Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hechingen (Zollernalbkreis) 
Jüdische Geschichte / Betsäle/Synagogen

 



Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Zur Geschichte der Betsäle /Synagogen   
Die Synagoge in der (Alt-)Stadt
Die Synagoge in der Friedrichstraße 
Die Stiftssynagoge
Fotos:  Historische Fotos  
Fotos nach 1945 / Gegenwart  
Links und Literatur     

    An dieser Seite wird noch gearbeitet - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder vorbei.     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english version)  
       
In Hechingen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1941. Ihre Entstehung geht – mit einigen Unterbrechungen und Rückschlägen - in die Zeit Ende des 15. Jahrhunderts zurück. 1490 wird erstmals ein jüdischer Bewohner in der Stadt genannt. 1592 wurden die Juden Hechingens vertrieben. 
   
Seit der Zeit des Dreißigjährigen Krieg war eine Wiederansiedlung möglich. 
  
Höhepunkt der jüdischen Geschichte in der Stadt war die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich ein Viertel der Stadtbevölkerung zum jüdischen Glauben bekannte (um 1845 über 800 jüdische Bewohner). Durch Abwanderung in andere Städte (vor allem Stuttgart) ging danach die Zahl stark zurück.   
  
Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an machten jüdische Unternehmer Hechingen zu einem Zentrum der Textilindustrie. 
   
Durch die Verdrängung der Juden aus dem Wirtschaftsleben in der NS-Zeit und ihre anschließende Vertreibung verlor Hechingen nach 1933 fast die gesamt selbständige Industrie, aber auch viele andere Gewerbebetriebe. Der Schaden wirkte noch jahrzehntelang für die Stadt nach. 
     
Um 1932
waren die Gemeindevorsteher: Emil Weil (1. Vorsitzender), Hermann Levy (2. Vorsitzender) und Simon Flehinger (3. Vorsitzender). Als Lehrer und Kantor war Leon Schmalzbach angestellt, als Synagogendiener Markus Gutmann. Damals gehörten noch 106 Einwohner Hechingens zur jüdischen Gemeinde. Religionsunterricht durch Leon Schmalzbach erhielten im Schuljahr 1932/33 noch 7 Kinder. An jüdischen Vereinen bestanden vor allem die Chewra Kadischa (Wohltätigkeits- und Beerdigungsverein) unter Leitung vom Simon Flehinger (1932 15 Mitglieder) sowie der Israelitische Frauenverein unter der Leitung von Liesl Bernheim (1932 34 Mitglieder). 
    
Von den in Hechingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem, ergänzt durch Gedenkbuch Baden-Württemberg 1969*): Isidor Bernheim (geb. 1888), Lydia Bernheim geb. Hirschfeld (geb. 1891), Marianne Bernheim (geb. 1926), Clothilde Bernheimer (geb. 1882)*, Gretel Einstein geb. Levi (geb. 1902), Josef Einstein (geb. 1867)*, Julie Elias geb. Bernheim (geb. 1877), Blondina Eppstein geb. Felsenthal (geb. 1883), Edmund Eppstein (geb. 1877), Rosalie Felsenthal (geb. 1891), Hermine Gumpertz geb. Einstein (geb. 1872), Edith Hofheimer (geb. 1932), Martha Hofheimer geb. Grumbacher (geb. 1905), Otto Hofheimer (geb. 1894), Gustav Jordan (geb. 1865), Lion Jordan (geb. 1870), Flora Katz geb. Baruch (geb. 1885), Jettchen Kraus geb. Weil (geb. 1876), Aron Levi (geb. 1871)*, Cilly Levi geb. Gummersheimer (geb. 1870), Emma Levi geb. Ullmann (geb. 1873)*, Ilse Levy (geb. 1915)*, Karl Levi (geb. 1871)*, Rudolf Levi (geb. 1863), Alfred Löwenthal (geb. 1872), Mina Löwenthal geb. Neckarsulmer (geb. 1892), Rudolf Löwenthal (geb. 1858), Flora Mayer geb. Levi (geb. 1883), Dr. Moritz Meyer (geb. 1872), Pescha Nowenstein (geb. 1899), Paula Raff geb. Baruch (geb. 1880), Alfred Rosenthal (geb. 1882), Leon Schmalzbach (geb. 1882), Mina Schmalzbach geb. Weil (geb. 1888), Luise Schnurmann geb. Löwenthal (geb. 1874), Bertha Sternberg geb. Jordan (geb. 1872), Emma Sternberg geb. Kaufmann (geb. 1895), Harry Weil (geb. 1882).
   

Neuer Zuzug jüdischer Bewohner seit den 1990er-Jahren  
   
In den 1990er-Jahren sind - fast durchweg aus den GUS-Ländern - wiederum jüdische Personen/Familien in Hechingen zugezogen.  Um 2003 zeichnete sich sogar das das Entstehen einer jüdischen Gemeinde in Hechingen ab (zunächst als Filialgemeinde von Stuttgart), nachdem bis dahin etwa 70 jüdische Personen in der Stadt zugezogen waren. Durch Wegzug ist die Zahl allerdings bis Ende 2006 auf etwa 40 Personen zurückgegangen. Bis 2010 waren fast alle jüdischen Personen wieder aus Hechingen weggezogen, sodass es nicht zur Bildung einer neuen Gemeinde kommen wird. 
    
  
  

Zur Geschichte der Betsäle / Synagoge    
      
Die Synagoge in der (Alt-)Stadt. 1542 gestattete Graf Niclas II. von Hohenzollern zwei von ihm aufgenommenen Juden die freie Religionsausübung in der Stadt. 1546 verkaufte der Graf der Judenschaft, die damals aus 10 jüdischen Familien bestand, die Judenschule, die in einem Haus "hinten bei der Stadtmauer" eingerichtet war. Dabei handelt es sich vermutlich bereits um den Platz der späteren Synagoge in der Goldschmiedstraße 20. 1592 vertrieb allerdings Graf Eitelfriedrich I. die Juden aus Hechingen für einige Jahre, sodass auch das gottesdienstliche Leben in der Synagoge erlosch.  
        
In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges konnte sich eine neue jüdische Gemeinde bilden, die wiederum einen Betsaal einrichtete. In den Schutzbriefen von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wird jeweils bestätigt, dass die jüdischen Familien ihre Synagoge weiterhin unterhalten dürfen. Zunächst war das Haus, in dem sich der Betsaal befand, gemietet. Um 1750 ist das Gebäude von der Gemeinde gekauft worden. Es ist nicht bekannt, wann diese Synagoge durch einen Neubau abgelöst wurde; möglicherweise wurde sie immer wieder nur umgebaut (weitgehender Umbau bzw. Neubau 1765 bis 1767; dieses Gebäude stand in der Goldschmiedstraße 20). 
       
Für die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch wachsende Zahl von Gemeindegliedern war die Synagoge des 18. Jahrhundert viel zu klein geworden, obwohl damals drei Synagoge in Hechingen zur Verfügung standen (siehe unten). Bereits in den 1820er-Jahren wollte man die bisherige Synagoge abbrechen und neu aufbauen, nachdem Kiefe Auerbacher, der Ehemann von Madame Kaulla, der Gemeinde 5.000 Gulden vermacht hatte, um eine Synagoge aus Quadersteinen zu erbauen. Damals sah sich die Hechinger Judenschaft zu einem solchen Bau nicht in der Lage. Die Stiftung Auerbachers wurde großenteils für wohltätige Zwecke gebracht.   
       
Durch einen Beschluss vom 21. März 1839 wurde im Fürstentum Hohenzollern die im Königreich Württemberg geltende Gottesdienstordnung eingeführt. Am Schabbat Nasso (24./25. Mai 1839) wurden die Gottesdienste erstmals nach ihr in Hechingen gefeiert.   
   
1850 bis 1852 kam es zu einem Umbau und einer beträchtlichen Vergrößerung der bisherigen Synagoge. Er war dringend nötig, da ab dieser Zeit das Lehrhaus mit der "Stiftssynagoge" nicht mehr zur Verfügung stand. Für die Erweiterung der Synagoge wurde die vor dem Gebäude stehende Wohnung des Vorsängers abgebrochen und das Grundstück für den Erweiterungsbau verwendet. Neue Emporen sorgten auch für ausreichenden Platz der beim Gottesdienst anwesenden Frauen. Der Umbau kostete etwa 1.650 Gulden. Am 23. Dezember 1852 konnte das umgebaute Gotteshaus durch Rabbiner Dr. Samuel Mayer feierlich eröffnet werden.  
      
In den 1860er-Jahren bemühte sich Rabbiner Dr. Mayer darum, dem Gottesdienst in der Hechinger Synagoge "durch Herstellung einer Orgel und Errichtung eines Synagogenchors eine würdigere und den Anforderungen der gebildeten Besucher des Gottesdienstes mehr entsprechende Gestalt zu geben", hatte damit allerdings zunächst keinen Erfolg. Nach einer an die "Allgemeine Zeitung des Judentums" geschriebenen privaten Mitteilung (möglicherweise von Rabbiner Dr. Mayer selbst) war der bis dahin in Hechingen gehaltene Gottesdienst "weit eher geeignet, zur Missachtung unserer heiligen Religion zu veranlassen als zur Erbauung der Teilnehmer, da es jedem denkenden Menschen einleuchtet, dass ein so sinnloses, für jeden unverständliches Geplauder und Geschrei unmöglich ein Gebet genannt werden kann". Wenig später wurde ein Synagogen-Chorverein in Hechingen unter Leitung des damaligen Kantors Lichtenstein gegründet, der seitdem mit "ausgezeichneten Leistungen" den Gottesdienst bereicherte. Zu einem auch öffentlich (über Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums") ausgetragenen Streit in der Hechingen Gemeinde kam es dann allerdings 1865 anlässlich der von einem Teil der Gemeinde gewünschten Anschaffung eines Harmoniums. Die Mehrheit des Vorstandes hatte plötzlich Sorge, dass die Gottesdienstreformen zu weit gehen würden und viele der schönsten Gebete, die Lesung der Tora und viele andere Gebräuche mit der Zeit verschwinden würden. Daher lehnte man zunächst das Harmonium ab, was allerdings den Synagogenchor verstimmte. Erst 1870 wurde von der inzwischen neu gewählten Gemeinderepräsentanz das Instrument angeschafft. Ein Hechinger Berichterstatter meldete damals der "Allgemeinen Zeitung des Judentums": "Dank der fortgeschrittenen Einsicht unserer Gemeinde erfreuen wir uns jetzt eines so erhebenden Gottesdienstes, dass darüber nur eine Stimme der Anerkennung herrscht, ohne dass mit der Einführung des Neuen dem Pietätsgefühl der Altgläubigen zu nahe getreten worden wäre". Die Erneuerung des Gottesdienstes hat sich bewährt. In der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" wird auch 1890 davon berichtet, dass die Hechinger Gemeinde "eine ganz schöne Synagoge (habe), in der ein recht erbauender und zeitgemäßer Gottesdienst abgehalten wird". 
      
1881 wurde das Synagogengebäude noch einmal renoviert. Dabei erhielt dieses eine neoklassizistische Fassade. Seitdem präsentierte sich das Gebäude so, wie es noch Jahrzehnte später im "Notizblatt der Gesellschaft für Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" (Jg. 1929) beschrieben wurde: "ein Fachwerkbau, freistehend mit einer dreistufigen Treppe zum Betraum. Abmessungen: 15 m lang, 12 m breit, 14 m bzw. im Innern 7 m hoch. Nebengebäude sind nicht vorhanden. Die Decken sind bemalt, die Glasfenster bunt. Die Synagoge hat 160 Männerplätze, 96 Frauenplätze. Der Almemor steht nicht in der Mitte...".  
      
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge von Reutlinger und Hechinger SA-Leuten unter Anleitung von Parteifunktionären völlig zerstört. In einem Bericht der Stadt Hechingen  an das Finanzamt Sigmaringen wurden die Schäden so beschrieben: "An der Synagoge sind sämtliche Fenster (Rahmen und Glasscheiben) und die Eingangstüre zerstört. Im Innern des Gebäudes sind die Emporebrüstungen, zwei eiserne Öfen, die Gebetstühle zum großen Teil, und verschiedene Gebrauchsgegenstände für religiöse Handlungen vernichtet..." Am 12. November 1940 erwarb die Stadt das Gebäude für 3.000 RM und nutzte es danach für Abstellzwecke, als Turnhalle und als Rekrutierungshalle für Soldaten.  
      
Nach Kriegsende 1945 wurde das Gebäude beschlagnahmt und im Zuge des Restitutionsverfahren 1949 an die Israelitische Kultusvereinigung in Stuttgart gegeben. Diese verkaufte es 1952 an einen örtlichen Glasermeister, der es bis 1982 für Lagerzwecke nutzte. Die nachfolgende Restaurierung der alten Hechinger Synagoge war im wesentlichen das Verdienst der "Initiative Hechinger Synagoge". Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren war der unwürdige Zustand des Synagogengebäudes bedauert worden, doch wurde kein Weg gefunden, daran etwas zu ändern. 1979 wurde es als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingetragen. 1982 konnte das Gebäude durch den inzwischen gegründeten Trägerverein mit Hilfe von Spenden und eines Zuschusses durch die Stadt aufgekauft werden. 1983 bis 1986 ist es grundlegend restauriert und für kulturelle Veranstaltungen hergerichtet worden. Ziel der Renovierung war die weitgehende Wiederherstellung der Synagoge in ihrer ursprünglichen Form vor 1938. Dazu gehörten beispielsweise die mühevolle Restaurierung der Deckenbemalung mit den zwölf Sternfeldern für die Stämme Israels und die Wiederherstellung der Frauenempore. Im Zusammenhang mit der Instandsetzung, die Architekt Wolf Schwab ausführte, fand man im Dachstuhl eine Genisa. Die Funde wurden in der Restaurationswerkstatt der Tübinger Universitätsbibliothek soweit möglich wiederhergestellt. Am 19. November 1986 konnte die "Alte Synagoge" wiedereröffnet werden. Ein im März 1987 gegründeter Verein Alte Synagoge leitet die Arbeit und organisiert das Kulturprogramm. Auf der Empore wurde 1991 eine ständige Ausstellung zur Geschichte der Juden in Hechingen aufgestellt.  
      
Seit Frühjahr 2003 wurde die "Alte Synagoge" Hechingen auch wieder als jüdisches Gotteshaus genutzt für jüdische Personen, die im Bereich des Zollernalbkreises leben. Hechingen wurde eine Filiale der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Württemberg. Nach Wegzug der meisten jüdischen Personen in den folgenden Jahren finden jedoch derzeit (2010) keine jüdischen Gottesdienste mehr statt.  
      
Die Synagoge in der Friedrichstraße. Im Wohngebiet der Friedrichstraße, ein seit 1754 ausschließlich von Juden bewohntes Stadtgebiet , wurde - umgeben von teilweise neu erbauten jüdischen Wohnhäusern - 1761 eine Synagoge erbaut (Standort auf dem Flurstück 3450). Es handelte sich um ein zweistockiges Fachwerkgebäude, nach der Beschreibung von Rabbiner Dr. Samuel Mayer war es ein "geräumiges" Gebäude. Für den Bau hatte die jüdische Gemeinde ein größeres Darlehen aufnehmen müssen, das sie noch 1775 zurückzuzahlen hatte. Damals konnte sie sich aus diesem Grund nicht am Ausbau eines in herrschaftlichem Besitz befindlichen Hauses beteiligen. Über die Inneneinrichtung dieser Synagoge ist nur bekannt, dass unter einem dort angebrachten Wappen ein Gebet für das Fürstenpaar, sowie dessen Anverwandte, Räte und Beamte stand, worin es hieß: "Du wollest ihr Leben verlängern in Frieden, sie vor Unglück und Traurigkeit behüten, und ihnen die Gewalt geben über ihre Feinde, auch ihnen alle Gnade und Barmherzigkeit erzeigen und ihre Herzen und Gedanken neigen, damit sie auch uns armen Kinder Israel gnädig und barmherzig sein mögen". Die Synagoge in der Friedrichstraße wurde bis 1870 benutzt. 1877 wurde das Gebäude zum Abbruch ausgeschrieben und ein Jahr später von der israelitischen Gemeinde verkauft.
        
Die Stiftssynagoge: Neben den Gemeindesynagogen in der Goldschmiedstraße und in der Friedrichstraße stand von 1803 bis 1850 der jüdischen Bevölkerung Hechingens auch noch die "Stiftssynagoge" der Familie Kaulla im Lehrhaus in der "Münz" (am Ende der heutigen Münzgasse) zur Verfügung. Sie war für die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlenmäßig immer größer gewordenen Gemeinde von großem Nutzen, da die beiden anderen Synagogen an den Schabbat- und Feiertagen nicht alle Gemeindeglieder, die am Gottesdienste teilnehmen wollten, fassen konnten. Seit 1850 wurde das Gebäude als Fabrikgebäude verwendet, 1937 abgebrochen. Der Schlussstein (Portalstein) blieb erhalten (1986 wiederentdeckt, ausgestellt in der "Alten Synagoge"). 
      
Erinnerungen an die Synagogen. Im Heimatmuseum Hechingen erinnern mehrere Stücke an die jüdische Geschichte, u.a. drei Schabbat-Lampen, zwei Chanukka-Leuchter und eine Mesusa. Zahlreiche Erinnerungsstücke wurden beim Umbau der Synagoge in einer Genisa entdeckt (Literatur unterschiedlicher Art, kleine Kultgegenstände).
In der Stuttgarter Synagoge werden u.a. noch drei Hechinger Tora-Schilde aufbewahrt (von 1680, 1779 und 1806).
      


Fotos 
Historische Fotos: 

Die Synagoge in der Goldschmiedstraße Hechingen Synagoge a01.jpg (48622 Byte) Hechingen Synagoge 001.jpg (53664 Byte)
Ansicht der Synagoge (undatiert, zwischen 1852 und 1881); Lithographie von S. Obach, Städt. Museum HCH)  Die Fassade der Synagoge (Aufnahme um 1900; Quelle: Foto Keidel, Hechingen)
Hechingen Synagoge 002.jpg (72523 Byte) Hechingen Synagoge 003.jpg (86161 Byte) Hechingen Synagoge 004.jpg (73446 Byte)
Innenansicht der Synagoge mit Blick zum Eingang und zur Frauenempore 
(Foto Keidel, Hechingen)
Innenansicht der Synagoge mit Blick zum Toraschrein
(Foto Keidel, Hechingen)
Der Toraschrein
(Ausschnitt aus dem Foto links)
     
Die Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 Hechingen Synagoge 070.jpg (49656 Byte) Hechingen Synagoge 071.jpg (54319 Byte)
  Die demolierte Synagoge mit Blick zur Empore
(Foto Keidel, Hechingen)
Die demolierte Synagoge mit Blick zur Tora-Nische
(Foto Keidel, Hechingen)
     
Die Synagoge im Stadtteil Friedrichstraße 1761-1870
(Quelle: aquarellierter Kupferstich von J.H. Bleuler im Städtischen Museum Hechingen)
Hechingen Friedrichstrasse Plan 02.jpg (75720 Byte) Hechingen Friedrichstrasse 05.jpg (57612 Byte) Hechingen Synagoge Fst 05.jpg (113969 Byte)
Flurkarte von 1861 des Stadtteiles Friedrichstraße mit der ehemaligen Synagoge, dem Badhaus, Schlacht- und Waschhaus sowie der Judenherberge (Quelle: Werner, Synagogen s. Lit. S. 43) Ansicht des Stadtteils Friedrichstraße - Darstellung von J. H. Bleuler (1758-1823) Ausschnitt aus Darstellung links mit Synagoge
   
   
     
Die Stiftssynagoge der Familie in der "Münz" Hechingen Stiftssynagoge 005.jpg (144582 Byte) Hechingen Stiftssynagoge 006.jpg (60376 Byte)
  Das Gebäude der "Münz", in dem 1803-1850 neben dem Beth Hamidrasch die Stiftssynagoge eingerichtet war Das Gebäude des Beth Hamidrasch und der Stiftssynagoge kurz vor dem Abbruch (1937)

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:   

Foto um 1965: Hechingen Synagoge 100.jpg (56846 Byte)   
   Die Synagoge als Lager eines Gewerbebetriebes (Quelle: Sauer s. Lit. Abb. 53)    
     
Die Renovierung der "Alten Synagoge" 1983-1986 
(Fotos: Hahn)
Hechingen Synagoge 114.jpg (62808 Byte) Hechingen Synagoge 113.jpg (68246 Byte)
  Das Gebäude ist angerüstet Rechts: das Gemeinde- und Schulhaus, das nach Abschluss der Synagogenrestaurierung gleichfalls renoviert wurde
     
Hechingen Synagoge 111.jpg (54927 Byte) Hechingen Synagoge 115.jpg (60089 Byte) Hechingen Synagoge 110.jpg (52481 Byte)
Besichtigung des Gebäudes während der Renovierung Besonders schwierig: die Renovierung der Kuppel Unter der Empore - 
ursprüngliche Bemalung
     
Nach Abschluss der Renovierung: 
Fotos 1987:
(Fotos: R. Rasemann)
Hechingen Synagoge 008.jpg (50886 Byte) Hechingen Synagoge 009.jpg (63473 Byte)
   Eingangsbereich der Synagoge Hechingen Blick von Osten auf die Apsis des Toraschreines
      
Hechingen Synagoge 010.jpg (84379 Byte) Hechingen Synagoge 005.jpg (72494 Byte) Hechingen Synagoge 006.jpg (67341 Byte)
Der "Sternenhimmel" mit der Kuppel über dem Betsaal Blick zur Frauenempore Auf der Frauenempore
     
Hechingen Synagoge 007.jpg (65586 Byte) Hechingen Synagoge 004.jpg (75710 Byte) Hechingen Synagoge 090.jpg (70306 Byte)
Auf der Frauenempore Blick von der Frauenempore zum Bereich des Toraschreines Detail aus dem Rundfenster der "Alten Synagoge"
      

Impressionen und Fotos aus der ehemaligen Synagoge Hechingen auf der 
Website von Manuel Werner:  hier anklicken  

Seit 1986: zahlreiche Veranstaltungen im kulturellen Bereich
(Fotos: Hahn)
NV_Syn_Hechingen_6.jpg (65071 Byte) NV_Syn_Hechingen_1.jpg (51439 Byte)
  Beispielhaft für eine der vielen Veranstaltungen: die Auslegung des wöchentlichen Toraabschnittes durch einen orthodox-jüdischen Lehrer aus Israel im November 2001 Beim Lernen der Tora: Schimon Bar-Chama aus Haifa, rechts neben ihm Karl Hermann Blickle vom Verein Alte Synagoge
     
Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.10.2003 bzw. 26.12.2004*)
 
Hechingen Synagoge 533.jpg (47710 Byte) Hechingen Synagoge 536.jpg (44794 Byte) Hechingen Synagoge 169.jpg (54264 Byte)
Die Synagoge von der Synagogenstraße aus gesehen* Rechts der Synagoge: das ehemalige jüdische Gemeindehaus/Rabbinat* Eingang zum jüdischen Gemeindehaus mit Mesusa-Spur
     
Hechingen Synagoge 161.jpg (44118 Byte) Hechingen Synagoge 168.jpg (32955 Byte) Hechingen Synagoge 170.jpg (36350 Byte)
Führt zur Synagoge: die Synagogenstraße Hinweistafel am Synagogengebäude Beispiel für viele kulturelle Veranstaltungen im Haus
     
Hechingen Synagoge 160.jpg (47611 Byte) Hechingen Synagoge 535.jpg (36710 Byte) Hechingen Synagoge 165.jpg (84317 Byte)
Jahreszahlen zur jüdischen Geschichte Hechingens auf dem Gedenkplatz vor dem Gebäude Jüdisches Gemeindehaus und Schule von der Stadtmauerseite
   
Hechingen Synagoge 164.jpg (63309 Byte) Hechingen Synagoge 163.jpg (61631 Byte) Hechingen Synagoge 162.jpg (74806 Byte)
Links das Gemeindehaus, rechts die Synagoge Zeugt von neuem jüdischem Leben: rechts der Synagoge ist zu Sukkot eine Laubhütte aufgebaut
   
Hechingen Synagoge 531.jpg (40936 Byte) Hechingen Synagoge 532.jpg (34050 Byte) Hechingen Synagoge 530.jpg (35533 Byte)
Kleiner neuer Toraschein und Schulchan (Lesepult) mit Gebetbüchern und Tallit (Gebetsschal)* Auf der Empore: Ausstellung zur jüdischen Geschichte in Hechingen*
   
  Hechingen Stadt 530.jpg (51641 Byte)  
Unweit der Synagoge auf dem Brunnen vor dem Rathaus: Madame Kaulla, darunter Pogrome gegen Juden in der NS-Zeit*
 

Fotos Dezember 2005
(Aufnahmedatum: 24.12.2005 = 23. Kislew 5766, 
am Tag vor dem Vorabend zum 1. Chanukka-Tag) 

Hechingen Synagoge Ch15.jpg (60034 Byte)
     Blick auf früheres Rabbinat/jüd. Schulhaus und Synagoge
   
Hechingen Synagoge Ch14.jpg (60153 Byte) Hechingen Synagoge Ch13.jpg (50773 Byte) Hechingen Synagoge Ch12.jpg (54286 Byte)
Blick zur Synagoge Blick auf Lesepult und Toraschrank, rechts der Chanukkaleuchter Lesepult (Schulchan)
     
Hechingen Synagoge Ch16.jpg (62945 Byte) Hechingen Synagoge Ch11.jpg (61636 Byte) Hechingen Synagoge Ch10.jpg (51993 Byte)
Gebetbücher und Menora Der Chanukkaleuchter ist vorbereitet mit der ersten Kerze für den 1. Chanukkatag (rechts) und dem Schammasch (Schames, Diener) = vordere Kerze, mit der die anderen Kerzen angezündet werden. Davor liegen drei Trendel (Würfel)

  

Kontaktmöglichkeit zur "Alten Synagoge":  Verein Alte Synagoge Hechingen e.V.  Goldschmiedstraße 22  72379 Hechingen  E-Mail.   

  

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Hechingen 
Zeitungsartikel in der "taz" vom 29.6.2003: "Hechingen. Wer will neue Juden?"
Übersicht über die in den "Central Archives for the History of the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der jüdischen Gemeinde Hechingen: pdf-Datei hier anklicken
Zusammenstellung der wichtigsten genealogischen Beziehungen zwischen den süddeutschen Hofjuden von Darmstadt (Hessen), Harburg, Hechingen und Stuttgart: Court Jews of Southern Germany of Darmstadt (Hesse), Harburg (County of Oettingen), Hechingen (Hohenzollern), Stuttgart (Wuerttemberg) (von Rolf Hofmann, HarburgProject
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Hechingen (interner Link)
Zeitungsartikel aus der Hohenzollerischen Zeitung 20.3.2003: "Nach 65 Jahren wird die Synagoge Hechingens wieder zum Gotteshaus"  
Artikel zum selben Thema aus den Stuttgarter Nachrichten (?) vom 20.3.2003  

Literatur

Zu den Synagogen in Hechingen informiert mit vielen Abbildungen: 

Otto Werner: Synagogen und jüdischer Friedhof in Hechingen (Schriftenreihe des Vereins Alte Synagoge Hechingen e.V. Band 1). Hechingen 1996.

Weitere Literatur (Anmerkung: Hechingen gehört zu den am besten erforschtesten ehemaligen jüdischen Gemeinden in Baden-Württemberg. Eine große Zahl von Veröffentlichungen ist erschienen. Hier kann nur ein kleiner Teil aufgeführt werden):

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 90-94.

Germania Judaica III,1 S. 522 (Angabe zu 1465 ist unrichtig und Druckfehler für 1565!).

Helmut Breimesser: Ursprung, Entwicklung und Schicksal der jüdischen Gemeinde Hechingen. Zulassungsarbeit PH Schwäbisch Gmünd. 1968.

Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987. S. 75ff.

Juden in Hechingen – Geschichte einer jüdischen Gemeinde in neun Lebensbildern aus fünf Jahrhunderten. Katalog zur Dokumentation in der Alten Synagoge Hechingen. 1991

Adolf Vees: Das Hechinger Heimweh. Begegnungen mit Juden. Tübingen 1997; 

Manuel Werner: Die Juden in Hechingen als religiöse Gemeinde, Teil 1 in: ZHG 107 (1984) S. 103-213; Teil 2 in: ZHG 108 (1985) S. 49-169.

Otto Werner: Wie alt ist der Hechinger Judenfriedhof? 1984.

ders.: Leon Schmalzbach (1882-1942). Lehrer und Rabbinatsverweser in Hechingen, in: ZHG 103 (1980) S. 115-195.

ders.: Jüdisches Hechingen. Einladung zu einem Rundgang. Haigerloch 2000.

Zahlreiche kleine Artikel unterschiedlicher Autoren in verschiedenen Jahrgängen der Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte, Hohenzollerische Heimat, Hohenzollerische Zeitung.

Hechingen Lit 09010.jpg (63546 Byte)Waldemar Luckscheiter / Manfred Stützle:  Die Rettung der Alten Synagoge in Hechingen. 1. Auflage 2009. Hrsg. durch den Verein Alte Synagoge Hechingen e.V.


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hechingen  Hohenzollern. Jews lived in Hechingen already in the 15th century*. All apparently left by the late 16th century in the face of persecution. A new community war formed in 1701, limited to ten families under various letters of protection. The Kaulla banking family became court agents to the Duke of Wuerttemberg in 1770. There were disturbances in 1848 with antisemitic overtones. After annexation to Prussia in 1850, the status of the Jews improved, though full civil rights were granted only in 1901. Jews became pioneers in local industry, introducing the first steam engine in Hohenzollern. The Jewish population reached a peak of 809 (total 3,389) in 1843. A magnificent synagogue in the arched classical style was consecrated in 1775 and a Jewish public school was opened in 1825. From the mid-19th century, the Jewish population dropped, to 340 in 1880 and 191 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938) the synagogue was damaged and most Jewish men sent to the Dachau concentration camp for a month. Subsequently a number of Jews were evicted from their homes. Fifty-three managed to emigrate, mostly to the United States; 32 were deported to the east in 1941-42, all but one perishing.  

* Encyclopedia reads: "Jews probably lived in Hechingen in the 13th century".

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. Januar 2010