Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg  


Rexingen (Stadt Horb am Neckar, Kreis Freudenstadt) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  

        
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Siehe weitere Seite: Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
hier auch: Rückblick auf die Ausstellung 2008: Shavei Zion 1938-2008 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Links und Literatur   

         
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)  
  
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts dem Johanniterorden gehörenden Rexingen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1939/42. Ihre Entstehung geht in das 17. Jahrhundert zurück, als sich während oder nach der Zeit des Dreißigjährigen Krieges die ersten jüdischen Familien niederlassen konnten. In dem zur selben Kommentur des Johanniterordens gehörenden Ort Hemmendorf lebten 1621 drei jüdische Personen (mit Familien): Gußmann, Leo und LIebmann.  
 
1748 gab es elf jüdische Hausbesitzer in Rexingen: Liebmann, Leopold Abraham, Bär Gideon, Speritz Gideon, Jakob Veit Löwengart, Salomon Jakel, Abraham David, Liebmann Isaak, Isaak Abraham, Wolf Isaak und Salomon Simon. Die jüdischen Familien waren aus einer weiten Umgebung nach Rexingen zugezogen. So stammte die Familie Levi nach einer Familienüberlieferung aus Hohenems in Vorarlberg. Die Familie Löwengart dürfte aus Hechingen zugezogen sein, dorthin ursprünglich auch aus Hohenems. Die Familien Lemberger und Preßburger erinnerten mit ihren Herkunftsnamen an ihren Ursprungsort. Aus Mühringen stammte die Familie Hirschfelder, aus Unterschwandorf die Familie Neuburger. Auch die Familien Neckarsulmer, Straßburger und Zürndorfer erinnerten mit ihrem Namen an ihre Herkunftsorte Neckarsulm, Straßburg (bzw. Umgebung) und Zirndorf. Die Vorfahren der Familie Löwenstein sollen aus Polen oder Ungarn stammen.    
  
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1846 mit 427 Personen bzw. 1885 mit 425 Personen erreicht.  
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde u.a. eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Elementarschule/Volksschule seit 1824), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Als "Vorsinger" wurde 1780 Marx Wolf Zirndorf in Rexingen aufgenommen. Er war hier bis 1823 tätig. Sein Nachfolger Hirsch Wolf Königsberger (geb. 1803 in Weikersheim) trat 1823 sein Amt an, das er bis 1869 innehatte (gest. 1876). Erster Lehrer an der 1824 eingerichteten israelitischen Volksschule war Isaak Bickart (geb. 1802 in Rexingen als Sohn von Emanuel Bickart), der bis 1869 Lehrer in seinem Heimatort blieb (dann nach Ulm verzogen) und seit 1832 gleichzeitig Vorsänger der Gemeinde war. Unter ihm wurde die neue Synagoge erbaut. Nach Bickarts Zurruhesetzung 1869 wurde Samuel Preßburger israelitischer Volksschullehrer (geboren am 19. März 1844 in Rexingen). Er war Lehrer in Rexingen bis zu seinem Tod am 27. August 1887. Sein Nachfolger war Aaron Ascher (geb. 1858 in Weikersheim). Er wurde 1904 pensioniert und starb noch im selben Jahr. 1904 trat Samuel Spatz die Lehrerstelle an. Er blieb in Rexingen bis 1933 (gestorben in Stuttgart 1935). 1933 folgte Sev (Wolf) Berlinger (1909-1997) auf Samuel Spatz. Er war nur bis 1934 Lehrer in Rexingen (im April 1938 hat er mit der ersten Auswanderergruppe aus Württemberg die Siedlung Shavei Zion mit aufgebaut).      
Die Gemeinde gehörte bis 1911 zum Rabbinat Mühringen, seit 1914 zum Rabbinat Horb.  
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Gefreiter Julius genannt Jakob Gideon (geb. 24.7.1886 in Rexingen, gef. 1.4.1915), Karl Goldstein (geb. 7.1.1875 in Untermerzbach, vgl. Dokumente auf der Seite zu Untermerzbach, gest. 13.10.1918 in Gefangenschaft), Julius Lemberger (geb. 29.3.1894 in Rexingen, gef. 18.8.1916), Martin Löwengart (geb. 11.3.1899 in Rexingen, gef. 25.8.1918), Viktor Löwenstein (geb. 22.1.1885 in Rexingen, gef. 16.7.1915), Max Schorsch (geb. 21.8.1878 in Sindolsheim, gef. 16.10.1918), Ludwig Schwarz (geb. 28.6.1886 in Rexingen, gest. 16.11.1916 in Gefangenschaft), Adolf Sinn (geb. 25.10.1882 in Neckarbischofsheim, gef. 30.10.1917), Alfred Wälder (geb. 14.1.1885 in Rexingen, gef. 12.1.1917), Gefreiter Julius Veit Wälder (geb. 9.7.1892 in Rexingen, gef. 8.10.1915), Salomon Weil (geb. 19.6.1892 in Rexingen, gef. 7.9.1914), Leutnant Josef Zürndorfer (geb. 29.5.1888 in Rexingen, gef. 19.9.1915), Gefreiter Rubin Zürndorfer (geb. 27.12.1872 in Rexingen, gef. 14.10.1917). Außerdem sind gefallen: Hugo Lehmann (geb. 4.10.1890 in Rexingen, vor 1914 in Schwäbisch Gmünd wohnhaft, gef. 25.8.1915) und Alfred Zürndorfer (geb. 21.2.1889 in Rexingen, gef. 7.4.1918). Die Namen von 15 jüdischen Gefallenen finden sich auf einer Gedenktafel (mit Bildern) im Rathaus (Ratssaal). Die ehemaligen aus der Synagoge erhaltenen Gefallenen-Gedenktafeln werden im Erdgeschoss des ehemaligen Synagogengebäudes (heute: evangelische Kirche) aufbewahrt.
      
Die meisten jüdischen Familien lebten vom Viehhandel oder waren als Metzger, Wirte und Inhaber von Gemischtwarengeschäften tätig. An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden, in jüdischem Besitz befindlichen Handels- und Gewerbebetrieben sind bekannt: Lebens- und Futtermittelhandel Ferdinand Bamberger (Bergstraße 30), Vieh- und Rohwarenhandlung Siegmund Bodenheimer (Johanniterstraße 30), Handel mit Hosen, Seifen und Waschartikeln Willi Bodenheimer (Kirchstraße 31), Viehhandlung Isidor David (Schöllerstraße 5), Viehhandlung Max Fröhlich (Freudenstädter Straße, abgebrochen), Vieh-, Pferde- und Rauchwarenhandlung Elias Gideon (Kirchstraße 27), Viehhandlung Richard Gideon (Johanniterstraße 14), Viehhandlung Samuel Gideon (Bergstraße 29), Viehhandlung Siegmund Gideon (Kirchstraße 25), Viehhandlung und Metzgerei Heinrich Heimann (Bergstraße 30), Vieh- und Fellhandlung Alfred Hopfer (Freudenstädter Straße 32), Viehhandlung Hermann Hopfer (Kirchstraße 12), Viehhandlung Julius Hopfer (Freudenstädter Straße 30), Altgummi- und Autoreifenhandlung Josef Interstein (Lichtenbergstraße 3), Viehhandlung Adolf Landauer (Lichtenbergstraße 5), Viehhandlung Max Landauer (Osterhaldeweg 19), Viehhandlung Hermann Lemberger (Kirchstraße 29), Viehhandlung Karl und Isidor Lemberger (Freudenstädter Straße 11), Viehhandlung Simon Lemberger (Osterhaldeweg 13), Viehhandlung Adolf Levi (Freudenstädter Straße 5), Kohlenhandlung Alfred Levi (Osterhaldeweg 7), Vieh- und Rauchwarenhandlung Elias Levi (Kirchstraße 19), Viehhandlung Jacob Levi (Lichtenbergstraße 22), Viehhandlung Samuel Levi (Kirchstraße 19), Viehhandlung Simon Levi (Freudenstädter Straße 20), Metzgerei und Wirtschaft "Zum Deutschen Kaiser", Leopold Liebmann (im Besitz der Fam. Gideon) Freudenstädter Straße 14), Viehhandlung Manfred Löwengard (Lichtenbergstraße 25), Viehhandlung Max Löwengard (Schöllerstraße, abgebrochen), Viehhandlung Rudolf Löwengard (Lichtenbergstraße 24), Viehhandlung Walter Löwengard (Lichtenbergstraße 27), Kolonialwaren Juditha Löwenstein (Bergstraße 37), Viehhandlung Leopold Löwenstein (Freudenstädter Straße 22), Manufakturwaren David Neckarsulmer (Bergstraße 18), Kolonial- und Manufakturwaren Viktor Neckarsulmer OHG (Bergstraße 7), Viehhandlung Isidor Ottenheimer (Bergstraße 31), Fischhandel Gertrud Pollack (Kirchstraße 7), Fellhandel Selig Poßnansky (Schöllerstraße 5), Fellhandel Alfred Pressburger (Lichtenbergstraße 34), Viehhandlung Heinrich Pressburger (Lichtenbergstraße 26), Viehhandlung Josef Pressburger (Freudenstädter Straße 12), Viehhandlung Josef M. Pressburger (Freudenstädter Straße 9), Lebensmittel und Futterhandel Isak Pressburger (Freudenstädter Straße 70), Viehhandlung Julius E. Pressburger (Bergstraße 41), Viehhandlung Julius M. Pressburger (Freudenstädter Straße  18), Viehhandel und Rauchwaren Leopold und Willi Pressburger (Osterhaldeweg 1), Viehhandel und Landwirtschaft Max und Adolf Pressburger (Schöllerstraße 10/12), Viehhandlung Sally Rosenfelder (Bergstraße 36, abgebrochen), Woll-Lager Toni Schott (Freudenstädter Straße 36), Viehhandlung Elias Schwarz (Freudenstädter Straße 29, abgebrochen), Viehhandlung Leopold Schwarz (Freudenstädter Straße 31), Viehhandlung Ludwig Schwarz (Johanniterstraße 28), Viehhandlung Leopold Schwarz jr. (Bergstraße 36, abgebrochen), Teppichgroßhandlung Martin Schwarz (Bergstraße 29), Viehhandlung Rudolf Schwarz (Freudenstädter Straße 17), Textilwaren Siegfried Schwarz (Lichtenbergstraße , abgebrochen), Viehhandlung Hirsch Straßburger (Bergstraße 35), Viehhandlung Willi Wälder (Johanniterstraße 16/18), Viehhandel und Wirtschaft "Zur Rose" Leopold Wälder (Lichtenbergstraße 14), Mehlhandlung Simon Weil (Bergstraße 5), Viehhandel und Rauchwaren Max Zürndorfer (Lichtenbergstraße 16), Pferdehandlung Siegmund Pressburger (Freudenstädter Straße 45 und 48).
  
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 noch in Rexingen wohnhaften 217 jüdischen Einwohnern mindestens 70 ums Leben. Die Gemeinde erfuhr durch die Auswanderung eines Teils ihrer Mitglieder 1938 eine Neugründung in der israelischen Siedlung Shavei Zion nördlich von Akko. 
 
Von den in Rexingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Auguste Adler geb. Weil (1876), Mina Auerbacher geb. Schwab (1888), Feidel Bamberger (1878), Bona Bodenheimer geb. Schwarz (1887), Josef Bodenheimer (1882), Willi Bodenheimer (1887), Rosalie Dampf geb. Ettlinger (1869), Klara David geb. Löwenstein (1875), Simon Eichstetter (1876), Salomon Elsässer (1874), Sara Elsässer geb. Schwarz (1882), Selma Emanuel geb. Landauer (1891), Auguste Eppstein geb. Schwarz (1877), Alice Esslinger geb. Stern (1905), Helmut Esslinger (1936), Viktor Esslinger (1897), Auguste Fröhlich geb. Schwarz (1869), Martha Fröhlich geb. Münz (1895), Simon Fröhlich (1898), Bertha Gideon geb. Schwarz (1880), Elias Gideon (18890), Emilie Gideon geb. Bernheim (1870), Rosa Gideon (1871), Siegmund Gideon (1872), Mina Goldberger geb. Leiter (1896), Klara Haarburger geb. Levi (1879), Max Haarburger (1874), Rudolf Hely (1898), Erna Heß geb. Lemberger (1903), Richard Heß (1930), OIga Hopfer geb. Landauer (1886), Julius Hopfer (1873), Salli Hopfer (1903), Arnold Isenberg (1891), Friederike Isenberg geb. Leopold (1889), Pauline Kahn verh. Wälder (1887), Mina Krautheim geb. Eichstetter (1876), Ida Krailsheimer geb. Eisemann (1900), Sarah Krautmann (1900), Klara Landauer geb. Fröhlich (1853), Erich Lemberger (1935), Agnes Lemberger (1903), Fanny Lemberger geb. Bensinger (1893), Flora Lemberger (1890), Hilde Lemberger geb. Schwarz (1909), Isidor Lemberger (1892), Lothar Lemberger (1933), Rosa Lemberger geb. Gideon (1900), Siegfried Lemberger (1935), Sigwart Lemberger (1927), Thusitte Lemberger geb. Straßburger (1870), Toni Lemberger (1908), Elias Levi (1879) Hedwig Levi geb. Gideon (1879), Jeanette Levi geb. Hahn (1883), Kläre Levi (1920), Laura Levi (1876), Rosa Levi geb. Hess (1881), Salomon Levi (1874), Samuel Levi (1883), Siegfried Levi (1877), Sigmund Levi (1873), Simon Levi (1867), Betti Löwengart geb. Löwengart (1879), Rosa Löwengart geb. Zürndorfer (1875), Auguste Löwenstein (1892), Juditha Löwenstein geb. Weil (1882), Blanda Meyer geb. Schwarz (1882), Berthold Neckarsulmer (1869), Cilly Neckarsulmer geb. Schwarz (1880), David Neckarsulmer (1874), Gretchen Neckarsulmer geb. Kohn (1883), Peppi Oppenheimer (1865), Thekla Oppenheimer (1869), Lina Ottenheimer geb. Löwenstein (1862), Gertrud Pollak geb. Löwenstein (1883), Johanna Poznanski geb. Caspary (1872), Abraham Pressburger (12861), Bertha Pressburger geb. Kahn (1876), Elsa Pressburger geb. Neckarsulmer (1879) Fanny Pressburger geb. Landauer (1892), Isak Pressburger (1881), Josef Pressburger (1886), Kathi Pressburger geb. Gideon (1882), Leopold Pressburger (1867), Lina Pressburger (1889), Pauline Pressburger geb. Pressburger (1875), Siegbert Pressburger (1923), Josef Rothschild (1873), Rosa Rothschild geb. Lindner (1876), Rebekka Sander geb. Mayer (1870), Selma Schorsch geb. Schwarz (1881), Elias Schwarz (1882), Gertrud Schwarz geb. Ottenheimer (1884), Isak Schwarz (1872), Louis Schwarz (1880), Rudolf Schwarz (1894), Selma Schwarz geb. Gideon (1877), Sofie Schwarz geb. Lämmle (1880), Thekla Schwarz geb. Schwarz (1893), Trude Schwarz (1922), Zilli Schwarz (1906), Hedwig Sinn geb. Weil (1888), Auguste Stern geb. Weil (1887), Siegfried Stern (1872, David Wälder (1883), Ilse Wälder (1922), Wilhelm Wälder (1880), Zilli Wälder geb. Weil (1885), Adele Weil (1885), Friederike Weil geb. Pressburger (1881), Simon Weil (1875), Sara Weinschenk geb. ? (1877).
Die Liste ist noch unvollständig.
    

    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Siehe weitere Seite: "Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes"        
  
      
         
         
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge     
   
Das Wohngebiet konzentrierte sich auf das "Unterdorf" in der Nähe des ehemaligen Johanniterschlosses. 1800 wurde ein großer Teil insbesondere der jüdischen Häuser durch einen Brand zerstört.  
      
Vor dem Bau einer Synagoge war vermutlich ein Betsaal vorhanden. 1710 wurde eine erste Synagoge erbaut, die 1751/52 erweitert wurde. Ein halbes Jahrhundert später war auf Grund der größer gewordenen jüdischen Gemeinde ein Neubau nötig. Dazu findet sich Näheres in der Rabbinatsbeschreibung des Mühringer Bezirksrabbiner Dr. Michael Silberstein (Rabbiner in Mühringen 1874-1884): "Die im Jahre 1710 erbaute Synagoge erwies sich für die sich stark mehrende Gemeinde schon bald als zu klein; auch war sie, da sie an einem feuchten Ort gelegen, ungesund und gewährte ein sehr ärmliches Aussehen. Schon im Anfang dieses (sc. des 19.) Jahrhunderts trat daher die Gemeinde mit dem Grundherrn, dem Grafen von Thurn und Valsassina, wegen eines Bauplatzes in Verhandlungen, um eine neue Synagoge [...} zu errichten. Die alte Synagoge sollte zu einem jüdischen Armenhause oder Hospital umgestaltet werden, um vagierende Juden in demselben unterzubringen. Der Grundherr erklärte sich auch, nachdem hierzu seitens des Provinzial-Kapitels die Einwilligung erteilt war, bereit, gegen Annahme eines jährlichen Bodenzinses zu diesem Zwecke einen Grasgarten zu gewähren. Dennoch kam es [...] (damals) nicht zur Ausführung des Planes."   
     
1830 bestand für die Gemeinde allerdings rascher Handlungsbedarf. Die alte Synagoge erwies sich als so baufällig, dass sie Anfang dieses Jahres auf Anweisung des Oberamtes geschlossen werden musste. Sie konnte ohne Gefahr nicht mehr betreten werden. Die Gemeinde beschloss den möglichst raschen Bau einer neuen Synagoge, doch konnte dieser erst 1836/37 durchgeführt werden, nachdem die Fragen der Bauausführung und der Finanzierung geklärt waren. Ein bereits seit einigen Jahren angelegter Synagogenbaufonds, in dem bis 1830 bereits 2.000 Gulden durch Umlagen und Spenden gesammelt waren, bildete den Grundstock. Doch wurden für den Neubau 9.000 Gulden veranschlagt. Von Seiten des Staates wurden 300 Gulden Zuschuss gewährt.
  
Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 1836. Die Grundsteinlegung war am 29. Juli 1836. Gut zwei Jahre später, am 28. August 1838, konnte das Gotteshaus durch Bezirksrabbiner Dr. Moses Wassermann aus Mühringen eingeweiht werden. Rabbiner Dr. Silberstein schreibt über den Neubau: "Die Synagoge in Rexingen, unstreitig die schönste des Rabbinatsbezirkes, ist auf terrassenförmig erhöhtem Platze errichtet, zu der steinerne Stufen in zwei Abteilungen hinaufführen. Vor der Synagoge befindet sich ein schöner Säulengang, zu dem gleichfalls einige steinerne Stufen hinaufführen. Für die Frauen sind zwei Seitengalerien angebracht. Vor der heiligen Lade, die sich an der Ostseite, dem Eingang gegenüber, befindet, steht die Kanzel, wohin links und rechts wie auch zur heiligen Lade, einige Stufen führen. Unterhalb der Kanzel sieht man einen marmorierten Stein, der dem Vorsänger auch als Betpult dient. An diesen schließen sich die Subsellien für die Kinder an, jedoch derart, dass noch ein ziemlich großer Platz bis zum Ausgang hin übrig bleibt. Für die männlichen Synagogenbesucher befinden sich rechts und links Subsellien, die durch weite, wohl allzu weite Zwischenräume voneinander getrennt sind. Trotz diesen weiten Zwischenräumen fasst die Synagoge doch bequem 500 bis 600 Personen. An den Wänden, insbesondere unter der östlichen Wand, erblickt man einige Tafeln, auf denen die Namen derer, die durch Stiftungen sich verewigt haben, verzeichnet sind. Im Jahr 1862 wurde das Plafond der Synagoge recht geschmackvoll gemalt, sowie das Holzwerk frisch angestrichen. Die Synagoge befindet sich in einem guten baulichen Zustand.".
  
Am 13. August 1887 beging die israelitische Gemeinde feierlich das Jubiläum des 50jährigen Bestehens ihrer Synagoge. Auch damals galt das Gebäude noch als „eines der schönsten jüdischen Gotteshäuser Württembergs“ (Allgemeine Zeitung des Judentums). Eigentlich sollte Rabbiner Dr. Wassermann, der 50 Jahre zuvor das Gebäude eingeweiht hatte und zum 25jährigen Jubiläum erschienen war, die Festrede halten, jedoch war dieser dienstlich verhindert. Daher hielt Bezirksrabbiner Dr. Adolph Jaraczewsky die Festrede. Ein Festzug hatte sich zur schön geschmückten Synagoge bewegt, wo der Festgottesdienst stattfand. Um 12 Uhr schloss sich ein Festmahl im Gasthaus "zur Traube" an, an dem auch der katholische Geistliche und der Ortsvorstand teilnahmen. Mit einem Ball wurde der Festtag beschlossen.   
      
50-jähriges Jubiläum der Synagoge (1887)  

Rexingen AZJ 01091887.jpg (95235 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. September 1887: "Ferner aus Rexingen, Oberamt Horb, 14. August (1887). Die hiesige israelitische Gemeinde beging gestern das Jubiläum des 50-jährigen Bestandes ihrer Synagoge. Diese ist eines der schönsten jüdischen Gotteshäuser Württembergs und wurde im August 1837 vom Kirchenrat Dr. von Wassermann, damaligem Bezirksrabbiner in Mühringen, eingeweiht. Derselbe, der auch die Festrede beim 25jährigen Jubiläum gehalten hatte, war von der Gemeinde zur Feier eingeladen worden, war aber dienstlich verhindert, der Einladung Folge zu leisten. Die Feier verlief in erhebender Weise. Ein Festzug bewegte sich zur schön geschmückten Synagoge, woselbst Festgottesdienst stattfand und der Bezirksrabbiner Dr. Jarazewsky von Mühringen eine mit großem Beifall aufgenommene Festrede hielt. Um 12 Uhr war Festmahl im Gasthof zur Traube, an dem auch der katholische Geistliche, Pfarrer Mangold und der Ortsvorstand teilnahmen. Dr. Jarazewsky brachte den ersten, mit großer Begeisterung aufgenommenen Toast auf Seine Majestät den König aus. Ein Telegramm an Seine Majestät wurde huldvoll telegraphisch erwidert. Ein Ball schloss den schönen Festtag."

Genau 100 Jahre sollte die Rexinger Synagoge der jüdischen Gemeinde als Zentrum des gottesdienstlichen Lebens dienen. Im Blick aus das anstehende Jubiläum wurde die Synagoge im Winter 1933/34 und vor allem im Sommer 1935 umfassend renoviert. Dabei wurden Säulen, Wände und Emporen in hellem Weiß gestrichen, die mit der blauen Decke ein "freundliches Gesamtbild" ergaben (Gemeindezeitung vom 16.12.1935). Almemor und die Ostwand über dem Toraschrein erhielten eine "schöne Farbenabstufung". Die Gottesdienste fanden bis September 1935 in den unteren Räumen der Wohnung von Rosa Löwengart statt. Die Erneuerung der Synagoge wurde durch einen Zuschuss des Israelitischen Oberrates, Opfer der Gemeinde und durch Spenden von auswärts wohnenden Rexingern ermöglicht. 
  
1937 feierte man die 100-Jahr-Feier der Synagoge, ein Jahr zu früh, doch bereiteten sich damals bereits viele Rexinger Juden zur Auswanderung nach Palästina vor (ein 60 ha großes Stück Ödland nördlich von Akko, später Shavei Zion, wurde aufgekauft). Am 6. Februar 1938 beging man mit der Gruppe der Auswanderer einen feierlichen Abschiedsgottesdienst in der Synagoge. Viel Prominenz war in der Synagoge erschienen, darunter der Stuttgarter Rabbiner Dr. Simon Bamberger und der frühere Horber Bezirksrabbiner Dr. Abraham Schweizer sowie Ministerialrat a.D. Dr. Otto Hirsch. In den Tagen darauf verließ die erste Siedlergruppe von 18 Familien Rexingen.  
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten demoliert und angezündet. Victor Neckarsulmer, der zur Synagoge eilte, berichtete: "die Synagoge brannte an verschiedenen Stellen. SA-Leute rissen Lampen, Gedenktafeln für Verstorbene von Wänden und Becken. Mit Beilen und Äxten wurde auf Vorbeterpult, auf Bänke und Torarollen eingeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Ansicht, es würde sich um eine Einzelaktion handeln... Daraufhin ging ich zu Bürgermeister Gunkel. Mit allen möglichen Ausreden suchte er die wahren Gründe zu vertuschen... Als ich zur Synagoge zurückkam, stand das Gebäude noch, aber das Gotteshaus war vollkommen ausgebrannt. Was übrig war, wurde in einer Ecke im Synagogenhof aufgehäuft und erneut angezündet. Zum Beispiel die Torarollen, Gebetbücher... Auf dem Weg nach meinem Haus wurde ich verhaftet und in das Gefängnis in Rexingen eingeliefert..." Neckarsulmer wurde nach Dachau verbracht. Nach seiner Entlassung und Rückkehr nach Rexingen übergab ihm der örtliche Landjäger eine Torarolle, die er aus dem Aschenhaufen vor der Synagoge gerettet hatte: "Heute ist diese Torarolle, etwas angebrannt, etwas mit Messern zerstochen, aber sonst gut erhalten, im Gedenkraum der Rexinger in Shavei Zion aufgestellt".  
  
Das Synagogengebäude wurde im Zweiten Weltkrieg als ein Holzlager der Waffenfabrik Mauser (Oberndorf) zweckentfremdet. 1952 wurde das Gebäude als Gemeindezentrum mit Gottesdienstraum der evangelischen Kirche umgebaut (1984/95/2002/03 mehrere Renovierungen). Das Gebäude gehört nach wie vor der Stadt Horb. Sie hat es an einen 1998 gegründeten Träger- und Förderverein verpachtet. 
  
Das Gebäude der alten Synagoge von 1710 (1751/52) wurde 1835 abgebrochen. Sie stand unmittelbar neben dem 1759/60 gebauten Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde, in der sich ein Gemeindesaal mit Wohnungen befand. Da das Gemeindehaus beim Abriss der Synagoge gleichzeitig erweitert wurde, konnte ein Teil der Synagoge zu dieser Erweiterung verwendet werden. Aus diesem Teil wurde vermutlich das Armenhaus der Gemeinde. Im Bereich des Gemeindehauses befand sich gleichfalls das rituelle Bad. Der Portalstein der alten Synagoge wurde 1835 in das Gemeindehaus eingebaut.   
  
1977 wurde das ehemalige jüdische Gemeindehaus abgebrochen, der Platz zur Straßenverbreiterung der Freudenstädter Straße verwendet (Gebiet gegenüber der neuen Synagoge/evangelische Kirche). Im ehemaligen neuen Synagogengebäude ist ein Gedenkraum für die jüdische Gemeinde eingerichtet (u.a. mit der Portalinschrift der alten Synagoge, den Gefallenen-Gedenktafeln des Ersten Weltkrieges und Gedenktafeln mit den Namen der in der NS-Zeit umgekommenen Rexinger Juden).  
   
In Shavei Zion erinnert die 1968 von Arthur Löwengart (1899-1973) gestiftete Gedenkhalle an die in der Verfolgungszeit umgekommenen Rexinger Juden. In ihr wird auch die beim Novemberpogrom 1938 gerettete Tora-Rolle aus der Synagoge Rexingen aufbewahrt.
  
   
   
Fotos 
Historische Fotos 
(Quelle: Postkarte um 1900 in: Gräber im Wald s. Lit. S. 144; darunter Innenansicht SM Jerusalem; die übrigen aus Jüdische Gotteshäuser und Friedhofe in Württemberg. 1932. S. 118f.; Foto mit Lehrer Spatz aus: Mittelungen des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Rexingen Nr. 6, Januar 2004) 

Rexingen Synagoge 080.jpg (64314 Byte) Rexingen Synagoge 001.jpg (89896 Byte) Rexingen Synagoge 002.jpg (93691 Byte)
Die Rexinger Synagoge auf einer 
Postkarte um 1900  
Eingangsbereich der Synagoge 
mit Gebotstafeln  
Innenansicht 
der Synagoge  
     
Rexingen Synagoge 020.jpg (38631 Byte) Rexingen Synagoge a1.jpg (18892 Byte)
Weitere Innenansicht der Synagoge mit 
den Gefallenendenktafeln rechts und 
links des Toraschreines  
Oben: Portalinschrift der alten Synagoge von 1752 mit Zitat aus 
Psalm 118,20: Dies ist das Tor zum Ewigen; die Gerechten ziehen durch es hinein"
   
   
Rexingen Synagoge 532.jpg (80960 Byte) Links: Jüdische Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Samuel Spatz (1, 1867-1935) vor der Rexinger Schule: 2. Hans Rothschild (1917), 3. Irene Levi-Hahn (1914), 4. Bella Schwarz Breeler (1915), 5. Gretel Gideon-Dreyfuss (1916), 6. Ludwig Heimann (1914), 7. Bruno Weil (1916), 8. Siegbert Schwarz (1915), 9. Hanna Lemberger-Zürndorfer (1915), 10. Betti Gideon-Kleemann (1918), 11. Kurt Klopfer (1920), 12. Kurt Löwengart (1917-1981), 13. Martin Pressburger (1916-1992), 14. Alfred K. Pressburger (1919-1990), 15. Trudel Schwarz (1922-1941), 16. Meta Schwarz (1920), 17. Herbert Schwarz (1922-1984), 18. Sigrete Pressburger-Schwab (1919), 19. Hilde Pressburger-Sternschein (1919-1988), 20. Thea Bodenheimer-Tamara Blum (1921), 21. Hanna Rothschild (1920), 22. Heinz Hopfer (1922-2000), 23. Margot Pressburger-Hess (1921), 24. Ilse Wälder (?, 1922-1942).
   
Historische Ansichtskarte 
von Rexingen 
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller,
 Kirchheim / Ries) 
Rexingen Dok 1387.jpg (738276 Byte)

Die (teilweise beschädigte) Ansichtskarte von Rexingen wurde von Frau M. Preßburger am 4. Januar 1898 von Rexingen nach Arosa im Kanton Graubünden (Schweiz) geschickt. Frau Preßburger grüßt zum Neuen Jahr: "Noch nachträglich sage ich Ihnen werte Familie Steger die herzlichste Gratulation zum neuen Jahr, und wünsche Ihnen werte Frau Steger, besondern noch recht viel Glück zu Ihrem Vorhaben, und wollen hoffe, dass Alles nach Wunsch ausfällt. Für Ihre Gratulation sage ich meinen besten Dank..."   


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Foto des jüdischen Gemeindehauses 
gegenüber der Synagoge 
(im Hintergrund Turm der katholischen Kirche)
Rexingen Synagoge a010.jpg (78498 Byte)
  Das Gebäude des früheren jüdischen Gemeindehauses, in der auch ein Teil 
der 1835 abgebrochenen alten Synagoge aufging und deren Portalinschrift 
eingemauert wurde, 1977 abgebrochen  
   
Fotos der ehemaligen Synagoge um 1985:
(Fotos: Sammlung Hahn; Fotograf der 
mit R bezeichneten Fotos: R. Rasemann,
 1987; die mit H bezeichneten Fotos 
von Hahn, 1983)
Rexingen Synagoge 002.jpg (63150 Byte) Rexingen Synagoge 001.jpg (62880 Byte)
   Ansicht der ehemaligen Synagoge 
von Südwesten (R) 
Ansicht 
von Süden (R) 
     
Rexingen Synagoge 003.jpg (55517 Byte) Rexingen Synagoge 005.jpg (73990 Byte) Rexingen Synagoge 006.jpg (62756 Byte)
Die hebräische Inschrift über dem 
Eingang aus 1.Mose 28 (R)
Darunter die deutsche 
Übersetzung des Verses (H)
Der Eingangsbereich der 
ehemaligen Synagoge (H)
     
Fotos (1988)/2003 
(*Fotos: A. Winkler;
Fotos: Hahn) 
Rexingen Synagoge 180.jpg (63700 Byte) Rexingen03.jpg (24657 Byte)
   Die ehemalige Synagoge im Herbst 1988 Foto (2003) von Süden* 
     
Rexingen01.jpg (21266 Byte) Rexingen02.jpg (14895 Byte) Rexingen Synagoge 172.jpg (50475 Byte)
Eingangsbereich*  Portalinschrift*  Erinnerungstafel beim Eingang 
     
Rexingen Synagoge 171.jpg (51274 Byte) Rexingen Synagoge 170.jpg (47390 Byte) Shavei Zion 010.jpg (81870 Byte)
Gefallenengedenktafeln, 
heute im Eingangsbereich 
darunter: Portalinschrift 
der alten Synagoge (s.o.) 
Gedenkstätte in Shavei Zion mit 
Torarolle aus Rexingen und 
Namen der Umgekommenen 
(Foto aus Petzold s.Lit. S. 44) 
    
        
Fotos vom Februar 2008
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.2.2008) 
  
Rexingen 022008 03.jpg (73921 Byte) Rexingen 022008 04.jpg (64111 Byte) Rexingen 022008 05.jpg (42349 Byte)
 Ehemalige jüdische Häuser rechts 
und links der Freudenstädter Straße 
 Ehemaliges jüdisches Ladengeschäft
 in der Freudenstädter Straße 13 
 Mesusa-Spur am Hauseingang 
Freudenstädter Straße 15 
     
Rexingen 022008 18.jpg (91506 Byte) Rexingen 022008 02.jpg (97707 Byte) Rexingen 022008 16.jpg (79658 Byte)
 Westfassade der ehemaligen Synagoge   Blick auf die ehemalige Synagoge   Erinnerungstafel am Eingang 
     
Rexingen 022008 17.jpg (65667 Byte) Rexingen 022008 08.jpg (55371 Byte) Rexingen 022008 06.jpg (55111 Byte)
     Innenaufnahme des Kirchenraumes 
auf Höhe der ehemaligen Frauenempore 
Gefallenengedenktafel und 
Portalinschrift der alten Synagoge  
        
     
Fotos vom September 2012 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 2.9.2012)  
   
Rexingen Synagoge 12020.jpg (105302 Byte) Rexingen Synagoge 12022.jpg (105608 Byte) Rexingen Synagoge 12021.jpg (85360 Byte)
Blick in die heutige evangelische Kirche 
auf Höhe der ehemaligen Frauenempore 
  
Ansicht des heutigen Altarraumes über 
dem Bereich des früheren Toraschreines
  
Die Fotos an den Seitenwänden dokumentieren
 die jüdische Vergangenheit des Gebäudes 
und des Ortes  
 Das Foto oben in hoher Auflösung   Das Foto oben in hoher Auflösung   Das Foto oben in hoher Auflösung 
     
Rückblick auf eine Ausstellung in Rexingen:      

"Ort der Zuflucht und Verheißung. Shavei Zion 1938–2008"  war 2008 der Titel einer deutsch-hebräischen Ausstellung zum 70. Jahrestag der Gründung von Shavei Zion im Norden von Israel. Zehn Familien und mehrere unverheiratete junge Männer aus der jüdischen Gemeinde Rexingen im Schwarzwald wurden am 6. Februar 1938 in der Rexinger Synagoge verabschiedet. Sie standen vor ihrer Auswanderung ins britische Mandatsgebiet Palästina. Gemeinsam wollten sie Nazideutschland verlassen und eine neue jüdische Gemeinde im Land der biblischen Väter aufbauen. Ihnen schlossen sich Familien aus anderen, meist süddeutschen Gemeinden an. Am 13. April 1938 wurde in Westgaliläa, direkt am Mittelmeer, die Siedlung Shavei Zion gegründet. Der Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen hat mit Bürgerinnen und Bürgern von Shavei Zion eine Ausstellung erarbeitet, die die Geschichte dieser dramatischen Auswanderung und der neuen Gemeinde bis heute erzählt. Auch die Freundschaftsbeziehungen zwischen Shavei Zion und Menschen und Gemeinden in Baden-Württemberg, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten, werden dargestellt. Die Erarbeitung der Ausstellung wurde möglich durch die Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg, des Landkreises Freudenstadt, der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke und anderer. Die Schirmherrschaft haben übernommen die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs und der Ministerpräsident den Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, zweisprachiger Katalog mit vielen, bisher nicht veröffentlichten Fotos und Dokumenten.  
  
Die Eröffnung der Ausstellung war am 10. Februar um 15.00 Uhr in der Johanniterhalle in Rexingen.  
Die Ausstellung selbst war in der Ehemaligen Synagoge in Rexingen, Freudenstädter Straße 16, zu sehen.       

Auf dem Schiff.jpg (71398 Byte) Saemann.jpg (65799 Byte) Flyer zur Ausstellung (als pdf-Datei herunterzuladen)  
Die erste Auswanderergruppe auf dem 
Schiff Galiläa auf dem Weg nach Palästina.
Sally Lemberger, Bauer und Viehhändler 
aus Rexingen, in Shavei Zion.
 
        
Eindrücke von der Ausstellung 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.2.2008)
 
Rexingen 022008 01.jpg (83479 Byte) Rexingen 022008 11.jpg (55958 Byte) Rexingen 022008 15.jpg (64535 Byte)
An der Freudenstädter Straße: Nachbau 
eines sog. "Lift" = Holzcontainer, mit dem 
Möbel und Hausrat jüdischer Familien 1938
 verfrachtet wurden. 
Die Ausstellung ist im Kirchenraum, der 
auf Höhe der ehemaligen Frauenempore
 eingerichtet wurde. Teile der Gitter der
 Frauenempore sind erhalten.
  
      
Rexingen 022008 09.jpg (56888 Byte) Rexingen 022008 09.jpg (56888 Byte) Rexingen 022008 10.jpg (64522 Byte)
Blick in den Ausstellungsraum auf Höhe der früheren Frauenempore. Zahlreiche Besucher zeigen großes Interesse an der Ausstellung  
 
Rexingen 022008 07.jpg (45885 Byte) Rexingen 022008 12.jpg (55190 Byte) Rexingen 022008 14.jpg (65580 Byte)
Einzelne Vitrine mit dem Original eines 
hölzernen Grabschildes für den im Dezember 
1941 gestorbenen Siegfried Lemberger  
Gebetbuch von Wilhelm Wälder, 
1945 in der ehemaligen
 Synagoge gefunden  
Schulheft (Schule in Shavei Zion) des 
42-jährigen ehemaligen Tuttlinger 
Viehhändlers Julius Fröhlich  

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

September 2010: Barbara Staudacher und Heinz Högerle werden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.       
Rexingen PA 092010e.jpg (59147 Byte)Foto links: Ein Höhepunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit war für Barbara Staudacher und Heinz Högerle (Mitte) die Eröffnung der Ausstellung zu Shavei Zion. Archiv-Fotos: Hopp Foto: Schwarzwälder-Bote.    
Artikel von Christof Schülke im "Schwarzwälder Boten" vom 23. August 2010: 
""Büchermenschen" mit Herz und Hand.   
Horb.
Ihr Engagement im Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen hat sie über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht – bis nach Israel und in die USA. Nun erhalten Barbara Staudacher und Heinz Högerle für ihre vielfältigen kulturellen Verdienste das Bundesverdienstkreuz. Die Kulturarbeit in der ehemaligen Synagoge in Rexingen. Die Ausstellung zu Shavei Zion. Das Engagement an der Spitze der Bürgerinitiative 'Keine Neonazis in Horb'. Die Sanierung des ehemaligen jüdischen Betsaales in Horb. Die Gründung des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb. Dies sind nicht alle, aber einige wichtige Marksteine der Arbeit von Staudacher und Högerle, die in Horb vor rund zehn Jahren begann. Damals traten die beiden in den Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen ein.
Seit 2001 leben Staudacher und Högerle in Rexingen. 'Unser Haus ist in nächster Nachbarschaft zum jüdischen Friedhof. Das weckte unser Interesse', erinnert sich Staudacher. Dass es den beiden um weit mehr als den baulichen Erhalt von Gedenkstätten ging, zeigte sich schon bald an ihrer Kultur-, Vernetzungs- und Kontaktarbeit auf mehreren Ebenen, die bis heute reiche Früchte trägt.
Barbara Staudacher wurde 1943 in Stuttgart geboren; Heinz Högerle 1949, ebenfalls in Stuttgart. Im Jahr 2001 zog es die pensionierte Verlagsbuchhändlerin und den freien Verlagshersteller (Fachmann in der Herstellung von Büchern) nach Rexingen, wo sie heute, 'nebenher', wie Staudacher sagt, einen kleinen Verlag betreiben. "Wir sind zwei Büchermenschen." Zwei neugierige allerdings, die sich nicht auf intellektuelle Arbeit beschränken.
Überregional Aufsehen erregt hat im Jahr 2008 die von Staudacher und Högerle zusammen mit dem Historiker und Archivar Carsten Kohlmann konzipierte Ausstellung "Ort der Zuflucht und Verheißung. Shavei Zion 1938 bis 2008". Sie war in Rexingen, Shavei Zion, Jerusalem, Berlin, Stuttgart und Freudental bei Ludwigsburg zu sehen. Die Ausstellung erinnerte an die Auswanderung jüdischer Familien aus Rexingen, die vor dem Nazi-Terror flüchteten und 1938 zusammen mit anderen jüdischen Familien an der Mittelmeerküste Galiläas den Ort Shavei Zion (Rückkehr nach Zion) gründeten. Die Besucherzahl der Ausstellung übertraf die Erwartungen, und was die Initiatoren besonders freute: Es wurden viele Kontakte geknüpft.
Diese Vernetzungsarbeit ist Staudacher und Högerle auch heute noch wichtig. 'Wir möchten die Kontakte zwischen ehemaligen Rexinger Bürgern, die in den USA und Israel leben, und ihren Kindern und Enkeln intensivieren', so Staudacher.
2010 ist für die beiden Aktivisten ebenfalls ein erfolgreiches Jahr – nicht nur wegen der Bundesverdienstkreuzverleihung. Staudacher und Högerle ist es zu verdanken, dass die Synagogen und KZ-Gedenkstätten der Region jetzt einen Dachverband haben. Der "Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb" wurde in der Ehemaligen Synagoge in Rexingen ins Leben gerufen. Die zusammengeschlossenen Vereine wollen mit dem Dachverband ihre politische, pädagogische und kulturelle Arbeit auf eine neue Stufe heben. Die Kontakte mit Schulen sollen intensiviert und die pädagogischen Angebote gebündelt und weiterentwickelt werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit soll die Erarbeitung eines Archivkonzepts werden.
Ein weiterer Meilenstein in der Arbeit von Staudacher und Högerle ist die Sanierung des Gebäudes in der Horber Fürstabt-Gerbert-Straße, das einst den jüdischen Betsaal beherbergte. Planung und Finanzierung sind unter Dach und Fach, und noch dieses Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen.
Auch Oberbürgermeister Peter Rosenberger freut sich bereits auf die Feststunde. Er weiß die vielfältigen Leistungen Staudachers und Högerles für die Stadt zu schätzen: 'Sie kümmern sich um die Instandhaltung der Synagoge und der jüdischen Friedhöfe. Außerdem ermöglichen sie, dass wichtiges Wissen über die Stadtgeschichte an Schüler weitergegeben wird. Das ist eine unglaublich tolle Leistung, für die das Bundesverdienstkreuz angemessen ist.'
Weitere Informationen: Die Ordensverleihung findet am Donnerstag, 30. September, ab 14 Uhr im Saal des Bürgerkulturhauses, Marktplatz 4, in Horb statt."  
  
Pressebericht über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes aus der "neckarchronik.de" (Südwest-Presse; Artikel) vom 1. Oktober 2010; 
Bericht von Claudia Salden: eingestellt als pdf-Datei.      
   
November 2010: Ab dem Frühjahr 2011 werden die ersten "Stolpersteine" in Rexingen verlegt  
Artikel von Eberhard Wagner, Rexingen im "Schwarzwälder Boten" vom 25. November 2010 (Artikel): 
"Horb a. N. Fünf Stolpersteine sollen schon bald Rexingen zieren
Horb-Rexingen ...
Über die Aktion "Stolpersteine" in Horb informierten Rätin Barbara Staudacher und Heinz Högerle. Auch in Rexingen sollen ab dem Frühjahr die ersten Stolpersteine (10 mal 10 Zentimeter groß, mit gravierter Messingoberfläche) gelegt werden. Der Künstler Gunter Demnig, der inzwischen in über 480 Gemeinden in Deutschland und Ausland 25.000 Stolpersteine verlegt hat, würde diese Aktion auch in Rexingen übernehmen. Die beiden Träger des Bundesverdienstkreuzes führten weiterhin aus, es gelte, die Bevölkerung bei diesem Schritt "mitzunehmen" und sie für den entsprechenden Menschen, dem der Stolperstein gewidmet werde, zu sensibilisieren. Da die Stolpersteine auf öffentlichem Grund gelegt werden, hatte der Gemeinderat die Aktion Stolpersteine für alle Stadtteile geltend genehmigt. Zunächst sollen in Rexingen fünf bis sechs Stolpersteine verlegt werden."    
  
Januar 2011: Barbara Staudacher und Heinz Högerle werden mit dem German Jewish History Award ausgezeichnet 
Obermayer Award 2011a.jpg (32858 Byte)Foto links:  Barbara Staudacher (Zweite von rechts) und Heinz Högerle (Zweiter von links) wurden in Berlin für ihre Verdienste um die jüdische Kultur in Deutschland mit dem Deutsch-Jüdischen Geschichtspreis geehrt. Links der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, und der Präsident der Obermayer Foundation, Arthur Obermayer. Foto: Abgeordnetenhaus von Berlin.    
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 24. Januar 2011 (Artikel): "Horb a. N. "Ein großer Berg Forschungsarbeit". 
Horb.
Barbara Staudacher und Heinz Högerle erhielten gestern im Berliner Abgeordnetenhaus den Deutsch-Jüdischen Geschichtspreis (Obermayer German Jewish History Award). Die beiden Rexinger werden für die Bewahrung der jüdischen Geschichte und Kultur in ihrem Dorf geehrt. 
Mancher Weg beginnt unerwartet. Bei Barbara Staudacher und Heinz Högerle stand am Anfang ihrer Reise in die deutsch-jüdische Geschichte der Umzug von Stuttgart nach Rexingen im Jahr 1999. Auf einem Hügel in der Nähe ihres Hauses entdeckten sie eines Tages den jüdischen Friedhof. Mit seinen etwa 1000 Grabsteinen "gehört der Friedhof zu den größten in Baden-Württemberg", erklärt die 67-jährige Staudacher. "Unser Interesse war geweckt."
Mehr als ein Lebenswerk für die Geehrten. In der Folge tauchte das Paar – eine ehemalige Buchhändlerin und ein Verleger – mit vereinten Kräften tief in die jüdische Geschichte ihres Ortes ein und veröffentlichte Bücher und andere Schriften über das einstige jüdische Leben in Rexingen. Sie knüpften außerdem Kontakte zu jüdischen Familien, vor allem aus den USA und Israel, deren Wurzeln in Rexingen liegen. Für Staudacher und Högerle ist es mehr als ein Lebenswerk. In der Jugend "erfuhr ich nichts über das Judentum", erklärt der 61-jährige Högerle. "Ich kannte keine Juden. Und dann kamen wir nach Rexingen und stellten plötzlich fest, dass es diese lebendige jüdische Gemeinde gegeben hatte." Im Jahr 2000 traten sie dem "Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen" bei, den Michael Theurer, damals Oberbürgermeister der Stadt Horb, 1997 gegründet hatte. Dank des Vereins war die Synagoge damals schon wieder als solche hergestellt, nachdem sie jahrelang als Kirche genutzt worden war. 
Über die Juden selbst gab es jedoch nur sehr wenige Informationen, und so machte sich das Paar an die Recherche in den Archiven. Högerle arbeitete zum Beispiel an einer umfassenden, 424 Seiten starken Dokumentation zu den Gräbern auf dem Friedhof: "In Stein gehauen. Lebensspuren auf dem Rexinger Judenfriedhof". Högerle und Staudacher fanden heraus, dass 1933 noch 262 Juden in Rexingen lebten. 1938, als die Verfolgung durch die Nazis schärfer wurde, wanderte eine Gruppe von 40 Juden gemeinsam nach Palästina aus und beteiligte sich dort am Aufbau der Gemeinde Shavei Zion. Im Jahr 2001 kam eine Gruppe ehemaliger Rexinger Bürger aus Israel zu Besuch, gefolgt von einem Gegenbesuch des Paares Staudacher/Högerle im darauffolgenden Jahr. Ihre Recherchen und Interviews mündeten in eine Ausstellung und später in ein Buch, das die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rexingen über Hunderte von Jahren dokumentiert, bis hin zur Gründung von Shavei Zion. Die Ausstellung wurde an vielen Orten in Deutschland sowie in Jerusalem und Shavei Zion gezeigt.
Staudacher und Högerle haben zahlreiche weitere Publikationen herausgebracht, zum Beispiel ein 300 Seiten umfassendes, großzügig bebildertes Buch zum Leben in Shavei Zion und zur 70-jährigen Geschichte der Gemeinde (zweisprachig Deutsch und Hebräisch), eine Dokumentation zum Friedhof im nahe gelegenen Mühringen sowie Broschüren zu den jüdischen Flüchtlingen aus Rexingen und über die örtlichen jüdischen Viehhändler.
Doch damit sind Staudacher und Högerle noch längst nicht am Ziel: "Es ist immer noch ein großer Berg an Forschungsarbeit zu bewältigen", meint Högerle. 
In dem ehemaligen jüdischen Betsaal in Horb soll ein neues Museum eingerichtet werden, und derzeit entsteht ein lokales Netzwerk von Lehrern, die sich dafür einsetzen, jüdische Lokalgeschichte in den Lehrplan aufzunehmen. Michael Theurer erklärt: "Sie haben hier wirklich etwas verändert. Sie haben die Herzen der Familien in Rexingen ebenso geöffnet wie die Herzen der Familien von Shavei Zion und deren Nachkommen, und sie haben die Menschen zusammengeführt.""    
 
November 2011: Gedenken an die Deportation jüdischer Einwohner nach Riga 1941    
Artikel von Heinz Högerle in der "Südwestpresse" ("Neckarchronik") vom 26. November 2011: "Die Nachbarn wurden in den Tod geschickt. 
Am 27. November 1941 begann die erste Deportation von Juden aus Württemberg - und ihre systematische Ausraubung
..."   
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei    
 
November 2011: In Horb und Stadtteilen (auch Rexingen) wurden "Stolpersteine" verlegt    
Artikel von Marion Tischbein im "Schwarzwälder Boten" vom 28. November 2011: "Stolpersteine erinnern an Juden. 
Horb
- Zum 70. Jahrestag der Deportation von 53 Rexinger Juden 1941 nach Riga wurden am Samstag an verschiedenen Orten im Horber Stadtgebiet die ersten Stolpersteine für die in der NS-Zeit ermordeten Bürgerinnen und Bürger gelegt..."   
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei      
Zum selben Ereignis liegt auch ein Artikel aus der "Neckar-Chronik" vom 28. November 2011 vor: "Gegen das Vergessen - Stolpesteine erinnern an das Schicksal einstiger jüdischer Mitbürger..."   
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei
 
März 2012: Jahreshauptversammlung des Träger und Fördervereins "Ehemalige Synagoge Rexingen"     
Artikel von Peter Morlok im "Schwarzwälder Boten" vom 16. März 2012: "Synagogenverein setzt Zeichen. 
Horb-Rexingen
. Auf ein Jahr voller Aktionen blickte der Träger- und Förderverein 'Ehemalige Synagoge Rexingen' bei seiner Jahreshauptversammlung zurück..." 
Link zum Artikel      
 
September 2012: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Horb und Stadtteilen   
Artikel in der "Neckar-Chronik" (Südwest Presse, Lokalteil Horb) vom 18. September 2012: "Stolpersteine für Horber Bürger
Im Gedenken an Opfer der Nazi-Diktatur: Am Samstag wurde an die Schicksale von 15 Menschen erinnert
Nicht jeder Stolperstein, der am Samstag in Horb verlegt worden ist, erinnert an frühere jüdische Bürger. Der erste Stein, den der Kölner Künstler Gunther Demnig am Samstag in der Hirschgasse ins Straßenpflaster legte, war für die junge christliche Horberin Maria Leins..." 
Link zum Artikel     
 
September 2013: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" 
Anmerkung: Am Samstag, 7. September 2013 werden in Rexingen sieben "Stolpersteine" verlegt: vor dem Haus Kirchstraße 21 für Jeanette und Samuel Levi, vor dem Haus Kirchstraße 25 für Sigmund und Berta Gideon, vor dem Haus Freudenstädter Straße 31 für Louis Schwarz, vor dem Haus Freudenstädter Straße 70 für Kathi und Isak Pressburger.   
Artikel im "Schwarzwälder Boten" vom 3. September 2013: "Liebe zur Heimat schützte nicht vor Verfolgung und Mord..."     

  

Ab 18. Mai 2014: Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Jüdischen Betsaal Horb    
Horb Dr Rosenfeld 010.jpg (133769 Byte) "Mein Herz gab ich dem Vaterland"
Datum: Ab 18.05.2014
Zeit: Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 im Museum Jüdischer Betsaal in Horb 

Über vier Jahre wütete der Erste Weltkrieg und hinterließ Verheerungen und Opferzahlen in bis dahin ungekanntem Ausmaß. Zurück blieb eine "verlorene Generation", traumatisiert durch die Kriegserlebnisse im Schützengraben, konfrontiert mit Leid, Verlust und Elend an der "Heimatfront". 
Die Ausstellung zeigt in einem lokalen Teil besonders das Schicksal jüdischer Soldaten aus Horb, Rexingen, Mühringen, Nordstetten und Mühlen. Wer waren die Männer, die für Kaiser und Vaterland in den Krieg zogen und wie war ihr weiteres Schicksal?
Der Rexinger Fliegerleutnant Joseph Zürndorfer schrieb in seinem Testament: "Ich bin als Deutscher ins Feld gezogen, um mein bedrängtes Vaterland zu schützen. Aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner Glaubensbrüder zu erstreiten."
Anhand von Biografien, Feldpostbriefen, Fotos, Tagebuchauszügen, von Schlagzeilen und Anzeigen in der Horber Presse vermittelt dieser Teil die besondere Tragik dieses Krieges und seiner Folgen für die jüdischen Bürger.
In einem allgemeinen Teil, der von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg erstellt wurde, wird mit zeitgenössischen Bildern und Zeugnissen der Kriegsalltag der Menschen gezeigt. Dabei werden besonders das Erleben und die Perspektive von Kindern und Jugendlichen im Krieg dargestellt.
Die Ausstellung "Mein Herz gab ich dem Vaterland" ist jeden Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Museum Jüdischer Betsaal Horb, Fürstabt-Gerbert-Straße 2, beim Ihlinger Tor in Horb am Neckar. Eintritt frei. Anmeldung für Gruppen auch unter der Woche über verlagsbuero@t-online.de 
Weitere Informationen: Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung. Kontakt über Tel. 0 74 51 / 62 06 89.  

   
     

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Horb am Neckar  
Seite bei HaGalil.com zu Rexingen: hier anklicken  
Website Dr. Michael Theurer, Oberbürgermeister von Horb am Neckar, Vorsitzender des Förder- und Trägervereins "Ehemaligen Synagoge Rexingen": hier anklicken 
Website  http://www.ehemalige-synagoge-rexingen.de 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Rexingen (interner Link) 
Private Website: Genealogie jüdische Familie aus Rexingen   

Literatur:  

Samuel Spatz: Die Geschichte der Juden in Rexingen. In: GZ Jg. I Nr. 3 vom 15.6.1924 S. 36-37. 
Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1968. S. 151ff. 
Hans Peter Müller: Die Juden in der Grafschaft Hohenberg, in: Der Sülchgau 25 (1981) S. 36-43. 
Arthur Löwengart: Geschichte der Juden in Rexingen, in: Pessach-Festschrift 5731 (1971) S. 12-15. 
Günther und Leslie Petzold: Shavei Zion. Blüte in Israel aus schwäbischer Wurzel. Gerlingen 1978. 
Stadtarchiv Horb (Hg.): In Stein gehauen. Lebensspuren auf dem jüdischen Friedhof in Rexingen. 1997. 
Carsten Kohlmann: Die Synagoge in Rexingen - Ein Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert, in: Schwäbische Heimat 2002/4 und 2003/1.  
Gräber im Wald. Lebensspuren auf dem jüdischen Friedhof in Mühringen. Hg. vom Stadtarchiv Horb und vom Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen (= Jüdische Friedhöfe der Stadt Horb. Band II). Stuttgart 2003. 
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007. 
Barbara Staudacher: Rexingen. In: Heinz Högerle / Carsten Kohlmann / Barbara Staudacher (Hrsg.=: Ort der Zuflucht und Verheißung. Shavei Zion 1938-2008. Stuttgart S. 8-20.  Online einzusehen.      

Einzelne Presseberichte 

Über eine Toralernwoche 2010 in der Rexinger Synagoge:  Artikel von Alfred Binder in der "Neckar-Chronik" vom 8. Juli 2010 (Artikel): "Die Josefs-Geschichte. Rund 30 Christen diskutieren bei der Tora-Lernwoche mit Sara und Shlomo Mayer" (Artikel auch eingestellt als pdf-Datei)  

       
        


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.   

Rexingen Wuerttemberg. The first permanent Jewish settlers were refugees from Eastern Europe fleeing the Chmielnicki massacres of 1648-49. They received residence rights but were heavily taxed by the relatively tolerant Order of St. John. Under Wuerttemberg rule from 1805, the Jews traded mainly in cattle but also purchased farm land to qualify for citizenship under the Jewish Law of 1828. The Jewish population reached a peak of 427 in 1854 (around a third of the total) and remained fairly stable in the subsequent period of marked emigration. An especially high proportion of young people followed in the footsteps of their elders in preserving the Orthodox charakter of the community. The first synagogue was dedicated in 1710 and the cemetery in 1760. A Jewish elementary school was opened in 1824. Relations with the local population were marked by mutual respect and Jews participated in the town's public life. With the return of Jewish soldiers after Worldwar I a new spirit imbued the community and in 1924 a Zionist group was formed. 
In 1933, there were 262 Jews in Rexingen, steadily isolated under Nazi rule, but at the same time community life intensified. A youth hostel was opened in winter 1933-34 and Hebrew and English lessons were offered for potential emigrants. In 1938 a group of 38 young people left for Palestine and founded the moshav shittufi Shavei Zion. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized and burned. Of the 380 Jews in Rexingen (including another 118 added to the community in the intervening years), 174 emigrated; 128 were expelled to the east in late 1941 and 1942, mainly to the Riga and Theresienstadt ghettoes; four survived. Of the 23 Jews in the attached community of neighboring Tuttlingen, 14 emigrated and eight were expeled, five of whom perished. The community is commemorated by a local monument and by a memorial hall in Shavei Zion, where a damaged Torah scroll from Rexingen is preserved.  
       
         

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

      

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. Februar 2015