Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Villingen (Stadt Villingen-Schwenningen, Schwarzwald-Baar-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Synagoge/Betsaal
   
   

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Mittelalter  
19./20. Jahrhundert  
nach 1945  
Zur Geschichte der Synagoge / des Betsaals     
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)

Mittelalter

In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts habsburgischen Stadt Villingen bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Erstmals werden 1324 Juden in der Stadt genannt. Die Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 vernichtete die Gemeinde. Von Ende des 14. Jahrhunderts bis zur Ausweisung der Juden 1510 werden wieder einige jüdische Einwohner in der Stadt genannt. 
  
  
19./20. Jahrhundert

Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert (ab 1862) konnten jüdische Personen wieder zuziehen. Nachdem 1895 die Zahl der jüdischen Einwohner in Villingen auf 37 Personen angewachsen war, gründeten sie eine jüdische Gemeinde, die der Gemeinde in Randegg als Filialgemeinde zugewiesen wurde. 1900 zählte Villingen 62 jüdische Einwohner, die vor allem aus Gailingen und Randegg zugezogen waren. 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal (s.u.). Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Randegg beigesetzt. 1902 wurde eine Religionslehrer-, Vorsänger und Schächterstelle für Villingen ausgeschrieben (siehe unten). Ob sie besetzt wurde, ist nicht bekannt. 1926 kam zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde (vom Unterricht bis zum Schächten) regelmäßig der jüdische Lehrer aus Randegg nach Villingen (siehe unten Bericht von 1926).  Die Gemeinde gehörte zusammen mit Randegg zum Rabbinatsbezirk Gailingen. 
 
Um 1924, als zur Villinger Filialgemeinde 45 Personen gehörten (in 12 Haushaltungen), war Gemeindevorsteher Salomon Bloch. 

Bis nach 1933 bestanden mehrere jüdische Handels- und Gewerbebetriebe in der Stadt, darunter Viehhandlungen, ein Immobiliengeschäft, Textilgeschäfte und ein Kaufhaus. Auch ein jüdischer Rechtsanwalt hatte sich in der Stadt niedergelassen. Es handelte sich dabei insbesondere um folgende Betriebe:
Viehhandlung Hermann Bikart (Kanzleigasse 6), Viehhandlung Louis Bikart (Waldstraße 11), Konfektionsgeschäft Salomon Bloch (Rietstraße 15), Textilgeschäft Josef Boß (Obere Straße 1), Immobilien Karl Rothschild (Waldstraße 27), Textilgeschäft Heinrich Schwab und Viehhandlung Jakob Schwab (Rietstraße 40), Viehhandlung Hugo Schwarz (Gerberstraße 33), Reisegeschäft Felix Zaitschek (Friedrichstraße 7), ferner Rechtsanwalt Bernhard Schloß (Luisenstraße 8).
  
1933 lebten 60 jüdische Personen in Villingen. Auf Grund der einsetzenden Entrechtung, der Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts ist in den folgenden Jahren ein Teil der jüdischen Einwohner aus Villingen verzogen. An sind nach Villingen noch zugezogen. Zu ersten Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner war es bereits 1933 gekommen. Von insgesamt 75 nach 1933 registrierten jüdischen Einwohnern konnten 42 emigrieren. Am 22. Oktober 1940 wurden 11 jüdische Einwohner nach Gurs deportiert.  
 
Von den in Villingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jeanette Bikart geb. Guggenheim (1892), Louis Bikart (1893), Ruth Bikart (1921), Silva Bikart (1926), Hermann Faber (1908), Berthold Haberer (1882), Heorgine Haberer geb. Seckels (1893), Julius Kahn (1867), Simon Kahn (1863), Heinrich Schwab (1885), Martha Schwab (1894), Bertha Schwarz geb. Fröhlich (1863), Irma Schwarz geb. Oberndörfer (1900), Julie Schwarz (1903), Emma Zaitschek (1903), Lina Zaitschek geb. Rosner (1868). 
     
  
Nach 1945 

Die seit den 1990er-Jahren überwiegend aus den GUS-Ländern in Villingen-Schwenningen wieder zugezogenen jüdischen Personen bildeten zunächst mit den jüdischen Einwohnern im Bereich von Rottweil eine gemeinsame Gemeinde. 
   
Seit 2006 besteht eine "Jüdische Gemeinde Villingen-Schwenningen und Schwarzwald Baar e.V." (Link zur Website der Gemeinde).  

        
    
  
         
  

Zur Geschichte der Synagoge / des Betsaals

Das mittelalterliche jüdische Wohngebiet lag in der Oberstadt. Eine Synagoge, die 1379 als "Judenschule" genannt wird, befand sich im Winkel zwischen dem Münsterplatz und der heutigen Kronengasse. Nach der Judenverfolgung 1349 ging sie in den Besitz des Spitals über. 
     

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
        
 Mittelalter 
Über den aus Villingen stammenden Juden Mathis Eberler und die Geschichte seiner Nachkommen in Basel (zu einem Vortrag von 1905)
  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. März 1905: "Basel. In der hiesigen historischen Gesellschaft hielt Herr Dr. August Burkhardt einen äußerst interessanten Vortrag über 'die Eberler genannt Grünzweig, eine Basler Familie des 14. und 15. Jahrhunderts.'
Es ist dies die Geschichte einer jüdischen Familie im ausgehenden Mittelalter und zugleich ein Stück Rechts- und Kulturgeschichte. Basel hat die Juden früher als andere oberdeutsche Städte aufgenommen und schon am Anfang des 13. Jahrhunderts existierte hier eine starke jüdische Kolonie. Bischof Heinrich von Thun musste den Juden im Jahre 1223 den Domschatz verpfänden. Das Ghetto befand sich am Rindermarkt, im heutigen Grünpfahlgässchen, der Friedhof da, wo jetzt der Werkhof steht. Im 14. Jahrhundert ging es auch den Juden in Basel schlecht, weil man sie, wie überall, falsch beschuldigte, die Brunnen vergiftet zu haben. Im Jahre 1349 wurden alle erwachsenen Juden in einem hölzernen Haus auf einer Rheininsel verbrannt, die Kinder aber getauft und im christlichen Glauben erzogen. Der Rat verbot, dass fernerhin Juden in der Stadt wohnen dürften. Doch bald waren dieselben wieder hier ansässig. Sie wurden Bürger und werden sogar zu Staatsämtern zugelassen, ein gutes Zeugnis für die Toleranz im 14. und 15. Jahrhundert gegenüber späteren Zeiten. Das typische Beispiel einer solchen jüdischen Familie sind die Eberler oder Eberlin, die den Beinamen 'Grünzweige' annahmen. Der Stammvater Mathis Eberler aus Villingen erlangt 1393 auf dem Muttenzer Zug mit 500 anderen das Basler Bürgerrecht. Er ist Schlosser, steigt in politischen und militärischen Ämtern rasch aufwärts und wird 1445 Hauptmann des eroberten 'Steins zu Rheinfelden'. So überraschend entwickeln sich Reichtum und Macht der Familie, dass ein Enkel des eingewanderten Villinger Juden Schlossherr zu Hiltalingen und Gemahl einer Geroldseck wird. Natürlich hört damit auch das Geschlecht auf, ein jüdisches zu sein. Doch andererseits ist es Tatsache, dass, nachdem sich dieses Geschlecht mit den angesehensten Familien der Stadt verschwägert hatte, heute noch unter den alten Baslern keiner ist, in dessen Adern nicht das Blut des Juden Mathis Eberler von Villingen rollt."  

   
   
19./20. Jahrhundert  
Anzeige: Religionslehrer für die Filialgemeinde Villingen gesucht (1902)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1902: "Bei der Filialgemeinde Villingen ist die neu errichtete Religionsschulstelle, verbunden mit dem Vorsänger- und Schächterdienst sofort zu besetzen. Gehalt 800 Mark, Mietsentschädigung Mark 100 und Schulaversum Mark 100 jährlich. Ledige Bewerber wollen beglaubigte Zeugnisabschriften an unterzeichnete Stelle baldigst einsenden. 
Bezirkssynagoge Gailingen (Baden)."       


Bericht vom Besuch eines orthodoxen Juden in Villingen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1926   

Villingen Israelit 19081926a.jpg (237723 Byte)Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1926: "Die Kreisstadt Villingen an der Schwarzwaldbahn ist ein landwirtschaftlich und wirtschaftlich hervorragender Platz. Seine breiten, sauberen Straßen, seine Mauern und Tortürme, seine Anlagen und Burgen geben eine glückliche Mischung von Altertümlichem und Modernem. Allenthalben bemerkt das Auge des Besuchers Interessantes, und unverkennbar ist ein Ausdruck von Behaglichkeit, der über dem Stadtganzen ruht.
Auf meine Frage nach der jüdischen Bevölkerung antwortet man mir, in Villingen sei keine jüdische Gemeinde. Ich muss wohl recht zweifelnd zurückgeschaut haben, denn in dieser belebten Handels- und Gewerbestadt hatte ich allerdings Glaubensgenossen vermutet. Aber obwohl mir mein Gewährsmann versicherte, dass Villingen keine jüdische Gemeinde besitze und noch nie eine solche in seinen Mauern beschützt habe, erfuhr ich, dass einzelne jüdische Familien dort wohnen. Die Ladenfirmen waren meine Wegweiser. Freundliche Menschen waren sofort bereit, mir die Synagoge zu zeigen, einen einfachen Betsaal, der selten genug benutzt wird. Man zählte mir sieben Familien auf, die zuweilen einen Gottesdienst veranstalten, bei dem ein Gemeindemitglied vorbetet. Die Toravorlesung aber unterbleibt. Eine eigene Gemeinde bildet Villingen in der Tat nicht, es gehört zu dem - nicht nahen - Randegg. Von dort kommt wöchentliche einmal der Religionslehrer zu einer Unterrichtsstunde und zum Geflügelschächten. Koscherfleisch beziehen die paar Familien, de darauf reflektieren, aus Dürrheim. 
Soweit die Tatsachen, die ich gelegentlich meines Synagogenbesuches kennen lernte. Ich erfuhr, dass sämtliche Kaufläden am Schabbos geöffnet sind, während die Viehhändler an diesem Tage keinen Handel treiben. Dass angesichts solcher Verhältnisse ein Gottesdienst am Sabbatmorgen selten zustande kommt, und dass die jungen Leute kaum mehr hebräisch lesen können, konnte mich nicht verwundern, Desto mehr erstaunte ich, als ich später erfuhr, dass es nicht 7, sondern tatsächlich 22 jüdische Steuerzahler und nur ein einziges Schulkind in der Stadt gebe.
Ich besuchte einige Familien und war entzückt von dem freundlichen Entgegenkommen, das ist dort fand. Mit großer Herzlichkeit nahm man den fremden Bruder bei sich auf und sprach sich mit ihm offen über viele der mannigfachen Probleme aus, die die Juden im allgemeinen und jene kleine Schar im besonderen berühren. Offene Herzen! Tief darfst du hineinschauen, und wenn auch noch so viel Schutt und Geröll dort lagert, auf dem Grunde findest du Perlen. 
Welche verschiedenartige Reste jüdischen Lebens, kannst du da ausgraben! Siehst nebeneinander die Matrone, die noch nie den Sabbat entheiligt hat, ja, sogar noch die "neun Tage" hält, und ihren erwachsenen Sohn, dem es schon gleichgültig ist, ob seine Kinder später die Speisegesetze beachten werden, da er selbst dadurch so viele Entbehrungen erleiden muss, die in dem gemeindelosen Zustand ihre Ursache haben, -und schon eine Viertelstunde später gewahrst du, wie neue und bessere Erkenntnis bei ihm Platz greift. Hörst die begeisterten Erzählungen von der in guten jüdischen Gemeinden verlebten Jugendzeit und genießest mit, wenn da die Augen aufleuchten und die Seelen sich laben an Erinnerungen längst vergangener Zeiten. Du fühlst den Hunger mit, den diese Leute empfinden nach einem Ton aus jüdischer Brust, nach einem Worte der Belehrung und Erbauung und erhältst so eine Vorstellung davon, welch gute Bausteine zu einer besseren Zukunft des Judentums hier ungenützt am Wege liegen bleiben.
Muss das so sein. Ist hier gar nichts zu ändern? - O doch! Mit kleinen Mitteln wäre an welchen Orten eine wesentlich Änderung zu treffen. Eine Gemeinde gründen, einen Vorbeter und Schächter anstellen, der in der Lage ist, mindestens elementaren hebräischen Unterricht zu erteilen, das wären die ersten Maßnahmen. Vor allem fehlt aber an solchen Orten - sagen wir die "innere Mission". Wenn ein Bezirksrabbiner es sich zur Aufgabe machen wollte, an solchen aufstrebenden Plätzen wie Villingen und Donaueschingen die einzelnen
Villingen Israelit 19081926b.jpg (76050 Byte)Familien aufzurütteln, den jüdischen Opfersinn in ihnen aus neue anzufachen, ihnen die Vergangenheit in ihrem Glanze und die Gegenwart und Zukunft in ihrer Öde wie in einem Spiegel vorzuweisen, es müsste und würde ihm gelingen, an Stelle der unhemmbar niedergehenden Dorfgemeinden aufblühende Stadtgemeinden zu pflanzen. In jener Zeit, gerade, als ich die Orte Villingen und Donaueschingen besuchte, da feierte die Gemeinde Wangen am Bodensee das hundertjährige Bestehen ihrer Synagoge. Von nah und fern strömten die Teilnehmer an dem Feste dorthin, wo an Stelle der einst mehr als fünfzig Familien umfassenden stattlichen Gemeinde heute nur zwölf Haushaltungen mit - was noch trauriger ist - nur 25 Seelen der Zeit entgegensehen, in der das große schöne Gotteshaus am See gänzlich verwaist sein wird. Wert dort an jedem - Festtage? - gehört hat, was Erinnerung unter Herzkrämpfen erzählte aus Wangen und Mühlheim, aus Gailingen und Randegg, wer die bunten Bilder, hervorgeholt aus der Kammer des Herzens und erfasst mit den Händen der Sehnsucht, geschaut hat, der wird andere darüber aufklären können, dass der Niedergang des Judentums auf dem Lande einen Verlust bedeutet, für den es einen Ersatz schlechtweg nicht gibt."

  
80. Geburtstag des langjährigen Gemeindevorstehers Salomon Bloch (1936) 

Villingen CV 01101936.jpg (21174 Byte) Meldung in der "CV-Zeitung" (Zeitung des Central-Vereins) vom 1. Oktober 1936: "Salomon Bloch (Villingen), Vorsteher der Kultusgemeinde, vollendet am 10. Oktober sein 80. Lebensjahr."

    

Fotos 
Historische Fotos  

Historische Fotos sind nicht bekannt, Hinweise bitte an den 
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite

Fotos nach 1945/Gegenwart   
(Fotos: Hahn)  

Fotos um 1985   Villingen Synagoge 100.jpg (76291 Byte) Villingen Synagoge 101.jpg (96370 Byte)
   Brunnen in der Gerberstraße mit
 Gedenktafel für den Betsaal
Gedenktafel für den Betsaal der 
Villinger Gemeinde
          
Neuere Fotos 
(Hahn, Aufnahmen vom 27.7.2011) 
Villingen Betsaal 170.jpg (121724 Byte) Villingen Betsaal 171.jpg (101429 Byte)  
  Haus des ehemaligen jüdischen Betsaales in der Gerberstraße 33. Das Haus hatte der
 Viehhändler Louis Schwarz 1898 gekauft. Im Erdgeschoss befand sich seine
 Viehhandlung. Im 1. Stock war der Betsaal der jüdischen Gemeinde in Villingen.
     
Gedenken an 
die Synagoge  
Villingen Stadt 28010.jpg (105602 Byte) Villingen Stadt 323.jpg (140319 Byte)
  Der Brunnen mit der Gedenktafel in der Gerberstraße; Inschrift: "in dieser Strasse befand sich bis zum 09.11.1938 der Betsaal der jüdischen Gemeinde Villingen, der in der 'Kristallnacht' zerstört wurde. Diese Tafel soll der jüdischen Mitbürger gedenken, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, vertrieben oder getötet wurden".    
     
    Villingen Stadt 321.jpg (124525 Byte)  Villingen Stadt 322.jpg (135408 Byte)
     
     
Münsterbrunnen mit Gedenken
 an die jüdische Geschichte
Villingen Stadt 28012.jpg (163754 Byte) Villingen Stadt 28013.jpg (173951 Byte)
   Auf dem 1989 auf der Nordseite des Münsterplatzes erstellten Brunnens (Künstler:
 Klaus Ringwald) erinnert eine Tafel an die jüdische Geschichte mit der Inschrift: 
"1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Es wird Nacht über Deutschland. 
Die jüdische Gemeinde ist verjagt oder ausgerottet. Das K.Z. bedroht die Freiheit 
der Gedanken, der Worte und der Gewissen."
      
Begräbnisplatz verstorbener 
jüdischer Personen aus Villingen: 
der jüdische Friedhof in Randegg
 
Randegg Friedhof 192.jpg (70265 Byte)  
  Grabstein für den Arzt in Villingen 
Dr. Leopold Hahn (1874-1925) 
 

     
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

2004: Die Verlegung von "Stolpersteinen" im Stadtgebiet Villingen-Schwenningen wird vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt  
Artikel von Eberhard Stadler im "Südkurier" vom 22. April 2004 (Artikel): "Villingen-Schwenningen. "Stolpersteine" als Stein des Anstoßes. 
Wie provozierend die unselige Vergangenheit des Dritten Reiches auch knapp 60 Jahre nach seinem Untergang in die Gegenwart wirkt, zeigte sich gestern im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates. Die Mehrheit der Stadträte lehnte es ab, künstlerisch gestaltete "Stolpersteine" in der Stadt verlegen zu lassen, die an ehemalige jüdische Mitbürger erinnern sollen..."   
    
Januar 2010: Schülerprojekt über Schülerinnen jüdischer Herkunft an den St.-Ursula-Schulen in Villingen     
Artikel von Wolfgang Trenkle im "Schwarzwälder Boten" vom 1. Februar 2010 (Artikel): "Geschichte auf dem Dachboden. 
VS-Villingen. Gerne hätten auch sie zwanglos auf dem Schulhof gespielt, Kindergeburtstag gefeiert, Freunde gefunden, ein ganz normales Leben gelebt. Doch der Rassenwahn der Nazis hat vieles verhindert oder zerstört. 

In einer Projektarbeit haben sich im Sommer drei Abiturienten der St.-Ursula-Schulen mit früheren Schülerinnen jüdischer Herkunft ihrer Schule beschäftigt (wir berichteten)..."   
    
Von Januar bis März 2010 war in Villingen eine Station der Ausstellung:       
"200 Jahre jüdische Religionsgemeinschaft in Baden -. Gleiche Rechte für alle?" In Villingen vom 24. Januar bis 7. März 2010 im Franziskanermuseum - Stadtarchiv 
 
Das Begleitprogramm (als pdf-Datei downloadbar)
Villingen Ausstellung 2009-10.jpg (101954 Byte) Link zur Seite des Landesarchivs Baden-Württemberg mit Informationen über diese Ausstellung  
Schülerarbeitsblätter zur Ausstellung (pdf-Datei, zum Herunterladen)
   
Februar 2010: Führung auf den Spuren der jüdischen Geschichte durch Villingen mit Heinz Lörcher       
Artikel von Christina Nack im "Südkurier" vom 22. Februar 2010 (Artikel):  eingestellt als pdf-Datei   
   
Juli 2010: Erinnerung an den Initiator der Gedenktafel in der Gerberstraße Rudolf Janke  
Artikel von Eberhard Stadler im "Südkurier" - Ausgabe Villingen-Schwenningen vom 9. Juli 2010 (Artikel): 
"Janke und die Erinnerung. 
Villingen-Schwenningen
– Erinnert sich noch jemand an Rudolf Janke? Er war der Mann, der dafür gesorgt hat, dass in Villingen eine kleine Erinnerungsstätte für die ehemalige jüdische Gemeinde und deren gewalttätige Zerstörung durch die Nazis in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 errichtet wurde. Viele Jahre musste Rudolf Janke kämpfen, bis diese Gedenktafel in der Villinger Gerberstraße angebracht werden konnte. Sie erinnert an die von den Nazis zerstörte jüdische Gemeinde..."     
   
Mai 2011: Aufstellung des Gurs-Mahnmales am Bahnhof     
Artikel von Eva-Maria Huber im "Schwarzwälder Boten" vom 6. Mai 2011 (Artikel): "Ein Stern, der in die Zukunft weist. 
Villingen-Schwenningen.
Ein starkes Symbol an einem stark belebten Platz: Ein aus dem Villinger Wappen herausgebrochener Judenstern auf dem Mahnmal für die deportierten Juden, das gestern auf dem Villinger Bahnhofsvorplatz enthüllt wurde, mahnt und setzt Zeichen inmitten des Alltags..."  
   
Fotos von der Enthüllung 
des Mahnmales 

(©  Michael Zimmermann, Villingen-Schwenningen)
Villingen Mahnmal 132.jpg (106092 Byte) Villingen Mahnmal 131.jpg (122745 Byte) Villingen Mahnmal 130.jpg (97508 Byte) Villingen Mahnmal 130a.jpg (45021 Byte)
Das Mahnmal für die deportierten Villinger Juden wurde von Oberbürgermeister Rupert Kubon enthüllt. Das zweite Foto von links zeigt ihn mit den verantwortlichen Jugendlichen, Pastoralreferent Tobias Weiler und Künstler Matthias Schmiechen (links). Texttafel vor dem Mahnmal: "Dieses Mahnmal erinnert an die Deportation von 11 jüdischen Bürgern/-innen aus Villingen in das Internierungslager Gurs (Frankreich) am 22. Oktober 1940 durch die Nationalsozialisten. Der Stein zeigt das Villinger Wappen, aus dem ein Stück in Form eines Davidsterns herausgebrochen wurde. Jugendliche der St.-Ursula Schulen und der kirchlichen Jugendarbeit haben in Verbindung mit dem Ökumenischen Jugendprojekt 'Mahnmal' den Memorialstein entworfen und realisiert. Spenden engagierten Bürger/-innen ermöglichten seine Herstellung. Die Stadt Villingen-Schwenningen stellte der Platz zur Verfügung und übernahm die Aufstellung des Steins".   
   
Juli 2011: Bericht über die Ausstellung "Juden am obersten Neckar"  
Artikel im "Südkurier" (Lokalausgabe Villingen-Schwenningen) vom 13. Juli 2011 (Artikel): "Jüdisches Leben bereichert Unterricht [0] 
Das Deutenberg-Gymnasium zieht positive Bilanz zum Ende der Ausstellung 'Juden am obersten Neckar'. Die wechselt zum neuen Schuljahr nach Villingen ans Hoptbühl-Gymnasium.  

Villingen-Schwenningen (miz).  Anderthalb Jahre war dank der Initiative der Schwenninger Museumsgesellschaft die Ausstellung über die 'Juden am obersten Neckar' im Gymnasium am Deutenberg zu sehen. Im neuen Schuljahr zieht die pädagogisch aufbereitete Geschichtsschau nach Villingen. Am Deutenberg-Gymnasium war die Ausstellung ein Erfolg..."  
  
August 2011: In Villingen werden auf Grund der 2004 im Gemeinderat geführten Diskussion keine "Stolpersteine" verlegt    
Artikel im "Schwarzwälder Boten" (`Lokalausgabe") vom 19. August 2011 (Artikel): "Nein zu Stolperstein
Villingen-Schwenningen
(st). Vor sieben Jahren führten die Stadträte eine intensive Diskussion über Gedenksteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische und andere Mitbürger in der Doppelstadt, die so genannten Stolpersteine. Der Gemeinderat entschied sich schließlich dagegen..."  
  

    
      

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Villingen-Schwenningen mit Geschichtstafel    

Literatur:  

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 242-243.  
Germania Judaica II,2 S. 854-855, III,2 S. 1536-1540.  
Andreas Faustein/Stefanie Fuchs/Sebastian Holzmann/Simone Simmerer/Bernd Schenkel:  
Juden in Villingen im 14. und 15 Jahrhundert, Reihe: Blätter zur Geschichte der Stadt Villingen-Schwenningen. Heft 2/97. 8 Seiten.  
Inventar über die Bestände des Stadtarchivs Villingen. 1-2. Bearb. H.J. Wollasch. 1971-1972.  
Kathrin Engel/Katja Hauser/Tatjana Kzimann: Judenschicksale in Villingen. Zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Mitbürger der Stadt Villingen. Reihe: Blätter zur Geschichte der Stadt Villingen-Schwenningen. Heft 1/1994. 8 Seiten.   
Weitere Arbeiten entstanden 2003 im Zusammenhang mit dem Geschichtspreis des Oberbürgermeisters    
Projektdokumentation des ökumenischen Mahnmalprojekts "Mahnmal für die deportieren Jüdinnen und Juden Badens" - Projektgruppe Villingen. Eine Projektarbeit von Alexandra Eberhard, Julia Ganter, Tim Hauser, Jonas Mauch, Johannes Staudt, Lea Sturm, Michaela Schwert und Fabian Weil. 2010. Eingestellt als pdf-Datei.    
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Villingen Baden. The medieval community was wiped out in the Black Death persecutions of 1348-49 and a new community was expelled in 1510. The community was reestablished after emancipation in 1862 and numbered 75 in the Nazi era, affiliated with the Randegg congregation. Forty-two emigrated, ten left for other German cities, and 11 were deported. At least 18 perished in camps.  
   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 09. Dezember 2011