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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Ihringen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ihringen bestand eine jüdische Gemeinde bis etwa
1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts zurück.
Um
1716 sind die ersten Juden aufgenommen worden. 1721 waren sieben jüdische
Familien am Ort, 1743 12 Familien.
1801 gehörten der jüdischen
Gemeinde 83 Personen an. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1857
mit 263 Personen erreicht. Religiös betreut wurden die Ihringer Juden von Breisach
aus, das seit 1710 einen eigenen Rabbiner hatte. 1885 wurde der Rabbinatssitz
nach Freiburg verlegt. Die jüdischen
Familien lebten im 19. Jahrhundert überwiegend vom Vieh- und Tuchhandel.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (1835 bis 1876 jüdische Volksschule), ein rituelles Bad
(Gebäude vor Synagoge, heute Bachenstraße 17) und
einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser
Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war (der Lehrer wohnte im Gebäude Bachenstraße 15). Zeitweise gab es auch zwei Angestellte der Gemeinde: einen
Lehrer und einen Vorbeter/Schochet. In besonderer Erinnerung blieb Vorbeter und
Schochet Karl Marx, der von 1869 bis 1924 über 55 Jahre in der Gemeinde
tätig war (siehe Bericht unten).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Siegfried Bloch
(geb. 26.6.1895 in Ihringen, gef. 11.7.1916) und Gefreiter Julius Weil (geb.
16.12.1882 in Ihringen, gef. 7.10.1918). Ihre Namen stehen auf dem Denkmal für
die Gefallenen des Ersten Weltkrieges vor der Kirche des Ortes (gestaltet 1928
von Bildhauser Metzen/Freiburg).
Um
1925, als noch 125 jüdische Einwohner gezählt wurden (3,7 % der
Gesamteinwohnerschaft von ca. 3.400 Einwohnern) waren die Vorsteher der
Synagogengemeinde: Maier Mayer, Hermann Weil und Heinrich Weil. Unter den
jüdischen Vereinen sind zu nennen: der der Israelitische
Männer-Krankenverein (gegründet 1830, Ziele: Mitgliederunterstützung in
Krankheits- und Trauerfällen mit 1932 34 Mitgliedern), der Israelitische Frauenverein
(mit
1925 ca. 30 Mitgliedern) und eine Ortsarmenkasse (Ziel: Unterstützung
Ortsansässiger und Durchreisender). 1932 waren die Vorsteher der Gemeinde Maier
Mayer, Salomon Weil und Gustav Judas. Als Lehrer und Kantor wirkte Erich Kahn
(bis zu seiner Versetzung nach Randegg 1935).
Er erteilte den damals noch sechs schulpflichtigen jüdischen Kindern
Religionsunterricht.
1933
gab es in Ihringen neun jüdische Viehhändler, zwei Pferdehändler und einen
Metzger. Dazu gehörten jüdischen Familien mehrere Textilgeschäfte und verschiedene Handlungen und
Geschäfte, die für das wirtschaftliche Leben im Ort große Bedeutung hatten. Insgesamt
lebten 1933 noch 98 jüdische Personen in Ihringen.
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im
Besitz jüdischer Familien / Personen sind bekannt: Viehhandlung Hermann Salomon Bloch (Breisacher
Straße 15), Viehhandlung Moritz und Julius Bloch (Eisenbahnstraße 30), Manufakturwaren Leo Bloch (Breisacher
Straße 17), Viehhandlung Lehmann, gen. Ludwig Bloch (Bachenstraße 22), Viehhandlung Hermann Maier Bloch (Breisacher
Straße 3), Handelsmann Salomon Bloch (Breisacher Straße 11), Viehhandlung Siegmund Bloch
(Eisenbahnstraße 8), Landwirt und Viehhandlung Julius Felsenstein (Wasenweiler
Straße 16), Tabakwarengroßhandlung Edmund Geismar (Eisenbahnstraße), Wein- und Essighandel und Brennerei Gebr. Guggenheimer, Inh. Max und Hermann Guggenheimer
(Eisenbahnstraße 20), Textilhaus und Möbelgeschäft Gustav Judas (Wasenweiler
Straße 2 und 5), Metzgerei Benjamin Lion (Bachenstraße 5), Viehhandlung Philipp Lion
(Eisenbahnstraße 2), Lebensmittel- und Textilwarengeschäft Ferdinand Mayer
(Kirchstraße 18), Kaufmann Maier Mayer (Bachenstraße 24), Textilwaren-Versand und Reisehandlung Fa. Heinrich Weil, Teilh. Karl Bernheimer (Breisacher
Straße 8), Holz- und Kohlenhandlung Hermann Weil (Eisenbahnstraße 17), Kaufmann Isidor Weil und Viehhandlung David Weil
(Bachenstraße 4), Eisenhandlung Isidor Weil (Bachenstraße 28), Eisen- und Kohlenhandlung Salomon Weil (Vogelgasse 6), Sattlermeister Samuel Weil (Breisacher
Straße 12).
Nach 1933 bekamen die jüdischen Einwohner die Repressalien, die
zunehmende Unterdrückung und die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts schnell
zu spüren. 1934 wurde der Textilkaufmann Karl Bernheim in "Schutzhaft"
genommen, weil er Bemerkungen über die wachsende Qualitätsminderung von
Textilien gemacht hatte. Leo Weil wurde wegen "Gräuelpropaganda" ins
Freiburger Gefängnis eingesperrt. Er hatte in einem offenbar abgefangenen
Privatbrief die Zustände im Land geschildert. Die Viehhändler mussten 1935 ihr
Gewerbe aufgeben. 1936 wurden die jüdischen Schulkinder von der öffentlichen
Volksschule verwiesen und hatten nun die jüdische Schule in Freiburg zu
besuchen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (siehe
Bericht unten). Etwa ein Drittel der Ihringer Juden konnten in die USA, die Schweiz,
nach Frankfurt, Holland, Palästina und in andere Länder emigrieren. Andere
verzogen in verschiedene Orte und Städte. Am 22. Oktober 1940 wurden aus
Ihringen 15 jüdische Personen nach Gurs deportiert.
Von den in Ihringen geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", abgeglichen mit Gedenkbuch Baden-Württemberg): Elise Beck
geb. Heilbronner (1883), Bertha Bloch geb. Heilbronner (1884), Bonna Bloch geb. Rothschild (1874), Camilla Bloch geb. Guggenheimer
(1889), Friedrich Bloch (1888), Jakob Julius Bloch (1906), Julius Bloch (1877), Leo Bloch (1882), Mina
Bloch geb. Weil (1857), Regina (Rosa) Bloch geb. Lion (1873), Helene Felsenstein geb. Lion
(1877), Julius Felsenstein (1868), Siegfried Felsenstein (1904), Thekla
Felsenstein (1920), Zitta Felsenstein (1908), Bella Forst geb. Judas (1889),
Erich Forst (1920), Ilse Forst (1922), Edmund Geismar (1889), Karoline
(Carolina) Ginsburg geb. Weil (1873),
Karoline Guggenheimer geb. Geismar (1878), Marx Guggenheimer (1870), Emilie
Heilbronner (1886), Karoline Heilbronner (1896), Max Heilbronner (1879), Salomon
Fritz Heilbronner (1881), Flora Hene geb. Judas (1898),
Berta Judas geb. Heilbronner (1861), Carry Judas geb. Ramsfelder (1896), Isaak
Judas (1887), Jette Judas geb. Weil (1854), Leo Judas 1895), Leopold Judas (1897), Selma
Judas geb. Stengel (1890), Else Kahn geb. Jeselsohn (1910), Erich Kahn (1903),
Benjamin Lion (1880), Ilse Lion (1920), Philipp Lion (1872), Rosa Lion geb.
Guggenheimer (1884), Sophie Lion geb. Wertheimer (1890), Hermine Löwy geb.
Mayer (1870), Babette Maier (1870), Jakob Maier (1866), Theodore Mayer (1906), Rosa Mayer geb. Judas (ca. 1890?),
Israel Josef Meyer (1866), Dr. Hilde (Hilda) Reis (1898), Frieda Rosenblatt geb. Weil (1907), Clara Schwarz geb. Marx (1874),
Irma Simon geb. Bloch (1898), Karoline Sinsheimer geb. Guggenheimer (1877), Jette Ulmann
geb. Geismar (1864), Berta Weil geb. Greilsamer
(1882), Clara Weil geb. Auerbacher (1894), Hedwig Weil geb. Lion (1869), Israel
Weil (1880), Klara Weil geb. Auerbacher (1894), Lisette (Lina) Weil (1884), Paula Weil
geb. Heilbronner (1888), Salomon Weil (1882), Samuel
Weil (1868), Samuel Weil (1877), Sara Weil (1875), Sophie Weil (1875, wurde
von Köln nach Lódz deportiert), Sophia Weil geb. Ettlinger (1871), Wolfgang Weil
(1926), Clementine Wilmersdorf (1900).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1922 /
1924 / 1929
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November
1922: In Ihringen (Baden) ist die Stelle eines Kantors,
Schochets und Religionslehrers, streng religiös, mit Autorisation von
streng orthodoxem Rabbiner zum alsbaldigen Eintritt (möglichst schon
Dezember) zu besetzen. Das Gehalt regelt sich nach der Besoldungsordnung
des Badischen Oberrats der Israeliten. Außerdem freie Dienstwohnung und
übliche Nebeneinnahmen. Bewerber wollen ihre Meldungen mit Lebenslauf,
genauer Angabe der bisherigen Tätigkeit und Zeugnisabschriften bei der
unterzeichneten Stelle alsbald einreichen. Der Synagogenrat Ihringen.
M. Mayer." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1924:
"Gesucht zum sofortigen Eintritt: Kantor, Schochet und
Religionslehrer. Reichsdeutsche, womöglich seminaristisch gebildete
religiöse Bewerber wollen sich unter Beifügung diesbezüglicher
Zeugnisse sofort melden. Festeinkommen gemäß Besoldungsordnung des
badischen Oberrates. Ledige Bewerber bevorzugt.
Der Synagogenrat der israelitischen Gemeinde Ihringen am Kaiserstuhl
(Baden). M. Mayer." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
21. November 1929: "In der Gemeinde Ihringen (Baden) ist die
Stelle des Kantors, Schochets und Religionslehrers zum 1. Februar
nächsten Jahres oder früher neu zu besetzen. Gehalt nach den Sätzen des
Oberrats. Wohnung (vier Zimmer und Küche) ist vorhanden. Meldungen mit
Lebenslauf und Zeugnisabschriften an die Bezirkssynagoge in Freiburg im
Breisgau." |
Zum Tod von Kantor und Schochet Karl Marx (1924)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
12. Juni 1924: "Ihringen (Baden), 1. Juni (1924). Vor kurzem
verschied hier im Alter von 79 Jahren unser Kantor und Schochet Karl Marx.
Derselbe fungierte über 55 Jahre in hiesiger Gemeinde; es war dies seine
erste und letzte Stelle. Am 1. November vor4igen Jahres gab er den
Vorbeterdienst auf, dagegen versah er den Dienst als Baal-Kaure und
Schochet bereits bis zu seinem Lebensende. An einem der letzten Sabbate
hat er in halbgebrochenem Zustande noch auf der heiligen Thora vorgelesen.
Die jüdische Gemeinde verliert durch seinen Heimgang einen sehr
tüchtigen und beliebten Beamten und wird ihm ein treues, dauerndes
Andenken bewahren. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Über Lehrer Erich Kahn (1903 - deportiert 1941)
| Erich Kahn ist am 12. Juli 1903 in Esslingen
geboren als Sohn des damaligen Seminarlehrers Dr. Moses Kahn (von
1910 bis 1939 Rabbiner in Bad
Mergentheim) und der Klara geb. Marx. Erich Kahn hat sich in Frankfurt
am Main zum Lehrer ausbilden lassen. Er heiratete am 31. August 1930 Else
geb. Jeselsohn aus Neckarbischofsheim.
1932 (oder bereits kurz davor) bis 1935 war Erich Kahn Lehrer in Ihringen,
danach von August 1935 an in Randegg.
Von Randegg aus zog das Ehepaar im
September 1939 nach Stuttgart. Die
am 3. Mai 1933 konnte im März 1939 nach Palästina verbracht werden.
Erich Kahn und seine Frau Else geb. Jeselsohn wurden am 1. Dezember 1941
nach Riga deportiert. Beide sind wie die meisten der mit diesem
Deportationszug Verschleppten bald nach der Ankunft in Riga umgekommen
beziehungsweise wurden ermordet. |
| Quelle: Joachim Hahn: Jüdisches
Leben in Esslingen. 1994 S. 278. |
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Babette Meyer (1871)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
1. Februar 1871: "Nekrolog. Ihringen, 23. Januar (1871). Am
vorigen Mittwoch, am 24. Tage des Monats Tebeth (= 17. Januar 1871),
entschlief Frau Babette Meyer von hier zu einem besseren Leben im 73.
Jahre ihres Alters. Die Verstorbene war eine sehr brave, fromme Frau, eine
wackere Frau, eine 'Frau, die den Ewigen fürchtet, die werde
gerühmt' (Sprüche 31,30). Seit 37 Jahren Witwe, hat sie sich und
ihre zwei, damals noch ganz jungen Kinder von ihrer Hände Arbeit ehrlich
und rechtschaffen ernährt, ja, sie hat es noch zu ermöglichen gewusst,
den Armen reichlich zu spenden. Nach ihrem Tode fand ich in ihrem
Challa-Büchschen 8 Frs.; ein Zettelchen lag dabei, das anzeigte, dass
dieses Geld für die Armen des Heiligen Landes bestimmt sei.
Stets war die edle Frau bemüht, für das echte, wahre Judentum zu wirken;
da sie in unserer heiligen Religion sehr erfahren war, so wusste sie in
allen Fällen Rat zu erteilen, der denn auch eifrig eingeholt wurde; sie
war eine große Verehrerin des 'Israelit'; nicht allein, dass sie auf
diese Zeitschrift stets abonniert war und sie allein bezahlte - sie machte
auch stets alle Welt darauf aufmerksam und lieh die Blätter öfter aus,
um den Inhalt derselben zu verbreiten. Die Gemeinde Ihringen hat viel an
der Seligen verloren; doch ahmen ihre Kinder ihr nach und suchen den
Verlust zu ersetzen.
Morgens stand sie stets zwei Stunden früher auf, ehe man in die Synagoge
ging, um täglich das Psalmgebet des Tages zu beten. In der
Synagoge war sie stets, morgens und abends, am Sabbat wie an Wochentagen
die erste, so zwar, dass sie im Wortsinne die Synagoge aufschloss, zu der
sie sich tagtäglich den Schlüssel holte. - Nach kurzer Krankheit
entschlief sie mit einem Kuss (sc. durch einen Kuss Gottes
sterben meint sanft einschlafen in den Tod) und ihre reine Seele
entfloh der irdischen Hülle. Nach langer Trennung ist sie nun wieder mit
ihrem früh heimgegangenen Gatten Mosche Jizchak - er ruhe in Frieden -
im besseren Jenseits vereint, um dort den Lohn für ihr frommes Streben
und Wirken auf Erden zu erhalten. Mögen recht viele Frauen in Israel der
Heimgegangenen nachahmen und wie sie auf Erden wandeln; dann wir gewiss
ein Geschlecht erblühen, reich an Tugend und Gottesfurcht. Wenn dazu die
vorstehenden Zeilen beitragen, so ist ihr Zweck erreicht. Ihre Seele
sei eingebunden in den Bund des Lebens.
Jacques Meyer aus Sultz, Elsass, Schwiegersohn der Frau Babette
Meyer - sie ruhe in Frieden." |
Zum Tod der Mutter von Weinhändler Jakob Guggenheimer,
der Witwe von Max Guggenheimer (1902)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
17. Juli 1902: "Ihringen (Baden). Im Alter von 101 Jahren
starb am 8. Juli die Mutter des hiesigen Weinhändlers Jakob Guggenheimer,
Frau Max Guggenheimer Witwe. Bis vor wenigen Tagen erfreute sich die
Entschlafene der besten Gesundheit. Ihre Sinne waren noch ungetrübt und
ihr Auge hatte nichts an der früheren Sehschärfe eingebüßt. Selbst in
ihrem hohen Alter vermochte sie Gedrucktes und Geschriebenes ohne Brille
zu lesen." |
33-jähriges Amtsjubiläum von Maier Mayer als
Gemeindevorsteher (1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. April 1929: "Ihringen, 3. April (1929). Im Februar konnte Herr
Maier Mayer auf eine 33-jährige überaus segensreiche Tätigkeit als
Vorsteher unserer Gemeinde zurückblicken. In dieser Zeitperiode hat er
mit voller Hingebung die Belange und Interessen der Gemeinde in Treue
wahrgenommen und sie erfolgreich vertreten. Er war stets bemüht, die
religiöse Tradition in ihrer ursprünglichen Reinheit in unserer Gemeinde
zu erhalten. Für die Erhaltung der Institutionen wie Synagoge, Schul- und
Betlokal, Mikwo usw. setzte er sich mit seiner ganzen Person ein und
sorgte für die Herbeischaffung der zur Renovierung notwendigen
Geldmittel. Auch die Anschaffung einer neuen Torarolle ist durch seine
Initiative ermöglicht worden.
Eine ihm von der Gemeinde zugedachte Ehrung lehnte der Jubilar in seiner
Bescheidenheit ab.
Möge Gott ihn noch lange gesund an der Spitze unserer Gemeinde zu
deren Wohl erhalten." |
Zum Tod von Rosa Wertheimer geb. Weil (1937)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. November 1937: "Kippenheim (Baden), 1. November (1937). Im selten
hohen Alter von nahe 98 Jahren starb im Frankenhaus in Straßburg Frau
Rosa Wertheimer geb. Weil aus Ihringen. In Gemeinschaft mit ihrem Gatten
Simon Wertheimer gründete die Verstorbene hier ein streng frommes Haus
und in gleichem religiösem Sinne erzog sie auch ihre Kinder. Nie fehlte
die Verstorbene im Gotteshause und war ein treues Mitglied der Chewrah
Kadischa und des Frauenvereins. Sie erfreute sich hier allgemeiner
Wertschätzung und wird bei allen, die sie kannten, in steter Erinnerung
bleiben. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Sattler und Tapezier S. Weil sucht einen Lehrling oder Arbeiter (1900)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1900:
"Ein braver, kräftiger Lehrling oder ein Arbeiter
kann sofort eintreten. Schabbat und Feiertag geschlossen. Kost und Logis
im Hause.
S. Weil, Sattler und Tapezier,
Ihringen, Baden." |
Anzeigen von Bäckermeister und
Weingutsbesitzer D. Bloch (1897 / 1900)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
30. September 1897: "Ein größeres oder kleines Quantum Koscher
Wein 1897 von den besten Berg-Weinen am Kaiserstuhl kann
geliefert werden von
D. Bloch, Bäckerei und Weinbergsbesitzer in Ihringen." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17.
Dezember 1900: "Koscher Wein. 3.000 Liter, hochfeine alte Berg
Weine, Flaschenreif, sowie 3.000 Liter Neuer Wein, hat zu
verkaufen.
D. Bloch, Bäckermeister und Weingutsbesitzer in
Ihringen." |
Lehrlings-Gesuch des Eisen-, Holz- und
Kohlengeschäftes von S. W. Weil (1908)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
15. April 1908: "Lehrling-Gesuch. Für mein Samstag und Jontef
(Feiertag) streng geschlossenes Eisen-, Holz- und Kohlengeschäft suche
ich per 1. Mai einen jungen Mann mit guter Schulbildung. Kost und Logis im
Hause.
S.W. Weil, Ihringen in Baden." |
Verlobungsanzeige von Ida Goldschmidt und Hugo Alperowitz
(1925)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
8. April 1925: "Ida Goldschmidt - Hugo Alperowitz.
Verlobte.
Basel Kornhausgasse April 1925 Ihringen." |
Verlobungsanzeige von Clementine Wilmersdorf und
Hermann Schloss (1929)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" 21. Februar 1929: "Clementine
Wilmersdorf - Hermann Schloss.
Verlobte.
Ihringen / Frankfurt am Main, Hanauer Landstraße 1
- Mogendorf / Frankfurt am Main." |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
1738 wurde ein Betsaal in
einem jüdischen Privathaus eingerichtet, das Marx Geißmar beziehungsweise
zuletzt seiner Witwe gehörte. 1759 ist das Haus mit dem Betsaal an den Ihringer
Bürger Matthis Jakob verkauft worden, wodurch die jüdische Gemeinde zur
Einrichtung eines neuen Betsaals gezwungen war. Nun suchte man bei den Behörden
um die Genehmigung des Baus einer Synagoge nach. Markgraf Karl Friedrich
von Baden genehmigte am 1. März 1760 mit eigenhändiger Unterschrift den Bau
der Ihringer Synagoge. Sie wurde auf dem von Jacob Geismar unentgeltlich zur
Verfügung gestellten Grundstück erbaut.
Jahrzehntelang tat die erste Synagoge ihren Dienst, dann
befand sie sich in einem schlechten Zustand. 1826 war bereits deutlich, dass die
Synagoge "durch Spaltung zweier Wände eine gänzliche Reparatur vonnöten hat".
Auch sei der Raum für die Frauen zu klein. Im März 1826 wurde deshalb ein
Bauausschuss aus den Herren Salomon Geismar, Hirschel Bloch, Philipp Kahn und
Herz Günzburger gebildet, die sich Gedanken zur Vergrößerung der Synagoge
machen sollten. Zunächst überprüften sie, ob die alte Synagoge erweitert
werden könnte. Alle Bausachverständigen, die man hierzu befragte, rieten davon
allerdings wegen der Gefahr des Einsturzes des alten Gebäudes dringend ab.
Schließlich machte man sich Gedanken, ob der Neubau einer Synagoge durchführbar
wäre. Seligmann Geismar hatte bereits unentgeltlich einen Bauplatz dafür
angeboten. Allerdings erwies sich dieser als zu klein und auch so tief gelegen,
dass das Gebäude hätte "in Wasser gesetzt werden müssen". Die Fundamentierung
wäre so teuer gekommen, dass man gleich ein besseres Grundstück hätte kaufen
können. Schließlich fand man ein außerordentlich günstig gelegenes Grundstück
mit Hof und angrenzendem Garten, auf dem man bauen konnte. Nachdem der
Bauausschuss gute Arbeit geleistet hatte, mussten die weiteren Entscheidungen
von der Gemeinde getragen werden. Die Notwendigkeit eines baldigen
Baubeschlusses war noch dringender als ein paar Jahre zuvor. 1842 wurde die alte
Synagoge als "längst total baufällig" beschrieben. Sie sei "jetzt schon um die
Hälfte zu klein". Vor allem hätte kaum ein Drittel der verheirateten jüdischen
Frauen aus Ihringen Platz, was gar nicht sein dürfte, denn nach den
Verordnungen im Großherzogtum Baden von 1824 mussten auch die Mädchen den
Gottesdienst besuchen. In mehreren Gemeindeversammlungen fasste man die nötigen
Beschlüsse. Im Februar 1842 einigte sich die Mehrheit der Gemeindeglieder auf
den vorgezogenen Verkauf der Synagogenplätze, um möglichst bald einen Fond zum
Bau zur Verfügung zu haben, damit man kein zu großes Darlehen aufnehmen müsse.
Dadurch kamen innerhalb von zwei Jahren 4.400 Gulden zusammen. Der bürgerliche
Gemeinde stimmte im Juni 1842 gleichfalls dem Bau zu.
Dennoch sollte es nochmals fast 20 Jahre dauern, bis die neue
Synagoge erbaut wurde. Die Pläne und der Kostenvoranschlag für die nun an
der Bachenstraße (unmittelbar auf der Einmündung des heutigen Schulweges
zwischen Bachenstrasse. 15 und 17; den Schulweg gab es damals noch nicht)
erbaute Synagoge wurden von dem Freiburger Architekten Schneider ausgeführt.
Dieser wird identisch mit dem Freiburger Gewerbeschullehrer Georg Jakob
Schneider sein, der noch einige andere Synagogen in der Umgebung erbaut hat. Im
Juli 1861 wurden die Pläne auf Ersuchen des Oberrats der Israeliten Badens von
Oberbaurat Friedrich Theodor Fischer in Karlsruhe begutachtet. Am 18. März 1862
genehmigte die Regierung des Oberrheinkreises die nochmals abgeänderten Pläne.
Die geschätzten Baukosten beliefen sich auf 13.338 Gulden. Bis 1863/64 wurde
die neue Synagoge fertig. Über das genaue Datum der Einweihung liegen keine
Angaben vor. Im Mai 1864 beantragte die israelitische Gemeinde die Genehmigung
zum Abriss des alten Schulhauses vor der neu erbauten Synagoge.
Die Fassade der neuen Synagoge präsentierte sich (nach der
Beschreibung von Carmen Ziwes) "als dreigegliedertes zweigeschossiges Bauwerk.
Von einem breiten Mittelteil werden durch Lisenen zwei schmälere Seitenteile
abgetrennt. Die geschossübergreifenden, durch farbigen Stein hervorgehobenen
Lisenen durchstoßen das die Geschosse trennende Gesims und geben der Fassade so
eine vertikale Ausrichtung. Im Mittelteil befindet sich der um sechs Stufen erhöhte
Eingang in Form eines einfachen nahezu klassischen Rundbogenportals. Die
dahinterliegende Vorhalle führt zur eigentlichen Türe. Eine im Bogenfeld
angebrachte hebräische und deutsche Inschrift lautet ‚Hier die Pforte zum
Tempel des Ewigen’. [...]. Die Fassade nimmt in den wesentlichen Elementen den
Innenraum vorweg. auch dieser ist dreigegliedert und zweigeschossig. Von einem
breiteren Mittelraum werden durch Säulen, die die Frauenemporen tragen, zwei
seitliche, schmälere Raumteile abgetrennt. [...] Die Sitzbänke im eigentlichen
Hauptraum der Synagoge, die laut Bauplan für 72 Männer und etwa 35 bis 40
Knaben bieten sollen, ordnen sich um die erhöhte Bima an. Inter dieser,
wiederum etwas erhöht, befindet sich der Aron haKodesch [...], der mit einer
reich verzierten Rundbogenarchitektur überfangen ist [...] Unmittelbar über
dem Toravorhang sind in einem Wandfeld die Gebotstafeln angebracht, darüber
befindet sich eine weitere Inschriftentafel sowie abschließend ein
buntverglastes Rundbogenfenster. Die Flachdecke des Synagogenraumes ist in
Anlehnung an die Ornamentik der Emporen und des Aron haKodesch ausgestaltet. Von
ihr herab hängen zumindest drei Leuchter, die der Männersynagoge Licht
spenden. Die Emporen sollten 72 Sitzplätze für Frauen bieten."
1927 wurde die Synagoge umfassend renoviert und im August 1927 wieder
eingeweiht. Insbesondere drei ehemalige Ihringer jüdischen Männer - die in
Amerika lebenden Brüder Maier, Hermann und Isaak Weil, übernahmen den
Großteil der entstandenen Kosten von 10.000 Mark (siehe Bericht unten von
1928). Danach galt die Synagoge in Ihringen als "weit und breit eine der
schönsten Synagogen in kleineren Gemeinden".
Aus der Geschichte der Synagoge sei noch ein Bericht von 1928 zur damaligen
Einweihung einer neuen Torarolle wiedergegeben:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. September 1928: "Ihringen,
15. August (1928). Die jüdische Gemeinde Ihringen versteht noch,
echt jüdische Feste zu begehen. Ein lebhafter Beweis dafür waren die
Feierlichkeiten, welche am Schabbat Nachamu (= Schabbat nach dem 9.
Av = 28. Juli 1928) anlässlich der Einweihung einer neuen Torarolle
stattgefunden haben. Wohl barg der heilige Schrein unserer Synagoge 9
Torarollen, aber nur 2 von ihnen waren gebrauchsfähig. Die
Wiederherstellungsarbeiten wären zu teuer geworden, und so sah sich die
Gemeinde vor die Notwendigkeit gestellt, eine neue Torarolle
anzuschaffen. Der um das Gemeindewohl sich unermüdlich sorgende Vorstand
der Gemeinde, Herr Meier Mayer, welcher sich um die Sammlung der Gelder zu
diesem Zwecke bemühte, brauchte nicht lange warten, bis sich Männer
fanden, die bereitwillig für diese heilige Sache ihre Hände öffneten.
Es waren dies neben Herr Adolf Bloch, Mannheim, in der Hauptsache
ehemalige Glieder unserer Gemeinde, die aus Amerika hier zu Besuche
weilten. Alles war Freitag Abend - kurz vor Schabbat - in der
blumengeschmückten Synagoge versammelt, als die neue Torarolle von
Herrn Bezirksrabbiner Dr. Zimels, Freiburg, der uns bei dieser überaus
seltenen Feier mit seinem Besuche beehrte, hereingetragen wurde. Sie war
umhüllt von einem reichbestickten Mäntelchen, einem Geschenk des Sohnes
und großen Gönners unserer Gemeinde, Herrn israel Weil, Mannheim. Unter
den Gesängen von Kantor und Chor und gefolgt von allen Tora-Rollen, wurde
die neue Torarolle in der Synagoge feierlich herumgetragen und
ihrem neuen Platz im Toraschrein anvertraut. Hierauf wies der
Gemeindevorstand, Herr Meier Mayer, nachdem er den Spendern namens der
Gemeinde gedankt hatte, in einer Ansprache darauf hin, dass gerade Schabbat
Nachamu von besonderer Bedeutung in der Geschichte unserer Gemeinde
ist, weil ebenfalls an ihm vor nunmehr 63 Jahren das damals neu erbaute
Gotteshaus eingeweiht wurde. Herr Bezirksrabbiner Dr. Zimels schilderte
erhebend, welche gewaltige Bedeutung die Tora nicht allein für das
Judentum hat, sondern wie sie dank ihrer göttlichen Einzigartigkeit
Gemeindegut und sittlich-moralisches Fundament der gesamten kultivierten Menschheit
geworden ist. Ebenso fanden Schabbat-Vormittag, nachdem jedes Mitglied zur
neuen Torarolle aufgerufen worden war, seine Worte den Weg zu den Herzen
aller Anwesenden, herrliche Worte, welche die soeben vorgelesenen 10
Gebote in ihrem gewaltigen Wert zeitgemäß erklärten (sc. innerhalb der
Toralesung an diesem Schabbat, 5. Mose 3,23 - 7,11 stehen die 10
Gebote).
Am späten Nachmittag traf sich die Gemeinde vollzählig im Gasthaus zum
Hirsch zu einem leckeren Mahle, das gewürzt war von heiteren und anderen
Worten der Herren Bezirksrabbiner Dr. Zimels, Gemeindevorstand Meier
Mayer, Synagogenrat Heinrich Weil und Kantor Alperowitz. Die Jugend,
herauf von den Kleinsten bis in das 'Mittelalter', trug auf ihre Art durch
Vorträge, Gesang und Scherz, recht viel zur allgemeinen Lustigkeit bei.
Es war ein schöner, denkwürdiger Tag, und er bildete sozusagen den
Abschluss zu einer anderen Feier, welche vor fast einem Jahr begangen
wurde. Damals fand die Einweihung unserer neu hergestellten Synagoge
ebenso festlich statt. Der Zeitzahn hatte sehr zu ihrem Nachteil an ihr
genagt und zerstört, und nur der edelmütigen Opferwilligkeit dreier
Söhne unserer Gemeinde in Amerika, des inzwischen leider verstorbenen
Herrn Maier Weil - seligen Andenkens - und seiner Brüder, Herren
Hermann und Isaak Weil ist es zu verdanken, dass unser Gotteshaus mit
einem Kostenaufwand von über Mark 10.000 wieder hergerichtet werden
konnte. Heute dürfte sie wohl weit und breit eine der schönsten
Synagogen in kleineren Gemeinden sein." |
10 Jahre nach dem oben beschriebenen Ereignis, am 10. November 1938 wurde die Synagoge zerstört.
Die Ihringer Juden wurden von SS-Leuten vor ihrer Synagoge zusammengetrieben, wo
sie aufs Übelste beschimpft wurden und mit ansehen mussten, wie ihr Gotteshaus
den Flammen übergeben wurde.
Unweit des Synagogenstandorts erinnert seit 1980 ein
Gedenkstein an ihr Schicksal. Vor wenigen Jahren wurde der Gedenkstein auf die
andere Seite des Schulweges versetzt und eine Gedenkstätte "Synagogenplatz"
eingerichtet. Seit April 2009 ist zusätzlich ein Gedenkstein mit
den Namen von 57 in der NS-Zeit ermordeten Ihringer Juden
vorhanden.
Fotos
Historisches Dokument/Fotos:
(Quelle: Dokument von 1760 im GLA Karlsruhe 342 (Bezirksamt
Breisach Fasz. 1039; Fotos aus Ziwes s. Lit. S. 44-47)
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Markgraf Karl
Friedrich von Baden genehmigte am 1. März 1760 mit eigenhändiger
Unterschrift
den Bau der ersten Ihringer Synagoge |
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Die 1862/64 erbaute Synagoge Ihringen; die leicht ins Bild hereinragenden Dächer gehören
zum Haus des Vorsängers und des rituellen Bades (vgl. unten) |
Innenaufnahme der Synagoge Ihringen
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Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Vor der Synagoge befanden sich das Wohnhaus des Vorsängers (links) und
das Gebäude mit dem rituellen Bad (rechts). Die Synagoge stand
dazwischen. |
Die heutige Bachenstraße zwischen den Gebäuden war der Vorplatz zur
Synagoge
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Das Haus des Vorsängers vom ehemaligen Synagogenplatz aus gesehen |
Der Gedenkstein wurde etwa 150 Meter vom Synagogenplatz an der
Bachenstraße aufgestellt |
Die Gedenktafel für die ehemalige Synagoge |
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Fotos 2003/04:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003 bzw. mit *) von
J. Krüger, Karlsruhe, Aufnahme Frühjahr 2004) |
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| Blick in den Schulweg zwischen
den Häusern des Vorsängers und des rituellen Bades* |
Seitenansicht* |
Blick aus dem Schulweg über
das Grundstück der ehemaligen Synagoge* |
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| Gedenkstein mit
Gedenktafel* |
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| Hinweisschild
"Synagogenplatz" |
Enthüllung
eines Gedenksteines mit den Namen der ermordeten Ihringer Juden im
April 2009 - siehe Bericht auf
Friedhofsseite |
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Erinnerungsarbeit vor Ort -
einzelne Berichte
| September
2008: Präsentation der "Ihringer
Haggadot" |
Beim
"Europäischen Tag der jüdischen Kultur" am 7. September 2008
standen die drei "Ihringer Haggadot" im Mittelpunkt. Diese
wurden 1732, 1740 und 1756 von Abraham Levi in Ihringen geschrieben. Die
Originale liegen in Jerusalem, Paris und London. Beim "Europäischen
Tag der Jüdischen Kultur" wurden Kopien in Ihringen gezeigt,
verbunden mit einem Vortrag von Ruben Frankenstein vom Orientseminar der
Universität Freiburg.
Links ein Interview der "Badischen Zeitung" (Artikel vom
5.9.2008) mit Ruben Frankenstein (bitte anklicken). |
| Anmerkung: die Ihringer Haggadot
befinden sich im Israel
Museum in Jerusalem (Haggada von 1732), in der Sammlung von Victor
Klagsbald in Paris (Haggada von 1740) und im Jewish
Museum in London (Haggada von 1756). |
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Links: Die beiden ersten Seiten der im Jewish
Museum in London aufbewahrten Haggada von 1756. Rechts
(Ausschnittvergrößerung) mit der Eintragung des Autors "Abraham
Sofer [Schreiber] von Ihringen". Foto: © Jewish
Museum in London. |
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| November
2009: Gedenkfeier am Jahrestag des
Novemberpogroms 1938 |
Artikel
von Monika Mylius im "Rebland-Kurier" vom 11. November 2009:
"Jüdische Geschichte. Gedenkfeier am Synagogenplatz in Ihringen an
die Pogromnacht 1938.
Ihringen. Vor der eigentlichen Gedenkfeier, während der
Bürgermeister Martin Obert am Synagogenplatz an die Pogromnacht vom 9.
zum 10. November 1938 erinnerte, fanden sich viele Einwohnerinnen und
Einwohner in der Aula der Neunlindenschule ein. Dort dankte das
Gemeindeoberhaupt den Jugendlichen, die sich auf die Suche nach Spuren
jüdischen Schicksals in Ihringen begeben hatten..."
Zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken. |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,1 S. 373-374. |
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 138ff. |
 | Hansjörg Sick: Die Fahne am Pfarrhaus. Eine Jugend zwischen 1933 und
1945. Karlsruhe 1994. |
 | Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen. 1997 S. 44-47. |
 | Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern -
Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from
their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem
1986. S. 233-235. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ihringen Baden, A few
families expelled from villages in Alsace and Switzerland* were allowed
to settle in Ihringen in the early 18th century through the efforts of the Court
Jew Josef Guenzburger. A synagogue was completed in 1761. Conditions gradually
improved after the annexation to Baden in the early 19th century, with the
community growing to a peak population of 263 in 1852 (total 2,336).
In 1933, 98 Jews remained. In 1936, Jewish children were expelled from the local
school. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned. By
1938, 22 Jews had emigrated and 21 had moved to other German cities; six more
left Germany in 1939. By 1940 another 28 had moved to other German cities. The
last 12 Jews, all elderly, were expelled to the Gurs concentration camp on 22
October 1940. Two survived the Holocaust.
* Encyclopedia reads: "Ulm" (?)

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