Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Randegg (Gemeinde Gottmadingen, Kreis Konstanz) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
  
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Hegau gehörenden Randegg bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Um 1656 konnten sich die ersten Juden ansiedeln. 1696 waren es sechs Familien, 1743 13 und 1806 39 Familien. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 178 jüdische Einwohner, 1825 289 (40,5 % von insgesamt 713 Einwohnern), 1849 351, 1875 225, 1885 252 (27,4 % von 921), 1900 179, 1905 169. 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Konfessionsschule bis 1876), das Rabbinat und ein rituelles Bad. Eine eigenes Schulhaus wurde 1844/45 erbaut.  
   
Als Besonderheit hatte Randegg bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts einen eigenen Ortsrabbiner, nach einer Angabe von 1902 (Quelle) "seit mehr als 150 Jahren". Zwar wurde Randegg 1827 dem Bezirksrabbinat Gailingen zugeteilt, doch legte die Gemeinde auch weiterhin Wert auf ihren eigenen Rabbiner. Von den Rabbinern in Randegg seien die von 1816 bis 1924 am Ort tätigen Personen genannt:  

Salomon Bloch (geb. 1746 im Elsass - seine Eltern mussten aus Stühlingen fliehen, gest. 1833 in Randegg): seit ca. 1785 Rabbiner in Hagenthal-le-Bas (Niederhagenthal); von 1816 bis zu seinem Tod 1833 Rabbiner in Randegg.   
Leopold Schott (geb. 1807 in Randegg, gest. 1869 in Bühl): nach Ausbildung zum Rabbiner in Hechingen, Karlsruhe und Heidelberg seit 1833 Rabbiner in Randegg; 1844 Teilnehmer der Rabbinerversammlung in Braunschweig, 1845 Teilnehmer der Rabbinerversammlung in Frankfurt, war einer der entschiedensten Befürworter von Reformen des Judentums (von starken Eingriffen in der traditionellen Liturgie bis zur Einführung der Orgel); von Randegg aus 1851 Rabbinatsverweser auch für Gailingen; 1855 bis 1869 Bezirksrabbiner in Bühl.  
Eljakim Picard (geb. 1822 in Randegg, gest. 1903 in Randegg): nach Ausbildung zum Rabbiner in Müllheim und Würzburg (bei R. Seligmann Bär Bamberger) zunächst in Karlsruhe als Lehrer tätig, Rabbiner in Randegg von 1856 bis 1903; 1886/88 auch Rabbinatsverweser in Gailingen. Unter ihm entwickelte sich die Gemeinde zu einer der religiösesten Gemeinden im badischen Bereich. 
Dr. Moses Hoffmann (geb. 1873 in Berlin; Sohn des Direktors des Rabbinerseminars Dr. David H. Hoffmann in Berlin, gest. 1958): nach Ausbildung am Rabbiner-Seminar in Berlin 1902 Lehrer an der Horovitz'schen Religionsschule in Frankfurt, von 1903 bis 1912 Rabbiner in Randegg, seit Oktober 1912 Landrabbiner in Emden, 1921 Rabbiner in Breslau, Mitglied des Rates des Preußischen Landesverbands jüdischer Gemeinden, emigrierte nach Erez Jisrael.  
Dr. Julius (Joel) Jakobowitz
Samuel Brom (geb. 1888 in Wielum, Russland, gest. 1963 in Luzern): Absolvent der Breuer'schen Jeschiwa in Frankfurt; bis 1917 in Straßburg; von April 1917 bis September 1919 in Randegg, danach bis 1962 in Luzern
Emanuel Donath (geb. 1888 in Preßburg, gest. 1976): bis Oktober 1920 in Polen tätig; von Oktober 1920 bis Mai 1924 Rabbiner in Randegg; 1924 bis 1939 Rabbiner in Lübeck; emigrierte 1939 nach Jerusalem.  
Nach dem Weggang von Emanuel Donath wurde das Ortsrabbinat in Randegg nicht mehr besetzt. Der zuständige Bezirksrabbiner Dr. Mordechai Bohrer aus Gailingen betreute seitdem die Randegger Gemeinde.

Neben dem Rabbiner hatte die Gemeinde zur Besorgung religiöser Aufgaben einen Lehrer (bis 1876 Elementarlehrer), der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle auf der Textseite). Erster Lehrer war Leopold Moos, der 1810 mit der Gründung einer Volksschule für die israelitischen Kinder beauftragt worden war. Er war auch erster Lehrer an der Schule (1837 Hauptlehrer) und konnte 1863 sein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern, wobei ihm in einem feierlichen Festgottesdienst in der Synagoge die ihm vom Großherzog verliehene Verdienst-Medaille und von der Gemeinde ein silberner Becher überreicht wurde. Am 1. Oktober 1864 wurde Leopold Moos in den Ruhestand versetzt. Nachfolger von Leopold Moos wurde Jacob Opfinger aus Neckarbischofsheim. Nach der Auflösung der Israelitischen Elementarschule 1876/77 gab es noch Religionslehrer in der jüdischen Gemeinde: 1878-1894 Jacob Wolfsbruck (danach in Emmendingen tätig), 1894-1897 Sigmund Ohnhaus (oder Olnhaus?), 1897-1901 Otto Geismar, 1901-1912 Hermann Kaufmann.      

Die jüdischen Familien lebten überwiegend vom Vieh- und Pferdehandel und betrieben nebenher Landwirtschaft. Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zahlreiche jüdische Gewerbetriebe und Läden am Ort, die im Besitz jüdischer Familien waren. Es gab zeitweise auch einen jüdischen Arzt sowie ein streng koscher geführtes jüdisches Gasthaus / Hotel (bereits 1844 genannt, Gasthaus / Hotel "Zur Krone").  
   
An ehemaligen, in den 1920er-Jahren und bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Viehhandlung Emil Biedermann, Vorsänger und Schächter Isidor Biedermann, Friseur und Kleintierfellhandlung Jakob Biedermann, Möbelvertreter Saly Biedermann (Otto-Dix-Straße 41a), Pferdehandlung A. und S. Bloch OHG, Inh. Abraham und Salomon Bloch (Im Winkel 2), Gemischtwarenhandlung Marko, dann Hans Bloch (Otto-Dix-Straße 30), Handelsmann Salomon Guggenheim (Otto-Dix-Straße 46), Jüdische Bäckerei Wilhelm Moos (bis vor 1900, Geburtshaus von Dr. Semi Moos, Otto Dix-Straße 31), Schnaps- und Pferdehandlung Hermann Rothschild (Kronenstraße 3), Güterhändler Leopold Rothschild (Otto-Dix-Straße 42), Arzt Dr. Max Rothschild (vor 1933, Schwanenweg 4), Kleiderfertigung und –handlung Max Rothschild (Otto-Dix-Straße 34), Arzt Dr. Moses Rothschild (Praxis Im Fröschenbach 1, Dr. Rotschild verzog bereits 1905 nach Konstanz), Pferdehandlung Fa. Gebr. Weil, Inh. Hermann Samuel Weil (Otto-Dix-Straße 7). 
     
Um 1925,
als noch 79 jüdische Personen am Ort gezählt wurden (8,2 % der Einwohnerschaft), waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde die Herren Hermann S. Weil, Leopold Bloch und Simon Eichstetter. Als Kantor, Lehrer und Schochet war ein Herr Körber angestellt, als Synagogendiener Jakob Biedermann (siehe Bericht zu seinem 70. Geburtstag 1934 auf der Textseite). Der Religionsunterricht wurde noch von 7 Kindern besucht. An jüdischen Vereinen bestand ein Israelitischer Wohltätigkeitsverein (Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger), eine Chewrah Kadischa (Heilige Bruderschaft, gegründet 1869: Beerdigungs- und Wohltätigkeitsverein) sowie ein Frauenverein (Ziel: Unterstützung hilfsbedürftiger Frauen). Zur jüdischen Gemeinde in Randegg zählten auch die in Villingen und Hilzingen lebenden jüdischen Personen (1925: 45 bzw. 3 Personen). 1932 waren die Vorsitzenden der Gemeinde: Salomon Guggenheim, Marco Bloch und Moritz Rothschild. Inzwischen gehörten neben Villingen (49 Personen) auch die in Geislingen (3) und St. Georgen (3) lebenden jüdischen Einwohner zur Gemeinde. Den jüdischen Religionsunterricht besuchten noch drei Kinder. 
      
1933 lebten noch 62 jüdische Personen am Ort. 
       
Von den in Randegg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Emil Biedermann (1907), Isidor Biedermann (1901), Rosa Biedermann geb. Hilb (1868), Friedrich Bloch (1883), Gertrud Bloch (1913), Joseph Bloch (1882), Lina Bloch geb. Liebmann (1876), Salomon Bloch (1870), Rosa Blum (1888), Ester Cohn geb. Jeselsohn (1910), Simon Eichstetter I (1876), Simon Eichstetter II (1879), Erna Frohwein geb. Guggenheim (1898), Johanna Guggenheim geb. Wolf (1876), Salomon Guggenheim (1877), Siegfried Guggenheim (1879), Tony Guggenheim (1887), Wilhelm Guggenheim (1885), Leonie (Lea) Herzog geb. Pikard (1882), Erich Kahn (1903), Hedwig Lißmann geb. Guggenheim (1905), Rosa Marx geb. Schwab (1880), Alfred Nothmann (1920), Hedwig Nothmann geb. Bielschowsky (1892), Martha Oppenheimer geb. Rothschild (1901), Jenny Rechelmann geb. Bloch (1877), Maria Reutlinger geb. Biedermann (1878), Salomon Rosenthal (1866), Adele Rothschild geb. Guggenheim (1869), Bernhard Rothschild (1922), Berta Rothschild geb. Lederer (1884), Hermann Rothschild (1873), Joseph Rothschild (1924), Karl Rothschild (1925), Moritz Rothschild (1887), Recha Rothschild (1892), Lajzer Rzeszewski (1898), Siegfried Schwab (1890), Dolzine Weil geb. Harburger (1853), Henri Weil (1893), Luise Weil (1885), Martha Wertheim geb. Metzger (1896). 
     
  
    

Zur Geschichte des Betsaales /der Synagoge

Nach der Überlieferung bestand am Ort bereits seit dem 17. Jahrhundert eine hölzerne Synagoge. 1758 wird erstmals eine "Judenschule" genannt, deren Gebäude 1807 an den Handelsmann Simon Weil für 655 Gulden verkauft wurde. Vielleicht handelte es sich dabei um dieses hölzerne Gebäude. Es stand vermutlich bereits am Platz der späteren Synagoge.   
      
Um 1810 wurde eine neue Synagoge erbaut. Samuel Moos (siehe Literatur) vermutet, dass der Bau ohne einen Architekten von den Handwerkern des Orts und der nächsten Umgebung ausgeführt wurde. Im Synagogengebäude gab es neben dem Betsaal auch eine an die frühere Hauptstraße (Otto-Dix-Straße) angrenzende Wohnung für den Rabbiner beziehungsweise den Lehrer/Vorsänger. Der Raum erhielt viel Licht durch die Fenster der Süd- und Ostseite. Die Wände waren gelbweiß gestrichen, das Holzwerk in braungelbem Ton gehalten. Der Eingang an der Westseite führte durch einen kleinen Vorraum. Der Almemor im Betsaal war etwas erhöht; der Toraschrein hatte einen von zwei Säulen getragenen Architrav. Verschiedene schöne gestickte Toravorhänge waren vorhanden: aus dunkelblauem oder rotem Samt, aus weißer goldbestickter Seide oder aus grün-weißem blumigen Brokat. Zur Beleuchtung hingen beiderseits je vier mehrarmige Lampen für je acht Kerzen, außerdem am Almemor und an einzelnen Synagogenplätzen Kerzenleuchter, die alle brennend den Abendgottesdiensten eine besonders feierliche Atmosphäre gaben. Mitten am Geländer des Almemor stand eine große Schabbat-Menora, die jeweils zum Anfang des Schabbat entzündet wurde.   
       
Der Betsaal war bestuhlt. Der mittlere Teil mit Pulten und Bänken war für den Chor reserviert. Die Plätze in der Synagoge waren erblicher Besitz der Familien, die man schon beim Bau der Synagoge durch Anteile an den Baukosten erworben hatte. In den besten Zeiten des Gemeindelebens kamen die frommen Männer bis zu dreimal am Tag zum Gebet zusammen. Am Schabbat und den Feiertagen war die Synagoge oft überfüllt. Die Frauen saßen auf der Empore, die den westlichen Teil des ganzen Obergeschosses einnahm und gegen den Betsaal der Männer offen war. Der Zugang zur Frauenempore war neben dem Eingang zur Rabbinatswohnung über eine steile Treppe. An der Ostseite des Gebäudes befand sich neben dem Betsaal noch ein "Cheder", das als Schul- und Studierzimmer diente. Hier war auch die Gemeindebücherei untergebracht.   
       
Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Synagoge noch einmal umfassend renoviert. An rituellen Gegenständen waren nach Angaben von Dr. Samuel Moos bis 1938 vorhanden und wurden beim Novemberpogrom zerstört: etwa zehn Torarollen, eine größere Zahl Toravorhänge, zahlreiche Torawimpel, silberner, teilweise vergoldeter kunstvoller Toraschmuck, darunter zwei Kronen, zwei Ez-Chaim-Lebensbäume in Gestalt von Pappeln mit deren Blättern, zwischen denen kleine Silber-Glöcklein hingen, zwei Toraschilde und zwei Handzeiger (Jad) sowie Kiddusch-Becher.   
     
Über die Tradition des Vorsingens in der Randegger Synagoge (1931)  
Anmerkung: der im Text angesprochene Julius Friesländer war seit 1856 Oberkantor der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt; 1896 konnte er seine 40-jähriges Dienstjubiläum feiern. 

Randegg Israelit 19031931.jpg (365274 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom   - wird noch abgeschrieben  -


       
Beim Novemberpogrom 1938 erschien in Randegg, von Gailingen kommend, ein SS-Kommando aus Radolfzell. Dem amtierenden Bürgermeister Emil Schneble wurde verboten, das Haus zu verlassen. Eine SS-Wache wurde ihm vor die Haustüre gestellt. Schneble legte kurz Zeit darauf sein Amt nieder. Die noch in Randegg lebenden Juden mussten sich versammeln und wurden in die Kastenwagen der SS, die bei der Bachbrücke abgestellt waren, eingesperrt. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um die Wohnhäuser um die Synagoge abzuschirmen. Die Anlieger der Synagoge wurden aufgefordert, die Fensterläden zu schließen und die Fenster zu öffnen, weil die Synagoge gesprengt würde. In der Synagoge wurden, nachdem die Tür eingerammt war, Sprengkörper gelegt. Die Sprengung brachte die Decke der Synagoge zum Einsturz; auch die an die Synagoge anstoßende Wand des Rabbinerhauses stürzte ein. Wenig später wurde die Ruine abgebrochen.   
      
Am 9. Juni 1968 wurde in der Otto-Dix-Straße der "Synagogenplatz" als Gedenkstätte mit einem Gedenkstein eingeweiht, der die Inschrift trägt: "Hier stand die Synagoge der israelitischen Gemeinde Randegg. Sie wurde am 10. November 1938 unter der Herrschaft der Gewalt und des Unrechts zerstört". Zu der Einweihungsfeier waren Vertreter der Behörden, Landrat, Bürgermeister und Gemeinderäte sowie der Ortspfarrer anwesend. Eine Gedenkrede hielt der in Randegg 1883 geborene spätere Konstanzer Frauenarzt Dr. Samuel (Semi) Moos, der bereits 1933 emigriert war. Dr. Moos starb 1984 im Alter von 101 Jahren und ist in Konstanz beigesetzt.
     

 

Fotos 
Historische Fotos/Darstellungen:
(Quelle der Fotos: Hundsnurscher/Taddey s. Lit. Abb. 175 und 176;  Moos, Geschichte s.Lit. Abb. 4-7)

Randegg Synagoge 001.jpg (74024 Byte) Randegg Synagoge 020.jpg (56528 Byte)    
Die Synagoge in Randegg Vor der Synagoge   
     
Randegg Synagoge 021.jpg (63504 Byte) Randegg Synagoge 022.jpg (59570 Byte) Wangen Schule 001.jpg (70210 Byte)
Innenansicht der Synagoge  Synagoge nach der Sprengung am 10. November 1938 Das jüdische Schulhaus in Randegg (aus: Nachum T. Gidal: Die Juden in Deutschland S. 250, wo es jedoch fälschlich als Schul- und Rathaus in Wangen bezeichnet wird).

 

Fotos nach 1945/Gegenwart: 

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Randegg Synagoge 102.jpg (111855 Byte) Randegg Synagoge 101.jpg (102391 Byte)
  Der Synagogenplatz Gedenktafel  für die Synagoge
       
Der Synagogenplatz im Sommer 2008: (Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.8.2008) Randegg Synagoge 176.jpg (96279 Byte) Randegg Synagoge 170.jpg (119090 Byte)
    Blick auf das Grundstück der ehemaligen Synagoge 
    
Randegg Synagoge 175.jpg (110142 Byte) Randegg Synagoge 171.jpg (117087 Byte) Randegg Synagoge 174.jpg (72086 Byte)
    Der Gedenkstein mit der Inschrift: "Hier stand die Synagoge der Israelitischen Gemeinde Randegg. Sie wurde am 10. November 1938 unter der Herrschaft der Gewalt und des Unrechts zerstört."  

     

Text

Charakterisierung

Randegg 24101860.jpg (78089 Byte)Randegg, im badischen Seekreise. Die hiesige israelitische Gemeinde bietet in religiöser Beziehung ein höchst erfreuliches Bild: die verschiedenen wohltätigen Vereine wetteifern, unsere Synagoge zu schmücken und zu den seit längerer Zeit bestehenden gesellen sich stets neue. So wurde am verflossenen Beschlussfeste in Folge einer ergreifenden Predigt unseres hochverehrten Herrn Rabbiners, E. Piccard, ein Krankenverein für verschämte Arme gegründet, zu dem gleich nach dem Feste 700 Fr. zusammengeschossen wurden. In der Synagoge herrscht wahrhafte Andacht, gepaart mit Anstand und Ordnung; die Jugend wird im Geist der Gotteslehre erzogen und viele brave Jünglinge befleißigen sich des Talmudstudiums. "Der Israelit" (sc. die orthodoxe jüdische Zeitung) hat die "Allgemeine Zeitung des Judentums" (sc. die liberale Zeitung)  vollständig verdrängt, und auch die orthodoxe Bibelanstalt findet den lebhaftesten Anklang. Gebe Gott, dass ich Ihnen stets Berichte erfreulichen Inhalts mitzuteilen im Stande sein werde". 

  
   

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Gottmadingen
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Randegg (interner Link)

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 239ff.
Samuel (Semi) Moos: Geschichte der Juden im Hegaudorf Randegg. 1986.
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 488-490.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Randegg  Baden.  The first six Jewish families settled in 1656 and an organized community was established in the 18th century. In the early 19th century, Michael Levi Neumann, court agent for the Austrian emperor, purchased the local castle and village lands and became the benefactor and head of the community. A new synagogue was erected in 1800 and in 1840 the Jewish population reached a peak of 351. A yeshiva attracting students from far and wide was opened around the mid-19th century. In 1933, 62 Jews remained (total 721). Anti-Jewish agitation intensified in the Nazi era, with Jews sometimes beaten in the streets at night by German border police. By 1938, all Jewish businesses had been liquidated and 22 Jews had emigrated. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was blown up. Another eight Jews subsequently emigrated and nine moved to other German cities in 1935-40. The last 17 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940 and another ten were deported after leaving the village. A total of 22 perished in the Holocaust.  
      

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 02. Januar 2010