlehrer Michael Gombrich in Ihringen übertragen worden."     

 
50-jähriges Amtsjubiläum von Kantor und Lehrer Abraham Bloch (1930)  
Anmerkung: der aus dem elsässischen Westhoffen stammende Lehrer Abraham Bloch wurde am 22. August 1942 aus Stuttgart nach Theresienstadt deportiert, von hier aus am 29. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka.   

Schmieheim Israelit 23011930.jpg (114138 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1930: "Schmieheim (Baden), 14. Januar 1930. Seit 50 Jahren wirkt Herr Kantor und Lehrer Bloch im Dienste seines Berufs. Seit 45 Jahren versieht er in hiesiger Gemeinde sein Amt. Er genießt allgemein großes Vertrauen und Entgegenkommen, sodass ihm seine Gemeinde vor einigen Tagen sein 50-jähriges Amtsjubiläum zu einem wahren Festtag gestaltete. Zahlreich versammelten sich seine Gemeindemitglieder in der Synagoge, wo ein Festgottesdienst abgehalten wurde. Herr Stadtrabbiner Dr. Schiff aus Karlsruhe gab ein herrliches Bild von den Verdiensten, welche der verehrte Jubilar sich im Dienste der Landessynagoge, im Dienste seiner Gemeinde und nicht zuletzt im Dienste der Menschheit erworben hat. Seit 45 Jahren wirkt er in hiesiger Gemeinde mit als Kantor. Er versteht es, wie wenige, in bezaubernder Weise seine Zuhörer zu fesseln, in inniger Weise den Mittler zwischen Gott und seiner Gemeinde zu stellen.   
In Anerkennung seiner Verdienste in der Landessynagoge, ließ ihm der Oberrat der Israelitischen in Karlsruhe durch Herrn Bezirksältesten Weil ein Ehrengeschenk, eine Ehrenurkunde mit einem Diplom überreichen. Seine Kollegen waren ebenfalls zahlreich erschienen und feierten ihn in herrlichen Gesängen. Seine Gemeinde und selbst seine Schüler überreichten unter warmen Worten der Ehrerbietung und Wertschätzung sinnige Geschenke. - Möge Gott dem Jubilar bis 100 Kraft verleihen, um sein heiliges Amt bis 100 weiter ausüben zu können! Sch."   

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde     
Anzeige einer Schuldenliquidation von Faißt Blum (1831)        

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1831 S. 134  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Bezirksamt Ettenheim. (1) von Schmieheim (nicht: Scheueheim), an den in die Gant erkannten Handelsjuden Faißt Blum auf Freitag, den 29. April dieses Jahres früh 8 Uhr vor dem Großherzoglichen badischen Bezirksamt Ettenheim.
Zugleich wird ein Borg oder Nachlassvergleich versucht werden."      

       
Eine Schulurkunde ging verloren (1842)    

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 23. Februar 1842 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Ettenheim. [Warnung]. Moses Levi, Schirmjude in Schmieheim, schuldete der Anna Elisabetha Kampmann, Witwe in Straßburg, auf eine von Amtmann Storr unterm 13. April 1789 ausgefertigte Obligation die Summe von 400 fl. Diese Schuld, welche bis auf 100 fl. getilgt sein soll, hat sich auf den David Levi Wachenheimer in Schmieheim verehrt, und wird nunmehr, da die Schulurkunde verloren gegangen ist, gegen deren etwaigen Erwerb hiermit öffentlich gewarnt. 
Ettenheim, den 9. Februar 1842. Großherzogliches Bezirksamt."     

        
Fahndung nach dem Mörder von Löb Baumann aus Schmieheim (1847)         

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 14. Juli 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Obrigkeitliche Bekanntmachungen.
(1) Ettenheim. [Fahndung]. Der unten signalisierte Bursche, dessen Name uns unbekannt ist, und den wir auch nur unvollständig beschreiben können, ist der am 30. vorigen Monats, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr, im Kippenheimer Gemeindewald vorgefallenen Ermordung des Israeliten Löb Baumann von Schmieheim verdächtig.  
Wir ersuchen daher die respektiven Amts- und Polizeibehörden auf diesen Menschen zu fahnden und ihn im Betretungsfalle anher einzuliefern.  
Derselbe ist mittlerer Größe, von starkem Körperbau, hat ein volles rundes Gesicht, trägt eine abgetragene etwas auf die Seite hängende Schuldkappe, einen dunkelfarbigen Tschoben von aufgekratztem Barchet mit einem niederstehenden Krägchen, dunkle abgenutzte Hosen mit hellen breiten Streifen und Stiefel von Wichsleder nach dem Fuß gemacht, auch soll er eine porzellanene Tabakspfeife, worauf sich ein großes Gemälde befindet, nachtragen. 
Ettenheim, den 6. Juli 1847. Großherzogliches Bezirksamt."     


Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers und Beschneiders Josef Weil (1878)   

Schmieheim Israelit 11121878.jpg (165535 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Dezember 1878: "Kippenheim (Baden), Ende November (1878). Unsere Nachbargemeinde Schmieheim hat in diesen Tagen einen ihrer besten Bürger zu Grabe getragen und ist der Verlust durch den Hintritt dieses Mannes umso größer, als er zugleich ein durch und durch gesetzestreuer Jude, dem die Tora seine einzige Freude und die Erfüllung ihrer Gebote eine Lust war, und der ohne Zögerung, ohne Wanken und Schwanken für sie in die Schranken trat. Und Alles dies war er, nicht um sich damit einen Namen zu machen, sondern bescheiden und zurückgezogen, einfach und ruhig lebte und wirkte er für Gott. Es verdient darum Joseoh Weil von Schmieheim - das ist der Name des uns so früh Entrissenen - in diesen Blättern verewigt zu werden, um ihn den Mitlebenden als Beispiel und der Zukunft als Musterbild vorzuhalten, umso mehr als unsere Zeit, namentlich aber unser badisches Oberland nochgerade arm geworden ist an frommen Menschen (anschei ämuna).   
Joseph Weil führte lange, lange Jahre als Beschneider (Mohel) unentgeltlich in den Bund Abrahams ein und war ihm da kein Wind und kein Wetter zu ungünstig, es konnte ihn nichts abhalten, dieser Mizwa obzuliegen. Den Reformplänen unserer aus der Frankel-Gräz'schen Schule hervorgegangenen Rabbinen, rief er ein Halt zu und hielt dadurch uns frei von modernem Tempelraub; denn das und nichts anderes ist das Abschaffen von altehrwürdigen Gebeten. Ängstlich fragen wir uns, wer wird an die Stelle Weil's treten? Sind umso ängstlicher, weil so viele, die sonst so gerne gesetzestreue Juden sein wollen, angekränkelt sind von dem modernen Verbesserungs-Schwindel; indem sie dadurch glauben, man hielte sie dann für gebildet, wenn sie einstimmen in den Chorus der gegen das jüdische Altertum Pietätlosen. Joseph Weil hinterlässt als Mensch und Jude einen gleich guten Namen und haben seine Kinder, die im Geiste des Vaters leben, damit sein bestes Erbe angetreten. Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen."       
  
Schmieheim Israelit 15011879.JPG (98272 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1879: "Aus Baden. Ich habe Ihnen, geehrter Herr Redakteur, jüngst auf meiner Geschäftsreise, von Kippenheim aus, über einen Verlust berichtet, den die Gemeinde Schmieheim durch den Tod des seligen Weil erlitten und zu meinem Bedauern wegen mangelhafter Information einige Ungenauigkeiten, die ich heute zu berichtigen mich beeile, mitgeteilt. Zunächst habe ich hervorzugeben vergessen, dass Weil - seligen Andenkens - lange Jahre Vorsteher der Gemeinde war, welches Amt er mit der größten Gewissenhaftigkeit und Interesselosigkeit zum Wohle der Gemeinde verwaltete. Wenn ich aber davon sprach, dass er dem jetzigen Rabbiner, einem Schüler des Breslauer Seminars, ein Halt beim Reformieren zurief, so muss ich das, und mit Freuden tue ich es, einschränken; er hat, wie ich jetzt sicher weiß, nur einmal, als man den Yakum Porkan abschaffen wollte, Gelegenheit gehabt, in neuester Ära seine Festigkeit zu erproben. Im Übrigen ist in Schmieheim noch Alles beim Alten und ist auch volle Hoffnung vorhanden, dass es so bleibe. Ich bedauere also tief, wenn ich durch jene Korrespondenz Jemandem sollte Unrecht getan haben; mit Absicht war es nicht geschehen."       

   
Zum Tod des 106-jährigen Witwe Lichtenauer (1882)   
Anmerkung: es handelte sich um Guta Lichtenauer (Grabstein im jüdischen Friedhof in Reihe 7 Nr. 43, Dokumentation MEMOR-Buch Schmieheim Bd. 1 Seite 114) 

Schmieheim Israelit 29031882.jpg (47889 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1882: "Aus dem badischen Oberland. Vor einigen Tagen wurde in Schmieheim eine Witwe Lichtenauer beerdigt, welche das seltene Alter von 106 Jahren erreichte. Dieselbe, welche sich bis wenige Tage vor ihrem Hinscheiden stets einer vortrefflichen Gesundheit erfreute, wurde häufig ihres hohen Alters wegen von vielen Personen der Umgegend, besonders von Lahr aus, aufgesucht." 

   
Auszeichnung des Großherzoglichen Oberrates für den Synagogenrat Salomon Rosenstiel (1913)          

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. Januar 1913: "Karlsruhe. Vom Großherzoglichen Oberrat wurden folgenden Damen aus der Michel Weil-Stiftung Tugendpreise von je 400 Mark verliehen: der Witwe von Maier Auerbacher in Kippenheim, der Witwe von Religionslehrer Hermann Berg in Diersburg und der Witwe von Siegmund Bloch in Gailingen. Ferner wurden für zwei Witwen die Kosten der mehrwöchigen Unterbringung je eines Kindes im Friedrich-Luisen-Hospiz in Bad Dürrheim übernommen.   
Bezirksältester Gabriel Karlsruher in Ittlingen erhielt den Verdienstorden des Zähringer Löwen und Synagogenrat Salomon Rosenstiel in Schmieheim das Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen in Gold."            

     
Auszeichnung für Rosa Wachenheimer Witwe (1914)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. März 1914: "Aus Karlsruhe wird geschrieben: Der Oberrat hat für das Jahr 1914 folgende Fanny Weil'sche Tugendpreise verliehen: im Betrage von 500 Mark dem Hauptlehrer Jakob Wolfsbruck an der Volksschule in Emmendingen; im Betrage von 300 Mark der Frau Rosa Wachenheimer Witwe in Schmieheim, der Frau Regine Seelig in Mannheim und der Frau Malchen Kälbermann in Großeicholzheim."         

    
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Bertha Martha Gutmann geb. Dreifuss in Gurs  

Schmieheim Gurs BK 020.jpg (235589 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für  
Bertha Martha Gutmann (statt Guttmann) geb. Dreifuss,  
geb. am 5. Juni 1867 in Schmieheim, später wohnhaft in Philippsburg
am 22. Oktober 19409 nach Gurs deportiert, wo sie am 18. Dezember 1940 umgekommen ist.  
(Foto: Bernhard Kukatzki)    

 
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige der Weinhandlung von Abraham Hanover (1863)  

Schmieheim Israelit 07101863.jpg (41194 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Oktober 1863: "Auf koschere Weine, 
gekeltert unter Aufsicht und mit Zeugnis des Herrn Bezirksrabbiner Roos dahier, empfiehlt sich für bevorstehenden Herbst zur Entgegennahme von Aufträgen 
Abr. Hanover
in Schmieheim (Baden)."     

       
Anzeige des Gasthauses "Zur Krone" (1893)    

Schmieheim Israelit 20041893.jpg (57966 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1893: 
"Schattenreiche Tannenwaldungen - 400 m. ü, M. - Großartige Spaziergänge. 
Koscher - Koscher.  Luftkurort Schmieheim
Station Kippenheim der badischen Hauptbahn. 
Gasthaus 'zur Krone'. Streng rituell bei mäßigen Preisen. J. L. Casewitz, Besitzer. 
Referenzen: Bezirksrabbiner Dr. Wawitz, Schmieheim, Dr. J. Stern, Kippenheim."    

   
Anzeigen des Bäckermeisters D. Hofmann (1902 / 1903)  

Schmieheim Israelit 21081902.jpg (27121 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1902: "Bäckergehilfe
selbständig und zuverlässig, findet dauernde Beschäftigung bei 
D. Hofmann
, Schmieheim in Baden."     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1902: "Bäcker gesucht. 
Tüchtiger, selbständiger Bäcker findet gute dauernde Stellung bei 
D. Hofmann, Schmieheim (Baden)."        
  
Schmieheim Israelit 02021903.jpg (29791 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Februar 1903: "Bäcker gesucht! 
Tüchtiger, selbständiger Bäcker findet gute dauernde Stellung bei 
D. Hofmann, Schmieheim (Baden)."     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1903: 
"Tüchtiger, selbständiger Bäcker-Gehilfe findet sofortige gute, dauernde Stellung bei 
D. Hofmann, Schmieheim (Baden)."     

        
Verlobungs- und Heiratsanzeige von Josef Bodenheimer und Herta geb. Bloch (1933)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1933: "Statt jeder besonderen Anzeige   
Herta Bloch - Josef Bodenheimer - Verlobte.   
Schmieheim (Baden) - Frankfurt am Main, Am Tiergarten 38 pt.  
1. Marscheschwan 5694
(= 21. Oktober 1933)."   
    
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Dezember 1933: "Statt Karten: 
Josef Bodenheimer - Herta Bodenheimer geb. Bloch. Vermählte. 
Frankfurt am Main - Schmieheim
Trauung: Frankfurt am Main, Hotel Ulmann, Montag den 25. Dezember 1933 1 Uhr."     

      
      
      
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge        
   
Um 1715 war die Zahl der in Schmieheim wohnenden Juden so groß, dass an die Einrichtung einer Synagoge bzw. eines Betsaales gedacht werden konnte. In einem Dokument von 1720/21 wird ein "Concessionsbrieff über die daselbsten (sc. in Schmieheim) erbaute Sinagog vom 21. Marty (sc. März) 1720" genannt. Ein 1722 verstorbener Isaac Dreyfuß hatte sich um die Erbauung der Synagoge verdient gemacht. Etwa 90 Jahre diente diese erste Synagoge als Zentrum des Gottesdienstes und des Gebets, dann war sie nach Beschreibungen von 1812 baufällig und für die in diesen Jahrzehnten stark gewachsene Gemeinde zu klein geworden.  
   
Die Gemeinde entschied sich 1812 zu einem Neubau, was ihr damals auf Grund der verbreiteten Armut unter den jüdischen Familien nicht leicht fiel. Auch war kein Baufonds vorhanden. Man begann Briefe mit der Bitte um Unterstützung an die Behörden zu schreiben, was sich jedoch als sehr mühsames Unternehmen herausstellte. Zahlreiche Briefe schrieb der jüdische Gemeindevorsteher Hirschel Levi Manheimer allein aus dem Grund, um aus dem Staats- und Gemeindewald günstiges oder gar kostenloses Bauholz zu erhalten. Im Nachbarort Kippenheim hatte die jüdische Gemeinde 1793 kostenlos Holz zum Synagogenbau erhalten. Der Leiter des Oberforstamtes in Schuttern meinte, dass aus diesem Grund "der armen Judenschaft zu Schmieheim ein ähnliches Geschenk sehr wohl zu gönnen wäre". Anders entschieden das Kreisdirektorium und das Badische Finanzministerium, die die kostenlose Überlassung ablehnten und darauf bestanden, dass die israelitische Gemeinde das Bauholz zu bezahlen habe. Die Holzschuld belief sich auf 532 Gulden. Bis 1814 konnte die neue Synagoge erbaut werden. Die Finanzierung der Baukosten wurde großenteils durch die Versteigerung der Synagogenplätze vorgenommen. Dies führte allerdings zu Streitigkeiten, da vier jüdische Männer mit ihren neuen Plätzen nicht einverstanden waren und sich über den Gemeindevorsteher und den Rabbiner beim Bezirksamt beklagten. Da freilich die Kläger als "unruhige streitsüchtige Köpfe" bekannt waren, hat sich das Bezirksamt auf den Streit nicht eingelassen, sondern die Neueinteilung für gültig erklärt. Gegenüber der alten Synagoge, in der es bei zuletzt 35 vorhandenen Plätzen im Betsaal der Männer sehr eng zuging, waren nun in der neuen Synagoge 62 Plätze vorhanden, zu denen man leicht weitere dazustellen konnte. 

Pläne über die Sitzverteilung in der alten und neuen Synagoge
(Quelle: Schicksal und Geschichte... (s.Lit.) S. 128)  
Schmieheim Synagoge Plan 07.jpg (46007 Byte) Schmieheim Synagoge Plan 06.jpg (37040 Byte)
Plan über die 35 vorhandenen Sitze in der 
alten Synagoge (bis 1812); vom Grundriss 
her war sie wesentlich kleiner als die 
neue Synagoge (rechts). 
Plan über die 62 Plätze in der Männersynagoge 
der neuen Synagoge (ab 1814). Im Mittelpunkt 
stand die "Canzel" (Vorlesetisch), von wo 
die Tora gelesen wurde  

1843 war eine gründliche Renovierung der Synagoge nötig. Nach einer Beschreibung aus diesem Jahr war sie innen und außen in einem "verwahrlosten Zustand". Durch die weiter stark gestiegene Zahl der Gemeindeglieder waren vor allem eine innere Umgestaltung und eine Neueinteilung der Plätze notwendig. Auf einer Gemeindeversammlung wurde beschlossen, im Betsaal der Männer die Ständer (Betpulte) abzuschaffen und Bankreihen zu erstellen. Zur Erweiterung des Frauenbereichs sollten auf beiden Seiten Emporen eingebaut werden. Auch für die Schuljugend der Gemeinde sollte nun Platz in der Synagoge geschaffen werden. Bislang seien die Jugendlichen nach einem Bericht des Synagogenrates vom November 1843 an das Bezirksamt "sozusagen wie Schafe ohne Hirte beim Gottesdienst in der Synagoge herumgeirrt". Die ganze Synagoge sollte innen wie außen wesentlich verschönert werden. Zur Finanzierung war wiederum an eine Versteigerung der Sitzplätze gedacht. Die Pläne für die Baumaßnahmen wurden zwischen dem Bezirksbauinspektor Weber, dem Synagogenrat in Schmieheim und Bezirksrabbiner Roos im Laufe des Jahres 1844 ausgearbeitet. Am 20. Februar 1845 konnten die auf 4.496 Gulden veranschlagten Arbeiten versteigert werden. Schließlich wurden sie sehr günstig zu 3.247 Gulden vergeben. Nachdem schließlich auch der Oberrat der Israeliten in Karlsruhe im April 1845 den Umbau genehmigte, konnte er bis zum Sommer 1846 durchgeführt werden. Die Neueinweihung fand am 7. oder 8. August 1846 statt. 
  
Wie die erste Synagoge diente auch die zweite der jüdischen Gemeinde in Schmieheim gut 90 Jahre lang als gottesdienstliches Zentrum. Im Laufe dieser Jahrzehnte waren einige kleinere Reparaturen nötig. Von solchen wird 1894 berichtet, als verschiedene Arbeiten zu baulichen Instandsetzung der Synagoge notwendig waren. Auch 1910 war eine umfassende Renovierung notwendig geworden, nach der eine Neueinweihung der Synagoge erfolgt ist:   
   
Die Synagoge wird nach der Renovierung wieder eingeweiht (1910)   

Schmieheim AZJ 14101910.jpg (36096 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Oktober 1910: "In Schmieheim (Baden) ist die ganz neu renovierte Synagoge unter besonderer Festlichkeit eingeweiht worden. Zwei aus Schmieheim stammende Herren, Isak Wolf und Bernhard Bernheim in Louisville (Amerika), haben in hochherziger Weise die Kosten des Baues hergegeben."  

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge am 10. November völlig zerstört. Angehörige der Gebietsführerschule in Lahr unter Anführung des aus Schmieheim stammenden Otto Lerch brachen in die Synagoge ein. Kronleuchter wurden von der Decke gerissen, die Fenster zerschlagen, die Räume verwüstet, die sieben Torarollen wurden wie Teppiche auf dem Boden ausgerollt und hinausgetragen. Einige hängte man als Schaustücke in der Bahnstation Dinglingen auf. Das Torasilber wurde gestohlen. Eine Inbrandsetzung der Synagoge wurde durch den damaligen Bürgermeister Huck verhindert. Am Tag nach der Verwüstung der Synagoge organisierten der damalige Pfarrer Schloer, Bürgermeister Huck und Fabrikant eine Bewachung des Dorfes, um Plünderungen jüdischer Geschäfte zu verhindern. 
   
Nach der Zerstörung der Synagoge 1938 war bis Oktober 1940 ein Betsaal im Tanzsaal des jüdischen Gasthauses "Zur Krone" eingerichtet (Dorfstraße 13).   
   
Am 23. Juni 1950 wurde die ehemalige Synagoge von der Israelitischen Landesgemeinde Südbaden an einen örtlichen Industriebetrieb verkauft, von dem das Gebäude anschließend zu einer Fabrik umgebaut wurde. An der Südseite wurde eine Bürogebäude angebaut. In den 1990er Jahren wurde das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. 2001 wurden Teile einer Genisa im ehemaligen Synagogengebäude gefunden (siehe Seite Projekte von Uwe Schellinger). 2003/04 wurde es durch ein neues Dach und neuen Verputz wiederum renoviert. Die von der Kirchstraße her zugängliche Westfassade erinnert noch am meisten an die Vergangenheit als Synagoge (Standort: Schlossstraße 41). 
    
   
   
Fotos / Darstellungen:
Historische Fotos/Darstellungen: 

Schmieheim Karte01.jpg (101545 Byte) Schmieheim Synagoge101.jpg (40929 Byte) Schmieheim Synagoge 005.jpg (48553 Byte)
Ansichtskarte von Schmieheim 
um 1900  
Vergrößerung aus der Ansichtskarte: 
die Synagoge  
 Innenaufnahme 
der Synagoge  
      
Schmieheim Synagoge 006.jpg (63089 Byte) Schmieheim Synagoge 008.jpg (28793 Byte) Schmieheim Synagoge 007.jpg (101714 Byte)
Ansichtskarte mit zwei Abbildungen 
der Synagoge (um 1930?)  
Vergrößerung: 
der Eingangsbereich 
Vergrößerung aus der Karte links:
 Innenaufnahme der Synagoge   

    
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Foto um 1950 
(Quelle: Gedenkbuch des 
Hist. Vereins s.Lit. S. 138) 
Schmieheim Synagoge 110.jpg (80283 Byte)
  Baumaßnahmen um 1950 am ehemaligen Synagogengebäude; die Baugrube für das Bürogebäude
 (siehe Foto unten) ist ausgehoben, wodurch sich die Hälfte der südlichen Synagogenmauer gesenkt
 hat (siehe Stützen auf Foto). Dieser Teil der Mauer musste abgebrochen und neu aufgeführt werden.
   
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) 
 Schmieheim Synagoge 103.jpg (77125 Byte) Schmieheim Synagoge 102.jpg (59773 Byte)
  Die zu einer Fabrik umgebaute 
ehemalige Synagoge mit Bürogebäude 
von ca. 1950 (siehe Foto oben)  
Bürogebäude von ca. 1950 
vor dem Synagogengebäude 
  
     
  Schmieheim Synagoge 101.jpg (80818 Byte) Schmieheim Synagoge 100.jpg (60262 Byte)
  An der Westfassade sind die alten Fenster erhalten  
   
   
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 1.9.2003) 
Schmieheim Synagoge 160.jpg (56801 Byte) Schmieheim Synagoge 161.jpg (59474 Byte)
    Blick auf die ehemalige Synagoge 
nach Umbau zu einem Wohnhaus  
Blick auf die ehemalige Synagoge; rechts
 der Hanna-Baumann-Kindergarten der
 Evangelischen Kirchengemeinde  
  
     
Schmieheim Synagoge 165.jpg (53483 Byte) Schmieheim Synagoge 164.jpg (49095 Byte) Schmieheim Synagoge 163.jpg (59598 Byte)
Die mit den alten Fensterbögen erhaltene Westfassade   Blick von Nordosten auf die 
ehemalige Synagoge  
   
   
   
Das ehemalige jüdische Schulhaus (Kirchstraße 6)    
Schmieheim Schule 012.jpg (81773 Byte) Schmieheim Schule 011.jpg (52964 Byte) Schmieheim Schule 010.jpg (41469 Byte)
Historische Aufnahme 
(um 1932) 
   
Im Schulhaus befanden sich auch 
die Lehrerwohnung und (bis 1893) 
auch das Rabbinat  
Eingang zur ehemaligen Schule
  
   
   

     
    

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Kippenheim  
Zur Seite über die Genisa der Schmieheimer Synagoge (Projektbetreuung Uwe Schellinger)  
Matthias Kreplin: Rundgang durch das jüdische Schmieheim. 1999² (im Internet unter www.evang-kirche-schmieheim.de)  
IWBernheim 01.gif (93556 Byte)Lebensgeschichte von Isaak Wolf Bernheim (geb. 1848 in Schmieheim): hier anklicken  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 252-255.  
Albert Köbele/Hans Scheer/Emil Ell: Ortssippenbuch Schmieheim, Ortenaukreis/Baden. Grafenhausen bei Lahr/Baden 1979.
Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Ein Gedenkbuch. Hg. vom Historischen Verein für Mittelbaden e.V., Mitgliedergruppe Ettenheim. Ettenheim 1988. 1998².  
Naftali Bar-Giora Bamberger: Der jüdische Friedhof Schmieheim. Memor-Buch. Bd.1 und 2. 1999.
Günther Pommerening: Die Juden in Schmieheim. Untersuchung zur Geschichte und Kultur der Judenheit in einer badischen Landgemeinde. Dissertation zur Erlangung der Würde des Doktors der Philosophie der Universität Hamburg. Hamburg 1980.  
Faltblatt "Hanna-Baumann-Kindergarten", hg. von der Ev. Kirchengemeinde Schmieheim. 1998.  
Günter Boll: Die Entstehung der jüdischen Gemeinde in Schmieheim. In: Die Ortenau 79 1999 S. 643-646.  
ders.: Die frühesten Bestattungen auf dem jüdischen Friedhof von Schmieheim. In: Geroldsecker Land 39 1997 S. 24-35.  
Matthias Kreplin: Rundgang durch das jüdische Schmieheim. 1999² (im Internet unter www.evang-kirche-schmieheim.de
Renate Kreplin/Uwe Schellinger: Die Schmieheimer Genisa. In: Kippenheimer Chronik 2005. S. 98-99.  
Monika Müller: Leben mit zwei verschiedenen Zeiten: Die jüdischen Kalender aus dem Bestand der Schmieheimer Genisa. In: Die Ortenau Bd. 86 2006 S. 269-286.  

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Schmieheim  Baden.  Jews are mentioned in 1709 and numbered 80 by 1747. The nearby cemetery, opened in 1703, was one of the most beautiful in south Baden and served many communities. The prosperous 19th century community developed into one of the largest in Baden, with 486 Jews (total 1,074) in 1875. In 1812, a new synagogue was built and in 1827, Schmieheim became the seat of the district rabbinate. Its last district rabbi was the Reform-minded Dr. Viktor Meyer Rawisc, who translated part of the Talmud into German and transferred the district rabbinate to Offenburg in 1893. A Jewish elementary school was opened in the 1830s, numbering 120 students in 1855. At the turn of the century Jews continued to trade in cattle and opened a number of factories (cigarettes, liquor, metal screening). Many of the young acquired a higher education and left the village. In 1933, 121 Jews remained. Most left after the disturbances of Kristallnacht (9-10 November 1938), when the synagogue and Jewish homes were heavily damaged, the cemetery was desecrated, and 28 men were taken to the Dachau concentration camp. In all, 32 emigrated while 61 moved to other German cities, 20 of them being deported to the Gurs concentration camp along with 14 directly from Schmieheim on 22. Octorber 1940. Half of them perished in Auschwitz. Altogether 44 Jews from Schmieheim died in the camps.   
   
      

                   
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Stand: 22. Februar 2014