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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Villingen (Stadt Villingen-Schwenningen,
Schwarzwald-Baar-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge/Betsaal
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english
version)
Mittelalter
In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts
habsburgischen Stadt Villingen bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter.
Erstmals werden 1324 Juden in der Stadt genannt. Die Judenverfolgung in der
Pestzeit 1348/49 vernichtete die Gemeinde. Von Ende des 14. Jahrhunderts bis zur
Ausweisung der Juden 1510 werden wieder einige jüdische Einwohner in der Stadt
genannt.
19./20. Jahrhundert
Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert (ab 1862)
konnten jüdische Personen wieder zuziehen. Nachdem 1895 die Zahl der jüdischen
Einwohner in Villingen auf 37 Personen angewachsen war, gründeten sie eine jüdische
Gemeinde, die der Gemeinde in Randegg als
Filialgemeinde zugewiesen wurde. 1900 zählte Villingen 62 jüdische Einwohner,
die vor allem aus Gailingen und Randegg
zugezogen waren.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal (s.u.). Die
Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Randegg
beigesetzt. 1902 wurde eine Religionslehrer-, Vorsänger und Schächterstelle
für Villingen ausgeschrieben (siehe unten). Ob sie besetzt wurde, ist nicht
bekannt. 1926 kam zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde (vom
Unterricht bis zum Schächten) regelmäßig der jüdische Lehrer aus Randegg
nach Villingen (siehe unten Bericht von 1926). Die Gemeinde gehörte zusammen mit Randegg zum Rabbinatsbezirk
Gailingen.
Um 1924, als zur Villinger Filialgemeinde 45 Personen gehörten (in 12
Haushaltungen), war Gemeindevorsteher Salomon Bloch.
Bis nach 1933 bestanden mehrere jüdische Handels- und
Gewerbebetriebe in der Stadt, darunter Viehhandlungen, ein Immobiliengeschäft,
Textilgeschäfte und ein Kaufhaus. Auch ein jüdischer Rechtsanwalt hatte sich
in der Stadt niedergelassen. Es handelte sich dabei insbesondere um
folgende Betriebe: Viehhandlung Hermann Bikart
(Kanzleigasse 6), Viehhandlung Louis Bikart (Waldstraße 11), Konfektionsgeschäft
Salomon Bloch (Rietstraße 15), Textilgeschäft Josef Boß (Obere Straße 1),
Immobilien Karl Rothschild (Waldstraße 27), Textilgeschäft Heinrich Schwab und
Viehhandlung Jakob Schwab (Rietstraße 40), Viehhandlung Hugo Schwarz (Gerberstraße
33), Reisegeschäft Felix Zaitschek (Friedrichstraße 7), ferner Rechtsanwalt
Bernhard Schloß (Luisenstraße 8).
1933 lebten 60 jüdische Personen in Villingen. Auf Grund der
einsetzenden Entrechtung, der Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen
Boykotts ist in den folgenden Jahren ein Teil der jüdischen Einwohner aus
Villingen verzogen. An sind nach Villingen noch zugezogen. Zu ersten
Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner war es bereits 1933 gekommen. Von
insgesamt 75 nach 1933 registrierten jüdischen Einwohnern konnten 42
emigrieren. Am 22. Oktober 1940 wurden 11 jüdische Einwohner nach Gurs
deportiert.
Von den in Villingen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jeanette Bikart geb.
Guggenheim (1892), Louis Bikart (1893), Ruth Bikart (1921), Silva Bikart (1926),
Hermann Faber (1908), Berthold Haberer (1882), Heorgine Haberer geb. Seckels
(1893), Julius Kahn (1867), Simon Kahn (1863), Heinrich Schwab (1885), Martha
Schwab (1894), Bertha Schwarz geb. Fröhlich (1863), Irma Schwarz geb.
Oberndörfer (1900), Julie Schwarz (1903), Emma Zaitschek (1903), Lina Zaitschek
geb. Rosner (1868).
Nach 1945
Die seit den 1990er-Jahren überwiegend aus den GUS-Ländern
in Villingen-Schwenningen wieder zugezogenen jüdischen Personen bildeten
zunächst mit den
jüdischen Einwohnern im Bereich von Rottweil
eine gemeinsame Gemeinde.
Seit 2006
besteht eine "Jüdische Gemeinde
Villingen-Schwenningen und Schwarzwald Baar e.V." (Link zur Website
der Gemeinde).
Zur Geschichte der Synagoge / des Betsaals
Das mittelalterliche
jüdische Wohngebiet lag in der Oberstadt. Eine Synagoge, die 1379 als
"Judenschule" genannt wird, befand sich im Winkel zwischen dem Münsterplatz
und der heutigen Kronengasse. Nach der Judenverfolgung 1349 ging sie in den
Besitz des Spitals über.
Aus der Geschichte der
jüdischen Gemeinde
Mittelalter
Über den aus Villingen stammenden Juden Mathis Eberler und die Geschichte
seiner Nachkommen in Basel (zu einem Vortrag von 1905)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. März
1905: "Basel. In der hiesigen historischen Gesellschaft hielt
Herr Dr. August Burkhardt einen äußerst interessanten Vortrag über 'die
Eberler genannt Grünzweig, eine Basler Familie des 14. und 15.
Jahrhunderts.'
Es ist dies die Geschichte einer jüdischen Familie im ausgehenden
Mittelalter und zugleich ein Stück Rechts- und Kulturgeschichte. Basel
hat die Juden früher als andere oberdeutsche Städte aufgenommen und
schon am Anfang des 13. Jahrhunderts existierte hier eine starke jüdische
Kolonie. Bischof Heinrich von Thun musste den Juden im Jahre 1223 den
Domschatz verpfänden. Das Ghetto befand sich am Rindermarkt, im heutigen
Grünpfahlgässchen, der Friedhof da, wo jetzt der Werkhof steht. Im 14.
Jahrhundert ging es auch den Juden in Basel schlecht, weil man sie, wie
überall, falsch beschuldigte, die Brunnen vergiftet zu haben. Im Jahre
1349 wurden alle erwachsenen Juden in einem hölzernen Haus auf einer
Rheininsel verbrannt, die Kinder aber getauft und im christlichen Glauben
erzogen. Der Rat verbot, dass fernerhin Juden in der Stadt wohnen
dürften. Doch bald waren dieselben wieder hier ansässig. Sie wurden
Bürger und werden sogar zu Staatsämtern zugelassen, ein gutes Zeugnis
für die Toleranz im 14. und 15. Jahrhundert gegenüber späteren Zeiten.
Das typische Beispiel einer solchen jüdischen Familie sind die Eberler
oder Eberlin, die den Beinamen 'Grünzweige' annahmen. Der Stammvater
Mathis Eberler aus Villingen erlangt 1393 auf dem Muttenzer Zug mit
500 anderen das Basler Bürgerrecht. Er ist Schlosser, steigt in
politischen und militärischen Ämtern rasch aufwärts und wird 1445
Hauptmann des eroberten 'Steins zu Rheinfelden'. So überraschend
entwickeln sich Reichtum und Macht der Familie, dass ein Enkel des
eingewanderten Villinger Juden Schlossherr zu Hiltalingen und Gemahl einer
Geroldseck wird. Natürlich hört damit auch das Geschlecht auf, ein
jüdisches zu sein. Doch andererseits ist es Tatsache, dass, nachdem sich
dieses Geschlecht mit den angesehensten Familien der Stadt verschwägert
hatte, heute noch unter den alten Baslern keiner ist, in dessen Adern
nicht das Blut des Juden Mathis Eberler von Villingen rollt." |
19./20. Jahrhundert
Anzeige: Religionslehrer für die Filialgemeinde
Villingen gesucht (1902)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. November 1902:
"Bei der Filialgemeinde Villingen ist die neu errichtete Religionsschulstelle,
verbunden mit dem Vorsänger- und Schächterdienst sofort
zu besetzen. Gehalt 800 Mark, Mietsentschädigung Mark 100 und
Schulaversum Mark 100 jährlich. Ledige Bewerber wollen beglaubigte
Zeugnisabschriften an unterzeichnete Stelle baldigst einsenden.
Bezirkssynagoge Gailingen (Baden)." |
Bericht vom Besuch eines orthodoxen Juden in
Villingen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1926
Artikel
aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1926: "Die Kreisstadt
Villingen an der Schwarzwaldbahn ist ein
landwirtschaftlich und wirtschaftlich hervorragender Platz. Seine breiten,
sauberen Straßen, seine Mauern und Tortürme, seine Anlagen und Burgen geben
eine glückliche Mischung von Altertümlichem und Modernem. Allenthalben bemerkt
das Auge des Besuchers Interessantes, und unverkennbar ist ein Ausdruck von
Behaglichkeit, der über dem Stadtganzen ruht.
Auf meine Frage nach der jüdischen Bevölkerung antwortet man mir, in Villingen
sei keine jüdische Gemeinde. Ich muss wohl recht zweifelnd zurückgeschaut
haben, denn in dieser belebten Handels- und Gewerbestadt hatte ich allerdings
Glaubensgenossen vermutet. Aber obwohl mir mein Gewährsmann versicherte, dass
Villingen keine jüdische Gemeinde besitze und noch nie eine solche in seinen
Mauern beschützt habe, erfuhr ich, dass einzelne jüdische Familien dort
wohnen. Die Ladenfirmen waren meine Wegweiser. Freundliche Menschen waren sofort
bereit, mir die Synagoge zu zeigen, einen einfachen Betsaal, der selten genug
benutzt wird. Man zählte mir sieben Familien auf, die zuweilen einen
Gottesdienst veranstalten, bei dem ein Gemeindemitglied vorbetet. Die
Toravorlesung aber unterbleibt. Eine eigene Gemeinde bildet Villingen in der Tat
nicht, es gehört zu dem - nicht nahen - Randegg.
Von dort kommt wöchentliche
einmal der Religionslehrer zu einer Unterrichtsstunde und zum
Geflügelschächten. Koscherfleisch beziehen die paar Familien, de darauf
reflektieren, aus Dürrheim.
Soweit die Tatsachen, die ich gelegentlich meines Synagogenbesuches kennen
lernte. Ich erfuhr, dass sämtliche Kaufläden am Schabbos geöffnet sind,
während die Viehhändler an diesem Tage keinen Handel treiben. Dass angesichts
solcher Verhältnisse ein Gottesdienst am Sabbatmorgen selten zustande kommt,
und dass die jungen Leute kaum mehr hebräisch lesen können, konnte mich nicht
verwundern, Desto mehr erstaunte ich, als ich später erfuhr, dass es nicht 7,
sondern tatsächlich 22 jüdische Steuerzahler und nur ein einziges Schulkind in
der Stadt gebe.
Ich besuchte einige Familien und war entzückt von dem freundlichen
Entgegenkommen, das ist dort fand. Mit großer Herzlichkeit nahm man den fremden
Bruder bei sich auf und sprach sich mit ihm offen über viele der mannigfachen
Probleme aus, die die Juden im allgemeinen und jene kleine Schar im besonderen
berühren. Offene Herzen! Tief darfst du hineinschauen, und wenn auch noch so
viel Schutt und Geröll dort lagert, auf dem Grunde findest du Perlen.
Welche verschiedenartige Reste jüdischen Lebens, kannst du da ausgraben! Siehst
nebeneinander die Matrone, die noch nie den Sabbat entheiligt hat, ja, sogar
noch die "neun Tage" hält, und ihren erwachsenen Sohn, dem es schon
gleichgültig ist, ob seine Kinder später die Speisegesetze beachten werden, da
er selbst dadurch so viele Entbehrungen erleiden muss, die in dem gemeindelosen
Zustand ihre Ursache haben, -und schon eine Viertelstunde später gewahrst du,
wie neue und bessere Erkenntnis bei ihm Platz greift. Hörst die begeisterten
Erzählungen von der in guten jüdischen Gemeinden verlebten Jugendzeit und
genießest mit, wenn da die Augen aufleuchten und die Seelen sich laben an Erinnerungen
längst vergangener Zeiten. Du fühlst den Hunger mit, den diese Leute empfinden
nach einem Ton aus jüdischer Brust, nach einem Worte der Belehrung und Erbauung
und erhältst so eine Vorstellung davon, welch gute Bausteine zu einer besseren
Zukunft des Judentums hier ungenützt am Wege liegen bleiben.
Muss das so sein. Ist hier gar nichts zu ändern? - O doch! Mit kleinen Mitteln
wäre an welchen Orten eine wesentlich Änderung zu treffen. Eine Gemeinde
gründen, einen Vorbeter und Schächter anstellen, der in der Lage ist,
mindestens elementaren hebräischen Unterricht zu erteilen, das wären die
ersten Maßnahmen. Vor allem fehlt aber an solchen Orten - sagen wir die
"innere Mission". Wenn ein Bezirksrabbiner es sich zur Aufgabe machen
wollte, an solchen aufstrebenden Plätzen wie Villingen und Donaueschingen die
einzelnen |
Familien
aufzurütteln, den jüdischen Opfersinn in ihnen aus neue anzufachen,
ihnen die Vergangenheit in ihrem Glanze und die Gegenwart und Zukunft in
ihrer Öde wie in einem Spiegel vorzuweisen, es müsste und würde ihm
gelingen, an Stelle der unhemmbar niedergehenden Dorfgemeinden
aufblühende Stadtgemeinden zu pflanzen. In jener Zeit, gerade, als ich
die Orte Villingen und Donaueschingen besuchte, da feierte die Gemeinde Wangen
am Bodensee das hundertjährige Bestehen ihrer Synagoge. Von nah und
fern strömten die Teilnehmer an dem Feste dorthin, wo an Stelle der einst
mehr als fünfzig Familien umfassenden stattlichen Gemeinde heute nur
zwölf Haushaltungen mit - was noch trauriger ist - nur 25 Seelen der Zeit
entgegensehen, in der das große schöne Gotteshaus am See gänzlich
verwaist sein wird. Wert dort an jedem - Festtage? - gehört hat, was
Erinnerung unter Herzkrämpfen erzählte aus Wangen
und Mühlheim, aus Gailingen und Randegg,
wer die bunten Bilder, hervorgeholt aus der Kammer des Herzens und erfasst
mit den Händen der Sehnsucht, geschaut hat, der wird andere darüber
aufklären können, dass der Niedergang des Judentums auf dem Lande einen
Verlust bedeutet, für den es einen Ersatz schlechtweg nicht gibt." |
80. Geburtstag des langjährigen Gemeindevorstehers Salomon Bloch
(1936)
Meldung in der "CV-Zeitung" (Zeitung des Central-Vereins) vom 1.
Oktober 1936: "Salomon Bloch (Villingen), Vorsteher der
Kultusgemeinde, vollendet am 10. Oktober sein 80. Lebensjahr." |
Fotos
Historische Fotos
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Historische Fotos sind nicht bekannt,
Hinweise bitte an den
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite |
Fotos nach 1945/Gegenwart
(Fotos: Hahn)
| Fotos um 1985 |
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Brunnen in der Gerberstraße mit
Gedenktafel für den Betsaal |
Gedenktafel für den Betsaal der
Villinger Gemeinde |
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Neuere Fotos
(Hahn, Aufnahmen vom 27.7.2011) |
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Haus des ehemaligen jüdischen
Betsaales in der Gerberstraße 33. Das Haus hatte der
Viehhändler Louis Schwarz 1898 gekauft. Im Erdgeschoss befand sich
seine
Viehhandlung. Im 1. Stock war der Betsaal der jüdischen Gemeinde in
Villingen. |
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Gedenken an
die Synagoge |
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Der Brunnen mit
der Gedenktafel in der Gerberstraße; Inschrift: "in dieser Strasse
befand sich bis zum 09.11.1938 der Betsaal der jüdischen Gemeinde
Villingen, der in der 'Kristallnacht' zerstört wurde. Diese Tafel soll
der jüdischen Mitbürger gedenken, die in der Zeit der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, vertrieben oder
getötet wurden". |
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Münsterbrunnen mit
Gedenken
an die jüdische Geschichte |
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Auf dem 1989 auf
der Nordseite des Münsterplatzes erstellten Brunnens (Künstler:
Klaus
Ringwald) erinnert eine Tafel an die jüdische Geschichte mit der
Inschrift:
"1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Es wird
Nacht über Deutschland.
Die jüdische Gemeinde ist verjagt oder
ausgerottet. Das K.Z. bedroht die Freiheit
der Gedanken, der Worte und der
Gewissen." |
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Begräbnisplatz
verstorbener
jüdischer Personen aus Villingen:
der jüdische Friedhof in Randegg |
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Grabstein für den Arzt in
Villingen
Dr. Leopold Hahn (1874-1925) |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| 2004:
Die Verlegung von "Stolpersteinen" im
Stadtgebiet Villingen-Schwenningen wird vom Gemeinderat mehrheitlich
abgelehnt |
Artikel von Eberhard Stadler im
"Südkurier" vom 22. April 2004 (Artikel):
"Villingen-Schwenningen. "Stolpersteine" als Stein des Anstoßes.
Wie provozierend die unselige Vergangenheit des Dritten Reiches auch knapp 60 Jahre nach seinem Untergang in die Gegenwart wirkt, zeigte sich gestern im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates. Die Mehrheit der Stadträte lehnte es ab, künstlerisch
gestaltete "Stolpersteine" in der Stadt verlegen zu lassen, die an ehemalige jüdische Mitbürger erinnern sollen..."
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| Januar 2010:
Schülerprojekt über Schülerinnen jüdischer
Herkunft an den St.-Ursula-Schulen in Villingen |
Artikel von Wolfgang Trenkle im
"Schwarzwälder Boten" vom 1. Februar 2010 (Artikel):
"Geschichte auf dem Dachboden.
VS-Villingen. Gerne hätten auch sie zwanglos auf dem Schulhof gespielt, Kindergeburtstag gefeiert, Freunde gefunden, ein ganz normales Leben gelebt. Doch der Rassenwahn der Nazis hat vieles verhindert oder zerstört.
In einer Projektarbeit haben sich im Sommer drei Abiturienten der St.-Ursula-Schulen mit früheren Schülerinnen jüdischer Herkunft ihrer Schule beschäftigt (wir berichteten)..." |
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| Von Januar
bis März 2010 war in Villingen eine Station der Ausstellung: |
"200 Jahre
jüdische Religionsgemeinschaft in Baden -. Gleiche Rechte für
alle?" In Villingen vom 24. Januar bis 7. März 2010 im
Franziskanermuseum - Stadtarchiv
Das Begleitprogramm (als pdf-Datei downloadbar) |
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Link
zur Seite des Landesarchivs Baden-Württemberg mit Informationen über diese
Ausstellung
Schülerarbeitsblätter
zur Ausstellung (pdf-Datei, zum Herunterladen) |
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| Februar 2010:
Führung auf den Spuren der jüdischen Geschichte
durch Villingen mit Heinz Lörcher |
| Artikel von Christina Nack im
"Südkurier" vom 22. Februar 2010 (Artikel):
eingestellt als
pdf-Datei |
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| Juli
2010: Erinnerung an den Initiator der
Gedenktafel in der Gerberstraße Rudolf Janke |
Artikel von Eberhard Stadler im "Südkurier" - Ausgabe
Villingen-Schwenningen vom 9. Juli 2010 (Artikel):
"Janke und die Erinnerung.
Villingen-Schwenningen – Erinnert sich noch jemand an Rudolf Janke? Er war der Mann, der dafür gesorgt hat, dass in Villingen eine kleine Erinnerungsstätte für die ehemalige jüdische Gemeinde und deren gewalttätige Zerstörung durch die Nazis in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 errichtet wurde.
Viele Jahre musste Rudolf Janke kämpfen, bis diese Gedenktafel in der Villinger Gerberstraße angebracht werden konnte. Sie erinnert an die von den Nazis zerstörte jüdische Gemeinde..."
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| Mai
2011: Aufstellung des Gurs-Mahnmales
am Bahnhof |
Artikel von Eva-Maria Huber im
"Schwarzwälder Boten" vom 6. Mai 2011 (Artikel):
"Ein Stern, der in die Zukunft weist.
Villingen-Schwenningen. Ein starkes Symbol an einem stark belebten Platz: Ein aus dem Villinger Wappen herausgebrochener Judenstern auf dem Mahnmal für die deportierten Juden, das gestern auf dem Villinger Bahnhofsvorplatz enthüllt wurde, mahnt und setzt Zeichen inmitten des Alltags..." |
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Fotos von der
Enthüllung
des Mahnmales
(© Michael Zimmermann, Villingen-Schwenningen) |
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| Das Mahnmal für die deportierten Villinger Juden wurde von
Oberbürgermeister Rupert Kubon enthüllt. Das zweite Foto von links zeigt ihn mit den verantwortlichen Jugendlichen, Pastoralreferent Tobias Weiler und Künstler Matthias Schmiechen
(links). Texttafel vor dem Mahnmal: "Dieses Mahnmal erinnert an
die Deportation von 11 jüdischen Bürgern/-innen aus Villingen in das
Internierungslager Gurs (Frankreich) am 22. Oktober 1940 durch die
Nationalsozialisten. Der Stein zeigt das Villinger Wappen, aus dem ein Stück
in Form eines Davidsterns herausgebrochen wurde. Jugendliche der
St.-Ursula Schulen und der kirchlichen Jugendarbeit haben in Verbindung
mit dem Ökumenischen Jugendprojekt 'Mahnmal' den Memorialstein entworfen
und realisiert. Spenden engagierten Bürger/-innen ermöglichten seine
Herstellung. Die Stadt Villingen-Schwenningen stellte der Platz zur Verfügung
und übernahm die Aufstellung des Steins". |
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| Juli
2011: Bericht über die Ausstellung
"Juden am obersten Neckar" |
Artikel im "Südkurier" (Lokalausgabe Villingen-Schwenningen)
vom 13. Juli 2011 (Artikel):
"Jüdisches Leben bereichert Unterricht [0]
Das Deutenberg-Gymnasium zieht positive Bilanz zum Ende der Ausstellung 'Juden am obersten
Neckar'. Die wechselt zum neuen Schuljahr nach Villingen ans Hoptbühl-Gymnasium.
Villingen-Schwenningen (miz). Anderthalb Jahre war dank der Initiative der Schwenninger Museumsgesellschaft die Ausstellung über die
'Juden am obersten Neckar' im Gymnasium am Deutenberg zu sehen. Im neuen Schuljahr zieht die pädagogisch aufbereitete Geschichtsschau nach Villingen.
Am Deutenberg-Gymnasium war die Ausstellung ein Erfolg..." |
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| August
2011: In Villingen werden auf Grund
der 2004 im Gemeinderat geführten Diskussion keine
"Stolpersteine" verlegt |
Artikel im "Schwarzwälder
Boten" (`Lokalausgabe") vom 19. August 2011 (Artikel):
"Nein zu Stolperstein
Villingen-Schwenningen (st). Vor sieben Jahren führten die Stadträte eine intensive Diskussion über Gedenksteine zur Erinnerung an ehemalige jüdische und andere Mitbürger in der Doppelstadt, die so genannten Stolpersteine. Der Gemeinderat entschied sich schließlich dagegen..."
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 242-243. |
 | Germania Judaica II,2 S. 854-855, III,2 S. 1536-1540. |
 | Andreas Faustein/Stefanie Fuchs/Sebastian Holzmann/Simone
Simmerer/Bernd Schenkel:
Juden in Villingen im 14. und 15 Jahrhundert, Reihe: Blätter zur Geschichte
der Stadt Villingen-Schwenningen. Heft 2/97. 8 Seiten. |
 | Inventar über die Bestände des Stadtarchivs Villingen. 1-2. Bearb. H.J.
Wollasch. 1971-1972. |
 | Kathrin Engel/Katja Hauser/Tatjana Kzimann:
Judenschicksale in Villingen. Zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen
Mitbürger der Stadt Villingen. Reihe: Blätter zur Geschichte der Stadt
Villingen-Schwenningen. Heft 1/1994. 8 Seiten. |
 | Weitere Arbeiten entstanden 2003 im Zusammenhang mit dem Geschichtspreis
des Oberbürgermeisters |
 | Projektdokumentation des ökumenischen Mahnmalprojekts
"Mahnmal für die deportieren Jüdinnen und Juden Badens" -
Projektgruppe Villingen. Eine Projektarbeit von Alexandra Eberhard,
Julia Ganter, Tim Hauser, Jonas Mauch, Johannes Staudt,
Lea Sturm, Michaela Schwert und Fabian Weil. 2010. Eingestellt
als pdf-Datei. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Villingen Baden. The
medieval community was wiped out in the Black Death persecutions of 1348-49 and
a new community was expelled in 1510. The community was reestablished after
emancipation in 1862 and numbered 75 in the Nazi era, affiliated with the Randegg
congregation. Forty-two emigrated, ten left for other German cities, and 11 were
deported. At least 18 perished in camps.

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